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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kosten für Vorstellungsgespräch erstattet?



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DrSkywalker
03.02.2011, 10:24
Hier spielen einfach verschiedene Charaktere miteinander. Es ist sicher nicht richtig, das Beharren auf die Kostenerstattung als "Gier" zu bezeichnen. Und genauso falsch ist es, unseren Verzicht auf Kostenerstattung als "Ausnutzen lassen" zu titulieren. Es bleibt schlicht und einfach eine Charaktersache respektive Einstellung - ich kann für mich selbst, die Erstattungseinstellung nicht nachvollziehen und umgekehrt --> "live and let die" ;-)

Gleiches sieht man immer im Arbeitsalltag. Dort gibt es Menschen, die den Arbeitsplan anschauen und akribisch ausrechnen, dass sie im letzten Halbjahr ein Wochenende mehr geschafft haben als andere und welche, die es einfach so hinnehmen. Es gibt welche, die bereit sind mehr zu arbeiten, wenn sie dementsprechend (nicht finanziell) belohnt werden (Teaching, OPS usw.) und es gibt wiederum welche, die auf der 42-Stunden-Woche (oder was gilt zur zeit in Deutschland?). beharren...egal unter welchen Umständen. Jeder so wie er mag...

gruesse, die niere, die es als äusserst belustigend findet als arrogant bezeichnet zu werden :-D...

Naja, es gibt hier, wie überall sonst auch, eben nicht nur schwarz und weiß und du hast recht, jeder darf das in einen gewissen Rahmen handhaben wie er möchte. Es ist eine Frage der Einstellung. Ich will weder Gecko-like (http://image.guardian.co.uk/sys-images/Film/Pix/pictures/2007/05/08/wallstreet460.jpg) nur meinen finanziellen Vorteil, noch mich naiver weise ausnutzen lassen. Der Mittelweg, der gute alte Mittelweg.... ;-)

Und ich habe dich hier noch nie als arrogant erlebt, aber in deinem letzten Satz, sorry wenn ich das so sage, schwingen gewisse Konnotationen mit, die man als arrogant bezeichnen könnte! :-D

Feuerblick
03.02.2011, 10:24
Ja, nur das letztere das in der Regel erst dann tun, wenn sie von ersteren Personen auf das angebliche Missverhältnis hingewiesen werden. :-D

Ehemaliger User 05022011
03.02.2011, 10:51
Ach Leute, jetzt werdet mal erwachsen.

Dieses frisch-post-Studium Gespare hier... Man ist noch so drin, von 200-300 Euro Taschengeld
was hat das denn mit Erwachsen werden zu tun - sind Studenten in deinen Augen nicht erwachsen, nur weil sie sparen müssen ?
und 200-300 Taschengeld ? nein - 200-300 € für ihren Lebensunterhalt Espressa, das ist die Realität, Taschengeld bleibt da kein Pfennig übrig

Nicht böse gemeint, aber hier wird von euch Ärzten, die über gute Gehälter verfügen argumentiert, dass sie Stil und einen guten Charakter hätten, nur weil sie sich die Vorstellungskosten nicht erstatten lassen - mit Stil oder Charakter hat das für mich gar nichts zu tun. Ihr könnt es euch halt leisten o.k. , aber nicht mehr anerkennen zu können, dass das für viele Andere nicht der Fall ist, das ist für mich eher arrogant, als ein Ausdruck für einen guten Charakter ;-).


Khiri,

dürfen deiner Meinung nach Admin oder Mod keine persönliche Meinung haben und diese, genau wie du als langjähriger User, in einem mehr oder weniger charmantem Ton äussern, selbst wenn sie gerade nicht in ML-Funktion auftreten?
mir scheint, du hast meinen Post nicht richtig gelesen

ich finde jedenfalls soetwas

sollte sich ein Mod oder Admin klemmen, weil es nichts mit persönlicher Meinung zu tun hat, sondern einfach nur mit Unflätigkeit
:-meinung

hier hab ich nämlich schon geschrieben, dass ich der Meinung bin, dass es für mich nichts mit "seine persönliche Meinung haben" zu tun hat, du musst diese Auffassung ja nicht teilen, aber immer wieder die gleiche Frage zu stellen, ist aber für einen Meinungsaustausch wenig produktiv ;-)


Dass du selbst ebenfalls gerne mal "unflätig" agierst
kannst du dafür ein Beispiel benennen ?



