Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hierarchien in der Klinik
Christoph_A
25.01.2022, 12:33
Geil wirds ja immer erst, wenn die Gegenseite zurückblafft und es dann völlig eskaliert. Unvergessen die Prügelei HCI/Radiologie vor dem Stationszimmer nach aus dem Ruder gelaufener "Teamsitzung".
Da fehlte nur noch das Popcorn:-love
Feuerblick
25.01.2022, 12:36
Viel lustiger ist doch die total gechillte OP-Schwester, die angesichts der Eskalation grinsend was von „Wenn sie mein Kind wären“ und „übers Knie legen“ von sich gibt. Höchst erbauliche Vorstellung, wann immer mal wieder Blutdruckwochen angesagt waren. :-))
RussianAngel
25.01.2022, 12:39
Es ist sehr schwer, Situationen zu verallgemeinern, daher möchte ich nur folgendes sagen: für mich scheint die Definition Kollegoid anders zu sein: also nicht fachlich schlecht (das kann man ja mit der Zeit meist gut nachholen, so meine Erfahrung), sondern eben "unkollegial", lästernd, andere Kollegen, aber eigentlich auch ständig sogar Patienten oder Pflege etc. entwürdigend...Wer so was machen muss, hat wirklich grössere Probleme als die Fluktuation von Mitarbeitern...Und daher braucht er eine narzistische Persönlichkeit, damit alle Kritik dann als "die anderen sind schuld" abspeisen kann :)
Christoph_A
25.01.2022, 12:44
Viel lustiger ist doch die total gechillte OP-Schwester, die angesichts der Eskalation grinsend was von „Wenn sie mein Kind wären“ und „übers Knie legen“ von sich gibt. Höchst erbauliche Vorstellung, wann immer mal wieder Blutdruckwochen angesagt waren. :-))
Die gabs in der besagten Situation wirklich. Auch wegen Sprüchen auf dem Niveau hat sich diese Szene ja so tief in mein Gedächtnis eingebrannt und wird auf den Ehemaligen Stammtischen immer wieder gerne herausgekramt. :-))
Thomas24
25.01.2022, 12:47
Ich sag mal so... wenn Frau Professor mal wieder grundlos jemanden auf dem Gang angeschrien hat, wegen etwas, womit der Betreffende noch nicht mal marginal etwas zu tun hatte...:-slap
Die Antwort eines Kollegen ist mir im Gedächtnis geblieben. Er wurde auf dem Gang angehalten und wegen etwas angeschrien, mit dem er überhaupt nichts zu schaffen hatte. Meinte daraufhin nur trocken: "Frau Professor, Sie haben völlig recht. Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Ich ärgere mich über mich selbst..." und ging grinsend weiter :-D
"Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe- Ich ärgere mich über mich selbst..." wurde damals daraufhin zum geflügelten Wort unter uns Assis :-oopss
Mr. Pink online
25.01.2022, 13:17
Das Krankenhaus ist seit jeher ein Mikrokosmos. Mitarbeiter sind täglich mit Lebensextremen konfrontiert, zusätzlich kommt jetzt auch noch der Einspardruck und konsekutive Arbeitsverdichtung hinzu. All das befördert und bedingt in gewissem Sinne auch, dass sich hirarchische Strukturen ausbilden. Persönlichtkeiten die das langfrastig aushalten oder sogar mögen, sind sicher in irgendeiner Hinsicht speziell. Eventuell sogar extreme Charaktere. Wer sich das System Krankenhaus nicht geben will, scheidet meist früh in der Karriere aus. Übrig bleibt also nur der Rest.
Davon abgesehen ist das Krankenhaus immer noch ein Karrierebetrieb. Weiterbildungsauftrag hin oder her, jeder Neuling ist ein potentieller Konkurrent. Mit dem zunehmenden Kostendruck wird das immer deutlicher und schafft Frust sowohl bei den Weiterbildungsassistenten, als auch bei den OÄ. Krankenhaus war und ist noch immer ein tendenziell toxisches Umfeld. Kann gut sein, dass die Probleme des Gesundheitssystems Hierarchiedenken sogar eher noch verstärken, während sich der Rest der Gesellschaft weiter entwickelt.
