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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stoiber redet Schmuh - ich wähle trotzdem die Union



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Evil
28.08.2005, 10:04
Aber ich finde du wirst mit deinem Beispiel zu konkret.Jede Statistik besteht aus einer Ansammlung von konkreten Einzelfällen. Gerade die sollte man nicht aus den Augen verlieren, denn bestimmt Dinge dürfen gehäuft einfach nicht vorkommen.



Es ging mir darum, dass eine freieres System sicherlich auch seine Nachteile hat. Aber im Großen und Ganzen ist es wesentlich besser für die Globalisierung gewappnet und im Endeffekt überwieden die Vorteile, zumal man eh keine große Wahl hat (wiedermal Stichwort Globalisierung :D)DAS glaube ich eben nicht, weder der aggressive Neoliberalismus mit völlig freier Marktwirtschaft noch die sozialistische Planwirtschaft funktionieren auf Dauer.
Die soziale Marktwirtschaft, wo die Politik der Wirtschaft ab und zu auf die Finger klopft, ist theoretisch die beste Lösung. Allerdings setzt das einigermaßen fähige Politiker voraus :-))

Leelaacoo
29.08.2005, 13:31
Wer zahlt dir denn dein Studium?


;-) DAS wollte ich Neely auch mal gerne fragen...
Es redet sich immer leicht von den Entbehrungen anderer, wenn man nicht in der Situation steckt...und Ungarn ist ja sooo billig nicht...

Aber seis drum...

LG lee

short
29.08.2005, 13:40
Die Firmen, die schon damals in den 70ern und 80ern sich auf die Konkurrenz im Ausland eingestellt hatten (damals gab es "Globalisierung" noch garnicht), die stehen heute super da.

Naja, Deutschland war einer der ersten Nutznießer der Globalisierung; damals während der sog. "Wirschaftswunderjahre", als deutschen Löhne noch unglaublich niedrig waren, im vgl. zur Wirtschaftsmacht USA. Da hat Globalisieung noch Spaß gemacht, was heute nicht mehr der Fall ist :)


Warum es mir ging war auszudrücken, dass viele Ideale und Vorrichtungen erstrebenswert und schön sind, sozial, human, "gerecht" oder was der einzelne darunter versteht, aber eben nicht realisierbar, da auf Dauer nicht finanzierbar.

Genau da ist für mich auch des Pudels Kern...


War bei Spiegel online verlinkt... Hätte nicht gedacht, dass ich sooooo weit links bin...

Jo, bei mir war die PDS vor der Gewichtung der Thesen auch auf dem 2. oder 3. Platz, weil ich für die Gleichstellung von Homosexuellen und die Legalisierng von Marihuana usw bin


DAS glaube ich eben nicht, weder der aggressive Neoliberalismus mit völlig freier Marktwirtschaft noch die sozialistische Planwirtschaft funktionieren auf Dauer.
Die soziale Marktwirtschaft, wo die Politik der Wirtschaft ab und zu auf die Finger klopft, ist theoretisch die beste Lösung. Allerdings setzt das einigermaßen fähige Politiker voraus

Nun, in Amerika, vielen der neuen EU-Länder, Irland usw herrscht praktisch eine komplett liberales System und es sieht nciht so aus, dass diese Länder untergehen werden :)
Und ich habe bereits gesagt, dass ich die soziale Martkwirtschaft sehr begrüße, nur nach dem Erhard'schen Modell! Früher hat man die Deutschen um ihr funktionierendes System beneidet, welches die Schwachen auffängt. Leider hat man dieses System immer weiter ausgebaut, bis es den Markt behindert und eingeschränkt hat, was von Erhard und Müller-Armack wortwörtlich als nicht unterstützenswert und mit der sozialen Marktwirschaft nicht kompatibel beschrieben wurde. Denn diese funktioniere nur, wenn ihre Instrumente marktkonform sind.
Aber du hast Recht, die Politiker haben immer mehr und größere Wahlgeschenke in Form von Ausweitung des Sozialstaates gemacht und somit letztendlich das tolle System der sozialen Marktwirtschaft kaputt gemacht.

Evil
29.08.2005, 17:29
Nun, in Amerika, vielen der neuen EU-Länder, Irland usw herrscht praktisch eine komplett liberales System und es sieht nciht so aus, dass diese Länder untergehen werden
Einzeln sicherlich nicht, aber das hat schon einmal zu einer Weltwirtschaftskrise geführt.
Zumal Irland auch nicht gerade ein Paradies ist. Einerseits ist da die Lebenshaltung schweineteuer, andererseits die medizinische Versorgung recht schlecht. Da sind doch bloß knapp die Hälfte der Einwohner überhaupt krankenversichert, was z.T durch (noch immer) große Familien aufgefangen wird. Wenn sich die Gesellschaftsstruktur da aber der unseren angleicht, bekommen die dieselben Probleme.

