Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stoiber redet Schmuh - ich wähle trotzdem die Union
Überhaupt glaube ich, dass in jeder einigermaßen guten Partei clevere Leute sitzen und letztlich werden doch sowieso irgendwelche Expertenkomissionen benutzt um wichtige Entscheidungen zu planen, fällen und umzusetzen. Ein weit verbreiteter Irrglaube. :-D
Sorry, das mußte sein, aber jetzt im Ernst:
Die Politiker sind letztlich die, die die Entscheidung treffen, wenn sie im entsprechenden land- oder Bundestag abstimmen. Ahnung haben aber die wenigsten. Die Mehrzahl unserer Politiker sind doch irgendwelche Rechtsanwälte oder Lehrer, die sich für ihr Amt durch keine andere Fähigkeit qualifiziert haben, als sich im eigenen Wahlkreis eine Mehrheit beschaffen zu können.
Klar sind die Konzepte über die abgestimmt wird im Ursprung mal von einer Expertenkommission erarbeitet, aber durch die zig Gremien, durch die sie seither durchgenudelt worden sind, ist von der ursprünglichen Idee nicht mehr viel übrig.
Ein wunderschönes Beispiel ist doch die neue AO. Ursprünglich erdacht, um die Ausbildung praxisorientierter zu gestalten. Rausgekommen ist letztlich, daß einige Veranstaltungen umbenannt wurden und jeder Fliegenschiss zur Pflichtveranstaltung erklärt wurde. Dazu noch die verkorkste neue Prüfungsordnung mit den butterweichen universitären Noten und dem Hammerexamen und fertig ist ein Musterbeispiel für handwerklich miserabelstes Regieren.
Froschkönig
16.08.2005, 22:06
Überhaupt glaube ich, dass in jeder einigermaßen guten Partei clevere Leute sitzen und letztlich werden doch sowieso irgendwelche Expertenkomissionen benutzt um wichtige Entscheidungen zu planen, fällen und umzusetzen.Ach du meinst so wie jüngstes Beispiel aus der hiesigen Lokalpolitik ? :
Will München den Transrapid ? Hm, wissen wir nicht, damit kennen wir uns nicht aus....EXPEEEERTENKOMMISSION !!!!! Und was sagt die ? Die sagte: "Ja der ist ganz toll und rentiert sich auf lange sicht auch"...Hm *schluck* ach echt ? Ähm....bitte NEUE EXPEEERTENKOMMISSION !!!!
Nun was soll ich davon halten ? Mal abgesehen, daß diese meist dann in 5 Zeilen in der Presse abgelichteten Expertisen abertausende wenn nicht gar Millionen an Steuergeldern gefressen haben....
Binamaus
16.08.2005, 22:15
Da muss ich dir ausnahmsweise mal recht geben, Froschkönig...in Sachen Transrapid bin ich ganz deiner Meinung...Ich habe keine Ahnung, wofür das Milliardenprojekt auf einer derart kurzen Strecke (neben der S-Bahn, die im 20-Minuten-Takt fährt und 45 Minuten zum Flughafen braucht von der Stadtmitte aus) sein soll...ich finde das absolut unrentabel und fände es sehr viel besser, die ganzen Naherholungsgebiete zu erhalten und die S-Bahn meinetwegen im 10-Minuten-Takt fahren zu lassen (auch wenn ich unmittelbar daneben wohne)
Transrapid
Was die Entlassungen trotz Gewinn angeht, kann ich nur zustimmen. Besonders in Zeiten, in denen sich Hedge-Fonds und Private Equity Firmen zu mächtigen Konglomeraten ballen und die Politik mächtige "Fusionen" vorantreibt, die eher feindlichen Übernahmen gleichen (Sanofi-Aventis), kann ein Unternehmen, besonders im Investment-Banking, nur überleben, wenn astronomische Renditen eingefahren werden, nicht nur sehr gute. Nur der Stärkste überlebt, und wenn er nicht überlebte, gingen NOCH MEHR Arbeitsplätze verloren, das ist leider Faktum.
Dass eine gewisse Sockelarbeitslosigkeit nicht mehr zu beseitigen ist, dürfte klar sein, einige wollen oder können nicht arbeiten, viele sind zu schlecht qualifiziert und so weiter. Trotzdem sind neue Arbeitsplätze nötig, da alte ständig verschwinden, wie in überholten oder notleidenden Branchen, das ist ja gerade der Witz an der Flexibilität der Arbeitsverträge: Wenn ein Betrieb rote Zahlen schreibt, muss er sich von Mitarbeitern trennen können. Diese müssen aber woanders unterkommen, wo gerade schwarze Zahlen geschrieben werden, sonst STEIGT die Arbeitslosenquote immer weiter. Schaffung von Arbeitsplätzen ist also Voraussetzung für eine Stagnation der Arbeitslosen.
Die Langzeitarbeitslosen bringt man nicht mehr unter, aber die jetzigen Schulabgänger und Absolventen dürfen nicht zu solchen werden, das heißt die Quote muss LANGFRISTIG gesenkt werden, der jetzige Prozentsatz ist insbesondere auch wegen des demografischen Problems nicht akzeptabel (wer um alles in der Welt soll das alles bezahlen?!)
Zu den Lohnnebenkosten: Sicher kann man da nicht mit China konkurrieren, aber darum geht es nicht. Billiglohnländer haben den unteren Teil der Lohnpyramide irreversibel zubetoniert, Niedriglohnjobs sind einfach weg, aber wie man so schön sagt: Der Zug ist abgefahren, aber man sollte möglichst viele Waggons noch schnell abkoppeln.
Deshalb muss D verstärkt auf den F+E-Bereich ausweichen, wir haben nur noch das Know-How, aber darin sind wir NOCH immer Spitze. Diesen Vorsprung gilt es zu halten, insbesondere gegenüber den Ländern, die uns auf diesem wirklich Konkurrenz machen, wie die USA oder das EU-Ausland. Gegen die können wir nur durch niedrige Lohnnebenkosten im letzten Sektor, der uns noch bleibt, bestehen. Auch der meiste Handel vollzieht sich mit diesen, besonders innerhalb der EU.
