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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragen rund um die BU



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wjsl
16.08.2012, 21:45
Nichts gekoppeltes? Also auch kein "DocDor" der Ärzteversicherung?

Den Vorteil dieses Zusatzfond habe ich nie ganz eingesehen; dass im Falle einer BU weiter ins Versorgungswerk einbezahlt würde? Man selbst bei früher BU ein königliches Gehalt für den Rest seines Lebens hätte? Ich kann das ehrlichgesagt nicht glauben; im Fall des Falles würden auch die versuchen sich rauszustreiten. Allerdings kenne ich mich hier zu wenig mit den juristischen Feinheiten aus, um alle Fallstricke wirklich durchblicken zu können. BU schon ab 50%, streng berufsgebunden? Da sind bestimmt Spielräume für Argumentationen und Definitionen. Die sonstigen "Vorteile" sind eher schwamming (speziell auf Heilberufe abgestimmt; was das bringen soll konnte auch der Berater nicht überzeugend vermitteln) oder sogar Nachteie ("besonders günstig für Berufsanfänger"= starke Beitragssteigerungen später?).

Günstige Anbieter mögen verlockend sein; nur wenn ich was günstiges habe ist das Gefühl irgendwie unsicherer. Auch wenn es dumm klingen mag; aber wenn die weniger Einnahmen haben, müssen die das Geld doch irgendwie anders reinholen. Sagt zumindest der gesunde Menschenverstand; warum die einem was schenken sollten, warum das überhaupt jemand machen sollte, ist mir nicht ersichtlich.

Die HUK hat sich bei meinem Vater, der dort sein Auto versichert hat, im Schadensfall noch jedesmal quergestellt (ist auch nur dabei geblieben weil er Sonderkonditionen dort hat, und fürs Auto werd ich auch dabeibleiben, weil ich eine Rabattstufe übernehmen kann und so deutlich spare; aber Auto ist auch nicht sooo wichtig).

Das ist der Knackpunkt: Zahlen die tatsächlich, wenn der abgesicherte Fall eintritt? Ist bei etablierten Anbietern wie der Ärzteversicherung die Chance höher? Das liest man ja in keinem Finanztestheft wirklich gut heraus. Und berufsbezogen und ab 50% könnte man eine Versicherung ja auch anderso bekommen.

Für die Ärzteversicherung spräche aber, dass sich die meisten scheinbar doch dort versichern lassen; oder liegt das eher an "Faulheit" als irgendwelchen rationalen Überlegungen (ohne wem was unterstellen zu wollen)?

Danke!

(muss mich nun leider sehr bald festlegen)

Madders
12.09.2012, 18:21
Bin beim Googlen über diesen Thread gestolpert und dachte, vielleicht helfen meine Erfahrungen irgendwem.

2002 bekam ich als niedergelassener Facharzt eine typische Optikusneuritis und danach die Diagnose einer MS. Erkrankt war ich zuvor schon länger und kam schon vor der Diagnose auf Grund einer ausgeprägten Fatigue mit meiner Arbeit nicht mehr richtig zurecht.

Ab 2002 arbeitete ich nur noch halbtags und erhalte seit dem von der Deutschen Ärzteversicherung eine BU-Rente. Natürlich musste ich dafür zuvor zu einem Gutachter, aber das war ein sehr angesehener Kollege ohne Abhängigkeit vom Versicherer. Danach gab es keine Probleme mit der Ärzterversicherung. Zwei oder drei mal haben sie in den Folgejahren nachgefragt, ob es mir nicht doch wieder besser geht und wollten die Bilanzen haben, aber ich musste nicht erneut zu einem Gutachter und inzwischen gibt schon lange keine Nachfragen mehr. Ein Detail am Rande, das mich selbst überraschte: sobald die private BU zahlte, flog ich aus meiner Krankentagegeldversicherung.

