Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Handgreiflichkeit durch Oberarzt
H-arzt 4
13.07.2021, 15:13
Bin heute telefonierend (gerade am auflegen) in der Patientenvorstellung dem Oberarzt und dem Mitassistent ins Patientenzimmer gefolgt und wurde plötzlich vom Oberarzt an der Schulter gepackt und aus dem Zimmer gestoßen. Mir wurde noch zugerufen "Raus aus dem Zimmer mit dem Telefon".
Hab den Oberarzt zur Rede gestellt, der sich entschuldigt hat und sein Verhalten versucht hat zu erklären (Privatsphäre der Patienten etc.). Hat dann geschwind versucht das Thema zu wechseln.
Prinzipiell halte ich das Verhalten 1. für eine illegale Handlung und 2. für einen Missbrauch von beruflicher Hierarchie und massiver Respektlosigkeit. Habe genug berufliche Möglichkeiten und genug Kapital, dass ich mich nicht auf diese Art und Weise behandeln lasse.
Ich persönlich reiche in den nächsten Wochen die Kündigung ein, habe den Vorfall schriftlich dokumentiert + Zeuge und überlege nun, ob ich etwas zu beachten habe. Hat irgendjemand Erfahrung oder Tipps mit solchen Fällen?
Plan B wäre dem Typen einfach eine zu verpassen (aus rechtlichen Gründen ein Scherz).
Bei einmaligem Vorfall und wenn er sich entschuldigt hat, halte ich das für übertrieben.
Christoph_A
13.07.2021, 15:36
Schlechter Troll oder Mimose?
Sollte das wirklich ernst gemeint sein gilt folgendes:
1. Man telefoniert nicht, wenn man in ein Patientenzimmer kommt, in dem gerade eine Visite stattfindet, das kann man gut noch vor der Tür erledigen, daß der OA natürlich auch überreagiert hat, ist klar, allerdings hat er sich ja entschuldigt, also was soll die Welle?
2. Wenn du dem Typen eine verpasst, kann es sein, daß Du sehr lange Zeit keinen Job mehr finden wirst (sowas verbreitet sich schnell) oder Du schlimmstenfalls eine nette kleine Schlägerei ausgelöst hast.
3. Denke, Dir wird in diesem Haus eher keiner nachweinen und eine juristische Handhabe wegen einer Lapalie wirste wohl auch eher nicht haben. Führt maximal zu ner Rüge des betreffenden OA durch den CA.
H-arzt 4
13.07.2021, 15:45
Wahrscheinlich habt ihr recht und ich bin aktuell auch bisschen am Überreagieren. Bitte um Verständnis. Frage deshalb auch, weil ich erst mal nen klaren Gedanken fassen möchte.
1.) ich habe nicht im Zimmer telefoniert sondern kurz vorher. Sehe auch ein, dass man nicht im Zimmer telefonieren sollte. Trotzdem sollte man nicht gewaltätig aus dem Zimmer geschubst werden. Würde ich einen Oberarzt schubsen würde, was dann los wäre.
3.) habt ihr Recht. Kündigung erfolgt auch aus anderen Gründen
4.) Der letzte Satz ist nicht ernstzumeinen.
Danke erst mal für die Beiträge
H-arzt 4
13.07.2021, 15:48
Es war auch bisschen mehr als ein rausgeschoben werden. Ich wurde richtig geschubst. Der OA hat das selbst wohl eingesehen und ist auf mich zugekommen, weshalb ich erst mal beschlossen habe keine weiteren Schritte einzuleiten.
H-arzt 4
13.07.2021, 16:00
Schlechter Troll oder Mimose?
Sollte das wirklich ernst gemeint sein gilt folgendes:
1. Man telefoniert nicht, wenn man in ein Patientenzimmer kommt, in dem gerade eine Visite stattfindet, das kann man gut noch vor der Tür erledigen, daß der OA natürlich auch überreagiert hat, ist klar, allerdings hat er sich ja entschuldigt, also was soll die Welle?
2. Wenn du dem Typen eine verpasst, kann es sein, daß Du sehr lange Zeit keinen Job mehr finden wirst (sowas verbreitet sich schnell) oder Du schlimmstenfalls eine nette kleine Schlägerei ausgelöst hast.
3. Denke, Dir wird in diesem Haus eher keiner nachweinen und eine juristische Handhabe wegen einer Lapalie wirste wohl auch eher nicht haben. Führt maximal zu ner Rüge des betreffenden OA durch den CA.
Weiß nicht, ob ich eine Mimose bin. Mir ist Selbstachtung und Respekt wichtiger als irgendein Job. Punkt 2. und 3. stimmen natürlich, aber ich habe das ohnehin nicht vor.