ehem-user-07-02-2022-0851
25.01.2022, 13:29
Mir wird wirklich schlecht wenn ich sowas lese, was ihr alle schon erlebt habt. Ich komme mit cholerischen Personen die sich so gegenüber ihren Mitarbeitern verhalten einfach nicht zurecht. Mich zieht es aber auch nicht in die Chirurgie oder Innere. Aber ich hätte jeden Tag Bauchschmerzen, wenn ich zu einer Stelle müsste, wo so ein Verhalten Alltag ist. Ich hätte auch Angst, dass ich als Reaktion mal richtig ausraste und mir dadurch alles verbaue. Hierarchie muss ja nicht bedeuten, dass sich Vorgesetzte so asozial und aggressiv verhalten
ehem-user-07-02-2022-0851
25.01.2022, 13:34
"Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe- Ich ärgere mich über mich selbst..." wurde damals daraufhin zum geflügelten Wort unter uns Assis :-oopss
Dann wurde sie ja in ihrem Verhalten noch verstärkt und er hatte sich grundlos Minuspunkte bei ihr geholt
Feuerblick
25.01.2022, 14:27
1. Man muss sich bei solchen Vorgesetzten nicht einschleimen. Kontra geben hilft auch der eigenen Psyche. Nicht immer den Kopf einziehen. Kopf hoch, Brust raus und klarmachen, dass man nicht der Boxsack des Chefs ist. Wenns Konsequenzen hat, muss man sich einfach klarmachen, dass man auf solche Vorgsetzte sowieso verzichten kann.
2. So manch ein Choleriker wird überraschend zahm, wenn er merkt, dass er es mit seinem Gegenüber nicht machen kann. Ja, auch ein „kleiner“ Arzt in Weiterbildung kann das sein. Been there, seen that… und das mehrfach. Konsequenzen hatte es trotzdem nie, da ich meinen Job gut gemacht habe. Im Gegenteil - die Choleriker-Chefs mochten mich und diejenigen sogar, die nicht unter den Teppich gekrochen sind. (Kann man nicht verallgemeinern, aber … siehe 1. und 3.)
Macht euch niemals selbst klein. Es ist völlig egal, ob auf dem Namensschild Assistenzarzt oder nur Arzt oder Oberarzt oder HiWi steht. Jeder ist es wert, vernünftig behandelt zu werden. Und darauf darf man durchaus auch bestehen. Auch dem Chef gegenüber.
3. Niemand, wirklich niemand wird gezwungen, eine solche Stelle dauerhaft zu ertragen. Kündigen, weiterziehen.
4. Genau, Hierarchie bedeutet nicht, dass man sich als Chef wie ein A**** verhalten muss oder darf. Nicht alle, nicht mal der Großteil der Chefärzte ist so drauf. Auch in der Chirurgie nicht. Versprochen! Nicht vergessen: Hier im Forum kommen viele negative Geschichten zutage. Das ist aber genauso hilfreich wie haufenweise einseitige Bewertungen in Online-Shops.
Ich habe übrigens in ähnlicher Situation wie der von Thomas beschriebenen gesagt „Sind Sie jetzt fertig? Darf ich auch mal was sagen? Gut. Ich habe KEINE Ahnung, von wem sie reden.“ Siehe da, mir wurde freundlich und in normalem Ton erklärt, was ich vorher gar nicht wissen konnte, weil ich in die Situation nicht involviert war und es daher auch nicht verbockt hatte.
ehem-user-07-02-2022-0851
25.01.2022, 14:57
1. Man muss sich bei solchen Vorgesetzten nicht einschleimen. Kontra geben hilft auch der eigenen Psyche. Nicht immer den Kopf einziehen. Kopf hoch, Brust raus und klarmachen, dass man nicht der Boxsack des Chefs ist. Wenns Konsequenzen hat, muss man sich einfach klarmachen, dass man auf solche Vorgsetzte sowieso verzichten kann.
2. So manch ein Choleriker wird überraschend zahm, wenn er merkt, dass er es mit seinem Gegenüber nicht machen kann. Ja, auch ein „kleiner“ Arzt in Weiterbildung kann das sein. Been there, seen that… und das mehrfach. Konsequenzen hatte es trotzdem nie, da ich meinen Job gut gemacht habe. Im Gegenteil - die Choleriker-Chefs mochten mich und diejenigen sogar, die nicht unter den Teppich gekrochen sind. (Kann man nicht verallgemeinern, aber … siehe 1. und 3.)
Macht euch niemals selbst klein. Es ist völlig egal, ob auf dem Namensschild Assistenzarzt oder nur Arzt oder Oberarzt oder HiWi steht. Jeder ist es wert, vernünftig behandelt zu werden. Und darauf darf man durchaus auch bestehen. Auch dem Chef gegenüber.
3. Niemand, wirklich niemand wird gezwungen, eine solche Stelle dauerhaft zu ertragen. Kündigen, weiterziehen.
4. Genau, Hierarchie bedeutet nicht, dass man sich als Chef wie ein A**** verhalten muss oder darf. Nicht alle, nicht mal der Großteil der Chefärzte ist so drauf. Auch in der Chirurgie nicht. Versprochen! Nicht vergessen: Hier im Forum kommen viele negative Geschichten zutage. Das ist aber genauso hilfreich wie haufenweise einseitige Bewertungen in Online-Shops.
