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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unterschätze NIE die Unwissenheit Deines Patienten!!



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milz
01.06.2007, 21:38
Es ist Unsinn auf den Lehrern rumzuhacken, die stehen ja auch unter vielen Zwängen und pubertierenden teilweise uninteressierten Schülern was beizubringen ist auch nicht so einfach. Aber ein Fach für lebensrelevante Dinge (wie gehe ich mit Geld um ohne mich mit dem Handy zu überschulden, was kann man für seine Gesundheit tun, erste Hilfe Maßnahmen, wie erzieht man Kinder vernünftig, Anti-Gewalt-Training u.s.w.) wäre ganz gut.

Pauker
01.06.2007, 22:08
Was mich an solchen Diskussionen so auf die Palme bringt: Da wird nach der Einführung neuer Fächer wie Gesundheitslehre bzw. Ernährungslehre (neulich Ulla Schmidt) gerufen, in denen dann Dinge unterrichtet werden sollen, die schon seit Jahrzehnten in den Bio-Rahmenrichtlinien stehen und auch unterrichtet werden.


Beispiele aus den Rahmenrichtlinien für Klasse 9/10 zum Thema Ernährung :



-Zusammensetzung und Zubereitung der Nahrung

-Bestandteile: Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße, Wasser, Mineralstoffe, Vitamine, Ballststoffe

-Bedeutung der Grundnährstoffe als Energie- und Baustofflieferanten:
Energiegehalt, Energiebedarf, Ernährungsprotokoll

-Vorkommen und Bedeutung von Mineralstoffen, Vitaminen, Ballaststoffen


-Ernährungsprobleme:

Fehl- und Mangelernährung

exemplarische Behandlung aktueller Probleme bei uns und weltweit, z. B. Überernährung, Unterernährung, einseitige Ernährung, Eiweißmangelernährung, Diät, Schadstoffbelastung bestimmter Lebensmittel

Regelung des Blutzuckergehalts:

-Wirkunsweise von Insulin und Glucagon; Regelungsmodell; Diabetes
-hypo- und hyperglykämischer Schock
-Harn-Glucosetest
-Erörterung von Ernährungsgewohnheiten

Pauker
01.06.2007, 22:25
...Wie in jedem Beruf hat auch der Lehrer Eingeninteressen (wer hätte das gedacht...) und so auch die Bio-logiker. Und wenn dessen Hauptinteressengebiet nunmal der Aufbau von Obstgärten und Gewinnung von Apfelsaft sowie Kompostieren und Bienen imkern ist, ist es natürlich schwer, jemanden dazu zu bewegen, in den Pufferzeiten resp. Fachlehrplan begleitend "Gesundheitskunde " (nennen wir es mal so) einzubauen.Mag ja sein, dass ich das missverstanden habe, aber ich empfinde es als Diffamierung der Lehrer, ihnen zu unterstellen, sie orientierten sich bei der Auswahl ihrer Unterrichtsinhalte an ihren privaten Hobbies. Die Rahmenrichtlinien (= Lehrpläne, Bildungspläne usw.) sind für alle Lehrer verbindlich. Wer sich nicht daran hält, steht mit einem Bein vor dem Verwaltungsgericht.
Sobald ein Schüler wegen einer Nichtversetzung oder einer nicht bestandenen Abiprüfung zum Anwaaaaalt geht, wird als Erstes überprüft, ob man dem Lehrer einen Fehler nachweisen kann. Das Nichteinhalten der Rahmenrichtlinien wäre ein gravierender Fehler und ein gefundenes Fressen für den Anwalt des Schülers.

Schimmelschaf
01.06.2007, 22:29
Rein theoretisch könnte man für dieses Thema einen eigenen Fred eröffnen *nur mal so am Rande anmerk*

nanni83
01.06.2007, 22:36
Was mich an solchen Diskussionen so auf die Palme bringt: Da wird nach der Einführung neuer Fächer wie Gesundheitslehre bzw. Ernährungslehre (neulich Ulla Schmidt) gerufen, in denen dann Dinge unterrichtet werden sollen, die schon seit Jahrzehnten in den Bio-Rahmenrichtlinien stehen und auch unterrichtet werden.