Leider gibt es trotz aller Planspiele und Theorien auf dem Papier jedoch keine Patentrezepte, die Wirklichkeit ist so chaotisch und komplex, dass das Verändern eines Parameters allein tatsächlich wenig bringt.
Wahrscheinlich ist die Aufgabe auch allen Politikern mehrere Nummern zu groß, weshalb sie ihre programmatische Leere mit spektakulären Fernsehduellen im Quizshow-Stil und markigen Sprüchen übertünchen wollen, worauf die Medien gern hereinfallen. Diskussionen scheinen zu anstrengend geworden zu sein, alles fixiert sich darauf, wie man sich präsentieren kann, there's no business like (political) showbusiness.
Merkel dürfte ja reden wie ein Roboter, der stümperhaft programmiert wurde, wenn sie nur die richtigen Dinge sagen würde, und zwar die, die sie vor 2 Jahren gesagt hat. Diese 180° Drehung hat mich sehr enttäuscht, weshalb ich sie für eine miserable Wahl halte, aber was ist die Alternative? Man wählt ja letztlich die Partei und nicht den Kandidaten.
Aber sind wirklich nur die Politiker schuld? Oder doch der Wählerwille? Denn wie heißt es so schön:
"Demokratie ist das System, das garantiert, dass wir nie eine bessere Regierung kriegen, als wir verdient haben"
Froschkönig
16.08.2005, 22:50
..., aber was ist die Alternative? Man wählt ja letztlich die Partei und nicht den Kandidaten.
Die ist aber bewußt, daß Du mit der Einstellung zu einer Minderheit gehörst ?
Nicht zuletzt darum ist dein letzter Satz eben auch wahr ;-)
@ Monty
Nun Sozen sagen ich nicht. bin auch kein CDU anhänger, empfinde aber Schröder als einen kleinen Proleten, der ein ziemliches gespaltenes Verhältniss hat zum Thema Demokratie. Ein Kanzler der sich seine Mehrheit in der Fraktion mehr oder weniger erzwingt, auf Ratschläge der Fraktion nicht hört, obwohl dort z.T. Fachleute sitzen und stattdessen lieber eine Kommission nach der anderen einberuft, solange bis er das hören möchte was er will....
Nun ehrlich Brandt und Schmidt das waren wirklich gute Männer aus der SPD aber was die SPD in letzter Zeit (15 Jahre) hervorgebracht hat ist nun wahrlich keine Offenbahrung.
Nun zu Merkel. Sie hat zumindest bewiesen, dass sie logisch denken kann und einfachste mathematische Kenntnisse besitzt. Ist mir lieber als jemand der in die Kamera brühlt "Hol mir mal eine Flasche Bier...".
Nun Hartz 4 wenn man es richtig umgesetzt hätte so wie es auch auf dem Papier gestanden hätte, dass wäre sicherlich ein richtiger Weg gewesen, dann hätte auch die SPD von mir ein Bonus bekommen, aber wieder all diese ganzen Ausnahmen und dann doch letzlich alles für die Katz. Nee so eine Leistung ist wahrlich nicht beachtlich.
Ich sage nicht dass die CDU die bessere Alternative ist. In meinen Augen gibt es einfach keine Partei, die meine Ziele umsetzen möchte.
Meine Ziele sind primär:
1) Bundesländer von 16 runter auf max. 5 reduzieren.
2) Bildungspolitik muß nicht vom Bundesland, sondern vom Staat behandelt werden, damit man dann ohne Probleme zwischen den Bundesländern umzeihen kann, ohne dass die Kinder Nachteile haben in der Schule.
3) Komplettes Steuersystem vereinfachen, dass heißt keine Abschreibungen mehr möglich, dafür aber niedriger Eingangssätze.
4) Keine staatlichen Rentenvorsorge mehr, sondern jeder neue Arbeitnehmer unter 30 muß einen gewissen Teil seines Brutto´s in eine Private Rentenvorsorge stecken, aber ohne den Mist mit Basis 1 und Basis 2. Man sollte selbst wählen können, ob Kapitalabpfindung, oder die monatliche Rentenzahlung, die sich erst nach 21 Jahre Rentenzahlung rentiert. Zudem nicht nur auf Deutschland beschränkt mit der Auszahlung, wer weiß ob man im alter noch hier leben möchte???
5) Die Patienten müssen wie in anderen Ländern auch die Behandlung zuerst selbst bezahlen, bekommen eine Rechnung mit Auflistung der Leistung, und können diese dann von der Krankenkasse zurückerstattet bekommen.
6) Nicht Arbeitswillige und Arbeitslose zu Zwecken der Ordnungshaltung der Städte in Reinigungstrupps engagieren. Wer auf KOsten der Gemeinschaft lebt, soll dafür aber auch was leisten.
7) Abschaffung der Einzahlung einer gesetzlichen Arbeitslosenversicherung, stattdessen ist Eigenvorsorge zu treffen. Vorteil: Lohnnebenkosten sinken und es könnten mehr Arbeitsplätze entstehen.
8) Der Bevölkerung klar machen dass das sozaile system in Deutschland kaputt ist und es von daher radikal geändert werden muß.
9) Straftätige nicht Deutsche die Auftenhaltsgenehmigung entziehen und Abschieben, geht leider mit Deutschen nicht.
Ich weiß gerade der letzte Punkt könnte mißverstanden werden und mir könnte man unterstellen, dass ich rechts denke. Dies ist nicht so, ganz im Gegenteil, bin sogar froh, dass wir ausländische Mitbürger haben, die sich hier engagieren, aber leider bemerke ich, doch dass immer mehr einen gewissen Hass, besonders den arabisch stämmigen gegenüber, entwickeln, was wenn man nicht rechtzeitig einschreitet durch die Politik, dazu führen könnte, dass die Rechten Parteien zulauf bekommen. Und dann nicht von den beschränkten Skins und Konsorten, sondern auch sehr gebildete Menschen, die sich in ihrem "Kulturgut" bedroht fühlen.