Ich habe übrigens in ähnlicher Situation wie der von Thomas beschriebenen gesagt „Sind Sie jetzt fertig? Darf ich auch mal was sagen? Gut. Ich habe KEINE Ahnung, von wem sie reden.“ Siehe da, mir wurde freundlich und in normalem Ton erklärt, was ich vorher gar nicht wissen konnte, weil ich in die Situation nicht involviert war und es daher auch nicht verbockt hatte.
Das sind wirklich gute Tipps. Das in Foren mehr gemeckert wird ist mir klar. Ich lass alles auf mich zukommen und hoffe auch das Mbs einen guten Weg findet, zumal er/sie ja so gut wie fertig mit dem FA ist
Thomas24
25.01.2022, 16:14
Dann wurde sie ja in ihrem Verhalten noch verstärkt und er hatte sich grundlos Minuspunkte bei ihr geholt
Naaa, ganz und gar nicht- betreffende Person ist etwas, ähm, merkbefreit und hat dann alleine vor sich hin auf dem Gang weitergeschimpft, während der Kollege ruhig weitergegangen ist. Hatte persönlich 0 Konsequenzen für ihn.
Man muss sich nicht vor Angst vor irgendwelchen negativen Auswirkungen ins Hemd machen, Chef*Innen sind auch nur ganz normale Menschen - Rest: siehe Funkel. Genau so geht man mit solchen Typen um.
Zum Kontext: wir waren damals, so in den letzten Zügen der Ärzteschwemme, alle nur auf befristeten Uni - Stellen (jährlich oder halbjährlich), Drittmittelfinanzierung, AiP Stelle etc. Trotzdem muss man auch mal den Rücken gerade machen und für sich einstehen. Ansonsten hätten wir niemals 2006 die Arbeit niederlegen können und einen eigenen Tarifvertrag mit eigenen Arztspezifischen Regeln erstreiken können, trotz prekärer Stellenlage etc. Sonst wären wir damals schon als gesamte Berufsgruppe sang- und klanglos in den TVÖD subsummiert worden.
Macht euch gerade, tretet für eure Interessen ein und gebt ruhig, aber bestimmt, auch Kontra. Wenn ihr nicht für eure Interessen eintretet, wird es niemand anders für euch tun. Seid untereinander loyal und solidarisch. Den Schwanz einzziehen und winseln wird Bullies nicht davon abhalten, weiter zu schikanieren. Appeasement und vorauseilender Gehorsam funktionieren nicht. Diese Lektion kann man eigentlich nicht früh genug lernen.
ehem-user-07-02-2022-0851
25.01.2022, 16:38
Naaa, ganz und gar nicht- betreffende Person ist etwas, ähm, merkbefreit und hat dann alleine vor sich hin auf dem Gang weitergeschimpft, während der Kollege ruhig weitergegangen ist. Hatte persönlich 0 Konsequenzen für ihn.
Man muss sich nicht vor Angst vor irgendwelchen negativen Auswirkungen ins Hemd machen, Chef*Innen sind auch nur ganz normale Menschen - Rest: siehe Funkel. Genau so geht man mit solchen Typen um.
Zum Kontext: wir waren damals, so in den letzten Zügen der Ärzteschwemme, alle nur auf befristeten Uni - Stellen (jährlich oder halbjährlich), Drittmittelfinanzierung, AiP Stelle etc. Trotzdem muss man auch mal den Rücken gerade machen und für sich einstehen. Ansonsten hätten wir niemals 2006 die Arbeit niederlegen können und einen eigenen Tarifvertrag mit eigenen Arztspezifischen Regeln erstreiken können, trotz prekärer Stellenlage etc. Sonst wären wir damals schon als gesamte Berufsgruppe sang- und klanglos in den TVÖD subsummiert worden.
Macht euch gerade, tretet für eure Interessen ein und gebt ruhig, aber bestimmt, auch Kontra. Wenn ihr nicht für eure Interessen eintretet, wird es niemand anders für euch tun. Seid untereinander loyal und solidarisch. Den Schwanz einzziehen und winseln wird Bullies nicht davon abhalten, weiter zu schikanieren. Appeasement und vorauseilender Gehorsam funktionieren nicht. Diese Lektion kann man eigentlich nicht früh genug lernen.
Ja, das war damals (2006) nochmal eine Nummer schwieriger. Ich finde es sehr wichtig, dass die folgenden Ärztegenerationen das was ihr damals erstritten habt, auch zumindest verteidigen oder sogar verbessern. Kaum einer will die Arbeitsbedingungen und den Lohn von vor 2006 (Klinik). Wenn ich mir den momentanen Mainstream anschaue, stelle ich fest, das das "Patriarchat" ein Auslaufmodell ist.
