Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer hat einen "Coronabonus" erhalten?
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Rhiannon
29.05.2021, 23:20
Wenns nur Boni für die Pflege gäbe könnte ich damit ja leben. Aber Boni für Verwaltung und die ganzen Ämter und Beamte aber nicht für uns Ärzte? DAS kann niemand erklären.
Korrekt. Mein Mann als Beamter hatte auch Bonus. Wegen der „Härten im HomeOffice“. Dass der in der HomeOffice-Zeit schön ausgeschlafen hat und dann hauptsächlich im Garten war, war ziemlich hart.
Dogs4Life
30.05.2021, 01:49
Irgendwie gibts es jeden Monat 1-2 Threads, die aufzeigen, was für ein Mist es ist hier in Deutschland Arzt zu sein (außer man ist angeblich Chefarzt oder Praxisinhaber).
Es sind immer die gleichen Themen über sehr schlechte Arbeitsbedingungen bis zur geringen Wertschätzung im Vergleich zu anderen Berufen. Verständlicherweise wird viel gemeckert, jedoch ist mir nicht klar, was diese Threads bewirken sollen, weil letzten Endes sowieso niemand wirklich was macht und es seit Jahren anscheinend wieder bergab geht, nachdem 2006 die Ärzteschaft noch was bewiesen hat und mal was geleistet hat.
In meinem Freundeskreis spiegelt sich das ähnlich wieder. Entweder die Leute meckern nur und lassen letzten Endes alles mit sich machen oder sie lassen alles mit sich machen und versuchen sich das noch irgendwie schön zu reden.
Ich hijacke mal diesen Thread dafür, weil ich nicht wieder einen dieser gleichen Threads aufmachen wollte und jetzt mal vermutet habe, dass der auch wieder in die Richtung geht und gewisse Protagonisten hier mit den üblichen Dingen kommen.
Meine Frage ist jetzt nur: Was bringt es sich über diese ganzen Dinge aufzuregen, wenn man a) nichts dagegen macht, b) immer einen sehr großen Teil der Ärzteschaft hat, die sehr hörig sind und auch jeglichen Versuch etwas zu ändern damit zunichte machen und c) dieses Image des reichen Arztes irgendwie sowieso nie aus den Köpfen der gemeinen Bevölkerung geht?
Anne1970
30.05.2021, 02:44
So sehr der Gedankengang nachvollziehbar ist, hier bitte mal „back to topic“. Mach gern einen eigenen Thread dazu auf, wenn dir dein Punkt wichtig ist. Der TE hat eine eindeutige Frage als Thema formuliert. Darauf wollen wir hier bitte den Fokus richten, ja?
Freundlicher Gruß
Anne1970, Mod.
Hoppla-Daisy
30.05.2021, 06:58
Ich knall noch einen „Off-Topic“ raus:
Die Mods - 24/7 im Einsatz. Ohne Lohn, ohne Brot und ohne Corona-Bonus :-))
Bonnerin
30.05.2021, 07:21
X'D Unermüdlicher Einsatz!
Aber sagt mal, geht es nur mir so oder würde sich noch jemand differenziertere Antwortmöglichkeiten wünschen? Ich fände es nämlich tatsächlich interessant zu sehen, in wievielen Häusern gar kein Bonus gezahlt wurde vs. wo nur die Ärzte nix hatten vs. wo es total random war.
Meine Frage ist jetzt nur: Was bringt es sich über diese ganzen Dinge aufzuregen, wenn man a) nichts dagegen macht, b) immer einen sehr großen Teil der Ärzteschaft hat, die sehr hörig sind und auch jeglichen Versuch etwas zu ändern damit zunichte machen und c) dieses Image des reichen Arztes irgendwie sowieso nie aus den Köpfen der gemeinen Bevölkerung geht?
Das bringt Diskussionen. Es ist ein Forum, das von Diskussionen lebt. Man muss nicht in jeden Thread schauen,wenn es einen stört.
Wenn man seine "Ruhe haben möchte" ist ein Forum möglicherweise der falsche Ort.
Wenn Dinge nicht toll oder auch gut laufen, darf man sie ansprechen. Oder man sagt explizit: Bitte keine Kritik mehr am deutschen Gesundheitssystem, alles ist perfekt, fair und harmonisch. Jeder muss einen Kommentar im Monat schreiben wie toll es ist.
Wenn du das weiterverfolgen willst---Eigener Thread
Feuerblick
30.05.2021, 10:53
*räusper* Was an „Back to topic“ war unverständlich?
*räusper* Was an „Back to topic“ war unverständlich?
Soweit hatte ich nicht gelesen und da war der Beitrag schon fertig.
Also zurück zum Thema: also ich hab eh eine geringe Erwartungshaltung an da hiesige Gesundheitssystem.
Fair wäre es gewesen, wenn alle einen Bonus bekommen... aber wie gesagt,man kann hier nicht soviel Erwarten.
X'D Unermüdlicher Einsatz!
