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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unterschätze NIE die Unwissenheit Deines Patienten!!



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KingLoui
03.06.2007, 21:58
Also bei uns (ca. vor 5 Jahren) wurde der menschliche Körper so gut wie überhaupt nicht behandelt...da war eher Ökologie, der Bienen-Fruchtbarkeitstanz und ähnlicher Schwachsinn auf dem Programm :-nix

Moorhühnchen
03.06.2007, 22:01
Mein Opa fängt immer an, irgendwelche Tabletten auszusortieren...
Originalzitat: "Man kann doch nicht soo viele Tabletten nehmen, da dachte ich, ich reduzier mal ein wenig...."
Sehr gut, SO würd ich das auch machen... :-))


Mein Papa (der Sohn von ebendem Opa) hat gegen seine Magenschmerzen ne ganze Zeit lang Aspirin eingenommen (als Schmerzmittel) ---> Ulkusblutung
Das übertrifft sogar meine Mutter und Schwester!! :-((
Kommt schon fast an den Patienten ran, der eine SAB hatte (es aber natürlich nicht wußte) und wegen der wirklich schrecklichen Kopfschmerzen in den Folgetagen insgesamt 18 Aspirin nahm.... DER konnte es ja wirklich nicht wissen - aber gleich so viele...... :-?


Beide lassen dann besonders gern immer den Protonenpumpenhemmer weg, bei all den Medikamenten, die sie nehmen müssen
Und ich red mir immer den Mund fusslig
@moorhünchen: du bist nicht allein...
Danke, DEN Keks nehm ich gerne!!


Ich drohe meinen Eltern immer damit, dass ich sie bald ins Heim gebe, wenn sie weiter so stur sind. Funktioniert super. Zumindestens mein Papa nimmt dann wieder 4 Wochen seine Tabletten. Und für meine Mama habe ich mir etwas ganz Tolles ausgedacht: ich mache gerade meinen Motorradführerschein. Kind, wirf doch nicht Dein Leben weg. Nö, ist nicht so gefährlich wie mit permanent RR von 220 mmHg durch die Gegend zu laufen.
Da kommt wieder unsere "fiese" Alley raus... wie kannst Du auch nur so leichtsinnig sein??

Aber genau sowas meine ich - Eltern, die einfach irgnorieren, daß man sich um sie Sorgen macht. Die andererseits aber auch gar nicht im geringsten begreifen wollen, was man ihnen erklärt! Ich werde daran noch verzweifeln... :-nix

Ich kann auch noch 100mal erzählen, daß man vom barfuß laufen alleine keine eitrige Angina bekommt.... ich bin trotzdem immer wieder selbst Schuld, wenn ich mal eine habe - ich hätte ja Socken anziehen können!! Die hätten die bösen Bakterien dann sicher abgeschreckt!
Ich werd nicht schlau aus sowas...... und nein, ich weiß NICHT alles besser, nur manches!

Moorhühnchen
03.06.2007, 22:14
Um auf die Forderung nach Gesundheitsaufklärung in der Schule zurückzukommen:

Ich denke, in der Schule sollten dazu grundlegende Kenntnisse in der Anatomie, Histologie und Physiologie des Menschen vermittelt werden.

Ergänzend kann man wichtige Beispiele aus der Pathophysiologie bringen.

Also: Erst Physiologie, dann - bei Bedarf - Anwendung auf einige pathophysiologische Beispiele.

Auf Thrombose und Embolie bezogen bräuchte man als Grundlagen:

- Anatomie von Herz, Lunge, Blutgefäßen

- Physiologie von Atmung und Blutkreislauf

- Zusammensetzung des Bluts, Funktion und teilweise auch Funktionsweise der einzelnen Bestandteile ( z. B. Ablauf der Blutgerinnung auf mikroskopischer und teilweise auch auf molekularer Ebene)

Erst anschließend könnte man auf Störungen einzelner Stufen der Blutgerinnung und mögliche pathologische Konsequenzen solcher Störungen eingehen.
Eigentlich wollte ich ja nicht mehr in diese Diskussion einsteigen. :-oopss

