PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fall 07/2006 - "Läuse und Flöhe" oder nur eine Laus?



Seiten : 1 2 3 4 5 6 [7] 8

Pünktchen
23.07.2006, 07:51
andere Vorschläge?

wakiki
23.07.2006, 10:52
andere Vorschläge?


das schmerzmittel betreffend??

mhm.. 1g Novalgin als kurzinfo klingt ok, oder kommt das nun auch nicht am Wirkort an???!!


hast du nun eigentlich die frage beantwortet ob das Kind Hirndruckzeichen, Stauungaspapille, etc hatte? oder war neurologische Untersuchung soweit unauffällig gewesen , erinnere ich richtig?

zeigt das Kind jetzt klinisch eigentlich eher eine Verschlechterung ??? revidierte grad nochmal, also Erbrechen, Kopfweh, Durchfall

Pünktchen
23.07.2006, 11:19
Okok...dann schauen wir mal...Novalgin i.v. nicht und euer Oberarzt ist selbst dagegen, da ihr euch das von eienr anderen Station ausborgt, da sie selbst schon einige allergische Reaktionen auf Novalgin i.v. erlebt hat, gibt es das Medikament auf der Station nicht mehr.

Dann muss wohl Paracetamol i.v. herhalten, darunter sind die Kopfschmerzsymptomatik rückläufig. Gegen das Erbrechen bekommt sie noch MCP-Tropfen hilft ihr sehr gut.


Weiterer klinischer Verlauf:
Dei postpunktionellen Beschwerden blieben über 2 Tage bestehen. Der Durchfall besserte sich unter einer Durchfalldiät. Das Exanthem blasste schnell ab udn nur die gebränute windpockenvernarbte haut blieb zurück. Vom klinischen Befund her blieben intermittierende Oberbauchschmerzen bestehen und die Hepatosplenomegalie. Der Allgemeinzustand der Patientin stabilisierte sich unter Schmerz- und Infusionstherapie so schnell, dass am 4. postpunktionellen Tag die Infusionstherapie abgesetzt wurde. die Schmerztherapie wurde schon früher auf Imbun 500mg p.o. umgestellt.


OK...Borrelien-Liquor-Serum-Paar negativ, Enterovirusnachweis negativ.


Wie nun weiter?

Evil
23.07.2006, 13:37
Was hat die Blutkultur (die wir VOR der Antibiose gemacht haben :-))) ergeben?

Pünktchen
23.07.2006, 13:59
Haben wir eine gemacht? :-)) dann war sie negativ ;-)

Evil
23.07.2006, 14:12
Wie lang wird standardmäßig die Antibiose noch weitergeführt? Die muß natürlich zu Ende gebracht werden.

Ansonsten spricht ja der Verlauf für eine unter supportiver Therapie abheilende Virusenzaphalitis oder -meningitis, wobei ich die DD EBV-Infektion wegen der Hepatosplenomegalie noch für wahrscheinlich hielte.

Was mir noch einfällt, daß man wegen der Thrombopenie vielleicht irgendwelche Thrombozytopathien abklärt, aber da muß ich mich erst schlau machen.

Hm, also Antibiose beenden, vllt noch einige Tage zur Beobachtung, aber wenn es ihr wieder richtig gut geht... :-nix

Pünktchen
23.07.2006, 14:32
Ach komm evil dich interessiert es doch auch, was die Hepatosplenomegalie bedingt ;-) mach was, schlag was vor, was wir auf was untersuchen....





Achso, wenn ich mich nicht irre, ist eine Enzephalitis an neurologsiche Ausfälle gebunden, nicht nur an einen Liquorbefund.

Evil
23.07.2006, 14:51
Ja klar, haben wir denn mal ein Sono gemacht? Was war da zu sehen?

Der abdominelle Untersuchungsbefund war ja nun nicht soo ergiebig... hm, galliges Erbrechen.... für eine Hepatitis waren die Transaminasen eigentlich zu niedrig...

Wir könnten ja nochmal eine EBV-Serologie machen, vielleicht ergibt das jetzt etwas :-blush

Pünktchen
23.07.2006, 14:58
Ok, dann machen wir das doch mal....Serologie dauert 2 Tage auf EBV

Die Ceftriaxontherapie läuft nun schon 7Tage, so dass wir sie jetzt beenden.



