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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die orthographische Misere - ist Rechtschreibung unwichtig geworden?



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test
30.10.2005, 02:14
Es geht mir weniger um die evtl. falsche Rechtschreibung, sondern um die Art und Weise, WIE manche Dinge zu Papier/Bildschirm gebracht werden. Bevor ich den Mauszeiger auf "abschicken" wandern lasse, lese ich nochmal kurz das Geschriebene durch, ob's halbwegs ok ist bzw. ob man versteht, was ich ausdrücken möchte.



Dann wäre ein anderer Threadtitel vielleicht passender gewesen.
Ich muss ehrlich sagen, dass mir Rechtschreibung vor allem auch Groß- und Kleinschreibung relativ egal sind in Foren solange der Sinn erhalten bleibt. Vor allem wenn ich es gerade eilig habe, nehme ich Kommasetzung und Groß/Kleinschreibung nicht sehr ernst. Sehe das ganze da eher wie guinea pig.
Unverständlich und wirr geschriebene Postings (das scheinst du ja zu meinen, wenn ich es richtig verstehe) findet vermutlich niemand toll.

Feuerblick
30.10.2005, 08:15
Ich verstehe nicht ganz, was es mit Abkanzeln zu tun hat, wenn man jemanden auf gehäuft auftretende Rechtschreibfehler hinweist? Ich rede nicht von dem ein oder anderen (meist auch als solcher erkennbaren) Tippfehler sondern von einer Anhäufung eklatanter orthographischer Fehlleistungen. Dabei möchte ich zumindest in diesem Forum davon ausgehen, dass die User hier ihr Abi nicht mit derart übler Rechtschreibung bestanden haben. Und da sind wir bei Daisy: Es ist grob nachlässig und meines Erachtens auch noch unhöflich, seinen Text nicht vor dem Abschicken noch einmal durchzulesen und zumindest die augenscheinlichsten Fehler zu verbessern. Ist also Rechtschreibung so unwichtig geworden, daß man auf Kontrolle von Geschriebenem einfach verzichten kann?

Klar, wer den ganzen Tag "Ey, voll krass, ey" von sich gibt, der wird mit Rechtschreibung und Co. früher oder später auch auf Kriegsfuß stehen. Eigentlich sollte man von Schule erwarten, dass dort wenigstens diese Dinge vermittelt werden, aber wenn ich mich mal so mit Lehrern in meinem Bekanntenkreis unterhalte, wird mir schlecht.... Wie soll ein Lehrer Rechtschreibung lehren, wenn er den Kids in den ersten Schuljahren erst mal beibringen muss, wie man stillsitzt, einen Stift hält und sich anderen gegenüber verhält?

@guinea: Wenn ein User von "Kohäphäen" schreibt oder in rl meinetwegen auch spricht, dann möchte ich doch schwer bezweifeln, daß er wirklich weiß, was dieses Wort bedeutet. Das ist auch so eine Unart: Man wirft mit schlau klingenden Worten um sich, hat aber entweder keine Ahnung, wie dieses Wort wirklich ausgesprochen oder geschrieben wird und/oder ist sich nicht der Bedeutung des Wortes bewußt. Mir ist es wesentlich lieber, ein Gesprächspartner benutzt einen kleinen Wortschatz, den er aber beherrscht, als daß er so ein pseudointelligentes Getue an den Tag legt und sich damit gnadenlos blamiert... :-meinung

SidVicious
30.10.2005, 09:10
Und diese Bereitschaft, sich vernünftig auszudrücken und sich selbst noch einmal zu überprüfen, vermisse ich. Vielleicht bin ich da zu pingelig, das mag sein. Ich fürchte nur, dass die Art und Weise, wie manche Zeitgenossen sich im Internet/Foren ausdrücken, viel von deren Art verrät, wie sie mit Menschen umgehen. Wie Funkel schon sagte, es hat was mit mangelnder Höflichkeit zu tun. Ich rotze ja auch nicht das, was ich denke, im Alltag meinen Mitmenschen einfach so vor die Füße und schere mich einen Dreck darum, wie's ankommt. Ein wenig Überlegung und Besonnenheit erwarte ich auch vom Internet-Usern.

