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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unterschätze NIE die Unwissenheit Deines Patienten!!



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hypnotel
02.06.2007, 01:04
Das Thema als solches blickt mich bei praktisch bei jeder Visite aus fragenden Augen an...
ebensowenig sollte man aber vergessen dass manch Arzt schlicht unfähig ist, Patienten sinnvoll zu instruieren / aufzuklären.


Hat jetzt noch jemand ein Patentrezept, was man mit Eltern macht, die nicht zum Arzt gehen wollen? Irgendwelche Tips????

- kleine Sanktionen im Alltag, ostentativer Liebesentzug etc.

- Arzt ins Haus holen

- ultima ratio- selbst Arzt werden :-stud :-))

Hypomochlion
02.06.2007, 02:29
Patient im Schlaflabor, COPD, 3 Liter O2 am Tag, in der Nacht BIPAP: "Den Sauerstoff brauche ich, weil meine Lungen keinen Sauerstoff mehr produzieren!" Meine auch nicht... *japs*

Rumpelstilzchen
02.06.2007, 07:48
Die Liste der Leute, die ich kenne, und die von Medizin keine Ahnung haben, ist lang.

Meine Eltern, meine Nachbarn, so gut wie alle Verwandten, die meisten Patienten, alle keinen Plan - manchmal bilden sich da haarsträubende Laienätiologien über Krankheiten und Symptome heraus.

astrophys
02.06.2007, 09:25
Welche Tips habt ihr denn für den umgekehrten Fall:

Diabetespatientin (Typ 1) soll am Auge operiert werden. Zwei junge Ärzte streiten darüber, wieviel Insulin sie bekommen soll, damit sie ohne Probleme operiert werden kann. Der eine: 4 Einheiten, der andere: nee, 12.

Patientin: Leute, das ist viel zu viel! Wenn ihr mir soviel gebt kipp ich euch um. Ruft doch meine Diabetologin an!

Sie einigen sich dann auf 8 und eine Stunde später liegt die Patientin mit einem Blutzuckerwert von 25 im Zimmer, operation muss verschoben werden und Patientin hängt mehrere Stunden an der Glucoseverbindung.

Wie verhindert man sowas am besten, wenn man eh schon ziemlich schlapp ist und kein Gehör findet?

habichnicht
02.06.2007, 10:19
Wie verhindert man sowas am besten, wenn man eh schon ziemlich schlapp ist und kein Gehör findet?Falls es um eine elektive OP geht und man noch nicht zu schlapp ist: Seine sieben Sachen packen, sich von den Schwestern die mitgebrachten Unterlagen geben lassen, ein Taxi bestellen, dieses Krankenhaus fluchtartig verlassen und für die OP eine andere Augenklinik suchen.

katerchen
02.06.2007, 15:00
Könnte ein Buch über die Arztodyssee meiner Mutter schreiben (mamma ca, gehirnmeta osteop biphosphonate)
was du schreibst verstehe ich unwissenheit anderer ist schwer zu verstehen

aber wie steht es mit der eigenen unwissenheit? ich kann zum beispiel obwohl ich bald ins pj gehe und auch krankenschwester bin meiner mutter nur total (für mich unbefriedigend) tips geben und helfen weil ich genug hirnspeicher besetzt habe mit dämlichen mc fragen usw und mir die zeit oft fehlt mich mit wichtigen themen wie zb aktuelle entwicklungen zu widmen...
also es ist alles nicht leicht;9

Skalpella
03.06.2007, 09:57
Vielleicht bin ich nun nach 5 Jahren Medizinstudium auch einfach nur genervt, daß ich mit niemandem in meinem Familienkreis ernsthaft über irgendwelche Krankheitsbilder diskutieren könnte und ich beneide mittlerweile Kommilitonen die Ärzte als Eltern haben. :-?

:-)) Lass dir doch mal von Ziska die Geschichte von ihrem Vater (Arzt) und dem Ast im Auge erzählen... Der ging auch nicht zum Arzt... :-keks

