Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erste REA- Wie war sie bei euch ?
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Gasmann1
19.07.2005, 09:19
Original geschrieben von Lenchen
... und wer weiß, was der so für Verletzungen hat.
Man kann vermutlich für beide Vorgehensweisen gute Gründe finden.
Life before Limb, d.h. man muß u.U. auch eine Querschnittlähmug in Kauf nehmen muss, um das Leben zu erhalten. Das spricht für das Zerren aus dem Graben, um optimale Bedingungen für die Reanimation zu schaffen. Aber die meisten haben auch schon Patienten trotz idealer Reanimationsbedingungen verloren - und Patienten nach wirklich unrund abgelaufenen Reas zurückgeholt.
Wir diskutieren ja nicht über die Reanimation im Gästeklo, aber ich ziehe einen Pat auch nicht bis ins leergeräumte Wohnzimmer um 5 Ecken, weil ich da etwas mehr Platz als im Flur habe. Muss man halt in der jeweiligen Situation entscheiden, wieviel Platz man so braucht und schließlich ist Notfallmedizin ja auch immer ein Stück Improvisation...
Gasmann1
Stephan2204
27.07.2005, 18:06
Original geschrieben von Hörbird
Hallo,
Ihr Rettungsasse habt das alles tausendmal geübt, aber wir in der Krankenpflege kriegen nur so einen scheiß EH-Kurs vermittelt. Wie das auf Station auf dem Bett, mit den ganzen Gerätschaften, den anderen Kollegen abläuft, nein das lernen wir nicht !
In der Theorie klingt alles so einfach, in der Praxis ist das was total anderes...
Vielleicht gibt es hier noch jemanden, dens so ging wie mir....
Hi... ich kann dir da (leider) nur zustimmen.... i.d.Regel lernste in der Krankepflegeausbildung nur wenig notfall-medizin (ist das mit dem neuen Ausbildungsgesetz auch so??)..
Leider verlassen sich dann viele darafu, das von Intensiv ein Notfallteam kommt. -- Eine "lücke" die in der Ausbildung noch geschlossen werden müsste. --
Zum Glück gibt es aber auch Leute die sich dann privat weiterbilden in diese Richtung...
serial2k
27.07.2005, 18:57
Oha, noch ein Dortmunder? Fährst du noch?
RS-USER-titan_cb
15.08.2005, 18:57
So ... nach 2 Jahren RD war es gestern so weit: meine erste Reanimation:
Alarmierung: ... 82J w, ohne Bewußtsein, v.a. Hypoglykämie ...
NEF eine Minute vor RTW vor Ort. Tochter der Patientin kommt NA entgegen: "Mama atmet nicht mehr".
Als wir (RTW-Manschaft) kommen > NA bebeutelt, NFS bereiten alles vor. Ich übernehme Beatmung. Zugang wird gelegt. Intubation durchgeführt ...
nach relativ kurzer Zeit wird abgebrochen
Extubation, Zugang entfernen. Gerätschaften entfernt. Patientin wird ins Bett gelegt und zugedeckt. In dem Moment öffnet sich die Wolkendecke und durchs Fenster fallen Sonnenstrahlen ins zufrieden wirkende Gesicht der Patientin.
Ich glaube ich hatte Glück. Meine erste Reanimation war obgleich dem Ableben der Patientin gar nicht so erfolglos. Ich hatte das Gefühl es war mehr ein nachfragen, ob sie wirklich schon gehen will. Und dann haben wir sie gehen gelassen.
Zufälligerweise war der RTW-Fahrer ein KIT-Mitarbeiter. Er betreute dann noch die Hinterbliebenen und erläuterte mit ihnen das weitere Vorgehen (Verständigung des Bestatters, der Verwandten .... )
serial2k
07.10.2005, 12:03
Original geschrieben von 10mg_Ketanest_i.v.
Einzige Laienmaßnahme: Stabile Seitenlage.
Das kommt mir bekannt vor...
