Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : arztkinder outet euch
Kackbratze
15.06.2012, 23:00
Nein, angekommen ist das garnicht.
Sollte man vielleicht mal dazuschreiben das nächste Mal.
P.S. Es gibt auch Leute mit reichen Eltern, die das Geld, sowie die Unterschrift fürs Bafög verweigern. Dann hat man kein Geld zum klagen. Und keine Zeit. Aber es ist immer ein toller Vorschlag von denen, die sich nur mit der Theorie auskennen.
Absolute Arrhythmie
16.06.2012, 01:22
Meine Mutter ist Erzieherin, mein Vater Tischler. Ob ichs trotzde schaffe mal Ärztin zu werden? Fragt mich in 7 Jahren nochmal, bitte!
Colourful
16.06.2012, 08:40
Ja, AA, schaffst du! :)
Und diese blöde Sozialneiddiskussion ist auch unnütz, das wollte ich gar nicht in dem Maße anzetteln. Ich denke sowieso, dass jeder auch seine eigenen Schwierigkeiten bewältigen muss, wie auch immer die dann gelagert sind, von daher ist das auch egal.
Willen_braucht_man..
16.06.2012, 13:27
Ich war heute bei einer tagung der ärztekammer in einer psychosomatischen rehaklinik. bei der diskussion der ärzte und therapeuten ist mir aufgefallen, dass es in ihrem berufsleben auf verstehen, fragen, interesse, horizont und koopertation ankommt. ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass "noten" und elitäres gehabe auf dauer das sind, was ein arzt braucht. vor allem heute nicht mehr, wo sich keine klinik erlauben kann, junge ärzte wegen "noten" abzulehnen. mein fazit zu einem guten Arzt: menschlichkeit und der wille, sich fortwährend zu bilden. wer nebenbei arbeiten muss, so wie ich es in der pflege tue, entwickelt sich anders. ich kann im vorsdtellungsgespräch von der praxis erzählen und damit punkten. daraus resultierend glaube ich nicht, dass sich jemand darum kümmert, dass ich nur ne 3 hab und 16 semester gebraucht habe.
LasseReinböng
16.06.2012, 13:47
Nein, angekommen ist das garnicht.
Sollte man vielleicht mal dazuschreiben das nächste Mal.
P.S. Es gibt auch Leute mit reichen Eltern, die das Geld, sowie die Unterschrift fürs Bafög verweigern. Dann hat man kein Geld zum klagen. Und keine Zeit. Aber es ist immer ein toller Vorschlag von denen, die sich nur mit der Theorie auskennen.
Nein, EKT hat Recht. Es gibt einen Rechtsanspruch auf eine Finanzierung einer Erstausbildung durch die Eltern. Und wer kein Geld für einen Anwalt hat, kann Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen. Das funktioniert in der Praxis, ich habs gemacht. Nur haben in der Regel die wenigsten um die 20 die Kraft, gegen ihre Eltern zu klagen, es sei denn es besteht durch Scheidung o.ä. sowieso schon ein distanziertes Verhältnis zu einem Elternteil, wie in meinem Fall.
Ob die Eltern nun Ärzte sind, ist egal, allerdings haben die meisten Studierenden in der Medizin einen akademischen Hintergrund bzw. Eltern mit Geld. Schon der NC von 1,0 sorgt für eine derartige Selektion. Ein Hintergrund mit Förderung, stabilem Elternhaus und auch gewissen finanziellen Voraussetzungen macht es viel leichter, seine Ziele zu erreichen. Zwar bringt kaum einer alle diese Voraussetzungen mit, aber die Tendenz ist klar.
Meridion
16.06.2012, 14:01
Nein, EKT hat Recht. Es gibt einen Rechtsanspruch auf eine Finanzierung einer Erstausbildung durch die Eltern. Und wer kein Geld für einen Anwalt hat, kann Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen. Das funktioniert in der Praxis, ich habs gemacht. Nur haben in der Regel die wenigsten um die 20 die Kraft, gegen ihre Eltern zu klagen, es sei denn es besteht durch Scheidung o.ä. sowieso schon ein distanziertes Verhältnis zu einem Elternteil, wie in meinem Fall.
Ob die Eltern nun Ärzte sind, ist egal, allerdings haben die meisten Studierenden in der Medizin einen akademischen Hintergrund bzw. Eltern mit Geld. Schon der NC von 1,0 sorgt für eine derartige Selektion.
