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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ausländische Ärzte - erleben diese Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus?



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cartablanca
27.06.2021, 07:41
Ich habe auch schon eine deutsche OÄ kennen gelernt, die das falsche Bein operiert hat. Fachliches wird bei Ausländern kritischer beäugt. Mir ging es aber eher um den zwischenmenschlichen Bereich. Da werden schlicht und ergreifend auch häufig Sachen erfunden. Ich hatte einen Kollegen, dem an Ende gekündigt wurde. Jeden Tag gab es Beschwerden über ihn. Einmal saßen wir bei der Übergabe zusammen. Die deutsche NA Schwester kam rein und behauptete der Kollege habe einen Patienten in der NA gar nicht untersucht der dort schon seit einiger Zeit läge. 5 Minuten vorher hatte er diesen aber mit allen Details übergeben und war dann gegangen. So etwas ist mit der Zeit zermürbend und man macht aufgrund der Schikane mehr Fehler.
Dann kommt noch die soziale Isolation. Ich kenne so viele Ausländer, die hier vereinsamen, wenn sie sich nicht Freunde aus ihrer Kultur suchen.

https://m.focus.de/politik/ausland/beschimpft-ausgegrenzt-unwillkommen-so-sehr-leiden-deutsche-unter-dem-taeglichen-rassismus-der-schweizer_id_4663815.html

Hier ein kleiner Artikel, der exakt das beschreibt - nur mit anderem Vorzeichen.

Rahmspinat
27.06.2021, 07:56
Moment: Das kritische Beäugen liegt aber primär daran, dass man im Ausland studiert hat. Bei deutschen Absolventen kann man i.d.R eine Baseline an Können erwarten, das fällt bei ausländischen Studienabschlüssen einem natürlich schwerer.
Wenn deine Anekdote stimmt, dann wird dein Kollege mit seinem Abgang sowieso keinen Fehler gemacht haben. Hier liegt aber dann das Problem eher an dem Haus bzw. seinem Personal und das darf man seinen Oberen gegenüber auch einmal ansprechen.
Das mit der sozialen Isolation mag vielleicht für die Schweiz stimmen oder für das provinzielle Hintertupfingen, aus (anekdotischer) Erfahrung hatten unsere ausländischen Kollegen allerdings nie Probleme, auch privat Anschluss zu finden.
Ist halt wie sonst im Leben auch: Wer offen auf andere zugeht und sprachlich fit ist (ist ja im Grunde sowieso Voraussetzung), der wird auch hier seinen Anschluss finden.

cartablanca
27.06.2021, 08:16
Also ich hör immer das Gleiche von ausländischen Assistenten - egal ob Osteuropäer, Orientalen, Italiener, Andere... es ist echt unheimlich schwierig hierzulande privat Anschluss zu finden.
Nein, das liegt nicht daran, dass man im Ausland studiert oder sprachliche Defizite hat. Der Kollege aus dem Beispiel konnte ganz gut Deutsch sprechen. Wie soll man das überhaupt erkennen wo jemand studiert hat ohne die Person zu fragen? Der ist dann nach der Kündigung auch depressiv geworden und hat Antidepressiva genommen.

davo
27.06.2021, 08:45
Ich halte das für stark übertrieben.

Hat man im Studium mehr als eindeutig gesehen: Diejenigen, die gut deutsch sprachen, auch tatsächlich Kontakte suchten, hatten innerhalb kürzester Zeit viele einheimische Freunde. Egal ob sie aus Ägypten oder aus Russland kamen. Und diejenigen, die kaum deutsch sprachen, die zu jeder Einladung nein sagten, die zu keiner Party gingen, die ihre gesamte Freizeit von Anfang an nur mit gleichsprachigen Ausländern verbrachten, usw., fanden keine einheimischen Freunde.

Dasselbe Muster setzt sich jetzt im Arbeitsleben fort.

Natürlich ist es, wenn man berufstätig ist, deutlich schwerer, Kontakte zu knüpfen, als im Studium. Aber dieses Problem haben Deutsche genau wie Ausländer.

