Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : späte Schwangerschaften sind im Trend
Wenn Feminstinnen wirklich pro Frau wären, kein Thema, aber blättert doch mal in der "Emma"! Nach 2 Zeilen wird da schnell ein "Anti Männer Geschmier" draus.
Wer soll bitte solche Fanatikerinnen ernst nehmen! Mit Frauen, die sich für ihre Sache einsetzen kann man diskutierren, aber mit "sowas" Nö, Danke!
chata
luckyblue
14.12.2002, 01:49
"Jungen in USA sträflich vernachlässigt"
(sda/chk)Jahrelang hatte die Förderung von Mädchen in den Augen der US-Öffentlichkeit absolute Priorität. Nun setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass dabei die Bedürfnisse der Buben womöglich sträflich vernachlässigt wurden.
Von Brigitte Dusseau
Nach der Serie von Bluttaten in US-Schulen, die allesamt von Jungen verübt wurden, schlagen Experten Alarm. "Wir haben es mit einer grossen nationalen Krise des Knabenalters in Amerika zu tun", sagt der Psychiater William Pollock von der renommierten Harvard-Universität. "Die Schulhof-Schiessereien sind nur die Spitze eines Eisberges."
Gewaltbereit und problembeladen
Zahlen belegen, dass es um den männlichen Nachwuchs in den USA schlecht bestellt ist. Im Pubertätsalter begehen fünfmal so viele Jungen wie Mädchen Selbstmord. Sie werden 15 Mal häufiger Opfer von Gewalttaten, ganz zu schweigen davon, dass sie erheblich mehr davon verüben.
Jungen machen 90 Prozent der Disziplinarfälle aus. Millionen von Knaben werden in den USA wegen Konzentrationsschwierigkeiten und Zappeligkeit mit Medikamenten vollgestopft. Viermal mehr Jungen als Mädchen gehen vorzeitig von der Schule ab. Ebensoviel mehr haben psychische Probleme.
Jahrelang vernachlässigt
Doch bisher wurde gezielt nur auf die Schwierigkeiten geblickt, mit denen sich Mädchen in der US-Gesellschaft herumschlagen müssen - zu Unrecht, wie der Psychotherapeut Michael Gurian aus Spokane im Bundesstaat Washington findet. "Vor ein paar Jahren war es noch nicht politisch korrekt, auf Jungen achtzugeben ", sagt er. "Unsere Kultur ist in dieser Frage gerade erst aufgewacht."
An der Harvard-Universität leitet inzwischen die Psychologin Carol Gilligan, die vor 15 Jahren Pionierarbeit zur Fragestellung der Mädchenerziehung leistete, eine Forschungsarbeit zum Thema Knabenentwicklung.
Getrennter Unterricht
Gurian, der im Juni ein Buch mit dem Titel "A Fine Young Man" herausbringt, scheut jedenfalls nicht davor zurück, Tabus zu brechen. Jungen und Mädchen lernten einfach unterschiedlich, deshalb sei es ratsam, sie zumindest teilweise getrennt zu unterrichten.
Die besonderen Probleme der Jungen und ihre größere Körperbetontheit dürften nicht länger ignoriert werden. Vor allem die Schulen seien heutzutage völlig auf weibliches Verhalten eingerichtet , so dass immer nur Jungen bestraft würden.
Pollack sieht die Einsamkeit von Jungen in der Cowboy-Kultur der Vereinigten Staaten begründet. Jungen würden zu früh von ihren Müttern getrennt und von Schulen und Umwelt zur Gefühlsarmut erzogen, kritisiert der Harvard-Psychiater in seinem kurz vor der Veröffentlichung stehenden Buch "Real Boys".
Auf der anderen Seite verlangten Frauen heutzutage mehr Gefühlsbetontheit von ihren Söhnen und Männern. Wie Gurian plädiert auch Pollack dafür, Jungenschulen wieder salonfähig zu machen. Ausserdem müssten wieder mehr männliche Lehrer eingestellt und die Lehrpläne überprüft werden.