Das ist doch die eigentlich interessante Diskussion. Ob die Eltern nun Lehrer, Chemiker, Ingenieur oder Mediziner sind, gefühlt 90% der Kommilitonen im Studium kamen aus Akademikerfamilien. Und ebenso gefühlt mehr als in anderen Studiengängen waren es Menschen aus "mobile families", Vater aus Kiel, Mutter aus München, aufgewachsen in Bochum, Frankfurt, Gießen, zum Studium dann nach Mannheim, etc. pp.
Als Kind aus einer ganz gewöhnlichen Angestelltenfamilie, wo die Eltern ihr Leben lang nen ganz banalen Beruf gemacht haben (von 9 bis 5, 30 Tage Urlaub im Jahr, 30 Jahre lang), denke ich schon dass man es schwerer hat. Allein vom Umfeld her.
Ich persönlich musste mir den Satz "ja studiert der Junge immer noch? Der ist doch schon Mitte 20." oder den Satz "Hättest Du was gescheites gelernt würdest Du jetzt an deinem ersten Haus bauen" durchaus schon mehrfach anhören. Der Strukturwandel und die Tatsache, dass "normale Arbeitskraft" in absehbarer Zeit zumindest in Deutschladn nicht mehr gebraucht werden bzw. nicht mehr zu adäquater entlohnung führen wird, ist dort noch nicht so richtig angekommen.
So gesehen denk ich die interessantere Frage ist: Wer ist Akademikerkind? Da werden viele viele "hier" schreien...
Meridion
teletubs
16.06.2012, 15:05
Als Kind aus einer ganz gewöhnlichen Angestelltenfamilie, wo die Eltern ihr Leben lang nen ganz banalen Beruf gemacht haben (von 9 bis 5, 30 Tage Urlaub im Jahr, 30 Jahre lang), denke ich schon dass man es schwerer hat. Allein vom Umfeld her.
Hm bin wohl dann ein ganz banales Arbeiterkind, das es trotzdem geschafft hat. Und bei uns an der Uni hat es niemanden interessiert, wer deine Eltern waren, woher du kommst, ob du Bafög erhälst oder du dir mir Zeitung austragen deinen Unterhalt verdient hast.
Und was meisnt du vom Umfeld???
Btw: Meine beste Freundin damals war Arztkind und wollte auch Medizin studieren. Sie ist in der Vorklinik gescheitert...aber nicht des Geldes wegen ;-)
Hm bin wohl dann ein ganz banales Arbeiterkind, das es trotzdem geschafft hat. Und bei uns an der Uni hat es niemanden interessiert, wer deine Eltern waren, woher du kommst, ob du Bafög erhälst oder du dir mir Zeitung austragen deinen Unterhalt verdient hast.
Dito! Das einzige, was ich mir ab und an mal anhören durfte, war die Mär mit dem Taxifahrer am Ende des Studiums. :-))
Ansonsten, klar: Opa war Beamter, und daher kam grundsätzlich: Biste Dir sicher? Du weißt ja, das Beamtenjäckchen ist nicht groß, aber es wärmt...
Und Vattern hätte es wohl auch lieber gesehen, wenn ich irgendwas Richtung Wohnungswesen gemacht hätte, aber mittlerweile ist alles gut! Außerdem: wozu hat man denn noch 2 Schwestern? - Die eine läßt man Beamtin werden, und die andere tritt halt in Vatterns Fußstapfen! :-))
Feuerblick
16.06.2012, 16:34
Als Kind aus einer ganz gewöhnlichen Angestelltenfamilie, wo die Eltern ihr Leben lang nen ganz banalen Beruf gemacht haben (von 9 bis 5, 30 Tage Urlaub im Jahr, 30 Jahre lang), denke ich schon dass man es schwerer hat. Allein vom Umfeld her.
Ich persönlich musste mir den Satz "ja studiert der Junge immer noch? Der ist doch schon Mitte 20." oder den Satz "Hättest Du was gescheites gelernt würdest Du jetzt an deinem ersten Haus bauen" durchaus schon mehrfach anhören.
