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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ausländische Ärzte - erleben diese Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus?



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Valoron
27.06.2021, 21:26
Hallo, ich möchte als Mitleser auch etwas schreiben in Bezug auf meine Erfahrungen.

In der Inneren Medizin haben wir damals aus US-amerikanischen Studien gelernt, dass bei dem Krankheitsbild arterielle Hypertonie alte Patienten und afroamerikanische Patienten besonders von Diuretika profitieren, während jüngere weiße besonders von Prilaten. Das EBV-Nasopharynxkarzinom ist eine Besonderheit im asiatischen Raum, die Häufigkeit von Speiseröhrenkrebs eine Besonderheit in Japan. Es gibt Mutationen in Lungenkrebs, die eine besondere zielgerichtete Therapie ermöglichen und die sehr häufig bei asiatischen weiblichen Nichtrauchern vorkommt. Multiple Sklerose hat ebenso eine Besonderheit in ihrer geographischen Verteilung.

Aus meiner Erfahrung im Krankenhaus (Innere Medizin-Gastro-Pulmo) haben ausländische Ärzte vor allem Probleme mit der Sprache. Sehr viele meiner ausländischen Kollege wurde mehrmals relativ schroff angegriffen wegen Verständnisproblemen. Vier Kollegen wurden wahrscheinlich deswegen in der Probezeit gekündigt. Das war aber nicht rassistisch gemeint, sondern lag an der Sprachbarriere, die den Arbeitsfluss doch zu arg für einige Personen behinderte.

cartablanca
27.06.2021, 21:50
Da ich seine Arbeit nicht kontrolliert habe kann ich das nicht beurteilen. Ich hab seine Briefe gelesen und die waren sprachlich fehlerfrei.
Aber wenn man behauptet er habe sich den Patienten nicht angeschaut und das stimmt nicht gat das ja keinen fachlichen Hintergrund.

Ups sorry hab da was falsch verstanden du meintest jetzt den OA? Ich hatte nicht den Eindruck, dass der fachlich mehr Mist gebaut hat als die anderen OÄ. Der hatte halt auch andere Aufgaben. Leider fühle ich mich auch nicht in der Lage seine Arbeit zu beurteilen.

Endoplasmatisches Reticulum
27.06.2021, 21:50
In den USA muss man oft ethnicity bei allem angeben...
Die USA steuern gerade im Sauseschritt auf die nächste Inkarnation der Segretation zu. Wenn es um kulturellen Fortschritt geht, sehen wir an den USA, wie wir Antirassismus in Deutschland auf gar keinen Fall aufziehen sollten. Nämlich als Rassismus selbst.

Ob wir in Deutschland jetzt weniger Rassismus hätten, wenn ich plötzlich auf jedem Formular und bei jeder Bewerbung meine Rasse eintragen müsste? Ging es nicht ursprünglich mal darum, das Konzept Rasse zu verlassen, anstatt es noch viel mehr in den absoluten Fokus des eigenen Seins zu rücken? Oder geht es dann womöglich doch ganz schnell eher um das Einfordern von Vergeltungsprivilegien unter dem Schild vergangener Ungerechtigkeiten?

Fragen über Fragen.

ProximaCentauri
27.06.2021, 21:53
Ich glaube, als "Urschweizerin" beurteilen zu wollen ob ausländische Arbeitskolleg:innen Rassismus erleben oder nicht ist nicht korrekt - ist das Gleiche, wie wenn mir männliche Arbeitskollegen erklären, dass ich keinen Sexismus erlebe, weil sie das nicht mitbekommen.

Es ist bei uns sicher so, dass Leute mit gewissen Namen/Hautfarbe etc. schwieriger Wohnungen und Jobs erhalten. Es ist auch sicher so, dass manche (v.A. ältere) Patienten auf sichtbar/hörbar ausländische Kolleg:innen ungehalten reagieren, das erlebe ich regelmässig. Innerhalb des Teams habe ich das bisher kaum mitbekommen, aber anhand der ganzen übrigen Informationen würde ich das schlicht nicht ausschliessen. Viele Anteile unseres Verhaltens sind halt einfach auch unbewusst gesteuert, und man neigt manchmal zu Reaktionen, die halt nicht nur rein rational hinterlegt sind. Das heisst dann nicht, dass man ein rassistisches Arsch ist, aber dass man eben gewisse Vorurteile hat, die einfach zum Nachteil der Anderen sein können - auch wenn man das nicht bewusst böse meint.

