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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ne frage zum medizinstudium



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NiclaS
13.12.2006, 10:33
Du wolltest aber doch nicht FA werden, oder, sondern gleich nach dem Studium praktizieren, nicht ?

Eine ganz blöde Frage: Hast du dann so eine große Verwandtschaft, die Dir das alles bezahlt, oder wie möchtest Du an die potentiellen Zahlermänner drankommen ? :-((Hab ne größere Erbschaft gemacht ;-).
Außerdem darf man Laserakupunktur, soweit ich weiß,auch als Heilpraktiker machen. Vielleicht müsste ich gar nicht Medizin studieren. :-))

San Pellegrino
13.12.2006, 10:41
Feine Sache.

Heilpraktiker sind ja bekanntlich auch Mangelware, nicht ? :-sleppy

NiclaS
13.12.2006, 10:43
Feine Sache.

Heilpraktiker sind ja bekanntlich auch Mangelware, nicht ? :-sleppyBevor ich nach einem Studium für einen Stundenlohn von 6 Euro arbeite.......

San Pellegrino
13.12.2006, 10:47
Genau. Leider ist das vielen "Berufenen" nicht bewußt....

NiclaS
13.12.2006, 10:49
Wie könnte man denn da Abhilfe schaffen?

San Pellegrino
13.12.2006, 10:52
Abhilfe gegen kollektiven Wahn in Deutschland ? Dürfte schon aus der Historie heraus diffizil sein...Die Wiedervereinigung gilt ja ebenso als Erfolgsgeschichte wie ein Medizinstudium !

trina1081
13.12.2006, 10:53
Gar nicht. Entweder man nimmt das hin, dass man als Arzt
1) leider der A.... der Nation ist
2) auch dann arbeiten muss, wenn andere Leute frei haben (nachts, Wochenende, Weihnachten , Silvester, Ostern...)
3) so gut wie keine Freizeit hat
4) schief von den Leuten angeguckt wird, weil man für mehr Geld auch mal demonstrieren geht
5) das alles auch noch für einen Hungerlohn macht

Oder man lässt es.

Es mag den ein oder anderen geben, der trotzdem Spass an der Medizin hat und das nicht nur aus Geld-Geilheit studiert hat.

Gruss trina

NiclaS
13.12.2006, 10:54
Abhilfe gegen kollektiven Wahn in Deutschland ? Dürfte schon aus der Historie heraus diffizil sein...Die Wiedervereinigung gilt ja ebenso als Erfolgsgeschichte wie ein Medizinstudium ! [
Na dann :-party

Stagger Lee
13.12.2006, 10:55
ganz ehrlich dachte ich das man nach den 6 jahren fertig ist.

jetzt häre ich das man noch zusätzlich ne facharztausbildung machen MUSS die auch nochmal ca 5-8 jahre gehen kann.<advocatus_diaboli>
Ah, das ist ja ganz anders als bei jedem anderen akademischen Job, oder? Normalerweise muß man ja nur einmal ein paar Jahre studieren, und kann seinen Job danach 40 Jahre lang praktizieren, ohne sich jemals fortbilden zu müssen, nicht wahr?
</advocatus_diaboli>

Ganz ehrlich, mit so einer Einstellung begäbe man sich doch in praktisch jedem halbwegs anspruchsvollen Beruf auf die Überholspur Richtung Arbeitslosigkeit.

Für mich ist der Grund, als "Erwachsener" bzw. "Oldie" (>25 Jahre) nochmal so ein ausgesprochen langes und lernintensives Studium wie die Medizin zu erwägen, doch gerade daß ich überdurchschnittlich lernfreudig bin. Und das in einem so starken Ausmaß, daß ich bereit bin, für das Privileg eines weiteren Studiums einen ganz realen Einkommensverlust hinzunehmen. Insofern sind mir die ganzen Posts a la "Was, ich muß nach Ende des Studiums noch weiterlernen und Facharzt werden?" oder "Wie, ich kriege als Assistenzarzt kein fünfstelliges Monatsgehalt?" hier im Oldies-Forum völlig unverständlich.

Sorry für die harten Worte, aber vielleicht hilft das ja dem einen oder anderen dabei, seine Motivation fürs Studium nochmal zu überdenken.

San Pellegrino
13.12.2006, 11:01
Jetzt fragt man sich nur: Ist das unendlich blöd oder unendlich weise ?

Stagger Lee
13.12.2006, 11:08
Da momentan der Trend dahin geht, selbst das Erststudium mit Strafgebühren zu belegen, scheint in unserer Gesellschaft wohl Konsens zu sein, daß Lernfreude unendlich blöd ist. Und dann wundert man sich, wenn viele Akademiker lieber auswandern. Naja, jedes Land bekommt halt nicht nur die Politiker, sondern auch die Akademiker, die es verdient.

Skalpella
13.12.2006, 11:14
Es ist Zeitverschwendung Medizin zu studieren, wenn man danach vorhat Voodoo zu praktizieren.
:-)) :-top

San Pellegrino
13.12.2006, 11:16
Gut gebrüllt, Löwe ! :-dafür

Nach dem Motto "GEIZ IST GEIL" will man hier eben alles: Studenten, die brennen wie Luster, um im weltweiten Wettbewerb die Besten Köpfe zum Schnäppchenpreis zu mimen.
Weil von draußen werden die Besten Köpfe wohl kaum kommen angesichts der Tatsache, daß man nicht nur im Osten eher Deutsch spricht und für die Besten Inder (Chinesen.....) eigentlich auch nicht mehr übrig hat als einen feuchten Händedruck und leere Versprechungen.