@DoctorNew: Ich frage mich allerdings auch, wie man der Meinung sein kann, dass der Arbeitgeber (egal in welcher Branche) sowas zu bezahlen hat. Denn EIGENTLICH will man als Bewerber was vom Arbeitgeber und nicht umgekehrt.
na das BGB sieht das doch aber anders Funkel, wie wir hier alle vor ein paar Tagen gelernt haben, damit entsteht doch wirklich eher die Frage, warum Arbeitgeber im medizinischen Bereich denken, sich nicht daran halten zu müssen, als die Frage, warum es Menschen wie z.B. DoctorNew gibt, die der Meinung sind, dass man auf sich auf gesetzliche Regelungen zu Recht berufen kann und sollte

Feuerblick
03.02.2011, 10:57
kannst du dafür ein Beispiel benennen ?Da wir hier ein Thema und nicht das Verhalten von Usern diskutieren, halte ich derartiges für überflüssig. Ihr könnt das aber gerne per PN diskutieren.

Grüße
Feuerblick
MediLearn-Moderatorin

Ehemaliger User 05022011
03.02.2011, 11:06
Da wir hier ein Thema und nicht das Verhalten von Usern diskutieren, halte ich derartiges für überflüssig. Ihr könnt das aber gerne per PN diskutieren.

Grüße
Feuerblick
MediLearn-Moderatorin

o.k. - also gern auch per PN

Evil
03.02.2011, 11:29
Ok, nochmal zum Mitschreiben, vielleicht kapiert es dann selbst Khiri:
1. eine Bewerbung verschlingt keine Unsummen; außerdem muß man sich ja nicht gleich zu Anfang seines Berufslebens auf eine 600km entfernte Stelle bewerben und dann erwarten, daß der Arbeitgeber gleich alles finanziert; woher soll der denn wissen, ob da nicht ein Vollidiot erscheint?
2. wie ich das persönlich handhabe, habe ich dargelegt, das ist halt mein Stil/Ethos; wenn das jemand anders macht, ist das seine Sache und dann eben sein Stil, und das wiederum geht mich nichts an und interessiert mich daher auch nicht (was an dieser Aussage unflätig sein soll, bleibt mir schleierhaft, aber gewisse Denkweisen sind mir halt fremd).

Zugegebenermaßen hege ich ein tiefes Mißtrauen gegen Leute, die ihre Rechte sämtlichst auswendig kennen und haarklein auf deren Erfüllung bestehen; die Erfahrung lehrt, daß das für deren Pflichten nämlich keineswegs gilt.

Wie schon gesagt, ich komme sehr wohl auf meine Kosten, sowohl was Entlohnung als auch Ausbildung angeht; dann muß ich mir nicht jede Kleinigkeit holen.

Feuerblick
03.02.2011, 11:33
@Evil: Bitte keine persönlichen Angriffe mehr, okay? Das Thema ist zu interessant, um es mit kleinkariertem Geplänkel zu verderben, finde ich.

Grüße
Funkel

Ehemaliger User 05022011
03.02.2011, 12:07
@Evil: Bitte keine persönlichen Angriffe mehr, okay? Das Thema ist zu interessant, um es mit kleinkariertem Geplänkel zu verderben, finde ich.

Grüße
Funkel

das finde ich auch Funkel

bis jetzt hat noch niemand geschrieben, warum nach seiner Meinung das Abweichen von der gesetzlichen Regelung, die nun mal für alle gilt - sei es nun ein großes Krankenhaus oder eine kleine Malerbude, gerechtfertigt ist

(abgesehen von wenig überzeugenden "Argumenten" wie: "es sei eine Stil- und oder Charakterfrage", oder es wurde sogar mit so starken Worten wie "Ethos" oder unhaltbaren Behauptungen wie "wer auf Einhaltung von Gesetzen vertraut, nimmt es mit seinen Pflichten anderseits nicht so genau" argumentiert)

Also wo sind die Argumente dafür, warum ist es so falsch sei soll, das das BGB die Arbeitgeber zur Kostenübernahme für Bewerbungskosten verpflichtet ?
Und warum denkt ihr, dass Gesetze einfach negiert werden sollten und nach dem Motto " Ich weiß besser, was gut und richtig ist verfahren werden kann/sollte - wo fängt das an und wo endet es (z.B. Arbeitsschutzregelungen wendet dann auch jeder nach eigenem Gutdünken an oder ignoriert sie einfach ganz) ?