Man sollte sich aber auch in den Jahren der Weiterbildung dafür stark machen, dass der erstrittene Tarifvertrag auch wenn möglich flächendeckend umgesetzt wird. In der Herzchirurgie an unserer Uniklinik arbeitet kein Assistenzarzt mit deutsch klingendem Namen. Frauen sind fast gar nicht vertreten. Könnt ihr, falls es nicht zu privat ist, schreiben in welchem Bundesland diese ominöse Augenklinik war, oder Stadt. Gerne per PN, aber nur wenn es nicht zu privat ist. Ich frage rein aus Interesse
Feuerblick
25.01.2022, 17:11
…was Thomas sagt. :-)
cartablanca
25.01.2022, 17:27
Was genau will uns das jetzt sagen? Genau, nix.
Ich will das sagen was ich schrieb: Ich glaube, dass fast 100% aller schriftlich eingereichten Beschwerden von Deutschen stammen und gegen Ausländer gerichtet sind. Und das würde in eine gewisse Richtung weisen.
Ps: Ich habe auch schon Beschwerden erhalten und es ging NIE um Fachliches.
https://www.express.de/koeln/koeln-dr-med-mohammad-maarouf-bei-laufender-hirn-op-gefeuert-43450?cb=1643131592369
Hier: ein prominentes Beispiel. Da ging es auch nicht um Fachliches, sondern um Bullshit.
Feuerblick
25.01.2022, 17:32
Gefühlte Wahrheiten. :-nix
Soll ich dir was verraten? Ich habe in all den Jobs, die ich schon hatte im Medizinsektor, schon diverse Beschwerden erhalten. Und selten ging es um etwas Fachliches. Dabei bin ich doch Deutsche und dürfte, deiner Theorie folgend, sowas gar nicht abbekommen.
Der Express ist auch so ein Blatt, das absolut als seriöse Quelle gelten muss.
cartablanca
25.01.2022, 18:00
Die Story wurde in allen möglichen Zeitungen berichtet. Das war einmalig, dass ein renommierter Professor während einer OP rausgezerrt und gefeuert wird.
Naja, ich schrieb in vorherigen Posts, dass es überwiegend - nicht ausschließlich - Ausländer trifft. Du hast Recht. Es ist eine gefühlte Wahrheit. Daher sollte man das mal überprüfen.
Feuerblick
25.01.2022, 18:06
Sollte man. Bevor man derartige Dinge behauptet. ;-)
Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Ich weiß durchaus, dass es in Deutschland Rassismus gibt. Sogar deutlich häufiger, als es ausgerechnet in diesem Land vorkommen sollte. Aber es ist zu einfach, jegliche gegen einen ausländischen Mitbürger gerichtete Kritik als Rassismus zu interpretieren. Meistens dürfte Kritik in der Sache und nicht in der Herkunft begründet liegen.
Bonnerin
25.01.2022, 18:39
Ich glaube, ganz unabhängig von dem Ganzen...viele Personen unterschätzen, mit was man so "durchkommt", ohne dass man direkt gekündigt wird. Auf einer sachlichen Ebene darf man auch durchaus Aussagen der Chefarztriege hinterfragen oder im äußersten Fall auch mal nachfragen, wenn man anderer Meinung ist.
Das ist vielleicht nicht der widerstandsloseste Weg, aber viele Chef:innen mögen es auch, Mitarbeitende zu haben, bei denen sie wissen, woran sie sind. Und das sind dann nicht unbedingt die Leute, die ihren eigenen Kittel auf dem Boden ausbreiten, damit Chef:in ja nicht den Dreck des Stationsflurs an die Schuhe kriegt.
cartablanca
25.01.2022, 19:17
Meistens dürfte Kritik in der Sache und nicht in der Herkunft begründet liegen.
Das ist durchaus möglich. Nur findet man halt eben mehr Kritikpunkte, wenn man mit 16 Augen organisiert ein "Ziel" beobachtet. Im Zweifel war es dann halt "sachliche" Kritik nicht?
Feuerblick
25.01.2022, 21:37
Nö. Wie ich schon schrieb: Kollegen, die Beschwerden kassieren oder gar in der Probezeit gehen müssen, tun in der Regel genug, dass man ihre Fehler nicht noch suchen muss.
Ich habe im Gegenteil sogar beobachtet, dass man ausländischen Kollegen sehr viel mehr nachsieht. Weil sie die Sprache vielleicht nicht beherrschen, weil man nicht als rassistisch dastehen will…
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