Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragen rund um die BU
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Espressa
30.05.2010, 19:14
Hehe :-)) du Schlaumeier, nur mal so zur Info; in einem Forum wirst du ständig Informationen dieser Qualität antreffen. Solange man weiß wie man die Aussagen einzuordnen hat denk ich ist auch all dieses "habe gehört" legitim.
Ist ja klar dass wir alle hier anderes zu tun haben als Versicherungsprofis zu sein oder werden zu wollen.
medmaster
30.05.2010, 19:30
@espresa
:-oopss haste schon recht, ist im Forum eben so.
Mich wundert nur manchmal wie manche die Sache angehen.
Man stelle sich vor, Patienten untersuchen sich gegenseitig, lesen Stiftung Medizintest (heute Muster-OP xy), schauen noch Video bei youtube und legen los... :-D
Ironiemodus an:
"ne ne Herr Doktor, ich mach ma jetzt selber, is billiger und sooo unabhängig sind Sie ja auch nicht, wenn ich mir Ihren Porsche anschaue".
Ironiemodus aus.
Espressa
30.05.2010, 19:45
@espresa
:-oopss haste schon recht, ist im Forum eben so.
Mich wundert nur manchmal wie manche die Sache angehen.
Man stelle sich vor, Patienten untersuchen sich gegenseitig, lesen Stiftung Medizintest (heute Muster-OP xy), schauen noch Video bei youtube und legen los... :-D
Ironiemodus an:
"ne ne Herr Doktor, ich mach ma jetzt selber, is billiger und sooo unabhängig sind Sie ja auch nicht, wenn ich mir Ihren Porsche anschaue".
Ironiemodus aus.
So weit hergeholt ist das gar nicht. Patienten behandeln sich laufend selbst mit mehr oder minder seltsamen Prozeduren... Und sie lesen ganz viel im Internet nach und verlangen gleich schon mal die Therapie, noch bevor sie sich untersuchen lassen...
ClooneyGeorge
30.05.2010, 20:45
@Medmaster:
Jetzt atme erstmal tief durch Herr Kollege und halt den Ball flach, dass hier keine Fachleute für Versicherungsschutz sitzen ist schon klar oder?
Gerade deswegen tauschen wir uns ja auch hier aus um im Vorfeld einen Überblick zu haben was den der ein oder andere zu an Versicherungen nutzt, wo evtl. Stolpersteine sind und wonach gezielt gefragt werden sollte.
Sich darüber hinaus in Magazine wie "Finanztest" (dem Schwestermagazin von Stiftung Warentest) hineinzulesen um nicht absolut naiv in ein Gespräch mit einem Versicherungsmakler zu latschen kann wohl kaum schaden oder?
Uiuii… die letzten Beiträge strotzen nur so von profundem Halbwissen und Erzählungen über drei Ecken… :-((
„schon bei den Kollegen umgehört“ – „mich auf eigene Faust informieren“ – sorry, mit laienhaften Vermutungen über Versicherungsrecht und etwas lesen von Finanztest wird man höchstens viel Zeit vergeuden ohne wesentlich schlauer zu sein.
Das Thema Berufsunfähigkeit ist keines, das man sich mal eben schnell anlesen kann. Dazu gehört eine intensive Auseinandersetzung mit dem lieben Kleingedruckten. Auch das Zusammenspiel mit Krankentagegeld und Versorgungswerk gehört dazu.
Sucht euch jemanden der das professionell macht und im Thema drin ist.
medmaster
30.05.2010, 22:04
Jetzt atme erstmal tief durch Herr Kollege und halt den Ball flach,
@klunischorsch - ob Ball flach oder hoch in den Strafraum...
viele Aussagen hier im Forum zum Thema Finanzen & Versicherung sind - sagen wir - beschränkt nützlich. Siehe mein erstes Posting zum BU-Thema.:-lesen
Gerade deswegen tauschen wir uns ja auch hier aus um im Vorfeld einen Überblick zu haben was den der ein oder andere zu an Versicherungen nutzt, wo evtl. Stolpersteine sind und wonach gezielt gefragt werden sollte.
stimmt, genau darum sag ich doch ...
