Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Handgreiflichkeit durch Oberarzt
Nefazodon
14.07.2021, 17:53
Ich glaube, 55 Beiträge sind bei weitem nicht ausreichend, um diese Situation erschöpfend auszudiskutieren.
Der Thread scheint sich auch irgendwie im Kreis zu drehen....
Lilalein
14.07.2021, 18:01
Ich bin erstaunt, dass dich das noch erstaunt. Ist in anderen Bereichen mMn undenkbar, dass ein erwachsener Akademiker einem Kollegen ggü bei der Arbeit wegen einer solchen Lappalie handgreiflich wird. Nicht nur gäbe es da ein soziales Korrektiv (d.h. durch solche unbeherrschten, prolligen Aktionen verliert man sein Gesicht), du hättest, wenn du es denn gut ausspielst, auch ein schönes Druckmittel gegen den Betreffenden in der Hand.
Meanwhile in der Medizin: Selbst schuld, sei froh, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist. Sei jetzt bloß keine Petze.
100% Zustimmung
Der Thread scheint sich auch irgendwie im Kreis zu drehen....
Ich verstehe es nicht. Ja, so ein Verhalten geht gar nicht, aber das sagt man einmal und dann isses auch gut.
Dieses ständige Drehen an der Eskalationsschraube lässt Verhältnismäßigkeit vermissen und ist ineffektiv. Gibt es nichts Wichtigeres zu tun? Braucht man das?
McLaren422
15.07.2021, 10:20
Also da muss ich jetzt auch mal was sagen: Sowas geht vom Oberarzt gar nicht (was ja viele hier auch bestätigt haben), die Tatsache, dass er sich direkt danach entschuldigt hat, machts auch nur minimal besser. Hätte er das nicht getan, hätte man ihn meiner Meinung nach fristlos rausschmeißen müssen, ggfs auch mit Anzeige wegen Körperverletzung. Da hörts bei mir echt auf. Ich finde, von einem gestandenen Oberarzt kann man erwarten, dass er sich benimmt. V.a. bei soner Kleinigkeit wie dem Telefonieren, das rechtfertigt so eine Situation überhaupt nicht. Sowas darf nicht passieren. Mich als Patient würde ein schubsender Oberarzt deutlich mehr verstören wie ein Assistent, der telefoniert. Klar, als Oberarzt darf man kritisieren, aber bitte mit Niveau und Anstand.
Ich würde trotz der Entschuldigung das zumindest dem Chef melden, sowas darf nicht unter den Teppich gekehrt werden. Finde es ehrlich gesagt auch etwas befremdlich, wie sehr hier einige das runterspielen. Sowas darf man sich nicht gefallen lassen, wenn man das tut, dann trägt man nur noch mehr dazu bei, dass die Sitten unten Ärzten immer noch mehr verrohen. Wie hättet ihr reagiert, wenn ein Assistent den Oberarzt geschubst hätte? Oder wenn es sich um eine sexuelle Belästigung oder um was Rassistisches gehandelt hätte? Da hättet ihr gleich Fackeln und Mistgabeln ausgepackt, Entschuldigung hin oder her.
Auch denkbar, dass der Oberarzt mit der Entschuldigung nur versucht, da möglichst unbeschadet wieder rauszukommen. Er sollte in meinen Augen schon Konsequenzen spüren, weil sonst leistet der sich demnächst die nächste Verfehlung.
@Threadsteller: Gut dass du da kündigst. Mach weiter so, lass dir nicht alles gefallen!
dissection
15.07.2021, 11:25
Was halt mittlerweile hier im Forum schon auffällt und langweilt:
Es prallen immer die gleichen zwei Fronten von (mindestens) zwei Generationen von Ärzten aufeinander. Meist sind es Weiterbildungsassistenten in frühen Jahren die über für deutsche Akademiker unsägliche Bedingungen klagen - bei einer Gratifikationskrise durch den Vergleich mit den beruflichen Bedingungen ihrer gleichaltrigen anderweitig tätigen Kollegen. Gleichzeitig kommt immer der gleiche Reflex von Fachärzten (z.B. von einem Münchner Kollegen), dass wir zu touchy seien, dass es schon immer so war, dass man nun mal Dreck zu fressen habe bis zur Aufgabe der körperlichen Unversehrtheit. Entweder ist es nun wirklich so, dass auch schon ein bisschen mehr Geld den Charakter verdirbt, die erfahrenen Fachärzte am permanenten Fisten in ihrer Weiterbildungszeit gefallen gefunden haben und das nun sado-masochistisch gerne an uns weiterreichen oder einfach devote Charaktere in der Medizin profitieren. Dunno. Muss aber nicht so bleiben.
