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michael333
05.12.2006, 19:15
Nu fang ma nich an zu weinen. Zivis machen das 10 Monate, ich weiss nicht, was an 3 Monaten arbeiten so schlimm sein soll. Is eben der erste Schein, fertig. :-meinung

Und so manchen tut das mal ganz gut, das ist jetzt jedenfalls meine Meinung nach den ersten Wochen...:-))

Der Zivildienst dauert nur 9 Monate, das aber nur am Rande...

Aber was an drei Monaten Pflegepraktikum schlimm sein soll?
Da man kein Geld, kein Essen (meistens) und keine Anerkennung (bei mir, und wohl auch bei vielen anderen) eigentlich überhaupt gar nichts bekommt, fühlt man sich extrem ausgenutzt.

Was man jedoch dagegen halten muss:
Man sieht mal ein Krankenhaus von innen und das zerstört bei einigen das Bild, das man durch das Fernsehn von einem solchen verinnerlicht hat. Ich denke das schreckt viele ab. Deswegen sollte man auch das Praktikum, wie von vielen Unis empfohlen vor dem Studium absolvieren. Da würde der NC gleich etwas sinken :-top
Entgegen der gängigen Meinung lernt man sehr wohl etwas im KPP. Auch ich habe das am Anfang nicht geglaubt. Aber so Dinge, wie subcutan spritzen, Vitalwerte oder Verbände machen, die kann ich jetzt. Das ist zwar nicht viel, aber mehr kann man doch auch nicht als Praktikant erwarten.
Außerdem legt man die Scheu vor Fäkalien aller Art ab :-D
Und schließlich hat man Kontakt zu kranken, alten, verletzten Patienten. Und zu lernen, wie man mit denen umgeht ist für das spätere Arztleben ungeheuer wichtig.

Lehrjahre sind halt keine Herrenjahre.

teletubs
05.12.2006, 19:22
3 Monate Pflegepraktikum + 4 Monate Famulatur + 9 Monate PJ = 16 Monate.

Mir geht's nicht vorrangig ums Geld, mir geht's darum, dass nicht bezahlt wird und gleichzeitig nichts gelehrt wird. Aus purer Faulheit.

[klugscheissermodus an] es sind 48wochen pj = 11monate [klugscheissermodus off]

naja, ich denke kaum, dass es FAULHEIT ist!!!! es schlichtweg der ZEITMANGEL!!! :-meinung wenn es der fall sein sollte...

sicherlich hast du irgendwo recht, aber jeder ist seines eigenes glückes schmied! und noch kann man sich gott sei dank aussuchen, wo man famu oder pj machen will!

hm...schönen guten abend!

Roxane
05.12.2006, 19:23
@michael
Hat man mir auch nicht beigebracht. Zu wenig Personal - keine Zeit, wie gesagt, nicht mal einfachste Hygienemaßnahmen wurden gezeigt. Und ich finde nicht, dass man das mit dem Kommentar 'Lehrjahre sind keine Herrenjahre' abtuns sollte. Das funktioniert vielleicht noch beim KPP, aber was ist mit dem PJ? Es geht mir nicht vorrangig um den bisher abgeleisteten Monat, es geht mir darum, dass sich das wie ein roter Faden durchs Studium zieht. Was wird dagegen getan? Neue unsinnige Lehrpläne, neue Approbationsordnung.

Es würde viel einfacher gehen: bessere praktische Ausbildung. 3 Monate KPP, 4 Monate Famulatur, 11 Monate PJ - das, was man an praktischen Ausbildungszeit braucht, ist theoretisch da. Wir brauchen keine neuen Lehrpläne und Regelungen, wir brauchen bloß eine richtige Umsetzung derselbigen. Und daran hapert es gewaltig. Beim KPP mag man noch drüber lachen, aber dass die PJler bei uns nur Gratis-Blutabnehmer waren, das ist wenn man's ernst betrachtet ein Skandal - schließlich sollen sie ja in wenigen Monaten 'Ärzte' sein. Heute ist irgendwie nicht mein Tag, ich kann's nicht so recht auf den Punkt bringen - versteht denn irgendjemand, worum's mir geht? *g*