Das Thema Berufsunfähigkeit ist keines, das man sich mal eben schnell anlesen kann. Dazu gehört eine intensive Auseinandersetzung mit dem lieben Kleingedruckten. Auch das Zusammenspiel mit Krankentagegeld und Versorgungswerk gehört dazu. Sucht euch jemanden der das professionell macht und im Thema drin ist.
Sich darüber hinaus in Magazine wie "Finanztest" (dem Schwestermagazin von Stiftung Warentest) hineinzulesen ... kann wohl kaum schaden oder?
Natürlich schadet es nicht Finanztest & Co. zu lesen wenn du dich vorbereiten möchtest, nur nützen wird es dir auch nicht viel!
Denn was dort besprochen wird ist das kleine 1x1 und manchmal nicht mal das.:-?
DoctorNew
31.05.2010, 16:43
Welchen (unabhänigen) Quellen gibt es denn, bei denen man sich über das Thema BU informieren lassen kann, insbesondere auch über das Zusammenspiel mit Krankengeld und der Absicherung über die ärztlichen Versorgungswerke? Einen Makler würde ich hier gerade nicht als unabhängige Quelle sehen.
HorstHützel
31.05.2010, 17:01
Zum Beispiel die Verbraucherzentralen:
http://www.vz-nrw.de/UNIQ127532126106100/RG18011A18011AEXT/link18011A
HH
Die Niere
01.06.2010, 09:00
...oder schon die erwähnten Zeitschriften mit Test im Namen: Test, Finanztest usw.
gruesse, die niere
ClooneyGeorge
06.06.2010, 16:27
Also ich kann die Finanztest Ausabe vom Juli 2009 nur empfehlen.
Habe sie gestern erhalten und hier sind viele hilfreiche Basics beschrieben die mir so nicht bewußt waren.
Bezüglich unabhäniger Versicherungsberater gibt es z.B. sog. "gerichtlich zugelassene Versicherungsberater" (www.bvvb.de) , welche auf Honorarbasis arbeiten und keine Courtage von Versicherungsunternehmen erhalten.
Mark-Alexander
09.06.2010, 16:25
Warum zusätzliche Versicherung ? Die Ärzteversorgung zahlt bei BU. Der Gutachter der privaten BU-Versicherung wird einen Arzt wohl nur bei schwerster Erkrankung BU schreiben. Dann zahlt auch die Ärzteversorgung. Frage bei deiner Ärtzeversorgung an. Natürlich muß auch deine zuständige Ärzteversorgung jetzt vermehrt sparen. Das gilt aber auch für die private Versicherung.
medmaster
09.06.2010, 17:15
Verkürzt: Die Ärzteversorgung zahlt erst ab 100% BU, eine private BU ab 50%. Wann die Ärzteversorgung leistet oder nicht, richtet sich nach der Satzung, die je nach Bundesland ein bisschen unterschiedlich ist, aber dennoch den o.g. Tenor hat.
Für private Verträge gilt:"Pacta sunt servanda" = Verträge sind einzuhalten.
Dagegen kann eine Satzung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft geändert werden, ein privater Vertrag nicht.
Ob eine Versicherung leistet oder nicht, richtet sich allein danach ob eine Berufsunfähigkeit gemäß den Versicherungsbedingungen vorliegt.
Unbestritten gibt es natürlich gute und unzureichende Vertragswerke.
Nicht jeder der Courtage erhält ist deswegen zwingend Abzocker.
Schließlich ist auch nicht jeder Arzt der Medikamente verschreibt gleich Scherge der Pharmaindustrie ?
Bitte mal Kirche in Dorf lassen. Letztlich zählt eine fachlich saubere Arbeit.:-top
querulator
10.06.2010, 08:54
Hat sich jemand mal mit den Leistungen der Versorgungswerke bei Berufsunfähigkeit befasst?