RussianAngel
27.06.2021, 22:03
Die USA steuern gerade im Sauseschritt auf die nächste Inkarnation der Segretation zu. Wenn es um kulturellen Fortschritt geht, sehen wir an den USA, wie wir Antirassismus in Deutschland auf gar keinen Fall aufziehen sollten. Nämlich als Rassismus selbst.

Ob wir in Deutschland jetzt weniger Rassismus hätten, wenn ich plötzlich auf jedem Formular und bei jeder Bewerbung meine Rasse eintragen müsste? Ging es nicht ursprünglich mal darum, das Konzept Rasse zu verlassen, anstatt es noch viel mehr in den absoluten Fokus des eigenen Seins zu rücken? Oder geht es dann womöglich doch ganz schnell eher um das Einfordern von Vergeltungsprivilegien unter dem Schild vergangener Ungerechtigkeiten?

Fragen über Fragen.

Ich bin genau dieser Meinung, dass diese Angabe das eigentlich rassistische ist...Ich kenne mich wirklich zu wenig mit der Ethnie-Debatte aus, um alle Nuancen zu eruieren...Aber es gab einfach immer unterschiedliche Kulturen, Schichten, Menschen, Subkulturen...Heutzutage in Richtung eines einzigartigen Individualismus, der manchmal nur mehr segregiert...
Ich glaube, dass wichtige ist einfach diese Frage zu debattieren, weil es eben leider ein echter Teil vom Leben ist...Wir wollen eigentlich (meist) alle uns nur verbessern...Ich kenne kaum Kulturen, wo die Leute von Grund aus boshaftig und total zerstörerisch auf die Mitmenschen wirken möchten :)

PS Ich war fast immer im Ausland als relativ umgänglicher Ausländer ohne nennenswerte Sprachbarriere (soweit ich mich loben darf hehe)...Ich kann Euch Sachen erzählen, da werdet ihr auf die Strasse gehen mit Bannern, die ich erlebt habe in Deutschland :-keks Das Video mit dem schwarzen Besucher, der spazieren war, wirkt fast harmlos...

Espressa
27.06.2021, 22:07
Ich hab noch einen anderen Gedanken dazu.
Schon immer konnte man mit manchen Menschen eben besser als mit anderen. Ist die Gruppe aber recht „homogen“, wird das eben als Sympathie und antipathie gewertet und den Menschen irgendwie zugestanden.
Besteht die Gruppe aus Migranten, Menschen anderer Hautfarben, sexueller Orientierung oder was weiß ich, ist plötzlich keine Antipathie mehr möglich, weil das sofort rassistisch, diskriminierend etc wäre.
Kann man alle Menschen mögen? Muss man das? Oder muss man sich eine Maske zurechtlegen und immer und mit jedem - notfalls geheuchelt - befreundet sein wollen?
Kann irgendjemand diesem Gedankengang folgen?

cartablanca
27.06.2021, 22:12
Die USA steuern gerade im Sauseschritt auf die nächste Inkarnation der Segretation zu. Wenn es um kulturellen Fortschritt geht, sehen wir an den USA, wie wir Antirassismus in Deutschland auf gar keinen Fall aufziehen sollten. Nämlich als Rassismus selbst.

Ob wir in Deutschland jetzt weniger Rassismus hätten, wenn ich plötzlich auf jedem Formular und bei jeder Bewerbung meine Rasse eintragen müsste? Ging es nicht ursprünglich mal darum, das Konzept Rasse zu verlassen, anstatt es noch viel mehr in den absoluten Fokus des eigenen Seins zu rücken? Oder geht es dann womöglich doch ganz schnell eher um das Einfordern von Vergeltungsprivilegien unter dem Schild vergangener Ungerechtigkeiten?

Fragen über Fragen.

Ich finde man sollte das Thema USA mal hier weglassen. Wir alle haben kein genügendes Hintergrundwissen um die Situation in den USA ausreichend zu beurteilen. Ich glaube dass da nicht nur die rassische Diskriminierung sondern eine soziale Segregation eine Rolle spielt. Als ich das letzte Mal in den USA in einer Großstadt war sah ich Viertel die aus Palästen bestanden, eingezäunt und bewacht und ich sah auf der anderen Seite der Stadt Gegenden - das erinnerte an Slums in Lagos. Die Downtown war nicht besuchbar wegen der ganzen Junkies, Obdachlosen und Kriminellen. Zu gefährlich. Das ist ein Thema, das sollte man hier jetzt nicht noch zusätzlich einbringen. Es ging um Fremdenfeindlichkeit im Beruf /Krankenhauswesen.