Ok, und ich bin der Meinung, daß dies nicht allein im Biounterricht geleistet werden kann, sondern daß es meiner Meinung ein extra Fach verdient (das darf Pauker dann nennen wie er will), da dieser Stoff zu umfangreich wäre für den normalen Biounterricht. Denn solche Inhalte kann man nicht im Anschluß an den Fruchtbarkeitstanz der Bienen lehren wie es hier jemand so schön sagte... :-meinung

Ich werde mich nun nicht mehr zum Thema Schule äußern, da von meiner Seite aus alles gesagt ist.

Flauta
03.06.2007, 23:16
Ich will mich eigentlich auch raushalten.....

aber eine letzte Frage: Was sollte denn weggelassen werden, um den Platz zu schaffen?
(bleibt nur noch Reli und Spocht)

Hypomochlion
04.06.2007, 01:10
- Hypochondrie und ihr Gegenteil (wie nennt man das eigentlich?)


Dissimulation

Pauker
04.06.2007, 02:58
Eigentlich wollte ich ja nicht mehr in diese Diskussion einsteigen. Ich eigentlich auch nicht......





....Erst Physiologie, dann - bei Bedarf - Anwendung auf einige pathophysiologische Beispiele.

Auf Thrombose und Embolie bezogen bräuchte man als Grundlagen:

- Anatomie von Herz, Lunge, Blutgefäßen

- Physiologie von Atmung und Blutkreislauf

- Zusammensetzung des Bluts, Funktion und teilweise auch Funktionsweise der einzelnen Bestandteile ( z. B. Ablauf der Blutgerinnung auf mikroskopischer und teilweise auch auf molekularer Ebene)

Erst anschließend könnte man auf Störungen einzelner Stufen der Blutgerinnung und mögliche pathologische Konsequenzen solcher Störungen eingehen. Ok, und ich bin der Meinung, daß dies nicht allein im Biounterricht geleistet werden kann, sondern daß es meiner Meinung ein extra Fach verdient (das darf Pauker dann nennen wie er will), da dieser Stoff zu umfangreich wäre für den normalen Biounterricht. Denn solche Inhalte kann man nicht im Anschluß an den Fruchtbarkeitstanz der Bienen lehren wie es hier jemand so schön sagte... Doch, das wird im Biologieunterricht genau so gemacht, wie ich es beschrieben hatte:

Man unterrichtet zuerst die 'normale' Physiologie von Atmung, Blutkreislauf und Blutgerinnung. Das dauert einige Stunden.

Danach behandelt man die Pathophysiologie von Gerinnungsstörungen und deren Vererbung.

Allerdings unterrichtet man normalerweise
nur Physiologie und Erbgang der verzögerten Blutgerinnung bei Hämophilie A und B durch Mutationen in den Genen für Faktor VIII bzw. IX. Es wäre aber kein Problem, im Anschluss daran auch noch eine Stunde in die Behandlung der erhöhten Neigung zur Thrombosebildung aufgrund der Faktor V-Leiden-Mutation und den Erbgang dieser Mutation zu investieren. Ob es sinnvoll wäre, lasse ich mal dahingestellt.....


..Denn solche Inhalte kann man nicht im Anschluß an den Fruchtbarkeitstanz der Bienen lehren wie es hier jemand so schön sagte...Doch, das könnte man - wenn es einen Fruchtbarkeitstanz der Bienen gäbe.



..sondern daß es meiner Meinung ein extra Fach verdient (das darf Pauker dann nennen wie er will), Ich würde es Hypochondrologie nennen.