Die Bayerische Ärzteversorgung beispielsweise zahlt mindestens 1488€ monatlich, wenn "ein Mitglied vor Vollendung des 65. Lebensjahres infolge eines körperlichen Gebrechens oder wegen einer Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte dauernd oder vorübergehend zur Ausübung seines Berufes unfähig ist". (Quelle: http://www.aerzteversorgung.eu/portal/page/portal/bvk/baev/index.html )
Das haben natürlich weder Ärztefinanz noch MLP je in einem meiner Gespräche dort erwähnt, da heißt es immer nur, dass die gesetzliche Rentenversicherung keine BU bietet. Das ist natürlich völlig korrekt, aber für Ärzte, die bei einem Versorgungswerk versichert sind, einfach irrelevant.
Kann jemand etwas zu eventuellen Lücken der Absicherung durch die Versorgungswerke sagen? Auf den ersten Blick klingt das ja nach einer ausreichenden Absicherung.
Völlig richtig. Als Arzt bist du durch die Versorgungswerke idR gut abgesichert, meist schon ab dem 1. Beitragsmonat. In der BU zahlst du doch nur "Burn-Out"-Patienten ihre Frühberentung mit.
Ziemlich schwierig, einen Fall zu konstruieren, in dem
1. die Versogungswerke nicht zahlen
2. die private BU zahlt und
3. du wirklich nicht mehr arbeiten kannst.
Zitat z.B. Aerzteversorgung Niedersachsen "Die Rentenhöhe ist besonders günstig. Wurden bis zum Eintritt des Versorgungsfalles Beiträge entrichtet, zahlt die Ärzteversorgung Niedersachsen ohne Rücksicht auf die Dauer der Mitgliedschaft denselben Betrag, der mit Vollendung des 60. Lebensjahres ausgezahlt würde."
Die Verweisbarkeit auf ein anderes Fach finde ich hinnehmbar. Wenn ich als Chirurg mit 40 im Rollstuhl sitzen müsste, würde ich lieber mein Leben lang arbeitsmedizinische Gutachten oder ähnliches Schreiben, als gar nicht zu arbeiten. Wobei es mir in dem Fall ja wahrscheinlich gar nicht mehr möglich wäre, mich auf dieses Fach zu verweisen, einfach weil ich den FA Arbeitsmedizin gar nicht mehr erwerben könnte...
Warum zusätzliche Versicherung ? Die Ärzteversorgung zahlt bei BU. Der Gutachter der privaten BU-Versicherung wird einen Arzt wohl nur bei schwerster Erkrankung BU schreiben. Dann zahlt auch die Ärzteversorgung. Frage bei deiner Ärtzeversorgung an. Natürlich muß auch deine zuständige Ärzteversorgung jetzt vermehrt sparen. Das gilt aber auch für die private Versicherung.
Um BU-Rente von der Ärzteversorgung zu erhalten muß man im allgemeinen seine Approbation zurückgeben.!
Bezüglich Betroffene:
Ich kenne 2 ursprünglich chirurgische Kollegen, die 1x durch Bandscheibenvorfall und 1x durch Folgen einer Skoliose nicht mehr ihrer Tätigkeit haben ausüben können. Beide machen jetzt etwas anderes: 1x chirurg. Praxis ohne wirkliche größere operative Tätigkeit u. 1 x Assistenzarzt Innere Abteilung
medmaster
10.06.2010, 11:56
Völlig richtig. Als Arzt bist du durch die Versorgungswerke idR gut abgesichert.
:-lesen also wenn ich in die ASO Niedersachsen 2010 reinschaue steht da auch
Der Berufsunfähigkeitsbegriff der Alterssicherungsordnung ist restriktiv formuliert.
Berufsunfähigkeit liegt nur vor, wenn aus Krankheitsgründen jegliche Möglichkeit ärztlicher Berufsausübung entfällt.
...Es wird daher empfohlen, sich für solche Fälle zusätzlich ergänzend abzusichern.
