Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PJ'ler vs. Schwester
Die Niere
20.12.2005, 19:47
Das Thema OPS-Schwester und OPS-Neuling auf ärztlicher Seite ist ein ganz schwieriges Thema...besonders in Deutschland.
Ganz klar werden regelmässig auf beiden Seiten Fehler gemacht. Das ewige übervorsichtige UNSTERIL rufen, sobald man als Neuling auf 7km in die Nähe der OPS-Tür gekommen ist, nervt recht schnell...insbesondere wenn man erfahren ist. Aber es ist eine Art der OPS-Schwestern ihr Revier zu markieren, denn es geht häufig über die reine Vorsicht hinaus.
Auf der anderen Seite hat man den Studenten, der der dummen OPS-Schwester mal zeigt, wie irgendwas richtig geht, was natürlich sofort und ohne Frage in einer Katastrophe endet.
Beide Seiten verstehen von ihrem Job viel und das sollte auch gegenseitig respektiert werden...eine Art, wie sie in der Schweiz viel häufiger vorkommt als in Deutschland. Warum dies so ist, kann ich nicht sagen. Beide können auch voneinander lernen, so habe ich einige OPS-Fähigkeiten von OPS-Schwestern gelernt und sie mich im Gegenzug über bestimmte Pathologien ausgefragt. Es ist wie überall - es besteht aus Geben und Nehmen und vor allem gegenseitiger Rücksichtsnahme - nur eben sehr speziell, da man extremst nah aufeinander hockt und keine Chance hat, sich aus dem Weg zu gehen.
Ich persönlich komme mit fast allen hervorragend zurecht und habe mir nach einer gewissen Zeit auch "Sonderrechte" erworben, die ich natürlich geniesse und auf eine andere Weise wieder zurückgebe.
gruesse, die niere
ehemalige Userin 24092013
20.12.2005, 20:32
Also heute war der Punkt eindeutig auf Schwesternseite gegenüber unserem UHU.
Es war kurz vor 6 Uhr in der frühe.....
ich war gerade dabei den Hämofilter meines Patienten neu einzustellen und der UHU schlich ans Bett und sah mir so zwei Minuten zu, um dann völlig begeistert und auch noch ernst gemeint folgendes zu sagen: " Wooow, der bekommt EK´s!"
Ich: "Ähm, das ist ein Hämofilter."
Kurze Zeit später machte ich mich daran die 6 Uhr Bilanz zusammen zu rechen und komme auf nen Betrag von 3890....
UHU: "Was haste jetzt gemacht?"
Ich: "Ich habe grad die Thrombozytenzerfallsrate im Abzugsschenkel vom Hämofilter berechnet und fast 4000 ist schon sehr, hoch."
Er geht los ( und wollte mir wohl helfen ) ans Nachbarbett, wo unsere Statsärztin rumstand und meinte zu ihr: " Du die berechnete Thrombozytenverfallsrate bei dem Herrn X. ist fast 4000, da sollten wir eigentlich mal ein Thrombozytenkonzentrat verordnen oder?"
Ich schwörs euch, der Typ hat das alles vollkommen ernst gemeint!
Hey Niere!
Finde deinen Beitrag zum Thema echt gelungen. Du hast Recht, da man extremst nah aufeinander hockt und sich nicht aus dem Weg gehen kann, kann es sehr leicht zu Spannungen kommen. Daher ist es wirklich wünschenswert, dass die Arbeit aus Geben und Nehmen besteht. Leider ist das nicht oft die Realität. Wäre schön, wenn es so wäre.