Erleichterte Mütter
Die Hinwendung zu den Problemen von Jungen wird von vielen Frauen alles andere als ablehnend aufgenommen. Besonders Mütter reagieren erleichtert auf einen Diskurs, der ihren Söhnen zugesteht, wild und zappelig zu sein. Sie trauen sich wieder, bei Elternabenden zu kritisieren, dass Jungen im Namen der Gleichberechtigung mit fünf Jahren stricken lernen sollen - obwohl ihnen in diesem Alter die dafür notwendige feinmotorische Fähigkeit noch fehlt.
Übereinstimmend plädieren die Experten dafür, dass sich die Väter stärker um ihre Söhne kümmern müssen. Pollock nennt seinen Ansatz "pro-feministisch". "Wir müssen uns um die Jungen sorgen", sagt er. "Ich glaube nicht, dass es irgend jemandem nutzt, wenn die Frauen zwar an die Macht kommen, andererseits aber die Männer und damit 50 Prozent der Bevölkerung ungebildet und bewaffnet in der Gegend herumirren."
luckyblue
14.12.2002, 02:09
Ach so, jetzt verstehe ich endlich, warum ich in der Grundschule kaum männliche Lehrer hatte... Die haben also alle auf ihre Kiddies aufgepaßt! Hm, und ich hatte immer geglaubt, Männer wären sich zu schade für die Grundschule, so von wegen kein Prestige, kaum ernsthafte Karrierechancen.... Aber so kann man sich täuschen...!
Lehrer bleibt Lehrer - da geht es weniger um Prestige und Karrierechancen, sondern eher um ein geruhsames Dasein mit dickem Beamtensold. Erstaunlich, dass die pädagogischen Fakultäten unseres Landes insbesondere vom schönen Geschlecht so überrannt werden. Wo es denen ja ums Mitmischen geht, eigentlich.
Oder geht es doch mehr ums Mitverdienen, um das größte Stück vom Kuchen? Die Journalistin Barbara Bierach bemängelt in ihrem kontrovers diskutierten Buch "Das dämliche Geschlecht", dass Frauen sich aus Bequemlichkeit aus dem Berufsalltag verabschieden, nicht ohne den Herren der Schöpfung den Schwarzen Peter zuzuschieben. Von wegen Ellbogengesellschaft und männlichen Seilschaften und so fort. Die Babypause (mehrere Jahre) werde zum "Heldennotausgang" umgemünzt. Nicht die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern meist die Frauen selbst seien Schuld, wenn es mit der Karriere nicht klappe.
Last but not least: Es gibt auch Männer, die auf der Karriereleiter stehen bleiben. Kann halt nicht jeder Chef werden. Der Unterschied: Bei den Männern liegt's halt immer an mangelnder Qualifikation (woran denn auch sonst?), bei Frauen ist es Diskriminierung. Aha, alles klar. Frauen sind per se perfekt, aber bei den tumben Holzköpfen von Männern besteht immer Änderungsbedarf. Schon komisch, oder?
Das äußerst lesenswerte Buch "Das dämliche Geschlecht" von Barbara Bierach gibt es hier (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000066JQO/ref%3Ded%5Fec%5Fb%5Fcst%5F2%5F1/028-1880917-5853357)
Ein Interview mit der Autorin zu ihrem Buch gibt es hier (http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,222558,00.html)
cu
luckyblue
Feuerblick
14.12.2002, 09:05
Sagt mal Jungs: Habt Ihr irgendwie Kastrationsängste? (Sorry, Ihr Moderatoren, aber das mußte mal raus...ist schon die abgeschwächte Version!) Glaubt Ihr, dass Euch ein Zacken aus der Krone bricht oder Euch edle Teile abfallen, wenn Ihr auch mal das Scheißerchen versorgt oder gar (igittigitt) mal die Wohnung saubermacht????? Mannomann, ein "echter Mann" schafft das Geld ran und läßt sich abends zuhause von der Gattin das Bier ans Sofa bringen, während er Fußball guckt?????? Da krieg ich das ganz große Kotzen!!!!!! (...und nochmal sorry!)