Feuerblick
13.07.2021, 16:03
Er hat sich von selbst entschuldigt. Ja, war seinerseits drüber, aber er hat es wohl eingesehen. Ich finde das etwas überreagiert von deiner Seite aus. Wegen sowas muss man - gerade angesichts einer Entschuldigung - nun wirklich keine Welle machen.
Aber da du ja offenbar aus anderen Gründen kündigst… :-nix
H-arzt 4
13.07.2021, 16:06
Er hat sich von selbst entschuldigt. Ja, war seinerseits drüber, aber er hat es wohl eingesehen. Ich finde das etwas überreagiert von deiner Seite aus. Wegen sowas muss man - gerade angesichts einer Entschuldigung - nun wirklich keine Welle machen.
Aber da du ja offenbar aus anderen Gründen kündigst… :-nix
Danke für den Beitrag. Ist eben erst passiert und ich rege mich von Minute zu Minute weiter ab. Ist etwas überreagiert von meiner Seite, sehe ich ein.
Trotzdem nicht ganz richtig von nem OA nen AA zu schubsen, ne Entschuldigung macht das auch nicht Wett. Geht dann doch gegen meine Prinzipien.
GelbeKlamotten
13.07.2021, 16:14
Ich würde da auch mal die Kirche im Dorf lassen. Du hast ja offensichtlich keinen körperlichen Schaden erlitten, sondern es geht eher um die Kränkung. Der Oberarzt hat sich entschuldigt, damit sollte das eigentlich vom Tisch sein. Wie schon geschrieben wurde, von einer weiteren Eskalation würdest du eh nicht profitieren.
Mir hat mal die leitende Oberärztin eine geknallt. Eine richtig scheppernde Ohrfeige. War zwar auf der Arbeit aber dem ging ein privater Streit voraus, der von beiden seiten aus verbal eskaliert ist. Habe selbst da kein großes Fass aufgemacht. Sie hat sich irgendwann zähneknirschend entschuldigt und geht mir seitdem aus dem weg, was ich sehr positiv finde. Teils macht sie sogar meine Arbeit, wenn sie die sachen sonst mit mir besprechen müsste.
Ich denke der OA wird dich künftig auch eher nur noch mit Samthandschuhen anfassen, du wirst eher davon profitieren als von einem unnötigen (Rechts-)Streit.
H-arzt 4
13.07.2021, 16:17
Ich würde da auch mal die Kirche im Dorf lassen. Du hast ja offensichtlich keinen körperlichen Schaden erlitten, sondern es geht eher um die Kränkung. Der Oberarzt hat sich entschuldigt, damit sollte das eigentlich vom Tisch sein. Wie schon geschrieben wurde, von einer weiteren Eskalation würdest du eh nicht profitieren.
Mir hat mal die leitende Oberärztin eine geknallt. Eine richtig scheppernde Ohrfeige. War zwar auf der Arbeit aber dem ging ein privater Streit voraus, der von beiden seiten aus verbal eskaliert ist. Habe selbst da kein großes Fass aufgemacht. Sie hat sich irgendwann zähneknirschend entschuldigt und geht mir seitdem aus dem weg, was ich sehr positiv finde. Teils macht sie sogar meine Arbeit, wenn sie die sachen sonst mit mir besprechen müsste.
Ich denke der OA wird dich künftig auch eher nur noch mit Samthandschuhen anfassen, du wirst eher davon profitieren als von einem unnötigen (Rechts-)Streit.
Das ist 1:1 was ich heute mit einer vertrauten Person besprochen hab.
1.) Eine Eskalation bringt mir keinen Benefit. 2.) hatte die Affekthandlung des OA keinen Hintergedanken bzw. kein System
3.) Ich denke auch, dass man in Zukunft eher mit Samthandschuhen angefasst wird, wovon man profitiert.
4.) Denke aber, dass es sinnvoll war, direkt offensiv Stellung zu nehmen und klar zu machen, dass man solches Verhalten nicht toleriert.
Und danke für die Anektode. Im Endeffekt wollte ich einfach genau sowas hören :-D
Christoph_A
13.07.2021, 16:40
Siehste, wenn man etwas sein Mütchen gekühlt hat, sieht man Dinge gleich entspannter.:knuddel:
Und was den nicht ernstzumeinenden Satz betrifft, das kann man halt via Internet nicht beurteilen und Klinikschlägereien habe ich in meiner nun schon etwas längeren Karriere tatsächlich ein paar erlebt. Eignen sich hinterher immer für Lacher an Stammtischen, sind in dem Moment, in dem sie stattfinden allerdings hochpeinlich für die Betroffenen wie Zeugen und Gift fürs Betriebsklima.
P.s.: Ich würde nicht unbedingt darauf setzen, daß Dich der Betreffende jetzt mit Samthandschuhen anfassen wird.
H-arzt 4
13.07.2021, 16:44
Ach du meine Güte, was führt denn zu Schlägereien. Hab solche noch nicht erlebt.
