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H-arzt 4
13.07.2021, 18:10
Naja es geht um die Rhethorik in diesem Forum. Die ersten Antworten lauteten alle, dass es okay ist, dass man es akzeptieren soll, weil er sich entschuldigt hat. Eine Antwort hat gar damit eingeleitet, dass ich ja im Zimmer telefoniert habe.
Praktisch habe ich meine Schlüsse gezogen, habe auch mehr Antipathie den OÄ gegenüber, als ich es hier jetzt im Forum verlautbaren möchte.
Punkt ist, dass es nicht sein kann, dass man von Oberärzten herumgeschubst wird. Für solches verhalten sollte es 0 Toleranz geben.

Evidence based
13.07.2021, 18:17
Was wäre denn dein Vorschlag, wie H-arzt4 mit der Situation umgehen sollte?

Das ist seine/ihre Entscheidung. Für mich ist bei sowas (eigentlich schon bei verbalen Entgleisungen) eine rote Linie überschritten. Unter solchen Vorgesetzten arbeite ich nicht - die sind in einer leitenden Position Fehl am Platz. Ich erwarte einen respektvollen und wertschätzenden Umgang, ansonsten kann den Job gerne jemand anderes machen.

ehem-user-02-08-2021-1033
13.07.2021, 18:23
Das ist seine/ihre Entscheidung. Für mich ist bei sowas (eigentlich schon bei verbalen Entgleisungen) eine rote Linie überschritten. Unter solchen Vorgesetzten arbeite ich nicht - die sind in einer leitenden Position Fehl am Platz. Ich erwarte einen respektvollen und wertschätzenden Umgang, ansonsten kann den Job gerne jemand anderes machen.

Da muss ich dir uneingeschränkt zustimmen.
Hatte auch Mal eine derartige Stelle. Da war das Klima nennen wir es Mal so: Nicht so gut... Verbale Entgleisungen waren regelmäßig üblich. Einmal wurde ich auch aus dem Weg geschubst. Ich hatte mich da ne gewisse Zeit durchgewurstelt... Rückblickend: unnötig und verschwendete Energie und Lebenszeit

H-arzt 4
13.07.2021, 18:26
jo, Kündigung flattert ja auch die Tage ein. Heute ist definitiv eine rote Linie überschritten worden und wäre es nicht zur Entschuldigung gekommen, hätte ich auf der Stelle gekündigt.

Evil
13.07.2021, 18:45
Man wundert sich hier tagtäglich über schlechte Arbeitsbedingungen, aber selbst bei körperlichen Auseinandersetzungen hört man von den Kolleginnen und Kollegen nur, dass man sich nicht so anstellen soll - schon interessant!
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

Empfehlung war, bei einem einmaligen Vorfall von Schubsen die Sache nicht unnötig aufzubauschen.
Im wiederholten Fall oder bei tatsächlicher Gewalteinwirkung (Schlag, Werfen von Gegenständen) sieht das schon ganz anders aus, danach wurde hier aber nicht gefragt.

Umgekehrt gibt es natürlich auch die mimimi-Fraktion, die sich über alles und jedes beschwert, aber außer Beschwerdeäußerungen in Online-Foren passiert dann genau... nichts. Das finde ich nicht interessant, sondern eher albern.

@ H-arzt 4: für Prügeleien unter Ärzten musst Du nach Niederbayern fahren, dort ist das unter den Natives gelegentlich zu beobachten :-))

Valoron
13.07.2021, 19:53
Man wundert sich hier tagtäglich über schlechte Arbeitsbedingungen, aber selbst bei körperlichen Auseinandersetzungen hört man von den Kolleginnen und Kollegen nur, dass man sich nicht so anstellen soll - schon interessant!

Das ist in der Tat nicht in Ordnung. Der TE wird garnicht ernst genommen.

