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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ausländische Ärzte - erleben diese Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus?



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GelbeKlamotten
27.06.2021, 12:44
Ich habe schon ziemlich viel Rassismus unter Kollegen erlebt, Brandenburg war nach der Flüchtlingskrise dahingehend unerträglich. Da wurde dann zb geäußert "Der M...(syrischer Kollege) das ist ja ein gut integrierter Kollege, aber die Syrer da draußen, die vergewaltigen unsere Frauen".
Die kognitive Leistung, zu übertragen, dass wenn M. sich gut integriert, dass der ein oder andere von "denen draußen" das vielleicht auch könnte, war selten möglich.
Natürlich habe ich auch schon Kollegen erlebt, deren sprachliche Probleme wirklich an den Kenntnissen haben zweifeln lassen, und natürlich muss man das auch kritisieren- das Wichtige ist ja immer nur, dass man nicht verallgemeinernd auftritt.

Ja, wenn das so gesagt wurde, ist es eine falsche Verallgemeinerung. Aber es ist ja eben dann keine rassistische Anfeindung des betreffenden Kollegen, dem wird ja in dem Fall zu Recht zugesprochen, dass es bei ihm nicht so ist. Und ich frage mich auch, ob das wirklich so gesagt wurde oder vielleicht auch nur bei dir so angekommen ist. Vielleicht wurden auch einfach Fakten wiedergegeben, die du als rassistisch ansiehst?

Dass von diesen Personengruppen statistisch insgesamt ein deutlich erhöhtes Risiko für solche Straftaten ausgeht, ist nichts zu bestreiten. Der Anteil an Tätern ohne europäische Staatsbürgerschaft bei sexuellen Übergriffen ist unbestritten hoch, an Bahnhöfen liegt er bei etwa 50%. Asylbewerber begehen insgesamt fast 10x so oft solche Straftaten wie die Allgemeinbevölkerung.


Schließlich stellten Flüchtlinge „bei etwa 2 % Bevölkerungsanteil 15 bis 16 % der Tatverdächtigen bei Körperverletzungsdelikten oder Vergewaltigung“. Dies seien vor allem abgelehnte Asylbewerber.

https://www.bild.de/news/inland/news-inland/sexual-delikte-in-bahnhoefen-jeder-2-taeter-ist-auslaender-76741124.bild.html


Wenn ich regelmäßig abends Bahn fahre, ist das für mich als junge Frau sicherlich ein relevanteres Risiko als Covid 19. Letzteres wird aber ununterbrochen mit Verallgemeinerungen jeglicher Art durch die Presse getrieben.

Insbesondere ist das ein großes Problem bei Personen, die eine Ablehnung ihres Asylgesuchs zu befürchten haben oder bereits erhalten haben. Die haben sozusagen einen Freifahrtschein, weil nichts zu verlieren. Deutsches Gefängnis schreckt da nicht ab. Das ist kein Rassismus und hat mit der Rasse auch überhaupt nichts zu tun. Stecke 1000 deutsche Männer mit niedrigem Bildungsstand in eine Situation, in der sie ohne für sie negative Konsequenzen vergewaltigen können - der Anteil derer die es tun wird ebenfalls deutlich erhöht sein.

Ein strukturelles Problem unserer Flüchtlingspolitik. Das spielt auch Rassisten in die Hände. Aber nicht jeder, der solche Probleme anspricht ist ein Rassist.