Neely
10.09.2005, 11:53
Wer zahlt dir denn dein Studium?

Und wer deins? :-D

Ich ziehe lieber mit meinem Dad an einem Strang als den Staat darum betteln zu müssen!

synosoph
10.09.2005, 13:04
Apropos Globalisierung.
Die Firmen, die schon damals in den 70ern und 80ern sich auf die Konkurrenz im Ausland eingestellt hatten (damals gab es "Globalisierung" noch garnicht), die stehen heute super da.
und damit meine ich nicht solche Firmen-Moloche wie Karstadt oder Opel, sondern Mittelständische Unternehmen, die einfach eine clevere Führung (SChimpfwort: Familienpatriarchen) hatten...Könntest Du bitte ein paar Beispiele von Firmen nennen oder Quellen zu Deiner Aussage angeben. Ich denke man muß dort klar nach Branchen unterscheiden

Wie sieht denn die "Einstellung auf die Konkurrenz" für ein deutsches mittelständisches Textilunternehmen aus? Produktionsauslagerung in Billiglohnländer? Schwarzarbeit für wenige Cent?

Ich empfehle zu dieser Thematik das Buch aus der Beckschen Reihe: Regieren jenseits des Nationalstaates. Aus den 90er Jahren, aber schon damals konnte man klar zeigen, daß die Verteilungsproblematik von Einkommen und Arbeit, heute oft unter dem Begriff "Globalisierung" subsummiert, vornehmlich Folge der Produktivitätssteigerung ist. Erst sekundär hat die Konkurrenz aus den "aufholenden" Ländern diesen Druck nur weiter verstärkt. Was wir heute erleben ist ein vertikaler Verteilungskampf, also zwischen oben und unten, und zwar grenzüberschreitend. Natürlich muß das Kapital in dieser von menschlichen Interessen losgelöster Wirtschaftsweise gesetzmäßig immer den kostensparenden Weg wählen. Die weltweite Masse der abhängig Arbeitenden bzw. Arbeitssuchenden sitzt immer hier am kürzeren Hebel.

Deshalb sind auch nationale Alleingänge ala Linkspartei chancenlos.

Kackbratze
10.09.2005, 13:30
Mit dem Beitrag habe ich mich auf Mittelständische Unternehmen bezogen, die nicht zu Textilbranche gehören.
Es gibt z.B. eine schwäbische Firma, die Lackiermaschinen für Autolakierer und Autohersteller herstellt.
Dann ist die Druckknopfindustrie immernoch in Familienhand und aus Deutschland.
Es gibt Firmen, die schon damals erkannt haben, dass Sie nur groß werden, indem Sie ins Ausland expandieren und es dann auch getan haben.
(Ich kann die Firmennamen gerne mal raussuchen, dass dauert aber n paar Tage, weil ich lieber an meiner DocWork arbeite...)
Die Firmen haben ihre Hauptstellen und Hauptherstellungsstellen immernoch in Deutschland.

Rico
10.09.2005, 16:53
Könntest Du bitte ein paar Beispiele von Firmen nennen oder Quellen zu Deiner Aussage angeben. Ich denke man muß dort klar nach Branchen unterscheiden.Mir würden da spontan aus meiner Region die fischer-Werke einfallen (die mit den fischer-Dübeln und den fischer-Technik-Bausätzen). Die sind ein mittelständiges Unternehmen und schon seit Jahrzehnten auf dem Weltmarkt und das mit Erfolg (siehe z.B. hier (http://www.fischer.de/unternehmen/firma/chronologie.html)).
Übrigens auch ein Familienpatriarch, der den Laden leitet und "Gewerkschaft" ist dort eher ein Fremdwort... was übrigens von vielen der Angestellten dort (und ich kenne einige, die dort arbeiten - sowhl in leitender Position als auch in der Produktion) nicht wirklich als schlimm empfunden wird, da ihre Arbeitsplätze als augesprochen sicher gelten.

Durch die Expansion und die Splittung auf mehrere Standbeine (Dübel, fischertechnik und als Zulieferer für die Automobilbranche [die Dosenhalter im Daimler kommen z.B. von fischer]) stehen die bei Krisen in einem Sektor oder in einem Land trotzdem noch stabil.

ulmikey
13.09.2005, 10:44
Man darf auch nicht vergessen, dass die Regierung es auch sehr schwer hatte, Gesetze durch den Bundesrat zu bringen.

Da auf Landesebene sehr häufig die CDU die Wahlen gewonnen hat, ist die Mehrheit im Bundesrat aus dieser Partei stammt, haben sie viele zustimmungspflichtige Gesetze einfach blockiert und so die Regierung z.T. handlungsunfähig (oder wie Merkel sagte "Handlungsfähig" ;-) ) gemacht.

Dieses war ja auch ein Grund mit, dass Schröder sich zur Vertrauensfrage entschlossen hat.