(Übrigens: Diese Aussagen hat in ähnlicher Weise auch mein Freund angesichts Eurer Threads geäußert... und der ist ganz weit weg vom Kuschen vor Frauen!)
Und damit ich auch mal etwas Konstruktives äußere (auch wenns mir vor Wut wirklich schwer fällt) wiederhole ich nochmal meine Frage:
WER von Euch "echten Männern" ist denn schon verheiratet mit einer Frau, die sich ihrer Verantwortung für die Gesellschaft bewußt ist? Und wer von Euch hat sich schon brav um Kinder gekümmert????? Wenn Ihr noch nicht mal ansatzweise an so etwas gedacht habt, dann frage ich mich, warum ihr hier so die Klappe aufreißt!
Gruß
Feuerblick
(so geladen, dass ihr die Haare zu Berge stehen)
@hobbes: Deine Mutter war Teilzeit-Ärztin und dein Vater arbeitete offenbar auch Teilzeit (oder?). Gut, dass ist eine Entscheidung der Familie, die Arbeit nicht prioritär zu sehen. Aber ich denke, es muss legitim sein, auch 100% (oder mehr!) arbeiten zu können. Dann erst stellt sich dass Problem. Und dass ist dann nicht mit Familie vereinbar, wenn beide Partner diesen Wunsch hegen.
Persönlich erachte ich es nicht als gute Lösung, dass die Mutter wenig arbeitet und der Vater aus Solidarität auch zu Hause bleibt und Shoppen schüttelt. Dann wird nämlich kaum mehr gearbeitet. Und wenn eine Gesellschaft 70% Alte durchfüttern muss, dann geht das nicht mehr auf!!
Nee, nee, mein Vater is Landwirt, da kann man Kinder ganz gut mitnehmen (und einspannen...) :-))
Ganz versteh ich Deine Logik auch nicht. Wenn beide 50% arbeiten kommt das doch in etwa dem vollen Arbeiten eines Partners gleich, oder? Und wenn nun einer 100% (oder mehr) arbeitet spricht doch primär nichts dagegen, daß das die Frau ist?? Und jetzt sag nich, die muß ja schwanger werden, das ist schließlich nur eine ganz begrenzte Zeit. Und stillen muß man auch nicht ewig.
Ihr widersprecht Euch auch durchaus gegenseitig, einerseits sollen die Frauen mal nich so jammern und lieber mal arbeiten und Karriere machen, und wenn sie es nicht tun, dann waren sie eben nicht qualifiziert, andererseits sollen sie lieber gar keine Ausbildung machen, schön zu Hause bei Ihrem großen Versorger sitzen und Kinder großziehen.
Vielleicht sollte man einfach jedem zubilligen, daß er/sie so glücklich wird wie er/sie es nun mal gerne hätte. Ob mit oder ohne Kinder, mit oder ohne Karriere. Aber es darf eben niemandem Steine in den Weg gelegt werden, weder der Karrierefrau, die vielleicht auch Kinder haben möchte, noch dem Hausmann, der vielleicht gar nicht so scharf ist auf seine Arbeit. :-meinung
Grüße, Ute
"Du scheinst dich bei den Begriffen Emanze und Feministin sehr angesprochen zu fühlen. Ich verwende diese Begriffe ungern - denn ich halte sie für Schimpfwörter. Ich betrachte dich daher - weil ich dich nicht kenne - als keines von beiden, sondern einfach als Frau. "
Woraus schließt du, dass ich mich von diesen Begriffen sehr angesprochen fühle? Netter Versuch!