Jadoube
27.06.2021, 13:08
Aus meiner zugegeben noch geringen klinischen Erfahrung denke ich schon, dass meinen ausländischen Kolleg*innen durchaus rassistisch, wenn auch nicht unbedingt offen fremdenfeindlich (falls das "feindlich" so scharf gemeint ist, wie es klingt) begegnet wird.
Da werden dann Anordnungen nicht umgesetzt und Fragen nicht beantwortet "weil die ja auch ganz schlecht Deutsch spricht", obwohl es objektiv klar verständlich war. Es wird sich von manchen nichtmal eine gewisse Grundmenge an Mühe gegeben, einen Namen zu merken oder gar korrekt auszusprechen. Es werden erstmal nicht zuständige, deutsche Kolleg*innen angerufen, obwohl die Verteilung klar erkenntlich ist...
Ich würde das schon Rassismus nennen, weil es durchaus regelmäßig vorkommt. Mir ist natürlich klar, dass das nicht das Gleiche ist, wie Asylunterkünfte anzünden, Farbige bei Verdacht und geringe Delikte zu erschiessen oder von Umvolkung zu sprechen. Es ist aber, meiner Ansicht nach, schon nochmal eine andere Nummer als das, was man als hellhäutiger Deutscher in der Schweiz oder vielleicht schon als Norddeutscher in Bayern erleben würde.
Ich beziehe mich da nur aufs Klinikpersonal, da sind die verbalen Übergriffigkeiten und Anzüglichkeiten, die sich insbesondere dunkelhäutige Kolleginnen von Patienten anhören müssen, nicht mitgezählt.

Es heißt ja nicht, dass das jedem so gehen muss, wahrscheinlich hängt das viel von Teamdynamiken ab. Aber wenn Kolleg*innen wie cartablanca aus erster Hand berichten, dass ihnen sowas wiederfährt, oder man das selbst, wie ich, aus zweiter Hand mitkrieft, kann man die Thread-Frage meiner Meinung nach nur mit Ja beantworten.

Die Frage, die sich daraus ergibt, ist ja, was man dagegen machen kann. Da hat es sich, zumindest in den Fällen, die ich im Team mitbekommen habe, bewährt, wenn zumindest das ärztliche Kollegium geschlossen auftritt und sich klar auf Seiten der betroffenen Kolleg*innen stellt.

Integration muss ja von beiden Seiten aus aufeinander zugehen. Ich denke nicht, dass die Kolleg*innen sich angegriffen fühlen, wenn man nachfragt, wie eine Anamnese zu verstehen ist, um sich zu vergewissern, dass der Patient tatsächlich gestolpert ist.Zumindest die, die ich bislang kennengelernt habe, waren überwiegend sehr darauf bedacht, auch sprachlich Fortschritte zu machen und haben zum Teil auch aktiv Feedback eingefordert.

Thomas24
27.06.2021, 13:14
Ich bin durchaus dafür, selbstkritisch zu reflektieren ob alles, was einem als Ausländer/Migrant/Deutschen mit Migrationshintergrund begegnet fremdenfeindlich, diskriminierend oder sogar rassistisch ist, aber es ist doch klar, wenn ich im Leben mehr Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung oder Rassismus erlebt habe, gewisse Begegnungen eine entsprechende Färbung haben, auch wenn sie in den Fällen es nicht waren.

Hallo Jijichu, dann sind wir uns im Grunde doch einig.
Im übrigen ist das der springende Punkt. Meiner Meinung nach haben gewisse User eine Neigung direkt eine rassistische Konnotierung in sozialen Interaktionen zu unterstellen, die so vielleicht gar nicht da war. Das wäre ja in erster Linie das persönliche Problem des Betroffenen, jedoch durchleben wir gerade sehr polarisierende Zeiten.

Problematisch wird das demonstrierte Verhaltensmuster spätestens dann, wenn eine kritische Masse dazu übergeht, sich in erster Linie als zu einer Gruppe zugehörig zu definieren (gepunktet, getüpfelt, gestreift...), anstatt sich in erster Linie als Individuum mit eigener Handlungsautonomie und infolgedessen eigener Verantwortlichkeit für das eigene Handeln und die Ergebnisse zu begreifen- sondern schlichten "Täter/Opfer" oder "Unterdrücker/Unterdrückte" Narrativen glauben schenkt.

In den US, die uns in dieser Entwicklung auch einige Jahre voraus sind, führt das mittlerweile zu skurrilen Ergebnissen. Neben der Etablierung von ideologischen Fake "Studies" wie den "Critical Whiteness Studies", oder noch schlimmer "Critical Race Theory" (aka Beschäftigungsprogramm für anderweitig nicht anders beschäftigbare Akademiker), die uns sicherlich auch noch auf Steuerzahlerkosten aber ohne gesellschaftlichen Nutzen, in den Geisteswissenschaftlichen Fakultäten des Landes blühen wird.