Aber sagt mal, geht es nur mir so oder würde sich noch jemand differenziertere Antwortmöglichkeiten wünschen? Ich fände es nämlich tatsächlich interessant zu sehen, in wievielen Häusern gar kein Bonus gezahlt wurde vs. wo nur die Ärzte nix hatten vs. wo es total random war.
Ich habe die Antwortmöglichkeiten absichtlich so gestellt weil mich persönlich auch nur das interessiert.
Ich habe jetzt insgesamt 7 Monate COVID ITS hinter mir und es war - gerade November/Dezember 2020 weit über der Grenze, psychisch wie physisch. Ich wollte dafür nie einen Bonus, das ist meine Arbeit. Aber wenn Hinz und Kunz und gerade irgendwelche Bundestagsmitarbeiter einen "Coronabonus" ob der unzumutbaren Belastungen erhalten sage ich ganz klar: ich will auch einen und das nicht zu knapp. Es ist gar nicht meine Art aber wenn jemand einen Bonus verdient hätte, dann die Leute auf den COVID-Normalstationen und -ITS. Ganz sicher nicht irgendwelche Verwaltungsmenschen.
Matzexc1
30.05.2021, 20:25
Ich habe jetzt insgesamt 7 Monate COVID ITS hinter mir und es war - gerade November/Dezember 2020 weit über der Grenze, psychisch wie physisch. Ich wollte dafür nie einen Bonus, das ist meine Arbeit. Aber wenn Hinz und Kunz und gerade irgendwelche Bundestagsmitarbeiter einen "Coronabonus" ob der unzumutbaren Belastungen erhalten sage ich ganz klar: ich will auch einen und das nicht zu knapp. Es ist gar nicht meine Art aber wenn jemand einen Bonus verdient hätte, dann die Leute auf den COVID-Normalstationen und -ITS. Ganz sicher nicht irgendwelche Verwaltungsmenschen.
Alle Achtung vor dir !!
Es fehlt einfach die Verhältnismäßigkeit und es zeigt mal wieder deutlich wie wichtig wir unseren Politikern und Vertretungen sind.
Außerdem hat man die Regelungen ja auch völlig verrückt gestaltet. Ich kenne mehrere Häuser die zuwenig Patienten hatten um einen bonus zu bekommen, dafür aber weitaus schwerere Verläufe versorgen mussten.
Wenn man sich die Medienlandschaft während der gesamten Pandemie ansieht dann hat man ohnehin den Eindruck dass man in selbiger alles nur keine Ärzte braucht. Folglich macht es natürlich auch keinen Sinn Ärzten einen COVID-Bonus zu geben.
Da die Anordnung von Medikamenten und medizinischen Maßnahmen, Durchführung von Interventionen und das Stellen von Diagnosen juristisch allerdings Ärzten vorbehalten sind frage mich mich nur wie um alles in der Welt COVID-Patienten behandelt werden sollen - offenbar werden sie nicht behandelt sondern nur gepflegt.
I feel you, crossie. Ich habe ebenfalls einen extrem harten Winter hinter mir. Und ja, das ist mein Job und brauche keinen Bonus dafür. Aber wenn ich sehen, dass vierstellige Summen ausgezahlt werden für die Unzumutbarkeit des Home office, da bekomme ich Bluthochdruck.
Sowohl meine Eltern als auch meine Schwester haben Coronabonus bekommen. Meine Schwester, die als Polizisten durchaus auf unselektierte und ungetestet Personen trifft, immerhin 250 €. Meine Mutter bei Altenpflegedienst (allerdings 95 % Verwaltung, selten Aushilfe in der Tagespflege aber selbes Gebäude mit regelmäßigen räumlichen Kontakt zu Pflegekräften und Senioren) ganze 400 € und mein Vater als Maschinenschlosser, der jeden Tag die selben 10 Kollegen in der Werkstatt trifft ist mit 1000 € Bonus nach Hause gegangen. Nur ich wurde mit einem Dankesplakat und einem nicht-funktionierenden 25 € Gutschein für 3 Monate Covidstation und 9 Monate ZNA voller Covidpatienten belohnt.
Feuerblick
30.05.2021, 20:46
Ich bin gerade echt froh, dass mein Arbeitgeber nicht auf die Idee kam, uns einen Bonus zu zahlen. Ich würde sehr gerne weiter im „unzumutbaren“ Homeoffice bleiben. Auch wenn ich im letzten Jahr deshalb mehr Überstunden gemacht habe als sonst jemals. Das aber nicht, weil ich so faul und langsam bin sondern weil ich die gesparte Fahrtzeit tatsächlich fürs Arbeiten genutzt habe.
Endoplasmatisches Reticulum
30.05.2021, 22:18
In meinem nichtärztlichen 450€-Nebenjob habe ich 600€ Sonderzahlung erhalten. Das war für Chef eine Selbstverständlichkeit.