..aber eine letzte Frage: Was sollte denn weggelassen werden, um den Platz zu schaffen?
(bleibt nur noch Reli und Spocht)Ich würde Musik weglassen.

habichnicht
04.06.2007, 03:43
..Eine Mutter, die die letzten 30 Jahre keine 3 Mal beim Arzt war, oft starken Bluthochdruck hat und sich vehement weigert, einen Arzt zwecks allgemeiner Untersuchung, Medikamenteneinnahme oder Langzeit-RR aufzusuchen. Woher weißt Du denn, dass Deine Mutter oft starken Bluthochdruck hat, wenn sie sich weigert zumArzt zu gehen? Misst sie ihn regelmäßg selbst oder misst Du ihn jedes Mal, wenn Du sie besuchst?

habichnicht
04.06.2007, 04:01
Und ja, ich habe meinen Eltern schon zich mal erklärt, welche Symptome ein Schlaganfall oder ein Herzinfark macht!!
Und daß man dann schnell in Krankenhaus sollte - ich werde dann immer belächelt.....

....Eltern, die einfach irgnorieren, daß man sich um sie Sorgen macht.
Die andererseits aber auch gar nicht im geringsten begreifen wollen, was man ihnen erklärt! Ich werde daran noch verzweifeln...
Tja, wenn man ihnen das alles vor zig Jahren in der Schule erklärt hätte, würden sie sich heute bestimmt viel gesundheitsbewusster verhalten und öfters mal zum Arzt gehen. .

Deshalb brauchen wir ganz dringend das neue Schulfach Gesundheitsaufklärung. :-dafür

docmoechtegern
04.06.2007, 05:16
Ich will mich eigentlich auch raushalten.....

aber eine letzte Frage: Was sollte denn weggelassen werden, um den Platz zu schaffen?
(bleibt nur noch Reli und Spocht)Interessante Frage. Ich mach dazu gleich mal eine Umfrage.

Ich würde Sport als Schulfach streichen, weil ich das immer im Sportverein mache.;-)

Rico
04.06.2007, 06:08
Das ist etwas mehr als 2 Jahre her und ich kann mich daran erinnern, daß meine Schwester damals was von einer oberflächlichen "Venenentzündung" erzählt hat - ich habe damals wie heute also gedacht, daß es sich hier um eine Thrombophlebitis handelt - aber ganz klar eine THROMBOSE und habe es dem Arzt auch so gesagt.
Es sind Blutgerinnsel in oberflächlichen oder tiefen Venen, die durch Störungen der Blutgerinnung zustande kommen und SIE KÖNNEN AUCH MAL TÖDLICH ENDEN, zB. wenn sie in die Lunge wandern!!
ARGL! NEIN! Falsch! :-notify

Thrombose ist NICHT das gleiche wie eine Thrombophlebitis.
Das sind zwei grundverschiedene Krankheiten, die zwar einen ähnlichen Pathomachanismus haben, aber ganz andere Konsequenzen nach sich ziehen.

Thrombose:
Thrombus im tiefen Venensystem = Zerstörung des Klappenapperates dort = Gefahr der chronisch venösen Insuffizienz, Risiko für Lungenarterienembolien, Gefahr der Rezidivthrombose
--> Indikation zur Antikoagulation je nach Begleitumständen zwischen 3 Monaten und lebenslang!!! Außerdem Indikation zur Kompressionstherapie.

Thrombophlebitis:
Entzündung des oberflächlichen Venensystems = in der Regel kackpups-egal, weil das ohnehin niemand braucht, der ein intaktes tiefes Venensystem hat. Kein Embolierisiko, kein Rezidivrisiko, kein CVI-Risiko und vor allem keine Indikation zur längeren Antikoagulation (sondern nur kurz wenn's frisch is, um eine Aszension ins tiefe System zu verhindern) und auch keine Indikation zur Kompressionstherapie.

Zusammenfassend:
Thrombose: böse, schlecht, unangenehm, evt. lebensgefährlich und mit längerfristiger therapeutischer Konsequenz
Thrombophlebitis: pupsegal, nach Akuttherapie ohne weitere Konsequenz.

Gichin_Funakoshi
04.06.2007, 09:12
Pauker, bei uns haben Öko und Verhalten zusammengerechnet nen Halbjahr gedauert. Da hätte man wunderbar wissenschaftlich werden können. :-?