Meine Eltern (beide keine Akademiker und ihr Leben lang einem Ort und mehr oder weniger einem Arbeitgeber treu) waren und sind extrem stolz, was ich alles geschafft habe. Keine dummen Sprüche (auch nicht in der Verwandtschaft) oder ähnliches. Dafür jede mögliche Unterstützung zu jeder Zeit. Ich glaube nicht, dass einen das Umfeld davon abhält, ein vernünftiges Abi hinzulegen, wenn man nicht total dämlich ist und weiss, was man will... selbst wenn das "was" erstmal gar nicht Medizinstudium heisst. An der Uni interessiert auch niemanden, welchen Background man hat. Solche Standesdünkel kommen meiner Ansicht nach nur dann auf, wenn man selbst sie zulässt und sich klein macht, weil die Eltern keine Akademiker sind. Wer mit meiner "Herkunft" (schon bescheuertes Wort in diesem Zusammenhang) ein Problem hat, der kann mich herzlich gern haben...
Kackbratze
16.06.2012, 19:02
Ich habe nicht gesagt, dass man keinen Rechtsanspruch auf Ausbildung hat, es ist nur schwierig die Eltern zu verklagen, wenn man (zumindest zu dem Zeitpunkt) noch kein so distanziertes Verhältnis hat....und Prozesskostenhilfe zu dem Zeitpunkt nicht kannte.
Da beisst man eben die Zähne zusammen, geht arbeiten und schafft es eben.
Absolute Arrhythmie
16.06.2012, 20:36
In meiner Familie hat (bis auf meinen Stiefvater, aber der ist ja "angeheiratet") niemand studiert, geschweige denn Abitur. Alles "Arbeiter", also Erzieher, Maurer, Elektriker, usw. Und meine Familie ist auch stolz drauf das ich jetzt Krankenschwester bin. Und sie werden auch stolz sein wenn ich Medizin studiere. Ich denke sowas ist ganz individuell und lässt sich nicht allein am Bildungsstand festmachen. Ich musste zum Beispiel nie dem Anspruch genügen ne 1,0 im Abi schaffen zu müssen und ne Praxis zu übernehmen und sowas. Im Gegenteil, alle sind happy dass ich es bis hierher geschafft habe.
Mir ist trotzdem nie eine Art Wind entgegen geweht, aber mir ist halt auch nie der Hintern gepudert worden.
Und im Studium bekomme ich dann auch nur Bafög, weil ich dann meine Ausbildung schon so lange abgeschlossen habe. Und arbeiten muss ich dann trotzdem.
LasseReinböng
16.06.2012, 21:21
Hier gehen manche gleich in die Defensive und sagen: spielt doch gar keine Rolle, was man für einen Hintergrund hat - als ob es Schlimm wäre, darauf hinzuweisen.
In meinem Semester waren jedenfalls so ca. 8 von 10 Komillitonen aus Akademikerfamilien, meist auch ziemlich gut situiert. Wenn gejobbt wurde, dann auch eher für den anspruchsvolleren Lifestyle ( Weggehen, Klamotten, Reisen) als um die Miete oder in der Mensa den Eintopf bezahlen zu können.
Absolute Arrhythmie
16.06.2012, 21:39
Hier gehen manche gleich in die Defensive und sagen: spielt doch gar keine Rolle, was man für einen Hintergrund hat - als ob es Schlimm wäre, darauf hinzuweisen.
In meinem Semester waren jedenfalls so ca. 8 von 10 Komillitonen aus Akademikerfamilien, meist auch ziemlich gut situiert. Wenn gejobbt wurde, dann auch eher für den anspruchsvolleren Lifestyle ( Weggehen, Klamotten, Reisen) als um die Miete oder in der Mensa den Eintopf bezahlen zu können.
Das kann ich mir gut vorstellen, denn das merke ich im Klinikalltag bei 80% der Famulanten und PJler... Die verhalten sich nälich auch ziemlich Klischee-mäßig manchmal.
Kokrobite
17.06.2012, 00:50
Ich denke auch, dass einem das Studium deutlich leichter fällt, wenn man sich nicht nebenbei noch den Lebensunterhalt verdienen muss.
Ich habe zum Glück einen so gut bezahlten Job, dass ich für mein eigenes zukünftiges Studium so viel zur Seite schaffen kann um nicht nebenbei noch arbeiten zu müssen und auch fùr meinen Sohn schon seit seiner Geburt monatlich für ihn spare, so dass er sich später keine Gedanken machen muss.