Heute morgen sah ich im Fernsehen bei einer Ratgeberrunde zufällig, dass ein Mitarbeiter einer Zweimannfirma anfragte, dass sein Chef meinte, dieses Jahr kann er keinen Urlaub haben, es gäbe keine Aushilfen und zu viel zu tun und ob der das so handhaben dürfe. Der Chef hat nicht etwa gefragt "würdest du ev. dieses Jahr aus den und den Gründen auf Urlaub verzichten, ich gewähre dir dafür nächstes Jahr mehr Urlaub" - nein er ist eben auch offensichtlich auch der Meinung das er es besser beurteilen kann, was man machen kann mit seinen Mitarbeiter und fühlt sich sicher völlig im Recht, er ist ja der Chef und sein Mitarbeiter soll erst mal arbeiten, eh er an Urlaub denkt, ihm schenkt schließlich auch niemand was .... versteht ihr, was ich meine ? GUT, DASS ES GESETZE GIBT und es eben nicht Jedem selbst überlassen ist, Regeln und Normen nach seiner persönlichen Überzeug, was gut und richtig ist, selbst zu setzen!

Feuerblick
03.02.2011, 12:25
Ganz ehrlich? Ich finde, dass dieses Geld an anderer Stelle besser eingesetzt ist. Wenn man bedenkt, was es kosten würde, jedem Bewerber seine Fahrtkosten zu ersetzen, dann kann man nachvollziehen, warum sich Kliniken gerne davon freimachen. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass dann Bewerber aus weiter entfernten Gebieten nicht mehr eingeladen würden - aus finanziellen Gründen oder gar Deals entstünden wie "Wir laden Sie ein, aber nur, wenn sie die Fahrtkosten selbst tragen". Auch würden vermutlich weniger Bewerber eingeladen (was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss).
Das Gesetz besagt ja, dass die Übernahme der Kosten von vornherein ausgeschlossen werden darf. Insofern steht es jedem Arbeitgeber frei, dies zu tun... egal, in welcher Branche.

Ehemaliger User 05022011
03.02.2011, 12:30
oder gar Deals entstünden wie "Wir laden Sie ein, aber nur, wenn sie die Fahrtkosten selbst tragen".

aber nichts anderes ist es doch auch, wenn die Kosten nicht erstattet werden

Feuerblick
03.02.2011, 12:35
Nein.... das stimmt so nicht. Werden die Fahrtkosten von vornherein nicht erstattet, ist das für alle Bewerber gleich. Wenn aber solche Deals entstehen, könnte man meinen, dass sich der eine oder andere Bewerber einen Vorteil "erkaufen" kann. "Wenn Sie zahlen, laden wir Sie ein. Sonst haben Sie leider Pech gehabt." Im Moment kann jeder selbst entscheiden, ob er einer Einladung folgen möchte. Er erhält aber wenigstens eine, wenn er geeignet erscheint...

DoctorNew
03.02.2011, 12:54
Ich kann immer noch nicht nachvollziehen, warum die Erstattung von größeren Reisekosten als penibles Ausnutzen der eigenen Rechte verstanden wird. In der Wirtschaft ist das, auch bei Berufsanfängern, vollkommen üblich. Der Arbeitgeber trifft ja automatisch eine Vorauswahl und hält damit seine Kosten nach dem eigenen Ermessen im Rahmen. Zudem sind die Kosten gut steuerlich absetzbar. Bei Arbeitsstellen, die eine hohe Zahl geeingneter Bewerber haben, wird der Arbeitgeber die Kostenerstattung einfach ausschließen, eben als Resultat von Angebot und Nachfrage. Habe in meinem Freundeskreis einige Juristen und Ingenieure, die allesamt nach dem Diplom bei verschiedenen Firmen bzw. Kanzleien in Deutschland zu Vorstellungsgesprächen waren und allesamt, ohne Aufforderung ihrerseits, die Kosten für Hotel und Fahrt erstattet bekamen.