Aber die junge Generation, gerade die, die dieses Thema mitverfolgen können ja anfangen so zu handeln, sofern es noch nicht Alltag ist. ;-)
Grüße und schönen Abend
nadie
Geile Geschichte, Kaddel. :D
Das Thema Sterilität ist eines, das in Irland, glaube ich, gar nicht gelehrt wird oder auch nur bekannt ist :-)) Dass die Gasmänner mit ihren Kaffeepötten im OP sitzen, ist eh normal, dass der mit Staub bedeckte Ventilator stetig dem Operateur zur Schweißminderung ins Gesicht und auf den Tisch bläst, vollkommen normal, und falls man mal irgendwo an den auch vormals nicht wirklich sterilen Kittel (die Technik des Anziehens war echt geil) rankommt, macht nichts, Verlust hat man ja immer :-oopss
sunrise10086
21.12.2005, 10:40
Viele Dinge muss man wohl einfach über sich ergehen lassen. Man darf nicht aufgeben in meinen Augen.
Meine beiden unfallchirurgischen Famulaturen zuhause waren in der Richtung der beste Einstieg, den es gab. Zwar waren die OP-Schwestern z.T. auch grenzwertig (drei Mal nachgefragt, ob ich mich schon anziehen soll nachdem ich schon 20min im Acker rumgestanden habe,keine Antwort, hab mir dann den Kittel vom Tisch runtergenommen und mich angezogen um dann ein "Hab ich Dir das erlaubt??" abzuholen...), aber mit den meisten bin ich zum Schluss gut klargekommen. Nachdem ich einmal keine Schutzbrille bei einer Knie-TEP aufhatte und mir der Anästhesist ungefährt vier Mal die Sauerei aus dem Gesicht wischen musste, hab ich dann dem Operateur doch gesagt, dass ich genauso oft wie ich Kram im Gesicht hatte, nachgefragt habe, ob und wo noch Brillen rumliegen. Die pampige Antwort war: "Wenn Ihr die Dinger immer wegschmeisst, gibt's keine!" Ich hab die Dame darauf hingewiesen, dass ich keine einzige weggehauen hatte... Naja, der Operateur hat die gleiche Kuh dann angebrüllt, dass er es nicht verantworten kann und will dass seine Assis ohne Schutzbrillen im Saal stehen und dass er nicht glaubt, in einer OP-Abteilung mit 5 Sälen keine Brillen in irgendeinem Schrank zu haben. TATA, und da kam dann auch die Brille...
Aber im Allgemeinen war's ok. Wenn man früh genug im Saal ist, mal was anreicht wenn der Springer gerade draussen ist oder dem Schnorchelschieber mal die Fernbedienung für den Tisch abnimmt und mit an die Schleuse geht, dann hat man recht schnell gute Karten. Bei uns gab's so einen Pot mit Süssigkeiten (Gummitiere), da durften nicht alle ran von den Studis. Mir sind sie immer bis auf den Gang mit dem Ding nachgerannt, also muss ich wohl was richtig gemacht haben. ;)
In Österreich war's da schon anders...
Da musste ich erstmal "vorwaschen" um denen zu zeigen, ob ich mich auch wirklich steril waschen und anziehen kann. Als ich dann auch noch "danke" und "bitte" gesagt habe, waren sie ein wenig überrascht. Die Schwester, die das mit mir gemacht hat fragte mich dann, ob ich schonmal am Tisch war, was ich bejahte. Sie fragte dann "Wie oft?" , woraufhin ich ihr eine Zahl von 120-140 Eingriffe angegeben habe. Da sagte sie dann "Und warum machen wir das hier dann? Das sieht man doch, dass Du nicht das erste Mal am Tisch stehst..." Überraschungen gibt's immer wieder...
Allgemein gilt in meinen Augen: Persistierend freundlich sein, auch wenn die Leute echt ätzend sind, die meisten geben auf wenn man ruhig und nett ist. "Danke" beim Kittelanziehen usw. zu sagen scheint absolut Wunder zu wirken. Und Kuchen backen zieht auch immmer, v.a. beim hungrigen OP-Personal...
Dr.Hibbert
21.12.2005, 10:57
Allgemein gilt in meinen Augen: Persistierend freundlich sein, auch wenn die Leute echt ätzend sind, die meisten geben auf wenn man ruhig und nett ist.
