Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : BVG schafft Studiengebührenverbot ab!
wenn die unis das geld in die bildung investieren ist das wirklich fantastisch.
aber davon kann man nicht ausgehen.
wenn ich schon 1000 € pro jahr für ein studium bezahlen muss, dann will ich auch annähernd eine Bildungsqualität haben wie in holland (1444 € / jahr)
sonst kann ich ja nach einem jahr wechseln und erhalte im ausland mein deutsches bafög.
es würde sich lohnen dann für einige ins ausland zu gehen. da denke ich besonders an leute die die nachbarssprachen (dänisch, holländisch, franek) können. denn dort bzw. in skandinavien kriegt man den bildungs-kredit ZINSFREI von der regierung und nicht von irgendwelchen andern banken.
eine frechheit auch dass die deutsche landesbank einen "niedrigen" zinsbetrag einführen will..
die einfuhr d. studi-geb. könnte aber dazu führen dass sich abiturienten schlicht weigern ein studium aufzunehmen, weil der zwang besteht, es durchzuziehen bzw. bei abbruch den kredit zurückzuzahlen. Die Leute werden es sich min 5x überlegen zu studieren und die studi-zahl könnte locker um 10 % absinken.
und fächer wo es schlechte berufsaussichten gibt (gesellschafts-sozial wissenschaften ) würden aufgrund finanzieller perspektiven kaum noch studiert bzw. von den banken nicht finanziert.
nach dem motto:
"Ärzte, Ingenieure, Pharmazeuten brauchen wir immer , Philosophen ,archäologen etc. können wir nicht gebrauchen.."
hoffentlich gibt´s faire gleichberechtigung (egal ob bei vollbeschäftigung oder sonst was) für die vergabe von krediten
:-dafür
es wird auch sein dass auf langfristige sicht weniger akademiker arbeitslos werden und man sich sicher sein kann später arbeit zu finden, wenn man leute vor dem studium in dieser form abschreckt.
luckyblue
27.01.2005, 17:17
Ja, das ist sowieso merkwürdig. Wieso bittet die Azubis eigentlich niemand zur Kasse? Schließlich finanzieren wir armen Akademiker ja die Berufsschulen vermöge unsrer Steuerabgaben mit ...
Hier ist doch auch viel Ideologie im Spiel: einmal die Kleinstaaterei - sich von Berlin abkoppeln und den eigenen Einfluß sichern. Wieviele Phobien es im Süden gegen nördliche und protestantische Eigenschaften gibt, läßt sich gar nicht abzählen. 16th century greets - im Süden starb die Freiheit in den Bauernkriegen.
Und außerdem: es ist doch gerade Teil christlich-demokratischer Politik, es den unteren Bevölkerungsschichten so schwierig wie möglich zu machen - was für Zynismen da in manchen Köpfen spuken, mag man gar nicht glauben.
*sozialenunfriedenstift*
surfsmurf
27.01.2005, 17:37
Ich kann verstehen, dass jetzt der eine oder andere es mit der Angst zu tun kriegt wegen seiner studentischen Zukunft. Was ich nicht verstehen kann, ist, dass man bei einem Hochschulstudium, das den Staat rund 100.000 Euro kostet, also bei 12,8 Semestern durchschnittliche Studienzeit rund 7810 Euro pro Semester (!), generell Studiengebühren ablehnt.
Wie gesagt, dicke haben wir es alle nicht, aber ein bißchen Realitätsnähe würde ich mir doch wünschen. Dass die Umsetzung von gerechten und sozialen Studiengebühren problematisch ist: d'accord. Aber generell NEIN zu schreien nach dem Motto "die Azubis müssen auch nichts bezahlen und verdienen sogar noch Geld dabei", zeugt nur von mangelnder Dankbarkeit. Dass Studieren ein Privileg ist und keine Bringeschuld des Staates, ist in den Köpfen noch nicht angekommen. Oder einfach unbedeutend, wenn einen dieses Privileg unverschämterweise was kosten soll.
Die Frage nach der Finanzierung der Berufsschulen ist interessant, auch wenn sie einen nicht wirklich weiter bringt.
Ich habe eine Ausbildung gemacht und mußte dafür zum Blockunterricht 200 km von der eigentlichen Ausbildungsstätte entfernt ins Internat.
