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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigene Praxis = Schlaraffenland?



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Krokodil97
27.09.2021, 19:20
Nur mal so am Rande: Wenn Fixkosten eine Rolle spielen, bedeutet eine Halbierung des Umsatzes nicht eine Halbierung des Gewinns ;-)

Prinzipiell richtig, aber in zb. einer Gemeinschaftspraxis können sich die Praxisinhaber ja durchaus in die Fixkosten reinteilen. Dementsprechend macht die Rechnung schon Sinn.

Trotzdem wäre ich dankbar für konkrete Antworten, was eine Niederlassung unattraktiv macht. Gehalt bzw. Arbeitszeit kann es wie gesagt nicht sein, das ist beides weit überdurchschnittlich. Wer etwas anderes behauptet, dem fehlt meiner Meinung nach einfach der Blick über den Tellerand. (Ja @cartablanca , es gibt auch von dir zitierte sehr gut bezahlte Manager Posten oder eben vorher angesprochene Notare - aber Statistiken zeigen, dass letztlich eben nur 3,5% >100k verdienen, es handelt sich also zweifelsfrei um Ausnahmen. Das jedoch selbständige Handwerker besser verdienen sollen als Ärzte, ist ein Witz.)

Aber macht euch denn die Arbeit Spaß? Das wäre meiner Meinung nach der einzig verbleibende Kritikpunkt. Wenn man alleine eine Praxis hat könnte ich mir durchaus vorstellen, dass es manchmal ein bisschen einsam ist. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass es mit der Zeit ziemlich eintönig wird, unter anderem aufgrund der vielen Bürokratie. Auch die hohe Verantwortung, schließlich geht es um Menschenleben, stelle ich mir durchaus belastend vor.

Ich würde mich über euer Feedback freuen.

Lg Krokodil

crossie
27.09.2021, 19:37
Lieber TE,

weisst Du wie ich mir ein Job-Schlaraffenland in etwa vorstelle?

09:00 gemütlich ins Büro schlappen, PC hochfahren, in der Zwischenzeit in der Küche Kaffee holen und bissl mit den Kollegen quatschen, ab 09:30 dann paar Mails beantworten, um 10:00 zwei Stunden Meeting in denen man die meiste Zeit am Smartphone rumspielt, danach Kundentermin mit Geschäftsessen, 14:00 wieder im Büro, Kaffee und kurzes Pläuschchen, Pause muss ja sein, dann noch bisschen Schreibkram und 17:30 erholt mit dem Dienstwagen nach Hause. Außer Freitags, da hat man um 12:00 den "ich weiß nicht, ob ich es danach nochmal rein schaffe"-Termin. Abends 22:00 bei einem Glas Wein noch 1-2 "ich bin sooo wichtig"-Mails und fertig. 35 Wochenstunden für 100k plus Sonderzahlung in fünfstelliger Höhe plus Dienstwagen mit Tankkarte.

Unsere Vertriebler in meiner letzten Wirtschaftsbude hatten das. Mein Jobleben sah sehr ähnlich aus, ich konnte nur weniger mit diesen Außenterminen rumtricksen und hatte bissl weniger Kohle.

Heute mit dem ganzen Honeoffice-Bums kriegt das ja nochmal ne ganz andere Qualität.

Warum ich da nicht geblieben bin: ich brauch eine Arbeit die Sinn gibt, das war da nicht der Fall und ich konnte mich (retrospektiv leider) nicht damit arrangieren.

Krokodil97
27.09.2021, 20:17
Ich stelle ein Job-Schlaraffenland, Stand jetzt, in etwa so vor:

9:00 -12:00 Sprechstunde (=15 Sprechstunden pro Woche)
12:00-12:30 Mittagspause
12:30-14:00 entspannt die angefallene Bürokratie abarbeiten und Befunde durchgucken

Nachmittags/Abends mit Freunden Angeln oder Golfen gehen. Mit ca 100k im Jahr ein privilegiertes Leben führen.

Bonnerin
27.09.2021, 20:25
Gibt nur leider ne KV Mindestsprechstundenzeit von 25 Wochenstunden (https://www.kbv.de/html/tsvg.php).

Bei 15h morgens und 7,5h nachmittags fehlt dir da noch was, ein Nachmittag muss es schon komplett sein. Außer, du behandelst natürlich nur Privatpatienten und Selbstzahler. Und natürlich keinerlei Hausbesuche, das wäre ja auch ein Zeitverlust.

