Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer hat einen "Coronabonus" erhalten?
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GelbeKlamotten
31.05.2021, 13:51
Du verdienst aber auch monatlich durchschnittlich ca. 1.000-1.500 Euro mehr als eine Pflegekraft (mit Diensten vl noch mehr?). Ich denke, der Punkt der Wertschätzung ist deutlich wichtiger und steht meiner Meinung nach jeder Ärztin/ jedem Arzt mit einer erhöhten Arbeitsbelastung durch Corona zu. Eben auch aus dem bereits genannten Teamaspekt...
Na und? Müssen wir jedes Mal wieder aufs neue diskutieren, dass es sinnvoll und richtig ist, dass nicht jeder gleich viel verdient? Ich verdiene ungefähr 14 mio euro weniger als der CEO von Siemens. Verzichtet der deshalb auf seine Boni? Ich glaube eher nicht. Muss er auch nicht.
Im übrigen steht es jeder Pflegekraft offen, ggf. nach dem Nachholen des Abiturs, noch 6 1/2 Jahre medizin zu studieren und dann auch diese saftigen 1000 - 1500 Euro mehr einzustreichen :-))
Du findest den Anerkennungsaspekt wichtiger, ich den finanziellen. Kann ja zum Glück jeder selbst entscheiden.
Du verdienst aber auch monatlich durchschnittlich ca. 1.000-1.500 Euro mehr als eine Pflegekraft (mit Diensten vl noch mehr?). Ich denke, der Punkt der Wertschätzung ist deutlich wichtiger und steht meiner Meinung nach jeder Ärztin/ jedem Arzt mit einer erhöhten Arbeitsbelastung durch Corona zu. Eben auch aus dem bereits genannten Teamaspekt...
Das ist aber auch deutlich mehr Arbeit mit 24h Diensten + 6 Jahre Studium + Abhängigkeit vom Weiterbilder. Eine Pflegekraft macht ne Überlastungsanzeige...GelbeKlamotten kriegt möglicherweise nicht ihre Angiorotation, wenn sie sowas macht. Mit den 24h Bereitschaftsdiensten kommt man auf ne ziemlich hohe Arbeitszeit. Nix 38,5h.
Letztendlich rührt meiner Ansicht nach diese alte Denkweise hierher
https://www.spiegel.de/politik/lizenz-zum-gelddrucken-a-f3b9c2e5-0002-0001-0000-000013690501
Sowas mag auf einzelne Personen auch in ähnlicher Weise heute zutreffen, nicht jedoch auf nachrangige Krankenhausärzte.
Nochmal: Mich stört nicht der Bonus für die Pflegekräfte. Mich stört, dass von der ****** Regierung "alle Berufsgruppen außer Ärzte" niedergeschrieben wird. Und dann zahlen sich die Berufspolitiker und Beamten + Leute im ÖD in bester Selbstbedienungsmanier selbst die dicksten Boni aus - für die "Härten" im Homeoffice.
cartablanca
31.05.2021, 23:14
Ich kenn inzwischen einige Ärzte die wegen Corona entweder drauf gegangen sind oder auf Intensiv lagen. Schon unglaublich das ganze Vorgehen.
Ist auch unverschämt. Aber viel kann man hier nicht erwarten...
Dogs4Life
31.05.2021, 23:46
Das ist aber auch deutlich mehr Arbeit mit 24h Diensten + 6 Jahre Studium + Abhängigkeit vom Weiterbilder. Eine Pflegekraft macht ne Überlastungsanzeige...GelbeKlamotten kriegt möglicherweise nicht ihre Angiorotation, wenn sie sowas macht. Mit den 24h Bereitschaftsdiensten kommt man auf ne ziemlich hohe Arbeitszeit. Nix 38,5h.
Letztendlich rührt meiner Ansicht nach diese alte Denkweise hierher
https://www.spiegel.de/politik/lizenz-zum-gelddrucken-a-f3b9c2e5-0002-0001-0000-000013690501
Sowas mag auf einzelne Personen auch in ähnlicher Weise heute zutreffen, nicht jedoch auf nachrangige Krankenhausärzte.
Dies rührt nicht von nur einem Artikel.
Dies rührt meiner Ansicht nach eher daher, dass der Großteil der heutigen jungen Ärztegeneration (Assistenzärzte und frische Fachärzte) hörige "Naivlinge" sind, die alles mit sich machen lassen, wenig hinterfragen und das dann auch noch versuchen selbstverschönernd hinzustellen à la "Ich habe mir den Beruf nur ausgesucht, weil ich Leuten helfen will; mir macht deshalb Mehrarbeit nicht viel aus und ich komme mit fehlender Wertschätzung klar" oder nur meckern.