Sono: Hepatosplenomegalie, sehr rege Darmbewegungen mit flüssigkeitsgefülltendarmschlingen

EBV-VCA-IgG 138U/ml
EBV-VCA-IgM negativ
EBV-EA-IgG 40,1 U/ml
EBV-EBNA-IgG negativ
EBV-IgG positiv
EBV-IgM negativ

Evil
23.07.2006, 15:01
Sieht nach einer EBV-Reinfektion aus, wenn nur IgG positiv ist... oder nicht?

War sonst irgendwas Auffälliges im Sono? Gallengänge beurteilbar?

FataMorgana
24.07.2006, 05:52
Es fehlen noch die Cutoff-Werte bei der EBV-Serologie! Der Befund erlaubt keine eindeutige diagnostische Aussage. Da klinisch eine EBV-Infektion evtl. in Betracht kommt, würde ich als nächstes einen IgG-Immunoblot oder eine Aviditätsbestimmung vorschlagen.

FataMorgana
24.07.2006, 19:22
Ach ja, den spezifischen Antikörperindex für Anti-VCA-IgG sollten wir auch noch nachbestellen.

Weiterhin fehlt mir noch die differenzierte Beurteilung der Proteinchemie des Serum-Liquor-Paares nach Reiber: Wie hoch war der Albuminquotient bzw. ergaben sich Hinweise auf eine Schrankenstörung? Konnte eine lokale IgG-, IgA- oder IgM-Synthese nachgewiesen werden, wenn ja, wie viel % jeweils?

el_Barto
24.07.2006, 20:15
Solange wie Ihr rummacht ist der Blagen entweder gestorben oder von selbst gesund geworden *lol*

FataMorgana
24.07.2006, 20:19
Solange wie Ihr rummacht ist der Blagen entweder gestorben oder von selbst gesund geworden *lol*

Wieso, die ist doch längst behandelt, auf eine Ausschlussdiagnose hin, die sich gar nicht bestätigt hat. Ich habe den Eindruck, dass die Kleine gar nichts wirklich Schlimmes hat. Vielleicht bleibt es auch ungeklärt, aber ich würd's schon gerne wissen...

Hoppla-Daisy
24.07.2006, 20:22
Mir dauert dieser Fall zu lang... ich will jetzt die Lösung haben :-)

wakiki
25.07.2006, 13:06
Dito, mn verliert sonst völlig den Überblick wenn sich das zu lange hinzieht und beginnt alles nochmal abzufragen was schon längst gefragt wurde.
:-???
also her mit der diagnose :-meinung :-D

Pünktchen
25.07.2006, 13:23
ja, sorry ich muss auch noch nebenbei meine 5 dienste hintereinander schaffen....und schliesslich ist es ein trainingscenter und ihr sollt auch praktisch was lernen....



Diagnose: Seröse Meningitis bei akuter EBV-Infektion



Erreger der Meningitis wurde nicht gefunden, eine Doppelinfektion ist möglich, scheint aber nicht wahrscheinlich, so dass davon auszu gehen ist, das die Meningitis im Rahmen der EBV-Infektion aufgetreten ist.

Die EBV-Serologie wurde durch den Laborarzt als akute EBV-Infektion eingestuft, anscheinend aufgrund des negativen EBNA!


Ihr ward ja auf dem richtigen Wege habt euch aber echt abbringen lassen. Die Hepatosplenomegalie blieb noch ca 2 Wochen nachweisbar, dem Kind geht es heute gut.


Ansonsten könnt ihr euch ja noch ein paar Antworten überlegen, was ihr den Eltern sagt und was sie zu hause zu beachten haben (Sport, Schule, Belastung, "Geschwister"). Inwieweit klärt ihr über das Krankheitsbild auf....

Evil
25.07.2006, 14:02
Auf jeden Fall Danke für den interessanten Fall :-top

(und uns auf falsche Fährten zu locken war ja schließlich Deine Absicht ;-))

test
25.07.2006, 17:15
Sie sollte keine KOntaktsportarten betreiben bis die Milz nicht mehr tastbar ist oder eben wieder auf normale größe zurück gegangen ist (bei manchen kindern ist sie ja immer zu tasten).

wakiki
25.07.2006, 20:19
..wir lassen die Kinder mit EBV Infektion hier auch immer dann in unsereren ambulanten Sprechstunden wiedervorestellen und dann ggf mit EBV- Serologie Kontrollen (oder PCR). würd ich noch vorschlagen, auch wenn es da keine wirkliche zuverlässigkeit gibt bezüglich der Titer. :-?