So long :peace:
Psycho-Berlin
18.08.2005, 10:35
@ bobbydigital: "Stoiber redet Schmuh - ich wähl' trotzdem CDU" Wäre 'n schöner Reim geworden! Eignet sich ja schon fast als Text für ein Wahlkampfplakat! ;-)
Andix
So nun möchte ich auch mal meinen Senf dazugeben :)
Zitat: Man darf auch nicht vergessen, dass die Regierung es auch sehr schwer hatte, Gesetze durch den Bundesrat zu bringen.
Da auf Landesebene sehr häufig die CDU die Wahlen gewonnen hat, ist die Mehrheit im Bundesrat aus dieser Partei stammt, haben sie viele zustimmungspflichtige Gesetze einfach blockiert und so die Regierung z.T. handlungsunfähig (oder wie Merkel sagte "Handlungsfähig" ) gemacht.
Dieses war ja auch ein Grund mit, dass Schröder sich zur Vertrauensfrage entschlossen hat.
Was mich an diesem Argument ständig stört, ist das man nie genau weiß, welchen Gesetzen denn nicht zugestimmt wurde. Wenn die SPD ein paar Beispiele nennen würde, wäre es glaubwürdiger und nicht so polemischt wie es mir jetzt scheint.
Wahrscheinlich wäre eine Große Koalition doch ganz heilsam für unsere Land.
Und mt welchem Grund wäre sie das? Ich lese ständig, dass die Große Koalition eben noch mehr Stillstand bedeuten würde als jetzt schon, da ein Konsens schwer zu erreichen wäre.
Ich würd ja am liebsten FDP wählen, aber der neoloberale Mist, den die propagieren, und noch dazu Wester-Föhnwelle... nee, das macht kein Spaß mehr...
Und was genau ist daran so schlecht? Ich meinte, wenn du die Ideologie des Liberalismus nicht magst, kann ich es wirklich verstehen. Aber in Zeiten einer immer rascheren Fortschreitung der Globalisierung ist es die Globaisierung selbst, die die Spielregeln bestimmt; endweder man spielt nach diesen Regeln, oder eben nicht. Aber wenn man nicht tut, bekommt man es mit den Konsequenten zu tun,und die lauten keine Investitionen, Arbeitslosigkeit etc. Die Spielregel heißt Martwirschaft. Eine/Die soziale Martkwirtschaft klappt auch, aber nur wenn die Betonung auf Marktwirtschaft liegt, wie es von Erhard und Müller-Armack auch vorgesehen war.
Bayern hat das aber nicht ohne Hilfe geschafft, die haben damals, weils eine reine Bauernregion war, ordentlich Subventionen eingestrichen. Mit viel Geld lässt sich auch viel machen.
Gut, nun hat NRW sicherlich auch viel Geld bekommen in der Vergangenheit und die SPD hat gezeigt, dass sich mit viel eben nicht viel machen lässt, wenn man es der SPD überlässt ;)
Die Frage ist nur, was für eine Art von Dynamik sich dort entwickelt. Wenn der Kündigungsschutz ganz dynamisch wegfällt, die sozialen Sicherungssysteme ganz dynamisch beschnitten werden...
Tja, wenn man es nicht tut, kommt es hierzulange zu einer horrend hohen Arbeitslosigkeit, die VIEL höher sein wird als jetzt. Das Kapital hat kein soziales Gewissen, es wird nicht aus Liebe zu Deutschland hier investieren und die hohen Sozialabgaben zahlen. Es geht nach Ungarn, welches wegen EU-Erweitung nun noch attraktiver ist. Aber hey, in der DDR gab es auch ein gutes Sozialsystem und einen tollen Kündigungsschutz, leider gibt es die DDR nicht mehr. Endweder man spielt das Spiel der Globalisierung mit oder man bleibt eben auf der Strecke. Der beste Kündigungsschutz ist immer noch Vollbeschäftigung.
Und was den Kündigungsschutz angeht: so unter vier Augen, so von Arbeitnehmer zu Arbeitgeber, da wird sicher richtig gut verhandelt. Und wenn der Chef sagt, Hör mal zu, dieser Kündigungsschutz, das is nix für mich, und sein Angestellter aber vom Gegenteil überzeugt ist, dann kann der ganz schnell gehen. Wozu gibts denn wohl Gewerkschaften?
Wenn der Arbeitgeber dieses Arbeinehmer rauswirft, dann sicherlich nicht, weil ihm das großen Spaß macht, sondern weil er zB diesen Arbeitnehmer nicht bezahlen kann, aus welchen Gründen auch immer. Und das soll er auch drüften, sonst macht sein Betrieb pleite und es kommt zu mehr Entlassungen als nur einer. Wie viele Unternehmen scheuen sich davor, jemanden einzustellen, weil dieser dann ein Klotz am Bein wäre, da nicht einfach zu kündigen. Somit rettet der Kündigungsschutz keine Arbeitsplätze, er verhindert die Einstellung von Leuten. Nicht umsonst sind alle Ökonomen beim Thema Kündigungsschutz einer Meinung. Diese Leute haben eine Ahnung von diesem Thema, vlt solltest eher auf sie hören als auf Oskar Lanfontaine.
@Leelaacoo
1. Deutschland sollte nun langsam mal aufhören, in die ewige Laier einzustimmen, man müsse alle billiger, globaler, gewinnbingender machen und mitsamt der Globalisierung aus dem Fenster hüpfen. Leute, die Lohnnebenkosten haben ja einen SINN! [...]