"Ich habe bereits erwähnt, dass die Frauen nicht an allem Schuld sind."
Da bin ich aber froh. Obwohl ich eigentlich der Ansicht war, dass die Überzeugung der katholischen Kirche, die Frau sei Grund allen Übels, sich schon länger nicht mehr in den Köpfen der Menschen befindet.
"Die 68er Bewegung und deren gesellschaftlicher Umbau einer Wohlfahrtsgesellschaft in eine Sozialhochsicherheits-Spassgesellschaft ist keine Erfindung der Frauen. Diese wurden dabei allenfalls institutionalisiert."
Wir wurden dabei alle institutionalisiert -egal, ob Mann oder Frau. Das Sagen in der 68er-Generation hatten allerdings anfangs übrigens ausschließlich Männer. Frauen waren hauptsächlich dazu da, Männern das Ausleben ihrer neugewonnenen sexuellen Freiheit zu gewährleisten (----->"wer zweimal mit der Gleichen pennt, gehört schon zum establishment") Kann man es den Frauen übelnehmen, dass sie diese Rolle nicht weiterspielen wollten?
"Ich halte Familienplanung und -organisation durchaus als eine Sache von Mann und Frau. Aber stelle sie auch in Bezug zum Staat und der Gesamtgesellschaft. "
Und was möchtest du jetzt? Staatlich geregelte Familienplanung?
"Wir brauchen den gesellschaftlichen Konsens zu einer Bejahung des Lebens, zur weiteren Existenz der Menschheit (dieser Glaube ist arg angekratzt) und ein Comitment zur Familie als eigentlich wichtigste Tragstütze eines jeden Lebens - diese Funktion kann nicht durch den Staat übernommen werden.
Also sind es eigentlich politische Fragen. "
Im Moment dominiert die Spaßgesellschaft. Kinder machen nicht nur Spaß, sondern auch Arbeit, kosten eine Menge Geld und bringen viel Verantwortung. Es wird schwierig, beides -Spaßgesellschaft und Kinderkriegen- unter einen Hut zu bekommen.
"Ich habe dir persönlich keinen Vorwurf zu machen. Im Gegenteil: du hast doch geschrieben du hättest Kinder und würdest jetzt das Studium absolvieren? Genau dieses Konzept habe ich postuliert. "
Ja, ich habe Kinder. Und meine (unsere) Entscheidung für Kinder war für uns auch richtig. Du kannst aber nicht alle Frauen zwingen, früh Kinder zu bekommen, damit sie ihrer gesellschaftspolitischen Pflicht nachkommen.
Ich absolviere jetzt das Studium und muss mich immer noch fragen lassen, wie ich in meinem Alter (40J.) noch studieren kann. Und dass es mit Karriere nichts mehr wird, ist doch auch klar (war auch nicht mein Beweggrund). Du schließt durch dein Konzept Frauen,die Karriere machen, aus. Das sind nette Aussichten (Vorsicht, Ironie) -vor allem, wenn man bedenkt, dass das Gehalt eines Alleinverdieners in den seltensten Fällen noch ausreicht, eine mehrköpfige Familie zu ernähren.
luckyblue
14.12.2002, 10:50
Original geschrieben von Feuerblick
Und damit ich auch mal etwas Konstruktives äußere (auch wenns mir vor Wut wirklich schwer fällt) wiederhole ich nochmal meine Frage:
WER von Euch "echten Männern" ist denn schon verheiratet mit einer Frau, die sich ihrer Verantwortung für die Gesellschaft bewußt ist? Und wer von Euch hat sich schon brav um Kinder gekümmert????? Wenn Ihr noch nicht mal ansatzweise an so etwas gedacht habt, dann frage ich mich, warum ihr hier so die Klappe aufreißt!