Und dass die Schweizer nicht sehr interessiert daran sind, einen großen Teil ihrer FA-Weiterbildungsstellen an Deutsche zu vergeben, die dann ein paar Jahre später wieder weg sind, ist auch irgendwie klar. Das hat aber überhaupt nichts mit "Fremdenfeindlichkeit" oder gar "Rassismus" zu tun, sondern ist einfach durch und durch berechtigtes Eigeninteresse. Man muss die Zukunft der ärztlichen Versorgung sicherstellen - mit Deutschen, die ständig nur auf den Absprung schielen, wird das schwer. Es gibt in der Schweiz ja sogar immer wieder Deutsche, die einen Chefarzt- oder LOA-Posten bekommen, aber dann am ersten Arbeitstag einfach nicht erscheinen - weil sie in der Zwischenzeit in Deutschland eine interessantere Stelle gefunden haben. Tja, wie werden die Schweizer da wohl reagieren?

Bonnerin
27.06.2021, 08:50
Die deutsche NA Schwester kam rein und behauptete der Kollege habe einen Patienten in der NA gar nicht untersucht der dort schon seit einiger Zeit läge. 5 Minuten vorher hatte er diesen aber mit allen Details übergeben und war dann gegangen.

Sehr unschöne Gesantsitution und ich denke, da zu kündigen war korrekt.
Aber, weißt du, welchen Leuten sowas auch oft genug passiert? Frauen jeder Herkunft.

Als Mann kann man sich das auch nicht vorstellen, wie oft vor allem die älteren Mitbürger (hier bewusst auch nur die männliche Form) einen nicht Ernst nehmen, während Anamnese oder Aufklärung fragen, wann denn "jetzt eigentlich der Arzt kommt" oder alles unterschrieben haben und sich dann beim Rausgehen beim Empfangs-/Sekretariatspersonal beschweren, dass sie ja belogen wurden und kein Arzt da war.

Wenn die besagte Krankenpflegerin in deinem Beispiel exakt wusste, dass der ärztlich Kollege den Patienten untersucht hat, dann würde ich da schon in Richtung Schikane gehen. Wenn sie das aber nur vom Patienten gehört und nicht kontrolliert hat...das kommt leider sehr oft vor.

davo
27.06.2021, 08:55
Dass man sich klar und deutlich mit Name und Funktion vorstellen sollte, und zwar in einer Lautstärke und einem Sprechtempo, das auch für ältere Menschen verständlich ist, wird zwar heute an jeder Uni unterrichtet, wird aber oft nicht gemacht.

Pflegepersonal sagt oft seltsame Sachen. Das passiert auch männlichen Ärzten. Wahrscheinlich hat sie es in dem Moment einfach vergessen.

Und auch bei männlichen Ärzten vergessen ältere Patienten mal was. Das hat aber nicht unbedingt was mit Mann vs. Frau zu tun, genauso wenig wie es unbedingt was mit Inländer vs. Ausländer zu tun hat. Sondern eher mit Abbau der Kognition.

Wenn man hinter jedem Fehler, hinter jedem Missverständnis gleich eine Attacke auf die eigene Identität vermutet, stell ich mir das Leben eher anstrengend vor.

Bonnerin
27.06.2021, 09:02
Dass man sich klar und deutlich mit Name und Funktion vorstellen sollte, und zwar in einer Lautstärke und einem Sprechtempo, das auch für ältere Menschen verständlich ist, wird zwar heute an jeder Uni unterrichtet, wird aber oft nicht gemacht.


Daran scheitert es nicht, denn ich hab oft genug erlebt, dass die Begleitung (Lebensgefährtin etc.), die im gleichen Alter war, den entsprechenden Patienten direkt zurechtgewiesen hat mit "aber die Dame ist die Narkoseärztin" noch bevor ich was sagen konnte.

Passiert auch nicht immer. Aber durchaus oft genug, dass es einen auch mal ärgert.

Viele ältere Patienten haben halt so ein Schwarzwaldklinik-Bild und da passen leider weder Frauen noch nicht-mitteleuropäisch-aussehende Männer gut rein.

Feuerblick
27.06.2021, 09:08
@davo: Als Frau kannst du einen weißen Kittel tragen UND dich klar und deutlich mit deiner Funktion vorstellen. Dennoch wird der nächste männliche Kollege (egal, ob Pflege oder OA/Chefarzt) gefragt, warum denn noch gar kein ARZT da war. :-nix

davo
27.06.2021, 09:20
Kann man halt nicht ändern. Irgendwann werden wir alt sein und nicht mehr mit der Welt von morgen zurechtkommen. Wird die, die dann Ärzte sind, hoffentlich auch nicht groß irritieren.