Manch einer scheint hier die naive Vorstellung zu haben, Arbeitgeber und Arbeitnehmer seien soetwas wie Freunde. Vielmehr sind beide Zwangspartner, eben weil der Arbeitgeber Arbeitsleistung benötigt, der Arbeitnehmer sene Arbeitsleistung gegen Geld anbietet. Hat der Arbeitgeber den Arbeitsmarktvorteil, wird er diese gnadenlos über Zeitverträge und Lohndumping ausnutzen. Umgekehrt muss der Arbeitgeber, wenn er qualifizierte Kräfte sucht, diese aber nicht findet, möglichst attraktiv erscheinen. Im Moment haben die Ärzte den Arbeitsmarktvorteil. Es wäre also dumm, diesen nicht zu nutzen. In der Vergangenheit haben die Krankenhäuser, als sie noch mehr Bewerber als Stellen hatten, jedenfalls nicht davor zurückgeschreckt, ihren Vorteil bis auf das Letzte zu nutzen.

Letztlich sei erwähnt, dass es jedem Unternehmen frei steht, die Erstattung auszuschließen. Nimmt man als Bewerber dann keine Bewerbungskosten, wäre das in etwa so, als wenn man ein Auto mit inkludierter 5 Jahren Garantie kauft, aber trotzdem nach 2 Jahren Gewährleistung alles selbst bezahlt.

Ehemaliger User 05022011
03.02.2011, 13:40
Nein.... das stimmt so nicht. Werden die Fahrtkosten von vornherein nicht erstattet, ist das für alle Bewerber gleich. Wenn aber solche Deals entstehen, könnte man meinen, dass sich der eine oder andere Bewerber einen Vorteil "erkaufen" kann. "Wenn Sie zahlen, laden wir Sie ein. Sonst haben Sie leider Pech gehabt." Im Moment kann jeder selbst entscheiden, ob er einer Einladung folgen möchte. Er erhält aber wenigstens eine, wenn er geeignet erscheint...

du schreibst, jeder kann selbst entscheiden momentan, ob er einer Einladung folgt oder nicht , dass heißt, doch aber auch nichts anderes als dass , wer hohe Fahrtkosten z.B. nicht tragen kann, dass der entscheiden muss "nein ich folge der Einladung nicht" - insofern "erkauft" sich der, der die Knete hat und entscheiden kann " klar ich folge der Einladung, Geld hin oder her" nach deiner Denkweise doch auch einen Vorteil - also wo ist der Unterschied ? im Selbstentscheidenkönnen sicher nicht, denn ob ich es nun entscheide nicht fahren zu können, weil ich es nicht bezahlen kann oder der Arbeitgeber sagt " nein, dich lade ich nicht ein, wenn du es nicht bezahlen kann" das macht schlicht weg keinen Unterschied.

@DocNews ich stimme dir in allem zu, die "Fairness" die hier einige denken in Form einer Verzichtsmoral von den Arbeitnehmer fordern zu müssen, weisen Arbeitgeber gerade nicht auf, sonst gäbe es keine Zeitarbeit uns Niedriglöhne die nicht reichen, ohne Harz IV Zufinanzierung eine Familie über die Runden zu bringen

saipro
03.02.2011, 16:32
Ich möchte zur der eigentlichen Thematik garnichts sagen, nur zu diesem Zitat:



Es gibt welche, die bereit sind mehr zu arbeiten, wenn sie dementsprechend (nicht finanziell) belohnt werden (Teaching, OPS usw.) und es gibt wiederum welche, die auf der 42-Stunden-Woche (oder was gilt zur zeit in Deutschland?). beharren...egal unter welchen Umständen. Jeder so wie er mag...


Besteht nicht genau da das Problem in Deutschland? Die Krankenhäuser, insbesondere die Unikliniken erwarten, dass man sich für den Beruf aufopfert und ignorrieren einfach rechtliche Grundlagen. Wenn im Vertrag eine 42 Stundenwoche festgeschrieben ist, dann sollte jede einzelne Minute, die mehr gearbeitet wurde, vergütet werden. Jeder der auf dieses Recht nicht besteht und es nicht einfordert, schadet allen anderen, die es gerne einforden möchten oder auch aus finanziellen Gründen dies müssen. Solange es Ärzte gibt die bereit sind auf ihre gerechte Entlohnung für ihre Arbeit zu verzichten, z.B. aus übertriebenem Altruismus oder aus Angst vor Benachteiligungen, wird sich an der deutschen Situation nichts ändern. Die jenigen, die nicht bereit sind dies zu akzeptieren wandern ins Ausland ab wo es mehr Geld für weniger Arbeit gibt. Verübeln kann man es nicht! Die Schuld liegt also nicht unbedingt bei den Arbeitgebern, eher bei einigen Ärzten, die dies dulden. Wenn keiner bereit ist zu diesen Bedingungen zu arbeiten werden die Krankenhäuser einlenken müssen.
Man kann dies ja jetzt schon im ländlichen Bereich sehen, wo Bewerbern zusätzliche Boni winken.