Mein Opa fängt immer an, irgendwelche Tabletten auszusortieren...
Originalzitat: "Man kann doch nicht soo viele Tabletten nehmen, da dachte ich, ich reduzier mal ein wenig...."
Mein Papa (der Sohn von ebendem Opa) hat gegen seine Magenschmerzen ne ganze Zeit lang Aspirin eingenommen (als Schmerzmittel)---> Ulkusblutung
Beide lassen dann besonders gern immer den Protonenpumpenhemmer weg, bei all den Medikamenten, die sie nehmen müssen :-wand :-wand :-wand
Und ich red mir immer den Mund fusslig :-keks
@moorhünchen: du bist nicht allein... :-) :-keks :-((

alley_cat75
03.06.2007, 10:01
Ich drohe meinen Eltern immer damit, dass ich sie bald ins Heim gebe, wenn sie weiter so stur sind. Funktioniert super. Zumindestens mein Papa nimmt dann wieder 4 Wochen seine Tabletten. :-top Und für meine Mama habe ich mir etwas ganz Tolles ausgedacht: ich mache gerade meinen Motorradführerschein. Kind, wirf doch nicht Dein Leben weg. Nö, ist nicht so gefährlich wie mit permanent RR von 220 mmHg durch die Gegend zu laufen.

Pauker
03.06.2007, 12:05
Rein theoretisch könnte man für dieses Thema einen eigenen Fred eröffnen ...Eigentlich ist im Eröffnungsposting dieses Threads sogar Material für vier Themen enthalten:

- Gerinnungsstörungen (Diagnose, Genetik, Therapie)

- gestörte Arzt-Patientenkommunikation und Complianceprobleme

- Hypochondrie und ihr Gegenteil (wie nennt man das eigentlich?)

- Welche Rolle kann und soll die Schule bei der >>Gesundheitsaufklärung<< spielen?



Ich hatte mich hier nur eingemscht, weil mir das



Ich plädiere ab sofort für das Schulfach "Gesundheitsaufklärung", damit diese furchtbare Unwissenheit bekämpft wird!!!!!!!! :-dafür
so ins Auge gesprungen war.

Über den Sinn des naturwissenschaftlichen Schulunterrichts haben wir ja Anfang Januar am Beispiel der Bedeutung des Chemieunterrichts für das Medizinstudium bereits heftig diskutiert. :-))
Wenn ich mich richtig erinnere, warst Du auch daran beteiligt.

Was ich damals gepostet habe, gilt nach wie vor:

http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=34963

Zitat Pauker vom 3.1.2007:


.....Ich halte das Vermitteln der Grundlagen naturwissenschaftlichen Denkens und Arbeitens für grundsätzlich wichtig, unabhängig davon, ob es ein Schüler später beruflich brauchen wird oder nicht. An welcher Naturwissenschaft diese Fähigkeiten vermittelt werden, ist IMHO weniger wichtig. (Am leichtesten geht es nach meinen Erfahrungen in der Chemie und der Physik, am schwierigsten ist es in der Biologie, weil sie eigentlich angewandte Chemie und Physik ist.)

Meiner Meinung nach liegt eine der Ursachen dafür, dass so viele Menschen auf fragwürdige technische Verfahren in der Medizin (=> Bioresonanz und Co.), auf Esoterik, Sekten, abstruse Vorstellungen zur Evolution (=> Kreationismus) usw.... hereinfallen, unter anderem auch darin, dass sie die Methoden wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung nicht kennen.

Mir liegt mehr daran, meinen Schülern anhand von Materialien, am besten anhand selbst geplanter und durchgeführter Versuche, naturwissenschaftliches Denken und Arbeiten beizubringen als unverstandene Dinge auswendig lernen zu lassen.

Stumpfsinniges Abfragen ist bei uns in Klausuren sogar verboten. Es müssen immer Materialen (Versuchsbeobachtungen, Tabellen, Graphen, ...) ausgewertet werden. .....

Ich hab' hier mal als Beispiel einen Auszug aus den Rahmenrichtlinien für den Bio-Unterricht in der Sek. II, in denen die Wissenschaftspropädeutik als durchgängiges Unterrichtsprinzip gefordert wird. Es ist leider ein ziemlich langes Zitat, aber es drückt das, worauf es mir besonders ankommt, sehr gut aus:


"Die Forderung nach Wissenschaftspropädeutik steht übergreifend über allen Themen des Biologieunterrichtes. Als durchgängiges Prinzip soll sie Denk- und Arbeitsweisen der Naturwissenschaften vermitteln. Diese ermöglichen eine rationale Überprüfung von Erkenntnissen und geben so eine gewisse Sicherheit bezüglich der Glaubwürdigkeit von Ergebnissen. "


Um auf die Forderung nach Gesundheitsaufklärung in der Schule zurückzukommen:

Ich denke, in der Schule sollten dazu grundlegende Kenntnisse in der Anatomie, Histologie und Physiologie des Menschen vermittelt werden.

