Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vorstellungsgespräch - kirchlicher Träger
So ein KH koennte sogar zu einem Arzt sagen "So, Dr.Soundso, wir haben gehoert, dass Sie dabei sind, sich scheiden zu lassen. Das passt nicht zu unserem Weltbild, wir muessen Sie entlassen."
Schon dagewesen in katholischen Kindergaerten und arbeitsrechtlich okay...
O.K., das ist wirklich zu krass, so weit sollte es dann doch nicht gehen.
Prinzipiell find ich aber nichts Schlechtes daran, wenn der Arbeitgeber sagen kann, wo es langgeht.
Wenn ich mal niedergelassen bin, will ich meine Praxis auch führen können, wie ich will :-))
Du arbeitest ja auch nicht bei Burgerking oder MacDonalds, wenn Du Vegetarier bist.
Nur so am Rande:
Eine Freundin von mir (seit 11 Jahren Veganerin) tut genau das, einfach weil es wohl ganz gutes nicht schwer verdientes Geld gibt.
Aha, was antwortet denn ein christlicher Arzt darauf, wenn ihn ein Patient fragt, wie das Leben nach dem Tod sein wird? Bereits dagewesen dürften ja die wenigsten Ärzte sein. Und wenn ein Patient beichten möchte, bestellt man den Pfarrer der entsprechenden Konfession ein, oder wie denkst läuft das?
Es geht ja mit Sicherheit nicht darum, bereits dagewesen zu sein. Ich würde dem Patienten so antworten, wie es meinem christlichem Glauben entspricht. Denn der Patient möchte doch keine Diskussion darüber, ob es ein Leben nach dem Tod geben wird und wie das Leben nach es aussehen wird, sondern er möchte eine Bestätigung in seinen Überzeugungen, um darin Trost zu finden.
Einen entsprechenden geistlichen Beistand zu holen ist sicherlich die allgemein bessere Lösung, allerdings nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit und unter allen Umständen praktikabel. Die Frage ist doch auch, was das Haus möchte. Möchte es eine Athmosphäre, wo der Patient weiß, dass er von Ärzten und Pflegepersonal seines Glaubens umgeben ist und sich bei diesen auch geistlichen Beistand holen kann, dann gibt es für mich keine Alternative zu christlichem Personal.
Moooment, jetzt werden Äpfel mit Birnen verglichen.
Das KH ist ein Dienstleistungsanbieter, der von den Krankenkassen für die Dienstleistungen bezahlt wird. Daraus lassen sich aber keine Mitbestimmungs- oder Besitzrechte ableiten, das wäre ja noch schöner.
Und was die staatlichen Zuschüsse anbelangt, so halten die sich auch arg in Grenzen, auch das erlaubt es dem Staat nicht, in allen Bereichen dem KH Vorschriften machen zu wollen.
Verfassungskonform ist das auf jeden Fall, denn wie gesagt: es zwingt Dich keiner, dort zu arbeiten, und wenn Du das doch möchtest, dann mußt Du Dich halt anpassen.
Bist Du dazu nicht gewillt, dann kann man nur sagen: Reisende soll man nicht aufhalten ;-)
Ok, dann kann ich also, wenn ich eine Klinik habe, auch sagen ich stelle nur kinderlose Männer oder sterilisierte Frauen ein? Jemand anderes braucht sich gar nicht bewerben.
Und Behinderte natürlich erst recht nicht.
Ok, dann kann ich also, wenn ich eine Klinik habe, auch sagen ich stelle nur kinderlose Männer oder sterilisierte Frauen ein? Jemand anderes braucht sich gar nicht bewerben.
Und Behinderte natürlich erst recht nicht.
Auch wenn's ethisch gesehen eine Schweinerei ist (und sicherlich sehr überspitzt ;-)), ja.
Der Arbeitgeber kann sich aussuchen, wen er einstellt. Punktum.
http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsrecht_der_Kirchen
Gilt im Prinzip nur für Kirchen und kirchennahe Organisationen. :-kotz
Diesen konfessionellen Blödsinn bei Arbeitnehmerrechten kennen viele europäische Länder, darunter selbst das ach so katholische Österreich, NICHT ! :-top
Hellequin
05.06.2006, 14:05
Auch wenn's ethisch gesehen eine Schweinerei ist (und sicherlich sehr überspitzt ;-)), ja.
Der Arbeitgeber kann sich aussuchen, wen er einstellt. Punktum.
Ganz so einfach ist das auch wieder nicht. In Deutschland gibt es entsprechende Gesetze wie z.B. das neue Antidiskriminierungsgesetz (http://de.wikipedia.org/wiki/Antidiskriminierungsgesetz) die das verbieten. Die kirchlichen KHs sind da nur von ausgenommen weil es Tendenzbetriebe sind.
In bestimmten Fällen ist es dem Bewerber auch erlaubt beim Vorstellungsgespräch zu lügen, nämlich dann wenn sein Persönlichkeitsrecht durch eine bestimmte Fragestellung eingeschränkt wird. Und eine Frage nach einer Sterilisation wäre genau das.