Wir (eine Klasse von 12 Leuten) bekamen für jede einzelne Wochenend-Heimfahrt extra Geld von der Stadt, pro Block etwa 200 DM. An der Berufsschule sind verdammt viele Schüler in Internatunterbringung (ebenfalls gefördert). Außerdem konnte jeder der einmal die Woche zur Schule kam ebenfalls Fahrtkosten beantragen. Ohne Kontrolle wer es nötig hat oder nicht.
Und es war schließlich nicht die einzige Schule weit und breit...
Beim BaföG muß man sonstwas vorzeigen (Kontoauszüge, Sparbuch etc.)
Mir ist klar, daß es nicht so weiter gehen kann, aber ich fühle mich vera*****
wenn ich sehen warum verschiedene Personen in der Politik plötzlich zurücktreten müssen - die selben Leute, die meinen 100 Euro im Monat sei nicht viel.
Bradyphrener
27.01.2005, 18:41
... Was ich nicht verstehen kann, ist, dass man bei einem Hochschulstudium, das den Staat rund 100.000 Euro kostet, also bei 12,8 Semestern durchschnittliche Studienzeit rund 7810 Euro pro Semester (!), generell Studiengebühren ablehnt. ...
Ich habe diese und ähnliche Summen schon öfter gehört und gelesen. Gibt es dafür eine Quelle? Wie wurde sie berechnet und was wurde alles mit eingerechnet? Handelt es sich hierbei vielleicht nur um die Summe, welche die Uni's von der öffentlichen Hand (Bund,Länder und Gemeinden) pro Medizinstudent bekommen? Hast Du das Gefühl, das eine dem Geldwert entsprechende Gegenleistung bei Dir angekommen ist?
Fragen über Fragen... :-)
Gerade wenn ich nämlich meine momentane Lage als Status- und Anamnesesklave bei den Internisten überdenke und das die Uni dafür auch noch Geld bekommt, mir aber wegen der angespannten Haushaltssituation nicht mal ein Mittag spendiert (für die Zivi's reicht's aber!), kommen mir doch ernsthafte Bedenken.
luckyblue
27.01.2005, 18:58
"die Azubis müssen auch nichts bezahlen und verdienen sogar noch Geld dabei", zeugt nur von mangelnder Dankbarkeit. Dass Studieren ein Privileg ist und keine Bringeschuld des Staates, ist in den Köpfen noch nicht angekommen. Eine durchschnittliche Ausbildung kostet den Staat an die 75.000 Euro.
Bildung ist ein Grundrecht, die institutionellen Garantien liegen beim Staat. Das folgt aus dem Grundgesetz. Insofern besteht ein originäres Leistungsrecht auf den Aufbau von Bildungseinrichtungen. Studieren ist nicht nur ein Privileg, es ist auch ein Recht.
Und eine Investition des Staates, die sich über Steuerzahlungen etc. amortisiert.
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Nachdem ich mich mal durch die Lektüre der Entscheidung durchgequält habe, kann ich nur konstatieren: Rücktritt, Frau Buhlmann. Wer sich dermaßen grobe Fehler erlaubt und derartig vorführen lässt, ist eine klare Fehlbesetzung für das Amt eines Bundesministers. Seltsam - haben die keine Juristen im Beraterstab? Da drängt sich einem regelrecht der Eindruck auf, die Regierungsbank habe ein Scheitern vor dem BVG billigend in Kauf genommen.
harlekyn
27.01.2005, 20:35
Bevor man kategorisch ein Studium für unmöglich finanzierbar erklärt, sollte man mal abwarten, was die Länder und Unis (oder auch Banken) an Finanzierungsmodellen auf die Beine stellen.
So gibt es schon Modelle (z.B. Witten-Herdecke) bei denen nach dem Studium über einen bestimmten Zeitraum ein festgelegter Prozentsatz des Einkommens zurückgezahlt wird...Um auf den Vergleich mit dem Ausland einzugehen, die ja auch mit Studiengebühren zurechtkommen.
Dort gibt es aber meistens auch ein ganz anderes Stipendiensystem (einfacher eins zu bekommen; viel mehr), da muss sich in Deutschland dann noch kräftig was verändern.
Aber das ist ja das Problem. Wo soll das Geld für das "Witten-Herdecke-System" herkommen? Dafür muss ja erst jemand in Vorlage tretten. Also ich seh irgendwie schwarz... :-((
harlekyn
27.01.2005, 20:40
Nachdem ich mich mal durch die Lektüre der Entscheidung durchgequält habe, kann ich nur konstatieren: Rücktritt, Frau Buhlmann. Wer sich dermaßen grobe Fehler erlaubt und derartig vorführen lässt, ist eine klare Fehlbesetzung für das Amt eines Bundesministers. Seltsam - haben die keine Juristen im Beraterstab? Da drängt sich einem regelrecht der Eindruck auf, die Regierungsbank habe ein Scheitern vor dem BVG billigend in Kauf genommen.