Meine Rede. Auch absolut auf generellen Krankenhausalltag umzumünzen, denn es gibt ja auch außerhalb des OPs viele Situationen, die Reibung erzeugen. Also Leute, freundlich sein!
:-winky
Naja, was manche KPs mit Studenten im Pflegepraktikum veranstalten.... da is der gemeinsame Weg abwärts schon vorgezeichnet.
:-meinung
mezzomixi
21.12.2005, 14:19
Naja, was manche KPs mit Studenten im Pflegepraktikum veranstalten.... da is der gemeinsame Weg abwärts schon vorgezeichnet.
:-meinung
:-meinung :-meinung :-meinung
Auf jeden Fall!
Ich wollte eigentlich im Sommer 2 Monate Pflegepraktikum machen.. Aber als ich dann schon mit den Worten "Was? Du bleibst 2 Monate? Dann müssen wir Dich ja _richtig_ einarbeiten" empfangen wurde und nach 1 Monat immer noch nicht mehr machen durfte, als Windeln wechseln, hab ich beschlossen das Praktikum lieber abzubrechen und mein Glück nächstes mal in einer anderen Klinik zu versuchen..
:-meinung :-meinung :-meinung
Auf jeden Fall!
nach 1 Monat immer noch nicht mehr machen durfte, als Windeln wechseln, hab ich beschlossen das Praktikum lieber abzubrechen und mein Glück nächstes mal in einer anderen Klinik zu versuchen..
Diese Einstellung kann ich nicht nachvollziehen. Ich konnte nur 30 Tage am Stück machen. Klar kommen da vereinzelt Worte: "Da lohnt sich das Einarbeiten doch gar nicht", aber hey, du musst zeigen, dass du willst! Versetz dich doch in die Schwestern. Die brauchen doppelt so lange für ihre Arbeit um sie dir zu erklären und du bleibst nicht lange. Dann fängt das ganze von vorne an, von Praktikant zu Praktikant. Aber wenn du motiviert bist und das Personal das sieht, dann vergessen sie ganz schnell was sie am Anfgang gesagt haben. So ging es zumindest mir. Sowas abzubrechen bestätigt dann nur das Personal. So hatten sie noch weniger von dir.
Das Problem ist nur, dass eben oft nur die anfängliche Mehrarbeit gesehen wird. Dass nach einer Einarbeitung, die bei vielen Dingen ja wirklich mit einmal machen erledigt ist, sehr viel Arbeit abgenommen werden kann, fällt dabei leider oft unter den Tisch. RR messen, BZ sticksen... Das kann ja nun jeder. Der Praktikant ist glücklich, etwas Sinnvolles zu tun, die Schwester kann froh sein, eine nach gewisser Zeit auch nur noch nervige, da nicht besonders spannende Tätigkeit abgeben zu können. Und wenn man das Gefühl hat, nicht nur die Sch***-Arbeit zugeteilt zu bekommen (Putzen usw), dann macht man aber eben dieses auch mit positiveren Gefühlen :-meinung
Meine Rede. Auch absolut auf generellen Krankenhausalltag umzumünzen, denn es gibt ja auch außerhalb des OPs viele Situationen, die Reibung erzeugen. Also Leute, freundlich sein!
:-winky
Euren Freundlichkeitsidealismus in allen Ehren.
Aber ich glaube es sind wirklich die allerwenigsten, die hochnäsig und unfreundlich zu Schwestern sind. Es gibt einfach nicht wenige Schwestern, die irgendwie vom Leben vergrämt sind oder die die Neidkultur soweit getrieben hat, dass man ihnen einfach nichts recht machen kann und denen dann auch noch in den ARsch zu kriechen, also darauf habe ich wirklich keinen Bock.
Das Verhältnis von Schwestern und Ärzten fand ich bisher in jedem deutschen Krankenhaus eher deutlich suboptimal.