EDIT:
@teletubs
Noch schlimmer ;-). Und zum Zeitmangel: Es ist die verdammte Pflicht der Lehrkrankenhäuser und Unikliniken, die Leute auszubilden. Das gehört zu den Pflichten, genau wie die Visite, die Kontrolle der Vitalfunktionen, etc. pp. Ich kann eine Untersuchung doch auch nicht dauernd ausfallen lassen, bloß weil Zeit eine ziemliche Mangelware ist. Eine schlechte Ausbildung der Medizinstudenten ist doch im Prinzip nichts anderes als eine grobe Fahrlässigkeit gegenüber dem Patienten. Und wenn einige Leute darüber nachdenken, dann werden sie mir zustimmen. Wenn ich den PJler heute nicht ausbilde, dann wird er das in einigen Monaten nicht können - und möglicherweise grobe Fehler begehen, die den Patienten in Gefahr bringen können.

michael333
05.12.2006, 19:39
@roxane
ich denke, ich verstehe, was Du meinst: Man lernt viel zu wenig und wird ausgenutzt. Wenn das anders wäre, dann wäre auch das Geld, das man nicht dafür bekommt, egal.

Das Problem liegt doch am ganzen Gesundheitssystem. Es ist nicht so, das die Voraussetzungen für vernünftiges Lernen während KPP, Famulatur oder PJ nicht gegeben sind. Aber wann sollen überarbeitete Ärzte Zeit und Motivation hernehmen dem Studenten was zu zeigen?
Im KPP würde ich auch mehr lernen, wenn das Pflegepersonal nicht so überfordert wäre.

Pauker
05.12.2006, 19:54
Lehrer waren nur ein Beispiel, wie man besser ausbildet und vielleicht weniger verheizt.Auch in der praktischen Ausbildung der Lehrer gibt es enorme Unterschiede. Da hängt es auch sehr davon ab, an welcher Schule man das Referendariat macht, welchen Lehrern man zugeteilt ist und wie man sich mit den Fachleitern versteht.

Genau deshalb kann ich deine Kritik an eurer Ausbildung auch sehr gut verstehen. Und wenn du während einer Famulatur oder des PJ den Eindruck hast, dir würde zu wenig beigebracht und du würdest ausgenutzt, musst du dich wehren.


Eine schlechte Ausbildung der Medizinstudenten ist doch im Prinzip nichts anderes als eine grobe Fahrlässigkeit gegenüber dem Patienten. Und wenn einige Leute darüber nachdenken, dann werden sie mir zustimmen. Wenn ich den PJler heute nicht ausbilde, dann wird er das in einigen Monaten nicht können - und möglicherweise grobe Fehler begehen, die den Patienten in Gefahr bringen können.Stimmt.

surfsmurf
05.12.2006, 23:02
Semester=1.vorklinisches

Wenn ich das richtig verstehe, hast Du also bisher nur das KPP gemacht? Wieso hast Du so wenig Hoffnung, dass andere Praktika / Famulaturen / PJ besser werden?

Ich habe jedenfalls in drei Famulaturen zwei wirklich sehr gute Erfahrungen gemacht und eine mittelmäßige. Klar, gibt viele Defizite, aber das ganze System über einen Kamm scheren und immer nur meckern finde ich dann auch blöd........

P.S. Und lasst mal die armen Lehrer in Ruhe, die haben es echt schon schwer genug. :-dance

HerrKaleun
06.12.2006, 08:30
3 Monate Pflegepraktikum + 4 Monate Famulatur + 9 Monate PJ = 16 Monate.

Zivis bekommen wenigstens ein wenig Gehalt, ich musste fürs Praktikum früher eine Wohnung suchen. Sind: 350 Euro + 40 Euro Fahrtkosten zum Krankenhaus + absolut nix gelernt. Mir geht's nicht vorrangig ums Geld, mir geht's darum, dass nicht bezahlt wird und gleichzeitig nichts gelehrt wird. Aus purer Faulheit. Die PJler bei uns durften kaum was Großes machen - und in einem halben Jahr oder so lässt man sie auf die Menschheit eigenverantwortlich los. Da kann man noch so viel POL machen, noch so viele AOs erneuern - solange man Medizinstudenten praktisch nicht so ausbildet, wie das der Fall sein sollte, bewirkt man gar nichts.

Juristen: machen keine Praktika.
BWLer: auch nicht.
Architekten: sowieso nicht.


Man merkt wirklich wieviele Leute noch nie in ihrem Leben gearbeitet haben und auch noch nie mal in andere Bereiche sehen durften...:-))


Mal ganz davon abgesehen, dass mir diese ständige Mediziner-Selbstbeweihräucherung echt auf den Sack geht. Als ob das die einzigen wären, die arbeiten. :-D :-meinung

Pille_McCoy
06.12.2006, 09:52
Mal ganz davon abgesehen, dass mir diese ständige Mediziner-Selbstbeweihräucherung echt auf den Sack geht. Als ob das die einzigen wären, die arbeiten. :-D :-meinung

100% agree !