John Silver
03.02.2011, 16:40
Alle sind mal wieder im üblichen Repertoir.

@Evil: Du, der immer mit Vorwürfen der "Polemik" und bla bei der Hand bist, siehst mal wieder im fremden Auge jedes Sandkorn, und bemerkst im eigenen nicht mal einen Laster voll mit Sand. Entspann Dich mal. Deine Argumentation ist eine sehr einseitige, und beleidigend ist sie noch dazu. Du bezeichnest Deine Vorgehensweise, die u.a. jeglichen Verzicht auf teure Bewerbungen und Erstattung der Bewerbungskosten beinhält, als "Stil" und, was noch schlimmer ist, "Ethos". So gesehen verhält sich jeder, der die Sache anders sieht als Du, stillos und unethisch, bzw. irgendwie schon mit Stil, aber mit einem, der irgendwie stark nach Arxxxloch riecht. Ist das Dein Ernst?

Diese geradezu anbiedernde Art, wie hier die "Schonung" des Budgets der Krankenhäuser propagiert wird, als ob diese Krankenhäuser die reinsten Altruismustempel seien, in denen sich gütige und weise Verwalter nach Kräften für nichts und wieder nichts den Schmerz der Welt auf die Schultern laden - diese Art mutet wirklich seltsam an. Ich meine, wenn ihr es mit eurem Gewissen oder sonstwas nicht vereinbaren könnt, mehr zu wollen als das, was euch von Verwaltungen freiwillig hingeworfen wird - nun ja; aber alle anderen gleich als gierige Popolöcher hinzustellen, die ja wohl "immer die eigenen Rechte, aber nie die eigenen Pflichten kennen" und auch sonst bestimmt schlecht riechen - das ist eine wirklich peinliche Nummer, zumal von Menschen, die die 30 bereits überschritten haben.

Man kann sich weigern, die Realität zu akzeptieren, aber das wird an der besagten Realität nichts ändern. Die Realität sieht so aus, dass man sich auf dem sog. "Arbeitsmarkt" befindet. Die altruistische Kiste spielt sich zwischen Arzt und Patient, nicht zwischen Arzt und Arbeitgeber ab; und genau hier liegt der übliche Argumentationsfehler der Übertragung. Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient wird in einigen Teilen einfach auf das Verhältnis zwischen Arzt und Arbeitgeber übertragen, aber das ist gelinde gesagt unklug. Es ist wirklich ein strittiger Punkt, wieviel man als Arzt von einem Patienten an Entlohnung für die Arbeit verlangen kann, wo die Grenze zwischen angemessener Bezahlung und Gier liegt. Aber diese Überlegungen kann man nun wirklich nicht ohne Korrekturen auf die Frage anwenden, welche Entlohnung ein Arzt von einem Arbeitgeber (hier: Krankenhaus) verlangen darf und wo hier die Grenze zwischen angemessener Entlohnung und Gier liegt.

Seht es doch einfach ein wenig neutraler, ohne den ganzen pseudoaltruistischen und selbstaufopfernden Schmarrn. Wenn der Arbeitgeber sich an den Reise- und Unterkunftskosten des Bewerbers beteiligt, ist es ein Zeichen des Respekts; dieses Zeichen kostet den Arbeitgeber nicht viel und vermittelt dem Bewerber, dass der Arbeitgeber ihn als ein potentielles wertvolles Mitglied des Kollektivs betrachtet; und jeder BWL-Ersti sollte wissen, dass die Mitarbeiter das wichtigste Kapital eines jeden Unternehmens sind. Assistenzärzte haben in Deutschland in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht viele Respektsbekundungen bekommen; dafür ist sich kein Verwalter zu schade, mit jeder noch so kleinen Gelegenheit aufzuzeigen, wie wenig wir in deren Augen wert sind. Wer glaubt, eine solche Respektsbekundung hinzunehmen sei gierig, hat offenbar eine Verwaltung erwischt, die das Personal zu schätzen weiß - und arbeitet wohl nicht in diesem Land (nein, das ist keine Anspielung auf die Niere).

