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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fremdenfeindlichket in der Schweiz?



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Gersig
10.01.2007, 20:31
So: alle mal bitte tief durchatmen, zurück in die Ecken und dann back to topic. Und zwar bitte ohne Sticheleien. Danke! :-dafür

Doktor_No
11.01.2007, 09:45
mir fällt da noch ein witz ein, der hier sicherlich für weitere dissonanzen sorgen würde, deshalb nur der anfang: seit wann gibt es österreicher? seitdem die italiener...

Radiofreak
12.01.2007, 15:11
Also ich lebe jetzt seit 1.5 Jahren in der Schweiz und kann die Vorbehalte gegen Deutsche nur bestätigen, man ist damit fast jeden Tag konfrontiert. Es sind oftmals nur kleine Sticheleien, z.B. das die Leute extra breites Schweizerdeutsch reden, wenn man sie nicht richtig verstanden hat und nachfragt. Habe aber auch schon so Sprüche gehört wie:" Geht doch zurück in Euer besch. Heimatland, wir wollen keine Ausländer hier und Ihr nehmt den Schweizern nur die Stellen weg!" Als ich das zum ersten Mal gehört habe, hat es mir noch die Sprache verschlagen und ich dachte, das wäre eine Ausnahme, aber leider hat sich das mitterweile mehrmals wiederholt.
Gruss aus CH, Radiofreak

San Pellegrino
12.01.2007, 15:18
z.B. das die Leute extra breites Schweizerdeutsch reden, wenn man sie nicht richtig verstanden hat und nachfragt.

Wenn man jetzt Schwyzer wäre, könnte man böse antworten: Im Ausland muß man auch die Sprache der Einheimischen perfekt beherrschen. Oder glaubt man etwa, daß man in Frankreich oder UK mit schlechten Französisch- oder Englischkenntnissen besonders beliebt wird ?

Doktor_No
12.01.2007, 16:00
Im Ausland muß man auch die Sprache der Einheimischen perfekt beherrschen.

quatsch. perfekt erwartet wohl so gut wie niemand. sprachkenntnisse ja, keine frage.

und in ländern, die eine "kleine" sprache benutzen, wie eben zB die schweiz, kommt man andernorts mit englisch gut zurecht, bis man sich eingelernt hat. mir fällt da skandinavien ein, jedenfalls habe ich diese erfahrung in norwegen und schweden gemacht, wo auch erstaunlich viele deutsch sprechen, wenn sie bock haben.

schweizer deutsch fällt für mich unter lokal differenten dialekt, bern dytsch ist ja bspws. dem basel dytsch nicht vergleichbar, und wenn ich in detroit den lokalslang nicht beherrsche sondern "nur" gutes schulenglich spreche, wird man mich wohl kaum dissen.

GOMER
12.01.2007, 16:11
Is irgendwie ne Grauzone, auch wenn ich schwyzerdütsch sehr gut verstehe, wäre ich in Bern aufgeschmissen. Die Frage ist halt, ob dann auf mich weniger Rücksicht in Bern genommen wird, als z.B. auf einen Zürcher oder St. Gallener.
Oder um das Beispiel mit GB aufzugreifen: Ich behaupte ganz vernünftiges Englisch zu sprechen, glaube auch mit den meisten amerikanischen Akzenten zurecht zu kommen, aber wenn ein Schotte loslegt mach ich aus, zumindest ging es mir letzte Woche am Tel. so, da spricht keiner Oxford-Englisch.

Was ich damit sagen möchte, wenn man gut schwyzerdütsch versteht (gut sprechen wird man es als Deutscher nie können) dann steht man bei einem Schweizer sicher besser da, als wenn man jeden Satz mit "Sorry, I don't understand Swissgerman" beantwortet, der "Dütsche" wird man aber trotzdem immer bleiben.

Doktor_No
12.01.2007, 16:16
"Sorry, I don't understand Swissgerman"

das wäre mal ne lässige antwort :-))


ich hab fast alles vergessen was ich im berner oberland an lokalsprache aufgeschnappt habe. aber "huäregeil" (wie immer das auch geschrieben wird), das hab ich mir gemerkt...

San Pellegrino
12.01.2007, 16:55
In Norwegen muß man auch die Lokaldialekte verstehen, um akzeptiert zu werden. Es ist einfach naiv, zu glauben, man würde als "Zugereister" (also als verschwindende Minderheit) nachsichtig im Hinblick auf die Sprachkenntnisse behandelt. Wer sich an die Mehrheit nicht möglichst rasch und reibungslos anpaßt, ist sozialpsychologisch Außenseiter.
Und als Deutscher ist man das in der Schweiz eben rasch - aber das ist der Österreicher in Dänemark auch, wenn er die Sprache nicht beherrscht.

man muß sich einmal von diesem "Hochdeutsch"-Hegemonialdenken verabschieden: In der Schwyz ist man mit Hochdeutsch in der absoluten Minderheit. Basta.

Schimmelschaf
12.01.2007, 16:58
(gut sprechen wird man es als Deutscher nie können)

Na, wenn du dich da mal nicht täuschst...

GOMER
12.01.2007, 19:02
Nee, da täusche ich mich nicht. Du bist in der Schweiz aufgewachsen und gehst dort zur Schule. Auch Menschen, die in der Schweiz "Deutsch" lernen sprechen Schwyzerdütsch, aber jemand der nach abgeschlossenem Studium (mit Muttersprache Deutsch) in die Schweiz kommt wird nie so sprechen, wie jemand der sich, solange er denken kann, dort aufhält. Ich kenn aus dem eigenen Umfeld genug Beispiel für beide Gruppen, ich lebe ja nun auch schon solange ich denken kann nur 500m von der schweizer Grenze entfernt, da hab ich mit genügend Vertretern aller Lager zu tun, aber dennoch werde ich nie richtig Schwyzerdütsch sprechen können.

