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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ernsthafte Frage zu Gehalt und Lebenshaltungskosten



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OhDaeSu
25.04.2023, 09:59
Und was sagt Dein EG 10 nem Berufsanfänger, der nicht in E13 eingruppiert wird, weil das erst ab dem 2. Jahr der Fall ist?

Ich rede von der Entgeldgruppe 10 der Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie. Du redest (warum auch immer) von einer Eingruppierung in die Entgeldgruppe 13 des öffentlichen Diensts. Bitte einfach ordentlich lesen.


Dienste gehören zum Arztberuf, sind also keine Äpfel und Birnen sondern Teil des Jobs und des Gehalts. Daß dieses dann höher ist, ist ein Fakt.

Nach dieser Logik sind 70k bei 50h/ Woche und Nacht-/ WE-Diensten genauso gut wie 70k bei einer 35h-Woche, weil die Zahl am Ende gleich ist? Als Arbeitnehmer, der Lebenszeit gegen Geld eintauscht?! Von dieser Argumentation war bei den 80 toxische Stunden pro Woche arbeitenden GK-Rechtsanwälten irgendwie nicht die Rede...

Endoplasmatisches Reticulum
25.04.2023, 10:02
......

Christoph_A
25.04.2023, 10:07
Na, wenn Du das so sagst......Dienste sind übrigens auch vertraglich geregelt, werden ja nicht nach Gutsherrenart verteilt und sind Teil der Gehaltsstruktur, ob Dir das jetzt passt oder nicht. So viel rhetorische Substanz bietest du jetzt auch nicht gerade an, um gleich ad hominem zu gehen.
Was aus Deinen Posts so rausdampft, überlasse ich dem Betrachter, da ich mich ungern auf Dein Diskussionsniveau begebe....

Christoph_A
25.04.2023, 10:10
Ich rede von der Entgeldgruppe 10 der Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie. Du redest (warum auch immer) von einer Eingruppierung in die Entgeldgruppe 13 des öffentlichen Diensts. Bitte einfach ordentlich lesen.



Nach dieser Logik sind 70k bei 50h/ Woche und Nacht-/ WE-Diensten genauso gut wie 70k bei einer 35h-Woche, weil die Zahl am Ende gleich ist? Als Arbeitnehmer, der Lebenszeit gegen Geld eintauscht?! Von dieser Argumentation war bei den 80 toxische Stunden pro Woche arbeitenden GK-Rechtsanwälten irgendwie nicht die Rede...

Sorry, das war mein Fehler, war der nebenbei laufenden Sprechstunde geschuldet.
Klar bezog ich mich auf Entgeltgruppe 10, nicht E13 des öffentlichen Dienstes.
Und wenn Du ordenltich den Tarifvertrag der chemischen Industrie in Bayern gelesen hättest, steht da explizit drinnen, daß die Entgeltgruppe 10 ein Mindestgehalt ab dem 2. Arbeitsjahr von 69000 Euro festlegt. Von berufsanfängern in E10 steht da jetzt nix.
P.s.: Tarifvertrag Elektro und metall EG 9 4100, EG 10 4600 Euro in Bayern, Eingruppierung in beide Bänder möglich lt IGM selbst, beide imho unter Assigrundgehalt.
P.p.s: Me out.

DrArzt
25.04.2023, 10:19
Tatsächlich haben hier wohl die Kollegen, die in ihren warmen Praxen hocken und Schnupfen und Schürfwunden versorgen, den Bezug zur Realität verloren!

Natürlich nagt man nicht am Hungertuch als Arzt, auch in der Weiterbildung nicht. Und selbstverständlich ist ein 6-stelliges Gehalt bei normaler Arbeitsleistung irgendwann garantiert, egal ob KH oder privat.
Aber dennoch ist das Verhältnis von gesellschaftlicher sowie individueller Verantwortung, Arbeitsbedingungen und -belastung zum Gehalt, weder in der Weiterbildung noch als FA oder OA gegeben. Ein FA müsste mMn mind. 120k+ verdienen, ein OA mind. 180k+. Ernst gemeint.

Btw: Sämtliche Angaben von OhDaeSu und WiWi18 sind korrekt!

Endoplasmatisches Reticulum
25.04.2023, 10:22
......

OhDaeSu
25.04.2023, 10:24
Von berufsanfängern in E10 steht da jetzt nix.
P.s.: Tarifvertrag Elektro und metall EG 9 4100, EG 10 4600 Euro in Bayern, Eingruppierung in beide Bänder möglich lt IGM selbst, beide imho unter Assigrundgehalt.
P.p.s: Me out.