Feuerblick
27.06.2021, 09:43
Ich habs dann gerne mal augenzwinkernd ins Lächerliche gezogen. „Nein, dafür hat sie jeden Tag eine ÄRZTIN untersucht.“ Was soll ich mich darüber aufregen? :-nix

Cingulum123
27.06.2021, 09:56
Das Problem ist die Sprache. Wenn ein mir fremder Kollege bei der Übergabe komisch rumstammelt und die richtigen Begriffe nicht findet, dann bin ich auf der Hut. Da erwarte ich, bis ich eines Besseren belehrt werde, eine bestenfalls lückenhafte Anamnese bis hin zu gegenseitigem vollständigen Unverständnis zwischen (älterem) Patienten und (selbst für mich schwer zu verstehenden) Kollegen. Wie sollte das auch anders sein, wenn der mir gegenüber nicht mal nen graden Satz spricht. Da kann ich auch nicht einschätzen, wie das Wissen dahinter ist. Natürlich gibt es auch muttersprachliche Blender, die mit jedes Körperteil nur auf lateinisch benennen, aber trotzdem nichts geschafft kriegen.

Jemand der sprachlich so schlecht ist, dass man sich nicht sicher ist ob derjenige einen komplett verstanden hat und der sein fachliches Wissen aus Wortmangel gar nicht präsentieren kann, muss sich erstmal doppelt beweisen. Das könnte bei dir, Monika, ein großer Punkt sein. Es muss kein akzentfreies Deutsch sein, aber so, dass ein flüssiger, verständlicher Redefluss vorhanden ist.

Und nur aus persönlicher Erfahrung: wenn jemand aus meiner Familie ins winzige Kreiskrankenhaus in der Pampa eingeliefert wird, bete ich jedesmal, dass diesmal einer von den zwei deutschen Ärzten da ist. Die anderen versteht man GAR NICHT! Laut meiner Mutter übersetzt da teilweise die Krankenschwester die Fragen und das macht meiner Mutter Angst. Sie will nicht von diesen Ärzten behandelt werden, weil sie glaubt, dass sie schlechter behandelt wird. Ist das Rassismus/Fremdenfeindlichkeit oder ist das verständlich, wenn der Patient Angst hat, dass seine Beschwerden und Vorerkrankungen gar nicht erfasst werden können. Sollte meine Mutter diese Ärzte wiederum verstehen, hätte sie sicherlich kein Problem mehr. Aber sobald die Deutsch können, verschwinden die anscheinend auch wieder. Eine Wahl hat man in der Gegend nicht wirklich.

cartablanca
27.06.2021, 09:59
.Pflegepersonal sagt oft seltsame Sachen. Das passiert auch männlichen Ärzten. Wahrscheinlich hat sie es in dem Moment einfach vergessen.

Es war die gleiche NA Schwester die Listen über vermeintliches "Zuspätkommen" der ausländischen Assistenten führte. Ich würde eher sagen sie nutzt jede Gelegenheit um sichvzu beschweren?!

Thomas24
27.06.2021, 11:11
Das Problem ist die Sprache. Wenn ein mir fremder Kollege bei der Übergabe komisch rumstammelt und die richtigen Begriffe nicht findet, dann bin ich auf der Hut. Da erwarte ich, bis ich eines Besseren belehrt werde, eine bestenfalls lückenhafte Anamnese bis hin zu gegenseitigem vollständigen Unverständnis zwischen (älterem) Patienten und (selbst für mich schwer zu verstehenden) Kollegen. Wie sollte das auch anders sein, wenn der mir gegenüber nicht mal nen graden Satz spricht. Da kann ich auch nicht einschätzen, wie das Wissen dahinter ist. Natürlich gibt es auch muttersprachliche Blender, die mit jedes Körperteil nur auf lateinisch benennen, aber trotzdem nichts geschafft kriegen.

Naja, das Problem der fachlichen Qualität in der Pampa ist ja seit längerem bekannt. Und wenn man bei der Sorge um die fachlich korrekte Durchführung einer Anamnese und Diagnose besorgt ist (u.a. weil man eben die Qualität des ausländischen Studienabschlusses nicht einzuschätzen vermag)- tja, dann müsste man theoretisch auch gegenüber den Fähigkeiten ethnisch Deutscher, die aber "Bildungsausländer" (vulgo: NC Flüchtlinge) sind, also an less -than- reputable osteuropäischen Universitäten (oder online? *g*) ihren Abschluss gegen großzügige Zahlungen erlangt haben, ja auch Vorbehalte haben. Nur dass dann eben die Sprachbarriere wegfällt.