Noch einmal: übertragt die Situation einfach eins zu eins auf den Ingenieur, Juristen, Unternehmensberater, Berufspolitiker und seht wie absurd dies anmuten würde. Ich habe nun auch vier Jahre kompetitive Uni-Innere hinter mir (mit allen körperlichen Auswikrungen von 1,5 Jahren Schichtarbeit in allen Corona-Wellen) und möchte nur sagen: Akzeptiert diese Scheisse nicht länger und setzt eure Wut produktiv ein.
Solidarität innerhalb der Ärzteschaft über die verschiedenen Weiterbildungsstufen hinweg braucht es.
Niemand hat bestritten, dass der OA sich unter der Gürtellinie verhalten hat.
Aber es wird seit 60 Beiträgen, in denen zig mal gemeint wurde, man habe sich geeinigt, doch wieder das gleiche Fass aufgemacht.
DAS ist das Problem, was viele sehen!
Lilalein
15.07.2021, 11:49
Vielleicht neuen Thread aufmachen?
@dissection: was kann man denn tun außer kündigen?
cartablanca
15.07.2021, 12:02
Ich sag mal so. Wenn du dir als Assistenzarzt sone Geschichte (Schubsen) mit einem OA leistest kannst du gar nicht gucken wie schnell du rausfliegst. Habe auch schon Anschreien, Handgreiflichkeiten anderer Art und Beleidigungen und Bedrohungen erlebt. Das hatte nie eine Konsequenz für die Leute. Die haben sich aber auch nicht entschuldigt. Entschuldigung akzeptieren und dem OA auch mitteilen, dass du nicht deshalb kündigst.
Vorschlag:
Den Thread hat eine bestimmte Person mit einem bestimmten Anliegen eröffnet.
Zu diesem Sachverhalt wurden jetzt viele Aspekte genannt.
Lasst doch den Threadersteller entscheiden, ob er noch weitere Punkte besprechen will - bspw. ob noch eine Folgefrage kommt.
Das hier tritt sonst komplett auf der Stelle und bringt auch niemanden weiter.
Wir werden dieses Generation X/Y/Z-Problem auch nicht hier auf Seite 12 im Beitrag 83 lösen.
H-arzt 4
15.07.2021, 17:05
Danke für alle Beiträge, wem es hier zu langweilig ist, der muss es nicht lesen.
Follow up heute:
Nachdem ich gestern krankgeschrieben war und die Klinik aus allen Nähten geplatzt ist, bin ich heute zur Arbeit gekommen und habe vom OA persönlich eine sehr ausführliche und wertschätzende Lehrvisite erhalten. Er hat uns heute derart oft gelobt, dass sämtlich Kollegen schon verwundert sind. Hab den Typen noch nie in diesem Zustand gesehen. Während der Visite hat er sogar (erstmalig) mit Smalltalk über den privaten Hintergrund angefangen.
Ich glaube somit, dass (zumindest Stand heute) die Botschaft angekommen ist.
Insgesamt eine Erfahrung, aus der ich vielleicht sogar was gelernt hab und die mich für die Zukunft wappnet.
Bezüglich den Chef kontaktieren: Habe kein Bock die Hütte abzufackeln, in dem ich selbst gerade bin. Wie gesagt, geht es mir um den Netto-Benefit aus meinem Handeln und der ist am größten, wenn ich es so belasse mit der Möglichkeit es jederzeit melden zu können.