NiclaS
13.12.2006, 11:25
Es ist Zeitverschwendung Medizin zu studieren, wenn man danach vorhat Voodoo zu praktizieren.

:-)) :-topAber warum machen dann Ärzte diese Laserblutbehandlung, wenn es Voodoo ist:-???

Dürfen die das überhaupt machen, wenn es Voodoo ist? Und woher sollte ich als unbedarfter Patient wissen, dass es Voodoo ist :-(( ?

Immerhin gibt es bei Pubmed einige hundert Publikationen darüber :-nix

San Pellegrino
13.12.2006, 11:34
Die Definitionsmacht in der Medizin haben schlußendlich Gerichte und der Gesetzgeber, es ist aber trotzdem immer wieder amüsant, zu beobachten, wie informelle Definitionsmonopole konstituiert werden sollen.

"Voodoo" ist aber auch mindestens ein Großteil der (palliativen) onkologischen Chemotherapien, wenn man die Metaanalysen betrachtet, die vorliegen. Nicht zuletzt die des Tumorzentrums der LMU München.
Bei Chemos ist aber seitens der Pharmaindustrie viel Kohle dahinter.
Bei der Strahlentherapie seitens Siemens (Gerätehersteller).

"Voodoo" ist seit nicht allzu langer Zeit die hormonelle Substitutionstherapie bei menopausalen Frauen ebenso wie ein Gutteil der nicht spezialisierten Schmerztherapie im Niedergelassenen Bereich.

Wenn man Kritikern mit guten Argumenten glauben will, ist selbst der Großteil der Psychopharmakatherapie bei Depressionen "Voodoo".

Also.

Es geht ums Geld - um Einkommen und Gewinne. Und da den Moralischen herauszuhängen, entbehrt in der Pharmanuttenbranche der "Schulmedizin" nicht gerade einer gewissen Ironie.

Der Körper und seine (Leidens)manifestationen sind Matrix für moralisch behübschten Kapitalismus wie aus dem Lehrbuch.

Ohne Geld keine Medizin, ohne Leib kein Geld. Also.

Tombow
13.12.2006, 11:38
Aber warum machen dann Ärzte diese Laserblutbehandlung, wenn es Voodoo ist:-???
Weil Ärzte auch nur Menschen sind und nicht gegen matschig-in-der-Birne-sein gefeit sind (prominentestes Beispiel hierzu wäre R.G.H.)


Dürfen die das überhaupt machen, wenn es Voodoo ist? Und woher sollte ich als unbedarfter Patient wissen, dass es Voodoo ist :-(( ?
Wenn man es selbst wünscht und bezahlt. Und es gibt durchaus Ärzte, die auch mit sowas arbeiten. Hab' mal Praktikum bei einem FA für Innere Medizin gemacht, der seinen Patienten munter irgendwelches homöopathisches Gebräu aufgeschrieben hat :-(( . Da könnte man sich höchstens darüber streiten, welche Quacksalberei absurder als die andere ist.

Zum Patientenwissen - heutzutage wollen es ja garnicht sowenige Patienten besser wissen und meinen, dem Arzt was einreden und/oder vorschreiben zu müssen. Schade nur, daß zu oft das Wissen aus Klopapierblättern wie Bild, Express und ähnliches stammt (oder aus Quellen, die aus medizinischer Sicht genauso wenig vertrauenswürdig sind). Und das in einem Land, wo es extra eine Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt.


Immerhin gibt es bei Pubmed einige hundert Publikationen darüber :-nix
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Es reicht, alles kurz zu überfliegen, um zu sehen, daß das meiste entweder kritisch ist ("should not be included in systematic reviews"), nixsagend ("may be worth further investigation") oder in Fachblättern publiziert wurde, die sich mit TCM und sonstigen Obskuritäten beschäftigen.

San Pellegrino
13.12.2006, 11:45
Gilt aber nicht auch in der Medizin das Prinzip: Wer verdient, hat recht ?

Denn nimmt ihm der Geldgeber seine Heilsversprechungen ab ?

Tombow
13.12.2006, 11:47
Gilt aber nicht auch in der Medizin das Prinzip: Wer verdient, hat recht ?
Wenn nicht das klitzekleine Teilchen namens Gewissen da wäre, schon. Aber das wird zu sehr offtopic.

NiclaS
13.12.2006, 11:51
Man gibt doch gar kein Heilingsversprechen (http://www.alternativeneurologie.de/53119297fe0d2e601/index.html):


Multiple Sklerose alternativ mit Methoden der biologischen Medizin zu behandeln ist einer unserer Therapieschwerpunkte. Die auf dieser Homepage dargestellten Methoden der biologischgen Medizin sind von der Schulmedizin nicht anerkannt und stammen (wie alle alternativen medizinischen Verfahren) aus der Erfahrungsheilkunde. Wir geben keine Heilversprechen.

San Pellegrino
13.12.2006, 11:56
Wenn nicht das klitzekleine Teilchen namens Gewissen da wäre, schon.

Na, dann bin ich ja beruhigt, daß es noch Menschen gibt, die nach dem KPP, dem Grunstudium und der Arbeitsrealität in Deutschland ans Ärztliche Gewissen glauben.

Man könnte ja auch sagen: Die einen wandern aus, die anderen habe kein Gewissen. Aber das wäre ja Kabarett.