Es wird zu antirassistischen Demos und Workshops aufgerufen, die für "People of colour" natürlich kostenfrei sind, aber von interessierten "white" People wird durch die Veranstalter ein Unkostenbeitrag von einigen hundert Dollar- als "Ausgleichszahlung" für erlittenes historisches Unrecht verlangt. Vermeintliche Statuen von "Sklavenhalter und Unterdrückern" werden von Sockeln gestoßen (Bristol usw. -und als Kollateralschaden gerne auch Statuen von Abolitionisten direkt mitgestürzt).

Die Biden Administration legt ein Farmer Schuldenerlass vor, dass nur "non white Farmer" in Anspruch nehmen dürfen https://www.theepochtimes.com/another-judge-blocks-bidens-debt-relief-program-for-non-white-farmers_3873144.html?utm_source=partner&utm_campaign=ZeroHedge

Medienanstalten werden aufgerufen, die "Race" von Straftätern nicht mehr zu bennennen, um "systemich racism" keinen weiteren Vorschub zu leisten, vulgo: die Bennenung von Tatsachen ist also bereits systematischer Rassismus. (Poynter ist eine Firma, die normalerweise journalistische Fakten checken soll). https://www.poynter.org/ethics-trust/2021/its-time-for-journalism-to-break-the-cycle-of-crime-reporting/

Sogar Mathematik wird mittlerweile dem Rassismusverdacht ausgesetzt, weil es einem "weiß geprägtem Verständnis" der Natur zugrunde legen soll. WTF. https://www.seattletimes.com/education-lab/new-course-outlines-prompt-conversations-about-identity-race-in-seattle-classrooms-even-in-math/

Wir sollten da meines Erachtens als freiheitliche Gesellschaft sehr wachsam sein, nicht zu schnell die Rassismus Karte auszuspielen, wenn wir derartige gesellschaftliche Fehlentwicklungen nicht auch bei uns sehen wollen.



Jeder von uns ist anders aufgewachsen und hat eigene Erfahrungen gemacht, ich würde mir auch in diesen Diskussionen einen respektvollen Umgang wünschen und nicht von sich auf andere schließen.

Ich werde versuchen, meinen Ton zu mäßigen. Aber wenn ich den Eindruck habe, dass jemand anstelle eines tatsächlichen Problems einfach den Sollwert seines persönlichen Mimimi- Snowflake- o-meter verstellt hat, dann sag ich das eben manchmal laut.

Thomas24
27.06.2021, 13:29
Es heißt ja nicht, dass das jedem so gehen muss, wahrscheinlich hängt das viel von Teamdynamiken ab. Aber wenn Kolleg*innen wie cartablanca aus erster Hand berichten, dass ihnen sowas wiederfährt, oder man das selbst, wie ich, aus zweiter Hand mitkrieft, kann man die Thread-Frage meiner Meinung nach nur mit Ja beantworten.

In den Kliniken, in denen ich gearbeitet habe, habe ich so ein Verhalten weder persönlich erleben, noch beobachten können. Möchte aber nicht ausschließen, dass es das gibt. Ich würde vielleicht noch einwerfen, dass ich vermuten würde, dass ein solches Verhalten häufiger in Teams und Fächern anzutreffen sein könnte, in denen der Umgangston eh als etwas rauher gilt.


Die Frage, die sich daraus ergibt, ist ja, was man dagegen machen kann. Da hat es sich, zumindest in den Fällen, die ich im Team mitbekommen habe, bewährt, wenn zumindest das ärztliche Kollegium geschlossen auftritt und sich klar auf Seiten der betroffenen Kolleg*innen stellt.

Habe diesbezüglich keine Erfahrung machen können. Doch, bei genauem Nachdenken, ein einziges Mal. Hat im Rauswurf mit anschließendem Hausverbot des Patienten durch die Klinikleitung geendet. Da gab es Seitens des gesamten Teams (also ärztlich und nicht- ärztlich!), aber auch keinen Dissens drüber.