Feuerblick
27.09.2021, 20:27
Mit nur Kassenpatienten dürften die 100k auch ziemlich schwer zu erreichen sein. :-nix
Das was der TE sich erträumt, war früher wahrscheinlich mal so. Aber heute? Echt jetz?

Krokodil97
27.09.2021, 21:49
Mit nur Kassenpatienten dürften die 100k auch ziemlich schwer zu erreichen sein. :-nix
Das was der TE sich erträumt, war früher wahrscheinlich mal so. Aber heute? Echt jetz?

Warum sollte das schwer zu erreichen sein? 170.000€ ist derzeit der durchschnittliche Reingewinn pro Praxisinhaber. "Echt jetzt" - ob du es glaubst oder nicht.


Gibt nur leider ne KV Mindestsprechstundenzeit von 25 Wochenstunden (https://www.kbv.de/html/tsvg.php).

Da hast du recht, man kann aber auch eine Teilzulassung beantragen und weniger Sprechstunden anbieten. Außerdem kann man auch eine Volle Zulassung beantragen, aber einen weiteren Arzt anstellen und jeweils zb. 15 Sprechstunden geben.

crossie
27.09.2021, 22:30
Lieber TE,

magst Du uns denn nicht einfach verraten, was Du hier genau hören bzw. lesen willst? Oder worum es Dir sonst geht? Vielleicht kann man die Sache dann einfach etwas abkürzen?

Krokodil97
27.09.2021, 23:35
Lieber TE,

magst Du uns denn nicht einfach verraten, was Du hier genau hören bzw. lesen willst? Oder worum es Dir sonst geht? Vielleicht kann man die Sache dann einfach etwas abkürzen?

Gern. Ich werde zeitnah an der Uni meinen BWL Master abschließen. Note gut bis sehr gut. Da ich aus dem Osten komme und hier gern bleiben will, sind mit meinem BWL Master 40-50k zum Einstieg bei einer 40h Woche realistisch. Mit viel Glück wird man mit 40 oder 50 tatsächlich mal Geschäftsführer und verdient dann 100k+, so eine Karriere ist jedoch nicht planbar. Wie gesagt, nur 3,5% aller Einkommenssteuerpflichtigen verdienen 100k+. Im Osten sicher noch weniger.

Die Option noch einmal Medizin zu studieren und eine eigene Praxis zu führen scheint mir deutlich attraktiver. Modelle wie 25h/100k oder 40h/170k schlagen die Optionen als BWLer meiner Meinung nach um Längen. Bevor ich jetzt 6 Jahre studiere und 5 Jahre Facharztausbildung mache, will ich mich hier im Forum austauschen, ob der Beruf als niedergelassener Arzt auch wirklich so erstrebenswert ist wie ich denke und es den großen Aufwand wert ist. Stand jetzt sind mir keine erstrebenswerteren "normalen" Berufe bekannt.

Lg Krokodil

Feuerblick
27.09.2021, 23:41
Als fast BWL-Master kannst du bestimmt rechnen, oder? Dann lies dir einfach mal Wissen zum KV-System und zum EBM an. Dann weißt du, dass du mit 25 Stunden Arbeit rein für Kassenpatienten nicht zu deinem Reichtum kommen wirst.
Aber das haben dir hier Niedergelassene schon alles erklärt. Schade, dass dich Fakten nicht interessieren.

anignu
27.09.2021, 23:45
Ein BWLler würde auch die Kosten fürs Studium, den Verdienst für die Zeit danach etc. mit einberechnen. Incl. der maximalen Work-Life-Balance während der FacharztWEITERbildung etc. Und dann drauf kommen dass man statt Studium und Weiterbildung und danach Stress in eigener Praxis sich auch einen chilligen Job und eine sinnvolle Geldanlage suchen könnte und so seinen Lebensunterhalt zu bestreiten...

Krokodil97
28.09.2021, 04:53
Finanziell lohnt sich das. Mit 30 würde ich anfangen zu arbeiten. Mit 40 hätte ich die 6 Jahre Studium spätestens aufgeholt.

@Feuerblick es ist doch völlig egal ob Kassenpatienten oder Privatpatienten kommen oder pauschal oder leistungsgerecht vergütet wird, etc - wenn im Durchschnitt 170k verdient werden, wird man als durchschnittlicher Arzt auch in etwa in diesem Bereich verdienen.

miked
28.09.2021, 05:05
Warum ist es "Provokation" wenn man sich in einem Online Forum zu einem Thema austauscht. Dazu ist es doch da? Ich werde selbst ein Medizinstudium anfangen, warum sollte ich denn dann missgünstig gegenüber den Gehältern von Ärzten sein? Im Gegenteil, ich will mich halt zu meinem zukünftigen Job informieren bevor ich blind ein Studium beginne.