Einsatz Montag: Bewusstlose Person in Gaststätte... ja, bewusstlos war er sicherlich auch, aber auch sonst eher tot - aber in stabiler Seitenlage. War trotz schnellen Eintreffens von uns und dem NEF (ca. 3-4 Minuten nach Alarmierung) leider erfolglos. Von Kammerflattern zu Asystolie zu Bradykardie, dann trotz externem Pace wieder Asystolie (aber durchgehend eine hohe 90er Sättigung, zwischen 95-99%). Abbruch nach gut 45 Minuten.
Einsatz gestern: Bewusstlose Person in Schrebergartenanlage... selbe Situation am Einsatzort, allerdings waren wir erst nach gut 8 Minuten da und das NEF noch 5 Minuten später - genauso erfolglos, wobei hier die Notärztin schon nach etwa 3 Minuten abbrach (nach einem Blick in die Pupillen die schon gut entrudet waren).
Etwas aus der Reihe fällt der Mittwoch: Bewusstlose Person, Pol vor Ort - nein, Pol war noch nicht vor Ort und die "bewusstlose Person" lag vermutlich schon seit Sonntag tot vor der Toilette, Verdacht auf Oesophagusvarizen-Blutung.
RS-USER-Bärentöter
07.10.2005, 12:27
Original geschrieben von serial2k
Etwas aus der Reihe fällt der Mittwoch: Bewusstlose Person, Pol vor Ort - nein, Pol war noch nicht vor Ort und die "bewusstlose Person" lag vermutlich schon seit Sonntag tot vor der Toilette, Verdacht auf Oesophagusvarizen-Blutung.
das gehört mit zum grausigsten, was es in der Notfallmedizin so gibt. Hatte mal einen solchen Fall im Rahmen einer Wohnungsöffnung, und obwohl ich hart im nehmen bin, mußte ich fast kotzen
serial2k
07.10.2005, 12:39
Es ging in dem Fall eigentlich, roch auch noch nicht zu stark, sah nur sehr unappetitlich aus... das war übrigens auch im Rahmen einer Türöffnung, allerdings wurde wohl vom Schlüsseldienst aufgebrochen, der Schlüssel rausgeholt und Nachbarn in die Hand gedrückt mit dem Rat, besser nicht rein zu gehen sondern den Rettungsdienst zu rufen.
Die haben uns dann auf mit einem freundlichen "Ich glaub sie müssen sich nicht beeilen" begrüßt :grins:
Blaulicht-shaolin
20.05.2006, 16:16
So Leutz!
Seit gestern darf ich mich auch zu dem erlauchten Kreise zählen!!!:cool:
War gerade mit Pat auf dem Weg, da springt mir fast jemand vor den KTW und fuchtelt panisch rum. Also Fenster runter und gefragt was denn los wäre...
Die meinte: schnell da drinnen liegt einer der schnauft nimmer!!!!!!
Also Blaulicht an, Warnblinker an, zur Kollegin "sag noch schnell der Leitstelle Bescheid" gerufen und rein!
Da lag dann einer blitzedunkelblau im Gesicht - aber in perfekter stabiler Seitenlage!:eek:
Also das angefangen was ich gelernt hab, und dann kamen schon die Kollegen von dem alarmierten RTW *aufatme*
Der hat dann sein ganzes Equipment ausgepackt und hat weitergemacht. Ich dachte OK und wollte gehen, da meinte er NEIN DU BLEIBST NOCH HIER! *urks*
Also mit den Jungs die Rea durchgezogen und brav gedrückt, dann wurde einmal geschosssen und auf einmal war wieder was Rhythmusähnliches da!!!:)
Jou, dann war auch der NAW endlich da und nachdem ich da circa ne halbe Std in ´ner Urinpfütze kniete durfte ich auch endlich wieder wech.
Dann hab ich mich wieder in meinen KTW gesetzt und bin weitergefahren und hab (stinkend wie ein Bahnhofsklo) die Fernfahrt fortgesetzt:rolleyes:
Also ich fand es ganz ok und bin auch richtig stolz auf mich, dass das was ich gelernt hab auch gemacht hab. Ich hatte bis jetzt immer wieder mal Zweifel ob ich denn das alles auch richtig machen würde wenn es darauf ankommt - immerhin isses ja doch "nur" theoretisches Wissen....