Ergänzend kann man wichtige Beispiele aus der Pathophysiologie bringen.

Also: Erst Physiologie, dann - bei Bedarf - Anwendung auf einige pathophysiologische Beispiele.

Auf Thrombose und Embolie bezogen bräuchte man als Grundlagen:

- Anatomie von Herz, Lunge, Blutgefäßen

- Physiologie von Atmung und Blutkreislauf

- Zusammensetzung des Bluts, Funktion und teilweise auch Funktionsweise der einzelnen Bestandteile ( z. B. Ablauf der Blutgerinnung auf mikroskopischer und teilweise auch auf molekularer Ebene)

Erst anschließend könnte man auf Störungen einzelner Stufen der Blutgerinnung und mögliche pathologische Konsequenzen solcher Störungen eingehen.



..Zeichen, an denen man eine Thrombose erkennen kann, sind zum Beispiel geschwollene, gerötete, überwärmte Extremitäten (Arme/Beine).
Besonders häufig kommen sie nach Bewegungsmangel vor, zum Beispiel nach langen Reisen in Auto, Bus oder Flugzeug oder nach Operationen, sie können aber auch andere Ursachen haben.

Das könnte doch nun auch ein Lehrer erklären, der Interesse und die entsprechende Fortbildung hat, oder?
..Es kommt dabei auch primär nicht auf die Korrektheit oder wissenschaftliche Brauchbarkeit von Aussagen wie "Bluthochdruck ist gefählich" an, sondern vielmehr darauf, daß ÜBERHAUPT darauf aufmerksam gemacht wird!! Sorry, Kaddi, aber da muss ich Dir leider nochmal gaaaaanz heftig widersprechen!!!!

Das reine Aufzählen und Auswendiglernen potentiell gefährlicher Symptome und das Verbinden dieser Symptome mit einer eventuell infrage kommenden Diagnose lehne ich für die Schule ganz entschieden ab!!!. Dazu gibts schon reichlich Fersehsendungen und Artikel in der Yellow-Press

So etwas würde den Sinn des naturwissenschftlichen Unterichts ad absurdum führen, denn Naturwissenschaftler wollen den Schülern wissenschaftliches Denken und Kritikfähhigkeit vermitteln und nicht das Spekulieren und Aufstellen von Laiendiagnosen.

Außerdem würde man damit Hypochonder züchten. Das könnte mir allerdings egal sein, denn damit müssten sich dann vorwiegend Ärzte herumschlagen. ;-)

Gichin_Funakoshi
03.06.2007, 13:57
Ich äußer mich als (noch) Abiturient mal zu der gesundheitlichen Aufklärung, wie wir sie erfahren haben. Also die Tatsache, dass man Naturwissenschaften in der Oberstufe gar nicht vollständig belegen muss, halte ich schon aufgrund des heutigen Wirtschaftsschwerpunktes in den Industrienationen für nicht sonderlich gut. Aber auch in Bezug auf Gesundheitsaufklärung bilden sie ganz klar die Grundlage. Allerdings war es bei mir auf der Schule so, dass man wirklich nur die Rohkost serviert bekommen hat und Zusammenhänge mit gesundheitlichen Themen gar nicht hergestellt wurden. Das bedeutet in der Praxis, dass man zwar in Physik im Nanometer Bereich rauf und runter rechnet jedoch kein mal gesagt bekommt, dass dies Strahlung mutagene Wirkung hat. :-?
Das halte ich für den wichtigsten Ansatzpunkt; eben dass medizinische Bezüge im Zusammenhang mit einem naturwissenschaftlichen Thema angesprochen würde. In der Chemie könnte man beispielsweise im Zusammenhang mit der Organik erwähnen, dass Alkoholkonsum durchaus Folgen haben kann und toxisch ist (Viele Wissen noch nicht mal, dass es per Definition ein Gift ist). Das wären zwei Beispiele, wie man Gesundheitsaufklärung intensiver gestalten könnte und lässt sich beliebig ausweiten.
Von einem eigenen Fach "Gesundheitsaufklärung" halte ich nicht viel. Wie stellt man sich das vor? Vorne steht ein Moralapostel, der uns einen Ratgeber austeilt, wie man sich zu ernähren und zu leben hat? Das würde nämlich ohne tiefes Verständnis für die Materie geschehen und der Lerneffekt wäre gleich null. Erst in Kombination mit einer naturwissenschaftlichen Erklärung wird die Sache eindrucksvoll. Denn dann is Alkohol nicht nur ungesund, sondern zerstört die Leber und die damit zusammenhängenden Funktionen usw. Für eine solche rangehensweise ist jedoch niemals genügend Zeit.
Aus diesem Grund halte ich die von mir anfangs erwähnten Denkanstöße weitaus produktiver eben weil sie im Zusammenhang mit Verständnis stehen.