Beispiele aus den Rahmenrichtlinien für Klasse 9/10 zum Thema Ernährung :

Also, da kann ich definitiv behaupten, das mir in der Schule zu diesen Themen nichts gesagt wurde und das war vor 8 Jahren. :-oopss
@pauker, also zu dem was du 'zitiert' aufgeführt hast

Doctöse
01.06.2007, 22:40
Beispiele aus den Rahmenrichtlinien für Klasse 9/10 zum Thema Ernährung...
Sämtliche der erwähnten Themen wurden bei uns auch in der 8.-10. Klasse behandelt. Allerdings scheints nicht sehr gefruchtet zu haben, obwohl unser Lehrer damals die Themen nicht nur oberflächlich angeschnitten hat.
Wenn ich mir heut so meine Abistufenkollegen anschaue:
Auf dem letzten Stufentreffen waren 28 Leute da, nur 3 (DREI) haben NICHT geraucht. Da ich bis zum Schluss da war, hatte ich dann das Vergnügen als einziger Nichtraucher unter 20 Rauchern, toll wars :-kotz
Achja, einer meiner Abikollegen hat einen Diabetes Typ 2, er wird nicht mehr lange leben, wenn er so weiter macht, wie derzeit. Das hat sein Arzt ihm gesagt, und ich kanns nur unterschreiben. Der Typ sitzt mit Spritzbesteck und Bierkrug am Tresen^^
Und wenn ich mir das sonstige Gesundheitsbewusstsein dieses illustren Haufens so ansehe, könnte ich eigentlich nur weiter kotzen.

Es liegt nicht immer nur an den Lehrern oder Themen, die nicht/nicht richtig behandelt werden.....was nützt der tollste Lehrplan und der Lehrer, der diesen Plan am besten umsetzen kann, wenn er vor eine Runde gleichgültiger Dummbatzen steht?.... :-?

Pauker
01.06.2007, 22:45
Also, da kann ich definitiv behaupten, das mir in der Schule zu diesen Themen nichts gesagt wurde und das war vor 8 Jahren. :-oopss
@pauker, also zu dem was du 'zitiert' aufgeführt hastUnd ich kann dazu definitiv sagen, dass ich das schon vor 30 Jahren als Referendar in einer neunten Klasse unterrichtet hab. :-)

Doctöse
01.06.2007, 22:48
Und ich kann dazu definitiv sagen, dass ich das schon vor 30 Jahren als Referendar in einer neunten Klasse unterrichtet hab. :-)
Verdammt, du gehst bald in den Ruhestand :-)) Wehe, du wirst Gomer ;-)

nanni83
01.06.2007, 22:54
Ich denke auch, das vielen Leuten irgendwie das Körpergefühl fehlt, von wegen Belastbarkeit wenn Sport betrieben wird oder einfach nur die eigene Einschätzung des Körpergewichts.
Genauso, wie viele sich gar nicht bewußt sind, das Übergewicht, rauchen, Alkohol und Bewegungsmangel, die Schädigungen sind, die die Lebenszeit erheblich verkürzen können oder erhebliche Folgeerkrankungen mit sich tragen.
Das liegt auch viel in der Gesellschaft an sich, am Elternhaus und an der eigenen Einstellung zum Körper.
Man muss an den gesunden Menschenverstand appellieren können und das geht nur selten, weil die wenigsten drüber nachdenken.

nanni83
01.06.2007, 22:56
Und ich kann dazu definitiv sagen, dass ich das schon vor 30 Jahren als Referendar in einer neunten Klasse unterrichtet hab. :-)

Ich wollte damit halt nur sagen, das es immer zwei Seiten zu beleuchten giebt. Wenn du das unterrichtet hast, find ich es schade, kein Unterricht bei dir gehabt zu haben, weil ich das Gefühl hege, das sowieso viel an mir vorbei gegangen ist( Also ich war schon körperlich und geistig am Unterricht beteiligt) :-D

Pauker
01.06.2007, 23:01
Sämtliche der erwähnten Themen wurden bei uns auch in der 8.-10. Klasse behandelt. Allerdings scheints nicht sehr gefruchtet zu haben, obwohl unser Lehrer damals die Themen nicht nur oberflächlich angeschnitten hat. [.....]