Und wenn ich mich in der U-Bahn umhöre, wie miteinander GESPROCHEN wird, habe ich so den berechtigten Verdacht, dass die Sprache an sich dabei ist, zu verkommen. Wie soll man bitte im Zeitalter von "voll krass-Erkan&Stefan-artiger" Kommunikation, wie ich sie tagtäglich im Zug erlebe, etwas anderes erwarten?

Oh mein Gott, JETZT komm ich mir wirklich fürchterlich alt vor.


Daisy

PS: Ehec & Co, ich werde euch trotzdem weiterhin liebhaben, denn ich sehe durchaus die inneren Werte, die in euch stecken ;-)

Hi,

vorab einmal ich kann nicht Schreiben. Ich habe eine grausame Handschrift und meine Threads wimmeln von fehlern. So ist es und so wird es bleiben!
Ich finde es eine Frechheit von Hoppla-Daisy mir deshalb vorzuwerfen, dass ich mit Menschen schlecht umgehe?!
Nicht alle Menschen sind in einem "guten Elternhaus" aufgewachsen und haben von der Kindheit an gelernt sich gut auszudrücken. Ich finde es ausgesprochen Hochnäsig, wenn du schreibst die Sprache verkommt. Es gibt einfach Leute sie nicht gelernt haben sich "richtig" auszudrücken.
Wenn die Leute meine Threads nicht lesen, weil in den ersten 2 Sätzen Fehler sind, dann sollen sie es lassen.

Gruß
SidVicious

Hypnos
30.10.2005, 09:37
Mich interessiert das Leben, und nicht, wie man's buchstabiert... :-D :-)) :-D


Es grüßt

Hynpos (nach eigenem Bekunden orthographischer Autodidakt) :peace:

Feuerblick
30.10.2005, 09:38
Wenn du in der Lage warst, einen vernünftigen Schulabschluss zu machen, dann hätte es wohl auch für Rechtschreibung reichen müssen, oder? Ich kann dich beruhigen, lieber Sid, weder Daisy noch ich stammen aus akademisch durchseuchten Familien und sind auch nicht mit goldenen Löffeln im Mäulchen aufgewachsen...

Feuerblick, Dorfkind und Gesamtschülerin :-))

Hypnos
30.10.2005, 09:39
Es gibt einfach Leute sie nicht gelernt haben sich "richtig" auszudrücken.


...und dann gibts noch die, die es nicht lernen WOLLEN... :peace:

Friedvolle Grüße,

Hypnos

Feuerblick
30.10.2005, 09:40
Hi,

vorab einmal ich kann nicht Schreiben. Ich habe eine grausame Handschrift und meine Threads wimmeln von fehlern. So ist es und so wird es bleiben!
Wenn du das doch weisst, warum änderst du es nicht? Rebellion? Dein persönliches :-dagegen-Schild? Was können die Leser deiner Beiträge dafür, wenn du :-dagegen bist????


Ein guter Freund von mir ist Rechtsanwalt. Er suchte diesen Sommer eine(n) Auszubildende(n) im Bereicht Rechtsanwaltsfachgehilfe (heißen die noch so?). Von den Bewerbungen, die ihn erreichten, hat er fast alle wieder zurückgeschickt. Denn jemand, der unter anderem seine Briefe an Gerichte, Mandanten und Gegner tippen soll, der sollte wenigstens in der Lage sein, die eigene Bewerbung fehlerfrei zu verfassen oder sie wenigstens vor dem Versenden durch jemanden Korrektur lesen zu lassen, oder? Eine von Fehlern nur so strotzdene Bewerbung überhaupt loszuschicken zeugt schon von ziemlicher Frech- (oder Dumm-?)heit...

Hypnos
30.10.2005, 09:50
Mir ist es wesentlich lieber, ein Gesprächspartner benutzt einen kleinen Wortschatz, den er aber beherrscht, als daß er so ein pseudointelligentes Getue an den Tag legt und sich damit gnadenlos blamiert... :-meinung

:-))
Mit diesesm Posting desavouierst Du aber viele Forenteilnehmer :-))

Es grüßt,

Hypnos

DoktorW
30.10.2005, 09:58
ob Pascal den Thread hier schon gesehen hat? :-))

SidVicious
30.10.2005, 10:18
Wenn du das doch weisst, warum änderst du es nicht? Rebellion? Dein persönliches :-dagegen-Schild? Was können die Leser deiner Beiträge dafür, wenn du :-dagegen bist????

