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docmoechtegern
18.04.2007, 22:08
Versteht Ihr meine Frage zur Arbeitszeit wirklich nicht??? :-???

Was steht denn in so einer opt out-Vereinbarung???

Ich versteh das nicht ganz:


Regelmäßige durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit: 40 Stunden...

Wenn in die Arbeitszeit regelmäßig und in erheblichem Umfang Bereitschaftsdienst
fällt, kann [.......] eine Verlängerung der täglichen Arbeitszeit über acht Stunden hinaus auch ohne Ausgleich erfolgen.


Die wöchentliche Arbeitszeit darf dabei durchschnittlich bis zu 60 Stunden betragen.


[.....]

http://www.marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/unsere_themen/tarifpolitik/vka/TV-Aerzte_VKA.pdf


Also:

In diesem Tarifvertrag steht, dass die wöchentliche Arbeitszeit bis zu durchschnittlich 60 Stunden betragen darf, wenn man auch regelmäßig und in erheblichem Umfang Bereitschaftsdienste macht.

Die Zeit, die man im Bereitschaftsdienst verbringt, wird aber nicht zu 100 Prozent bezahlt bzw. nicht zu 100 Prozent auf die vereinbarte Wochenstundenzahl angerechnet, sondern nur zu 60 bis 95 Prozent (jedenfalls nach den Verträgen des Marburger Bunds).

Andererseits muss der Bereitschaftsdienst aber nach EU-Recht voll als Arbeitszeit betrachtet werden.


Was ist nun mit den bis zu durchschnittlich 60 Wochenstunden aus den Tarifverträgen des MB gemeint?

a) 60 Arbeitsstunden nach EU-Recht, also 60 tatsächlich im Krankenhaus verbrachte Stunden

oder

b) 60 bezahlte Arbeitsstunden?

Dafür müsste man real sogar mehr als 60 Wochenstunden im Krankenhaus verbringen.


Ich find beides blöd. :-dagegen Ich glaub, ich studier doch lieber was anderes.:-(

astrophys
18.04.2007, 23:05
Ich find beides blöd. :-dagegen Ich glaub, ich studier doch lieber was anderes.:-(

Dann solltest du jedenfalls keine Naturwissenschaft studieren, denn dann hast du (solltest du von der Öffentlichkeit bezahlt werden)

a) auch keine besseren Arbeitszeiten

b) noch weniger Gehalt

c) keine Möglichkeit selbiges durch Dienste aufzubessern :-nix

tarumo
19.04.2007, 07:29
Da sich die Angaben auf die Wochenarbeitszeit beziehen und an anderer Stelle dargelegt ist, zu wie viel Prozent der BD als Arbeitszeit zu werten ist, kannst Du davon ausgehen, dass die 60h noch erheblich überschritten werden. Die Einstufung erfolgt übrigens rein verwaltungstechnisch nach voraussichtlicher Belastung, so dass man eher selten auf Ärzte mit 95% treffen wird. Wenn Du jetzt zu 40% BD machst, kannst Du Dir ausrechnen, wie viele BDs Du machen musst, um auf einen Jahresdurchschnitt von 60h/w zu kommen.

Zu dem eigenen Tarifvertrag:
Ja, jetzt haben nicht nur "die Ärzte" einen eigenen Tarifvertrag, sondern auch die Uni-Ärzte, die Kommunalen, Wissenschaftler, Ost-Ärzte, Psychiater undundund. Super. Problem ist nur, dass im jedem Vertrag was anderes drinsteht.
Ich persönlich hätte kein Problem damit, wenn mein Vertrag von der IG Metall oder sonst wem ausgehandelt worden wäre. Im Gegenteil. Davon, dass es ein arztspezifischer Vertrag ist, kann ich mir, banal gesagt, auch nichts kaufen. Gegenüber dem BAT ist der MB-Vertrag in jeglicher Hinsicht eine Verschlechterung.

