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Lava
04.06.2006, 10:26
Hmm.... wieso irgendeine Konfession? Christentum würde ich ja noch verstehen, aber wieso jede andere Religion auch? Hauptsache man glaub an irgendeinen Gott. Wenn man das nicht tut, dann... tja... bin ich dann ein Mensch zweiter Klasse? Kann ich den Patienten nicht das Gefühl geben, dass auch für sein Seelenheil gesorgt ist? Ich bin jetzt seit einem Monat in einem kirchlichen Haus und habe bisher keinen Unterschied im Handeln der Ärzte festgestellt.

fatman
04.06.2006, 13:14
Kann ich den Patienten nicht das Gefühl geben, dass auch für sein Seelenheil gesorgt ist?

Nein, kannst Du nicht. Wie ist das denn, wenn Dich ein Patient bitten würde, dass Du mit ihm betest, oder was würdest Du dem Patienten antworten, wenn er Dich fragt, wie denn das Leben nach dem Tod sein wird, oder dass er gerne nochmal beichten würde, oder irgendwie so etwas.
Meinst Du, Du wirst ihm dann die Antworten geben können, die mit der Auffassung Deines Arbeitgebers konform sind, oder auch vor allem die, die ein sterbender Christ hören will. So nach dem Motto, sie kommen bestimmt in den Himmel, aber ich glaub da nicht dran. Wohl nicht. Und warum sollte Dich der Arbeitgeber dann einstellen, zumal er ja deutlich propagiert, dass seine Vision anders ist als die von nicht-konfessionellen Häusern.

Lava
04.06.2006, 13:50
Meinst du, alle Ärzte, die in einem kirchlichen Haus arbeiten, können das???

Aber gut, der Punkt gehört dir!

Evil
04.06.2006, 14:15
Ist doch eigentlich ganz einfach: der Träger des KH bestimmt die Spielregeln, ob Konfession oder was auch immer, und Du hälst Dich dran und arbeitest da, oder Du magst die Regeln nicht und arbeitest woanders.

fatman
04.06.2006, 15:16
Meinst du, alle Ärzte, die in einem kirchlichen Haus arbeiten, können das???

Mit Sicherheit nicht. Viele dieser Ärzte haben wahrscheinlich seit ihrer Konfirmation/Firmung keine Kirche mehr von innen gesehen, weswegen Du sicherlich genauso qualifiziert sein solltest wie diese und ich daher Deine
Einstellung deswegen schon verstehen kann.
Nun ja, die einfache, aber Meinung nach sehr unschöne Lösung wäre, einfach in eine Kirche einzutreten...

Feuerblick
04.06.2006, 16:47
Nein, kannst Du nicht. Wie ist das denn, wenn Dich ein Patient bitten würde, dass Du mit ihm betest, oder was würdest Du dem Patienten antworten, wenn er Dich fragt, wie denn das Leben nach dem Tod sein wird, oder dass er gerne nochmal beichten würde, oder irgendwie so etwas.
Meinst Du, Du wirst ihm dann die Antworten geben können, die mit der Auffassung Deines Arbeitgebers konform sind, oder auch vor allem die, die ein sterbender Christ hören will. So nach dem Motto, sie kommen bestimmt in den Himmel, aber ich glaub da nicht dran. Wohl nicht. Und warum sollte Dich der Arbeitgeber dann einstellen, zumal er ja deutlich propagiert, dass seine Vision anders ist als die von nicht-konfessionellen Häusern.Ganz genau so sehe ich das auch. Klar, in den meisten Fällen wirst du es nicht brauchen, aber wenn doch... Und wie Evil schon sagte, der Arbeitgeber bestimmt dabei halt die Regeln...

Lava
04.06.2006, 18:19
Nun ja, die einfache, aber Meinung nach sehr unschöne Lösung wäre, einfach in eine Kirche einzutreten...

Niemals! Nicht, weil ich was gegen die Kirche hätte. Aber ich lüge nicht und nur aus diesem Grund in die Kirche einzutreten ist Heuchelei.

test
04.06.2006, 19:41
Ist doch eigentlich ganz einfach: der Träger des KH bestimmt die Spielregeln, ob Konfession oder was auch immer, und Du hälst Dich dran und arbeitest da, oder Du magst die Regeln nicht und arbeitest woanders.

Naja ich sehe das nicht ganz so.
Ich meine die konfessionellen KRankenhäuser werden doch auch von den Krankenkassen mitfinanziert, sie stellen doch auch Bestandteil der gesundheitlichen VErsorgung der Bevölkerung dar, sind also dem gesetzliche geregelten Gesundheitsystem, in das fast alle Deutschen einzahlen, unabhängig von der Konfession, integriert.
In den konfessionellen Häusern wird ja genauso auch jeder Patient unabhängig seiner Konfession behandelt.
Zu Verlangen, dass jedem PAtient geistlich passend und mit der richtigen Konfession vom Arzt beigestanden werden kann, ist ja wohl absolut vermessen und illusorisch. Wofür gibts da denn sonst auch kirchliche Vertreter. Also ich sehe das ehrlich gesagt nicht als elementaren BEstandteil der ärztlichen Sterbebegleitung, dafür soll dann ein Geistlicher kommen, wenn das der Patient wünscht.
Aufgrund der staatlichen Mitfinanzierung muß ich erhrlich sagen verstehe ich nicht, wiesoin einem vom deutschen Staat mitfinanzierten Krankenhaus, das BEstandteil des gesetzlich geregelten GEsundheitssystems ist, nicht die Grundrechte eines jeden MEnschen gelten ihn unabhängig seiner KOnfession zu behandeln bzw. zu beurteilen?? Genau dieses tut nämlich ein konfessionelles Haus nicht, wenn es BEwerber mit nicht passender KOnfession ablehnt. :-meinung