Und nur aus persönlicher Erfahrung: wenn jemand aus meiner Familie ins winzige Kreiskrankenhaus in der Pampa eingeliefert wird, bete ich jedesmal, dass diesmal einer von den zwei deutschen Ärzten da ist. Die anderen versteht man GAR NICHT! Laut meiner Mutter übersetzt da teilweise die Krankenschwester die Fragen und das macht meiner Mutter Angst. Sie will nicht von diesen Ärzten behandelt werden, weil sie glaubt, dass sie schlechter behandelt wird. Ist das Rassismus/Fremdenfeindlichkeit oder ist das verständlich, wenn der Patient Angst hat, dass seine Beschwerden und Vorerkrankungen gar nicht erfasst werden können. Sollte meine Mutter diese Ärzte wiederum verstehen, hätte sie sicherlich kein Problem mehr. Aber sobald die Deutsch können, verschwinden die anscheinend auch wieder. Eine Wahl hat man in der Gegend nicht wirklich.

Kann ich als betroffener Angehöriger ebenfalls bestätigen. Es ist schwierig in den kleinen Häusern - und mein subjektiver Eindruck ist, dass es auch zunehmend in den Großstädten mit der Qualität des Personals auf ärztlicher und nicht- ärztlicher Ebene schwieriger wird.

Aber der Threadersteller bezog sich in seinen Aussagen ja ausdrücklich auch auf eine latente "Fremdenfeindlichkeit"- vor allem außerhalb des beruflichen Kontextes-


Ja manche Patienten sind dumm genug sowas offen zu sagen. Kein intelligenter Mensch würde jedoch bei der Arbeit offen ausländerfeindlich sprechen. Daher ist es kein Kriterium. Auch wenn jemand fragt "Kann ich Ihnen helfen" ist das per se nicht ausländerfeindlich. Gemeint ist aber "was wollen Sie hier? Wollen Sie mich beklauen?". Und deshalb wird man des Ladens verwiesen wenn man Hilfe ablehnt. Oder man droht die Polizei zu rufen, wenn man einen Ausländer auf der Strasse sieht. Nachbarn feinden dich grundlos an etc..

...und da kann ich Davo nur zustimmen, ob das nicht primär an der eigenen Wahrnehmung liegen könnte.

cartablanca
27.06.2021, 11:26
Also es ist schon auffällig, dass hier im Thread die ausländischen Kollegen und der deutsche Kollege aus der Schweiz zustimmen und diejenigen, die mit sowas keine Erfahrung haben, abwiegeln.
Der Weiße aus dem Video, der den Schwarzen aus Nachbarschaft verjagen wollte, hat sich ja auch nicht offen rassistisch geäußert. Also ist es ja offensichtlich kein rassistischer Vorfall oder? Liegt vermutlich nur an der Wahrnehmung?!

Thomas24
27.06.2021, 11:27
Ich hätte den Thread ja "Fremdenfeindlichkeit oder eher Mikroaggressions- Mimimi?" genannt, aber gut :-wow.
*Duckundweg*

Thomas24
27.06.2021, 11:33
Tja, muss wohl dieses "white privilege" sein, von dem in woken Kreisen immer die Rede ist.

Spoiler: habe selbst einen deutlich sichtbaren Migrationshintergrund, wie große Teile meines Freundeskreises. Weit verbreiteten systemischen Rassismus können weder meine Freunde, noch ich persönlich bestätigen. Was ich sehr wohl kenne, ist eine gewisse Wehleidigkeit/Hypersensibilität/ Neigung zum eingeschnappt sein in einigen migrantischen Communities. Und nein, nicht jede "wo kommen Sie her?" Frage ist eine latente Abwertung.

Cingulum123
27.06.2021, 12:05
Naja, das Problem der fachlichen Qualität in der Pampa ist ja seit längerem bekannt. Und wenn man bei der Sorge um die fachlich korrekte Durchführung einer Anamnese und Diagnose besorgt ist (u.a. weil man eben die Qualität des ausländischen Studienabschlusses nicht einzuschätzen vermag)- tja, dann müsste man theoretisch auch gegenüber den Fähigkeiten ethnisch Deutscher, die aber "Bildungsausländer" (vulgo: NC Flüchtlinge) sind, also an less -than- reputable osteuropäischen Universitäten (oder online? *g*) ihren Abschluss gegen großzügige Zahlungen erlangt haben, ja auch Vorbehalte haben. Nur dass dann eben die Sprachbarriere

Ich selber bin im städtischen Ballungsraum, nicht in der Pampa tätig. Hier sind schlecht deutsch sprechende Kollegen eingestreut zwischen viele gut sprechende oder Muttersprachlern.