RussianAngel
27.06.2021, 22:16
Ich hab noch einen anderen Gedanken dazu.
Schon immer konnte man mit manchen Menschen eben besser als mit anderen. Ist die Gruppe aber recht „homogen“, wird das eben als Sympathie und antipathie gewertet und den Menschen irgendwie zugestanden.
Besteht die Gruppe aus Migranten, Menschen anderer Hautfarben, sexueller Orientierung oder was weiß ich, ist plötzlich keine Antipathie mehr möglich, weil das sofort rassistisch, diskriminierend etc wäre.
Kann man alle Menschen mögen? Muss man das? Oder muss man sich eine Maske zurechtlegen und immer und mit jedem - notfalls geheuchelt - befreundet sein wollen?
Kann irgendjemand diesem Gedankengang folgen?

Ja, ich verstehe was Du meinst...und hier ist eben ein grundlegendes Problem: klar mag man nicht alle. Klar kommt man aus diversesten Gründen mit manchen Zeitgenossen besser oder schlechter zurecht. Und eigentlich ganz klar, für alle, aber insbesondere für Akademiker: jaaa, man muss immer versuchen eine Professionalität, relative Neutralität bis Freundlichkeit zu bewahren. Das ist das A und O vom menschlichen Zusammenleben. Wenn Du mit jemandem Problemen hast eher ignorieren (nicht befreunden). Jemanden nicht zu mögen ist kein Grund unfreundlich zu sein oder ihn anzufeinden, das wäre auf dem Geistesniveau einer Schimpanse...
So wie sich manche Professoren hierzulande benehmen, benehmen sich nicht mal die Baurarbeiter in vielen Ländern...einfach vulgär und geschmacklos...Kann man das auf Nichtmögen zurückführen? Ist das Rassismus...eben nicht unbedingt, vielschichtige Antipathie...
Aber die Würde dieser Menschen zu beleidigen? Ich sehe da keinen Grund dazu ehrlich gesagt, Gefühle sind ja vielleicht im Kindergarten das Wichtigste, aber später???

Moni Ka
28.06.2021, 07:04
Ich verstehe hier manche Leute nicht und wieder kommt so eine Behauptung wie du bist ungeeignet Arzt zu sein.
Blödsinn, Blödsinn....
Wenn jemand jemanden nicht persönlich kennt kann sowas nicht beurteilen /sagen.

Meine Freundin auch ausländische hat hier studiert, ein Professor aus der vorklikin - Physiologie meinte zu ihr du werdest das Studium niemals schaffen, mach lieber eine Ausbildung, es gibt viele andere, von denen du diese Möglichkeit klaust Medizin zu studieren. Die Kollegen ist mittlerweile im 3 Weiterbildungsjahr in der Mibi.

Bei mir gehören Fehler zur Lehre, wenn ich die nicht mache, lerne ich nicht. Aber es heißt bitte nicht wechsele deinen Beruf.

Ich habe auch wie die meisten hier 6jahren studiert um Menschen zu helfen und nicht um mich in einem Büro zu verstecken.

Danke nochmal für die zahlreichen Antworten. Ich werde zum Chef gehen und das besprechen, meinen Mann werde ich ihn nicht davon erzählen. Ich habe nichts zu verlieren trotz die Abmahnung.

Fr.Pelz
28.06.2021, 07:29
Ich hab noch einen anderen Gedanken dazu.
Schon immer konnte man mit manchen Menschen eben besser als mit anderen. Ist die Gruppe aber recht „homogen“, wird das eben als Sympathie und antipathie gewertet und den Menschen irgendwie zugestanden.
Besteht die Gruppe aus Migranten, Menschen anderer Hautfarben, sexueller Orientierung oder was weiß ich, ist plötzlich keine Antipathie mehr möglich, weil das sofort rassistisch, diskriminierend etc wäre.
Kann man alle Menschen mögen? Muss man das? Oder muss man sich eine Maske zurechtlegen und immer und mit jedem - notfalls geheuchelt - befreundet sein wollen?
Kann irgendjemand diesem Gedankengang folgen?