Das Verhalten des Oberarztes ist extrem unprofessionell und unwürdig für seine Position.
Ich würde ihm sagen, dass dieses Verhalten inakzeptabel ist und nicht toleriert wird. Außerdem muss es auf jedem Fall dem Chefarzt gemeldet werden. Denn der Chefarzt muss wissen, wen er im Boot so sitzen hat. Die Personalabteilung würde ich bei einem einmaligen Vorfall raushalten. Das hast du anscheinend alles bereits gemacht.
Wenn es eine einmaige Sache ist, würde ich es auch dabei belassen. Ich würde an deiner Stelle jetzt nicht kündigen, sondern warten, bis du dich beruhigt hast.

Bei Wiederholung würde ich allerdings Anzeige bei der Polizei erstatten und auf ein Disziplinarverfahren durch Betriebsrat&Verwaltung drängen.

Feuerblick
13.07.2021, 19:55
Es wurde doch offensichtlich bereits besprochen (auf Initiative des Oberarztes) und der OA hat sich entschuldigt. Dann kann man es auch gut sein lassen.
Sollte sich sowas wiederholen, muss man das natürlich neu bewerten.
Eine Kündigung würde ich davon erst einmal nicht abhängig machen. ABER offenbar stimmt bei dieser Stelle ja noch mehr nicht.

Valoron
13.07.2021, 22:11
Das beschriebene Verhalten des Oberarztes ist mindestens als "auffällig" zu bezeichnen. Sowas kann sich gut und gerne wiederholen.
Ansonsten ist alles gesagt.

anignu
13.07.2021, 23:43
Dass das Verhalten des OA unwürdig ist, da sind wir uns einig, die Kombination Meldung an Chef und erst beim nächsten Mal an die Personalabteilung würde ich in dem Fall auch sinnvoll finden.

Bin heute telefonierend (gerade am auflegen) in der Patientenvorstellung dem Oberarzt und dem Mitassistent ins Patientenzimmer gefolgt

Mir ist Selbstachtung und Respekt wichtiger als irgendein Job.
Aber diese Kombination an Sätzen finde ich auch ungewöhnlich. Sich auf der einen Seite hinstellen und von "Selbstachtung und Respekt" reden aber auf der anderen Seite als Assistenzarzt telefonierend in die Patientenvorstellung reingehen. Das ist dann wohl maximaler Respekt gegenüber dem OA, oder?
Ich kann mich nur wiederholen, das Verhalten des OA war unangebracht, daneben und unwürdig. Aber von meiner Seite bekommt ein Assistenzarzt der sowas macht schon einen verbalen Hinweis dass das Verhalten nicht perfekt war. Und zwar in der Respektsbekundung sowohl gegenüber dem Patienten als auch dem Oberarzt als auch dem Mitassistenten der ja den Patienten dem OA vorstellt.

Ich stelle daher einfach mal die Behauptung auf: die gegenseitige Respektlosigkeit habt ihr euch gut rübergebracht und weil der OA mit einer "Unsportlichkeit" (ihr wisst schon: rote Karte im Fußball) reagiert hat kannst du dich sowohl dem Forum hier, als auch dem Chef, als auch dir selbst gegenüber immer als moralischer Sieger hinstellen und musst über dein eigenes Verhalten nicht mehr nachdenken.

Mir wurde noch zugerufen "Raus aus dem Zimmer mit dem Telefon".
ich habe nicht im Zimmer telefoniert sondern kurz vorher.
Von uns war keiner dabei, daher ist die tatsächliche Wahrheit für uns nicht herauszufinden. Aber selbst wenn du persönlich glaubst dass du nicht "im Zimmer, sondern kurz vorher" telefoniert hast scheint dein Gegenüber offensichtlich eine andere Wahrnehmung gehabt zu haben. Wie kann das sein? Viele Leute, viele Wahrheiten...