So, und jetzt wünscht mir Glück bei meiner mündlichen Deutschprüfung :-keks

Books
04.06.2007, 09:29
Aber so gut wie alle Naturwissenschaftsflüchtlinge gehen in die Biologie. In den Bio-LKs hat man deshalb oft eine Mischung aus hochmotivierten Bio-Freaks, die oft sogar noch Chemie als zweiten LK haben, und Schülern, die bei der Astlochsuche im Bio-LK gelandet sind.
Traurig aber wahr :-oopss , viele nehmen Bio-Lk, weil sie denken, dass es nur Auswendiglernen ist, aber das ist es IMHO gerade eben in der Kollegstufe nicht!

Aber die Bio/Chemie-Kombination gabs bei mir nicht :-(( !

Moorhühnchen
04.06.2007, 09:47
Woher weißt Du denn, dass Deine Mutter oft starken Bluthochdruck hat, wenn sie sich weigert zumArzt zu gehen? Misst sie ihn regelmäßg selbst oder misst Du ihn jedes Mal, wenn Du sie besuchst?
Sie mißt selbst und berichtet mir fast wöchentlich von neuen Rekordwerten (Zitat: "Heute hatte ich wieder 180 zu 100" - das ist noch das allerschlimmste daran wie ich finde.... :-?
Wobei, an die 220 von Alleys Mutter kommt sie wohl noch nicht ran.

Moorhühnchen
04.06.2007, 10:14
ARGL! NEIN! Falsch! :-notify

Thrombose ist NICHT das gleiche wie eine Thrombophlebitis.
Das sind zwei grundverschiedene Krankheiten, die zwar einen ähnlichen Pathomachanismus haben, aber ganz andere Konsequenzen nach sich ziehen.

Thrombose:
Thrombus im tiefen Venensystem = Zerstörung des Klappenapperates dort = Gefahr der chronisch venösen Insuffizienz, Risiko für Lungenarterienembolien, Gefahr der Rezidivthrombose
--> Indikation zur Antikoagulation je nach Begleitumständen zwischen 3 Monaten und lebenslang!!! Außerdem Indikation zur Kompressionstherapie.

Thrombophlebitis:
Entzündung des oberflächlichen Venensystems = in der Regel kackpups-egal, weil das ohnehin niemand braucht, der ein intaktes tiefes Venensystem hat. Kein Embolierisiko, kein Rezidivrisiko, kein CVI-Risiko und vor allem keine Indikation zur längeren Antikoagulation (sondern nur kurz wenn's frisch is, um eine Aszension ins tiefe System zu verhindern) und auch keine Indikation zur Kompressionstherapie.


Ich habe nicht gesagt, daß es das gleiche ist - mir war der Unterschied zwischen der Thrombophlebitis und der TVT schon bewußt - aber so kackpupsegal kann es nicht sein, sonst würde es nicht in den Leitlinien der AWMF Beachtung finden....




Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Thrombophlebitis superficialis

1. Definition und pathologische Anatomie
Für die zu besprechende klinische Problematik werden folgende Begriffe verwendet: Phlebitis superficialis, Thrombophlebitis superficialis, Varikophlebitis, Varikothrombose.
Das klinische Bild ist charakterisiert durch die Schwellung, Verhärtung und Schmerzhaftigkeit eines entzündeten Segments einer oberflächlichen Vene. Diese Entzündung der Venenwand kann primär und erheblich, eventuell "spezifisch" sein, wobei der Thrombus dann sekundär und klein sein oder gar fehlen kann.
Umgekehrt kann der Thrombus im Lumen des primäre Problem darstellen und die Entzündung der Wand kann sekundär und diskret ausfallen.

Im ersten Fall wird man von einer Phlebitis superficialis sprechen und bei Bedarf Attribute wie migrans oder saltans verwenden.
Im anderen Fall wird man den Begriff Varikothrombose anwenden und die klinischen Begleitumstände im Sinne einer Komplikation einer primären Varikose oder eines postthrombotischen Syndroms beschreiben (1).
Ok, benutzen wir ab jetzt mal als worst case den Begriff der "Varikothrombose", da ich vermute (es aber nicht weiß!!), daß bei meiner Schwester zuerst die Thrombose da war und erst dann die Entzündung...
Wie gesagt - eine Vermutung..... ich werde es nicht herausfinden können, da sie sich ja auch schlauerweise am nächsten Tag entlassen hat ohne weitere Abklärung...