Ich kann jeden nur davor warnen, irgendwelche Billigtarife bei entsprechenden Versicherungen zu wählen. Ich habe es bei Patienten mehrfach erlebt, wie Versicherer mit haarsträubenden Methoden versucht haben, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Teilweise hatte ich den Eindruck, die hoffen einfach, wenn sie die Zahlung lang genug verzögern, stirbt vielleicht der eine oder andere Anspruchbegehrer oder gibt einfach auf :-)

Es muss natürlich nicht unbedingt die Deutsche Ärzteversicherung sein, aber die ist ja mit allen möglichen Standesorganisationen über Kooperationen verbandelt und hat sicher ein deutliches Interesse daran, dass sie in der Ärzteschaft ein gutes Image behält. Allerdings ist sie eine Tochtergesellschaft des AXA-Konzerns und bei einer gewinnorientierten Aktiengesellschaft kann man natürlich nicht sagen, ob sich das Geschäftsgebahren nicht irgendwann ändert.

Das gleiche gilt natürlich für private Krankenversicherungen: Hände weg von Billigtarifen, denn die werden später schnell teuer. Natürlich stimmt es, wenn die Versicherungsvertreter sagen, dass man immer nur den gleichen Beitrag zahlen wird, wie ein neuer Kunde, der im gleichen Alter dem Tarif beitritt. Aber mäßig seriöse Versicherer können einfach einen neuen Billigtairf aufmachen und bewerben, während der erste überaltert und teuer wird. Ich habe mit meiner Krankenversicherung, der Barmenia, gute Erfahrungen geamcht, auch wenn sie nicht gerade billig sein dürfte. Die ist eine Versicherung auf Gegenseitigkeit, strebt also nicht nach Renditen für irgendwelche Aktionäre (und nein, ich kriege kein Kopfgeld für neue Mitglieder :-) ).

An meinem Fall sieht man übrigens auch gut die Leistungsunterschiede zwischen einer privaten BU und der Ärzteversorgung: nachdem ich nur noch halbtags arbeiten konnte, verschiedene Tätigkeiten ganz ablegen musste und laut Gutachten zu 60% berufsunfähig war, zahlte die Deutsche Ärzterversicherung, da in ihren Geschäftbedingungen der Versicherungsfall ab einer BU von 50% eintritt.

Die (Bayerische) Ärzteversorgung zahlt aber erst, wenn "... die Möglichkeit einer Berufsausübung krankheitsbedingt so eingeschränkt ist, dass ihr eine existenzsichernde Funktion nicht mehr zukommen kann." Wo da die Grenze liegt, kann ich nicht sagen, aber als halbtags tätiger Arzt verdient man auch angestellt immer noch besser als manche Berufe in Vollzeit.

Mit dem Fortschreiten meiner Erkrankung musste ich dieses Jahr meine Praxis aufgeben und habe bei der Ärzteversorgung einen Rentenantrag gestellt. Dieser ging auch problemlos durch, so dass ich über die Ärzteversorgung auch nur Gutes sagen kann.

Ist man bei Eintritt der BU unter 55, so wird die Rente bei der Bayerischen Ärzteversorgung derzeit so gerechnet, als hätte man bis zum 55. Lebensjahr den Durchschnitt der letzten 5 Jahre eingezahlt. Ist eine BU absehbar, so kann man dadurch seine Rente durch freiwillige Mehrzahlungen in den Jahren davor erhöhen. Dadurch, dass man auch für das letzte vergangene Jahr noch freiwillige Mehrzahlungen leisten kann, kann das sogar einen deutlichen Effekt haben, wenn man unvorhergesehen, z.B. durch einen Unfall berufsunfähig wird.

Die Ärzteversorgungen in anderen Bundesländern dürften es ähnlich handhaben. In Bayern ändert sich die Bedingungen laut neuer Satzung auch irgendwann, aber die Grundsätze des Mechanismus bleiben erhalten.