Es liegt nicht immer nur an den Lehrern oder Themen, die nicht/nicht richtig behandelt werden.....was nützt der tollste Lehrplan und der Lehrer, der diesen Plan am besten umsetzen kann, wenn er vor eine Runde gleichgültiger Dummbatzen steht?.... :-?Und das ist ganz schön frustrierend.

Übrigens, ein wenig off topic: Witzig: Hier rufen Mediziner nach Gesundheitsunterricht in der Schule und in meinem Bekanntenkreis hab ich stark übergewichtige Leute - Akademiker!- , die nach mehr Ernährungsberatung durch ihre Ärzte rufen.
Die meinen, ihre Ärzte müssten ihnen immer wieder genau erklären, weshalb starkes Übergewicht gesundheitsschädlich sein könne und ihnen mehr Ernährungstipps geben. Der Clou war mal die Frage, wozu wir das Eiweiß in der Nahrung bräuchten. :-))

p. s. Nö, ich werd kein GOMER.

milz
01.06.2007, 23:17
Und das ist ganz schön frustrierend.

Übrigens, ein wenig off topic: Witzig: Hier rufen Mediziner nach Gesundheitsunterricht in der Schule und in meinem Bekanntenkreis hab ich stark übergewichtige Leute - Akademiker!- , die nach mehr Ernährungsberatung durch ihre Ärzte rufen.
Die meinen, ihre Ärzte müssten ihnen immer wieder genau erklären, weshalb starkes Übergewicht gesundheitsschädlich sein könne und ihnen mehr Ernährungstipps geben. Der Clou war mal die Frage, wozu wir das Eiweiß in der Nahrung bräuchten. :-))

p. s. Nö, ich werd kein GOMER.

Das ist leider so die Mentalität, der Arzt soll es richten, hauptsache man selbst muss sein Verhalten nicht ändern. Gerade das Bsp. Ernährung und Rauchen ist gut, es gibt eigentlich nur wenig, was man dazu wissen muss, man muss es nur dann auch in die Tat umsetzen.

Moorhühnchen
02.06.2007, 00:05
Übrigens, ein wenig off topic: Witzig: Hier rufen Mediziner nach Gesundheitsunterricht in der Schule und in meinem Bekanntenkreis hab ich stark übergewichtige Leute - Akademiker!- , die nach mehr Ernährungsberatung durch ihre Ärzte rufen.
Die meinen, ihre Ärzte müssten ihnen immer wieder genau erklären, weshalb starkes Übergewicht gesundheitsschädlich sein könne und ihnen mehr Ernährungstipps geben. Der Clou war mal die Frage, wozu wir das Eiweiß in der Nahrung bräuchten. :-))
Ok, ich denke, wir sollten uns auf ein Unentschieden einigen!! :-keks
Trotzdem hätte ich gerne mehr gelernt in der Schule, als klassische und operante Konditionierung.... obwohl mir das im Physikum auch einiges genützt hat. :-))

Eigentlich ist ja jeder im Prinzip selbst dafür verantwortlich, was er lernt und somit später weiß oder nicht weiß oder nicht zu wissen vorgibt und dann seinen Arzt verklagt (oder den Lehrer wie in Paukers Beispiel)!!
Und desinteressierten Teenagern kann man mit Themen wie gesunder Ernährung eigentlich auch nur noch bedingt beikommen, solange McDoof direkt neben der Bushaltestelle angesiedelt ist und die coolen Oberstüfler um die Ecke rauchen.

Das Angebot an medizinischem Wissen sollte irgendwie optimiert werden, und dafür sollte NICHT die Glotze zuständig sein, so viel ist sicher!! Formate wie "Galileo" mögen zum Einstieg ganz nett sein, aber es darf auch ab und an mal was Anspruchsvolleres kommen. Dafür muß JEDER etwas tun und weder die Ärzte noch die Lehrer und schon gar nicht die Eltern sollten meinen, sie hätten damit nix am Hut.