2. Klinische Diagnostik
Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, daß die Phlebitis superficialis und Varikothrombose zu unterschiedlichen nosologischen Einheiten gehören und eine unterschiedliche Behandlung erfordern (1, 6). [...]

Die Diagnostik bei Verdacht auf Varikothrombose muß darauf zielen, das Ausmaß des thrombotischen Prozesses eindeutig zu erfassen. Verschiedene Studien haben nämlich ergeben, daß die Varikothrombose bei gut einem Drittel der Patienten mit einer Beteiligung der tiefen Venen einhergeht (7 - 11). Zum einen kennt man das häufigere Problem des Einwachsens oberflächlicher Thromben in die tiefen Venen und zum andern das Vorhandensein autochthon entstandener, meist kleiner Thromben in den Muskel- und Leitvenen des Unterschenkels. Die Bedeutung dieser Thromben, z.B. für die Entstehung der sekundären Leitveneninsuffizienz, ist nicht untersucht. Klinisch diagnostizierbare, grosse Thromben sind selten (12). Klinisch asymptomatische Lungenembolien sind häufig (13), doch sind auch katastophale Verläufe durch massive Embolien beschrieben (14, 15). [...]

3. Therapie bei Varikothrombose
Eine kurzstreckige Varikothrombose kann bei Fehlen von Hinweisen auf eine Beteiligung tiefer Venen durch lokale Maßnahmen allein behandelt werden. Die Kompressionstherapie steht im Vordergrund. [...]

4. Nachbehandlung und Verlauf
Die Varikothrombose kann zu einer "Spontanelimination" der Varize führen. Ist dies nicht oder unvollständig der Fall, so soll eine exakte phlebologische Abklärung im Hinblick auf eine radikale Behandlung der Varikose durchgeführt werden. Die orale Antikoagulation und die Kompressionsbehandlung werden im Allgemeinen drei Monate durchgeführt.
Die übrigen Maßnahmen wie Abklärung und Korrektur von auslösenden Faktoren, Rezidivprophylaxe etc. sind in den Leitlinien zur Thrombosebehandlung aufgeführt.

Soviel zum Thema kackpupsegal! :-oopss
Und sorry, daß ich mich in meinem ersten Post vielleicht wissenschaftlich nicht korrekt genug ausgedrückt habe - ich konnte ja nicht ahnen, daß hier so viele mitdiskutieren..... :-music
Und keiner wird je erfahren, ob es nun eine Thrombophlebitis, eine Varikothrombose oder nur ein großer Pickel war... Wir können nun aber auch noch weiterdiskutieren, ob die Thrombophlebitis oder die Varikothrombose wahrscheinlicher ist! :-oopss

Und wenn Pauker weiter über die "Gesundheitsaufklärung" debattieren möchte, dann bitte nicht hier! Sonst lösche ich die Aussage in meinem ersten Beitrag - denn das war nicht das Thema, über welches ich diskutieren wollte!!
Danke für Dein Verständnis, Pauker. :-angel

docmoechtegern
04.06.2007, 12:03
Und wenn Pauker weiter über die "Gesundheitsaufklärung" debattieren möchte, dann bitte nicht hier! Sonst lösche ich die Aussage in meinem ersten Beitrag - denn das war nicht das Thema, über welches ich diskutieren wollte!! Also dann versteh ich aber nicht, weshalb Du ausgerechnet diesen Satz in diesem Format (rot, fett und Schriftgröße 4) gepostet hast: :-? :-)) ;-)




Ich plädiere ab sofort für das Schulfach "Gesundheitsaufklärung", damit diese furchtbare Unwissenheit bekämpft wird!!!!!!!! :-dafür