In USA muß ich sagen war das eine wesentlich bessere Zusammenarbeit, vielleicht, weil dort die KOmpetenzen auf pflegerischer Seite größer sind und dort mehr Spezialisten zum Einsatz kommen? Vielleicht weil die Leute generell einfach freundlicher dort sind? Keine Ahnung. aber wie ja schon einige andere Leute geschrieben haben, es geht auch anders, anscheinend vor allem in anderen Ländern. ;-) Also warum nicht auch hier? Und durch ewiges unterwürfiges Arschgekrieche wird das auch nicht besser, sondern eher belohnt.
Ich meine damit nicht, dass man nicht hilfsbereit, freundlich und respektvoll gegenüber sein soll. Aber dieses extreme eingeschleime mit Süßigkeiten und was weiß ich was, bloß nicht aufmucken usw., ist mir wirklich zu dämlich.
Dieses hierarchische System in der Pflege erscheint mir noch schlimmer als bei den Ärzten.
Und Studenten als kleine "Würmchen" anzusehen, finde ich ehrlich gesagt ne Frechheit. Ich glaube du hast ein bisschen falsche Vorstellungen was man so nach 4 Jahren schon gelernt hat. Und dann hat man wirklich keinen Bock, wenn man im OP schon recht wenig lernt, da man nicht an den Tisch kann aber seine Unterschrift erst am Ende der OP bekommt, sich von der OP Schwester nen dummen Spruch anzuhören.
Und zu dem letzten Punkt von wegen die Einarbeitung kostet Zeit, das halte ich für das bescheuertste Argument der Welt. Wenn dir allein beigebracht wird Temperatur, Puls und Blutdruck zu messen nimmst du damit doch schon ner Schwester wahrscheinlich ne 3/4 Stunde Arbeit ab je nach Stationsgröße. Und wenn man nich sehr blöd ist lernt man das in maximal 2-3 Tagen, kann ja beim RR zur Not auch nochmal von der Schwester nachmessen lassen.
Und Studenten als kleine "Würmchen" anzusehen, finde ich ehrlich gesagt ne Frechheit. Ich glaube du hast ein bisschen falsche Vorstellungen was man so nach 4 Jahren schon gelernt hat. Und dann hat man wirklich keinen Bock, wenn man im OP schon recht wenig lernt, da man nicht an den Tisch kann aber seine Unterschrift erst am Ende der OP bekommt, sich von der OP Schwester nen dummen Spruch anzuhören.
Irgendwie finde ich es gut, dass das jemand mal so sagt. Ich habe diese ewige Demut auch irgendwie satt, immer muss man betonen wie wenig man kann und weiß und wie viel besser alle anderen doch sind. Das mindert auch die Motivation besonders in der Vorklinik, wenn man sie doch am nötigsten braucht. Ich glaube, dass man auch einmal sehen sollte, dass man viel früher Kompetenzen haben wird als einem immer eingeredet wird...
Die brauchen doppelt so lange für ihre Arbeit um sie dir zu erklären und du bleibst nicht lange. Dann fängt das ganze von vorne an, von Praktikant zu Praktikant. Aber wenn du motiviert bist und das Personal das sieht, dann vergessen sie ganz schnell was sie am Anfgang gesagt haben. So ging es zumindest mir. Sowas abzubrechen bestätigt dann nur das Personal. So hatten sie noch weniger von dir.
Der Nutznieser von dem ganzen sollen ja auch nicht die Schwestern sein, sondern der Praktikant.
Wenn die Pflegepraktikanten nur halb so gut betreut werden würden wie die meisten Praktikanten im Rettungsdienst dann wär das Thema ein für allemal aus der Welt.
Und bitte: ICH KRIECH DOCH NICHT SCHON IM KPP JEMANDEN IN DEN A****....