Rico
03.02.2011, 18:01
Hat man denn den Anspruch eigentlich auch bei Initiativbewerbungen wenn es gar keine Ausschreibung/Stellenanzeige gegeben hat? Dann hatte der Arbeitgeber ja zumindest auf diesem Weg keine Möglichkeit auf seinen Unwillen zur Finanzierung hinzuweisen..

DoctorNew
03.02.2011, 19:15
@Rico
Sobald der Arbeitgeber dich zum Bewerbungsgespräch einlädt und nicht spätestens dann darauf hinweist, dass er die Reisekosten nicht trägt, muss er sie erstatten, unabhängig der Art der Bewerbung.

stennadolny
03.02.2011, 19:16
Initiativbewerbungen muß AG auch ersetzen.

Komische Ideen kursieren hier übrigens über Geldflüsse:

Werbungskosten trägt nicht die Klinik, sondern die Allgemeinheit (da steuerlich absetzbar - egal, ob vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer).
Diese Kosten verbleiben der Klinik also NICHT, sondern uns allen.

Im übrigen ist es nicht das Geld der Klinik, sondern in der Regel Versichertengeld (gesetzlich wie privat), das nicht ins Eigentum der Klinik übergeht, sondern als Entgelt für die von den Kliniken erbrachten Leistungen - inclusive aller Personalkosten ! - von den KK (also uns allen) aufgebracht wird.

Daß dieses Geld den Kliniken "gehöre", ist ja wohl die Höhe !:-oopss

Selbst wenn (defizitäre) Kliniken subventioniert werden, kommt das Geld nicht von der Mafia, sondern über den Steuertopf aus der Allgemeinheit.

Dieses Pseudo-Investmentbankinggehabe von BWL-Zwergen und MBA-Chefarzteinsiedlerkrebsen in der Daseinsvorsorge in HIntertupfingen ist einfach zum :-kotz

Nur, weil ihnen das Manager-Magazin so gefällt, heißt das nicht, daß sie etwas von Sozialwirtschaft verstehen.

Sebastian1
03.02.2011, 21:25
Hm, ich mach mal eine Beispielrechnung auf:

Kosten für Bewerbungsfoto: sehr unterschiedlich, je nach Anbieter. Gehen wir mal davon aus, dass jemand ein Viererset im etwas über passbildgroßen Bewerbungsfotostandardmaß vom Fotografen anfertigen lässt. Wenn das sehr teuer ist, dann wären das 50 Euro. Reicht mithin aber auch für 4 Bewerbungen. Für Assistentenstellen muss man in den meisten fällen so viele gar nicht schreiben. Gehen wir aber mal ruhig davon aus, dass das Foto alleine 50 Euro gekostet hat für eine Bewerbung. (So viel habe ich noch nie dafür ausgeben müssen...).

Bewerbungsmappe: gibt es in guter Qualität für deutlich unter 10 Euro

Papier in ausreichender Qualität: 120-160 g/m2, kostet im 250er-Pack allenfalls 5 Euro

Kopien für Zeugnisse, Qualifikationsnachweise et cetera: wenn's viel ist 2 Euro.

Porto und Verpackung: Als Einwurfeinschreiben mit adäquatem Umschlag noch mal ca. 5 Euro.

Wären, wenn man alles zusammen extrem teuer ansetzt, 72 Euro für eine Bewerbung.
Fahrtkosten und Übernachtungskosten natürlich je nach Entfernung nochmal sehr unterschiedlich, bei Hospitationen mit Übernachtungen umso mehr.

Jetzt gibt das BGB doch beiden Seiten Möglichkeiten an die Hand:
- Bei einer ausgeschriebenen Stelle kann der potentielle AG reinschreiben, ob er Kosten übernehmen will (mein AG schreibt übrigens tatsächlich, dass solche Kosten grundsätzlich nicht übernommen werden in die Ausschreibungen rein). Genauso kann er das bei einer Einladung auf eine Initiativbewerbung hin.
- Unterlässt er eine Ablehung, kann der Bewerber sich enstcheiden, ob er eine Erstattung geltend machen möchte oder nicht. Unterlässt er dieses, so kann er die Kosten zumindest von der Steuer absetzen.