Derma
04.06.2007, 12:10
Und sorry, daß ich mich in meinem ersten Post vielleicht wissenschaftlich nicht korrekt genug ausgedrückt habe - ich konnte ja nicht ahnen, daß hier so viele mitdiskutieren..... Ist das nicht der Zweck des Forums 'Fachsimpeleien'? :-angel

Moorhühnchen
04.06.2007, 13:06
Ist das nicht der Zweck des Forums 'Fachsimpeleien'? :-angel
Ja, genau das ist es - die Betonung liegt auf so viele...
Ich habe mich übrigens sehr über Ricos Beitrag gefreut :-) - SO ETWAS war es was ich diskutieren wollte! Mache ich mir umsonst Gedanken bezüglich der Thrombosen-Geschichte? Oder soll ich es weiter ernst nehmen....?
Liege ich falsch mit meinen Gedankengängen, oder könnte jemanden wie ihn (immerhin Arzt) auch mit Argumenten wie im letzten Post überzeugen???

Leider haben wir nun bestimmt schon 17 der 20 Seiten dieses Fadens über Lehrpläne diskutiert, weswegen ich nun einfach an einem Punkt bin, wo ich meinen ersten Beitrag wieder editieren werde, was ich eigentlich ungern mache..... ich will nur nicht in diesem Thread noch 10 Seiten über Schule lesen, denn das war nicht die Absicht! :-dagegen

Pauker
04.06.2007, 13:17
Mache ich mir umsonst Gedanken bezüglich der Thrombosen-Geschichte? Oder soll ich es weiter ernst nehmen....?Wenn Dich das so sehr beunruhigt, mach es doch einfach so: Lass Dich untersuchen, notfalls auch auf die Faktor V-Leiden-Mutation. Dann weißt Du schon mal, woran Du bist.
Und falls Du tatsächlich Trägerin dieser Mutation sein solltest, hättest Du bessere Argumente, auch Deine Mutter und Deine Schwester davon überzeugen zu können, sich untersuchen zu lassen.
Sorry für den langen Satz.:-blush

Rico
04.06.2007, 17:46
Soviel zum Thema kackpupsegal!Entschuldige, wenn ich nochmal damit komme, aber auch Thrombophlebitis und Varikothrombose sind keine Synonyme und die pure Unterscheidung nach dem zeitlichen Ablauf von Thrombus und Entzündung trifft es nicht ganz:
Die Varikothrombose setzt nämlich als Bedingung eine vor dem thrombotischen Ereignis bestehende Varikosis vorraus, also eine durchaus relevante Erkrankung des Venensystems. Das hier natürlich ganz andere Risiken bezüglich Rezidiv, Aszension, etc. bestehen möchte ich nicht in Abrede stellen. Ist ja auch logisch, die Varikosis als "auslösendes Agens" besteht ja weiter.
Anders aber die Thrombophlebitis, bei der es zum thrombotischen Verschluss einer bis dato jungfräulichen Vene kommt. Sobald die Akutphase überstanden ist (in der man antikoaguliert um eine Aszension ins tiefe System zu vermeiden) ist der Keks da gegessen. In aller Regel rekanalisiert sich die Vene nicht, die Zerstörung der Klappen im thrombosierten Teil ist also irrelevant, der Abfluß erfolgt über das tiefe Beinvenensystem, es kommt nicht zur CVI.
Ok, benutzen wir ab jetzt mal als worst case den Begriff der "Varikothrombose", da ich vermute (es aber nicht weiß!!), daß bei meiner Schwester zuerst die Thrombose da war und erst dann die Entzündung...
Wie gesagt - eine Vermutung..... ich werde es nicht herausfinden können, da sie sich ja auch schlauerweise am nächsten Tag entlassen hat ohne weitere Abklärung...Also unter Berücksichtigung des oben gesagten kann man das schon unterscheiden:
Hatte sie vorher eine Varikosis, dann kann es Varikophlebitis gewesen sein, wenn ein Varixknötchen betroffen war (das gebe ich zu wird es schwierig das im Nachhinein abzugrenzen).
Hatte sie aber keine, dann kann es per definitionem keine Varikophlebitis gewesen sein. Das wird sich evt. auch noch retrospektiv eruieren lassen können, da die meisten Frauen schon sagen können ob und wann an ihren Beinen irgendwelche (ggf schmerzhaften) blauen Knubbel waren und auch sonst argwönisch alle Zeichen der Varikosis (z.B. Besenreiser) beäugen.
Am einfachsten ist es wenn sie heute immer noch keine Varikosis hat (und zwischenzeitlich auch nicht dementsprechend operiert worden ist ;-)), denn dann ist sicher, dass es damals keine Varikophlebitis war.

