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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fremdenfeindlichket in der Schweiz?



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schwarzwald
06.01.2007, 18:10
Also, haben in den jetzt 5 Jahren in der Schweiz noch keine Probleme gehabt !!
Ehrlich, sind sehr freundlich in dem kleinen Städtle aufgenommen worden und haben meine Eltern haben auch noch keine negativen Erfahrungen als "Auslandsdeutsche" gemacht.
Haben wir einfach nur Glück ??? :-nix

Zu dem Begrüßen/Verabschieden - krieg das "Merci & Ade" auch nimmer raus.... und hier in Dossenheim amüsieren sich die Meisten köstlich... :-oopss

Schimmelschaf
06.01.2007, 18:29
@Superwoman
Doch, das is leider so.

"Tschüss" und "Ciao" sagt man nur dann, wenn man sich duzt. Das GLeiche gilt für "Hallo"

Anna-Tomie
06.01.2007, 18:41
Je nachdem.. In meinem Dorf und Umgebung wirst du auf alle Fälle erstmal laustark als Nazi beschimpft oder gefragt, wo Hitler steckt. (Scheiss Deutsche ist mehr ein Standardspruch geworden). In Basel sieht das allerdings wieder etwas anders aus.

Das ging bisher an uns vorbei ... mein Pa rückt jedes Jahr mit der Rotte 4 am Banntag aus und verunsichert die Wälder ... vllt liegts am reichlichen Trinken :-))

Schimmelschaf
06.01.2007, 18:43
Mein Dorf is auch asozial, was will man bei 430 Einwohnern auch schon erwarten? Da geht alles rum wie sonstwas und was dazugedichtet wird auch gern. Immerhin is die Landschaft toll.

Sicher, Freunde bzw Kollegen haben wir hier auch, aber es ist nicht einfach.

tine74
06.01.2007, 19:04
Also ich bin ja damals mit meinem Gatten in ein schweizer Dörfchen (500 Einwohner) bei Basel gezogen seines Jobs wegen, und ich habe diese Abweisung deutlich zu spüren bekommen :(.
Mein Mann war ja den ganzen Tag in der Firma und ich saß mit dem Baby allein daheim...

Ein wohlmeinender Nachbar, der mal eine zeitlang im Ruhrgebiet gearbeitet hatte, sagte uns, dass die Deutschen in der Schweiz ein Ansehen hätten wie in manchen Gegenden Deutschlands die Polen :-nix

Auf alle Fälle war es für mich so schlimm, dass ich zu meinem Mann gesagt habe, dass wir entweder wieder nach Deutschland ziehen oder ich nehm das Baby, laß mich scheiden und geh zurück in die Heimat.

Naja, nun wohnen wir auf der deutschen Seite (wo Wohneigentum nch halbwegs bezahlbar ist), mein Mann ist Grenzgänger und das werde ich nach dem Studium auch, und alles ist optimal so :).
Und man glaubt gar nicht, was 20km Luftlinie und eine Schengenaußengrenze für einen Unterschied in Sprache und Mentalität ausmachen :-))

I'm No Superman
06.01.2007, 20:00
Boah, das ist hart! Bin selber "zugereist" nach Deutschland (bin zwar deutscher Abstammung, also eigentlich "deutsch", aber nicht hier aufgewachsen und das merkt man) und weiß daher, wovon ich spreche. Glaube aber nicht, dass ich noch da wäre, wenn ich seiner Zeit so empfangen worden wäre (kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen.....).

@Schimmelschaf: Und wie ist es auf dem Gymnasium, dass du besuchst? Willst du in der Schweiz studieren?
@Uhus und die, die da arbeiten: kriegt man das im Krankenhaus selber auch schon mal so deutlich zu spüren? Von Arbeitskollegen etwa oder von Patienten?

