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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PJ'ler vs. Schwester



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Cassy
26.12.2005, 17:59
Sorry, aber ich habe wirklich keine Lsut mehr, diese endlose Diskussion fortzuführen, da wohl jeder (aus gutem Grund) auf seinem Recht beharren wird. :-blush

Aber ich will nur noch anmerken:

@Funkel: Mittagspause? 1 Stunde Übergabe????? So etwas gibt es bei uns im ganzen Haus nicht. Und bei uns auf der ITS sowieso nicht, da müssen wenige Minuten reichen, dazwischen rennt man mal eben schnell ins CT, oder macht gerne ähnliche Dinge für die Ärzte. Und ich habe darüber noch nie gemeckert.

@alle: Ich musste es mir neulich gefallen lassen, dass mir ein Oberarzt in meiner Patientenkurve vermerkt: "Patient waschen!!!!! Bett frisch beziehen!!!!!" Es sei dazu gesagt: es handelte sich um einen aggressiven, schreienden, fluchenden, um sich spuckenden und schlagenden Alkohol-Intox, den wir mühevollst zu fünft 5-Punkt-fixiert hatten. DAS ist einfach eine Unverschämtheit, sorry...
Oder eben jener Arzt betritt während der (an diesem Tag wirklich wohlverdienten) Frühstückspause den Raum, grinst über beide Ohren und meint "So, sie stehen jetzt auf, und machen die beiden Patinten im Zimmer XY frisch, die haben eingestuhlt und das Bett schwimmt schon". Das finde ich nicht nett, zumal auf der Station auch noch andere Pflegende unterwegs waren, welchen er dies hätte auftragen können. So viel zu unseren netten Frühstückspausen.

@test: Wenn ich länger auf Station bleibe, und wenn es um noch zu erledigende Arbeiten geht, um eine REA oder Ähnliches, so bekommen wir das weder als Freizeitausgleich noch als Überstunden ausbezahlt. Wenn wir nur eine Minute länger aufschreiben, dann müssen wir schon alles rechtfertigen. Und die oben genannten Gründe zählen für die Verwaltung nicht!!!! Wir leisten diese Zeit ohne Vergütung ab, und diese Zeit summiert sich innerhalb eines Monats sehr.
Das mit der geregelten Arbeitszeit ist so eine Sache. Wenn man kleinlich sein will, so haben auch die Ärzte geregelte Arbeitszeiten, denn bei denen gibt es nun auch dieses neue Schicht-System. :peace:

So, ich schliesse dieses Thema nun für mich ab. Das soll nicht heissen dass ich nicht mit mir reden lasse, ich habe einfach nur keine Lust auf diese ständigen Hierarchie-Kämpfe, die nie ein Ende finden werden.
Ich habe allen Respekt vor der Arbeit der Ärzte, aber dennoch sehe ich es nicht ein, wenn das Verhalten des Pflegepersonals verallgemeinert wird. Jeder leistet für sein Geld das ihm mögliche, an manchen Tagen mehr, an manchen weniger... und an manchen Tagen eben mit viel oder wenig Motivation. :-angel :peace:

test
26.12.2005, 18:23
Naja kann halt nur von dem reden, was ich so bisher mitbekommen habe. Da habe ich noch keine Schwester gesehen die wirklich mehr als 40 stunden die woche gearbeitet hat im schnitt.
Auf ärztlicher Seite habe ich zumindest auf Station aber praktisch noch keinen gesehen, der unter 60 bis 70 Stunden die Woche arbeitet. Abgesehen von z.B. Anästhesisten, bei denen gibts hier tatsächlich den Schichtdienst :-)) . Bei den anderen Fachrichtungen habe ich den hier noch nicht gesehen. :-nix

FrederikMD
26.12.2005, 19:13
@alle: Ich musste es mir neulich gefallen lassen, dass mir ein Oberarzt in meiner Patientenkurve vermerkt: "Patient waschen!!!!! Bett frisch beziehen!!!!!" Es sei dazu gesagt: es handelte sich um einen aggressiven, schreienden, fluchenden, um sich spuckenden und schlagenden Alkohol-Intox, den wir mühevollst zu fünft 5-Punkt-fixiert hatten. DAS ist einfach eine Unverschämtheit, sorry...
Dann frag Deinen Oberarzt das naechste Mal nach etwas Lorazepam. Ausserdem glaube ich nicht, dass er das aus Schikane schreibt, sondern weil das Bett tatsaechlich schmutzig war.



