Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vorstellungsgespräch - kirchlicher Träger



Seiten : 1 2 3 4 [5]

Kikki
08.06.2006, 21:34
Dann haben wir uns ja jetzt verstanden. Genau das meinte ich ja, dass kirchliche Krankenhäuser deshalb auch Leute einstellen, die nicht zu ihrer Konfession "passen", weil diese (Atheisten oder Andresgläubige) genauso christlich handeln können.

Evil
08.06.2006, 22:01
Also lieber "Evil"...wenn für dich Glaube bedeutet, dass jeder sich aussucht, was er glaubt und wie weit die Entbehrungen gehen dürfen, dann hab ich das mit dem Glauben jetzt auch "verstanden".

Zumindest hab ich mich damit deinem Verständnis genähert...und das kommt dem Verstehen ja gleich... :-))
Nein, Du hast es immer noch nicht kapiert, daher versuche ich es noch ein letztes Mal zu erklären:
wie oft ich in der Kirche sitze oder mein Vaterunser herunterbete, ist völlig schnurzegal, weil reine Formsache.
Genau das kann man nämlich auch stur schematisch machen, ohne innerlich überzeugt zu sein

Christ sein heißt für mich, an sowas wie einen Gott zu glauben und christliche Maßstäbe (z.B Humanismus) zu befolgen... was keineswegs bedeutet, ständig Kirchen zu belagern oder Kreuzzüge zu starten.

Du machst es Dir da ganz schön einfach, indem Du sagst: "Ein Christ muß in der Kirche sitzen, sonst ist er keiner, und weil ich das nicht will, bin ich Atheist und ganz schrecklich tolerant."

He-Man
08.06.2006, 23:53
Das dürfte die katholische Kirche ganz anders sehen. Die Rituale sind alles andere als reine Formsache, sie stiften Identität und haben Symbolcharakter. Du hast tatsächlich eine private Vorstellung von Christlich-Sein, mit einer evangelischen Stoßrichtung.
Übrigens ist der Humanismus eine Erfindung der Aufklärung, die sich bekanntlich nicht der Hilfe der Kirche zu erfreuen hatte. Herr Erasmus von Rotterdam und Giordano Bruno haben dazu einige Sachen geschrieben. Der letztere wurde verbrannt.

OliP
09.06.2006, 01:02
Das dürfte die katholische Kirche ganz anders sehen.

Nur vertritt diese Organisation nur einen Teil der Christen oder besser gesagt, sie hilft nur den Glauben der Mitglieder zu organisieren ;-) .
Ich denke ich versteh was Evil meint. Um an Gott zu glauben, der uns Menschen zugewandt ist, brauch ich keine Kirche, Prediger oder Moschee. Das kann nur im Kopf stattfinden, nur dort ist wahrer Glaube am richtigen Platz und dies vereint mich mit Moslems und Juden oder auch Hindus (obwohl hier mehrere Götter präsent sind).

Was rechtfertigt den Begriff Christ? Also definitionsgemäß der Glaube an Jesus, als den Sohn Gottes. Oder die christlichen Werte?

Ich halte mich für gläubig, aber nicht unbedingt für einen Christen.

Evil
09.06.2006, 05:28
Übrigens ist der Humanismus eine Erfindung der Aufklärung, die sich bekanntlich nicht der Hilfe der Kirche zu erfreuen hatte. Herr Erasmus von Rotterdam und Giordano Bruno haben dazu einige Sachen geschrieben. Der letztere wurde verbrannt.
Nein, die Aufklärung ist sicherlich nicht mit dem Segen der Kirche geschehen, trotz allem hat sie aber mittlerweile darin Eingang gefunden. Auch Erasmus von Rotterdam (genau an den habe ich nämlich auch gedacht) war Christ.