In diesem Sinne :peace:
RS-USER-Bärentöter
20.05.2006, 16:18
hmmm... gratuliert man zu sowas? Falls ja, dann fühl' Dir gratuliert. Ich kann mich an meine erste nimmer erinnern...
Original geschrieben von Blaulicht-shaolin
[...]und nachdem ich da circa ne halbe Std in ´ner Urinpfütze kniete durfte ich auch endlich wieder wech[...]
Mein liebes Shaolinchen.
Dir ist hoffentlich bewusst, dass der einzige Grund, warum du da bleiben solltest der ist, dass die erfahrenen Rettungsgötter natürlich beim Ankommen am Notfallort sofort die Urinpfütze bemerkten und sich dachten "Hey, lassen wer die sich dreckig machen ;)
Hast du aber gut gemacht mein Mädchen.
der Vindu, der gerade von einem Notfalltraining Reanimation kommt.
naja, meine erste rea war ein rottweiler mit einem ziemlich krassen lungenödem (wie der noch bis in die klinik gekommen war blieb uns ein rätsel).
ich war da auf der kleintier-anästhesiologie und wir wurden in die ips gerufen...dort war der schon intubiert und an der beatmung, aber mit kammerflimmern und einer co2-rückatmung von 10...es waren zum glück leute da die wussten was sie tun und so musste ich nur bei der cpr helfen (was verdammt anstrengend sein kann bei einem rottweiler).
der rotti ist nach 3x defi und danach rhytmus doch gestorben, hatte aber den tubus fast voller schaum, war also kein wunder.
war aber sehr eindrücklich...
topolina
20.05.2006, 23:56
hallöchen!
gerade auf normalstationen sind reanimationen gott sei dank eher selten. ich arbeite nun seit 2 jahren auf einer traumatologischen intensiv und hatte dort auch erst 3. gott sei dank. wär schlimm alle stunden zu reanimieren.
zum thema: schau, reanimieren lernt man vom zuschauen sagen die einen, die anderen vom tun, tatsache ist, es kommt auf die ursache an, wenn da einer im massiven blutungsschock ist und du oben noch schütten must..habe die ehre
, gut auf der intensiv da kann mans meinstens noch vorher abbremsen. auf normalstation steht der pat. meistens schon.Tip: Schrei dir um Hilfe, das ist keine Schande, danebenstehen und womöglich den Helden spielen wollen...das ist scheisse. und noch was: klingt blöd, ist aber so: stehen 5 leute daneben und heckteln wie wild, zieh dich zurück. bei einer ordentlichen reanimation gibt einer das kommando...und das ist bei uns in der regel der oberarzt.
alles gute...und ....manchmal muss man auch menschen gehen lassen können, das ist die große kunst...
Blaulicht-shaolin
21.05.2006, 12:01
Original geschrieben von Vindu
Hast du aber gut gemacht mein Mädchen.
ICh weiss ja nichmal ob ich alles wirklich gut/richtig gemacht hab. :confused: Ich hab das gemacht was ich in diesem Moment für richtig hielt!
Leider isses ja nich so wie inner Schule wo man danach dann darüber spricht und die Fehler herauspickt.:(
Ich kann euch nur sagen dass ich waaaaaaahnsinnig erleichtert war dass der RTW so schnell da war!!!!!
RS-USER-Küchenhexe
25.05.2006, 18:09
REA's sind böse.
Ich hab eigentlich immer Glück gehabt; bisher ist nie jemand gestorben, wenn ich irgendwo in der Nähe war. Egal wie riskant der Dienst (Onkologie mit drei Leuten, von denen ein Ableben im Laufe des Nachtdienstes erwartet wurde - nach meinen drei Nachtdiensten haben alle noch gelebt) oder wie akut die Rea (Doc, die Narkose wäre jetzt gut. Der atmet gegen. - Jaja. - Doc, es wird echt dringend mit der Narkose! - Woher willst Du das wissen, Du bist kein Arzt! - Der guckt mich an...). Man hofft also, daß es einen nie erwischt. Wenn ja, ach Gott, man kanns ab, man ist ja hart.
Klar.
Meine Horror-Rea ist eine, bei der ich nicht dabei war.