Oder eben jener Arzt betritt während der (an diesem Tag wirklich wohlverdienten) Frühstückspause den Raum, grinst über beide Ohren und meint "So, sie stehen jetzt auf, und machen die beiden Patinten im Zimmer XY frisch, die haben eingestuhlt und das Bett schwimmt schon". ...
So etwas gehoert doch wohl zum Aufgabenbereich einer Schwester, oder? Und dass er einen Patienten nicht in seinen Exkrementen liegen sehen moechte, ist doch seine Pflicht. Immerhin wird er verklagt, sollte der Patient Folgeschaeden wie Dekubitus o.ae. entwickeln. Dass Du lieber fruehstueckst, ist schon eine Aussage.

Cassy
26.12.2005, 19:23
Sorry, aber das lasse ich so nicht auf mir sitzen:

Ich lasse meine Patienten grundsätzlich nie im Schmutz liegen, und wenn es sein muss, dann beziehe ich ein Bett auch 20 mal am Tag und wasche den Patienten ebenso oft. :-??? Ja, das Bett war nass, weil der Pat sich gegen das DK-Legen massivst gewehrt hatte. Da gefährde ich mich doch nicht selbst. Denn wer dankt mir denn das? Niemand? Weder der OA noch der Pat. Dennoch ist diese Anordnung eine Frechheit!!!!

Und zum 2. Punkt: man kann sich auch das breite Grinsen unterdrücken, oder es auch mal den anderen Schwestern sagen. Dann habe auch ich kein Problem diese Patienten wieder in saubere Betten zu verpacken.... Ich habe nicht gesagt dass ich lieber frühstücke! Ich bin sofort aufgestanden, habe auf meine restlichen 28 Minuten Pause verzichtet und weitergearbeitet. Und ich bin mir sehr wohl bewusst, dass dies meine Aufgabe ist!!!!!!! :-??? :-??? :-??? :-??? :-??? :-??? Und die Pat lagen grad mal max 2 Minuten darin, denn bevor ich in die Pause gegangen bin habe ich nochmals unter deren Decken geschaut!!!!!!!!!

Feuerblick
26.12.2005, 19:23
Ich denke, hier macht der TON die Musik. Ein "Herr XYZ hat abgeführt und müsste gewaschen und gelagert werden" ist definitiv angemessener als ein "Sie stehen jetzt auf"!!!!! Wer so mit dem Pflegepersonal spricht, der wird schnell Probleme bekommen.... zu RECHT!

FrederikMD
26.12.2005, 19:31
Ja, das Bett war nass, weil der Pat sich gegen das DK-Legen massivst gewehrt hatte. Da gefährde ich mich doch nicht selbst. Denn wer dankt mir denn das? Niemand? Weder der OA noch der Pat. Dennoch ist diese Anordnung eine Frechheit!
Ueber den Ton kann man ja tatsaechlich reden, aber es gehoert eben zu den haeufigen Intensivmedizinischen Notfaellen einen Patienten im Alkoholdelir/entzug zu behandeln. Wenn Du trotz seiner (selbst?)gefaehrdenden Anwandlungen fruehstueckst, ist das keine Entschuldigung. Die Aussage, dass Dir ein Patient im Delir es nicht danken kann, ist ja wohl ein Scherz.



Das ist mehr als unfair!!!!!!! !
Ist diese Bewertungsfunktion ein Beliebtheitswettbewerb oder soll ich fuer meine Meinung da bestraft werden?

Feuerblick
26.12.2005, 19:36
Frederik, ich glaube, du hängst dich zu weit aus dem Fenster!! Sorry, aber keine Schwester dieser Welt ist dazu verpflichtet, ihren Patienten rund um die Uhr zu bewachen. Dafür wird ein solch selbstgefährdender Patient bei bestehender Notwendigkeit fixiert. Der Pflegekraft mangelndes Pflichtbewußtsein vorzuwerfen, ist dabei einfach nicht in Ordnung!