Und bye the way: Mich nervt diese Hetze gegen Raucher an Schulen. Da werden Raucherdiskriminierungstage veranstaltet, die ebenfalls ohne Hintergrund ablaufen und jediglich Gehirnwäschecharakter haben ohne aufzuklären und Raum freie Entscheidung zu lassen. Denn wenn du rauchst, bist du schließlich ein schlechter Mensch.
In dem Zusammenhang hab ich mir mal vorgestellt, wie so ein Tag gegen Übergewicht ablaufen würde. "Fett ist uncool" oder "Fette küsst man ungern" wären wohl die Leitsprüche abgeleitet aus der Antiraucherkampagne...
Naja, das hat jetzt nichts mim eigentlichen Thema zu tun, ärgert mich aber doch sehr...

Pauker
03.06.2007, 14:56
....Allerdings war es bei mir auf der Schule so, dass man wirklich nur die Rohkost serviert bekommen hat und Zusammenhänge mit gesundheitlichen Themen gar nicht hergestellt wurden. Das bedeutet in der Praxis, dass man zwar in Physik im Nanometer Bereich rauf und runter rechnet jedoch kein mal gesagt bekommt, dass dies Strahlung mutagene Wirkung hat. :-?
Das halte ich für den wichtigsten Ansatzpunkt; eben dass medizinische Bezüge im Zusammenhang mit einem naturwissenschaftlichen Thema angesprochen würde. Mutagene Dinge (Stoffe u. Strahlung) aufzuzählen, ist kein Problem.
Um aber deren Wirkung verstehen zu können, muss man auf die molekulare Ebene gehen und das geht nur, wenn man den Bau der DNA nicht nur anhand von Chemie-Legobausteinen behandelt hat. (Aber diese Diskussion hatten wir ja im Januar schon. ;-) )

Am Beispiel der Umsetzung von Cytosin zu Uracil durch salpetrige Säure kann man dann ganz gut zeigen, wie aus Cytosin Uracil wird und wie sich dadurch der genetische Code verändert.
Und die Auswirkungen von UV-Strahlung auf DNA kann man auch ganz gut zeigen, wenn man auf in den molekularen Bereich geht.



Von einem eigenen Fach "Gesundheitsaufklärung" halte ich nicht viel. Wie stellt man sich das vor? Vorne steht ein Moralapostel, der uns einen Ratgeber austeilt, wie man sich zu ernähren und zu leben hat? Das würde nämlich ohne tiefes Verständnis für die Materie geschehen und der Lerneffekt wäre gleich null.Dass das nicht viel bringt, sieht man ja am Rauchen. So gut wie jeder Schüler hat Filme und Photos über die schädlichen Wirkungen des Rauchens gesehen. Und was bringts? => Siehe Doctöses Beitrag (http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showpost.php?p=516549&postcount=46). :-)) Da muss man auch an andern Stellen ansetzen.


Mich nervt diese Hetze gegen Raucher an Schulen. Da werden Raucherdiskriminierungstage veranstaltet, die ebenfalls ohne Hintergrund ablaufen und jediglich Gehirnwäschecharakter haben ohne aufzuklären und Raum freie Entscheidung zu lassen. Denn wenn du rauchst, bist du schließlich ein schlechter Mensch.Von Raucherdiskriminierungstagen an Schulen hab ich noch nie gehört. Ob so etwas sinnvoll ist, hängt sicher vom Veranstaltungsprogramm ab.
Was ich aber für unbedingt nötig halte, ist das generelle Rauchverbot in Schulen und auf Schulgeländen. Hat viel zu lang gedauert, bis es endlich so weit war.


In dem Zusammenhang hab ich mir mal vorgestellt, wie so ein Tag gegen Übergewicht ablaufen würde. "Fett ist uncool" oder "Fette küsst man ungern" wären wohl die Leitsprüche abgeleitet aus der Antiraucherkampagne...
Der Unterschied zwischen einem Anti-Raucher-Tag und einem Anti-Übergewicht-Tag läge darin, dass man den nicht als Anti-Kampagne gestalten müsste, sondern einen 'Pro-Tag' machen könnte; nämlich einen 'Pro-gesunde-Ernährung-und-Sport-Tag'. Dazu würde mir schon einiges einfallen.