Liebe Grüße

Madders

Moorhühnchen
07.10.2012, 22:00
Habe heute auf meinen Kontoauszügen festgestellt, daß mein Beitrag für die BU plötzlich nicht mehr über die DÄV abgebucht werden, sondern über AXA... sind die aufgekauft worden oder war das schon vorher so, ohne daß ich's gemerkt habe? :-nix

ChillenMitBazillen
07.10.2012, 22:14
Die DÄV gehört zur AXA. Deswegen kommt der Ärztefinanz-Makler auch zuufällig nach ausgiebiger Beratung immer zu dem Ergebnis, dass die Axa die beste private Krankenversicherung ist :)

Moorhühnchen
08.10.2012, 16:45
Aha! Hätte ja auch einfach mal den Beitrag vor meinem lesen können... :-))
Hatte mich nur gewundert, weil auf dem Kontoauszug bisher immer "DEUTSCHE RZTEVERS" stand und nun plötzlich ganz leserlich "AXA". ;-)

DrSkywalker
08.10.2012, 22:39
viral Marketing oder was?! Extrem lächerlich.....


Bin beim Googlen über diesen Thread gestolpert und dachte, vielleicht helfen meine Erfahrungen irgendwem.

2002 bekam ich als niedergelassener Facharzt eine typische Optikusneuritis und danach die Diagnose einer MS. Erkrankt war ich zuvor schon länger und kam schon vor der Diagnose auf Grund einer ausgeprägten Fatigue mit meiner Arbeit nicht mehr richtig zurecht.

Ab 2002 arbeitete ich nur noch halbtags und erhalte seit dem von der Deutschen Ärzteversicherung eine BU-Rente. Natürlich musste ich dafür zuvor zu einem Gutachter, aber das war ein sehr angesehener Kollege ohne Abhängigkeit vom Versicherer. Danach gab es keine Probleme mit der Ärzterversicherung. Zwei oder drei mal haben sie in den Folgejahren nachgefragt, ob es mir nicht doch wieder besser geht und wollten die Bilanzen haben, aber ich musste nicht erneut zu einem Gutachter und inzwischen gibt schon lange keine Nachfragen mehr. Ein Detail am Rande, das mich selbst überraschte: sobald die private BU zahlte, flog ich aus meiner Krankentagegeldversicherung.

Ich kann jeden nur davor warnen, irgendwelche Billigtarife bei entsprechenden Versicherungen zu wählen. Ich habe es bei Patienten mehrfach erlebt, wie Versicherer mit haarsträubenden Methoden versucht haben, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Teilweise hatte ich den Eindruck, die hoffen einfach, wenn sie die Zahlung lang genug verzögern, stirbt vielleicht der eine oder andere Anspruchbegehrer oder gibt einfach auf :-)

Es muss natürlich nicht unbedingt die Deutsche Ärzteversicherung sein, aber die ist ja mit allen möglichen Standesorganisationen über Kooperationen verbandelt und hat sicher ein deutliches Interesse daran, dass sie in der Ärzteschaft ein gutes Image behält. Allerdings ist sie eine Tochtergesellschaft des AXA-Konzerns und bei einer gewinnorientierten Aktiengesellschaft kann man natürlich nicht sagen, ob sich das Geschäftsgebahren nicht irgendwann ändert.

Das gleiche gilt natürlich für private Krankenversicherungen: Hände weg von Billigtarifen, denn die werden später schnell teuer. Natürlich stimmt es, wenn die Versicherungsvertreter sagen, dass man immer nur den gleichen Beitrag zahlen wird, wie ein neuer Kunde, der im gleichen Alter dem Tarif beitritt. Aber mäßig seriöse Versicherer können einfach einen neuen Billigtairf aufmachen und bewerben, während der erste überaltert und teuer wird. Ich habe mit meiner Krankenversicherung, der Barmenia, gute Erfahrungen geamcht, auch wenn sie nicht gerade billig sein dürfte. Die ist eine Versicherung auf Gegenseitigkeit, strebt also nicht nach Renditen für irgendwelche Aktionäre (und nein, ich kriege kein Kopfgeld für neue Mitglieder :-) ).