Integration muss ja von beiden Seiten aus aufeinander zugehen. Ich denke nicht, dass die Kolleg*innen sich angegriffen fühlen, wenn man nachfragt, wie eine Anamnese zu verstehen ist, um sich zu vergewissern, dass der Patient tatsächlich gestolpert ist.Zumindest die, die ich bislang kennengelernt habe, waren überwiegend sehr darauf bedacht, auch sprachlich Fortschritte zu machen und haben zum Teil auch aktiv Feedback eingefordert.

Ich sehe Integration als Bringschuld des zu integrierenden an, und nicht als Holschuld der aufnehmenden Gesellschaft- aber wir führen vom Thema weg. Cartablanca spricht in seinen Schilderungen ja ausdrücklich nicht (!) nur den vermeintlichen "Rassismus" im beruflichen Kontext an, sondern außerhalb der Klinik. Persönlich interessiert mich die Herkunftsgeschichte meiner Kollegen und Angestellten überhaupt nicht. Im beruflichen Kontext möchte primär wissen, ob Sie ihren Job machen können oder eben nicht.

Jadoube
27.06.2021, 13:41
Ich sehe Integration als Bringschuld des zu integrierenden an, und nicht als Holschuld der aufnehmenden Gesellschaft- aber wir führen vom Thema weg. Cartablanca spricht in seinen Schilderungen ja ausdrücklich nicht (!) nur den vermeintlichen "Rassismus" im beruflichen Kontext an, sondern außerhalb der Klinik. Persönlich interessiert mich die Herkunftsgeschichte meiner Kollegen und Angestellten überhaupt nicht. Im beruflichen Kontext möchte primär wissen, ob Sie ihren Job machen können oder eben nicht.

Ich denke, es geht nur, wenn Holen und Bringen zusammen kommen. Andernfalls könnte man doch auch sagen, dass jeder, der die Fachsprachprüfung bestanden hat, sein Soll geleistet hat, und deshalb nun jegliches Feedback zu den sprachlichen Fähigkeiten unnötig ist. Es sollte, meiner Meinung nach, immer im Sinne des gesamten Teams sein, die insgesamt bestmöglich Leistung in wasauchimmer zu bringen. Und wenn das bedeutet, dass man auch anderen Teammitgliedern hilft, sich zu verbessern, ist das doch kein Übel oder Gesichtsverlust. Ich kann nachvollziehen, dass es innerlich erstmal schwierig ist, sich zu sagen, dass man das neben dem stressigen Job auch noch machen soll, da sprech ich mich auch gar nicht frei von. Aber so viel anders als viele Situationen, in denen man selbst als Anfänger gesteckt hat, ist es oft doch auch nicht ?!

Übertragen könnte man ja sonst auch argumentieren, dass Weiterbildung eine Bringschuld des Weiterbzubildenden ist, was sicherlich richtig ist. Es geht aber viel besser, wenn von weiterbildender Seite proaktiv auch Weiterbildungsangebote kommen.

Thomas24
27.06.2021, 13:45
@Jadoube, das mag ja alles sein- dennoch, User Cartablanca spricht ganz klar vom (tatsächlichen? vermeintlichen?) Rassismus gegenüber ausländischen Mitbürgern und solchen, die für Ausländer gehalten werden- außerhalb der Arbeit.

Und da muss ich ganz klar sagen: Deutschland ist keine systematisch xenophobe Gesellschaft. Punkt.