Das sich manche StudMeds nicht grad toll aufführen, weiß ich. Aber was in vielen KHS seit Generationen generalstabsmäßig mit Pflegepraktikanten abgezogen wird ist unglaublich. Hier sollte unbedingt eine Bewertung an dan Unis erfolgen, damit zumindest die schwärzesten Schafe endlich mal nen Dämpfer bekommen .
Furchtbar emotionales Thema.......
Du kriechst vielleicht nicht in Ärsche im Pflegepraktikum, aber der Affe bist Du so oder so. Entweder du darfst nix und sitzt nur rum, oder Du bist der Dauerlakai.
Ganz toll fand ich mein Praktikum, bei dem ich auf jede Glocke gegangen bin, jeden Botengang gemacht hab, jede OP-Vorbereitung, während sich die Schwestern ein gediegenes Frühstück geleistet oder sich mal wieder fein in Sachen Zickenkrieg bekämpft haben.
Hätte ich gewusst, daß ich in BW einen Platz bekomme, wo mein RA als 90 Tage anerkannt wurde,.... Hinterher is man IMMER schlauer.
In BW wird der RA voll anerkannt????
Bayern, dir kehr ich den Rücken!!!!!
mezzomixi
21.12.2005, 18:02
Diese Einstellung kann ich nicht nachvollziehen. Ich konnte nur 30 Tage am Stück machen. Klar kommen da vereinzelt Worte: "Da lohnt sich das Einarbeiten doch gar nicht", aber hey, du musst zeigen, dass du willst! Versetz dich doch in die Schwestern. Die brauchen doppelt so lange für ihre Arbeit um sie dir zu erklären und du bleibst nicht lange. Dann fängt das ganze von vorne an, von Praktikant zu Praktikant. Aber wenn du motiviert bist und das Personal das sieht, dann vergessen sie ganz schnell was sie am Anfgang gesagt haben. So ging es zumindest mir. Sowas abzubrechen bestätigt dann nur das Personal. So hatten sie noch weniger von dir.
ich glaube du hast mich falsch verstanden.
ich kam durchaus motiviert dort an, aber wenn man schon direkt so super unfreundlich empfangen wird, ist das einfach nicht toll. ich hab mich trotzdem 1 monat lang angestrengt und immer das gemacht, was ich konnte und sollte, aber in dem ganzen monat wurde mir kein einziges mal irgendwas erklärt oder gezeigt. Ein Praktikum hat den Sinn und Zweck, dass man einen Einblick in den Berufsalltag bekommt und unter Anleitung etwas beigebracht bekommt. Bei mir lief das aber so, dass ich am 1. morgen einfach zu einer frisch operierten Frau ins Zimmer geschoben wurde "Wasch die mal!" Ohne dass mir irgendjemand erklärt hat WIE man jemanden wäscht, der sich nicht alleine bewegen kann und WAS ich machen muss, damit ich die Frau nicht verletze.
Mein Praktikum war im Juli, als mehr als die Hälfte der examinierten Krankenschwestern im Urlaub war. Dementsprechend lief das dann auch ab.
ich glaube du hast mich falsch verstanden.
ich kam durchaus motiviert dort an, aber wenn man schon direkt so super unfreundlich empfangen wird, ist das einfach nicht toll. ich hab mich trotzdem 1 monat lang angestrengt und immer das gemacht, was ich konnte und sollte, aber in dem ganzen monat wurde mir kein einziges mal irgendwas erklärt oder gezeigt.
Ja, das stimmt. Es ist verdammter Mist, wenn man das Pech hat auf solch eine Station zu kommen. Sorry, es kam für mich etwas anders rüber.
Ich habe zwei Praktika in unterschiedlichen Häusern gemacht und ich konnte auch einen sehr großen Unterschied feststellen. Bei meinem zweiten Praktikum hatte ich auch das Pech, dass die Anleiterin gerade die Station verlassen hat. Da ich habe aber schon 30 Tage in nem anderen Haus hinter mir hatte wusste ich in etwas wie alles auf Station abläuft. Das war ein Pluspunkt für mich. Aber dort habe ich auch den riesen Unterschied gemerkt. Es klingelt so lange, bis ein Praktikant zur Klingel läuft. Später habe ich dann Patienten alleine betreut und das kanns nicht sein. Aber da merkt man mal den Qualitätsunterschied an den verschiedenen Häusern.