Offensichtlich hängt die Eingruppierung von der konkreten Stelle und Tätigkeit ab, üblich ist für Stellen die einen Master-Abschluss fordern, wie gesagt, EG 10. Du hast das Grundgehalt gefunden, jetzt müsstest du noch die durchschnittliche Leistungszulage, Urlaubsgeld, das tarifliche Zusatzgeld, das Transformationsgeld und die Sonderzahlung berücksichtigen und dann würdest du, wie ebenfalls schon mehrfach gesagt, bei etwas über 70k all-in für eine vertraglich festgelegte 35-Stundenwoche landen. Wir wollten doch alle Zahlungen berücksichtigen richtig?

DrSkywalker
25.04.2023, 10:26
Unter Akademikern liegen Assistenzärzte eher im oberen Bereich, und der Hauptpunkt, der noch gar nicht angesprochen wurde im Thread ist doch, dass jeder Depp das Tarifgehalt bekommt. Bei Juristen gibt es 150k/JAhr für wenige, viele fangen in kleinen Kanzleien für 40k/Jahr an.

Hauptsache Approbation, schon bekommst du genau so viel wie der High-Performer 1er Examen-Arbeitstier-Fachwissengott. So ist es halt. Vielleicht beruhigt es ja die jungen wilden hier im Thread: Leistung kann sich nach dem Facharzt richtig auszahlen, haltet so lange durch mit euren 3500-4000 netto im Monat, es kommen bessere Zeiten.

Christoph_A
25.04.2023, 10:36
Dann wird man sich aber auch nicht auf seine 35h Woche zurückziehen können. Die haben übrigens auch in der Industrie die wenigsten Leute mit AT Verträgen, da geht die Arbeitszeit auch zügig auf die 50 plus x Stunden, wenn man wirklich an die Fleischtöpfe will.
@ER: Nicht von Dir auf andere schließen, netter Versuch, Argumente lächerlich zu machen, wenn man selber keine hat. Wenn Du das verstanden hast, kann man Dich ja auch wieder aus dem Bällebad abholen. Bis dahin, schönes Restleben noch.

Christoph_A
25.04.2023, 10:39
Offensichtlich hängt die Eingruppierung von der konkreten Stelle und Tätigkeit ab, üblich ist für Stellen die einen Master-Abschluss fordern, wie gesagt, EG 10. Du hast das Grundgehalt gefunden, jetzt müsstest du noch die durchschnittliche Leistungszulage, Urlaubsgeld, das tarifliche Zusatzgeld, das Transformationsgeld und die Sonderzahlung berücksichtigen und dann würdest du, wie ebenfalls schon mehrfach gesagt, bei etwas über 70k all-in für eine vertraglich festgelegte 35-Stundenwoche landen. Wir wollten doch alle Zahlungen berücksichtigen richtig?

Wollen wir das? Wenn wir andererseits Dienste nicht einberechnen wollen? Und wo ist nun das massiv höhere Gehalt, ich sehe es immer noch nicht? Naja, wird Dir schon noch was einfallen. Halt mich auf dem Laufenden, oder besser uns, Du scheinst ja den pluralis majestatis zu bevorzugen.

OhDaeSu
25.04.2023, 10:55
Wollen wir das? Wenn wir andererseits Dienste nicht einberechnen wollen?

Ja, in diesem Fall wollen wir das, da die Zulagen nicht durch Mehrarbeit sondern eine gut verhandelnde Gewerkschaft zustande kommen. In den anderen Fällen müsstest du dich bitte für eine Argumentation entscheiden. Ich persönlich finde es nicht ganz nachvollziehbar, Mehrarbeit zu den abwegigsten Zeiten in den Vergleich einzubeziehen.

WiWi18
25.04.2023, 10:59
Wollen wir das? Wenn wir andererseits Dienste nicht einberechnen wollen? Und wo ist nun das massiv höhere Gehalt, ich sehe es immer noch nicht? Naja, wird Dir schon noch was einfallen. Halt mich auf dem Laufenden, oder besser uns, Du scheinst ja den pluralis majestatis zu bevorzugen.

Man muss Gleiches mit Gleichem verdienen.

Andere Akademiker in gesuchten Fächern verdienen oft entweder gleich viel bei deutlich weniger Arbeit oder deutlich mehr bei gleicher Arbeitsbelastung.

Das ist doch der springende Punkt.

Und jetzt hört doch mal auf, euch gegenseitig so anzugehen.