Auch wenn jemand fragt "Kann ich Ihnen helfen" ist das per se nicht ausländerfeindlich. Gemeint ist aber "was wollen Sie hier? Wollen Sie mich beklauen?". Und deshalb wird man des Ladens verwiesen wenn man Hilfe ablehnt. Oder man droht die Polizei zu rufen, wenn man einen Ausländer auf der Strasse sieht. Nachbarn feinden dich grundlos an etc..

cartablanca
27.06.2021, 13:51
Naja ich lass dir deine Meinung. Es soll ein jeder für sich selbst prüfen, ob die Konstellation "deutsche(r) Mitarbeiter" beschwert/eren sich über den Ausländer nicht regelmäßig auftritt. Klar kann das an der Leistung liegen. Es kann aber auch sein, dass die Leistung kritischer geprüft wird. Wir hatten einen neuen ausländischen Oberarzt. Binnen einer halben Woche hatte quasi jeder deutsche Mitarbeiter der Abteilung bereits auf gehässigste Art und Weise über den Kollegen abgelästert. Der war das Hauptthema morgens mittags, bei den Besprechungen. Über die deutschen Oberärzte wurde gar nichts gesagt. Ist sowas tatsächlich immer nur Zufall?

Thomas24
27.06.2021, 13:58
Naja ich lass dir deine Meinung. Es soll ein jeder für sich selbst prüfen, ob die Konstellation "deutsche(r) Mitarbeiter" beschwert/eren sich über den Ausländer nicht regelmäßig auftritt. Klar kann das an der Leistung liegen. Es kann aber auch sein, dass die Leistung kritischer geprüft wird. Wir hatten einen neuen ausländischen Oberarzt. Binnen einer halben Woche hatte quasi jeder deutsche Mitarbeiter der Abteilung bereits auf gehässigste Art und Weise über den Kollegen abgelästert. Der war das Hauptthema morgens mittags, bei den Besprechungen. Über die deutschen Oberärzte wurde gar nichts gesagt. Ist sowas tatsächlich immer nur Zufall?

An deiner Stelle würde ich mich eher fragen, ob da eine toxische Teamdynamik vorliegt, oder Ingroup/ Outgroup Faktoren eine gewichtigere Rolle spielen, als die Herkunft des ehemaligen OA. Außerdem empfinde ich es als normal, ein neues Teammitglied etwas kritischer zu beäugen, als Kollegen, deren Performance und Fähigkeiten man seit Jahren schon kennt.

Außerdem fehlt ja noch eine klitzekleine Zusatzinfo: gab es Anlass, die Leistung des Ex- Kollegen zu beanstanden? Nein? Vielleicht? Ehrlicherweise doch? Wieso ist der Kollege gegangen- hat ihm das Umfeld und das Team nicht gepasst? Oder hatte er vielleicht doch fachliche Defizite, die man so nicht in seiner Position haben sollte. Just asking.

Jadoube
27.06.2021, 14:08
Das zu behaupten wäre auch eine ziemliche Verallgemeinerung, taugt aber auch nicht als Antwort auf die Threadfrage.
Ob es in Deutschland systematischen Rassismus wie beispielsweise durch die häufigen Veränderungen im US-amerikanischen Wahlrecht gibt, kann ich natürlich auch nicht sagen.

Die überwiegende Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen ist wahrscheinlich nicht xenophob. Aber das ist ja auch nicht die Frage, es reicht ja, wenn eine xenophobe Minderheit merklichen Einfluss auf das Leben der fremd Aussehenden nimmt. Was dabei ein merklicher Einfluss ist, kann ja auch von Person zu Person unterschiedlich sein. Ich bin mir sicher, viele stimmen dir darin zu, dass Vieles, was schnell als "rassistisch" betitelt wird, auch als Petitessen angesehen werden kann oder zumindest noch vor ein paar Jahren schnell als solche weggewischt worden wäre.
Aber so wie es sich auch in Sexismus-Fragen gewandelt hat, gibt es bei Rassismusvorfällen ja auch eine Entwicklung hin zu mehr Empfindlichkeit (im positiven Sinne gemeint).