An meinem Fall sieht man übrigens auch gut die Leistungsunterschiede zwischen einer privaten BU und der Ärzteversorgung: nachdem ich nur noch halbtags arbeiten konnte, verschiedene Tätigkeiten ganz ablegen musste und laut Gutachten zu 60% berufsunfähig war, zahlte die Deutsche Ärzterversicherung, da in ihren Geschäftbedingungen der Versicherungsfall ab einer BU von 50% eintritt.

Die (Bayerische) Ärzteversorgung zahlt aber erst, wenn "... die Möglichkeit einer Berufsausübung krankheitsbedingt so eingeschränkt ist, dass ihr eine existenzsichernde Funktion nicht mehr zukommen kann." Wo da die Grenze liegt, kann ich nicht sagen, aber als halbtags tätiger Arzt verdient man auch angestellt immer noch besser als manche Berufe in Vollzeit.

Mit dem Fortschreiten meiner Erkrankung musste ich dieses Jahr meine Praxis aufgeben und habe bei der Ärzteversorgung einen Rentenantrag gestellt. Dieser ging auch problemlos durch, so dass ich über die Ärzteversorgung auch nur Gutes sagen kann.

Ist man bei Eintritt der BU unter 55, so wird die Rente bei der Bayerischen Ärzteversorgung derzeit so gerechnet, als hätte man bis zum 55. Lebensjahr den Durchschnitt der letzten 5 Jahre eingezahlt. Ist eine BU absehbar, so kann man dadurch seine Rente durch freiwillige Mehrzahlungen in den Jahren davor erhöhen. Dadurch, dass man auch für das letzte vergangene Jahr noch freiwillige Mehrzahlungen leisten kann, kann das sogar einen deutlichen Effekt haben, wenn man unvorhergesehen, z.B. durch einen Unfall berufsunfähig wird.

Die Ärzteversorgungen in anderen Bundesländern dürften es ähnlich handhaben. In Bayern ändert sich die Bedingungen laut neuer Satzung auch irgendwann, aber die Grundsätze des Mechanismus bleiben erhalten.

Liebe Grüße

Madders

Juckreiz
28.10.2012, 20:36
hallo,
nach langer pause bin ich hier mal wieder im forum aktiv : )
aber auch nur weil ich, wie die meisten in diesem thread, hin- und her gerissen bin zwischen verschiedenen versicherungsangeboten. ich bin mir sicher, dass ich eine bu brauche; bisher wollte ich das auch strikt von der altersvorsorge trennen, nur war ich eben auch zur beratung bei der DÄV, wo sie mir die BU ("Optigarant" oder DocDor) gekoppelt mit Rürup Rente anbieten...
können sich mal die kritiker und befürworter nochmal melden? wenn ich nur die BU nehme, ist das geld ja "verloren" (außer bei eintritt des versicherungsfalls natürlich) mit der rürup kann ich dann ja am ende des jahres steuerlich einiges zurückholen und habe dann rechnerisch für einen geringen mehrbetrag monatlich noch eine altersrente von ca. 3xx euro, die man aber dann im alter leider auch versteuern muss. ich kann die erst ab 67 jahre beziehen; sie geht im todesfall auch an ehepartner oder kinder über.

wieso ist das gekoppelte system hier so in verruf geraten? tappe ich in eine falle, die ich grad nicht erkenne? bis auf die versteuerung (ich glaube, man hat als rentner ca. 25% an steuer abzuführen?) sehe ich keine nachteile. wenn ich mit meiner BU 1500 euro versichere, komme ich auf eine monatliche belastung von 109,34 euro (vor steuerrückzahlung), was ich als anfänger gut stemmen kann..
wenn man nur die bezüge vom versorgungswerk einkalkuliert, mit ca. 1900€monatlich brutto, braucht ich definitiv eine weitere altervorsorge und müsste sowieso noch zusätzlich verträge abschließen - warum also nicht gleich so?

ChillenMitBazillen
28.10.2012, 20:56
Frag den Berater einfach mal nach den vollständigen Gebühren des Rentenversicherungsanteils. Ich weiß es nicht mehr genau, wie viel das war, aber es war viel.

loxi
29.10.2012, 13:56
Ein Nachteil ist, dass der jetzt als großartig vom Verkäufer vorgerechnete Steuervorteil durch die Steuerpflichtigkeit im Alter nur sehr bedingt zum tragen kommt. Das bei einer Verischerung sonst Geld "weg" ist, ist leider ein generelles Problem.