Ich habe mir zu Beginn meiner Karriere geschworen, dass ich mich niemals grundlos unterordnen werde oder Leuten in den Arsch krieche, nur für meine Karriere. Vielleicht bin ich zu priviligiert aufgewachsen, keine Ahnung.
Denke, dass ich einen guten Mittelweg in dieser spezifischen Situation gefunden habe und danke allen, dass ihr mir ein Ohr geliehen habt.
Christoph_A
13.07.2021, 16:46
Ach du meine Güte, was führt denn zu Schlägereien. Hab solche noch nicht erlebt.
Och, da gibts viele Punkte:
Private Fehden, siehe Beispiel von GK vorher, gekränkte berufliche Eitelkeiten, Aufeinanderprallen 2er herzchirurgischer Silberrücken im Rektum des Chefs, to be continued....
ehem-user-02-08-2021-1033
13.07.2021, 16:47
What the fuck? GK?
Weder eine Ohrfeige noch ein Schuppsen sind ein Ausdruck eines guten Betriebsklimas. Ich würde da kein Faß aufmachen...sondern mich mittelfristig umorientieren
H-arzt 4
13.07.2021, 16:51
Siehste, wenn man etwas sein Mütchen gekühlt hat, sieht man Dinge gleich entspannter.:knuddel:
Und was den nicht ernstzumeinenden Satz betrifft, das kann man halt via Internet nicht beurteilen und Klinikschlägereien habe ich in meiner nun schon etwas längeren Karriere tatsächlich ein paar erlebt. Eignen sich hinterher immer für Lacher an Stammtischen, sind in dem Moment, in dem sie stattfinden allerdings hochpeinlich für die Betroffenen wie Zeugen und Gift fürs Betriebsklima.
P.s.: Ich würde nicht unbedingt darauf setzen, daß Dich der Betreffende jetzt mit Samthandschuhen anfassen wird.
Weiß nicht, ob er mich mit Samthandschuhen anfassen wird. Jedenfalls hat er sich entschuldigt und mich dann für meine Arbeit im Klinikum gelobt und meinte, dass man immer ein offenes Ohr hat für alle Anliegen. Dem war das schon ziemlich peinlich ;-)
Aber wie gesagt, meines Erachtens nach unreife Aktion von dem. Insgesamt gab es aber in meiner Klinik keine solche Momente, weshalb ich vielleicht einfach etwas geschockt bin.
Vielleicht bin ich roughe Kliniken auch nicht gewohnt. Man hört ja Stories von OPs in denen Werkzeuge geworfen werden oder Stories aus den 80ern, wo der Chef einfach in die Hand des Assistenten geschnitten hat, wenn der die nicht weggezogen hat. Oder, dass man vor versammelter Belegschaft zur Schnecke gemacht wird, wenn man seinen Kittel nicht zu hat.
Es stimmt schon. Ich verteidige mein Revier relativ deutlich im Vergleich zu meinen Kollegen.
Feuerblick
13.07.2021, 16:53
Naja, mit Schubsen hätte ich (insbesondere nach Entschuldigung) jetzt nicht so das Problem. Bei einer Ohrfeige hingegen wäre in der Tat Schluss (es sei denn, ich hätte sie herausgefordert im Rahmen einer privaten Fehde :-)) ).
Hatte mal einen OA, der häufig ausfällig wurde und letztlich einer Assistentin eine Ohrfeige verpasst hat. Vor Zeugen. War dann auch seine letzte Handlung an diesem Haus. :-nix
H-arzt 4
13.07.2021, 16:58
Naja es gibt verschiedene Arten zu Schubsen, sagen wirs mal so. Es war schon bisschen mehr Kraft und unwirsch und der Mitassistent war ebenfalls sehr verwundert über diesen Vorfall.
Evidence based
13.07.2021, 17:54
Man wundert sich hier tagtäglich über schlechte Arbeitsbedingungen, aber selbst bei körperlichen Auseinandersetzungen hört man von den Kolleginnen und Kollegen nur, dass man sich nicht so anstellen soll - schon interessant!
urinbeutel
13.07.2021, 17:56
Man wundert sich hier tagtäglich über schlechte Arbeitsbedingungen, aber selbst bei körperlichen Auseinandersetzungen hört man von den Kolleginnen und Kollegen nur, dass man sich nicht so anstellen soll - schon interessant!
dito.
GelbeKlamotten
13.07.2021, 18:07
Man wundert sich hier tagtäglich über schlechte Arbeitsbedingungen, aber selbst bei körperlichen Auseinandersetzungen hört man von den Kolleginnen und Kollegen nur, dass man sich nicht so anstellen soll - schon interessant!
Was wäre denn dein Vorschlag, wie H-arzt4 mit der Situation umgehen sollte?
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