Manchmal hat man eben mit so jemandem Dienst und dann bin ich halt in der Situation, dass ich der ganzen Geschichte die mir übergeben wird misstrauischer gegenüberstehe als wenn das Deutsch flüssiger wäre. Wenn man den neueren Kollegen oder Anfänger nicht kennt, kann man sich ja oft anhand der Schilderung einen Eindruck machen, wie sinnvoll Diagnostik angemeldet wurde, ob die Überlegungen logisch sind, usw. Wenn das aber nur ein gesammeltes Deutsch ist, habe ich (wenn ich die Arbeit vom Kollegen nicht kenne) wenig Vertrauen. Simples Beispiel die schnöde Kopfplatzwunde nach Sturz. Bei einem Kollegen stand immer nur „Patient stolpern“, egal ob Stolpersturz, Synkope, längere bewusstlosigkeit, Radunfall. Was weiß ich, ob der dachte das heißt stürzen und ob er tatsächlich richtige Anamnese gemacht hat, oder ob der der Einfachheit halber einfach immer stolpern gesagt hat, weils unkompliziert ist. Das ist ja unabhängig vom Studienabschluss im Ausland, ob der Kollege in der Lage ist Anamnese korrekt durchzuführen und weiß, was er fragen muss. Weiß der eigentlich, was er wissen und untersuchen muss und kann es nicht, weil ihm die Wörter fehlen, hat er sich ein umfassendes Bild gemacht und kann jetzt einfach nur nicht davon berichten? oder ist er ne unzuverlässige Tröte.

Fr.Pelz
27.06.2021, 12:06
Ich habe schon ziemlich viel Rassismus unter Kollegen erlebt, Brandenburg war nach der Flüchtlingskrise dahingehend unerträglich. Da wurde dann zb geäußert "Der M...(syrischer Kollege) das ist ja ein gut integrierter Kollege, aber die Syrer da draußen, die vergewaltigen unsere Frauen".
Die kognitive Leistung, zu übertragen, dass wenn M. sich gut integriert, dass der ein oder andere von "denen draußen" das vielleicht auch könnte, war selten möglich.
Natürlich habe ich auch schon Kollegen erlebt, deren sprachliche Probleme wirklich an den Kenntnissen haben zweifeln lassen, und natürlich muss man das auch kritisieren- das Wichtige ist ja immer nur, dass man nicht verallgemeinernd auftritt.

jijichu
27.06.2021, 12:07
Warum muss man denn die Erfahrungen, die andere gemacht haben, ins lächerliche ziehen, nur weil man diese (auch als Migrant/mit Migrationshintergrund) nicht gemacht hat? Schön für Dich, dass es Dir und Deinem Umfeld nicht so ging.

Ich bin durchaus dafür, selbstkritisch zu reflektieren ob alles, was einem als Ausländer/Migrant/Deutschen mit Migrationshintergrund begegnet fremdenfeindlich, diskriminierend oder sogar rassistisch ist, aber es ist doch klar, wenn ich im Leben mehr Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung oder Rassismus erlebt habe, gewisse Begegnungen eine entsprechende Färbung haben, auch wenn sie in den Fällen es nicht waren.

Jeder von uns ist anders aufgewachsen und hat eigene Erfahrungen gemacht, ich würde mir auch in diesen Diskussionen einen respektvollen Umgang wünschen und nicht von sich auf andere schließen.

cartablanca
27.06.2021, 12:17
Tja, muss wohl dieses "white privilege" sein, von dem in woken Kreisen immer die Rede ist.

Spoiler: habe selbst einen deutlich sichtbaren Migrationshintergrund, wie große Teile meines Freundeskreises. Weit verbreiteten systemischen Rassismus können weder meine Freunde, noch ich persönlich bestätigen. Was ich sehr wohl kenne, ist eine gewisse Wehleidigkeit/Hypersensibilität/ Neigung zum eingeschnappt sein in einigen migrantischen Communities.

Meinst du etwa die wehleidigen Communities ohne die das deutsche Gesundheitswesen zusammen brechen würde? Der Begriff "woke" wird häufig in bestimmten Communities verwendet.