Es empfiehlt sich mal auszurechnen, wie hoch den die Steuerersparnis überhaupt ist, schließlich wirst Du meines Wissens nicht die kompletten 105 EUR oder was auch immer Du monatlich zahlst vom Finanzamt zurückbekommen, sondern eben nur einen Teil davon. I.d.R. bist Du dann effektiv nur knapp unter der reinen BU-Versicherung was Deine Beiträge minus Steuerrückerstattung angeht.

Außerdem ist nicht automatisch gesagt, dass mit einer guten BU-Versicherung (ob man die bei der DÄV bekommt, muss sich jeder selber übelrlegen) auch automatisch eine gute Rentenversicherung gekoppelt ist oder gäbe es vielleicht andere Produkte außerhalb einer BU (und damit evtl. auch bei anderen Anbietern) mit denen mehr Rednite zu erzielen ist. Generell hilft es, sich erstmal im stillen Kämmerchen ohne Berater auszurechnen, nach wievielen Jahren Rentenbezug man denn überhaupt bei null auf null ist und in welchem Alter es sich tatsächlich gelohnt hat.

Meistens fehlt es den Produkten auch an transparenz, d.h. was die Versicherung mit Deinem Geld für alter bis dahin treibt wissen nur der liebe Gott und die Versicherung selbst und Du hast dann ggf. sehr mäßige Erträge kanpp oder gar auf Höhe des Garantiezinses hinzunehmen, ohne dass man bereit ist Dir zu erklären warum, wieviel tatsächlich mit Deinem Geld erwirtschaftet wurde und die Versicherung damit verdient hat, wird man dir nicht verraten.

Ob dabei Deine eingezahlten Beträge ins Eigenkapital der Versicherung bis zur Auszalhung übergehen weiß ich ehrlich gesagt wie das bei Rürup ist nicht, wenn es so wäre, wärs schlecht, denn negative Konzernergebnisse nagen an Deinem Rentenertrag

Letztenendes weißt Du auch nicht, wie Deine Bedürfnisse im Alter sind, sprich ob Du denn bis zu Deinem Tod einen Zusatz auf Deine Rente haben möchtest oder ob Dir vielleicht plötzlich die Verfügbarkeit eines größeren Betrages zu Renteneintritt lieber wäre.

Hierbei kann man dann schon auch ins grübeln kommen, ob es nicht andere oder bessere Produkte zur Altersvorsorge gibt, evtl. auch mit mehr Flexibilität und ob es sinnvoll ist, auf nur ein Produkt zu setzen, oder ob eine Streuung nicht mehr bringt.

Grundsätzlich weißt Du eh nicht, welche möglichkeiten der Kapitalanlage es bis zu Deinem Renteneintritt noch geben wird...


Fest steht, dass solche Produkte für Berater (oder Verkäufer) und Versicherer relativ lukrativ sind, wenn man sichs einfach machen will und Gewinneinbusen in kauf nimmt, kann man sowas natürlich auch kaufen, (wesentlich) bessere Optionen sind aber mit etwas mehr Aufwand bei der Suche ohne weiteres möglich.

MacMoneysac
19.03.2013, 12:13
Nachdem ich sämtliche Threads in diesem Forum zur BU gelesen habe, möchte ich mich mit einer Frage an euch wenden, die noch nicht besonders ausführlich diskutiert wurde: Was machen diejenigen von euch, die keine BU bekommen oder keine abschließen wollen, um alternativ irgendwie vorzusorgen?

Meine Situation: Bin angehender Berufsanfänger und habe auf Anraten eines unabhängigen Maklers über diesen eine anonyme Risikoanfrage gestellt. Vielleicht war ich etwas blauäugig, aber nun bin zu meiner großen Überraschung überall abgelehnt worden, obwohl ich keine fiesen chron. Krankheiten habe. Orthopädisch betrachtet bin ich ein bisschen vorgeschädigt von kleineren Sportunfällen und einer leichten Skoliose, aber das ist nichts, was mich im (Berufs-)Alltag einschränkt. Im Gegenteil treibe ich immernoch sehr aktiv Sport.