Deine bohrenden Fragen sind in der Tat konstruktiv. Sie richten sich aber an den falschen Adressaten. Mit solchen Fragen müssen sich notgedrungen Frauen selbst auseinander setzen, aufgrund biologischer Rahmenbedingungen. Mittelalterliche Väter sind schließlich kein Ding der Unmöglichkeit, Schwangerschaften jenseits der 35 dagegen für Komplikationen prädestiniert. Wer diese Fakten hinter hochstilisiertem Emanzengeschrei zu kaschieren sucht, bedarf dringend einer Läuterung zur Sachlichkeit.
Das hat auch alles nichts mit Kastrationsängsten zu tun. Niemand will den Frauen den Zutritt zu Spitzenpositionen verwehren. Wir sagen ja zur Gleichberechtigung der Frauen . Aber damit bleibt unvereinbar eine Bevorzugung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Geschlechtsreferentialität darf kein Maßstab für berufliche Qualifikation sein . Wenn Frauen an den Hebeln der Macht sitzen, weil eine Quotenregelung sie dorthin katapultiert hat, ist das nicht nur lächerlich, sondern entbehrt jeder Verwurzelung in der Gerechtigkeit.
Rechte gibt es nur im Doppelpack mit Pflichten, und das wollen viele Frauen einfach nicht einsehen.
Und noch mal: Die gesamte zweite deutsche Frauenbewegung errichtete ihre Theorien auf der Grundlage, dass Änderungsbedarf im Verhalten nur auf männlicher Seite bestehe. Ein Trugschluss. Wir stehen vor einem gesellschaftlichen Dilemma, das im Laufe der Jahrhunderte zu komplex geworden ist, als dass es monokausal zu erklären wäre. Nur wenn beide Seiten aufeinander zu gehen, tauen wir den Stillstand auf.
Seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts sind die Männer mit Sieben-Meilen-Stiefeln auf die Frauen zugegangen. Das kann niemand bestreiten. Die Frage ist: Wann setzen sich die Frauen in Bewegung?
cu
luckyblue
RadioDoc
14.12.2002, 11:09
Ich kann Luckeyblue nur vollkommen zustimmen. Das Phänomen unserer Zeit ist, daß die Frauen sich jeder Verantwortung entziehen wollen. Sie fordern, wollen aber nichts zurückgeben. Das sie auch eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft haben, wollen sie nicht akzeptieren. Ich möchte nur mal ein Beispiel nennen: Die Wehrpflicht. Warum müssen Männer Wehrpflicht leisten, Frauen aber nicht? Obwohl es bei Gleichberechtigung doch auf der Hand läge, daß hier auch eine Gleichbehandlung von Männern und Frauen eintreten muß, habe ich noch nie von einer Frau Zustimmung erhalten, wenn ich eine Wehrpflicht für Frauen gefordert habe. Ansich kann es aber nur eine Wehrpflicht für alle oder für keinen geben. Das sehen die Frauen dann aber offensichtlich nicht so. Sobald es um Pflichten geht, ist plötzlich alles anders. Da sind dann plötzlich nur die Männer gefordert. Wenn es aber um Rechte geht, muß es ganz selbstverständlich Gleichberechtigung geben, besser noch eine Bevorzugung von Frauen, um gleich einer potentiellen Benachteiligung zuvorzukommen.
Feuerblick
14.12.2002, 11:12
Also, lucky, jetzt mal der Reihe nach: Wenn Du der Meinung bist, dass Frauen nicht erst mit >30 Jahren Kinder bekommen, aber auch glaubst, dass ältere Väter kein Problem sind, dann führt mich das zu zwei Schlussfolgerungen:
1. Männer sollen ruhig erst Karriere machen und richtig Kohle verdienen. Und dann, mit 35 oder gar 40 Jahren sollen sie sich eine 20jährige zu Familienplanung suchen....