Ob das daran liegt, dass der Großteil der Ärzteschaft die Schule schon sehr gut abgeschlossen hat und deshalb schon das ganze Leben eher geprimt darauf war, das zu tun, was Eltern/Lehrer von einem verlangt haben oder ob die meisten aus einem sehr guten Elternhaus mit viel Geld kommen - und vllt gar nicht auf die Wertschätzung und somit das verbundene Gehalt/bessere Arbeitsbedingungen angewiesen sind -, vermag ich nicht zu beurteilen.
Ich meine nur als Beispiel, wenn ich meinen Nicht-Mediziner Freunden von 24h Bereitschaftsmodellen erzähle, in denen man die Nacht durcharbeiten muss (in vielen Fachrichtungen wirklich durcharbeiten) und dann auch noch nach einer bestimmten Zeit dafür weniger entlohnt wird (und ihr werdets mir nicht glauben, die meisten Assis, mit denen ich sprach, wissen nicht mal das), dann lachen die sich einen ab und fragen, ob die Leute denn auf den Kopf gefallen sind oder warum sie das mit sich machen lassen.
Da ist es doch kein Wunder, dass die Wertschätzung fehlt, wenn man sich selbst nicht mal wertschätzt.
Verbunden ist auch noch meiner Ansicht nach der fehlende Horizont. Es gibt sicher viele, die fachlich gut sind, wenn es jedoch um irgendwelche Medizin übergreifenden Themen geht, kommt nicht mehr viel bei rum. Hier im Forum kommt dies vielleicht nicht immer rüber, weil hier häufiger auch kritische Themen aufgeworfen werden, meine Kollegen jedoch befinden sich größtenteils in ihrer Blase und interessieren sich sonst für nichts.
Es gibt kaum eine Berufsgruppe, die ein solches Potential hat so grundlegend was zu ändern, leider besteht sie zum großen Teil aus Mitgliedern, die sich selbst im Weg stehen.
cartablanca
01.06.2021, 03:51
Da ist es doch kein Wunder, dass die Wertschätzung fehlt, wenn man sich selbst nicht mal wertschätzt.
Exakt das Gleiche hab ich bereits vor einiger Zeit hier geschrieben. Außer einem Arzt arbeitet keiner 24 Stunden durch. Ich habe teilweise 35 Stunden durchgearbeitet. Es dankt einem keiner. Irgendwann ist man alt und verbraucht, hat Schlafstörungen und fragt sich wo die ganze Lebenszeit geblieben ist.
ehem-user-02-08-2021-1033
01.06.2021, 05:59
Ich kenn inzwischen einige Ärzte die wegen Corona entweder drauf gegangen sind oder auf Intensiv lagen. Schon unglaublich das ganze Vorgehen.
Man konnte schon vor Corona an diesen Arbeitsbedingungen draufgehen... Stichwort Herzinfarkt etc. Das Krankenhaus raubt einem Lebenszeit. Da gibt es nichts zu beschönigen.
Mein Lieblingsbeispiel sind Kollegen, die Herzkatheter Rufdienste machen als OA. Bescheidene Bezahlung...Psychische Belastung durch die Schlafstörungen... Kardiovaskuläres Risiko durch die Schlafstörungen... Krebsrisiko durch die Schlafstörungen und die Strahlung...
Klar, fallen die wenigsten tot um, aber es kostet einen sicher statistisch einige Lebensjahre, auch wenn hierzu die Daten fehlen...
Oder Anästhesie... Notsectio... Egal wie müde du bist und wie viel du zuvor gearbeitet hast: wenn etwas passiert, dann landest du vor Gericht...und im schlimmsten Fall in der Psychiatrie oder vorm Zug.
Exakt das Gleiche hab ich bereits vor einiger Zeit hier geschrieben. Außer einem Arzt arbeitet keiner 24 Stunden durch. Ich habe teilweise 35 Stunden durchgearbeitet. Es dankt einem keiner. Irgendwann ist man alt und verbraucht, hat Schlafstörungen und fragt sich wo die ganze Lebenszeit geblieben ist.
So ist es
Endoplasmatisches Reticulum
01.06.2021, 07:59
Nochmal: Mich stört nicht der Bonus für die Pflegekräfte. Mich stört, dass von der ****** Regierung "alle Berufsgruppen außer Ärzte" niedergeschrieben wird.
Sehe ich genau so. Das ist keine ausbleibende Wertschätzung, sondern öffentliches Verschmähen. Und das mit einer unverschämten Selbstverständlichkeit.