Ich bin zwar allgemein niemand, der sich aus Angst gegen herabfallende Dachziegel und Meteoritenhagel versichern will, aber ohne BUV ist mir doch gerade ein gewisses Sicherheitsgefühl abhanden gekommen. Das Risiko für eine BU halte ich insgesamt für gering und ich könnte mir auch vorstellen im schlimmsten Fall einfach in die "sprechende Medizin" zu wechseln und erstmal Einkommenseinbußen hinzunehmen, aber so ganz wohl fühle ich mich nicht. Man hat ja im Leben auch noch Pläne, die einem deutlich mehr Verantwortung aufbürden, als das aktuelle Singleleben in der studentischen Einraumwohnung. Wie federt ihr solche Belastungen ab?

toupi
19.03.2013, 13:04
Gar nicht. Ich komme aus verschiedenen Gründen in keine BUV der Welt und muss es auch nicht. Ich habe eine Unfallversicherung, die noch aus Kindeszeiten besteht, und eine solche auch für meine Tochter abgeschlossen, so dass Dinge wie Extremitätenverlust etc abgefedert werden können und kann damit sehr gut leben. Bei BUV habe ich nur schlechte Erfahrungen im Umfeld gemacht; sollte wirklich eine BU eintreten, gibt es endlose Kämpfe mit den Versicherern, die jedes erdenkliche Schlupfloch finden und suchen. MMn spart man sich lieber das viele Geld

MacMoneysac
19.03.2013, 13:47
Danke für deine Darstellung, toupi. Eine Unfallversicherung würde ich auch abschließen, allerdings ist damit nicht viel gewonnen, was die nicht vorhandene BUV angeht. Die häufigsten Folgen für die BU sind ja eben keine Unfälle ("von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse mit folgender Gesundheitsschädigung"), sondern Erkrankungen aus dem kardiovaskulären Spektrum, psychische Erkrankungen und ggf. noch Krebs.

Ich habe in anderen Threads häufig gelesen, daß die BUV als unnützer Kram deklariert wird, den man ohnehin nie brauchen wird. Ich frage mich aber angesichts der Tatsache, daß du für dich und auch deine Kinder gleich eine Unfallversicherung abgeschlossen hast, die wahrscheinlich noch viel seltener beansprucht wird, inwiefern eine solche Haltung eher aus Verdruss angenommen wird, als daß man wirklich so locker meint, darauf verzichten zu können.
Verstehe mich nicht falsch, für den Umgang mit der nicht zu ändernden Tatsache, ist es am besten, sich einfach nicht verrückt zu machen. Dennoch möchte ich erstmal schauen, was mir genau entgeht und wo/wie ich evtl. doch vorsorgen kann.

Muriel
19.03.2013, 14:27
Ist die Skoliose denn in den letzten Jahren offiziell irgendwo dokumentiert worden? Ich habe das bei mir nicht angeben müssen, weil die letzte Doku nach PT fünfzehn Jahre zurück lag.

test
19.03.2013, 14:34
Hallo,

du hast auf jeden Fall über dein Versorgungswerk nach mehr als 5 Jahren Mitgliedschaft eine gewisse BU ABsicherung. Diese greift zwar nicht so schnell wie eine private BU, die bei 50% BU üblicherweise greift, aber eine gewisse Absicherung ist da.
Du kannst dich ja mal bei deinem Versorgungswerk über die genauen Bedingungen erkundigen. Die Summe, die im Falle einer BU bei mir dort nach 5 Jahren angegeben wird, ist auch nicht so gering, sogar höher als meine private BU, so dass sogar die private BU meines Wissens gar nicht zahlen müßte, sollte im Falle einer BU auch das Versorgungswerk greifen.
Von daher immer wieder fraglich, ob man für die private BU so viel Geld rausschmeissen sollte. ;)