Schlussendlich kommt es ja auf das Individuum an. Und wenn das im Team sagt "dies und jenes stört mich/empfinde ich als rassistisch" sollte man das zumindest erstmal so hinnehmen. Wenn cartablanca schreibt, dass er/sie die Frage "Kann man Ihnen helfen" als rassistisch empfindet, ist ja eine Schilderung des Empfindens und nicht der Meinung über die Gesamtgesellschaft oder die Intention des Fragenden. Auch die Aussage "Das empfinde ich als rassistisch" heißt ja nicht "Du bist ein Rassist", etwas kann verletzend sein, ohne dass man verletzen wollte. Die Erfahrung hat ja wahrscheinlich jeder schonmal gemacht.

cartablanca
27.06.2021, 15:33
An deiner Stelle würde ich mich eher fragen, ob da eine toxische Teamdynamik vorliegt, oder Ingroup/ Outgroup Faktoren eine gewichtigere Rolle spielen, als die Herkunft des ehemaligen OA. Außerdem empfinde ich es als normal, ein neues Teammitglied etwas kritischer zu beäugen, als Kollegen, deren Performance und Fähigkeiten man seit Jahren schon kennt.

Außerdem fehlt ja noch eine klitzekleine Zusatzinfo: gab es Anlass, die Leistung des Ex- Kollegen zu beanstanden? Nein? Vielleicht? Ehrlicherweise doch? Wieso ist der Kollege gegangen- hat ihm das Umfeld und das Team nicht gepasst? Oder hatte er vielleicht doch fachliche Defizite, die man so nicht in seiner Position haben sollte. Just asking.

Da ich seine Arbeit nicht kontrolliert habe kann ich das nicht beurteilen. Ich hab seine Briefe gelesen und die waren sprachlich fehlerfrei.
Aber wenn man behauptet er habe sich den Patienten nicht angeschaut und das stimmt nicht gat das ja keinen fachlichen Hintergrund.

PsychoFan
27.06.2021, 20:07
Die Deutschen sind ja insgesamt arrogant, unhöflich und unfreundlich, das wird Dir jeder Expat bestätigen. Der Umgangston ist recht rau hier. Oft hat es nichts mit Rassismus zu tun.

Ich versuche meine Freizeit immer im Ausland zu verbringen, Wochenenden und Urlaube sowieso. Der Ausgleich tut gut und es ist einfacher, es in Deutschland unter der Woche auszuhalten. In Deutschland arbeite ich nur. Ist möglich, da ich als Honorararzt mir Aufträge in Grenznähe aussuchen kann.

hebdo
27.06.2021, 20:38
Die Deutschen sind ja insgesamt arrogant, unhöflich und unfreundlich, das wird Dir jeder Expat bestätigen. Der Umgangston ist recht rau hier. Oft hat es nichts mit Rassismus zu tun.

Ich versuche meine Freizeit immer im Ausland zu verbringen, Wochenenden und Urlaube sowieso. Der Ausgleich tut gut und es ist einfacher, es in Deutschland unter der Woche auszuhalten. In Deutschland arbeite ich nur. Ist möglich, da ich als Honorararzt mir Aufträge in Grenznähe aussuchen kann.

Hervorragender Beitrag, du hast absolut recht. Diese Deutschen, alle gleich. Zum Glück gibt es andere Länder in denen man unbehelligt leben kann. Habe von anderen Ländern auch noch nie von Arroganz und Fremdenfeindlichkeit gehört.

Limab
27.06.2021, 20:44
Ehrlich gesagt finde ich die Diskussion hier ziemlich lächerlich. Hier sind eine Handvoll Kartoffeln und wollen irgendetwas über Rassimus in Beruf und Alltag in Deutschland erzählen. Ernsthaft?

Feuerblick
27.06.2021, 20:53
Wenn du etwas zur Diskussion beitragen möchtest, dann tu das. Beleidigungen sind nicht hilfreich und werden entsprechend geahndet.
Deine Entscheidung.

Feuerblick
MediLearn-Moderatorin

P.S. Das gilt übrigens für alle. Es ist ein emotionales Thema, aber wenn hier nur noch auf persönlicher Ebene diskutiert wird, ist hier blitzschnell ein Schloss dran.

hebdo
27.06.2021, 20:54
Rückzieher

RussianAngel
27.06.2021, 21:04
Sogar Mathematik wird mittlerweile dem Rassismusverdacht ausgesetzt, weil es einem "weiß geprägtem Verständnis" der Natur zugrunde legen soll. WTF. https://www.seattletimes.com/education-lab/new-course-outlines-prompt-conversations-about-identity-race-in-seattle-classrooms-even-in-math/