Die soziale Martwirtschaft ist definitiv ein Fortschritt, und keine Partei, selbst die FDP, will das Amerikanische "hardcore-Kapitalismus" System einführen. Leider wurde der Sozialstaat zunehmend ausgebaut, so dass die jetzige soz. MW nicht mehr mit der Erhard'schen zu vergleichen ist. Die Folge sehen wir, 5 Mio. Arbeitlose. Wenn du da drauf stolz bist, dann ist es dein gutes Recht. Verstehen tu ich es nicht. ;)
Ich kann es nicht oft genung betonen: Entweder man ärdert was oder man bekommt es mit den Konsequenzen der Globalisierung zu tun. Wenn du das System der USA so schlecht findest erkläre mir, warum es ihnen viel besser als geht als den Deutschen.
Psycho-Berlin
18.08.2005, 12:29
Hi! Nur mal kurz @ "short":
Du schreibst: "Wenn du das System der USA so schlecht findest erkläre mir, warum es ihnen viel besser als geht als den Deutschen."
Tut's das? Naja, fragt sich halt, wem's gut geht - den US-Amerikanern? den wenigen Reichen? dem Land?
Ich glaube Du solltest mal DAS lesen:
http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=37&idart=770
Sind ja super Aussichten!
Wenn man die Globalsierung so uneingeschränkt befürwortet, impliziert das wohl auch immer den Wunsch letztendlich "auf der Richtigen Seite zu stehen"!
Andix
@short
Nun ja die Aussage alles in der USA sei besser darum sollen wir es denen gleich machen, kann ich nicht teilen. Weiß nicht ob Du schonmal die Staaten bereist hast und dort auch mal abseits der Touripfade dich umgeschaut hast.
Das Wachstum der USA ist fast nur auf Pump basierent, was heißt, dass sich der Bürger verschuldet um konsumieren zu können.
Sicherlich ich gebe Dir recht, dass das sozaile System hier nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, aber es total abzuschaffen, da kann ich Dir nicht ganz zustimmen. Einschränken und zwar gewaltig ja, aber ganz raus und Kapitaalismus pur nein. Ist zudem auch nicht die Intention der FDP.
Noch mehr Senf...
Aaalsoooo, zum Thema Person/Partei wählen...
Ich lebe ja ebenfalls im national geschätzten Freistaat Bayern, allerdings ist das was nach außen hin so goldig glänzt ganz und garnicht so glänzend...
Erstmal: Ich werde auf garkeinen Fall die Schwarzen wählen... Meine Entscheidung beruht aber weniger auf nationalen Belangen, als vielmehr auf den Erfahrungen, die ich persönlich immer wieder mit dem "Parteinachwuchs" mache...
Da kann einem Himmelangst werden, wenn man sieht und hört, wie rassistisch und menschenverachtent besonders in meinem Wahlkreis mit Ausländern und solchen die einen ausländisch klingenden Nachnamen tragen, umgegangen wird...
Dazu kommen Parolen aus den Zeiten des 2. Weltkrieges, die ich ich wirklich nicht zietieren möchte... Bei Veranstatlungen der NPD wurde die JU seltsamerweise auch noch nie auf Seiten der Gegendemonstranten gesichtet... Woran das wohl liegen mag...
Oft habe ich das Gefühl, dass in den Köpfen mancher Schwarzer die Zeit in den 30gern stehen geblieben ist und ihre Kinder haben sie genau nach diesem Prinzip erzogen...
Ein Lehrer meines Gymnasiums war/ist Vorsitzender des CSU-Ortsvereins und bei ihm wurde schon zu meiner Schulzeit Schüler einfach nachhaus geschickt, weil sie ein T-Shirt mit Sozialistenstern oder Che Guevara getragen haben...
Aus dem gleichen Grund wurden auch Verweise erteilt... Das ist einfach lächerlich!!!
Die Schulleitung hat diesen Umstand immer ignoriert und wie mir berichtet wurde, hat sich das bis heute nicht geändert...
Eine Schüler-Union wurde gegründet... Ich glaube, deren einzige Aufgabe war es, türkische Mitschüler solange zu terrorisieren bis diese mehr oder weniger aus eigenen Stücken die Schule verlassen haben...
Vielleicht klingt das alles für jemanden, der noch nie mit solchen Situationen konfrontiert wurde, belanglos und dumm...
Allerdings denke ich mir, dass ich niemanden wählen möchte, der solche Hirnis heranzüchtet und genauso wenig, eine Partei wählen möchte, bei der ich fürchten muss, dass in ein paar Jahren genau die Leute im Bundestag sitzen und Toleranz heucheln, die heute ein so ekelhaftes Verhalten an den Tag legen...
OK, vielleicht ist in Bayern oberflächlich betrachtet einiges besser organisiert, aber wenn man mal einen genaueren Blick riskert und ein bisschen kritisch nachfragt, wird man erstmal sehen, wie mit dem einzelnen Menschen umgegangen wird... Dieser Umstand ist mir persönlich sehr wichtig...
Vielleicht klingt das ein bisschen nachvollziehbar...
Würde mich interessieren, ob jemand von euch auch schon solche Erfahrungen auf kommunaler Ebene gemacht hat...
Liebe Grüße, Denüse
Leelaacoo
19.08.2005, 14:19
@short:
Einige Vorschläge habe ich ja bereits eingebracht...ich halte ebensowenig von leeren Phrasen wie wahrscheinlich auch du. Wenn jemand sagt, er finde etwas nicht gut, dann muss ein Vorschlag folgen, wie mans besser machen kann. Dieser Lösungsvorschlag ist jedoch naturgemäß nicht das Gelbe vom Ei und bei jeder Sichtweise verschieden...
Mir gehts nur meist so, daß ich mich extrem unwohl fühle, wenn allzuviele Fische in die Gleiche Richtung schwimmen...so wie es jetzt im Rahmen der Globalisierung, Kapitalisierung etc. geschieht...