Schimmelschaf
12.01.2007, 19:31
Ich bin Deutsche und in dem Sinne keinesfalls hier aufgewachsen, daher kann ich bei dem Thema ja auch so gut mitreden *g*

Ok, es ist bestimmt wieder anders, wenn man als Erwachsener bzw ab einem gewissen Alter herkommt, gibt aber auch da wieder Ausnahmen. Unsere Nachbarin zB. kommt aus Bremen und spricht fliessend Schweizerdeutsch.

Irgendwo gibts auch Kurse, in denen man Schweizerdeutsch lernen kann...

Radiofreak
13.01.2007, 15:06
Also, Integrationsbemühungen in allen Ehren, aber man kann ja wohl kaum verlangen, jeden futzeligen Dialekt zu erlernen. Ich bin absolut der Meinung, dass man die Sprache können muss bzw. den Willen haben, muss die Sprache zu lernen, wenn man in ein anderes Land geht, aber beim besten Willen nicht noch irgendwelche Dialekte. Was mich am meisten gestört hat, war, dass die erst recht keine Rücksicht darauf genommen haben, wenn man gesagt hat, dass man gerade erst neu ist und noch nicht so viel versteht - wie soll man das dann lernen?!
Gruss, Radiofreak, die mittlerweile Schweizerdeutsch versteht, aber auf keinem Fall den Versuch machen wird, es zu sprechen...

Eilika
13.01.2007, 15:16
Zu mir waren die in der Hinsicht immer total nett... so nach 5 Minuten kam von den Patienten immer die Frage, ob ich sie denn überhaupt verstehe, wenn sie "züridütsch" reden... aber ich hatte mit dem Verstehen eigentlich auch nie Probleme gehabt... aber das mit dem sprechen werde ich mir auch verkneifen!

Flauta
13.01.2007, 15:26
Naja, in Luxemburg ist unsere Muttersprache linguistisch gesehen auch "nur" ein dt Dialekt, genauso wie schweizerdt. Dennoch kann man nicht einfach sagen, hach ich kann ja deutsch, die verstehen mich ja alle und gut ist.
Im öffentlichen Dienst wird verlangt, dass man ein Examen in den 3 Landessprachen besteht. Luxemburgisch ist vor allem eine mündliche Sprache, wie Schweizerdeutsch auch und wird nur mündlich geprüft. Aber nur wer die Prüfung besteht und so gezeigt hat, dass er auch luxemburgisch reden kann, darf dann auch seine Stelle antreten. Wer ein paar mal durchgefallen ist, verliert sie.
In vielen Privatbetrieben und auch Kliniken wird Luxemburgisch auch gefördert mit z.B. Kursen die die Mitarbeiter besuchen (während der Arbeitszeit).

Ich bin jedenfall am Schwitzerdütsch lernen für den Fall, dass ich mal da arbeiten sollte (die Sprache fasziniert mich auch sehr,.....ist ja linguistisch gesehen fast noch Mittelhochdeutsch).
Flauta

Sackbauer
13.01.2007, 17:36
Wenn ich kein Schwitzerduetsch versteh, dann hab ich in der Schweiz auch nix zu suchen, bzw. brauch mich net gross aufregen, wenn die Leute irritiert sind. Wenn ich nach Deutschland geh, kann ich auch nicht meinen oberoesterreichischen Dialekt raushaengen lassen, und erwarten, dass oberhalb der Grenze Bayern-BadenWuertemberg mich jemand versteht. Und umgekehrt muss ich auch den lokalen Dialekt dort halt verstehen.

Und den Schweizern gehts sicher auch net anders wie den Oesterreichern: lasst euch sagen, es hoert sich einfach fuer mich besch* an, wenn ich hochdeutsch reden muss.

Dr. Pschy
13.01.2007, 20:21
Dann will ich nicht wissen, wie sich fuer einen Englaender dein Englisch anhoert :-))

GOMER
14.01.2007, 08:52
Ich sag's ungern, aber ich muß dem Sackbauer zustimmen. Zumindest in Bezug auf die Schweiz, wo die einfachen Leute, wenigstens auf dem Land, häufig etwas konservativer sind, dort sollte man schon schnell in der Lage sein sich anzupassen. Wer mit Dialekten grundsätzlich Probleme hat sollte es schon dreimal überlegen ob die Schweiz der richtige Arbeitsplatz für ihn ist.

Eilika
14.01.2007, 08:57
Naja... Schizerdütsch zu verstehen und zu akzeptieren finde ich auch grundlegend wichtig. Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass man als Deutscher nicht einfach so versuchen sollte, das auch zu sprechen. Das geht normalerweise nach hinten los und man macht sich lächerlich...

Evil
14.01.2007, 09:55
Ich hab bislang die Erfahrung gemacht, daß es immer gut ist, wenn man zumindest die lokalen Grußformeln beherrscht. Allein das zeigt doch, daß man bereit ist, sich anzupassen.

Wenn man auch ansonsten nicht den tollen Hecht raushängen läßt, sollte das schon passen. :-top

PhineasGage
14.01.2007, 15:45
@evil:
:-top :-top :-top

genau so ist es.
als ich in polen war, ist den leuten regelrecht das herz aufgegangen, als ich sie (mehr oder weniger gut) auf polnisch begrüßt habe und das essen dann auch noch auf gebrochenem polnisch gelobt habe.....