.
Hi,

ich kann es nicht. Das ist auch keine Rebellion.
Ich habe schon mehrfach Versucht meine Rechtschreibung zu verbessern. Leider hat nichts geholfen. Meine Deutsch-LK Klausuren wurden immer eine
Note runtergesetzt. Dann habe ich mich entschlossen einen Rechtschreibkurs zu machen, der leider aber auch nicht geholfen hat.
Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, dass ich nicht Schreiben kann.
Wenn es jemmand anderen Stört ist das seine/ihre Sache.

Gruß
SidVicious

PS: Seit froh das ihr dieses Maschienen geschrieben lesen könnt.

Feuerblick
30.10.2005, 10:26
Nun, solche Leute kann es natürlich auch geben. Ich persönlich würde dann einfach meine Texte vor Veröffentlichung durch eine Rechtschreibprüfung von Word und Co. laufen lassen und gut. Mal abgesehen davon wimmeln deine Texte ja nun nicht gerade von fiesen Fehlern. Insofern fällst du nicht unter die Kategorie, die ich meinte ... ;-) Da gibts wahrlich schlimmere Schreiber, bei denen man den Beitrag laut lesen muss, um auch nur annähernd erahnen zu können, welche Worte verwendet wurden... :-D

sunny03
30.10.2005, 10:28
Es ist ersichtlich, dass sich die Ausdrucksweisen etwas geändert haben seit es SMS, Chats, Foren und Co. gibt. Abkürzungen sind an der Tagesordnung und Groß-/Kleinschreibung auch nicht wirklich gefragt. Gut bei SMSen ist es verständlich - je weniger Text, desto billiger. Fragt sich nur, ob der SMS-Empfänger noch durchblickt, was gemeint ist.
Ich glaube ich komme vom Thema ab... :-D
Also ich muss sagen, dass mich Rechtschreibfehler o.ä. hier im Forum nicht sonderlich stören, da es mir selbst auch oft genug passiert. Was mich hingegen nervt sind endlos Sätze ohne Punkt und Komma. Da bringt mir der schönste literarische Erguss nichts, wenn ich am Satzende nicht mehr weiß, worum es am Anfang ging. Sätze werden soweit ineinander verschachtelt, bis nachher wirklich alles sinnfrei geworden ist.
Ich würde keinem User aufzwingen wollen seinen Schreibstil zu ändern; dennoch denke ich, dass jemand der verstanden werden will sich auch möglichst verständlich für andere ausdrücken sollte. Für mich heißt das weniger "blabla" ;-) sowie "Endlos-Sätze", dafür Inhalt und Verständnis.

:-meinung
sunny, die leider auch häufiger "Endlos-Sätze" produziert, sich aber Besserung vorgenommen hat :-blush -- Es ist aber manchmal auch schwierig auf den Punkt zu kommen :-))

PS: Bei mir (21) gab es in der Grundschule auch eine Note für Schrift.

Sidewinder
30.10.2005, 10:43
Ich stimme Daisy insofern zu, als daß ich ebenfalls der Meinung bin, daß von Fehlern durchseuchte und fast schon unleserliche Beiträge nun wirklich nicht sein müssen, jeder hat vor Abschicken seines Textes noch einmal die Möglichkeit, die ganze Sache zumindest nochmal "quer" zu lesen und mögliche Unstimmigkeiten zu eliminieren.
Was die "Schönschrift" angeht, da kann ich leider nicht komplett zustimmen, da ich selber auch eher über eine Sauklaue verfüge, auch wenn ich mich, falls nötig, geflissentlich bemühe, leserlich zu schreiben. Ich hatte in der Grundschule noch das Fach "Schönschreiben" und so weit ich mich erinnere, meistens eine zwei.
Dann ging aber viel Zeit ins Land, das Gymnasium, mit Unter-, Mittel- und Kollegstufe und nach und nach wurde meine Schrift einfach immer unleserlicher, zumal ich es einfach nie hinbekommen habe, schnell UND schön zu schreiben.
Heute bin ich eben so weit, daß ich zwar theoretisch schön schreiben könnte, dafür aber dann zum Verfassen eines Textes bestimmt dreimal so lang bräuchte, und das ist in einer Vielzahl der Fälle einfach nicht tragbar.
Ich versuche das Problem nun so zu umgehen, daß ich Sachen in meiner krakeligen Handschrift nur für mich oder für Leute, von denen ich genau weiß, daß sie sie lesen können, verfasse und für alle anderen mir dann entweder etwas mehr Mühe gebe oder halt einfach mit Word und einem Drucker Zugange bin, dann bekommen sie alles in reinster Druckschrift.
Aber immer geht das halt nicht, dann kann es schon passieren, daß man sich halt mit meiner Sauklaue rumschlagen muß.
Ansonsten bin ich aber auch ein Freund ordentlicher Orthographie und Grammatik und ein echter gegner dieses Sprachverfalls, handle es sich nun um die Chatsprache, die fast nur noch aus seltsamen Abkürzungen besteht, oder um die "Alder, Alder"-Sprache (Mangels eines besseren Ausdrucks!).
Auch die neue Rechtschreibung ist so ein bißchen an mir vorbeigegangen, ich schreibe halt noch so, wie ich es in der Schule gelernt habe!