Wer behauptet eigentlich, daß dies der einzig richtige Weg ist? Wer hat die Wahrheit aufgestellt, daß ein Land untergeht, wenn es im Wettrennen um Billiglöhne und Abbau von Sozialem nicht mitmacht? Ist das gottgegeben? Eher USA-gegeben, denke ich...sie sind nun mal die (kurzfristigen) Gewinner im Wettstreit um Wirtschaftsmacht...aber dies als allumfassende Wahrheit aufzufassen und hinterherzurennen ist immer die Lösung...
Warum nicht das große Ganze betrachten? Warum nicht gegen den Strom schwimmen, bevor alle anderen Fische den Wasserfall runterrauschen?
Die Geschichte hat in vielen Beispielen gezeigt, daß es oft vorteilhaft ist, gegen den Trend zu arbeiten...und Neues zu schaffen.
Nenn das idealistisch-verblendet...aber schwierige Probleme erfordern meist unkonventionellere Lösungen als pures Mitmachen...man gewinnt doch eh nie gegen den Großen...
Stell dir Folgendes vor: Die USA ist extrem verschuldet, der Großteil der Kapitalreserven befindet sich außerhalb des Landes, China ist größter Handelspartner und bald ebenfalls ein Mega-Wirtschaftsriese mit über einer Milliarde Menschen, die in einem kommunistisch-totalitärem System leben...letztendlich hat die USA schon verloren, eine Ironie der Geschichte, sozusagen. Was passiert, wenn diese Menschen, dem Lauf der Geschichte folgend, einfach mal keinen Bock mehr haben auf Unfreiheit, Menschenrechtsverletzungen, Armut, Ausbeutung, Gleichschaltung etc.
Wenn sie, analog den anderen Ländern, eine kleine (har har) Revolution starten, weil sie auch einen Stück vom Kuchen wollen...1,3 Milliarden wohlgemerkt...was tut denn dann das westliche Ausland? Die totalitäre Führung unterstützen, die Aufstände niederschlagen. Die eigenen Demokratieideale ad absurdum führen? Denn sonst gibts einen Crash...Mega-Crash..und auf diese Aktie sollen wir setzen, dem kapitalismus der USA nacheifern? Bei den Aussichten...
Ich finde, diese Seite muss man auch bedenken, wenn man ein Wirtschaftssystem wählt...was ist es uns wert, dabeizusein? Wie weit sollen wir gehen? Was bleibt unseren Kindern und Enkeln davon übrig...
Das ist gewiss weitreichend und löst nicht momentane Probleme innerhalb von 3 Monaten (aber das ist eh nicht möglich), aber eine Vision zu haben ist immer noch weit besser, als die der anderen billig zu kopieren.. :-dafür
LG Lee (etwas abgeschweift, bin aber grad sooo idealistisch drauf :-)) )
Auch wenn unser bayerischer Freund Dinge gesagt hat, die er besser nur gedacht hätte, denke ich, dass man für das Wohl des Landes die UNION wählen sollte!
Gerhard Schröder läuft durch das Land und lächelt, während wir alle im Schnitt mit 17.000,- € verschuldet sind. Es sind mindesten 6.000.000 Menschen arbeitslos, die Sozialsyteme sind am Ende, wir haben kein Wirtschaftswachstum mehr.
Wie seht Ihr die politische Lage? Ist es nicht eine Schande das nur noch über Ossis-Schelte, Brutto-Netto und Schweissflecken geredt wird anstatt über Sachthemen?
Denke blos nicht, dass mit Merkel und der CDU alles besser wird. Sie hatten bis vor kurzem selber kaum richtige Konzepte und ob ihre Ideen das gelbe vom Ei sind?
Es liegt nicht an der Regierung sondern an der allgemeinen Lage, dass es insgesamt nicht rosig aussieht. Notwendige Reformen müssen/werden durchgeführt und das kostet Blut und Schweiß, den wir alle spühren. Wenn die CDU alles besser machen will, dann stimmt etwas nicht (außer dass es Wahlkampfblabla ist), denn Umstruckturierung fordert Opfer - auch bei der CDU!
@ Denüse
Eine Smart Bombe aus Descent als Profilbild? :-))
Es liegt nicht an der Regierung sondern an der allgemeinen Lage, dass es insgesamt nicht rosig aussieht.
Doch, denn die haben teilweise wirklichen handwerklich sowas von Mist gebaut, ich erinnere nochmal (zum 100.000sten :-)) ) an Ullas Spende für die Apotheker.
Notwendige Reformen müssen/werden durchgeführt und das kostet Blut und Schweiß, den wir alle spühren. Wenn die CDU alles besser machen will, dann stimmt etwas nicht (außer dass es Wahlkampfblabla ist), denn Umstrukturierung fordert Opfer - auch bei der CDU!
Etwas anderes sagen die ja gar nicht...
Zitat von Leelaacoo an short
ich halte ebensowenig von leeren Phrasen wie wahrscheinlich auch du. Wenn jemand sagt, er finde etwas nicht gut, dann muss ein Vorschlag folgen, wie mans besser machen kann.
Diesem Anspruch kann folgender Beitrag aus gehirntechnischen Gründen leider nicht genügen:
Die offtopic-Polemik des Tages :-nix
Zum Thema Demokratie(defizit), welches in den Beiträgen auch öfters mal angeklungen ist: oftmals ist es ja so, dass die Kommissionen und Ausschüsse beratenden Personen gar nicht gewählt sind. Oder gar die, die ganze Gesetzesentwürfe ausarbeiten. Wenn ich mir angucke wer da alles seinen Senf dazu gibt, ob’s der Hartz war (wer hat den denn gewählt ?) oder der Rürup ?! Natürlich kann man jetzt sagen, ist doch gut, wenn da Sachverständige mit ins Boot genommen werden, die was davon verstehen. Aber am meisten wird irgendwie immer der beklatscht und abgefeiert, der die Lage am drastischsten schildert und halbwegs begründen kann, warum man Sozialleistungen und Arbeitnehmerrechte (in 150 Jahren hart errungen !) wieder abbauen und die „Elite“ entlasten muss, damit die dann mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen. Ist denn Asozialität eine Qualifikation um als Sachverständiger anerkannt zu werden ?