Trotzdem geht es natürlich auch, wenn man nebenbei arbeitet.
Mein Bruder ist Ingenieur und hat immer nebenher gejobbt und sein Studium trotzdem mit 1,0 abgeschlossen.
irgendwie habe ich andere erfahrungen gemacht. wenn ich in den ferien in die usa fahre, traue ich mich das meistens gar nicht zu erwähnen (geschweige denn ausführlicher davon zu erzählen), weil ich weiß, dass sich 80% meines freundeskreises das nicht leisten könnten. ist auch eine blöde situation, meine schwester hat da noch mehr probleme mit.
aber liegt wohl an meinem freundeskreis an der uni und nicht an den kommilitonen allgemein.
ich glaube aber, dass man schon vorteile in der schule hatte, wenn daheim z.b. viele bücher und zeitungen vorhanden waren. oder bildung durch viele reisen.
Leelaacoo
18.06.2012, 08:27
Ich glaube, es hängt nicht alles nur mit den finanziellen Mitteln zusammen. Meine Eltern sind/waren beide Ärzte (Päd/Neuro), ebenso etliche in der Verwandschaft...aber in dem Land, aus dem ich komme, war es jetzt nicht DER angesehene Beruf, sondern eben "ein" Beruf...weder mehr Geld noch sonstige Dinge unterschieden die Ärzte von den Handwerkern oder Fabrikarbeitern...ich bin in einer 1-Zimmer -Wohnung aufgewachsen, hier in D war es die Anfangsjahre eher so, dass Geld für nahrung übrig bleiben musste (wegen diversen Annerkennungsjahre etc.), ich habe erst mal lange gebraucht, um zu kapieren, dass in D ein "Arzt" mit irgendwas "Besserem" assoziiert ist (kann das jetzt schlecht ausdrücken...). Dennoch wollte ich gerne Ärztin werden...weil gerade bei uns viele viele Gespräche zu Hause stattfanden und es irgendwie zu meiner Identität gehörte (auch wenn mir meine Mutter bis zuletzt abriet). Ich habe während des Studiums auch gearbeitet und gespart, aber das gehörte halt irgendwie auch zum "Feeling" des Studierens...ist doch toll, wenn man dann wirklich Geld verdient mit der ersten Stelle, sich auf einmal auch mal einen Urlaub leisten kann, die 2-Zimmer-Wohnung statt dem Zimmer usw.
Mein Vater lebt leider nicht mehr, sonst hätte ich wohl tatsächlich Neuro gemacht, weil das Interesse im Studium da schon immer mit am Größten war und es sich angeboten hätte (also nicht ganz 2te Wahl)...nun mache ich aber trotzdem kein Päd, weil es einfach nicht meins ist...Praxis hin oder her...
Ich wollte damit nur sagen, es ist nicht immer der finanzielle Hintergrund, der Arztkinder zum Studieren bringt...
LG Lee
Ach ja, die Welt ist nicht gerecht, und für die meisten von uns ist das gut so. Klar hat es Vorteile wenn die finanziellen Mittel da sind, aber das andere bildet Charakter. Wobei einem nichts so sehr den Spaß an einer Sache verderben kann wie herauszufinden, dass es den Charakter bildet.
Leelaacoo
22.06.2012, 05:02
Ach ja, die Welt ist nicht gerecht, und für die meisten von uns ist das gut so. Klar hat es Vorteile wenn die finanziellen Mittel da sind, aber das andere bildet Charakter. Wobei einem nichts so sehr den Spaß an einer Sache verderben kann wie herauszufinden, dass es den Charakter bildet.
Ähmmm?? Hä??? Du hast eindeutig zu wenig zu tun und solltest solche idiotischen Kommentare einfach mal lassen...
LG Lee (auf zum Dienst)
Oh, das kam wohl so rüber als wäre es auf dich bezogen; tut mir leid, war gestern spät und habs erst jetzt bemerkt. Eigentlich philosophierte ich eher allgemein, weil ich irgendwie doch ein schlechtes Gewissen habe, dass ich unter Umständen mehr hätte tun können, um selbstständiger zu sein. Bin mir einfach nicht schlüssig, was ich anders machen hätte sollen.
Aber nochmal tut mir leid, mit deinem Beitrag hatte es nichts zu tun.
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