Hellequin
04.06.2006, 20:20
Nein, kannst Du nicht. Wie ist das denn, wenn Dich ein Patient bitten würde, dass Du mit ihm betest, oder was würdest Du dem Patienten antworten, wenn er Dich fragt, wie denn das Leben nach dem Tod sein wird, oder dass er gerne nochmal beichten würde, oder irgendwie so etwas.

Aha, was antwortet denn ein christlicher Arzt darauf, wenn ihn ein Patient fragt, wie das Leben nach dem Tod sein wird? Bereits dagewesen dürften ja die wenigsten Ärzte sein. Und wenn ein Patient beichten möchte, bestellt man den Pfarrer der entsprechenden Konfession ein, oder wie denkst läuft das?

FrederikMD
04.06.2006, 20:35
Aha, was antwortet denn ein christlicher Arzt darauf, wenn ihn ein Patient fragt, wie das Leben nach dem Tod sein wird? Bereits dagewesen dürften ja die wenigsten Ärzte sein. Und wenn ein Patient beichten möchte, bestellt man den Pfarrer der entsprechenden Konfession ein, oder wie denkst läuft das?
Sehe ich absolut genauso. Im übrigen werden diese Häuser nicht nur von Krankenkassen, sondern auch der Gemeinde und damit direkt aus Steuermitteln unterstützt. Ich würde es hassen, an einem Haus zu arbeiten, an dem mein katholischer/jüdischer/moslemischer Kollege nur deshalb nicht dem Wohle des Patienten dienen darf, weil er das falsche Konfessionszeugnis trägt. Ich habe im Freundeskreis einige Chefärzte, die direkt zur Änderung ihrer Konfession gedrängt wurden.

Gruber
04.06.2006, 20:41
Was die Chefärzte angeht, hält sich mein Mitleid aber in Grenzen.

Und in meinem Freundeskreis in Österreich gibt`s keinen einzigen Chefarzt, der sich derartig prostituiert hätte wie Deine Helden ! :-kotz

FrederikMD
04.06.2006, 20:48
Ja mei, Wie ich Dich vermisst habe, Gruber. Solltest Du lesen können, war kein Wort von einem tatsächlich vollzogenen Wechsel. Ich weiß, Dein Vertrauen in das österreichische System ist überwältigend, obwohl dem österreichischen System den Klüngel per se entsprungen sein dürfte.

Gruber
04.06.2006, 21:25
Ja mei, Wie ich Dich vermisst habe, Gruber. Solltest Du lesen können, war kein Wort von einem tatsächlich vollzogenen Wechsel. Ich weiß, Dein Vertrauen in das österreichische System ist überwältigend, obwohl dem österreichischen System den Klüngel per se entsprungen sein dürfte.

Beweise ? Oder bloß völlige Unkenntnis der Verhältnisse aus der Sicht der Bronx ? Schon mal am IMP in Wien gearbeitet oder gar bei Penninger an der Akademie der Wissenschaften in Wien ? :-)

Ich habe im Freundeskreis einige Chefärzte, die direkt zur Änderung ihrer Konfession gedrängt wurden.
Naja, ich weiß nicht, wie Du einen solchen Satz liest, aber es kann schon sein, daß einem das US-Englisch die deutsche Grammatik ein wenig verhagelt, nicht ?

FrederikMD
04.06.2006, 21:31
Wenn ein Drängen zwangsweise eine Folge hätte, würde ich Dich drängen, den Mund zu halten, Herr Obergeheimrat Doktor Gruber.

Lava
05.06.2006, 09:32
Würdet ihr zwei eure Privatfehde bitte woanders austragen oder wieder zurück zum Thema kommen?! :-???

Dr-Pizza
05.06.2006, 09:40
Auch wenn es die Diskussion schon gab...




Aufgrund der staatlichen Mitfinanzierung muß ich erhrlich sagen verstehe ich nicht, wiesoin einem vom deutschen Staat mitfinanzierten Krankenhaus, das BEstandteil des gesetzlich geregelten GEsundheitssystems ist, nicht die Grundrechte eines jeden MEnschen gelten ihn unabhängig seiner KOnfession zu behandeln bzw. zu beurteilen?? Genau dieses tut nämlich ein konfessionelles Haus nicht, wenn es BEwerber mit nicht passender KOnfession ablehnt. :-meinung


Ich finde das sehr schön gesagt...Ich frage mich ja schon, wie sich diese Diskriminierung anderer Religionen mit der Religionsfreiheit verträgt...