Wer’s glaubt. Reichst du den kleinen Finger, nehmen sie die ganze Hand ! Natürlich kann man sagen: Zugeständnisse sind okay. 40 Stunden und mehr ohne Lohnausgleich schaffen wir auch noch, Streichung von Urlaubstagen, Kürzung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Versteuerung von Schichtzuschlägen verkraften wir auch noch – aber das wird eine Abwärtsspirale nach unten, bei der kein Ende abzusehen ist !
Wer will denn so arbeiten ? Und dass im Krankenhaus ?
Der sollte dann auf alle Fälle die FDP oder CDU wählen, bei den anderen bin ich mir da nicht so sicher. Und wenn’s der Wirtschaft wieder besser geht (geht’s der eigentlich schlecht ? Hmm, ich hab’ gelesen was zu Gewinnen vorher gesagt wurde, sozusagen schon mal präventive Maßnahmen) werden die Maßnahmen dann eigentlich wieder zurück genommen oder bleibt das dann für immer und in alle Ewigkeit so ?! Ich weiß es nicht.
Und dann doch noch etwas zu dem eigentlichen Thema und den Wahlen: irgendwie haftet der SPD ja immer noch der Hauch einer Arbeiterpartei an und die Hoffnung, dass die’s nicht ganz so schlimm für mich (uns?) machen wie die CDU, sozusagen das kleinere Übel. Aber das ist nicht mehr die SPD von vor 1914 (!) und auch nicht mehr die der 70er Jahre (ja ich weiß, wir haben ja auch nicht mehr 1914/1970). Naja, vielleicht träum’ ich noch ein wenig weiter von diesem Hauch… *träum*
Ach so und immer nur nach mehr Eigenverantwortung zu rufen und das dann mit Freiheit zu umschreiben, ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich glaub wir haben uns aus dem Tierreich auch erhoben, weil wir soziale Gemeinschaften bilden konnten, Staatswesen (mal von Ameisenvölkern jetzt abgesehen). :-oopss
Eigentlich bin ich ganz froh drüber, dass es noch so etwas wie SOLIDARITÄT gibt. Auch wenn ich in die AOK jeden Monat einzahle und einzahle und irgendwie nie krank werde, ist mir das Geld nicht zu Schade.
Und eine offtopic-Anekdote:
Ist erst letztens bei mir in der Gegend passiert. Da gibt es eine „Stadtguerilla“ – „Die Überflüssigen“ aus ALG2-Empfängern, die ein Nobelrestaurant „gestürmt“ hatten, sich zu den Gästen an die Tische setzten und diskutierten, dass ein Essen dort am Abend genauso viel kostet, wie sie im ganzen Monat zur Verfügung haben. Ach, und Herr Rürup war da auch unter den „Belästigten“ … Schade, dass nicht Hartz da war.
So nach so viel Unkonstruktiven von meiner Seite aus, muss ich sagen, was Leelaacoo da vor einigen Beiträgen geschrieben hat, hilft da schon mehr weiter. *Respekt*
Tut mir Leid, anscheinend wurde ich misverstanden. Ich lehne es ab das US-Amerikanische Kapitalismusmodell auf Deutschland anzuwenden und befürworte die soziale Marktwirtschaft, nur sollte diese nach dem Prinzip von Müller-Armack und Erhard sein, denn ich lehne den unter Brandt beschlossenen Wohlfahrtstaat nach deutschem Modell ab. Man sieht wohin er uns geführt hat. Jedoch muss ich einschränkend sagen, dass ich leider kein Ökonom bin und deshalb keine klare Meinung hab, welches System nun das "beste" ist. In der Tat gibt es System die wirklich gut Funktionieren, so z.B. Die Sozialstaat nach skandinavischem Modell oder das angelsächische System.
Tut's das? Naja, fragt sich halt, wem's gut geht - den US-Amerikanern? den wenigen Reichen? dem Land?
Nun ja, ich wusste es nicht, dass die USA sich derart verschulden. So hab ich auch mal gelesen, dass dort mal eine Steuerreform durchgesetzt wurde, wofür man sich in Milliardenhöhe verschulden musste, von der aber nur 4% der reichsten US-Bürger profitierten.
Was ich aber wusste und worauf ich mich bezog ist die Tatsache, dass das Pro-Kopf Einkommen und der Gesamtwohlstand in den USA höher ist als das in Deutschland. Somit geht es den Amerikanern besser als uns. Dass es dort große Einkommensunterschiede gibt wusste ich auch. Nur finde ich muss man es nicht umbedingt als einen Nachteil sehen. Mir ist bloß Freiheit wichtiger als Gleichheit, aber das ist ein ideologischer Punkt.
Was ich an diesem Artikel lächerlich finde, ist die Kritik an der Fokusierung eine privaten Rentenvorsorge. Angesichts des deutschen Rentenproblems, welches einfach mal ingnoriert wurde, ist es doch gerade das, was hierzulange benötigt wird. Übrigens ist mir die Seriösität dieser Seite der suspekt, aber ist reine Intuition ;)
Der lächerliste Punkt ist III. Entindustrialisierung und Arbeitszeitausbeutung. Hier wurde mir klar, dass dieser Artikel nciht ernst genommen werden kann. Bloß weil die sich USA schneller zu einer Dienstleistungsgeseschaft entwickelt ist es schlecht??? Dies ist der natürlichste Strukturwandel, so wie die Industriealisierung es war. Laut dem Autor dieses Artikels sollten wir immer noch alle in der Landwirtschaft arbeiten, weil Struktuwandel schlecht ist? Es ist zudem -laut Autor - gut, dass die hiesige Industrie zT nur noch vom Staat lebt (s. Ruhrgebiet). Lächerlich. Und die Tatsache, dass die Amerikaner länger als wir arbeiten ist gerade der Grund dafür, dass ihre Wirtschaft mehr als die unsrige Wächst. Wirklich nicht erntzunehmender Artikel für mich.