2. Jüngere Männer haben was Familie angeht keine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, denn sie sind nicht der richtige Ansprechpartner, wenn es um frühes Kindermachen und Kinderkriegen geht...hast Du selbst geschrieben.... Das heißt für mich, wir Frauen müssen uns mit spätestens 20 Jahren nach einem Kerl umschauen, der mit uns Kinder haben will... Interessant!
Was Rechte und Pflichten angeht: Ich bin sicherlich die letzte, die eine Gleichberechtigung der Frau fordert, ohne auch die damit verbundenen Pflichten zu sehen! Auch halte ich nichts, aber auch gar nichts davon, dass eine Frau nur aufgrund ihres Gschlechts einen Posten bekommt, obwohl ein Mann höher qualifiziert ist. Umgekehrt darf man aber einer Frau auch nicht eine Stelle vorenthalten, nur weil sie als Frau durchaus wegen Schwangerschaft und Kindererziehung mal ausfallen KÖNNTE...
Und jetzt mal ehrlich: Wenn die Gesellschaft möchte, dass Frauen möglichst früh möglichst viele Kinder in die Welt setzen, dann soll eben diese Gesellschaft verdammt nochmal auch dafür sorgen, dass eben diese Kinder später auch Kindergartenplätze und eine vernünftige Schulbildung bekommen. Genau dann stellt sich nämlich nicht mehr die Frage Kind ODER Karriere. Denn dann kann man/frau problemlos beides unter einen Hut bringen!
Feuerblick
P.S. Eine kleine geschichtliche Randbemerkung: Weiß Du/ wißt Ihr eigentlich, wer zuletzt hier in unserem Land gefordert hat, dass Frauen doch bitte schön ihre von der Natur festgelegte Rolle als Mutter zu übernehmen hätten, statt sich selbst zu verwirklichen??????????
Feuerblick
14.12.2002, 11:14
@radiodoc: Da stimme ich Dir, was Dein Wehrpflicht-Beispiel angeht, durchaus zu.... Wäre nur fair! Aber ich hab ja schon geschrieben, dass ich mit den durch Gleichberechtigung entstehenden Pflichten kein Problem habe!!!
luckyblue
14.12.2002, 11:20
Ihr widersprecht Euch auch durchaus gegenseitig, einerseits sollen die Frauen mal nich so jammern und lieber mal arbeiten und Karriere machen, und wenn sie es nicht tun, dann waren sie eben nicht qualifiziert, andererseits sollen sie lieber gar keine Ausbildung machen, schön zu Hause bei Ihrem großen Versorger sitzen und Kinder großziehen.
Dass in einem Forum unterschiedliche Standpunkte vertreten werden, soll ja vorkommen. Trotz Burschenschaften, Kegelvereinen und Skatclubs, trotz aller männlichen Bastionen und Seilschaften gibt es selbst unter Männern unterschiedliche Standpunkte. Ein Wunder;-)
cu
luckyblue
RadioDoc
14.12.2002, 11:21
@ feuerblick
"P.S. Eine kleine geschichtliche Randbemerkung: Weiß Du/ wißt Ihr eigentlich, wer zuletzt hier in unserem Land gefordert hat, dass Frauen doch bitte schön ihre von der Natur festgelegte Rolle als Mutter zu übernehmen hätten, statt sich selbst zu verwirklichen??????????"
Also, wenn das das bedeuten soll, was ich vermute, finde ich es schon sehr heftig. Möchtest Du damit vielleicht andeuten, daß Du die Meinung von luckeyblue und allen, die ihm zustimmen, als rechtsextrem ansiehst? Falls, Du das wirklich gemeint haben solltest, finde ich, solltest Du doch mit solchen Vorwürfen etwas vorsichtiger sein.