Die Verwaltung, was für einen konfessionellen Träger ja nun nicht unverständlich sein sollte, sieht es gern, wenn die Mitarbeiter an IRGENDWAS glauben, Atheisten laufen hier fast keine rum. So ist das halt-finde das hier fair geregelt, wer an nix glaubt, muß ja nicht an nem konfessionellem Haus schaffen oder kann sich nen Glauben "zulegen" ;-)
Das finde ich einfach mal total kacke!!! An IRGENDWAS glauben? Das ist ja auch wieder Quatsch. Wenn ich jetzt Shintoist bin und an irgendwelche Naturgötter glaube, ist das genauso nah dran am Christentum wie Atheismus... aber offensichtlich ist das so, lässt sich nicht ändern und muss von mir hingenommen werden - unfair oder nicht.
Und wie gesagt: ich reiße mich nicht darum, unbedingt an einem kirchlichen Huas zu arbeiten, ich würde nur gerne hier in Freiburg bleiben und da sind nunmal 3 von 4 Krankenhäusern in kirchlicher Trägerschaft. :-kotz
Doktor_No
05.06.2006, 21:38
am loretta (loretto???) ist es doch egal, oder?
Nein, das Loretto Krankenhaus gehört ebenfalls zum RkK - Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser.
Doktor_No
06.06.2006, 19:05
das ist mir bekannt aber ich kenn jemanden der dort arbeitet und keiner chritlichen kirche angehört
Echt? Dann besteht ja noch Hoffnung für mich! :-)) Ob ich dem Chef morgen gleuch mal auf den Zahn fühle? :-oopss
Doktor_No
06.06.2006, 19:43
allerdings ist der betreffende muslime...
Kackbratze
07.06.2006, 07:58
Warum soll die Kirche tolerant gegenüber Atheisten sein, wenn die Atheisten der Kirche gegenüber nicht tolerant sind?
(die frage ist provokativ gemeint!)
Warum soll die Kirche tolerant gegenüber Atheisten sein, wenn die Atheisten der Kirche gegenüber nicht tolerant sind?
(die frage ist provokativ gemeint!)
Wieso sind denn Atheisten der Kirche gegenüber nicht tolerant?
Dr. Pschy
07.06.2006, 11:50
Ich bin zwar kein allzu Glaeubiger, habe aber die Erfahrung gemacht, dass sich Atheisten gerne und schnell ueber "kirchliche" Dinge aufregen und das auch gerne mal uebertrieben darstellen.
Hellequin
07.06.2006, 12:06
Warum soll die Kirche tolerant gegenüber Atheisten sein, wenn die Atheisten der Kirche gegenüber nicht tolerant sind?
(die frage ist provokativ gemeint!)
Wieso? Werden in öffentlichen Krankenhäusern mittlerweile keine Christen mehr eingestellt, oder was?
Ich bin zwar kein allzu Glaeubiger, habe aber die Erfahrung gemacht, dass sich Atheisten gerne und schnell ueber "kirchliche" Dinge aufregen und das auch gerne mal uebertrieben darstellen.
Wenn das mal hier nicht Pauschalisierungen sind.....
Außerdem ist es ein Unterschied zwischen nicht tolerant sein bzw. diskriminieren und mal aufregen.
Wieviele regen sich hier denn bitte gerne und schnell über die ZVS auf :-)) Ich glaube sowas sollte man mal nich überbewerten.
Ich kenne auf jeden Fall keine Fälle in der Geschichte, in denen religiöse Gruppen von Atheisten verfolgt oder in irgendeiner Art diskriminiert wurden.
Und inwiefern bei uns in der Gesellschaft religiöse Menschen von Atheisten diskrimiert würden, kann ich auch nicht verstehen.
Christoph_A
07.06.2006, 13:01
@test: Naja, im ehemaligen Ostblock ist sowas ja nun schon das eine oder andere Mal vorgekommen, oder?
Aber zurück zum Topic-ich bin der Meinung, daß die Regeln an nem konfessionellen Haus schon verständlich sind-wenn der Träger bestimmte Voraussetzungen haben will ( und die sind ja nun nicht wirklich streng ), dann muß man sie eben akzeptieren oder sich halt ein anderes Haus suchen, gibt ja auch genug nicht-konfessionelle KHs in D.
Dr. Pschy
07.06.2006, 13:59
test:
Das ist dahingehend keine Pauschalisierung, weil da klipp und klar dasteht, dass das meine ERFAHRUNGEN sind. Dass das nicht generell uebertragen werden kann ist mir klar. Von diskriminieren hab ich mit keinem Wort gesprochen, das waere imho bei weitem uebertrieben.
Im uebrigen fallen mir spontan einige Geschichten ein, wo religioese Gruppen verfolgt wurden; jedem bekannt sein duerfte auf jeden Fall die Christenverfolgung unter Nero, nur um ein Beispiel zu nennen. Ich finde solche Vergleiche aber arg schief, uebertragbar auf kirchliche Krankenhaeuser ist sowas mit Sicherheit nicht.
Man kann rumdiskutieren soviel man will: Solang kirchliche Traeger Spielregeln aufstellen duerfen, tun sie das und man muss sich wohl oder uebel dran halten. Im uebrigen faellt mir kein Grund ein, warum nicht auch ein Atheist sich eine Religion eintragen lassen sollte, wenn ihn das beruflich weiterbringt. Dran glauben muss er deshalb ja mit Sicherheit nicht. Ok, Kirchensteuer, das seh ich als Gegenargument grad noch ein.
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