Dies rührt meiner Ansicht nach eher daher, dass der Großteil der heutigen jungen Ärztegeneration (Assistenzärzte und frische Fachärzte) hörige "Naivlinge" sind, die alles mit sich machen lassen, wenig hinterfragen
Ich kenne kaum Kollegen, die das gut finden. Ertragen tun sie es trotzdem fast alle. Hinterfragen alleine ändert nichts. Dazu kommt, dass unsere Standesvertretung gleichermaßen lustige Regeln unterhält, um die Probleme weiter zu zementieren. Kündigst du in der Probezeit, streicht dir die liebe Ärztekammer gnadenlos alles weg bis auf die letzte Arbeitsminute. Pouf! Flucht in ein Nischenfach? Gerne. Aber erst nach meist 1-2 Jahren Innere. Erinnert mich vom Konzept her ein wenig ans Krankenpflegepraktikum. Wenigstens das ist mit der neuen Weiterbildungsordnung aber etwas geöffnet geworden.
Wehren kann man sich nicht beliebig oft. Darunter leidet der Lebenslauf sehr schnell. Und zumindest ich bin bei Hospitationen schon ziemlich beschissen worden was Dienstbelastung, Krankenstand im Team, Fluktuation, Stimmung und so weiter angeht. Alles nicht immer so einfach.
Dogs4Life
01.06.2021, 11:36
Ich kenne kaum Kollegen, die das gut finden. Ertragen tun sie es trotzdem fast alle. Hinterfragen alleine ändert nichts. Dazu kommt, dass unsere Standesvertretung gleichermaßen lustige Regeln unterhält, um die Probleme weiter zu zementieren. Kündigst du in der Probezeit, streicht dir die liebe Ärztekammer gnadenlos alles weg bis auf die letzte Arbeitsminute. Pouf! Flucht in ein Nischenfach? Gerne. Aber erst nach meist 1-2 Jahren Innere. Erinnert mich vom Konzept her ein wenig ans Krankenpflegepraktikum. Wenigstens das ist mit der neuen Weiterbildungsordnung aber etwas geöffnet geworden.
Wehren kann man sich nicht beliebig oft. Darunter leidet der Lebenslauf sehr schnell. Und zumindest ich bin bei Hospitationen schon ziemlich beschissen worden was Dienstbelastung, Krankenstand im Team, Fluktuation, Stimmung und so weiter angeht. Alles nicht immer so einfach.
Das habe ich auch gar nicht gesagt. Natürlich gefällt das niemandem. Hinterfragen ist der erste Schritt, um sich wirklich mit dem Problem zu beschäftigen. Seien wir mal ehrlich, es gibt so viele Kollegen, die einfach das Ganze als absoluten Zustand, der nicht änderbar ist, hinnehmen und dann abseits des Gedankens "Das ist Mist und man wird ziemlich ausgenutzt" nicht weiterdenken. In meinem Freundeskreis weiß bestimmt noch nicht mal 20%, was wirklich in deren Tarifvertrag steht.
Die Standesvertretung geht natürlich so weit, wie es der eigentliche Stand toleriert. Wenn sich der Stand nicht zusammen dagegen wehrt, wird auch nichts passieren. Und dies muss im Kollektiv passieren. Und da ist das nächste Problem. Die Leute, die sich wehren wollen, stehen häufig alleine da, weil es genug Leute gibt, die nach der Pfeife des Chefs tanzen und einen dadurch schlecht aussehen lassen.
Sehe ich genau so. Das ist keine ausbleibende Wertschätzung, sondern öffentliches Verschmähen. Und das mit einer unverschämten Selbstverständlichkeit.
Ich kenne kaum Kollegen, die das gut finden. Ertragen tun sie es trotzdem fast alle. Hinterfragen alleine ändert nichts. Dazu kommt, dass unsere Standesvertretung gleichermaßen lustige Regeln unterhält, um die Probleme weiter zu zementieren. Kündigst du in der Probezeit, streicht dir die liebe Ärztekammer gnadenlos alles weg bis auf die letzte Arbeitsminute. Pouf! Flucht in ein Nischenfach? Gerne. Aber erst nach meist 1-2 Jahren Innere. Erinnert mich vom Konzept her ein wenig ans Krankenpflegepraktikum. Wenigstens das ist mit der neuen Weiterbildungsordnung aber etwas geöffnet geworden.
Wehren kann man sich nicht beliebig oft. Darunter leidet der Lebenslauf sehr schnell. Und zumindest ich bin bei Hospitationen schon ziemlich beschissen worden was Dienstbelastung, Krankenstand im Team, Fluktuation, Stimmung und so weiter angeht. Alles nicht immer so einfach.