Davon abgesehen: Nur rund 10% der Kirchensteuer wird für soziale Zwecke ausgegeben... ein konfessionelles Haus wird also ganz überwiegend aus allgemeinen Mitteln unterhalten...

Lava
05.06.2006, 09:43
Da kommt die Frage auf, ob es überhaupt verfassungskonform ist, jemanden wegen seiner Religion einzustellen bzw. nicht einzustellen :-oopss

Christoph_A
05.06.2006, 10:01
Naja, jetzt muß ich auch mal meinen Senf dazugeben-ich arbeite schliesslich ja auch schon seit über nem Jahr an nem konfessionellen Haus, kenn mich also da schon einigermaßen aus. Ich bin katholisch, das Haus ist evangelisch, wir haben auch einige muslimische Mitarbeiter, also, streng gehandhabt wird das hier nicht. Die Verwaltung, was für einen konfessionellen Träger ja nun nicht unverständlich sein sollte, sieht es gern, wenn die Mitarbeiter an IRGENDWAS glauben, Atheisten laufen hier fast keine rum. So ist das halt-finde das hier fair geregelt, wer an nix glaubt, muß ja nicht an nem konfessionellem Haus schaffen oder kann sich nen Glauben "zulegen" ;-)
Du arbeitest ja auch nicht bei Burgerking oder MacDonalds, wenn Du Vegetarier bist.
P.S.: Was die Bezahlung angeht, verdient man mit AVR mehr als mit BAT-geh mit ca. 250-400 Euro mehr im Monat nach Hause, als meine Bekannten, die an den Städtischen hier in Muc arbeiten.

Evil
05.06.2006, 10:04
Naja ich sehe das nicht ganz so.
Ich meine die konfessionellen KRankenhäuser werden doch auch von den Krankenkassen mitfinanziert, sie stellen doch auch Bestandteil der gesundheitlichen VErsorgung der Bevölkerung dar, sind also dem gesetzliche geregelten Gesundheitsystem, in das fast alle Deutschen einzahlen, unabhängig von der Konfession, integriert.
In den konfessionellen Häusern wird ja genauso auch jeder Patient unabhängig seiner Konfession behandelt.
Zu Verlangen, dass jedem PAtient geistlich passend und mit der richtigen Konfession vom Arzt beigestanden werden kann, ist ja wohl absolut vermessen und illusorisch. Wofür gibts da denn sonst auch kirchliche Vertreter. Also ich sehe das ehrlich gesagt nicht als elementaren BEstandteil der ärztlichen Sterbebegleitung, dafür soll dann ein Geistlicher kommen, wenn das der Patient wünscht.
Aufgrund der staatlichen Mitfinanzierung muß ich erhrlich sagen verstehe ich nicht, wiesoin einem vom deutschen Staat mitfinanzierten Krankenhaus, das BEstandteil des gesetzlich geregelten GEsundheitssystems ist, nicht die Grundrechte eines jeden MEnschen gelten ihn unabhängig seiner KOnfession zu behandeln bzw. zu beurteilen?? Genau dieses tut nämlich ein konfessionelles Haus nicht, wenn es BEwerber mit nicht passender KOnfession ablehnt. :-meinung
Moooment, jetzt werden Äpfel mit Birnen verglichen.

Das KH ist ein Dienstleistungsanbieter, der von den Krankenkassen für die Dienstleistungen bezahlt wird. Daraus lassen sich aber keine Mitbestimmungs- oder Besitzrechte ableiten, das wäre ja noch schöner.

Und was die staatlichen Zuschüsse anbelangt, so halten die sich auch arg in Grenzen, auch das erlaubt es dem Staat nicht, in allen Bereichen dem KH Vorschriften machen zu wollen.


Verfassungskonform ist das auf jeden Fall, denn wie gesagt: es zwingt Dich keiner, dort zu arbeiten, und wenn Du das doch möchtest, dann mußt Du Dich halt anpassen.
Bist Du dazu nicht gewillt, dann kann man nur sagen: Reisende soll man nicht aufhalten ;-)

Fino
05.06.2006, 10:14
KHs in kirchlicher Traegerschaft sind sog. Tendenzbetriebe, fuer die besondere Spielregeln gelten. Das KH koennte z.B. sagen "Wir sind ein katholisches Haus und stellen nur katholische Aerzte ein" - da kann man juristisch nichts machen. Wenn Du z.B. bei der Partei A angestellt bist, aber als fuer die Partei B kandidierst, koennte dich Partei A auch entlassen - da kannst Du Dich nicht auf Dein Recht auf Meinungsfreihet berufen.
Ich sage nicht, dass ich das gut finde, aber es ist wohl schon verfassungskonform.
So ein KH koennte sogar zu einem Arzt sagen "So, Dr.Soundso, wir haben gehoert, dass Sie dabei sind, sich scheiden zu lassen. Das passt nicht zu unserem Weltbild, wir muessen Sie entlassen."
Schon dagewesen in katholischen Kindergaerten und arbeitsrechtlich okay...