Sorry fürs (teilweise) OT :-winky

Schimmelschaf
06.01.2007, 20:34
DAs Gymi hat >1000 Schüler, da isser recht anonym. Viele Lehrer und Schüler sind selber keine Schweizer. Es ist ganz ok dort, es gibt bestimmt nur sehr wenige, die durch ihre rassistische Art auffallen, bis jetztwaren aber alle nett zu mir.
Eigentlich möchte ich in der Schweiz Humenmed. studieren, mal sehen, was draus wird. HIer sind die therapeutischen und pflegerischen Berufe ja auch ein FH-Studium, von daher werd ich um ein Studium nich drum herum kommen.^^

Bin zwar kein Uhu oder sowas, hab aber ein paar Pflegepraktika hier gemacht (und bald nochn langes), bis jetzt waren die Pats aber immer freundlich. UNd hier arbeiten eh so viele Deutsche, da isses wahrscheinlichnich so schlimm, lasse mcih aber gern eines besseren belehren.

I'm No Superman
06.01.2007, 20:53
Na, das hört sich schon besser an. Trotzdem fände ich es schrecklich, mich- so, wie du das vorhin beschrieben hast- beschimpfen lassen zu müssen, nur weil ich nicht ne Schweizer Urgeburt bin.......
Ich werde vielleicht ein (halbes) Tertial meines PJ in der Schweiz machen und mein Freund (IT-ler) hätte da auch Job- Angebote ohne Ende, aber wenn ich das so höre..... :-?

Na ja, die Berge in der Nähe machen aber einiges wett *seufz*

Gruß ausm Flachland um Frankfurt :-winky

Lava
07.01.2007, 15:42
Ich hab das Thema mal geteilt, weil's ja inzwischen eine eigene Diskussion ist. :-)

Also als UHU braucht man sich keine Gedanken machen. Sonst würden ja auch nicht so viele deutsche Studis in die Schweiz gehen!
Im Spital jedenfalls ist mir noch nichtmal ansatzweise etwas Fremdenfeindliches untergekommen. Ich wundere mich auch immer wieder, dass die schweizer Ärzte scheinbar sehr gut damit klar kommen, viele deutsche Kollegen zu haben. Bei uns in der Abteilung sind fast die Hälfte aller Ärzte, darunter der stellvertrende Chef, Deutsche.
Was den sozialen Umgang angeht, habe ich eigentlich fast nur Kontakt zu den UAs aus meinem Wohnheim und das sind eben alles Deutsche. :-nix

Übrigens finde ich, dass die Schweiz schon sehr multi-kulti ist. Ich weiß nicht, wie das in anderen Städten ist, aber in Bern gibt's wirklich Menschen aus aller Herren Länder. Ein fester Bestandteil sind die Italiener, aber es gibt auch Deutsche, Spanier, Holländer, Afrikaner, Asiaten...

AlexA23
07.01.2007, 17:30
Ich finde schon das Fremdenfeindlichkeit in der Schweiz durchaus zu spürren ist, man könnte es freundlicher evt auch starkes Nationalgefühl bezeichnen.
Du bist dort halt ein Ausländer und das wird man Dir auch nach Jahren noch vor Augen halten. Aber sein wir ehrlich, das ist umgekehrt genauso. Das Beispiel mit dem Preußen in Bayern fand ich sehr passend, genauso wie ich eine Frau kenne, die nach Bayern gezogen ist und dort auch noch nach 50 Jahren und keinem hörbaren Dialekt halt "die Schweizerin" in ihrem eher kleinen Heimatdorf ist.
Im medizinischen Bereich ist man aber eigentlich so sehr an Deutsche gewöhnt und ja z.T auch angewiesen, dass Du im Spital wenig davon merken wirst. Von Patienten wurde ich fast immer nur freundlich behandelt und man hat versucht für mich Hochdeutsch zu reden ;) Manchmal gab es aber Situationen, gerade bei älteren Patienten, in denen dann mal der Satz fiel: Arbeiten denn hier nur Deutsche? Die fehlende Begeisterung konnte man dann heraushören, direkter wurde es aber nie.
Ich habe mich während meiner Zeit in der Schweiz sehr wohl gefühlt, viele Leute sind mir freundlicher begegnet als man es aus Deutschland gewohnt ist! Lasst Euch also nicht abschrecken von solchen Berichten hier. Aber ja es gab auch immer wieder Situationen (Einkaufen etc), indenen mein Gegenüber merklich weniger herzlich wurde, sobald ich zu sprechen begann

