Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigene Praxis = Schlaraffenland?
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Also meiner Erfahrung nach ist die öffentliche Meinung eher, dass Ärzte zwar sehr gut verdienen, aber im Vergleich zu anderen Berufsgruppen eher unterbezahlt sind. Das ist jedenfalls das, es ich im Allgemeinen aus meinem Bekanntenkreis höre und was ich auch immer so an Internetkommentaren lese.
Dürfte daran liegen, dass die meisten Zuschauer sich eben mehr mit dem Hufschmied identifizieren. Anwälte (und Banker, und Manager,...) haben dagegen einen eher anrüchigen Ruf. Und als Arzt genießt man natürlich auch nur so lange Respekt, wie man kein Geld für die eigene Arbeit will.
Jupp, denke ich auch, ich wollte damit genau auf diese Subjektivität (und oft auch Absurdität) solcher Debatten hinweisen...
Also meiner Erfahrung nach ist die öffentliche Meinung eher, dass Ärzte zwar sehr gut verdienen, aber im Vergleich zu anderen Berufsgruppen eher unterbezahlt sind. Das ist jedenfalls das, es ich im Allgemeinen aus meinem Bekanntenkreis höre und was ich auch immer so an Internetkommentaren lese.
echt? ok, in meinem Bekanntenkreis wird mein Gehalt meist deutlich höher eingeschätzt, ich bin allerdings im Großen und Ganzen zufrieden; klar, mehr geht immer ;-) was imho immer noch zu schlecht bezahlt wird, sind die Dienste, darum bin ich ganz froh, keine mehr machen zu müssen....
echt? ok, in meinem Bekanntenkreis wird mein Gehalt meist deutlich höher eingeschätzt..
Das unterstreicht ja meine Aussage
Das unterstreicht ja meine Aussage
ah, ok, mein Fehler, hatte deine Aussage falsch verstanden :-music
Krokodil97
30.09.2021, 21:19
Mit den irgendwo erwähnten 55 k netto wird’s übrigens schon schmal wenn man mit dem Porsche zum Golfplatz will und vermutlich auch sonst den Luxus der Besserverdiener leben will….
Naja, kommt darauf an wie man Besserverdiener definiert. Wie gesagt verdienen je nach Statistik nur ca 3% aller Einkommenssteuerpflichtigen in Deutschland >5000€ netto im Monat - das scheint vielen Forenteilnehmern nicht bewusst zu sein. Daher vermutlich auch die geringe Wertschätzung für die eigene Bezahlung. Mit 20h (Augenarzt) bzw. 30h (Allgemeinarzt) für ca 5000€ netto bleibt auch genug Zeit zum Golf spielen :-)
Es kann sich gern ein niedergelassener Arzt melden und mich berichtigen. Aber die bisher in dem Thread genannten Zahlen bewegen sich ja auch in der Größenordnung.
Nein miked laut TE gibt's kaum jemand, der das selbstständig erreichen kann. Und vor allem Handwerker schaffen das auf keinen Fall!! Bitte keinen Unfug verbreiten, im Internet steht etwas anderes!
:-meinung
Krokodil97
30.09.2021, 21:24
Mit den irgendwo erwähnten 55 k netto wird’s übrigens schon schmal wenn man mit dem Porsche zum Golfplatz will und vermutlich auch sonst den Luxus der Besserverdiener leben will….
Naja, kommt darauf an wie man Besserverdiener definiert. Wie gesagt verdienen je nach Statistik nur ca 3% aller Einkommenssteuerpflichtigen in Deutschland >5000€ netto im Monat - das scheint vielen Forenteilnehmern nicht bewusst zu sein. Daher vermutlich auch die geringe Wertschätzung für die eigene Bezahlung. Mit 20h (Augenarzt) bzw. 30h (Allgemeinarzt) für ca 5000€ netto bleibt auch genug Zeit zum Golf spielen :-)
Es kann sich gern ein niedergelassener Arzt melden und mich berichtigen. Aber die bisher in dem Thread genannten Zahlen bewegen sich ja auch in der Größenordnung.
Nein miked laut TE gibt's kaum jemand, der das selbstständig erreichen kann. Und vor allem Handwerker schaffen das auf keinen Fall!! Bitte keinen Unfug verbreiten, im Internet steht etwas anderes!
Sehr gut dazu gelernt! Nur die wenigsten, nämlich ca 3% erreichen >5000€ netto. Die 7-8k netto die ein Vollzeit (Allgemein-Arzt) verdient, erreicht gerade mal 1% der Einkommenssteuerpflichtigen Bevölkerung. Ob Handwerker dazu gehören weiß ich ehrlich gesagt nicht genau und es ist mir auch relativ egal. Ich wage es aber stark zu bezweifeln. Ich kenne einige selbstständige Handwerker und die machen mir nicht den Eindruck besonders gut zu verdienen.