Die Frage ist ja, wie du mit Menschen umgehst, die du noch nicht der dir sympathische oder unsympathischen Gruppe zugeordnet hast.

Als ich unser Haus gemietet habe, war die Vermieterin (eine liebe lustige Frau in den 70ern) froh, dass sich jemand nicht-migrantisches gemeldet hatte, 2 Familien mit irgendeinem Hintergrund hatte sie schon abgesagt. Ähnliches hatten auch Verkäufer durchblicken lassen, von Häusern die wir uns vorher angesehen hatten.

Ich versuche so, meinen 6jährigen diverse -Ismen zu vermitteln „nicht von einem auf alle schließen und jedem erstmal eine Chance geben“.

hebdo
28.06.2021, 08:49
Ich kann mich nur wiederholen: Es gibt Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland genauso wie in anderen Ländern. Deutsche wirken auch durch die Tonalität der Sprache auf Ausländer eher hart, unnahbar und verschlossen. Genauso kann mir aber die oberflächliche Herzlichkeit der US-Amerikaner gestohlen bleiben.

Und es ist einfach unwahr, dass es in Frankreich, Belgien, Polen, der Schweiz, GB, China, Myanmar, Afrika, Asien und den Rest der Welt kein Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Abgrenzung von Gesellschaften nach Außen gibt und alles besser ist.

Die Bewegung der Migration geht eben meistens von wirtschaftlich ärmeren zu den reicheren Ländern. Wenn ich in ein x-beliebiges Land auswandern möchte, werden mir genauso Steine in den Weg gelegt (Einreise, Anerkennung von Ausbildung, Arbeitserlaubnis, Sprache, Erwerb von Luxusgütern, Immobilen, Land ...). Ich bezeichne aber deshalb nicht die Gesellschaft generell als rassistisch und fremdenfeindlich.

cartablanca
28.06.2021, 09:09
Ja das seh ich auch so. Es gibt kein Land ohne Fremdenfeindlichkeit.Das geht auch nicht speziell von Weißen aus. Die Frage ist nur in welchem Ausmaß es vorhanden ist. Was haben aber Betroffene von Vergleichen mit anderen Ländern? Wie du aber in diesem Thread gesehen hast, fühlen sich schon einige betroffen. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen bei der Arbeit. Wenn sowohl ich als such ausländische Kollegen in den letzten Jahren Beschwerden erhielten dann ausschliesslich nur von Deutschen/ Gruppen von Deutschen. Ich weiss auch dass da Sachen erfunden werden. Es geht auch nicht um Fachliches oder Sprachlichrs in diesen Fällen. Ausserhalb der Arbeit merke ich dass mir grundlos Misstrauen von Deutschen entgegen kommt. Da hab ich schon Beispiele genannt. Dass ich regelmässig von der Polizei angehalten werde könnte ich noch anführen. Da ich nichts zu verbergen habe stört mich das Alles nicht. Bei der Arbeit ist es jedoch zermürbend, wenn da welche sich im Hintergrund organisieren, austauschen und nach Fehlern suchen und Listen erstellen.

Endoplasmatisches Reticulum
28.06.2021, 09:59
Du hast also in Deutschland, einem Land mit vielleicht 85% Deutschen, die meisten Konflikte mit Deutschen. Willkommen im Club! ;)

cartablanca
28.06.2021, 10:30
Bei der Arbeit sind es aber häufig deutlich weniger als 50 %.

kartoffelbrei
28.06.2021, 10:33
Als ich damals mein Pflegepraktikum in Frankreich gemacht habe, hatte ich zwar einen Akzent, der mich als Ausländerin erkenntlich gemacht hat, dieser war allerdings nicht typisch Deutsch. Auf Grund meines Aussehens wurde ich deshalb meist als Osteuropäerin eingeordnet. (Wenn mich jemand gefragt hat, woher ich komme, habe ich denjenigen erst einmal raten lassen. Die häufigste Antwort war Bulgarien)

Ich habe einige Male erlebt, dass Menschen plötzlich viel freundlicher zu mir waren, nachdem geklärt war, dass ich deutsche Studentin und nicht bulgarische Migrantin bin, obwohl sich ja an mir als Person rein gar nichts geändert hat. Ich wäre deshalb sehr vorsichtig damit, die Erfahrungen von Betroffenen klein zu reden...