Ich wollte hier auch eigentlich keine Diskussion über Lehrpläne und deren Einhaltug starten....... :-peng (bei uns wurde wirklich abgestimmt)
Ich denke nur, daß es selbstverständlich sein sollte, "medizinisches Wissen", bzw. Wissen über den eigenen Körper und seine Funktionen gerade auch mal den Kleinen - auch den GRUNDSCHÜLERN und KINDERGARTENKINDERN - (spielerisch) näherzubringen. Die sind nämlich wenigstens noch lernfähig!! :-D
Man erreicht schließlich nirgends so eine breite Gruppe wie in der Schule - deswegen die Idee mit dem "Unterricht". Und nun bitte nicht wieder auf das Wort "Unterricht" anspringen - das ist nun ausgelutscht!! :-sleppy

So, wer hat noch Beispiele von unwissenden Patienten?
Scheinbar ist das mit der Gerinnung und den Thrombosen wirklich nicht sehr weit verbreitet, denn meine beste Freundin wußte es vorhin auch nicht....
Sie nannte als Unterschied zwischen Thrombosen und Krampfadern "Das eine tut weh und das andere nicht." Und die Krampfadern tun ihrer Meinung nach nicht weh....... *aua*

Pauker
02.06.2007, 00:15
.... Wissen über den eigenen Körper und seine Funktionen gerade auch mal den Kleinen - auch den GRUNDSCHÜLERN ..... näherzubringen. Die sind nämlich wenigstens noch lernfähig!! :-DAber das wiird doch schon längst gemacht.

Schimmelschaf
02.06.2007, 00:19
Beispiele von unwissenden Patienten? Die gibts hier bestimmt wie Sand am Meer.
Letzte Woche hat sich in "meinem" Spital ein Patient mit einer Hirnblutung (keine Ahnung was für eine) selbst entlassen, er hat(te) einfach keine Ahnung, was für Konsequenzen das haben kann. Als die Ärztin dann die Frau nach ihrer Meinung fragte kam nur die Antwort, dass es seine Entscheidung wäre und sie nichts gegen ihren Mann sagen könne.

Diabetes wird auch oft unterschätzt. Was das schon für Diskussionen mit Patienten gab... Die Zeit könnte man wirklich mit anderen Dingen verbringen.

Moorhühnchen
02.06.2007, 00:22
Aber das wird doch schon längst gemacht.
Widersprich mir nicht dauernd, ich bin eine Frau und mag das nicht!!!!!!!! :-D

Pauker
02.06.2007, 00:31
Widersprich mir nicht dauernd, ich bin eine Frau und mag das nicht!!!!!!!! :-DIch werd mich bessern :-))

Auch ein Beispiel , aber nur aus zweiter Hand:
Da hätte jemand, der schon mal einen Herzinfarkt gehabt habe, einen Stent (ob beschichtet oder unbeschichtet weiß ich nicht) eingesetzt bekommen. Kurze Zeit später habe er den nächsten Herzinfarkt bekommen. Bei der Anamnese habe sich herausgestellt, dass er die Medikamente, die ihm verordnet worden waren, nicht genommen hatte.
Begründung: Er habe gedacht, durch den Stent würden weitere Herzinfarkte verhindert und die Medikamente seien überflüssig.
Und wer war schuld an der fehlenden Compliance? Die Ärzte, denn die hätten ihm nicht richtig erklärt, weshalb es wichtig sei, diese Medikamente zu nehmen.:-)

Moorhühnchen
02.06.2007, 00:36
Auch sehr simpel - neulich gelesen bei www.jeder-fehler-zaehlt.de:
(eine Seite für ÄRZTE-Fehler... manchmal muß ich da aber auch sehr an den Patienten zweifeln)


Schriftliche Übergabe eines Medikamentenplans [an den Patienten].
(Digitalis-)Aufsättigung nach dem Schema:
Mo: 3, Di: 2, Mi: 2, Do: 1, Fr: 1, Sa: 1, So: 1 Tablette usw..
Der Patient führte die Medikation nicht - wie geplant - mit 1 Tbl. pro Tag fort, sondern begann am Montag wieder mit 3 Tbl., dann 2 etc..
:-wand

Moorhühnchen
02.06.2007, 00:43
Hat jetzt noch jemand ein Patentrezept, was man mit Eltern macht, die nicht zum Arzt gehen wollen? Irgendwelche Tips????

milz
02.06.2007, 00:48
Hat jetzt noch jemand ein Patentrezept, was man mit Eltern macht, die nicht zum Arzt gehen wollen? Irgendwelche Tips????

Fragen, ob sie ihr Testament schon gemacht haben, man weiß ja nie... (o.k., böse)