Gichin_Funakoshi
03.06.2007, 15:18
Am Beispiel der Umsetzung von Cytosin zu Uracil durch salpetrige Säure kann man dann ganz gut zeigen, wie aus Cytosin Uracil wird und wie sich dadurch der genetische Code verändert.
Yepp, prinzipiell sollte man dann auch in die molekular-biologische Ebene gehen. Das geht natürlich nur im Zusammenhang mit Biologie und kann nicht in Physik behandelt werden. Wenn jemand jedoch von der Mutagenen Strahlung hört und Biologie abgewählt hat, bleibt alles sehr abstrakt. Daher auch meine Empfehlung Naturwissenschaften in Schulen intensiver zu betreiben. Aber halt! Lieber nicht, dann bekommen nämlich im AdH alle den Naturwissenschaftsbonus :-((


Von Raucherdiskriminierungstagen an Schulen hab ich noch nie gehört. Ob so etwas sinnvoll ist, hängt sicher vom Veranstaltungsprogramm ab.
Das war auch nur meine Interpretation aus den Tatsachen. Wenn Schilder rumhängen in denen Raucher als doof dargestellt werden ist Diskrimierung die logische Konsequenz daraus. Das ist überaus unaufklärerisch und gleicht den 10 Geboten von der Aufmache her.


Der Unterschied zwischen einem Anti-Raucher-Tag und einem Anti-Übergewicht-Tag läge darin, dass man den nicht als Anti-Kampagne gestalten müsste, sondern einen 'Pro-Tag' machen könnte; nämlich einen 'Pro-gesunde-Ernährung-und-Sport-Tag'. Dazu würde mir schon einiges einfallen.
Klar ;-)
Aber warum kann man das nicht bei Übergewichtigen genauso machen? Mich würde wirklich mal ein Grund interessieren, der über political correctness hinausgeht. Denn objektiv betrachtet sind beide Parteien von einer Krankheit beeinflusst. Es wird eben häufig vergessen, dass es sich um dieselbe Ebene handelt und trotzdem unterschiedlich damit Umgegangen wird. Denn ein Pro-gesunde-Ernährung-und-Sport-Tag kann durchaus auch für Raucher gelten ;-)

supergirl17
03.06.2007, 15:23
Der Unterschied ist u.a., dass ein Übergewichtiger die Gesellschaft "nur" finanziell schädigt, während Passivrauchen auch die Gesundtheit anderer beeinträchtigt.

Pauker
03.06.2007, 15:29
Der Unterschied ist u.a., dass ein Übergewichtiger die Gesellschaft "nur" finanziell schädigt, während Passivrauchen auch die Gesundtheit anderer beeinträchtigt.Zu langsam. Genau das wollte ich gerade auch sagen.

Pauker
03.06.2007, 15:49
Yepp, prinzipiell sollte man dann auch in die molekular-biologische Ebene gehen. Das geht natürlich nur im Zusammenhang mit Biologie und kann nicht in Physik behandelt werden. Wenn jemand jedoch von der Mutagenen Strahlung hört und Biologie abgewählt hat, bleibt alles sehr abstrakt. ..Aber jetzt wirds endgütig off topic:;-)


:-stud Und wer Physik und Chemie abgewählt hat, um vor den Naturwissenschaften zu flüchten, kriegt auch Probleme, denn Biologie ist in vielen Bereichen die Anwendung von Physik und Chemie auf biologische Phänomene.
Auch die Biologie ist eine Naturwissenschaft und biologische Erkenntnisse werden mit den gleichen Methoden wie in Chemie und Physik gewonnen, nämlich durch Durchführung und Auswertung von Experimenten oder durch Auswertung von Naturphänomenen.

Gichin_Funakoshi
03.06.2007, 15:58
Der Unterschied ist u.a., dass ein Übergewichtiger die Gesellschaft "nur" finanziell schädigt, während Passivrauchen auch die Gesundtheit anderer beeinträchtigt.
Ja, das ist Fakt. Jedoch sollte das kein Grund sein derartige Kampagnen zu starten. Vielmehr sollte man die Anzahl von GUTEN Kampagnen steigern.
Zudem: Jeder der Auto fährt schadet Menschen. Das nur nebenbei ;-)

Ansonsten gilt:

Aber jetzt wirds endgütig off topic


Und wer Physik und Chemie abgewählt hat, um vor den Naturwissenschaften zu flüchten, kriegt auch Probleme, denn Biologie ist in vielen Bereichen die Anwendung von Physik und Chemie auf biologische Phänomene.
Ja, das ist richtig. Jedoch brauch man das in der Oberstufe nicht zwingend. Ich hab zwar alle Naturwissenschaften bis zum bitteren Ende behalten aber denke, dass es (leider) auch ohne Chemie und Physik funktioniert hätte.