Wenn man die Globalsierung so uneingeschränkt befürwortet, impliziert das wohl auch immer den Wunsch letztendlich "auf der Richtigen Seite zu stehen"!
Die Globalisierung befürworten? Die Globalisierung ist ein Fakt, sie findet statt. Wenn man sich ihr widersetzt wird man von ihr "bestraft". Ich hab mal ein Comic gesehen, wo eine Lehrerin ihre Klasse befragt hat, ob sie denn einige Naturgesetze kennt. Der erste Schüler sagte "Die Gravitation" der zweite "Magnetismus" (oder so :) ) und der Dritte "Die Globalisierung".
Klar sind wir Europäer unzufrieden mit ihr, da wir ja nicht die Hauptprofiteure sind, wie wir in der Geschichte bei allem Entwicklungen waren. Aber fragt mal die Leute in den Asiatischen Tigerstaaten oder die Arbeiter des VW-Werks in Ungarn oder Tschechien, wo sie einen überdurchschnittlichen Lohn erhalten.
aber es total abzuschaffen, da kann ich Dir nicht ganz zustimmen. Einschränken und zwar gewaltig ja, aber ganz raus und Kapitaalismus pur nein. Ist zudem auch nicht die Intention der FDP.
Ich habe nie gesagt, man solle das Sozialsystem abschaffen. Und zur FDP habe ich geschrieben:
keine Partei, selbst die FDP, will das Amerikanische "hardcore-Kapitalismus" System einführen.
Wer behauptet eigentlich, daß dies der einzig richtige Weg ist? Wer hat die Wahrheit aufgestellt, daß ein Land untergeht, wenn es im Wettrennen um Billiglöhne und Abbau von Sozialem nicht mitmacht? Ist das gottgegeben?
Die sozialistischen Staaten haben sich gewisserweise auch gegen die Globalisierung und das westlich-kapitalistische System gelehnt und das Ergebnis kennen wir ja. Aber kommen wir zurück zur Gegenwart. Das Kapital ist, wie ich bereits erwähnt habe, nciht sozial. Wenn es in Deutschland zu hohe Löhne zu zahlen hat und zu viele Sozialabgaben, dann wandert es aus und es entsteht Arbeitslosigkeit, es fließt kein Geld nach Deutschland, die Wirtschaft schmrupft.
Ich wüsste jedenfalls keine Lösung für das "Problem", in welchen man sich der Globalisierung anpassen kann. Und weil ich keine kenne, vertraue ich auf die, die funktioniert.
oftmals ist es ja so, dass die Kommissionen und Ausschüsse beratenden Personen gar nicht gewählt sind.
Manchmal ist es besser, wenn Leute, die Ahnung vom Thema haben, Ideen einbringen. Dass über die Umsetzung dieser Ideen demokartisch abgestimmt werden muss, ist Vorraussetzung.
Ach so und immer nur nach mehr Eigenverantwortung zu rufen und das dann mit Freiheit zu umschreiben, ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss.
Tjo, das ist ein Ideologischer Punkt. Und über Ideologien lässt sich schwer diskutieren, meiner Erfahrung nach. Denn man beharrt letzten Endes auf seiner Ideologie :)
Die Überflüssigen“ aus ALG2-Empfängern, die ein Nobelrestaurant „gestürmt“ hatten, sich zu den Gästen an die Tische setzten und diskutierten, dass ein Essen dort am Abend genauso viel kostet, wie sie im ganzen Monat zur Verfügung haben.
Oh man, dieser Sozialneid, der in Deutschland besonders ausgeprägt ist, ist mir derart zuwider! Die Restaurantgäste habe das Geld, mit welchem sie das essen bezahlt haben, ja nicht umsonst bekommen. Ich wette, sie mussten verdammt hart dafür arbeiten, während die ALGII-Empfänger nicht arbeiten mussten (ja, nenn mich ruhig Monster :) ). Ich hätte es auch gerne, dass wir alle 10.000€ im Monat vom Staat bekommen und keiner arbeiten gehen muss, aber leider geht es nicht.
Bitte verzeiht mir meine Rechtschreibfehler, aber ich hab soviel geschrieben, dass ich keine Lust hatte da besonders drauf zu achten :)
Das positive in den USA ist das Leistungsprinzip, wer nicht mitzieht, landet eben "unter der Brücke", aber andererseits bekommen wirklich Leistungswillige bessere Chancen. Eine zusätzliche Arbeitskraft einzustellen ist dort sehr einfach, kostet nicht unbedingt viel und bringt wenig Verpflichtungen mit sich, weshalb es auch eher gewagt wird. Das kann man als "hire-and-fire-policy" denunzieren oder als Chance begreifen, sich nach einer anfänglichen und harten Bewährungsphase hochzuarbeiten, auch wenn man unten anfängt. Für mich war es unglaublich, noch vor dem Abitur ein derartiges Praktikum in Midtown Manhattan zu absolvieren, bei einer Kanzlei für Wirtschaftsrecht (geistiges Eigentum und Insolvenzen). So etwas wäre in D schlichtweg unmöglich, auch wenn man hier sicher nicht so viel und so lange arbeiten muss und die Leute nicht ständig ihren Stress und die extreme Hektik aneinander auslassen. Aber wenn man etwas gut macht, kehrt sich alles ins Gegenteil um und man erhält sehr positives Feedback. Man bekommt viel, es wird dafür aber auch einiges gefordert.
Für Plato war Gerechtigkeit das perfekte Zusammenspiel der Tugenden Mut, Weisheit und Mäßigung (der eigenen Bedürfnisse). Überträgt man das in einen gesellschaftlichen Kontext, so kommt man auf das Leistungsprinzip. Platos Staat ist ideal, unserer wäre es, wenn wir diese Rundumversorgung für alles und jeden endlich abschaffen würden.