@alley cat:
Schön für Dich, dass Du einen so lockeren Job hast. Ich wundere mich dann nur, warum Du einerseits hochzufrieden mit der Vergütung bist, andererseits einen gut bezahlten Nebenjob ausübst. Langt es vielleicht doch nicht? Und Du hast auch kein Problem damit, ein unbezahltes PJ zu verteidigen, andererseits erzählst Du, dass Du Deine Studientage zum Geldverdienen genutzt hast. An unserer Uni waren Studientage absolut nicht üblich (und nein, die PJ-Plätze wurden zugewiesen) und zweitens führst Du damit Deine PJ-ist-nur-zum-lernen-da Theorie irgendwie ad absurdum.

habichnicht
19.04.2007, 10:11
Überstunden gehören dokumentiert.
Wenn man sieht, daß man durch die Überstunden die man erbringt die höchstzulässige Arbeitszeit überschreiten wird in dem Jahr (und das kann man erahnen, wenn man in der Woche 80 Stunden in der Klinik ist), dann würde ich Folgendes machen:

Einen Dreizeiler verfassen mit einfach
"Sehr geehrte Blablabla... Hiermit setze ich Ihnen in Kenntnis, daß ich voraussichtlich dieses Jahr die höchstzulässige Arbeitszeit überschreiten werde. Ich bitte Sie darum Strukturierungsmaßnahmen einzuleiten um dem entgegen zu wirken"
und das Ganze erstmal den Chef und der Verwaltung schicken.(.......) Man könnte sich auch ein Beispiel an den Pflegekräften nehmen und eine Überlastungsanzeige an die Verwaltung schicken:

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Ueberlastungsanzeige.3387.0.html

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/uploads/media/Ueberlastungsanzeige.doc

Christoph_A
19.04.2007, 11:14
@Tarumo: Du darfst den Tarifvertrag aber auch nicht mti dem BAT, sondern mit dem TVÖD(e) vergleichen und da bringt er schon was-dieser Vertrag war ja auch die Krönung der Frechheit.

tarumo
19.04.2007, 11:39
Warum darf ich nicht mit dem BAT vergleichen? Der BAT (nach dem übrigens immer noch viele Ärzte bezahlt werden) wurde einseitig von AG-Seite gekündigt. Eine Klage auf Bundesebene war dagegen anhängig. Mit sehr guten Erfolgsaussichten übrigens. Näheres dazu z.B. im Archiv des DÄ.
Es kam also nicht von ungefähr, dass dem MB in den Verhandlungen diktiert wurde, diese Klage zurückzuziehen, was er ja auch prompt gemacht hat. Wäre das nicht der Fall gewesen, würden wir höchstwahrscheinlich noch alle den BAT bekommen und nicht VKA Ost/West/TvÖD/Haustarif Charite und wie sie alle heißen.
Übrigens galt der BAT auch nicht als Krone der Tarifverträge. Das selbst dieses Niveau nicht gehalten werden konnte (und das in Zeiten des Ärztemangels) zeigt eigentlich nur, wie gewaltig dieser Fehlschlag war. Immerhin ist Monty mit BAT + 30% gestartet.

Christoph_A
19.04.2007, 12:31
Naja, ich seh jetzt nicht überall Verschlechterungen und ich hock ja, dadurch, daß ich nach AVR bezahlt werde, auf ner guten Beobachtungsplattform.
Auf den Unikliniken verdienen meine Freunde mittlerweile deutlcih besser als vor dem Streik, im Mittel so zwischen 300-500 Euro netto mehr,was sich also schon rentiert, oder? Ich fands ja auch für nen Witz, daß Leute drüben in Großhadern massig für 1700 Euro netto 70h Wochen gedreht haben und Überstunden nicht akzeptiert wurden-da langst Dir ans Hirn, wie es so weit überhaupt kommen konnte.
An den Städtischen scheint sich ein geringeres Plus ( da bis dato auch höheres Nettogehalt im Vergleich zu den Unijunx ) von ca. 100 Euro abzuzeichnen, wobei das von der 40h Woche fast kompensiert wird.

tarumo
19.04.2007, 13:42
Wenn man berücksichtigt, dass auch die Sollstunden hochgesetzt wurden und im Gegenzug die Sonderzahlungen wie Weihnachts/Urlaubsgeld gestrichen wurden, relativiert sich das vermeintliche monatliche Mehreinkommen ganz schnell und mutiert vielen Fällen zu einem Verlust.
Wie wäre es mit 10% Mehreinkommen? Mußte nur 15% mehr dafür arbeiten. Toller Deal…au weia…
Von den Berufskollegen, die ich kenne (Uni+Kommunal), und die in der Lage waren, Jahresvergütung vorher-nachher unter Berücksichtigung der Wochenstunden auszurechnen, hat auf jeden Fall kein einziger mehr in der Tasche.