Krokodil97
30.09.2021, 22:04
das vw verlangt scheinbar "nur" 12 %
Also ich hab mal nachgeschaut, die Versorgungsanstalt Baden Würtemberg scheint wirklich eine Ausnahme bei der Berechnung zu sein. Bayern und Sachsen verlangt jedenfalls, so wie laut Internet die meisten Versorgungskammern, 18,6% (wie AG Anteil und AN Anteil bei der gesetzlichen RV zusammen) und es gilt halt die gleiche Beitragsbemessungsgrenze wie bei der gestzl. RV -> man zahlt also maximal ca 14000€ im Jahr.
Ich verlinke dir die seite nochmal... https://steuerwelle.de/bruttonetto2017/
Ich hab mir den Artikel angeguckt, aber solche Pauschalisierungen - So schreibt er zb dass die Belastung alleine durch Krankenversicherung und Einkommenssteuer bei 100k im Jahr bei ca 40% liegen - sind vollkommen sinnlos, weil es immer auf die Rahmenbedingungen ankommt. Zb. liegt die Belastung durch Krankenversicherung und Einkommenssteuer selbst bei gesetzlicher KV als niedergelassener Arzt, 2 Kindern und Steuerklasse 3 bei nicht einmal 30%. Ohne Kinder und und Lohnsteuerklass 4 bei 38%.
Dass man als selbständiger im gleichen maß (legal) steuerlich absetzen kann, halte ich für ein gerücht, das würde ich mir mal gerne vorrechnen lassen
Allein, dass man pro Jahr 3% seiner Praxis abschreiben kann lohnt sich doch schon extrem. Man kauft sich eine 1 Mio. Villa in der Stadt in der man seine Praxis betreibt -> Jedes Jahr 30k steuerfrei. Wenn 30 Jahre gearbeitet hat schließt man seine Praxis, vermietet die Villa und genießt seinen Ruhestand.
Also 55 k netto sind für mich knapp 4600 €/Monat und nicht > 5000 €.
Ich bin die letzte Person, die der Meinung ist, dass Ärzte am Hungertuch nagen und zu wenig Geld verdienen. Für mich persönlich ist das sehr viel Geld. Aber dennoch eben unterm Strich nicht genug Geld um sich ein fettes Luxusleben zwischen Porsche, Villa und Golfplatz finanzieren… da sind andere Summen nötig.
Ich hab mir den Artikel angeguckt, aber solche Pauschalisierungen - So schreibt er zb dass die Belastung alleine durch Krankenversicherung und Einkommenssteuer bei 100k im Jahr bei ca 40% liegen - sind vollkommen sinnlos, weil es immer auf die Rahmenbedingungen ankommt. Zb. liegt die Belastung durch Krankenversicherung und Einkommenssteuer selbst bei gesetzlicher KV als niedergelassener Arzt, 2 Kindern und Steuerklasse 3 bei nicht einmal 30%. Ohne Kinder und und Lohnsteuerklass 4 bei 38%.
Allein, dass man pro Jahr 3% seiner Praxis abschreiben kann lohnt sich doch schon extrem. Man kauft sich eine 1 Mio. Villa in der Stadt in der man seine Praxis betreibt -> Jedes Jahr 30k steuerfrei. Wenn 30 Jahre gearbeitet hat schließt man seine Praxis, vermietet die Villa und genießt seinen Ruhestand.
Klar geht er von bestimmten Pauschalen als Berechnungsgrundlage aus, das machst du ja auch, wenn du bei deiner Berechnung steuerklasse 3 wählst, wie gesagt, das gilt ja dann im gleichen Maß für ein Angestelltengehalt... Die Ursprungsfrage war ja, ob die Niederlassung im Vgl. zur Anstellung ein Schlaraffenland darstellt; dir wurden jetzt viele Gründe genannt, warum es DEIN PERSÖNLICHES Schlaraffenland sein könnte, aber nicht mus; alles andere gibts nämlich nur im Märchen ;-)
Gegenbeispiel: ein mir bekannter Oberarzt verdient bei 60 % (2 tage pro woche frei, keine Dienste) ca. 63 k mit poolgeld, ohne überstunden; das sind dann bei Steuerklasse 3 auch 3600 netto; seine Frau hat ein ähnliches Modell in einem Wirtschaftsbetrieb, verdient noch etwas besser und zusammen haben sie mehr als genug, um ein gutes Leben zu führen und genug Zeit für ein gemeinsames, zeitintensives Hobby bei allen Arbeitnehmersicherheiten- das scheint deren persönliches Schlaraffenland zu sein...