Ich war nicht unmittelbar an der Behandlung von Covid-Patienten beteiligt. Unser Winter war trotzdem echt beschissen. Wenn manche Kollegen wechselseitig in Quarantäne und andere auf die Covid-Stationen abgezogen werden, sodass der Rest zu viert ein 24h-Dienstsystem bestücken darf, macht das keinen Spaß. Urlaub einen Tag vor Antritt entzogen kriegen. Andauernde Rufbereitschaften im Frei durch inoffizielle Vertreterlisten. Regelmäßig Station, Notaufnahme und Konsile gleichzeitig machen sollen und dann noch in den OP gerufen werden können. In der Ambulanz nebenbei noch die Arbeit der MFAs miterledigen müssen, die alle ins Testzentrum gesteckt wurden, aber natürlich trotzdem nur eine halbe Stunde pro Patient haben bei ständig doppelt belegten Slots.
Ich will das gar nicht mit den Kollegen vergleichen, die im Schichtdienst auf der Covid-ITS im Einsatz waren. Vorgehalten zu bekommen, man hätte nichts zur Bewältigung der Pandemie beigetragen, ist trotzdem bitter. Wenn Ärzte als einzige systematisch aus allen echten Dankeschön-Gesten ausgeschlossen werden, dann kann man uns beim Betreten des Krankenhauses am Steriliumspender auch einfach gleich ins Gesicht spucken. Die Aussage ist dieselbe.
mein Vater als Maschinenschlosser, der jeden Tag die selben 10 Kollegen in der Werkstatt trifft ist mit 1000 € Bonus nach Hause gegangen. Nur ich wurde mit einem Dankesplakat und einem nicht-funktionierenden 25 € Gutschein für 3 Monate Covidstation und 9 Monate ZNA voller Covidpatienten belohnt.
Sehr komisch...ich habe nur auf einer Normalstation gearbeitet ohne Bonus. Naja egal.
Ich glaube wir haben mal 2 Masken aus Baumwolle (die jedoch nicht gleichwertig zu FFP2 und med. Masken sind) geschenkt bekommen von der Klinik am Anfang.
ehem-user-02-08-2021-1033
31.05.2021, 06:22
Wenn Ärzte als einzige systematisch aus allen echten Dankeschön-Gesten ausgeschlossen werden, dann kann man uns beim Betreten des Krankenhauses am Steriliumspender auch einfach gleich ins Gesicht spucken. Die Aussage ist dieselbe.
Mir würden aus dem Stand 3 nicht-ärztliche Mitarbeiter einfallen, die das sofort und ohne Bezahlung machen würden...
;-)
Mir würden aus dem Stand 3 nicht-ärztliche Mitarbeiter einfallen, die das sofort und ohne Bezahlung machen würden...
;-)
Sowas...diese Unstimmigkeiten. Möglicherweise Neid.
https://www.spiegel.de/politik/lizenz-zum-gelddrucken-a-f3b9c2e5-0002-0001-0000-000013690501
Interessanter Artikel...der Tübinger Anästhesie Chefarzt fuhr 2x die Woche mit dem Jaguar vor, lief 1x durch den OP und dafür damals > 1 Mio Mark Nebeneinkünfte.
Wenn man den Artikel liest, kann man den Unmut nachvollziehen, der sich wahrscheinlich lange in der Bevölkerung hält. Der Arzt in Weiterbildung 2. Jahr fährt nur meistens nicht mit dem polierten Jaguar 2x in der Woche vor für 1mio+ jährlich.
Heute sieht es so aus:
https://rp-online.de/nrw/landespolitik/rechnungshof-ruegt-chefarztgehaelter_aid-20343909
GelbeKlamotten
31.05.2021, 12:41
In unserem Haus hat auch nur die Pflege einen Bonus erhalten, auch die, die sich aktiv geweigert haben Covid-Patienten zu pflegen.
Mir geht es auch nicht ums Geld, sondern darum, dass in dem „Team“, das wir ja eigentlich sein sollten - Ärzteschaft und Pflege und alle anderen - und durch ein aktives Ausschließen der Ärzteschaft auch verdeutlicht wird, dass wir gar nicht wertgeschätzt werden.
Mir wiederum ist die Wertschätzung egal, mir geht es nur ums Geld. So oder so, uns vom Bonus auszuschließen ist eine Frechheit. Und das der Marburger Bund das einfach so hinnimmt ist ein Armutszeugnis.
ehem-user-25-04-2022-1131
31.05.2021, 13:05
Mir wiederum ist die Wertschätzung egal, mir geht es nur ums Geld. So oder so, uns vom Bonus auszuschließen ist eine Frechheit. Und das der Marburger Bund das einfach so hinnimmt ist ein Armutszeugnis.
Du verdienst aber auch monatlich durchschnittlich ca. 1.000-1.500 Euro mehr als eine Pflegekraft (mit Diensten vl noch mehr?). Ich denke, der Punkt der Wertschätzung ist deutlich wichtiger und steht meiner Meinung nach jeder Ärztin/ jedem Arzt mit einer erhöhten Arbeitsbelastung durch Corona zu. Eben auch aus dem bereits genannten Teamaspekt...
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