@Feuerblick:
Volle Zustimmung! :-)
Ach, und noch etwas zur Quotenregelung: Ich halte nichts davon. Sie ist nur der hilflose Versuch, die Nachteile, die Frauen durch ihr Geschlecht haben, auszugleichen. Durch sie entstehen neue Ungerechtigkeiten. Und ich erspare mir die Häme, die man beim Gejammer der Männer über die nun plötzlich umgekehrten Verhältnisse empfinden könnte. ;-)
Original geschrieben von RadioDoc
Also, wenn das das bedeuten soll, was ich vermute, finde ich es schon sehr heftig. Möchtest Du damit vielleicht andeuten, daß Du die Meinung von luckeyblue und allen, die ihm zustimmen, als rechtsextrem ansiehst?Das vielleicht nicht, aber erzreaktionär ist es schon.
Dachte eigentlich, daß ich meinen "Waffel- Auspruch" relativieren müsste (jetzt, wo ich erheblich nüchterner bin), allerdings sehe ich nun wirklich keinen Anlass dazu. Ja, unsere Gesellschaft überaltert. Pech, so ist halt der Lauf der Dinge. Und Euer einzigstes Konzept dagegen ist: Schluss mit der Gleichberechtigung, Frauen zurück an den Herd?!?! Das kann ja wohl nicht wahr sein! Wie wärs denn mal anstelle dessen mit einem vernünftigen Zuwanderungsgesetz? Es ist ja nicht so, daß die gesamte Welt überaltert...
Und die USA kann man auch kaum als vernünftiges Gegenbeispiel sehen. Man muß bedenken, daß die USA in ihrem Inneren noch immer ein puritanisch geprägtes, konservatives Land sind und es gesellschaftliche Norm ist, früh zu heiraten (und dann auch bald Kinder zu bekommen). Weiterhin ist die statistische frühere Primapara sicherlich auch durch die mangelnde Aufklärung (gerade in den Inner Cities) bedingt. Und das desweiteren in den USA gesellschaftlich einiges schief läuft, auch ursächlich verbunden mit jungen, überforderten Familien, die die Erziehung ihrer Kids lieber dem Fernseher und den Videogames überlassen, brauche ich ja wohl nicht weiter auszuführen.
Rugger
Original geschrieben von luckyblue
Seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts sind die Männer mit Sieben-Meilen-Stiefeln auf die Frauen zugegangen. Das kann niemand bestreiten. Die Frage ist: Wann setzen sich die Frauen in Bewegung? In den 4000 Jahren Zivilisationsgeschichte davor...
R.
luckyblue
14.12.2002, 12:04
@Feuerblick
Zu 1. und 2.: Deine Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar, aber nicht zwingend erforderlich. Die Frage des Alters hast du zu sehr polarisiert. Ich habe die Marke bei 35 angesetzt, was ja schon ein Unterschied ist (bis dahin könnten Frauen z. B. problemlos einen Chefarztposten bekommen haben). Die gesellschaftliche Verantwortung jüngerer Männer liegt vor allem darin, sinnvolle Investitionen (sprich berufliche Qualifikation) in die Zukunft zu tätigen, die es erlauben, zu gegebener Zeit adäquat für das Wohlergehen einer Familie zu sorgen. Ist altmodisch, ich weiß, hat sich aber bewährt.
Umgekehrt darf man aber einer Frau auch nicht eine Stelle vorenthalten, nur weil sie als Frau durchaus wegen Schwangerschaft und Kindererziehung mal ausfallen KÖNNTE...
Das ist heute oft nur noch ein Ammenmärchen.
In der freien Wirtschaft geht's erstens um Qualifikation und zweitens um die Chemie zur Chefetage. Was die Chemie betrifft: Da sind Frauen ja mit den ihnen nachgerühmten "soft skills" ohnehin im Vorteil.
Und im öffentlichen Dienst gibt es Frauenquoten. Steht ja auch unter jedem Stellenangebot: Frauen bevorzugt bei gleicher Qualifikation.
dann soll eben diese Gesellschaft verdammt nochmal auch dafür sorgen, dass eben diese Kinder später auch Kindergartenplätze und eine vernünftige Schulbildung bekommen.