Deshalb ist das was Du aus den Leitlinien zur Varikothrombose zitiert hast zwar richtig, aber trifft eben nur für die Varikothrombose zu und ncht für die Thrombophlebitis. Eine fulminante LAE aus einer oberflächlichen Vene geht eben nur, wenn die V. saphena magna ektatisch erweitert ist auf einen Diameter, der mir den tiefen Beinvenen vergleichbar ist.
Eine gesunde VSM ist crossennah wenige Millimeter dick, wenn da ein Embolus abgeht, dann ist das wirklich pupsegal.
Und wenn das tiefe Venensystem wie beschrieben in einem Drittel der Fälle mitbetroffen ist, dann hat dieses Drittel eine tiefe Beinvenenthrombose, die dann die Behandlungsindikation darstellt - nicht die oberflächliche Phlebitis.
Des weiteren gilt es auch nur für die Varikothrombose und nicht für die Thrombophlebitis, dass ein Kompression her muß. Für die Varikothrombose selbstverständlich - schließlich ist die Kompression ja auch schon bei der nackten Varikosis ohne thrombotische Komplikation empfohlen. bei der Thrombophlebitis ist die Vene dauerhaft obliteriert, was soll Kompression da bringen?

Um zu Deiner Schwester zurückzukommen: Wenn sie also wirklich eine Thrombophlebitis (und keine Varikophlebitis und keine tiefe Beinvenenthrombose und keine Lungenarterienembolie hatte) dann hatte sie eine Bagatellerkrankung, die mit der Perinatalphase auch schon ursächlich sehr gut begründet wäre (dort hoffentlich adequat therapiert war) und kann jetzt wieder ein ganz normales Leben führen ohne in der Angst leben zu müssen ohne Marcumar eines Tages an der fulminanten Lungenartereinembolie zu sterben.
Wenn ich Dein Startpost richtig interpretiere, dann hat sie das Wort "oberflächliche Venenentzündung" gebraucht - ein Begriff, auf den man als medizinisch wenig bewanderter Laie (nicht böse gemeint) nicht ohne weiteres kommt. Es macht also den Anschein als hätte irgendein Arzt ihr das erzählt und sich auch was dabei gedacht, dies so nicht als Thrombose zu betonen.

Ich mach mal einen abschließenden (nicht ganz wissenschaftlichen) Vergleich:
Die Thrombophlebitis ist der Schnupfen.
Die Varikophlebitis ist die Superinfektion einer anderen pulmonalen Erkrankung.
Die tiefe Beinvenenthrombose ist die karnifizierende Pneumonie mit Einschmelzung von Lungengewebe.
So ungefähr zur Wertigkeit der Diagnosen.