Was anderes würde auch in der Realität nicht funktionieren.
Sicherlich ist das Haushaltsdefizit der USA riesig, andererseits stehen wir nicht besser da, wenn man dieses in Relation zur Wirtschaftsleistung setzt.
Nicht zu vergessen ist, dass das US-Militär selbst den 10 dahinter folgenden Ländern zusammen ums zigfache überlegen sind, also werden es Länder wie China und andere Devisen-"Horter" nicht darauf ankommen lassen und sich in offenkundige Feindschaft zu den USA begeben, sprich den Dollar abstürzen zu lassen. Auch China ist mittlerweile von den USA als Absatzmarkt abhängig, ohne diesen würde deren Konjunktur eine böse Bauchlandung machen, was der Einheitspartei sicher nicht gelegen sein dürfte. Es hat sich ein "Gleichgewicht des finanziellen Schreckens" eingestellt, das vorerst Stabilität bringen wird, wohl sogar die nächsten Jahrzehnte.
Übrigens: Ich verstehe nicht, warum jemand, der den Liberalismus schmäht, mit der FDP symphatisiert, da selbige ohne diesen undenkbar ist und dieser sich durch das komplette Parteiprogramm zieht.
Aber trotzdem gebe ich dir in der Hinsicht Recht, dass die Würdenträger auch eine gewisse Würde ausstrahlen müssen, weshalb ich das Parteiprogramm auch gerne einmal vergesse, wenn der Spitzenkandidat samt seiner Spaßfraktion meiner konservativen Grundhaltung zuwider läuft.
Und wer sich über die Junge Union mokiert, sollte sich erst einmal die Jungen Liberalen ansehen, er wird erstere nicht mehr kritisieren.
Leelaacoo
21.08.2005, 10:04
Neely schrieb:
"Für Plato war Gerechtigkeit das perfekte Zusammenspiel der Tugenden Mut, Weisheit und Mäßigung (der eigenen Bedürfnisse). Überträgt man das in einen gesellschaftlichen Kontext, so kommt man auf das Leistungsprinzip. Platos Staat ist ideal, unserer wäre es, wenn wir diese Rundumversorgung für alles und jeden endlich abschaffen würden."
Dieser Staat wäre nur dann ideal, wenn er solidarisch wäre, Neely. Wenn der Mut (sich von anderen abzusetzen), die Weisheit (nicht immer den Ideen anderer folgen, sondern eigene entwickeln) und Mäßigung (auch der Politik, des Managements, der Hedge Fonds etc. und nicht nur der "niederen" Klasse) für alle gleichermaßen gelten würde.
Dies von einer Bevölkerungsgruppe zu verlangen, ohne die Leistungsträger der gesellschaft miteinzubezihen hat nichts mehr von Gleichheit, eher etwas von Ausbeutung. Und hat mit Rundumversorgung nichts zu tun.
Dieser Staat wäre nur idela, wenn ale darin eingebunden wären...und hätte dann doch tatsächlich wieder etwas Sozialistisches, nicht wahr? ;-)
LG Lee (die die jungen Liberalen mal live erleben durfte... :-??? Erschreckend...)
Aus der Zeitschrift Die Schwester/ Der Pfleger:
Zitat von H. Schadewaldt (Institut für Geschichte der Medizin, Düsseldorf)
„ […] Und Platon, in diesem Falle durchaus kein Demokrat, sondern geradezu ein Vorläufer von Nietzsche, glaubte, dass im Kampf für das Gute nicht die Vielen, sondern nur der Kopf, die Herrschenden, eigenes Denken, Wollen und Fühlen aufbringen könnten und dass die anderen, er unterschied noch zwei Schichten, die Wächter und schließlich die Masse, nur dazu dienen sollten, diesen Herrschenden die Möglichkeiten zu der ihnen adäquaten Lebensweise zu verschaffen.“
:-((
Platon zur Frage der Behandlung von chronisch kranken Patienten im Staat:
„Er (Asklepios) hat die Arzneikunst für diejenigen bestimmt, die von Natur aus und durch ihre Lebensweise körperlich gesund sind, aber von irgendeiner zufälligen Krankheit befallen werden. An diesem soll der Arzt seine Kunst zeigen, indem er durch Schneiden und Brennen das Kranke aus ihrem Körper entfernt und ihnen wieder die gewohnte Lebensweise vorschreibe, damit nur ja dem Staat kein Schaden geschehe.
Den innerlich durchaus kranken Körper soll er gar nicht in
Behandlung nehmen. […] Es würde diesem dadurch ermöglicht, wie zu erwarten ist, die entsprechende Nachkommenschaft wieder in die Welt zu setzen.“
Muss ja ein ausgesprochen unangenehmer Zeitgenosse gewesen sein…
Wenn der Begriff nicht historisch bedingt wäre, würde ich ihn als Faschisten bezeichnen. :-(
Erstmal muss ich Neely völlg recht geben, in seiner Meinung gegenüber Amerika.
Sicherlich ist das Haushaltsdefizit der USA riesig, andererseits stehen wir nicht besser da, wenn man dieses in Relation zur Wirtschaftsleistung setzt.
Da hast du Recht. Aber man kann auch seinen Blick nach Irland richten. Deren BIP/Kopf ist mittlerweile höher als unser, der Staat erzielt einen Haushaltsüberschuss nach dem anderen und verzeichnet gute Wachstumraten. Dieser hat Irland dem enorm hohen Kapitalimport, auf Grund der extrem niedrigen Steuerquote von 15%, zu verdanken.
Übrigens: Ich verstehe nicht, warum jemand, der den Liberalismus schmäht, mit der FDP symphatisiert, da selbige ohne diesen undenkbar ist und dieser sich durch das komplette Parteiprogramm zieht.
Meinst du mich? Ich hab nie etwas gegen den Liberalismus gesagt...
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