Nur ist es halt wie gesagt so, dass (für mich) bis jetzt keine triftigen Gründe genannt wurden, weshalb die Arbeit als niedergelassener Arzt nicht weit überdurchschnittlich attraktiv sein soll. In Deutschland verdienen gerade mal 3,5% aller Einkommenspflichtigen über 100k. Als Mediziner verdient man das schon bei einer 25h Stunden Woche. Arbeitszeit und Gehalt sind also außerordentlich gut. Weshalb konkret soll es denn aber eurer Meinung nach trotzdem kein Schlaraffenland sein? Macht euch die Arbeit keinen Spaß? (weil zu eintönig, zu viel Bürokratie, zu viel Leistungsdruck) -> Das wäre ja die einzig logische Erklärung.

Ich kann dir von meinen Erfahrungen berichten: Wollte nach meinem Facharzt eigentlich eine Praxis übernehmen, habe einige besichtigt, von gewinn 90000 p.a. bis > 200000 p.a. war alles dabei; die Inhaber, die von einer gemütlichen 40 h woche sprachen, lagen meist bei ca. 140-150 k/Jahr, die Praxen waren aber alle natürlich schon abbezahlt, sodass in den ersten Jahren noch die Kredittilgung abzuziehen wäre; das ist viel Geld, vergessen dabei darfst du nicht, dass du als selbständiger alle Sozialleistungen selbst abführen musst, sodass mit Altersvorsorge ca. 55 % vom Gewinn weggehen; so entsprechen 150000 Gewinn etwa 120000 Bruttolohn als angestellter, bzw. die von dir genannten 100.000 Gewinn etwa 70000 als angestellter; immer noch sehr viel geld, aber die Zahlen relativieren sich... Ich hatte dann keine für mich passende Praxis gefunden ( meist Investitionsstau, kein Sono vorhanden und kaum Platz dafür, etc.) und mich dann erstmal in einem MVZ anstellen lassen mit Option zum späteren Einstieg/ Übernahme und praktisch (ohne finanzielles risiko) die Praxis im Alltag geschmissen; vorher war ich in 2 verschiedenen Praxen angestellt; letztlich fand ich das Arbeiten im ambulanten Bereich nicht so toll und jetzt bin ich wieder in der Klinik mit (für mich) guten Konditionen (anderes Fach, keine Dienste, gute Tagesstrukturierung,...); warum ich vorm Schlaraffenland weggelaufen bin? > sehr viele, sehr kurze Patientenkontakte, dabei sehr hohe ansprüche dererseits und oft das Gefühl aus Zeitmangel diesen nicht gerecht werden zu können, ständig das Gefühl, getrieben zu sein bei vollem Wartezimmer, "Notfallhausbesuche", die sich dann als "Kratzer" entpuppen, Regressangst, Diskussionen, warum x y (oft auch für mich nicht nachvollziehbar) nicht bezahlt wird, aufgrund des Abrechnungssystems politischer Willkür / den Launen der KV ausgesetzt (z.b. Telematik, wenn ihr nicht mitmacht, gibts sanktionen) etc. pp. FÜR MICH war das trotz guter Work-MONEY-balance maximal stressig, deshalb hatte ich keine gute Work-LIFE-Balance ; an meiner jetzigen stelle verdiene ich weniger geld/zeit, spüre dafür jedoch weniger druck... Das gilt FÜR MICH und mag bei anderen genau umgekehrt sein, aber aus ähnlichen Gründen gehen viele eben nicht ins "gelobte Land" der Niederlassung.... Niederlassung muss einem liegen, wie alles andere auch....

Feuerblick
28.09.2021, 06:51
Finanziell lohnt sich das. Mit 30 würde ich anfangen zu arbeiten. Mit 40 hätte ich die 6 Jahre Studium spätestens aufgeholt.