Also deutlicher gehts für mich nicht, wenn sogar das Versorgungswerk eine zusätzliche Absicherung in der Satzung empfiehlt.;-)
(bitte jetzt keine Verschörungstheorie bringen:-sleppy)
Irritationen entstehen aber oft durch Anfrage beim VW i.S.v. "ob das VW nicht bei BU zahlen würde", weil das der xyz-Vertreter erzählt habe.
Dann lautet natürlich die entrüstete Reaktion "Natürlich leisten wir, wer will Ihnen da was erzählen...".
Lösung: Das VW geht in seinem Sprachgebrauch von seinem - ihm geläufigen Begriff aus, der eine ganz andere Bedeutung hat als der Privat-Versicherungstechnische.
Wenn beide Parteien jetzt etwas flapsig daherreden und sich nicht sauber ausdrücken, sieht man sich wieder bei hitzigen Dikussionen in medil-learn.;-)
DrSkywalker
10.06.2010, 12:26
Fest steht aber, dass man eine bessere Absicherung hat als der Normale Arbeitnehmer und man im Extremfall sehr wohl Leistungen erhält.
Die Unterschiede der einzelnen Versorgungswerke auf Länderebene sollte man natürlich berücksichtigen, aber in Bayern sehe ich mich für den Fall der Fälle gut genug abgesichert. Sollte jemand ein größeres Sicherheitsbedürfnis haben darf er gerne zur privaten BU greifen.
Im übrigen frage ich mich gerade, welche Interessen hier in gewissen Posts eine Rolle spielen....
DoctorNew
13.06.2010, 09:59
Wobei ich es doch interessant fände, mal Fälle bei Nicht-Chirurgen zu vergleichen, in denen die BU der Ärzteversorgung nicht bezahlt, die private BU es aber tut?
querulator
14.06.2010, 16:35
Um BU-Rente von der Ärzteversorgung zu erhalten muß man im allgemeinen seine Approbation zurückgeben.!
Bezüglich Betroffene:
Ich kenne 2 ursprünglich chirurgische Kollegen, die 1x durch Bandscheibenvorfall und 1x durch Folgen einer Skoliose nicht mehr ihrer Tätigkeit haben ausüben können. Beide machen jetzt etwas anderes: 1x chirurg. Praxis ohne wirkliche größere operative Tätigkeit u. 1 x Assistenzarzt Innere Abteilung
Bin mir nicht sicher, ob das Lebensrisiken sind, gegen die man sich versichern muss. Als Internist/Allgemeinmediziner verdient man auch nicht weniger als Chirurg...Sorry hat für mich nen schalen Beigeschmack, eine Chirugenpraxis zu besitzen (einkommen wahrscheinlich 100-150k/Jahr), und dabei noch eine BU einzustreichen...
Also: Beide ehemaligen Kollegen bekommen keine BU-Rente!
Aber beide haben sich auch nachhaltige Neuorientierungen geben müssen.
Bezügl. des 'Praxis-Kollegen': Chirurgische Praxen sind unterschiedlich erträglich, auch abhängig davon, ob man eine D-Arzt-Zulassung hat (für berugfsgenossenschaftliche Heilbehandlung) und die ist inzwischen schwer zu bekommen.
Und der andere Kollege verdient als Assistent in der Inneren schon weniger als wenn er als Facharzt oder Oberarzt in der Chirurgie arbeiten könnte.
DoctorNew
15.06.2010, 18:06
Nochmal die Frage, die mich wirklich interessieren würde, in welchen Fällen beispielsweise ein Internist berufsunfähig wird, sodass die private BU zahlt, die Versorgungswerke aber nicht.
querulator
15.06.2010, 19:51
Also: Beide ehemaligen Kollegen bekommen keine BU-Rente!
Aber beide haben sich auch nachhaltige Neuorientierungen geben müssen.
So spielt eben das Leben. Es kann nicht jeder einen
gradlinigen Lebenslauf hinlegen.
Und der andere Kollege verdient als Assistent in der Inneren schon weniger als wenn er als Facharzt oder Oberarzt in der Chirurgie arbeiten könnte.
Was er in der inneren aber auch bald machen kann...
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