Chippielara
30.10.2005, 11:26
Also das wesentliche ist, denke ich gesagt. Zum Teil muss ich hoppla-daisy und feuerblick auf jeden fall recht geben. Man sollte sich schon bemühen, auch verstanden zu werden, keine allzu groben fehler zu machen und hin und wieder auch ein komma einzustreuen ;-)

Andererseits... ich schreibe hier nicht für die ewigkeit. Ich sehe einfach keinen sinn darin, mich hier so elaboriert auszudrücken wie in einem aufsatz oder als ob ich einen roman schreiben würde. Für mich sind postings und auch die meisten emails, die ich privat schreibe, so ein zwischending zwischen mündlich und schriftlich. Nicht zu vergleichen mit einen "echten" brief, auf papier über den ich mir stunden- bis tagelang gedanken mache. Hier tippe ich einfach nur schnell meine meinung rein, so ähnlich, wie ich sie in einem gespräch auch einfach sagen würde, ohne sie vorher in gedanken vorzuformulieren. Das ungezwungene, formlose gespräch fasst man ja auch nicht als respektlosigkeit dem gesprächspartner gegenüber auf.

Handschrift: ich bemühe mich... ich hatte von kleinauf schwierigkeiten damit, schönzuschreiben, möglicherweise, weil ich linkshänderin bin (tinte verschmiert, man kann nicht sehen, was man gerade geschrieben hat,...). Dennoch hab ich mittlerweile eine gut leserliche schrift erworben (wenn ich mich darum bemühe)- aber kalligraphie liegt mir nicht...

Evil
30.10.2005, 13:44
Obwohl ich jünger bin als Funkel und Daisy, werde ich mich aber als noch altmodischer outen :-)) :

Ich finde es schlichtweg unhöflich, wenn jemand ein Posting quasi "auskotzt", ohne es vor dem Abschicken noch einmal grob duchzulesen.
Es geht dabei nicht um Tippfehler, die hinterlasse ich auch en masse, ohne nachträglich alle Beiträge zu ändern. Aber manche Fehler müssen wirklich nicht sein!

Es zeugt auch von einer gewissen Sorgfalt im Umgang mit Mitmenschen, wenn man beispielseise das Posting durch Absätze strukturiert und damit angenehmer zu lesen gestaltet.

Von Schönschrift halte ich dagegen überhaupt nichts, solange die Schrift sehr gut lesbar ist. Meine Sauklaue wird keinerlei ästhetischen Ansprüchen gerecht :-)) , aber jeder weiß, was gemeint ist.

Notdoc
30.10.2005, 13:53
Also ich bin auch absolut kein Schönschreiber, aber bedingt durch eine Erasmus bedingte Fernbeziehung ins Ausland bin ich dazu "genötigt" auch mal zum Füller (nicht Kuli) zu greifen.

Klar geht es auch per E-Mail, aber ein Brief ist einfach doch was anderes (man muss nur mal dran riechen ;-)).

Man wie oft hab ich dabei schon meine Schrift verflucht und mich geärgert nicht mal eine schöne Handschrift entwickelt zu haben.