Außerdem sollte man die ganzen Studenten bzw. Absolventen aus den Wirtschaftsbereichen nicht vergessen. Da gibt es nicht wenige, die ein Praktikum nach dem anderen leisten und dafür einen feuchten Händedruck und das so wichtige Zeugnis bekommen.

Es gibt zum Glück auch positive Beispiele was KPP, Famulatur und PJ betrifft.
Wenn das KPP so schlecht war, wieso hast du nicht nach einem Monat aufgehört und eine neue Stelle gesucht ? Eigentlich wollte ich z.B. ursprünglich verschiedene Stationen anschauen, aber ich hatte wirklich Glück mit meiner ersten Station. Zwar hatten die Ärzte keine Zeit, aber dafür hatten sich die Schwestern viel Zeit genommen mir Dinge zu zeigen und zu erklären.
Ich bin absolut negativ eingestellt in mein KPP gegangen und wurde positiv überrascht.

Manchmal aber, hat man leider einfach Pech :(

catgut
06.12.2006, 09:52
Juristen: machen keine Praktika.
BWLer: auch nicht.
Architekten: sowieso nicht.

Man merkt wirklich wieviele Leute noch nie in ihrem Leben gearbeitet haben und auch noch nie mal in andere Bereiche sehen durften...:-))
Mal ganz davon abgesehen, dass mir diese ständige Mediziner-Selbstbeweihräucherung echt auf den Sack geht. Als ob das die einzigen wären, die arbeiten. :-D :-meinung

Mag sein, aber bei den genannten Berufen geht es ja auch nicht um Menschenleben, oder?

Sieh es doch pragmatisch: wie in der freien Wirtschaft, je höher die Verantwortung, desto höher die Anerkennung (materiell oder ideell).
Zumindest sollte es so sein. Und den Anspruch werde ich doch wohl haben dürfen, wenn ich mit Menschenleben jongliere, oder? Oder es zukünftig werde.

DocCoxen
06.12.2006, 09:58
da liegt wol eine Falschinfo vor. Auch Juristen haben ein Praktikum zu absolvieren; und zwar auch für 0€ Stundenlohn.

Derma
06.12.2006, 10:18
je höher die Verantwortung, desto höher die Anerkennung (materiell oder ideell).
Zumindest sollte es so sein. Und den Anspruch werde ich doch wohl haben dürfen, wenn ich mit Menschenleben jongliere, oder? Oder es zukünftig werde.Sag mal zu dem Kfz-Mechaniker, dem du dein Auto anvertraust, er hätte keine Verantwortung dein Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer. ;-)

Edit: Oder zu einem Monteur, der Routine-Wartungsarbeiten an Flugzeugen durchführt.;-)

schwarzwald
06.12.2006, 10:27
Mag sein, aber bei den genannten Berufen geht es ja auch nicht um Menschenleben, oder?

Sieh es doch pragmatisch: wie in der freien Wirtschaft, je höher die Verantwortung, desto höher die Anerkennung (materiell oder ideell).
Zumindest sollte es so sein. Und den Anspruch werde ich doch wohl haben dürfen, wenn ich mit Menschenleben jongliere, oder? Oder es zukünftig werde.

Als Schwester gehts auch net nur um die Visiteausarbeitung !!!
Oder ist unsere Verantwortung deiner Meinung nach gering ???
Der direkte Pat Kontakt ist um einiges größer und ich würde net behaupten, dass ich außer vor bin, wenns ums "Menschenlebenretten" geht - wie du so schön sagst....
Oft wüßte der Doc gar nix von der drohenden Lebensgefahr, wenn ich ihn net rufen würde !!!!!!
:-meinung

Wir lernen einen wichtigen Job - keine Frage - aber lasst dieses "Götter in Weiß anpreisen" bitte !!!!!!!!!


:-meinung :peace:

Derma
06.12.2006, 10:46
Als Schwester gehts auch net nur um die Visiteausarbeitung !!!
..... und ich würde net behaupten, dass ich außer vor bin, wenns ums "Menschenlebenretten" geht - wie du so schön sagst....
Sie hat ja auch gar nicht vom Retten von Menschenleben gesprochen, sondern vom
Jonglieren mit Menschenleben. ;-)


Und den Anspruch werde ich doch wohl haben dürfen, wenn ich mit Menschenleben jongliere, oder? Oder es zukünftig werde.

KingLoui
06.12.2006, 10:50
So jetzt mal kurz und knackig:

1. KPP soll einfach hart sein, da soll man kein Wissen anhäufen sondern sehen wie hart Pflege ist. Tut wie schon gesagt manchen ziemlich gut.