Übrigens viel Spass mit der Praxis in der eigenen Stadtvilla- brauchst damn ein gutes Telefon- Klingelsystem, um ruhige Nächte und Wochenenden zu haben ;-)
Um es nochmal zu betonen: ja, du kannst als Niedergelassener einen sehr guten Stundenlohn erreichen, ob jetzt mit deinen imho etwas schöngerechneten oder etwas niedrigeren Zahlen.... Ob du mit den negativen Aspekten der Niederlassung klarkommst, musst du selbst rausfinden; du hast ja jetzt einige Beispiele gehört, von Leuten, die sich da wohlfühlen und von welchen, die es nicht taten; auch die haben übrigens einen 6,5 Jahre studiert, Examen gemacht, teils nebenbei promoviert, 5-6 Jahre Facharztausbildung gemacht und stehen teilweise 10-20 jahre im Beruf; sie wissen also, wovon sie sprechen.... ;-)
Thomas24
01.10.2021, 06:27
Allein, dass man pro Jahr 3% seiner Praxis abschreiben kann lohnt sich doch schon extrem. Man kauft sich eine 1 Mio. Villa in der Stadt in der man seine Praxis betreibt -> Jedes Jahr 30k steuerfrei. Wenn 30 Jahre gearbeitet hat schließt man seine Praxis, vermietet die Villa und genießt seinen Ruhestand.
Moment mal. Du hast in deinem Szenario ein Bruttoeinkommen von 100 K bei 20 h Woche, Netto 4.6 K/Monat in STK 3 mit 2 Kindern. Davon willst du den Kredit von einer Villa von 1 Mio abbezahlen (und zwar vor dem Renten Eintritt?), plus deinen laufenden Praxiskredit, deine Altersversorge (neben dem Versorgungswerk, dringend empfohlen) und on top gleichzeitig deine Familie versorgen?
Und das ist deine Vorstellung von "Nachmittags Luxusleben auf dem Golfplatz" ?
Abgesehen davon, dass ich mal wissen möchte, wie du mit 4,6 K Netto /Monat die ca. 200 K Eigenkapital für die Finanzierung der "Villa Kroko" ansparen möchtest (10% Nebenkosten, 10% Eigenkapital). Es sei denn, du gehst davon aus, dass deine Bank dir gerne eine 110% Finanzierung für deine Immobilie geben wird (dir ist klar, dass deine Bank verpflichtet ist, vor der Kreditvergabe deine wirtschaftlichen Verhältnisse zu prüfen).
Last, but not least, die Abschreibung von 3% bei Gewerbeimmobilien existiert nicht ohne Grund. Von Instandhaltung /Rücklagen für Bewirtschaftung etc. habe ich in deiner Rechnung irgendwie noch gar nichts gelesen. Wo kommt deine Liquiditätsreserve für die Praxis her? Wo deine Altersvorsorge etc. Pp? Ich fall gerade von einer Ohnmacht in die nächste.
Dein Background ist wirklich BWL? Okay...
OT: Vielleicht solltest du bei deinen "mad Cash Flow Excel Skills" anstelle Der Niederlassung eine Karriere im Klinik Controlling anstreben und den Kollegen dann darlegen, dass Sie mit nur einem Assistenten in der Abteilung durchaus rechtskonform sowohl alle Dienste der Abteilung besetzen können, gleichzeitig mehr Umsatz *und* mehr freimachen können. Oder: setz dich bitte mal in eine Praxis für Allgemeinmedizin und hospitiere da mal.
... Oder: setz dich bitte mal in eine Praxis für Allgemeinmedizin und hospitiere da mal.
:-dafür:-dafür:-dafür
Aeonflux
01.10.2021, 09:07
Ich frag mich grad, wie man mit nur 1 Mio eine Villa bezahlen soll, aber ich bin aus München.. 🙈
DrSkywalker
01.10.2021, 11:44
Die Villa Beispielrechnung zeigt exemplarisch, dass das Krokodil absolut keine Ahnung hat wovon er spricht. Er ist entweder ein troll oder ein hartnäckiger traumtänzer.
Die Berechnung stimmt hinten und vorne nicht und lässt sehr wichtige Aspekte außen vor, zb. das Thema Steuern bei Veräußerung etc...
Er hat weder Ahnung von Medizin, vom Arztdasein noch von bwl!
cartablanca
01.10.2021, 13:12
Die Sache ist ja auch die: WANN verdient man als Arzt diese Summen? Man kann eine Praxis vielleicht Mitte 30 eröffnen. Bis dahin haben z.B. Pflegekräfte über die Jahre hinweg ein deutlich höheres Vermögen als der Arzt, der während sieben Jahre Studium gar nichts verdient hat, angehäuft. Wird dieses Vermögen zwischenzeitlich in Aktien oder Immobilien eingesetzt so braucht es noch ein paar Jahre länger bis sich die Vermögen ausgleichen. Das heißt anders ausgedrückt: man verbringt seine besten Jahre unter schlechteren ökonomischen Bedingungen als Nichtmediziner.