Ehemaliger User 20130505
19.04.2007, 15:10
Schon mal was vom Brandenburger Weg gehört?!Ich weiß, dass die Brandenburger kommunalen Kliniken letztes Jahr während der Tarifverhandlungen zwischen der VKA und dem MB aus dem KAV ausgestiegen sind, der TV-Ä/VKA deshalb an Brandenburger Kliniken nicht angewandt wird und es noch keinen TV-Ä für die Brandenburger kommunalen Kliniken gibt.

Muriel
19.04.2007, 17:58
@Tarumo: Du darfst den Tarifvertrag aber auch nicht mti dem BAT, sondern mit dem TVÖD(e) vergleichen und da bringt er schon was-dieser Vertrag war ja auch die Krönung der Frechheit.
Dem kann ich nicht zustimmen. Ich bin durch den TVÄ deutlich schlechter gestellt als im TVÖD. Imzweiten Assi-Jahr hätte ich nach TVÖD auf Basis 38,5h als Grundgehalt 3400€ brutto bekommen, hatte ca 12 freie Tage zusätzlich im Jahr, da wir offiziell 40,5h arbeiten. Im TVÄ bekomm ich auf 40h Basis 3660€. Wenn man das umrechnet, ist das ein Plus von 127€ im Monat, so weit so gut. Dafür fehlen mir aber die ca 3500€ Jahressonderzahlung, die ich im TVÖD bekommen habe im TVÄ aber nicht. Macht also etwa 2000€ im Jahr weniger und die 12 freien Tage fehlen, die Arbeit ist die gleiche.

Kathibaby
19.04.2007, 19:49
Dem kann ich nicht zustimmen. Ich bin durch den TVÄ deutlich schlechter gestellt als im TVÖD. Imzweiten Assi-Jahr hätte ich nach TVÖD auf Basis 38,5h als Grundgehalt 3400€ brutto bekommen, hatte ca 12 freie Tage zusätzlich im Jahr, da wir offiziell 40,5h arbeiten. Im TVÄ bekomm ich auf 40h Basis 3660€. Wenn man das umrechnet, ist das ein Plus von 127€ im Monat, so weit so gut. Dafür fehlen mir aber die ca 3500€ Jahressonderzahlung, die ich im TVÖD bekommen habe im TVÄ aber nicht. Macht also etwa 2000€ im Jahr weniger und die 12 freien Tage fehlen, die Arbeit ist die gleiche.
Also ich hab im 1.WBJ 2922 Euro brutto, 26 Tage Jahresurlaub und die tolle Sonderzahlung, das wars :-kotz .

Muriel
19.04.2007, 19:54
im ersten hatte ich nach TVÖD-West 3060 brutto, 26 Tage plus eben diese Überstundenfreitage, und DAS war klasse, mir bringen freie Tage mehr als Geld :-meinung

Kathibaby
19.04.2007, 19:57
im ersten hatte ich nach TVÖD-West 3060 brutto, 26 Tage plus eben diese Überstundenfreitage, und DAS war klasse, mir bringen freie Tage mehr als Geld :-meinung
Ja, mir würden freie Tage auch besser gefallen, aber ich kriege sie leider nicht :-??? .

Christoph_A
20.04.2007, 07:21
@Muriel: Wenn ihr ne Sonderregelung hattet, dann ist das ja o.k, aber nicht jeder, der 38,5h im Vertrag stehen hatte, hat dann 40,5 gearbeitet und die Differenz abgegolten gekriegt, da hängt die Rechnung also etwas.
Was das Weihnachts- und Urlaubsgeld angeht-kenn hier in Süddeutschland einige Häuser, die das beibehalten haben. Auf der Uni gabs das heuer sogar erstmals, wenn ich mich richtig erinnere.
Ob auf meinem Papier jetzt 38,5 oder 40 steht, ist mir ziemlich egal, wir arbeiten eh alle deutlich mehr-und unter dem Strich haben die Leute, die ich kenne, mehr im Säckel, ob das jetzt durch ( rein theoretische ) Mehrarbeit entstanden ist oder nicht ist mir egal, da sich die Arbeitsbelastung pro Tag ja nicht verändert hat und die meisten Leute Überstunden eh als Freizeitausgleich und nicht als Kohle kriegen.