Ich habe mich übrigens sehr über Ricos Beitrag gefreut :-) - SO ETWAS war es was ich diskutieren wollte! Mache ich mir umsonst Gedanken bezüglich der Thrombosen-Geschichte? Oder soll ich es weiter ernst nehmen....?
Liege ich falsch mit meinen Gedankengängen, oder könnte jemanden wie ihn (immerhin Arzt) auch mit Argumenten wie im letzten Post überzeugen???Auch wenn ich die online-Beratungen eigentlich nicht mag, aber man muß das alles ein bisschen weiter eingrenzen.
Wenn sie wirklich nur eine Thrombophlebitis hatte, dann ist das Risiko für Dich eher geringer als wenn sie eine dicke Thrombose hatte.
Die Unterscheidung zwischen den beiden ist außerdem noch nicht so alt, sodass in Familienanamnesen öfters mal "Thrombosen" rumgeistern, die in Wirklichkeit nach aktueller Lesart Thrombophlebitiden waren. Die LAE Deiner Großtante läßt sich schlecht wegdiskutieren, allerdings ist genetisch viel Raum zwischen Euch beiden (letzte gemeinsame Blutsverwandte waren Deine Urgroßeltern, wenn besagte Tante eine direkte Tante Deiner Mutter war und keine um drei Ecken).
Für ein Thrombophiliescreening eines bislang Gesunden wünscht man sich ja eigentlich einen *erstgradig* Verwandten mit nachgewiesener Thrombophilie oder wenigstens vielen Thrombosen vor dem 45. Lebensjahr.

Außerdem mußt Du Dir Gedanken über die Konsequenzen machen, wenn Du Dich testen lassen würdest: Wenn ein erhöhtes Thrombophilierisiko herauskommt, würdest Du dann lebenslang Marcumar nehmen wollen ohne jemals ein thrombotisches Ereignis gehabt zu haben? Ist AFAIK keine Indikation.

Moorhühnchen
04.06.2007, 22:00
Keine Angst Rico, ich sehe das hier nicht als online-Beratung, sondern wirlklich als Diskussion über ein Thema, welches mich mehr als Studentin interessiert... :-)
Ich hab auch nicht vor, deswegen gleich noch einmal zum Arzt zu rennen und es testen zu lassen. Ich werd's nur das nächste Mal präzisieren und mir dann seine Meinung (Testung oder nicht) anhören... schließlich hat er es ja nicht umsonst gefragt!

Um zur Unterscheidung zwischen Varikothrombose, Varikophlebitis und Thrombosphlebitis zurückzukommen: die Krampfadern (Varikosis - hoffentlich ist wenigstens das der richtige Begriff) waren schon vorhanden, nämlich seit der Schwangerschaft mit dem ersten Kind.
Das war es ja auch, was mich anfangs so geärgert hatte... nämlich die Aussage meiner Mutter, Krampfadern und Thrombosen seien das selbe!! Ich fand das wirklich unglaublich dumm *tschuldigung* und ich habe mich tatsächlich sehr darüber geärgert, weil ich davon ausging, daß dies etwas sei, das JEDER wissen sollte :-? !!!!
Ich werde vielleicht einfach nochmal bei Schwesterherz nachfragen, ob sie denn einen Entlassungsbrief aus dem KH hat, da müßte ja etwas dazu drinstehen - denn jetzt bin ich natürlich maximal neugierig!! :-oopss

Und die Varikosis an sich liegt definitv in der Familie :-blush da mache ich - nach meiner Oma, Mutter und meiner Schwester leider keine Ausnahme... weswegen ich die Varikophlebitis/-thrombose zumindest nicht ausschließe!
Soweit ich mich erinnere, war es übrigens die Oberschenkel-Innenseite, die hauptsächlich betroffen war - also könnte es durchaus der prox. Anteil der V. saphena magna gewesen sein. Ich habe es aber erst einige Tage später gesehen als sie schon nicht mehr im KH war....

Und nein, auf Marcumar lebenslang wäre ich echt nicht scharf!!! :-notify
Es wird mir wahrscheinlich auch ewig ein Rätsel bleiben, wieso meine Mutter es (das "Rattengift" (Seite 1 letztes Post)) damals wohl offensichtlich eingenommen hat....

In dem Zusammenhang hab ich aber glaub ich mal gelesen, daß die von Pauker angesprochene Faktor V-Leiden Mutation (übrigens benannt nach einer Stadt und kein "Leiden" im Sinne einer Krankheit) gar nicht prophylaktisch mit Marcumar behandelt wird. Ich glaube auch nicht, daß diese Erkrankung schon Anfang der 60er bekannt war. Das nur am Rande... :-lesen

Grüße vom mittlerweile durchaus hypochondrisch veranlagten Huhn! :-angel