Ich finde nur Pizzas Meinung sehr einseitig, indem er alle Christen auf intolerante Kirchgänger reduziert. Sehr viel Toleranz zeigt diese Einstellung nämlich auch nicht ;-)

Dr-Pizza
09.06.2006, 05:54
Ich finde nur Pizzas Meinung sehr einseitig, indem er alle Christen auf intolerante Kirchgänger reduziert. Sehr viel Toleranz zeigt diese Einstellung nämlich auch nicht ;-)

Ich halte "alle" Christen sicher nicht für intolerante Kirchgänger. Aber wer die Einstellungsregeln der Kirchen akzeptabel findet, der muss sich doch selbst auch den Regeln der Kirche unterwerfen...

Man kann wohl kaum diese Art von Diskriminierung gutheißen und selbst die Voraussetzungen für eine Einstellung nicht erfüllen...und dabei zählt im Gespräch wohl kaum die eigene gefühlte Christlichkeit.

Ich glaube, es sollte der beste und qualifizierteste für die Stelle eingestellt werden. Unter Qualifikation verstehe ich aber nicht unbedingt den Glauben an die unbefleckte Empfängnis...

Evil
09.06.2006, 06:03
Wie gesagt, Christ sein bedeutet für mich nicht, der Organisation Kirche unkritisch gegenüber zu stehen.

Abgesehen davon hast Du natürlich Recht, Konfession etc sollten idealerweise kein Einstellungskriterium darstellen. Aber wenn eine Kirche der Träger ist, muß man das halt akzeptieren oder woanders hingehen, in konfessionellen Häusern sind die nunmal der Boß. Es bringt nix, darüber zu lamentieren.

dideldum
18.06.2006, 21:54
Ich muß jetzt doch mal die Diskussion um Glaubensfragen unterbrechen und von Erfahrungen berichten:
Es kann schon sein, daß einige kirchliche Häuser nicht so tollerant sind.. Habs inzwischen von zwei evangelischen Häusern gehört, daß die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche obligat ist.
Ne Bekannte aus Berlin hat dann aber doch auf den Job verzichtet als sich dafür taufen zu lassen..

Und mir kam beim Vostellungsgespräch in der Nähe von HH am Ende dann auch die Frage: Ach ja, sind Sie eigentlich in der Kirche? ..ach ja, dann ist ja gut, sonst könnten wir Sie hier nicht einstellen..

Finde ich alles in allem aber schon sehr mittelalterliche Praktiken der Missionarsarbeit.. Aber was sich seit dem Mittelalter nicht geändert hat, wird man jetzt wohl auch nicht mehr ändern können.. Hmm..

test
18.06.2006, 22:45
Kann der Threadersteller nich inzwischen selber berichten was für besondere Fragen nun gestellt wurden??

abcd
19.06.2006, 09:32
Nein, leider nicht. Ich habe erst am Samstag ein Schreiben erhalten, das mir mitteilt, dass ich noch einmal eingeladen werde und dass sie sich bzgl. des Termins noch einmal melden werden. Besonders eilig scheinen sie es nicht zu haben ;-)
Wobei ich dazu sagen muss, dass die Stelle erst ausgeschrieben war, nachdem ich mich beworben hatte. War reiner Zufall!

abcd
04.07.2006, 13:13
Jetzt kann ich Euch mehr zu dem Gespräch erzählen.
Es waren zwei Vorstandsmitglieder, einer davon Pfarrer und der Chefarzt anwesend. Die Diakonissin war krankheitsbedingt nicht dabei.
"Haben sie ein Problem damit in einem kirchlichen Haus zu arbeiten?" Fand die Frage etwas doof, hätte mich sonst ja nicht dort beworben.
"Haben sie Erfahrungen mit Diakonissen gemacht?"........
Zum Zeugnis: 10-10-10-6 pkt in Reli *g* "Wie kommts?"
Ansonsten eher die üblichen Fragen. Warum das Haus, der Ort, Hobbys, Lebenslauf abgeklopft, etc.
Also doch nich so wild!

Christoph_A
04.07.2006, 13:52
Hab ich doch jesachd :-))
Kirchlich kann mans gut aushalten, auch wenn der finanzielle Vorteil durch den neuen Marburger Bund Tarif wohl bald weg ist.

gretsche
04.07.2006, 15:13
-------