Das liegt vor allem daran, wie die Weiterbildung organisiert ist. Das ist das Hauptproblem. Man muss sie sich selbst zusammensuchen (!). Ein WB-Berechtigter kann in einer Klinik theoretisch soviele Bewerber annehmen wie er möchte (!). Es erfolgen keine Qualitäts/Erfolgskontrollen weder des Weiterbilders noch des Arztes während der Weiterbildung....Ein Außenstehender würde diese Art von "Weiterbildung" als wenig professionell ansehen, um es höflich zu sagen.
Inzwischen muss man immerhin minimal 3 Monate bleiben. Zu viel Wechsel im Lebenslauf (z.B. andauernd alle 3-6 Monate geht auch nicht auf die Dauer). Deshalb ist der Rat: Ach Wechsel einfach, wenn du nicht zufrieden bist, nur die halbe Wahrheit.
Wahrscheinlich sagt kein Weiterbilder die Wahrheit bzgl. Dienstbelastung, Krankenstand im Team, Fluktuation, Stimmung usw.
cartablanca
01.06.2021, 18:27
Bringt es denn was wenn man sich bei der Ärztekammer über einen Weiterbilder beschwert? Habe das Gefühl die stehen über allem und dürfen sich alles rausnehmen. Eigentlich sollten die sanktioniert werden.
Bringt es denn was wenn man sich bei der Ärztekammer über einen Weiterbilder beschwert? Habe das Gefühl die stehen über allem und dürfen sich alles rausnehmen. Eigentlich sollten die sanktioniert werden.
Darüber wird sich der Weiterbilder wenig freuen und die Weiterbildung wird dementsprechend im irgendeiner Form leiden oder sich verzögern. Wenn man bereits woanders ist und Unterlagen fehlen, die der Weiterbilder ausstellen muss und wenn da ein Weiterbilder trotz Mahnung nicht reagiert, sollte man für Ärztekammer frühzeitig involvieren. Ihre Rechtsabteilung schreibt dann möglicherweise einen Brief von wegen Entzug der Ermächtigung usw. ...und dann geht's plötzlich ganz schnell mit den fehlenden Unterlagen. Kommt immer wieder vor.
Insgesamt sollte man sich an die Ärztekammer immer wieder wenden, bei Fragen, Anmerkungen oder Problemen bei der Weiterbildung. Dafür gibt es dort extra Personal. Denn verantwortlich in letzter Instanz ist für die Weiterbildung die Ärztekammer, wenn sie die Prüfungen durchführt, die Titel und Ermächtigungen verleiht
HoldenHQ
01.06.2021, 21:51
Was haben denn die Mängel der Weiterbildung mit dem Coronabonus zu tun?
Was haben denn die Mängel der Weiterbildung mit dem Coronabonus zu tun?
Wird beides so akzeptiert...wie geliefert
HoldenHQ
01.06.2021, 21:58
Dann müsst ihr euch für den Bonus an den Gesetzgeber wenden und frühzeitig mit anderen AÄ sprechen, wie die Weiterbildung an der konkreten Klinik aussieht. Schlechte Kliniken sprechen sich rum
Das die Ärzte sauer sind, kann ich gut nachvollziehen
Dann müsst ihr euch für den Bonus an den Gesetzgeber wenden und frühzeitig mit anderen AÄ sprechen, wie die Weiterbildung an der konkreten Klinik aussieht. Schlechte Kliniken sprechen sich rum
Das die Ärzte sauer sind, kann ich gut nachvollziehen
Meine Meinung werde ich den Herrschern mit meinem Kreuz im September und in 3-4 Jahren mit meiner dauerhaften Auswanderung nach höchstwahrscheinlich Neuseeland kundtun. Die nehmen meine Arbeitskraft und meine Steuern gerne.
HoldenHQ
01.06.2021, 22:54
Meine Meinung werde ich den Herrschern mit meinem Kreuz im September und in 3-4 Jahren mit meiner dauerhaften Auswanderung nach höchstwahrscheinlich Neuseeland kundtun. Die nehmen meine Arbeitskraft und meine Steuern gerne.
Kann ich gut verstehen. Neuseeland muss echt toll sein. Frage mich nur, welche Ärzte nach Rumänien, Bulgarien und einige arabische Länder (außer den Emiraten) auswandern, weil deren Ärzte nach Deutschland ausgewandert sind
cartablanca
01.06.2021, 23:19
Meine Meinung werde ich den Herrschern mit meinem Kreuz im September und in 3-4 Jahren mit meiner dauerhaften Auswanderung nach höchstwahrscheinlich Neuseeland kundtun. Die nehmen meine Arbeitskraft und meine Steuern gerne.
Ist das als Facharzt so einfach möglich nach Neuseeland auszuwandern?
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