Wer zeitlich begrenzt rüber geht, wird sich an dem nicht großartig störren. Bei längeren Aufenthalt mag es einem schon sicher öfter mal nerven.
Persönlich habe ich den Schluß gezogen, dass ich durchaus ein paar Jahre im Ausland arbeiten würde, aber nicht mein ganzes Leben lang irgendwo die Ausländerin sein will. Man kann also nur hoffen das sichdie Arbeitssituation in Deutschland irgendwann bessert :P

roger rekless
07.01.2007, 17:40
Wo bitte, ausserhalb von Deutschland, sind Deutsche denn beliebt????? :-D

japan! :) und usa auch einigermaßen ;)

Fino
07.01.2007, 17:41
Deppen gibt's halt ueberall...
In Norddeutschland, v.a. in laendlichen Regionen, bleiben viele Zugereiste auch nach Jahrzehnten fremd. Eine Bekannte, die nach dem Krieg(!!) mit ihren Eltern nach Luebeck als Vertriebene kam, erzaehlte mir mal, dass sie immer noch als die "Fluechtlinge" bezeichnet wuerden :-nix
Es ist ja auch gang und gaebe, z.B. Enkelkinder von Arabern, Yugoslawen oder Tuerken nicht als Deutsche, sondern immer noch als Araber etc. zu bezeichnen, selbst wenn schon die Eltern in D. geboren sind und sie einen deutschen Pass haben.
Kann man da was machen? Wenig...
Man kann sich aber an die "anderen" Schweizer halten, die heben wohl eh' mehr in der Birne :-D

Scrotum
07.01.2007, 17:55
Ich fand bisher die meisten Deutschen, die ich getroffen habe, ganz okay.

Wovor viele Schweizer (z.T. berechtigt) Angst haben ist die Benachteiligung bei der Jobsuche. Wenn z.B. der Chef einer beliebten Abteilung einer Uniklinik Deutscher ist und seit 3 Jahren keinen Schweizer Assistenten genommen hat, dann finden die meisten das halt nicht so toll. Ich glaub, dass sollte für euch Deutsche auch nachvollziehbar sein. Ihr habt ja auch Angst vor den Polen... :-oopss

Schimmelschaf
07.01.2007, 20:33
Wobei man sagen muss, dass sich viele Chefs (auch hier in der Schweiz) Leute aus dem Osten holen, weil die einfach günstiger sind und häufig auch sehr gut arbeiten. Die Polen sind z.B. rechte Arbeitstiere.

Scrotum, du gehörst einfach nicht zu den patriotischen, arroganten, etc einfach unangenehmen Schweizern.

Doktor_No
07.01.2007, 20:49
ich hab es als uhu im berner oberland auch latent gespürt, gar nicht mal so im spital (wo eh alle assis deutsche bzw. ein afghane waren), da hat man sich aber auch wenig ausserhalb der uhu/assi-gemeinschaft besprochen, und die schweizer, die ich näher kennengelernt habe waren alle supernett da, aber auch alle aus anderen schweizer kantonen zugereist.

interessanterweise waren eine deutsche und deren mann, die auch im spital gearbeitet haben, die grössten hetzer.

die niedergelassenen drumherum haben aber immerzu am afghanischen assi rumgemäkelt, er wäre gar kein arzt, er soll doch mal sein examen herzeigen und so. auch gerne schriftlich die aufforderung. der kollege hatte allerdings britisches examen, da können sich diese schweizer berg und wiesen-allgemeinärzte mal lange für anstrengen :-))

meine chefs waren auch supernational und dabei bemitleidenswert paranoid und lächerlich. der eine hat immer von der zone gesprochen, war aber noch nie da...

ich hab für mich jedenfalls entschieden, dass ich, sollte es mich wieder in die schweiz verschlagen, nur in eine grosse stadt gehen werde. teilweise hatte das da schon was von hexenverbennung. im berner oberland soll es aber auch sehr extrem sein mit der fremdenfeindlichkeit.

Flauta
07.01.2007, 21:29
Bei uns im Land gibt es unter der arbeitenden Bevölkerung 60% Ausländer und es klappt trotzdem, das ist kein Argument.....