So, und nun kriegt euch mal wieder ein... :peace:

FrederikMD
26.12.2005, 19:42
Frederik, ich glaube, du hängst dich zu weit aus dem Fenster!! Sorry, aber keine Schwester dieser Welt ist dazu verpflichtet, ihren Patienten rund um die Uhr zu bewachen.
Da kann ich Dir nicht beipflichten. Auf einer Intensivstation ist eine permanente Ueberwachung doch Ziel und Aufgabe, sonst koennte man sich das Extrageld sparen, und zweitens beschwere ich mich nicht ueber die Fixierung, sondern nur ueber diese "Das dankt mir doch keiner"-Einstellung.

Ein Patient im Alkoholdelir ist nicht Herr seiner Sinne und verdient die selbe Aufmerksamkeit wie jeder andere auch. Vertrete mal die Ansicht vor einem Richter, dass Dein Fruehstueckshunger dem Wohl des Patienten vorging. Dass geht nur deshalb, weil es dort wahrscheinlich keinen Klaeger gibt.


Der Pflegekraft mangelndes Pflichtbewußtsein vorzuwerfen, ist dabei einfach nicht in Ordnung!Moralisch, rechtlich und medizinisch ist das Glatteis.

Feuerblick
26.12.2005, 19:49
*kopfschüttel* Wer, außer dem erwähnten Arzt, sprach denn von Frühstückshunger, der dem Wohle des Patienten vorangestellt wurde? Bisher nur du.... (Ich sprach übrigens von BEwachen.... ÜBERwacht ist der Patient auf ITS automatisch... es sei denn, er ist nicht verkabelt...)

Ich wünsche dir von ganzen Herzen, dass du mit deiner Einstellung zur Arbeit des Pflegepersonals nicht irgendwann mal aneckst! Und dass das Pflegepersonal dich nicht mal ordentlich auflaufen lässt.

Fakt ist: Diese Patienten wurden völlig ausreichend versorgt und wenn ein Patient einnässt oder einstuhlt und die Schwester gerade mal nicht die Augen unter seiner Bettdecke hat, dann ist das eben so. Gerade bei Cassy weiss ich mit Sicherheit, dass sie das Ganze sofort behoben hätte, wenn sie in dem Moment beim Patienten gewesen wäre.

Was das "Danken" angeht: Bei Patienten, die wegen aggressiver Tendenzen fixiert sind, ist es eine Frage der Eigensicherheit, nicht alleine diesen Patienten zu versorgen. Das bedeutet leider auch, dass man warten muss, bis die Kollegen Zeit haben, die Pflegekraft zu unterstützen.
Und noch eins: Manche Sachen kann man auch einfach mit einem Gespräch lösen. Einträge in der Kurve zeugen nicht gerade von Kollegialität.

So, und damit halte ich mich aus dieser Diskussion auch wieder raus...

FrederikMD
26.12.2005, 19:54
Und noch eins: Manche Sachen kann man auch einfach mit einem Gespräch lösen. Einträge in der Kurve zeugen nicht gerade von Kollegialität.
Ein Oberarzt rennt ueber die Station um die Leute zu suchen, die er gerade braucht? Aus medizinisch-rechtlichen Gruenden als auch aus Fragen der Praktikabilitaet ist die Dokumentation in der Kurve doch nur zu begruessen. Viele (effizientere) Systeme kommunizieren oft nur ueber Kurve und Computer.

Werwolf
26.12.2005, 20:04
Ein Oberarzt rennt ueber die Station um die Leute zu suchen, die er gerade braucht? Aus medizinisch-rechtlichen Gruenden als auch aus Fragen der Praktikabilitaet ist die Dokumentation in der Kurve doch nur zu begruessen. Viele (effizientere) Systeme kommunizieren oft nur ueber Kurve und Computer.


@Frederik: Ohne jetzt komplett in diese Diskussion einsteigen zu wollen: Beim Arzt- und auch beim Pflegeberuf handelt es sich um soziale Berufe. Dort ist sowas wie "soziale Kompetenz", neudeutsch auch als "soft skills" bezeichnet, gefragt. Hast Du eine Vorstellung davon, was diese Wörter bedeuten könnten? Das zum Thema "Kommunikation über Kurvenblätter".
Und bezüglich der Pflege solltest Du Dich einfach nicht so weit zum Fenster raushängen, wenn Du nicht dabei warst und genau weißt, worum es geht...