2. Famulaturen finde ich super´und es hängt sehr wohl von Eigeninitiative ab wieviel man lernt.

3. Auch Pjler haben es nun nicht so schlecht.

4. Generelles Rumgemecker am Medizinstudium und späteren Job, geht mir langsam hier im Forum so richtig auf den Keks. Wer keinen Spaß an dem hat was er macht sollte lieber was anderes machen. Meine Güte, was für Pessimisten so rumlaufen, ist ja furchtbar.

my_precious
06.12.2006, 11:20
da liegt wol eine Falschinfo vor. Auch Juristen haben ein Praktikum zu absolvieren; und zwar auch für 0€ Stundenlohn.

ja genau.

jedoch sind deren praktika mit weeeeeeeit weniger stress verbunden, als die der mediziner.

Derma
06.12.2006, 11:47
ja genau.

jedoch sind deren praktika mit weeeeeeeit weniger stress verbunden, als die der mediziner.Na dann ;-) ............. (http://smiliestation.de/smileys/Schilder/39.gif)

Trojan
06.12.2006, 11:52
Heul Du doch, Derma...
Vielleicht benutzt Du mal nen anderen Ton? ;-)

Derma
06.12.2006, 12:02
Heul Du doch, Derma...
Vielleicht benutzt Du mal nen anderen Ton? ;-)Sorry, aber wenn eine (zukünftige) Ärztin vom Jonglieren mit Menschenleben spricht, vergeht mir das Lachen.:-stud

@Trojan: Ich wollte weder Stänkern noch Provozieren, aber die Formulierung 'Jonglieren mit Menschenleben' war mir ein wenig auf den Magen geschlagen.

Roxane
06.12.2006, 12:04
Noch einmal, vor allem an Leute wie KingLoui: Es geht nicht in erster Linie um das Heulen unseretwegen. Ein schlecht ausgebildeter Jurist oder Lehrer mag ärgerlich sein, stört aber niemanden groß. Ein schlecht ausgebildeter Mediziner hingegen ist nichts anderes als eine tickende Bombe. Ihn stört es vielleicht weniger, wenn er Grundtechniken nicht beherrscht - den Patienten hingegen kann es Leben und Gesundheit kosten. Und das Schlimme daran ist: man kann's dem jungen Assistenzarzt dann gar nicht mal vorwerfen - denn wie hat einer hier im Forum mal schön gesagt: wie lernt man Fließenlegen? Richtig, durch Fließenlegen. Und wenn er nicht gut ausgebildet wurde, dann kann er nix dafür. Praktikanten, Famulanten und PJler lässt man an die richtigen, relevanten Tätigkeiten kaum ran - Stichtwort: 'dafür musst Du examiniert/approbiert sein'. Ja zum Teufel noch mal: wofür sind Praktika, Famulaturen und PJ sonst da? Und wie soll der Mensch das denn sonst lernen - ist doch besser, er macht das heute unter Anleitung als wenn er morgen eigenverantwortlich herumdilettiert. Aber nein, dazu müsste man was genauer erklären und genau aufpassen - da geht's schneller, wenn man's gleich selbst macht.

Derma
06.12.2006, 12:07
Noch einmal, vor allem an Leute wie KingLoui: Es geht nicht in erster Linie um das Heulen unseretwegen. Ein schlecht ausgebildeter Jurist oder Lehrer mag ärgerlich sein, stört aber niemanden groß. Ein schlecht ausgebildeter Mediziner hingegen ist nichts anderes als eine tickende Bombe. Ihn stört es vielleicht weniger, wenn er Grundtechniken nicht beherrscht - den Patienten hingegen kann es Leben und Gesundheit kosten. Und das Schlimme daran ist: man kann's dem jungen Assistenzarzt dann gar nicht mal vorwerfen - denn wie hat einer hier im Forum mal schön gesagt: wie lernt man Fließenlegen? Richtig, durch Fließenlegen. Und wenn er nicht gut ausgebildet wurde, dann kann er nix dafür. Praktikanten, Famulanten und PJler lässt man an die richtigen, relevanten Tätigkeiten kaum ran - Stichtwort: 'dafür musst Du examiniert/approbiert sein'. Ja zum Teufel noch mal: wofür sind Praktika, Famulaturen und PJ sonst da? Und wie soll der Mensch das denn sonst lernen - ist doch besser, er macht das heute unter Anleitung als wenn er morgen eigenverantwortlich herumdilettiert. Aber nein, dazu müsste man was genauer erklären und genau aufpassen - da geht's schneller, wenn man's gleich selbst macht.:-meinung:-top