(Wenn der Bewerber sich im Übrigen entscheidet, nur sehr gezielte Bewerbungen zu schreiben und das dann im Rahmen der Steuererklärung angibt, dann verschwindet das erstmal in der Werbungskostenpauschale. Und erst wenn die überschritten wird, gibt's Geld zurück.
Ganz davon abgesehen finde ich es etwas seltsam, es so darzustellen, dass steuerlich absetzbare Kosten "von der Allgemeinheit" getragen werden.
Steuern zahle ich erstmal auf mein Einkommen. Und jährlich legt der Steuerbescheid dann den Ausgleich fest nach tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben. Deswegen heisst es dann ja auch "zu versteuerndes Einkommen". Steuerlich absetzbare Posten nicht geltend zu machen, wie eben Bewerbungskosten, dafür hätte ich dann wirklich kein Verständnis, warum das jemand tun sollte...)

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht genau, worüber sich hier teilweise so echauffiert wird: Die Situation bezüglich der Kosten ist klar - die Umsetzung obliegt dann tatsächlich jedem selbst.

Evil
04.02.2011, 17:03
Alle sind mal wieder im üblichen Repertoir.Gut erkannt!


@Evil: Du, der immer mit Vorwürfen der "Polemik" und bla bei der Hand bist, siehst mal wieder im fremden Auge jedes Sandkorn, und bemerkst im eigenen nicht mal einen Laster voll mit Sand. Entspann Dich mal. Deine Argumentation ist eine sehr einseitige, und beleidigend ist sie noch dazu. Ist in etwa das, was auf Dich zutrifft.
Ich habe nie behauptet, mich selber der Polemik zu enthalten; idR fange ich damit aber im Gegensatz zu Dir nicht an. Warum reagierst Du so empfindlich, wenn Dir jemand einen Spiegel vorhält?
Abgesehen davon habe ich mich auch erst in die Diskussion eingeschaltet, nachdem ein Haufen Wichtigtuer hier verbal auf die Niere eingdroschen hat. Und auch die müssen dann mit etwas Gegenwind rechnen.


Du bezeichnest Deine Vorgehensweise, die u.a. jeglichen Verzicht auf teure Bewerbungen und Erstattung der Bewerbungskosten beinhält, als "Stil" und, was noch schlimmer ist, "Ethos". So gesehen verhält sich jeder, der die Sache anders sieht als Du, stillos und unethisch, bzw. irgendwie schon mit Stil, aber mit einem, der irgendwie stark nach Arxxxloch riecht. Ist das Dein Ernst?Nö, das interpretierst Du da hinein. Auch wenn ich mich jetzt zum 3. Mal wiederhole: was Du oder andere dahingehend machen, ist mir gleich.
Ich persönlich mag es nicht, weil es für mich nach Gier schmeckt, aber das ist ganz allein mein persönliches Ding.
Warum beziehst Du das überhaupt auf Dich?


Diese geradezu anbiedernde Art, wie hier die "Schonung" des Budgets der Krankenhäuser propagiert wird, als ob diese Krankenhäuser die reinsten Altruismustempel seien, in denen sich gütige und weise Verwalter nach Kräften für nichts und wieder nichts den Schmerz der Welt auf die Schultern laden - diese Art mutet wirklich seltsam an. Ich meine, wenn ihr es mit eurem Gewissen oder sonstwas nicht vereinbaren könnt, mehr zu wollen als das, was euch von Verwaltungen freiwillig hingeworfen wird - nun ja; aber alle anderen gleich als gierige Popolöcher hinzustellen, die ja wohl "immer die eigenen Rechte, aber nie die eigenen Pflichten kennen" und auch sonst bestimmt schlecht riechen - das ist eine wirklich peinliche Nummer, zumal von Menschen, die die 30 bereits überschritten haben.Zeig mir mal die Stelle, wo das irgendwer schreibt.
Im Gegenteil, ich schrieb ausdrücklich, daß ich mir meine Arbeit gut bezahlen lasse, mithin mich also keineswegs für irgendwelche Krankenhäuser aufopfere, wie käm ich auch dazu?