Und Studenten als kleine "Würmchen" anzusehen, finde ich ehrlich gesagt ne Frechheit. Ich glaube du hast ein bisschen falsche Vorstellungen was man so nach 4 Jahren schon gelernt hat. Und dann hat man wirklich keinen Bock, wenn man im OP schon recht wenig lernt, da man nicht an den Tisch kann aber seine Unterschrift erst am Ende der OP bekommt, sich von der OP Schwester nen dummen Spruch anzuhören.
Und zu dem letzten Punkt von wegen die Einarbeitung kostet Zeit, das halte ich für das bescheuertste Argument der Welt. Wenn dir allein beigebracht wird Temperatur, Puls und Blutdruck zu messen nimmst du damit doch schon ner Schwester wahrscheinlich ne 3/4 Stunde Arbeit ab je nach Stationsgröße. Und wenn man nich sehr blöd ist lernt man das in maximal 2-3 Tagen, kann ja beim RR zur Not auch nochmal von der Schwester nachmessen lassen.
Hey, du hast mich nicht ganz verstanden, bzw. meinen darauf folgenden Artikel nicht gelesen. Ich meinte das mit den "kleinen Würmchen" absolut nicht negativ. Ich meinte damit nur, dass jeder am Anfang anfängt kleine Brötchen zu backen. Na klar hast du nach 4 Jahren schon soo viel auf dem Kasten, aber Theorie und Praxis ist dann doch ein Unterschied. Ich meine damit, dass am Anfang natürlich eine Unsicherheit da ist, aber das ist doch völlig normal. Gerade heute habe ich gemerkt, als ich nen PJ'ler bat mir anhand eines Röntgenbildes eine Fraktur zu erklären, was dieser Student drauf hat. Aber dann gibt es auch wieder Situationen wo ich ihm Hilfestellungen gebe. Und gerade das ist es was hier auch schon angesprochen wurde. Das Ganze ist ein Geben und Nehmen. Mir werden Röntgenbilder erklärt und ich kann andere Dinge erklären. Es wäre echt schön, wenn die Kommunikation immer so reibungslos verlaufen würde und man etwas voneinander lernen kann.
Du hast völlig Recht was das Anleiten auf Station angeht. Es muss halt erstmal Zeit investiert werden um später einen Nutzen davon zu haben, sprich Zeit zu gewinnen, weil der Praktikant bestimmte Dinge übernehmen kann. Das ist ja nun überall so, nech? Aber das sehen viele halt nicht so. Die Erfahrung, die ziska gemacht hat sind halt echt negativ gewesen. Aber durch den Abbruch des Praktikums, wie schon gesagt, fühlten sich die Schwestern nur bestätigt. "Was sollen wir den/die anleiten, wenn sie eh abbrechen". Aber da sollte sich das Pflegepersonal meiner Meinung nach dann auch mal Gedanken machen. Aber ich habe sowieso das Gefühl, dass es heute mehr darum geht Zeit und Geld zu sparen als es in die "Neulinge" zu investieren. Schade, ist aber so. Trotzdem: Durchhalten, wir packen das!
Nach 4 Jahren hat man aber nicht nur Theorie drauf, da war man schon öfter im OP und ist nicht völlig bescheuert. So wird man aber fast immer behandelt.
Ich finde generell sollte man immer offen für Fragen und konstruktive Vorschläge sein egal von wem und egal an wen. Ich hätte auch kein Problem damit, wenn später zu mir als Arzt eine Pflegeschülerin oder sonst ein "kleines Würstchen" kommt und mir konstruktive Vorschläge macht. So lange man vernünftig darüber reden kann.
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