Also entweder, sie haben es echt nicht geahnt (dann gehören sie entlassen) oder sie haben es in Kauf genommen (auch entlassen). Ich für meinen Teil glaube, dass sie es wußten und auf die Art den schwarzen Peter der CDU/CSU unterschieben wollten. Mit dem Geld wollen sie einfach nur ihren kaputten Haushalt sanieren. Ihn noch ein weiteres Jahr Verfassungskonform zuhalten! Traurig...
Aber das ist ja das Problem. Wo soll das Geld für das "Witten-Herdecke-System" herkommen? Dafür muss ja erst jemand in Vorlage tretten. Also ich seh irgendwie schwarz... :-((
Ja natürlich das wären in dem Fall die Länder bzw. eher der Staat. Das wurde so auch schon von Experten ins Spiel gebracht.
harlekyn
27.01.2005, 21:42
Ja natürlich das wären in dem Fall die Länder bzw. eher der Staat. Das wurde so auch schon von Experten ins Spiel gebracht.
Was ich mich natürlich Frage ist, wie erklärt man Studenten, die kurz vor dem Ende ihres Studiums stehen, dass sie Gebühren zahlen sollen. Davon haben sie ja devinitiv nix mehr.
Und wenn irgendwo Geld für dieses System herkommen wird, dann wohl von den Banken. Weder das Land, noch der Bund hat genug Geld, um mal schnell für ein paar 100.000 Student für einige fast 5 Jahre in Vorlage zu tretten. Man bedenke, dass die Uni dann erst in ein paar Jahren Geld sieht...!
Ich hätt da mal eine Frage: Meint ihr, den Politikern ist überhaupt klar, wieviel man im PJ arbeiten muß............. Ich mein, die Studenten dafür noch zahlen zu lassen, ist doch wohl reiner Hohn........... Und meines Wissens nach wird der Student in der Schweiz für dieselbe Tätigkeit BEzahlt!
Wo könnte man sich den hinwenden um auf diesen Umstand entsprechend aufmerksam zu machen??? Das die das mal gleich von Anfang an im Gesetzesentwurf berücksichtigen............Dann müßte man nur noch für 10 Semester zahlen (ja, das ist auch schon zu viel- aber wahrscheinlich net wirklich veränderlich) und wenigstens net für zwölf............
Gute Idee! Leider denken die Politiker wohl nicht vorrangig an Medizinstudenten, sondern eher an Germanisten, Philosophen, Mathematiker und solche Fächer, wo Langzeitstudenten eher auftreten. ;-)
Ich hab auch gehört, dass die Gebühren evtl. fächerabhängig gestaltet werden sollen. Das tauchte Gott sei Dank nur einmal in den Medien auf bisher, aber das wär ja die Horrorvorstellung: Mediziner kosten viel, also zahlen sie auch mehr. :-???
Nachdem ich mich mal durch die Lektüre der Entscheidung durchgequält habe, kann ich nur konstatieren: Rücktritt, Frau Buhlmann. Wer sich dermaßen grobe Fehler erlaubt und derartig vorführen lässt, ist eine klare Fehlbesetzung für das Amt eines Bundesministers. Seltsam - haben die keine Juristen im Beraterstab? Da drängt sich einem regelrecht der Eindruck auf, die Regierungsbank habe ein Scheitern vor dem BVG billigend in Kauf genommen.Heute hat Frau Zypries schon wieder so einen Rohrkrepierer (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,342162,00.html) produziert.
Irgendjemand kann die Frau nicht leiden...
luckyblue
17.02.2005, 02:01
Zumal ja schon die Verfassungsmäßigkeit des geltenden Versammlungsgesetzes umstritten ist. Da drohten dann in der Tat einige Blamagen.
avicenna
17.02.2005, 02:38
[QUOTE=surfsmurf] Mal ganz abgesehen davon, dass man als angehender Mediziner deutlich mehr verdient als oben erwähnte Krankenschwester. :-meinung
Wenn Du mal Arzt bist, dann wirst du merken das hier in Deutschland nur 300 Euro Brutto dazwischenliegen. Sorry, aber deutlich mehr ist was anderes....
Trotzdem LG Avicenna :-meinung
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