Pauker
03.06.2007, 16:32
... Vielmehr sollte man die Anzahl von GUTEN Kampagnen steigern. ..Na klar . Nur Pro-Kampagnen.:-top



Ich hab zwar alle Naturwissenschaften bis zum bitteren Ende behalten aber denke, dass es (leider) auch ohne Chemie und Physik funktioniert hätte.Das Dilemma der Bio-Kurse besteht darin, dass die Zusammensetzung oft extrem heterogen ist.

Physikkurse (GKs und LKs) und Chemie-LKs werden fast auschließlich von Physik- bzw. Chemie-freaks gewählt. Das sind dann meist kleine, aber feine Kurse. :-)
Aber so gut wie alle Naturwissenschaftsflüchtlinge gehen in die Biologie. In den Bio-LKs hat man deshalb oft eine Mischung aus hochmotivierten Bio-Freaks, die oft sogar noch Chemie als zweiten LK haben, und Schülern, die bei der Astlochsuche im Bio-LK gelandet sind. Beiden Gruppen gerecht zu werden, ist kaum zu schaffen. Wenn der Lehrermangel nicht zu groß ist und genügend interessierte Schüler da sind, kann man für die Freaks Zusatzkurse mit den anspruchsvolleren biochemischen und biophysikalischen Themen anbieten. Macht Spaß, klappt aber nur ganz selten.

In Bio-GKs gibts noch ein anderes Phänomen. Da hatte ich schon ab und zu neben den NaWi-Flüchtlingen noch ein paar Leute aus den Physik-LKs, die den Bio-GK just vor Fun -aus reinem Interesse an allen NaWis - gemacht haben. :-love

Ex-PJ
03.06.2007, 17:27
Zitat aus einem Beitrag von mediana:

....
Und ich red mir immer den Mund fusslig :-keks
@moorhünchen: du bist nicht allein... :-) :-keks :-(([/QUOTE]
....

:-nix
Ich schließe mich an: die gleichen Probleme mit den Eltern

Gichin_Funakoshi
03.06.2007, 18:38
Pauker, an deiner Erklärung ist durchaus was dran und bei uns im BioLK war es nicht anders. Nur, dass wir insgesamt nur 3 Leute waren, die in allen Naturwissenschaften im guten bis sehr guten Bereich lagen...
Bestünde der Kurs nur als solchen Leuten, würde man sicherlich nen anderen Unterricht machen können. Jedoch ist bei uns das Zentralabitur erst kürzlich eingeführt worden und der Bio Lehrplan hat extrem viel an Inhalt dazubekommen. Das wirkt dem "naturwissenschaftlichen" Biounterricht natürlich entgegen, wenn Ökologie und Verhalten einen derart großen Platz einnehmen müssen...

Pauker
03.06.2007, 19:14
....Jedoch ist bei uns das Zentralabitur erst kürzlich eingeführt worden und der Bio Lehrplan hat extrem viel an Inhalt dazubekommen. Das wirkt dem "naturwissenschaftlichen" Biounterricht natürlich entgegen, wenn Ökologie und Verhalten einen derart großen Platz einnehmen müssen...Schau mal hier (http://www.nibis.de/nli1/gohrgs/rrl/rrlbio.pdf) Seite 15 bis 33 an. Öko und Etho nehmen da keinen sehr großen Raum ein.

'Verhalten' kann man als Teilthema innerhalb des Kurses 'Informationsverarbeitung' behandeln, in dem hauptsächlich Neuro- und Sinnesphysiologie gemacht werden.

Auch bei Öko muss man erst physiologische Grundlagen schaffen: Z. B. erst Grundsätzliches zur Pflanzenanatomie und -histologie und Grundsätzliches zur Photosynthese, und anschließend die Anpassung bestimmter Pflanzenarten an bestimmte Umweltfaktoren. Dann kann man auch bei Öko-Themen naturwissenschaftliche Methoden ( Entwickeln und Überprüfen von Hypothesen anhand experimenteller Daten) anwenden.

Und für Evo braucht man relativ viel Genetik.