FrederikMD
26.12.2005, 20:08
@Frederik: Ohne jetzt komplett in diese Diskussion einsteigen zu wollen: Beim Arzt- und auch beim Pflegeberuf handelt es sich um soziale Berufe. Dort ist sowas wie "soziale Kompetenz", neudeutsch auch als "soft skills" bezeichnet, gefragt. Hast Du eine Vorstellung davon, was diese Wörter bedeuten könnten? Das zum Thema "Kommunikation über Kurvenblätter".
Wenn Du Konsens hast, dass es nur um das Wohl des patienten gehen sollte, sehe ich das Problem nicht. Ob Medizin ein sozialer Beruf oder ein wissenschaftlicher ist, kann man sich fragen. Auf jeden Fall ist der soziale Teil eher auf den patienten zu muenzen!! Tatsache ist, dass Effizienz im Krankenhaus extrem wichtig ist. Ich schreibe lieber 10 sek. in die Kurve und verbringe die gewonnene Zeit zum Wohle meines Patienten als mich auf die Suche zu machen.

Feuerblick
26.12.2005, 20:13
Auf jeden Fall ist der soziale Teil eher auf den patienten zu muenzen!!
*sprachlos in die Runde schau*

Werwolf
26.12.2005, 20:20
Wenn Du Konsens hast, dass es nur um das Wohl des patienten gehen sollte, sehe ich das Problem nicht. Ob Medizin ein sozialer Beruf oder ein wissenschaftlicher ist, kann man sich fragen. Auf jeden Fall ist der soziale Teil eher auf den patienten zu muenzen!! Tatsache ist, dass Effizienz im Krankenhaus extrem wichtig ist. Ich schreibe lieber 10 sek. in die Kurve und verbringe die gewonnene Zeit zum Wohle meines Patienten als mich auf die Suche zu machen.


... womit Du eindrucksvoll bewiesen hast, daß Du die Bedeutung von "sozialer Kompetenz" ( oder- Du klingst so nach Controlling- da paßt "soft skills" eher) leider überhaupt nicht kennst bzw. den Sinn nicht verstanden hast. :-nix

Aber mach Dir nichts draus- der Mangel an sozialer Kompetenz kann in manchen Bereichen ungemein hilfreich und nützlich sein. :-top ;-)

FrederikMD
26.12.2005, 20:20
*sprachlos in die Runde schau*

Ich gebe auf. Sympathie zieht halt vor Argumenten. In absehbarer Zeit wird das so laufen, dass man solche Dokumentation nur noch ueber die Kurve macht, da stoert dann auch kein Grinsen.

Feuerblick
26.12.2005, 20:25
Japp... Sympathie geht vor.. auch zwischen Pflegepersonal und Ärzten, da hat der Werwolf ein wahres Wort geschrieben!

Feuerblick, die NIEMALS nur noch über Kurven kommunizieren wird

Evil
27.12.2005, 18:29
Ich gebe auf. Sympathie zieht halt vor Argumenten. In absehbarer Zeit wird das so laufen, dass man solche Dokumentation nur noch ueber die Kurve macht, da stoert dann auch kein Grinsen.

Laß mich raten... Du willst Orthopädie machen? :-))

milz
27.12.2005, 19:41
FrederikMD, Kommunikation setzt sich immer aus verschiedenen Informationsebenen zusammen (Sachebene, Appellebene, Selbstoffenbarung, Beziehungsebene). Cassy hat kein Problem mit der Sach- oder Appellebene geäußert, lies den Beitrag vielleicht einfach nochmal. ;-)

Cassy
28.12.2005, 17:19
Danke Milz, ich könnte dich jetzt knutschen :-))

Cranium
28.12.2005, 19:04
..............
Ich finde generell sollte man immer offen für Fragen und konstruktive Vorschläge sein egal von wem und egal an wen. Ich hätte auch kein Problem damit, wenn später zu mir als Arzt eine Pflegeschülerin oder sonst ein "kleines Würstchen" kommt und mir konstruktive Vorschläge macht. So lange man vernünftig darüber reden kann.

Eine der wenigen absolut richtigen Aussagen hier!!!! :-top