Warum Du meine Worte verdrehst und mutwillig falsch interpretierst (so wie gewisse andere User), weiß ich nicht; sollte ich irgendwo Dein Ego verletzt haben, möchte ich mich dafür entschuldigen!
Nichtsdestoweniger hilft es in einer Diskussion, die Beiträge des Gegenübers zu lesen und zu verstehen.


Man kann sich weigern, die Realität zu akzeptieren, aber das wird an der besagten Realität nichts ändern. Die Realität sieht so aus, dass man sich auf dem sog. "Arbeitsmarkt" befindet. Die altruistische Kiste spielt sich zwischen Arzt und Patient, nicht zwischen Arzt und Arbeitgeber ab; und genau hier liegt der übliche Argumentationsfehler der Übertragung. Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient wird in einigen Teilen einfach auf das Verhältnis zwischen Arzt und Arbeitgeber übertragen, aber das ist gelinde gesagt unklug. Es ist wirklich ein strittiger Punkt, wieviel man als Arzt von einem Patienten an Entlohnung für die Arbeit verlangen kann, wo die Grenze zwischen angemessener Bezahlung und Gier liegt. Aber diese Überlegungen kann man nun wirklich nicht ohne Korrekturen auf die Frage anwenden, welche Entlohnung ein Arzt von einem Arbeitgeber (hier: Krankenhaus) verlangen darf und wo hier die Grenze zwischen angemessener Entlohnung und Gier liegt.Etwas anderes habe ich nie behauptet. Aber diese Grenze ist halt Geschmackssache, und über Geschmack läßt sich offensichtlich trefflich streiten.


Seht es doch einfach ein wenig neutraler, ohne den ganzen pseudoaltruistischen und selbstaufopfernden Schmarrn. Wenn der Arbeitgeber sich an den Reise- und Unterkunftskosten des Bewerbers beteiligt, ist es ein Zeichen des Respekts; dieses Zeichen kostet den Arbeitgeber nicht viel und vermittelt dem Bewerber, dass der Arbeitgeber ihn als ein potentielles wertvolles Mitglied des Kollektivs betrachtet; und jeder BWL-Ersti sollte wissen, dass die Mitarbeiter das wichtigste Kapital eines jeden Unternehmens sind. Assistenzärzte haben in Deutschland in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht viele Respektsbekundungen bekommen; dafür ist sich kein Verwalter zu schade, mit jeder noch so kleinen Gelegenheit aufzuzeigen, wie wenig wir in deren Augen wert sind. Wer glaubt, eine solche Respektsbekundung hinzunehmen sei gierig, hat offenbar eine Verwaltung erwischt, die das Personal zu schätzen weiß - und arbeitet wohl nicht in diesem Land (nein, das ist keine Anspielung auf die Niere).So gesehen klingt das ja gut und schön, ich habe aber eher das Bild im Kopf vom fordernden Studienabgänger, der frisch von der Uni und grün hinter den Ohren im ersten Satz beim Vorstellungsgespräch gleich mal auf die Erstattung der Werbungskosten pocht.
Und das gefällt mir eben nicht.



@stennadolny: auf Deinem Planeten scheint es nur böse Klinikverwaltungen und Ärzte zu geben, die mit dem Facharzt grundsätzlich fachliche Inkompetenz und Egomanie entwickeln (bist Du eigentlich schon Facharzt?).
Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, daß ich bislang sehr erfolgreich (und einträglich, auch für meine Mitassistenten) damit gefahren bin, dem Arbeitgeber einen gewissen Vertrauensvorschuß zu geben. In 2 Fällen ergab sich daraus eine sehr gute Zusammenarbeit, in 1 Fall mußte tatsächlich die Klinikverwaltung eins vor den Latz bekommen, nachdem sie fälschlicherweise meinte, uns Assistenten für dumm verkaufen zu wollen.

Abgesehen davon: Werbungkosten, die ich absetze, belasten in keiner Weise die Allgemeinheit.
Das sind Steueranteile, die ich nicht zahle, es verbleibt noch genug.
Nach Deiner Argumentation würde es ja auch die Allgemeinheit belasten, daß ich nicht Millionär bin, denn dann würde ich ja noch viel mehr Steuern zahlen :-D