SidVicious
30.10.2005, 14:02
Also ich bin auch absolut kein Schönschreiber, aber bedingt durch eine Erasmus bedingte Fernbeziehung ins Ausland bin ich dazu "genötigt" auch mal zum Füller (nicht Kuli) zu greifen.


Hi,

ich habe auch mal Versucht mienr Ex-Freundin einen Brief zu schreiben. Ich dachte mir Handschriftlich ist das irgendwie persönlicher.Da der Brief auch einig Heikle Details enthielt, war es mir lieber einen Brief zu schreiben.
DieMoral von der Geschicht:
Sie konnte ihn nicht lesen und ich durfte ihn dann vorlesen :-keks
Naja das Leben ist Hart aber ungerecht.

Gurß
SidVicious

Hoppla-Daisy
30.10.2005, 18:33
Hi,

vorab einmal ich kann nicht Schreiben. Ich habe eine grausame Handschrift und meine Threads wimmeln von fehlern. So ist es und so wird es bleiben!
Ich finde es eine Frechheit von Hoppla-Daisy mir deshalb vorzuwerfen, dass ich mit Menschen schlecht umgehe?!
Nicht alle Menschen sind in einem "guten Elternhaus" aufgewachsen und haben von der Kindheit an gelernt sich gut auszudrücken. Ich finde es ausgesprochen Hochnäsig, wenn du schreibst die Sprache verkommt. Es gibt einfach Leute sie nicht gelernt haben sich "richtig" auszudrücken.
Wenn die Leute meine Threads nicht lesen, weil in den ersten 2 Sätzen Fehler sind, dann sollen sie es lassen.

Gruß
SidVicious
Mir Hochnäsigkeit vorzuwerfen, nur weil ich mich über den Verfall der Sprache an sich mokiere, scheint mir ein wenig unangebracht. Offenbar fühlst du dich wirklich persönlich angegriffen. Tut mir leid, ich habe meines Wissens hier niemanden persönlich angegriffen, geschweige denn einen verletzenden Ton angeschlagen.

Ach ja, ich kann zum eigentlichen Thema noch beitragen, dass ich viele Monate einem Jungen mehrmals in der Woche Nachhilfe in Rechtschreibung gab und schier an seinem Nicht-Fortkommen verzweifelte, bis ich irgendwann den Eltern sagte, dass das alles üüüberhaupt nichts fruchten würde, und ich befürchtete, dass er eine Schreib- und Rechenschwäche haben könnte. Eine entsprechende Untersuchung erbrachte genau dieses. Ich habe diesen kleinen Kerl wirklich sehr gern gehabt, auch WENN er nicht richtig schreiben konnte. Ich wehre mich gegen den Vorwurf, Menschen abzukanzeln und von oben herab zu betrachten, die nicht in der Lage sind, sich so auszudrücken, wie ich es mache. Das ist eine falsche Behauptung. Ich habe in meinem bisherigen Leben einige Menschen kennengelernt, die ich trotz ihrer "niederen Herkunft" (sorry, mir fiel jetzt nix Besseres ein, aber wenn man mir schon Hochnäsigkeit unterstellt, bitte...) sehr liebgewonnen habe. Und mir würde es im Traum nicht einfallen, sie deswegen schlechter zu behandeln. Aber bei eben diesen Menschen sehe ich auch, dass sie immer ihr Bestes tun und an sich arbeiten. Als normaler Mensch denkt man einfach über sich nach und macht sich Gedanken darüber, wie man auf andere wirken könnte. Wer das Gegenteil behauptet, sagt meiner Meinung nach nicht die Wahrheit. Wie Hypnos schon sagte, wenn ich jedoch merke, dass jemand überhaupt nicht die Absicht hat, an sich (und damit meine ich nicht unbedingt nur die Rechtschreibung oder Ausdrucksweise oder Schrift) zu arbeiten, dann bin ich mit Sicherheit ein wenig unnachgiebig. Ich bin nämlich der Meinung, dass man sehr wohl immer ein wenig an sich arbeiten kann. Ich finde nichts Verwerfliches daran, wenn man eigene Mängel an sich (wohlwollend) bemerkt und Abhilfe schaffen möchte.

Mir fällt dazu nur wieder ein, dass man grundsätzlich gerne viele Dinge falsch versteht, wenn man sie unbedingt falsch verstehen möchte.