Arrhythmie
15.07.2021, 17:48
Was halt mittlerweile hier im Forum schon auffällt und langweilt:
Es prallen immer die gleichen zwei Fronten von (mindestens) zwei Generationen von Ärzten aufeinander. Meist sind es Weiterbildungsassistenten in frühen Jahren die über für deutsche Akademiker unsägliche Bedingungen klagen - bei einer Gratifikationskrise durch den Vergleich mit den beruflichen Bedingungen ihrer gleichaltrigen anderweitig tätigen Kollegen. Gleichzeitig kommt immer der gleiche Reflex von Fachärzten (z.B. von einem Münchner Kollegen), dass wir zu touchy seien, dass es schon immer so war, dass man nun mal Dreck zu fressen habe bis zur Aufgabe der körperlichen Unversehrtheit. Entweder ist es nun wirklich so, dass auch schon ein bisschen mehr Geld den Charakter verdirbt, die erfahrenen Fachärzte am permanenten Fisten in ihrer Weiterbildungszeit gefallen gefunden haben und das nun sado-masochistisch gerne an uns weiterreichen oder einfach devote Charaktere in der Medizin profitieren. Dunno. Muss aber nicht so bleiben.
Noch einmal: übertragt die Situation einfach eins zu eins auf den Ingenieur, Juristen, Unternehmensberater, Berufspolitiker und seht wie absurd dies anmuten würde. Ich habe nun auch vier Jahre kompetitive Uni-Innere hinter mir (mit allen körperlichen Auswikrungen von 1,5 Jahren Schichtarbeit in allen Corona-Wellen) und möchte nur sagen: Akzeptiert diese Scheisse nicht länger und setzt eure Wut produktiv ein.
Solidarität innerhalb der Ärzteschaft über die verschiedenen Weiterbildungsstufen hinweg braucht es.
:-top
Wahre Worte.
Arrhythmie
15.07.2021, 17:50
Danke für alle Beiträge, wem es hier zu langweilig ist, der muss es nicht lesen.
Follow up heute:
Nachdem ich gestern krankgeschrieben war und die Klinik aus allen Nähten geplatzt ist, bin ich heute zur Arbeit gekommen und habe vom OA persönlich eine sehr ausführliche und wertschätzende Lehrvisite erhalten. Er hat uns heute derart oft gelobt, dass sämtlich Kollegen schon verwundert sind. Hab den Typen noch nie in diesem Zustand gesehen. Während der Visite hat er sogar (erstmalig) mit Smalltalk über den privaten Hintergrund angefangen.
Ich glaube somit, dass (zumindest Stand heute) die Botschaft angekommen ist.
Insgesamt eine Erfahrung, aus der ich vielleicht sogar was gelernt hab und die mich für die Zukunft wappnet.
Bezüglich den Chef kontaktieren: Habe kein Bock die Hütte abzufackeln, in dem ich selbst gerade bin. Wie gesagt, geht es mir um den Netto-Benefit aus meinem Handeln und der ist am größten, wenn ich es so belasse mit der Möglichkeit es jederzeit melden zu können.
Na, das hört sich doch versöhnlich und vielversprechend an, da hat wohl jemand sehr zügig gelernt. Sehr gut.
Ich nehme an, er wird sich selbst über diese Aktion erschreckt haben.
Ich persönlich habe in meiner Karriere mit genügend Aktionen, Ungerechtigkeiten und auch Ärger zu tun gehabt, bei dem ich mir sagen muss - weisst Du, wie es auf der anderen Seite (vor allem der Telefonleitung in eine andere Abteilung/Station) aussieht und vielleicht ist dort LandUnter. Das meiste hat sich dann auch wieder so beruhigt. Wenn ich unfair (seltenst), unwirsch (kann ich gut) oder ablehnend bin, entschuldige ich mich auch hinterher und bemühe mich um äusserst faire und saubere Zeiten in Folge. Selbst wenn jch dafür nichts konnte. Genauso bemühe ich mich, das, was andere mir gegenüber darstellen/abgeben, nicht so streng zu sehen. Gegebenenfalls bleibe ich am Ball und versuche Verständnis im direkten Gespräch zu finden ‚bei Dir/Ihnen/euch scheint es aber auch grad ganz schön hektisch‘.. so kommt man eigentlich im Mikorkosmos Krankenhaus sehr wertschätzend durch. Glaube ich.
Schlechter Troll oder Mimose?
daß der OA natürlich auch überreagiert hat, ist klar, allerdings hat er sich ja entschuldigt
Du sehr lange Zeit keinen Job mehr finden wirst
in diesem Haus eher keiner nachweinen (...) Führt maximal zu ner Rüge des betreffenden OA
Einfach auf sich wirken lassen. Nochmal den Post lesen.
Einfach nur traurig.
Die Diskussion dreht sich im Kreis. Bevor sie eskaliert, schließe ich das Thema.
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