MacMoneysac
19.03.2013, 14:45
Muriel, leider ja. Alles ganz frisch dokumeniert worden, als ich mir Anfang des Jahres Jahr bei einem sehr sorgfältig arbeitenden Orthopäden neue Einlagen verschreiben lassen habe. Allerdings war die Diagnose auch noch nicht soooo alt und nur an der Skoliose wird es wahrscheinlich auch nicht gelegen haben. Die Einlagen sind immerhin die besten, die ich je hatte ;-)

Test, die Absicherung über das Versorgungswerk hat mich auch etwas beruhigt. Allerdings steht in den Bedingungen ja etwas von 100% Unfähigkeit zur Ausübung des ärztlichen Berufes in irgendeiner Form. (Approbation abgeben) Frage mich, wann das eintreten sollte. Aber im worst case würde man so zumindest nicht ganz leer ausgehen und am Bettelstab hängen.

Kandra
19.03.2013, 14:59
Test, die Absicherung über das Versorgungswerk hat mich auch etwas beruhigt. Allerdings steht in den Bedingungen ja etwas von 100% Unfähigkeit zur Ausübung des ärztlichen Berufes in irgendeiner Form. (Approbation abgeben) Frage mich, wann das eintreten sollte. Aber im worst case würde man so zumindest nicht ganz leer ausgehen und am Bettelstab hängen.

Und genau das ist der Grund, wieso ich eine BU als Arzt auch nicht als unbedingt nötig ansehe (nicht, dass ich jemals eine bekommen würde ^^). Es gibt so viele Fachrichtungen, wenn man nicht wirklich total hilflos ans Bett gefesselt ist, findet sich schon irgendwo eine Tätigkeit, die man ausführen kann. Und für den worst case greift ja dann das Versorgungswerk.

Relaxometrie
19.03.2013, 20:01
Man kann ja auch zu Beginn der Berufstätigkeit erstmal eine BU-Versicherung abschließen, wenn man auf Nummer Sicher gehen möchte. Sobald dann die BU vom Versorgungswerk greift, und man bereit ist, das Restrisiko zu tragen, kündigt man die private BU wieder.

Narcanti
17.01.2014, 22:56
Hallo allerseits,
ich bin gerade dabei den Versicherungskram zu erledigen und stehe auch vor der Frage BU ja oder nein und wenn ja, privat oder über das Versorgungswerk? Eine Unfallversicherung habe ich bereits.
Wie haben die anderen "neuen Anfänger" hier das geregelt? Und an die Erfahrenen : Irgendwelche neuen Erkenntnisse? Habt ihr was verändert?

Moorhühnchen
13.10.2018, 21:35
Bin gerade am Grübeln, ob ich nun doch mal die Dynamik meiner BU aussetzen sollte.
Abgeschlossen habe ich sie 2010 über eine monatliche BU-Rente von 1500 Euro zum Preis von knapp 40 Euro/Monat.
Aktuell stehe ich durch die Dynamik bei einer BU-Rente von 2140 Euro/Monat bei einem Betrag von knapp 60 Euro/Monat (kein an Altersvorsorge gekoppeltes Modell, läuft bis zum 60. LJ, wenn die BU nicht eintritt, ist alles weg).

Mir ist die BU-Versicherung immer schon wichtig gewesen, aber irgendwie wüsste ich jetzt gerade nicht, wofür ich mehr zahlen sollte, für mich scheinen die 2000 Euro ein gutes Sümmchen für den Fall der Fälle zu sein und die 60 Euro ein gut zu verkraftender Betrag. :-nix

Habe gerade in den Vertragsbedingungen nachgelesen: wenn ich 2x hintereinander der Dynamik widerspreche, bin ich raus (ohne Gesundheitsprüfung). Meinungen oder Ratschläge hierzu?

FirebirdUSA
14.10.2018, 07:10
Jedes zweite Jahr ausetzen...
Wie hoch ist denn die Dynamik? 2-3% wären ja Inflationssusgleich