Daisy, die aus einem stinknormalen Mittelstand-Haushalt kommt und den Puderzucker nicht in den Hintern gestreut bekommen hat. Niemals.

Leggo1
30.10.2005, 18:46
Wenn vom Verfall der Sprache die Rede ist, so wird also hier behauptet, es sei ein Trend auszumachen, dass der Umgang mit der Sprache in den letzten Jahren unachtsamer geworden sei. Wieso denn das? Früher wie heute gab und gibt es Menschen, welche die Orthographie mangelhaft beherrschten bzw. beherrschen. Obendrein gibt es noch Menschen, die zur Flüchtigkeit neigen und denen viele Fehler unterlaufen - wider besseren Wissens sozusagen. Dazu zähle ich mich auch. Aber das hier in einem Internetforum zu reklamieren, in dem zweifelsohne logorrhoisch gepostet wird, halte ich für übertrieben. Wenn es um ein offizielles und wichtiges Schreiben geht, dann ist es eine Frage des Anstands, dass man ein solches nochmals zur Korrektur liest und Fehler möglichst vermeidet. Aber hier im Forum ist es allemal genügend, wenn der Text noch mühelos lesbar dasteht.
Ich verstehe die Aufregung nicht.

luckyblue
30.10.2005, 18:50
Endlich wieder! :-)) :-))

Als Schüler, Jugendlicher, Bald-Abiturient (noch in der 12) und Zukunftsstudent melde ich mich hier auch mal zu Wort:
Ich darf von mir selbst behaupten, dass ich die Rechtschreibung recht gut beherrsche und bis dato noch nie Punkt- oder Notenabzug bekommen habe.
Na, das spricht ja Bände. :-))

"Als Schüler, Jugendlicher, Bald-Abiturient (noch in der 12) und Zukunftsstudent melde ich mich hier auch mal zu Wort:
Ich darf von mir selbst behaupten, dass ich die Rechtschreibung recht gut beherrsche und bis dato noch nie Punkt- oder Notenabzug bekommen habe. Dennoch fühle ich mich oft nicht sicher, [nachgestellte Bestimmung] und das liegt mE [[na ja]] nicht an mir, sondern vielmehr an der Schule! In der Grundschule habe ich damals die alte Rechtschreibung beigebracht bekommen; später auf dem Gymnasium jedoch wurde mir nie die neue Rechtschreibung beigebracht - ich habe lediglich 3 [Zahlen bis vierzehn nach Möglichkeit ausschreiben] Arbeitsblätter zwischendurch bekommen. D.h. die Neuerungen, die ich kann, [Relativsatz] habe ich mir selbst durch lesen [nicht falsch, aber zumindest nach alter Regelung ist "durch Lesen" vorzuziehen], Korrekturen oder anderen [Flexionsfehler]Medien [Sinnzusammenhang?] beigebracht. Nur was kann ich denn dafür, [Gliedsatz] wenn mir niemand sagt oder zeigt, [Gliedsatz] wie es richtig geht? Ich fühle mich in der Hinsicht einfach ziemlich durcheinander, ["und"-Satz mit neuem Subjekt; nach alter Regelung zwingend, nach neuer Regelung freilich vermutlich erlässlich, aber schon aus Gesichtspunkten der Übersichtlichkeit angeraten] und dies könnt ihr, [Satzeinschub] glaube ich, nicht richtig nachempfinden.

Schönschreiben wurde bei mir in der Grundschule auch mit einer extra Note [Extra-Note oder auch Extranote; Kompositum, "Extra" ist kein Adjektiv - anderenfalls wäre es ja deklinationsfähig]benotet, obwohl ich immernoch [immer noch]in der Schule bin! ;) [Der Konzessiv-Satz ist hier eigentlich auch ziemlich widersinnig, oder?]
Schönschreiben ist für mich nicht sooo wichtig, [Gliedsatz] solange es [fehlendes Bezugswort]leserlich ist. Es gibt wichtigeres [Substantivierungen von Adjektiven schreibt man in der Regel groß.]. Es sollte eine gute Mischung aus Leserlichkeit und Inhalt sein! [Ist diesbezüglich auch eine schlechte Mischung vorstellbar?;-)]"

Wenn ich jetzt Fehler eingebaut habe, ist die braune Masse natürlich am Dampfen.;-)