H-arzt 4
14.07.2021, 06:40
Meine Güte. Natürlich sollte man nicht im Zimmer telefonieren, was so in der Form nicht passiert ist, aber ein verbaler Hinweis ist in einem professionellen Kontext ausreichend. Selbst wenn ich laut Musik höre und Kniebeugen vor den Patienten mache, sollte man nicht derart behandelt werden. Unfassbar manche das sehen.
Was ich auch teilweise schon an Respektlosigkeiten der Oberärzte gegenüber Patienten gesehen hab. Wenn ich einen von denen gestoßen hätte wäre sicher Ende Gelände.
Ich unterwerfe mich nicht einer Hierarchie wo mein Leben per se weniger wert ist als das eines Oberarztes.

H-arzt 4
14.07.2021, 06:51
Anignu du bringst auch verschiedene Begrifflichkeiten vollkommen durcheinander. Das eine ist der Respekt dich selbst gegenüber dass man solche Aktionen nicht toleriert. Vielleicht ist das Geschmacksache aber für mich ist es dann einfach vorbei. Manche finden es wohl okay geschubst zu werden, gut, ist man in der Medizin auch nicht anders gewohnt vielleicht. Langfristig vielleicht nicht das beste fur einen gesunden Selbstwert.
In der spezifischen Situation gebe ich zu dass ich nicht mit dem Telefon in das Zimmer hätte laufen sollen. Ich war gerade am auflegen und wurde dann etwa im Türrahmen Bereich rausgeworfen. In Zukunft halte ich meinetwegen das Telefon weiter weg. Ich selbst bin aber überzeugt dass ich nicht jemand bin der die Privatsphäre oder die Würde der Patienten verletzt, ganz im Gegenteil. Aber das vermag man nicht Uber das Internet zu beurteilen sicher.

Der Punkt ist aber wie gesagt, dass eine Handgreiflichkeit im Arbeitsltag unter keinen Bedingungen was zu suchen hat.

H-arzt 4
14.07.2021, 06:59
Ich habe den OA gesagt dass er klarstellen soll dass solches Verhalten kein System hat und dass solches Verhalten Konsequenzen haben kann. Er hat auch mit der Privatsphäre der Patienten argumentiert, was ich zur Kenntnis genommen habe und lobenswert finde, dennoch darauf hingewiesen, dass in einem kollegialen Umfeld alle Probleme verbal gelöst werden können und müssen. Eine erneute Handgreiflichkeit darf nicht wieder auftreten und wäre quasi eine Straftat. Damit hatten wir das Gespraxh nach weiteren sinnlosen Geplänkel beendet

Valoron
14.07.2021, 07:05
Das sehe ich ähnlich. Es geht vor allem um die Art und Weise, wie der Oberarzt sich verhalten hat (handgreiflich geworden). Ein absolutes No-Go. Faktisch ein Grund für eine Abmahnung.

Ich rate nochmals dem TE das Thema möglichst mit wenig Emotionen anzugehen. Ich verstehe,dass du sauer bist. Jedoch würde ich es dabei belassen, wenn der Vorfall einmalig war. Mit dem Chef solltest du sowas schon besprechen mit dem Gesprächsziel: einmalige Sache, die inakzeptabel ist und mit der Entschuldigung hat es sich dann getan.
Nachher wurde er nicht Mal informiert und fällt bei weiteren Vorfällen aus allen Wolken.

Ich hatte auch mal eine Oberärztin, die mich auf dem Flur, aber auch vor Patienten angeschriehen und beleidigt hat. Damals habe ich dem Chef erst nix gesagt. Nur die Kollegen und beteiligten Patienten fanden es total daneben.
Als ich es dem Chef gesagt habe, war sie danach lammfromm.
Aber was soll man auch von Ärzten erwarten, die grundsätzliche bei offener Türe Visite machen.