Weiterhin habe ich ja schon einmal eine Liste mit den Gehältern von Geschäftsführen in verschiedenen Branchen hier gepostet. Diese liegen in einem ähnlichen Bereich wie die Einkommen von nieder gelassenen Ärzten.
Jeder Selbstständige kann übrigens abschreiben - das ist kein Alleinstellungsmerkmal von niedergelassenen Ärzten.
Das Studium dauert 6 Jahre und das ist auch nur ein Jahr mehr als in anderen Studiengängen ;-)
DrSkywalker
01.10.2021, 14:22
Ein Bekannter von mir vertreibt und installiert Solaranlagen. Er hat einige Angestellte und die Leute kaufen diese Photovoltaik-Anlagen wie verrückt.
Liebes Krokodil, gründe doch einfach eine solche Firma, dann kannst du schon viel schneller entsprechend deinen Wünschen Geld verdienen und musst nicht die Medizin missbrauchen für deine Einkommenswünsche.
Der lacht sich über die Zahlen die hier im Faden diskutiert werden übrigens kaputt.
FirebirdUSA
01.10.2021, 16:33
Also ich hab mal nachgeschaut, die Versorgungsanstalt Baden Würtemberg scheint wirklich eine Ausnahme bei der Berechnung zu sein. Bayern und Sachsen verlangt jedenfalls, so wie laut Internet die meisten Versorgungskammern, 18,6% (wie AG Anteil und AN Anteil bei der gesetzlichen RV zusammen) und es gilt halt die gleiche Beitragsbemessungsgrenze wie bei der gestzl. RV -> man zahlt also maximal ca 14000€ im Jahr.
Aufmerksam Lesen ist nicht deine Stärke, oder? Ärzteversorgung Bayern (https://www.bayerische-aerzteversorgung.de/Mitglieder) für Selbstständige 18% bis zur Beitragsbemessungsgrenze, für die darüber hinaus gehenden Einnahmen 7%. Wären bei fiktiven 200.000 Euro Einnahmen 23.372 Euro.
Tatsächlich ist die sächsische Ärzteversorgung eine Ausnahme - hier gilt Höchstsatz DRV (bei Selbstständigen dann aber unabhängig vom tatsächlichen Einkommen).
Nordrhein Westfalen - 7% der Kassenumsätze (nicht Gewinn/Ertrag o.ä.), gedeckelt bei 27.417,60 Euro.
Ja, es ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, im Schnitt ist die Abgabe aber höher als der DRV Satz.
Krokodil97
01.10.2021, 20:02
Last, but not least, die Abschreibung von 3% bei Gewerbeimmobilien existiert nicht ohne Grund. Von Instandhaltung /Rücklagen für Bewirtschaftung etc. habe ich in deiner Rechnung irgendwie noch gar nichts gelesen. Wo kommt deine Liquiditätsreserve für die Praxis her? Wo deine Altersvorsorge etc. Pp? Ich fall gerade von einer Ohnmacht in die nächste.
Dein Background ist wirklich BWL? Okay...
Das ist Quark, Abschreibungen für die Praxis haben mit Instandhaltungskosten überhaupt nichts zutun. Beides wird extra abgerechnet und ist außerdem bereits im Reingewinn berücksichtigt. Es sind also 170k + 30k steuerfreie Praxisabschreibung + Steuerfreie Instandhaltungskosten, etc.
Also Kollege, bleib mal bitte bisschen auf dem Teppich. Ich werde bald nen guten ggf. sehr guten Master in BWL abschließen, bin sogar Stipendiat. Ich könnte problemlos in die gehobene Unternehmensberatung gehen. Wenn die Work Life Balance da so gut wie in der Medizin wäre, würde ich das auch. Ist sie aber leider nicht mal annähernd, so dass es sogar rechtfertigt nochmal ein Medizin Studium neu zu beginnen.
Ein Bekannter von mir vertreibt und installiert Solaranlagen. Er hat einige Angestellte und die Leute kaufen diese Photovoltaik-Anlagen wie verrückt.
Liebes Krokodil, gründe doch einfach eine solche Firma, dann kannst du schon viel schneller entsprechend deinen Wünschen Geld verdienen und musst nicht die Medizin missbrauchen für deine Einkommenswünsche.
Der lacht sich über die Zahlen die hier im Faden diskutiert werden übrigens kaputt.
Wie gesagt, klar gibt es Ausnahmen - aber diese sind idR nicht planbar. Erst recht nicht bereits mit Beginn des Studiums.
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