NB> komme vom Dienst, daher habe ich den Artikel nicht gelesen. Aber wollte nur kurz rückmelden: natürlich ist Mathe rassistisch, so wie Medizin rassistisch ist, und die ganze Wissenschaft...Als Naturwissenschaftler muss man sich doch das immer im klaren sein...
Trivialstes Beispiel: falls alle Erkrankungen und die Gesundheit ist an weissen Männern!!! normiert, das ist dann selbstverständlich rassistisch, oder nicht? Was ist mit den Frauen (relativ grosse und viele unterschiedliche Faktoren/Risiken etc?).
Kennst Du afroamerikanische Mathematiker? Ich nicht...

Feuerblick
27.06.2021, 21:12
Es gab sogar drei schwarze MathematikerINNEN, die bei der NASA gearbeitet haben zu einer Zeit, wo sie nicht mit Weißen aufs gleiche Klo durften. :-nix

RussianAngel
27.06.2021, 21:14
Es gab sogar drei schwarze MathematikerINNEN, die bei der NASA gearbeitet haben zu einer Zeit, wo sie nicht mit Weißen aufs gleiche Klo durften. :-nix

Ja super Beispiel :D :D :D sehr vorbildlich!...und ein paar Transsexuelle, denen vorgeworfen wurde, das wären kranke Männer in Frauenkleidung, die kleine Mädchen auf dem Klo belästigen wollen (grosse Diskussion in den USA, nicht ironisch, sondern ernst gemeint)

Selbst die Tatsache, dass diese Diskussion in Deutschland erst jetzt wirklich eröffnet wird, zeugt davon, dass es ein echtes Problem ist...In anderen Ländern (natürlich aufgrund den Kolonien internationaler) sind diese Diskussionen seit Jahrzehnten omnipresent. In den USA muss man oft ethnicity bei allem angeben...

RussianAngel
27.06.2021, 21:19
Die Deutschen sind ja insgesamt arrogant, unhöflich und unfreundlich, das wird Dir jeder Expat bestätigen. Der Umgangston ist recht rau hier. Oft hat es nichts mit Rassismus zu tun.

Ich versuche meine Freizeit immer im Ausland zu verbringen, Wochenenden und Urlaube sowieso. Der Ausgleich tut gut und es ist einfacher, es in Deutschland unter der Woche auszuhalten. In Deutschland arbeite ich nur. Ist möglich, da ich als Honorararzt mir Aufträge in Grenznähe aussuchen kann.

Ich kann das wirklich aus ganzem Herzen nur unterschreiben. War in Deutschland, in Osteuropa, in den USA, in England und Frankreich tätig...So etwas wie in Deutschland (absurd direkte Anfeindungen, von Leuten, die dich null kennen; die glaube ich oft ohne Rassismus, oft einfach ohne Grund zustande kommen, auch unter Deutschen untereinander, teilweise mit eigenen Familienangehörigen???) habe ich nie erlebt; sehe das wirklich in meinem internationalen Team jetzt noch deutlich klarer in der Schweiz, wo deutsche Kollegen nicht in der Mehrheit sind...Mein deutscher Kollege (selbe Hierarchiestufe) hatte meine Überstunden, Krankheitstage, Fehlzeiten, Kompensationen etc. alle perfekt ausgewertet, obwohl ich objektiv die doppelte Menge an Pat betreut habe...Dies ohne Grund und zu beweisen, dass ????? Keine Ahnung, recht unkollegial, dann dem Oberarzt vorgestellt...
Ich kenne diese Statistik natürlich selber nicht, obwohl das monatlich einem vermittelt wird :D

cartablanca
27.06.2021, 21:23
Ehrlich gesagt finde ich die Diskussion hier ziemlich lächerlich. Hier sind eine Handvoll Kartoffeln und wollen irgendetwas über Rassimus in Beruf und Alltag in Deutschland erzählen. Ernsthaft?

Ich muss an der Stelle sagen, dass meine besten Freunde immer Deutsche waren.
Dein Beitrag war jetzt selbst etwas rassistisch.