Locutus001
25.04.2023, 11:12
Ich frage mich jetzt schon länger, wie man sich als Assistenzarzt eine eigene Wohnung in Städten wie Berlin München, Hamburg oder generell einfach in den meisten Städten leisten kann.
Laut Tarifvertrag sollten es ja am Ende ungefähr um die 3‘000€ netto pro Monat sein. Wenn ich mir die Wohnungsangebote anschaue sehe ich, dass die meisten Wohnungen (1 bis 2 Zimmer wohnung) fast gar nicht für unter 1‘000€ warm zu bekommen sind. Wenn ich dann überlege, dass ich mir eigentlich auch ein auto leisten möchte frage ich mich wie das die meisten Assistenzärzte schaffen ? Wenn man die Mietpreise und Inflation betrachtet.
Ich kann leider nicht finanziell von meinen Eltern unterstützt werden und muss auch noch Bafög zurück bezahlen.
Langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich dann weiter in WGs oder in der Provinz leben muss… male ich es mir jetzt nur zu schlecht aus oder ist das die Realität von Assistenzärzten ?

Ich würde sagen, die eigentliche Frage ist: Wie leisten sich das alle, die weniger als 3000 Euro Netto im Monat verdienen ;-)
Erzieher, Krankenschwestern, Hebammen, MTA/BTA/CTA, Therapeuten, etc.etc.etc. ... sprich der ca. 90% Anteil der Bevölkerung, der mit teilweise DEUTLICH UNTER 3000 Euro netto im Monat auskommt...

Das Gejammere von Leuten mit 60-70k, und FESTER Perspektive auf in 4-5 Jahren 90-120k im Jahr Bruttoverdienst dürfte bei den meisten Leute wohl eher Verwunderung auslösen. Vielleicht einfach mal die Kollegen aus den anderen Bereichen (Pflege, Kantine, Verwaltung, Service, IT, etc.) fragen wie man mit so einem lächerlichen Arztgehalt über die Runden kommen soll. Die schaffen es ja auch mit weniger Geld bei den gleichen Umweltbedingungen.

DrSkywalker
25.04.2023, 11:20
Ich würde sagen, die eigentliche Frage ist: Wie leisten sich das alle, die weniger als 3000 Euro Netto im Monat verdienen ;-)
Erzieher, Krankenschwestern, Hebammen, MTA/BTA/CTA, Therapeuten, etc.etc.etc. ... sprich der ca. 90% Anteil der Bevölkerung, der mit teilweise DEUTLICH UNTER 3000 Euro netto im Monat auskommt...

Das Gejammere von Leuten mit 60-70k, und FESTER Perspektive auf in 4-5 Jahren 90-120k im Jahr Bruttoverdienst dürfte bei den meisten Leute wohl eher Verwunderung auslösen. Vielleicht einfach mal die Kollegen aus den anderen Bereichen (Pflege, Kantine, Verwaltung, Service, IT, etc.) fragen wie man mit so einem lächerlichen Arztgehalt über die Runden kommen soll. Die schaffen es ja auch mit weniger Geld bei den gleichen Umweltbedingungen.

Aber, aber, wir haben doch studiert (5 Kurzlehrbücher gelesen und ein paar Wochen gekreuzt :-oopss:-stud:-angel ) ;)

Autolyse
25.04.2023, 12:16
Unter Akademikern liegen Assistenzärzte eher im oberen Bereich, und der Hauptpunkt, der noch gar nicht angesprochen wurde im Thread ist doch, dass jeder Depp das Tarifgehalt bekommt. Bei Juristen gibt es 150k/JAhr für wenige, viele fangen in kleinen Kanzleien für 40k/Jahr an.
[,,,]
Die Zeiten sind auch schon lange vorbei. Das Durchschnittsgehalt des angestellten Rechtsanwalts hat auch schon die 60.000€ überschritten. Klar kannst Du mit dem Minimum als Angestellter in Löbau oder sonstwo in Dunkeldeutschland argumentieren, aber zielführend ist das nicht.