Ich bin ja jetzt keine Deutsche, aber bei uns im Land hat man als deutscher Ausländer historisch bedingt eine schwierigere Postion als z.B. ein Belgier. An portugiesischen Mitbürgern haftet das Klischee "armer Arbeiter"....
Als Luxemburger in der Schweiz habe ich mich bisher immer wohl gefühlt (ok, ok, war nur ein Praktikum) aber da wir auch mehrsprachig sind, ein kleines Land sind, eine Muttersprache haben die oft mit der dt Schriftsprache kollidiert, vielleicht auch von der wirtschaftlichen Struktur etwas ähnlich sind (Bankplatz mit Bankgeheimnis) war sogar bei Wallisern (Gegend Bettmeralp-Fiesch) Akzeptanz und grosses Interesse da. Man wurde schnell integriert, abends gefragt ob man mit ausgehen will etc. Ich habe mich ganz ehrlich gesagt in der CH weniger als Ausländer gefühlt als in D. Besonders an meinem 1. Studienort bekam ich odt zu spüren dass ich als Ausländerin unerwünscht sei und besser dor geblieben wäre, wo ich herkam (auch wenn es dort keine richtige Uni gibt.....).
:-lesen

San Pellegrino
07.01.2007, 22:10
Naja, die Deutschen machen eben schön langsam in der Schweiz das, was früher
Portugiesen und Jugoslawen gemacht haben. Gastarbeiter für die eher nicht so dollen Arbeiten.

Und ich denke mir nicht, daß diese Mentalität deutschen Ärzten gegenüber anders ist.

die chondropathia
07.01.2007, 22:25
Wie in einem 2005 in der ZEIT in der Leben-Rubrik veröffentlichen Artikel, in der die Deutschen polemisch als die "Türken der Schweiz" bezeichnet wurden... :-wow

Lava
08.01.2007, 17:46
Naja, die Deutschen machen eben schön langsam in der Schweiz das, was früher
Portugiesen und Jugoslawen gemacht haben. Gastarbeiter für die eher nicht so dollen Arbeiten.


DAS stimmt aber laut Spiegel Artikel nicht. Die Deutschen gehen eher in die besseren Sparten, z.B. Medizin. Putzen tun in der Schweiz immer noch die Italiener etc.

GOMER
09.01.2007, 09:36
Daß Ausländer (nicht nur Deutsche) in der Schweiz nicht sonderlich beliebt sind, zumindest außerhalb großer Städte (von dene es ja nicht sooo viele gibt), ist richtig. In den Krankenhäusern fällt das nicht sonderlich auf, da ja eh jeder zweite Deutscher ist. Das ist aber nocht nicht lange so, meine Mutter war in den 80ern in einem Schweizer Haus direkt an der Grenze und hatte es nicht leicht (als OÄ), es galt damals auch noch die Regel, wenn einer gehen muß, dann zuerst " de Dütsche", in vielen Bereichen ist das noch heute so. Allerdings werden die fachlichen Fähigkeiten und die Leistungsbereitschaft der Deutschen (nicht nur Ärzte) durchaus respektiert, der Deutsche gilt auf dem Bau und im Handwerk meist als "der bessere Jugo".
Bei und in der Region (deutsch-schweizer Grenzland) heisst es immer: "Was die Schweizer an den Deutschen nicht mögen ist das Schweizerische, was die Deutsche an den Schweizern nicht mögen ist das Deutsche", soll heißen, man ist sich im Vgl. zu anderen europäischen Ländern recht ähnlich, aber eben doch verschieden. Eine ewige Fehde, wird es auch noch ewig geben. Soviel dazu, was ich allerdings für bedenklich halte ist der erfolg von rechtsradikalen Bewegungen und Parteien in der Schweiz, die durchaus das Prädikat neofaschistisch verdienen. Diese Gruppierungen bekommen ihre Anhängerschaft ebenfalls häufig vom Land und nicht aus den großen Städten, die, wenn man speziell Basel betrachtet, ja durchaus als Meltingpot gelten dürfen.
Was indirekt mit diesem Thema zusammenhängt, was ich aber noch viel interessanter finde: Daß Schweizer nicht gleich Schweizer ist, die Ablehnung spezieller Kantone übersteigt unsere "Ossi-Mentalität" bei weitem.

Zum Punkt vom Sackbauer: Den offenen Rasismus in Deinem Land fand ich auch äußerst bedenklich.