H-arzt 4
14.07.2021, 07:10
Danke für den Beitrag und die Sympathie.
Ich bin zwar sauer, aber kann emotionales und rationales halbwegs gut trennen.
Da ich ohnehin nicht mehr lange hier bleibe kündige ich einfach auf normalen Weg und wenn alles gut läuft ist das Kapitel ohnehin abgeschlossen. Habe den Vorfall aber dokumentiert. Den Chef würde ich nicht in Kenntnis setzen da er seit 20 Jahren eng mit dem Oberarzt zusammenarbeitet und solche Sachen nur erneut Wellen schlagen würden. Das beste Outcome hierbei wäre dass der Oberarzt sich wie ein Lamm verhält wovon ich nicht habe. Das schlechteste Outcome wäre ein kaputtes Betriebsklima die letzte Zeit wo ich noch hier bin.

H-arzt 4
14.07.2021, 07:13
Wie ich den Chef kenne, würde er den Oberarzt rügen und versuchen solche Sachen intern zu belassen. Dann wäre niemandem geholfen außer dass der Oberarzt noch einen auf den Deckel bekommen hat. Der Oberarzt war mit gegenüber bislang meist halbwegs anständig, er hat jedoch den Ruf manchmal mit seiner Laune nicht klarzukommen. War ich am falschen Zeitunkt am falschen Ort einfach. Kündigung und gut ist.
Hätte ich länger bleiben wollen müsste man das taktisch anders angehen.

ehem-user-02-08-2021-1033
14.07.2021, 07:26
Leute, das ist der Unterschied... Es gibt Abteilungen, da schreit dich der OA und beleidigt dich... Dann gibt es Abteilungen, da unterhaltet ihr euch über private Dinge und man pflegt ein fast freundschaftliches Verhältnis.

Man kann sich selbst raussuchen, wo man arbeiten will. In steilen oder in flachen Hierarchien.

P.S.:
Und das ist nicht per se Fach abhängig... Erinnere mich da an mein PJ in der Inneren an einer Uniklinik. Da war ein super netter OA, der mit uns allen per du war. Sehr, sehr nett, der Herr... Mittlerweilen ist er Ordinarius... Ich glaube, dass er über ein hohes Maß an sozialer Kompetenz und guter Umgangsformen verfügt.

urinbeutel
14.07.2021, 07:30
So ist es. Und die Leute, die chillig sind, verlassen die kaputten Kliniken und hinterlassen einen noch größeren Scherbenhaufen.

H-arzt 4
14.07.2021, 07:37
Leute, das ist der Unterschied... Es gibt Abteilungen, da schreit dich der OA und beleidigt dich... Dann gibt es Abteilungen, da unterhaltet ihr euch über private Dinge und man pflegt ein fast freundschaftliches Verhältnis.

Man kann sich selbst raussuchen, wo man arbeiten will. In steilen oder in flachen Hierarchien.

P.S.:
Und das ist nicht per se Fach abhängig... Erinnere mich da an mein PJ in der Inneren an einer Uniklinik. Da war ein super netter OA, der mit uns allen per du war. Sehr, sehr nett, der Herr... Mittlerweilen ist er Ordinarius... Ich glaube, dass er über ein hohes Maß an sozialer Kompetenz und guter Umgangsformen verfügt.

Ist es sicher nicht. Ich bin Nicht-Internist und Frühstücke oftmals mit den Internistischen Oberärzten und wir plaudern über Gott und die Welt. Wenn ich nicht aus privaten Gründen wegziehen müsste, würde ich vielleicht direkt Abteilung wechseln.

ehem-user-02-08-2021-1033
14.07.2021, 08:10
Ich kenne auch einen herzensguten chirurgischen Chefarzt mit einem wirklich lieben Team an OA's. Es geht alles... Der Fisch stinkt meist vom Kopf aus..

H-arzt 4
14.07.2021, 08:15
Ja, mal schauen, wo es mich hintreibt. Werde beim nächsten Mal genau hinschauen.
Finde es aber bedauerlich, dass man im Jahr 2021 hier im Forum Handgreiflichkeiten noch akzeptabel findet und man direkt als Mimose gelabelt wird.