Sicher muss von staatlicher Seite mehr investiert werden in die Kinder- und Jugenbetreuung. Einen etwaigen Defizit aber als Argument zu bemühen für die Wahl zwischen Kind und Karriere, das halte ich doch für unangemesssen. So schlecht sind unsere Schulen auch nicht, und komm mir nicht mit PISA, das ist sowieso nur ein Fake.
Was deine geschichtliche Randbemerkung betrifft: Da kann ich dich beruhigen. Hitler war nicht der letzte Apologet dieser Postulate. Aber, um es noch mal klar zu sagen: Niemand will den Frauen den Zutritt zu beruflichen Spitzenpositionen verwehren.
Mir gehen aber diese elendiglichen Hitler-Vergleiche allmählich ziemlich auf den Wecker. Hier ist, wie es Thierse formuliert, wirklich eine "sprachliche Abrüstung" geboten.
Original geschrieben von hobbes
Es gibt aber Berufe, dazu zähle ich Medizin auf Spitzenniveau, wo das so nicht möglich ist und nie sein wird. Man muß ja auch nicht unbedingt Gehirnchirurg werden. Ein Dasein als Hausarzt ist in Teilzeit durchaus sehr gut vorstellbar.
R.
luckyblue
14.12.2002, 12:15
Original geschrieben von Rugger
In den 4000 Jahren Zivilisationsgeschichte davor...
Nö, da liefen sie nur hinterher, das ist schon ein Unterschied. Vielleicht ein kleiner ...
luckyblue
14.12.2002, 12:22
Und Euer einzigstes Konzept dagegen ist: Schluss mit der Gleichberechtigung
Niemand will die Gleichberechtigung umkrempeln. Es geht hier um Auswüchse der Emanzipation. Emanzipation und Gleichberechtigung verhalten sich ungefähr so zueinander wie Sozialismus und Kommunismus, was nicht heißt, dass Gleichberechtigung der Geschlechter irgendwas mit Kommunismus zu tun hat oder nur das kleinere Übel bei der Wahl zwischen Emanzipation und Gleichberechtigung sei.
Also ich muss mal etwas Partei für die Herren hier ergreifen.
Nichts gegen Emanzipation - ich wäre echt die letzte, die sich an den häuslichen Herd degradieren lassen würde. Aber ich finde, die Mutterrolle ist den Frauen nunmal schon naturgemäß eigen.
Natürlich fände ich es lobenswert, wenn sich auch mal der Mann an den Herd stellt, das Kind wickelt, zu Hause bleibt, wenn es krank ist etc pp. Aber ich muss sagen - und da spreche ich nun wirklich ausschließlich für mich - dass ich mich meiner Mutterrolle und "Fraulichkeit" irgendwie beraubt sehen würde, wenn ich den lieben langen Tag arbeiten gehe, nach Hause komme und mein Mann hat gekocht, geputzt, das Kind versorgt und der einzige Job, den ich noch machen muss ist, meinem Kind ein Gute-Nacht-Kuss auf die Wange zu drücken.
Ich bin absolut nicht für eine traditionelle Trennung der Aufgaben zwischen Mann und Frau. Das geht auch schon mal gar nicht in einer Zeit, wo Frauen Mechanikerin sind und Männer Näher (nur so als Bsp).
Wenn eine Frau eine Spitzenkarriere machen will, dann soll sie es auch machen. Intellektuell spricht ja nix dagegen. Wenn sie dazu noch Familie haben will, bitte. Aber ob man dann als Frau so glücklich damit ist, im Prinzip nichts von seiner Familie zu haben, steht auf einem anderen Blatt. Für mich wärs nix. Wenn's nach mir ging, hätte ich gern auch einen (sehr) guten Job, aber immer noch Zeit, Frau und Mutter sein zu dürfen. Von mir aus darf mein Mann später ruhig mehr arbeiten als ich.
LG
maja
PS: eines der besten threads seit langem!
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