Evil
28.06.2021, 10:41
Aber wollte nur kurz rückmelden: natürlich ist Mathe rassistisch,
Mathematische Gleichungen und Beweise haben demnach andere Ergebnisse, abhängig von der Hautfarbe des Mathematikers?
Faszinierendes Verständnis von Mathematik, aber ich glaube, Du hast diese Geisteswissenschaft nicht wirklich erfasst.

Kackbratze
28.06.2021, 10:43
Mathematische Gleichungen und Beweise haben demnach andere Ergebnisse, abhängig von der Hautfarbe des Mathematikers?
Faszinierendes Verständnis von Mathematik, aber ich glaube, Du hast diese Geisteswissenschaft nicht wirklich erfasst.

Du bist einfach nur ein böser alter weisser Mann. Nimm dir eine Eisscholle und geh.

Endoplasmatisches Reticulum
28.06.2021, 10:54
Ich wäre deshalb sehr vorsichtig damit, die Erfahrungen von Betroffenen klein zu reden...
Das verstehe ich, aber auch hier gibt es Nuancen. Man kann wichtige Themen nicht diskutieren, wenn eine Seite willkürlich Anekdoten in den Raum stellen kann, die nicht kritisiert oder angezweifelt werden dürfen.

Mir sind ähnliche Dinge auch schon untergekommen, allerdings gegenüber allen möglichen Ethnien. Es gibt einfach viele Arschlöcher unter den Menschen und gerade das Krankenhaus ist für viele ein Boxring zum Ablassen ihrer angestauten Frustration. Das richtet sich immer gegen irgendwen. Ist es nicht Person X, dann ist es eben Person Y. Und ja, klar, da ist auch mal Rassismus dabei. Wenn jemand aber immer und überall rassistische Vorfälle und Individuen anzuziehen scheint, wie die Glühbirne die Motten, dann ist Skepsis nicht unangebracht. Da liegt eben die Vermutung nahe, dass noch andere Komponenten zumindest mit reinspielen. Vielleicht die allgemeine Außenwirkung, vielleicht besondere Sensibilität, vielleicht das Leben in einem ganz speziellen kulturellen Schmelztiegel, vielleicht einfach Pech. Eventuell eine Mischung aus allem. Bloß die Art, das Ausmaß und die Allgegenwärtigkeit, mit der cartablanca diese Vorkommnisse beschreibt, halte ich für nicht repräsentativ. Dass manche Beschreibungen wie die Fenstergeschichte schlichtweg unglaubwürdig sind, macht es nicht besser.

Und ja, ich weiß. Da wird man mir jetzt Gaslighting vorwerfen. Ist dann halt so.

cartablanca
28.06.2021, 11:19
Du hast eine selektive Wahrnehmung. Ich habe eben NICHT nur Anekdoten (die nicht unglaubwürdig sind, sondern die du einfach nicht glaubst) genannt, sondern daneben auf zahlreiche Artikel über Deutsche in der Schweiz, sowie Studienergebnisse in Deutschland verwiesen. Dazu kommen noch andere Teilnehmer hier im Thread, die Ähnliches berichten.

https://www.swissinfo.ch/ger/-deutsche-unbeliebter-als-alle-anderen-westeuropaeer-/8279826

https://tageswoche.ch/politik/deutsche-aerzte-meiden-die-schweiz-nur-basel-hat-ein-herz-fuer-sie/index.html

https://www.focus.de/politik/ausland/beschimpft-ausgegrenzt-unwillkommen-so-sehr-leiden-deutsche-unter-dem-taeglichen-rassismus-der-schweizer_id_4663815.html

https://www.boell.de/de/2018/11/07/leipziger-autoritarismus-studie-2018-methode-ergebnisse-langzeitverlauf

Endoplasmatisches Reticulum
28.06.2021, 11:45
Um deine Anekdoten ging es aber in meinem Beitrag mit Bezug auf kartoffelbreis Einwand. Und ja, die sind in ihrer Gesamtheit fragwürdig. Ich glaube dir, dass du schlechte Erfahrungen gemacht hast. Das Bild, das du damit zu zeichnen versuchst, halte ich trotzdem für verschmiert. Wir leben hier nicht in der Apartheid.