Da der Bundesrat unveränderte Mehrheitsverhältnisse hat, ist es unverständlich was ein SPD/Grünen-Sieg daran ändern sollte.
Die Situation bleibt dann die gleiche wie vor der Wahl. Einziger Unterschied: Schröder hat einen Linksruck gemacht (Reichensteuer ...). Ich finde die Regierung muss abgewählt werden (11 Jahre müssen nicht sein!).

Gersig
13.09.2005, 15:07
Vergesst den Wahlkampf! Die Bundestagswahl wird in Fulda und Dresden entschieden!

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,373883,00.html

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,373680,00.html

Froschkönig
13.09.2005, 17:07
Vergesst den Wahlkampf! Die Bundestagswahl wird in Fulda und Dresden entschieden!Mal abgesehen davon, daß es ein ziemliches Ärgernis darstellt mit der Nachwahl in Dresden und der langen Periode eines nur vorläufigen Ergebnisses, so sind die vielen Millionen anderen abgegebenen Stimmen doch nicht ungültig, sollte es bereits am kommenden Samstag ein deutliches Ergebnis geben, werden auch alle Dresdner nichts mehr dagegen ändern.
Zumal es schlecht vorstellbar ist, daß sich im Falle eines Falles 219.000 Dresdner erfolgreich absprechen, die werden tendenziell so oder so bei ihnen liebsamen Parteien bleiben.
Dessen ungeachtet würde ich den kürzlich gemachten Vorschlag (weiß leider nimmer von wem) gutheißen, die am Samstag abgegebenen Stimmzettel bis zur Dresdner Wahl "einzuschweißen" und hinterher erst gesammelt auszuzählen, wobei mir bei dem Gedanken an Wochenlang irgendwo eingelagerte Stimmzettel spontane "Wahlmanipulationsgedanken" hochkommen.

Den Wahlkampf kann man indes in meinen Augen so oder so mit und ohne Nachwahl vergessen :-meinung

Gruß,
Der Frosch

Gersig
13.09.2005, 17:23
Ich finde es viel interessanter, dass die CDU unter Umständen in Fulda knapp 100.000 Zweitstimmen durch Herrn Hohmann verlieren kann. Und wenn das die Stimmen zur Königskrönung seinen sollten, können sie sich selber beklatschen!

Froschkönig
13.09.2005, 17:45
Ich finde es viel interessanter, dass die CDU unter Umständen in Fulda knapp 100.000 Zweitstimmen durch Herrn Hohmann verlieren kann. Und wenn das die Stimmen zur Königskrönung seinen sollten, können sie sich selber beklatschen!
Aber gerade dieser "Erststimme Hohmann - Zweistimme CDU" Slogan ist sowas von symptomatisch für die durch alle Parteien betriebene Wählerverwirrung mittels fälschlicher Behauptungen über den Gegner :-nix

Auch wenn sich die Union in letzter Zeit gegen keinerlei Anfeindungen und Vorwürfe mehr wehren zu wollen scheint, spätestens bei diesem potenziellen Fiasko sollten sie schleunigst Aufklärung in großem Stil betreiben, wenn nicht, dann geschieht Ihnen das Ergebnis allerdings recht :-nix

Gersig
13.09.2005, 18:47
Moment, Lieblingsfrosch! Hohmanns Motto ist "Erststimme Hohmann - Zweitstimme wie bisher". Tatsache ist, dass die Fuldaer CDU den Passus, dass die Zweitstimmen bei Hohmanns Wahl eliminiert werden, zu spät festgestellt hat!

Was willst du denn aufklären? Die CDU in Fulda hat den Fehler gemacht, den Mann, den sie vor Jahren aufs Schild gehoben haben, zu spät von demselbigen runterzukippen! Wenn durch diese Mentalität Angie nicht gewinnen sollte, dann ist das Problem echt hausgemacht

Froschkönig
13.09.2005, 18:57
Moment, Lieblingsfrosch! Hohmanns Motto ist "Erststimme Hohmann - Zweitstimme wie bisher".
Stimmt, ich hatte noch die von dir zitierten 100.000 CDU-Stimmen im Hinterkopf. Jedoch stellt sich die Frage, wieviel % der Wähler, die dem Ex-CDUler Hohmann ihre Erststimme geben dann mit der Zweitstimme nicht CDU wählen. Somit hab ich zwar falsch zitiert aber es impliziert das ja irgendwie. Daß die den etwas spät festgestellt haben steht ja außer Frage, viel interessanter wäre die Frage, ob Hohmann selbst es gewußt hat ;-)
Jedoch hätten sie immerhin noch einige Tage Zeit, im betreffenden Wahlkreis mit einer Plakataktion über den Stimmenverlust aufzuklären, der dann eintreten würde. Geld genug für sowas dürfte ja wohl vorhanden sein ;-)

Gruß,
Der Frosch