@Feuerblick es ist doch völlig egal ob Kassenpatienten oder Privatpatienten kommen oder pauschal oder leistungsgerecht vergütet wird, etc - wenn im Durchschnitt 170k verdient werden, wird man als durchschnittlicher Arzt auch in etwa in diesem Bereich verdienen.
Nun, wenn nur Kassenpatienten kommen, wirst du mit 25 Wochenstunden diesen Verdienst nicht erreichen. Daher schrieb ich ja, du solltest dich mal mit dem KV-Modell beschäftigen. Du kannst nämlich in deiner Arbeitszeit pro Quartal nicht beliebig viele „Scheine“ machen. Sind es nach Festlegungen der KV zu viele, bekommst du auf den Deckel. Erst freundlich, dann unfreundlich.
Dazu solltest du dir anschauen, was „pauschal“ bei Kassenpatienten meint und was mit den Pauschalen (pro Quartal!!) alles bereits abgegolten ist. Du wirst feststellen, dass ich recht habe, wenn ich sage, dass du mit ausschließlich Kassenpatienten bei 25 Wochenstunden nicht reich wirst.

Kandra
28.09.2021, 07:09
Finanziell lohnt sich das. Mit 30 würde ich anfangen zu arbeiten. Mit 40 hätte ich die 6 Jahre Studium spätestens aufgeholt.

@Feuerblick es ist doch völlig egal ob Kassenpatienten oder Privatpatienten kommen oder pauschal oder leistungsgerecht vergütet wird, etc - wenn im Durchschnitt 170k verdient werden, wird man als durchschnittlicher Arzt auch in etwa in diesem Bereich verdienen.

Wo in der Rechnung taucht auf, dass du als BWL-Master vermutlich keinen Platz als Zweitstudent bekommen wirst? Oder sind die Kosten für ein Auslandsstudium/Studium an einer privaten deutschen Uni da schon eingepreist?

Schubbe
28.09.2021, 07:32
Er ist doch kein Zweitstudient. Wir anderen haben uns alle nur dumm angestellt.

Cor_magna
28.09.2021, 07:56
Gern. Ich werde zeitnah an der Uni meinen BWL Master abschließen. Note gut bis sehr gut. Da ich aus dem Osten komme und hier gern bleiben will, sind mit meinem BWL Master 40-50k zum Einstieg bei einer 40h Woche realistisch. Mit viel Glück wird man mit 40 oder 50 tatsächlich mal Geschäftsführer und verdient dann 100k+, so eine Karriere ist jedoch nicht planbar. Wie gesagt, nur 3,5% aller Einkommenssteuerpflichtigen verdienen 100k+. Im Osten sicher noch weniger.

Die Option noch einmal Medizin zu studieren und eine eigene Praxis zu führen scheint mir deutlich attraktiver. Modelle wie 25h/100k oder 40h/170k schlagen die Optionen als BWLer meiner Meinung nach um Längen. Bevor ich jetzt 6 Jahre studiere und 5 Jahre Facharztausbildung mache, will ich mich hier im Forum austauschen, ob der Beruf als niedergelassener Arzt auch wirklich so erstrebenswert ist wie ich denke und es den großen Aufwand wert ist. Stand jetzt sind mir keine erstrebenswerteren "normalen" Berufe bekannt.

Lg Krokodil

Perfekt. Geh in den Osten als Landarzt! Das Schlaraffenland wartet nur auf dich.

Aber hör auf so zu tun du wüsstest besser Bescheid als die ganzen Mediziner hier die seit einer Dekade oder mehr schon da sind wo du hin willst, nur weil du mal paar Gehaltstabellen gelesen hast. :-))

Ich persönlich glaube ja langsam, er ist ein Troll. Vll stimmt der BWL Teil ja, en BWLer der uns hier ärgern will :D
Falls Nein: Wie gesagt, frohes Schaffen !! Viel Erfolg auch beim Studienplatz finden oder sich reinkaufen.

Dogs4Life
28.09.2021, 09:24
Absoluter Troll.

Hat seine Scheuklappen hochgefahren, hört auf niemanden und tut jede Info ab, die nicht seiner Ansicht entspricht.

Mit so einer Haltung würde er tatsächlich in der Wirtschaft vermutlich ganz weit unten mitspielen.

Feuerblick
28.09.2021, 09:31
Vermutlich will er deswegen lieber in die Medizin :-))

Bonnerin
28.09.2021, 11:03
Laut Beitragshistorie hat er/sie/es sich nen Platz in Pecs gekauft.

Aeonflux
28.09.2021, 11:25
Ihr seid schon gehässige Leute. Warum ängert ihr euch so? Hat sie einen wunden Punkt getroffen? Friedrich Merz sieht sich übrigens auch als Angehörigen des Mittelstandes.