schnix25
25.04.2023, 12:33
Für diese Berufsguppen gibt es zumindest hier häufig subventionierte Wohnungen. Für diejenigen, die keine solche Wohnung erhalten, lautet die Antwort ganz einfach, dass sie meist außerhalb der Stadt wohnen und pendeln. Natürlich hat niemand von uns Schwierigkeiten zu überleben, auch um eine Familie zu ernähren reicht das Gehalt um "normal" zu leben. Luxus gibts dann natürlich nicht mehr. Aber bei jeder Gehaltsdiskussiom darauf zu verweisen, dass es noch andere Beschäftigte gibt, die weniger verdienen ist auch nicht hilfreich.
Mehrere Punkte wurden hier schon häufig angesprochen. Während in vielen anderen TV die Wochenstundenzahl reduziert werden soll, gibt es an den Unis weiterhin 42h. Das sind 7h mehr als zb IGM, das ist fast ein ganzer Arbeitstag Mehrarbeit bei ähnlichem Gehalt. Zusätzlich zur höheren Arbeitszeit nimmt die Verdichtung der Arbeit weiter zu. In der Radiologie z.B. die Teleradiologie, wo hier mittlerweile nachts 5 Krankenhäuser betreut werden. Früher hatten die alle nachts ihren eigenen Diensthabenden sitzen. Und diese Entwicklung geht immer weiter und es ist nicht absehbar, dass sich dies ändert. Insofern wird die Gleichung Geld für Lebenszeit immer schlechter bei zunehmender Arbeitsverdichtung. Die Zeiten wo man entspannt Käffchen und Kuchen bei der Arbeit macht, sind doch lange vorbei. Und währenddessen berichten Leute bei IGM Betrieben, dass sie im Home Office die Wohnung aufräumen und putzen usw.. ;)

Stuntman Mike
25.04.2023, 12:38
Ich finde es schon bezeichnend, wie hier das Gehalt von Ärzten mit dem von Reinigungskräften verglichen wird und daraus der Schluss gezogen wird, Erstere sollten sich mal nicht so anstellen. Diese Art von Selbstverzwergung ist leider typisch für unseren Berufsstand.

Immer wieder amüsant finde ich auch die klassischen Anekdoten wie „als ich vor 100 Jahren angefangen habe…..1000 DM brutto….72 Stunden Dienst….“ und so weiter. Zumindest wer Kinder hat, wird das Problem den TE nachvollziehen können.

Endoplasmatisches Reticulum
25.04.2023, 13:00
......

Haffi
25.04.2023, 13:00
Ich finde es schon bezeichnend, wie hier das Gehalt von Ärzten mit dem von Reinigungskräften verglichen wird und daraus der Schluss gezogen wird, Erstere sollten sich mal nicht so anstellen. Diese Art von Selbstverzwergung ist leider typisch für unseren Berufsstand.

Und mit der Hauptgrund für die aktuelle Situation. Aber die Diskussion ist aussichtslos. Hier argumentieren primär gut situierte Niedergelassene der Generationen 40+, die die klimatischen Veränderungen in den Kliniken der letzten 10 Jahre nur noch vom Hörensagen kennen.

][truba][
25.04.2023, 14:27
Ich finde hier diskutieren einfach nur die Unzufriedenen, die glauben sie müssten mindestens 120k verdienen im ersten Jahr für vermutlich nur durchschnittliche Arbeitsleistung. Denn jedem steht frei für überdurchschnittliche Leistung AT zu verhandeln. Kannste halt als Anfänger knicken aber nach 2-3 Jahren wenn man sich reinhängt, kann es klappen. Ich hab vor 6 Jahren angefangen und habe seitdem ein monatliches „Ausgabenkonto“ 900- (aktuell) 1050€. Dazu kommt Miete, damals noch 830 warm, jetzt 1150. Bleiben bei 3000 Netto also noch 800 - 1000 zur freien Verfügung. Ich hab davon 200 pro Monat zurückgelegt für unvorhergesehenes und den Rest gespart.

Der Kernpunkt über den hier geschwafelt wird, ist, das wir nicht ausreichend entlohnt werden für den Job. Das war vor 15, 10, 5 und vor einem Jahr so. Aktuell kommt eben leider auf Grund geopolitischer Schwierigkeiten die hohe Inflation hinzu. Und die sollte über die aktuellen Tarifverhandlungen zumindest ausgeglichen, eigentlich überboten werden. Da sind wir uns doch alle einig.

Aber wer nun unbedingt ein Auto brauch (in ner Großstadt), muss eben auch damit leben, dass man weniger Geld hat. Luxus kostet eben. Manch einer möchte es sich leisten, mancher nicht.

Die Frage des Threadersteller war aber ob man mit 3000€ monatlich in ner Großstadt leben kann. Kann man. Auch ausreichend gut. Dass es immer Leute geben wird, die ein schöneres Auto, eine größere und zentralere Wohnung, besseres Essen und ein „besseres“ Leben haben, ist der Lauf der Dinge. Daher rührt Glück im Leben oder Beruf aber nicht. Kenne übrigens in Berlin auch nur Ausnahmekollegen die meinen mit dem Gehalt nicht zurecht zu kommen. Nur hier im Forum tummelt sich diese Fraktion.

Und wer richtig Bock hat gut zu verdienen reduziert seinen Klinikjob und macht nebenbei Arbeitnehmerüberlassung. Gibt doch X Möglichkeiten mehr zu verdienen wenn man bereit ist die Extrameile zu gehen.