Ein Allgemeinarzt mit weit über 30 Jahren Erfahrung als Notarzt und einer ungewöhnlich hohen Erfolgsrate an Reas (aber menschlich genug, um zu wissen, wann man aufhören sollte), hatte als ersten Fall im kollegialen Notdienst seine eigene Frau zu reanimieren. Er hat die 112 gewählt und um Hilfe gebeten, aber alles, was der Landkreis zu bieten hatte, war draußen. Die Notärztin aus dem Nachbarkreis hat fast eine halbe Stunde gebraucht. Er hat versucht, gleichzeitig den Hund wegzusperren, einen beliebigen Kollegen zu erreichen, die Basismaßnahmen durchzuführen, seinen Koffer zu holen, Medis aufzuziehen etc.pp.....Dabei hat er sich heillos verstrickt und nichts vernünftig hinbekommen. Wenns um seine Frau ging, war das nicht das erste Mal. Hier hätte er Chancen gehabt, er hat kurz vorher noch mit ihr gesprochen, aber niente.
Gut. Passiert. Aber der Doc war mein Vater und die Frau meine Mutter. Ich bin sonst immer da gewesen, wenn irgendwas war, und ich hab schon den Unterschied ausgemacht; anscheinend laufe ich in solchen Situationen zu Höchstform auf. Aber dieses eine Mal war ich eben nicht da. Ich wußte, daß es meiner Mutter dreckig ging, wohl wegen einer Virusgrippe. Ich wollte auch kommen, aber dieses eine Mal hat sie es mir ausgeredet. Inzwischen bin ich froh drum. Ein appallisches Syndrom wäre für sie schlimmer als der Tod gewesen, das hat sie mir oft gesagt. Ich glaub das auch.
Aber mein Vater gibt bis heute mir die Schuld. (Nicht, daß mein Bruder nicht Arzt wäre und weniger als zwei Autostunden weg wohnt):-kotz
Und ein paar Mal habe ich mich jetzt auch schon dabei ertappt, daß ich bei seinen ätzenden Kommentaren am Telefon gedacht habe, er hätt ja auch mal sein Hirn einschalten können. Ist alles noch viel häßlicher, aber der ellenlange Sermon hier reicht. Ist eh das erste Mal, daß ich das ablasse.:o
saddamski
02.09.2006, 18:12
Meine 1. richtige Rea liegt auf den Tag genau 3 Wochen zurück.
SanDienst beim Johanniter-Stift. War schönes Wetter..viele Leute waren da...nix gabs zu tun.
Ich stand mit meinem Kollegen an dem JUH Info Stand, hab mich unterhalten...und plötzlich kam jemand "Könnte mal eben jemand kommen?"
Oke...seit 2 1/2 Jahren ist nie was passiert...und wenn jemand so gelassen zu mir kommt, denke ich es hat sich jemand in den Finger geschnitten oder so.
Also sind wir dem Herren gefolgt, ein Kollege vom Infostand ist vorgelaufen.
Als wir angekommen sind hängt ein Mann mit seinem Oberkörper zusammmengesagt über seinen Rollator...blau und angekotzt.
Leute sagten uns er habe gegessen(Bratwurst)hätte irgendwie gewürgt und ein paar mal gehustet. Dann wär er so.
Der Pat. versuchte noch heftigst zu atmen, aber es wollte nicht so ganz.
Der Kollege vom Infostand klopfte ihm ein paar auf den Rücken..aber nix tat sich. Dann hat er 3-4 mal versucht die Wurst mit dem Heimlichmannöver rauszuholen, erfolglos. Mein Kollege holte in der Zeit den Koffer, O2 und setzte den Notruf ab.
Der Pat. wurde deutlich schwächer und blauer.
Wir legten ihn auf den Boden und ich hab mich am Kopf breit gemacht, während der Kollege mit den Sachen auftauchte und sich an die Seite hockte.
Im Mundraum war nichts großes zu sehen. Ein bisschen Speichel und ein klein wenig zerkautes von der Wurst.
Also erst mal abgesaugt...ein bisschen kam auch raus..leider ging es dem Pat. nicht besser. Puls war vorhanden. Der Pat. wurde immer blauer und ging so langsam ins Lila/schwarze über(Wahnsinn wie blau ein mensch werden kann. Zumal kann man die Farbe sehr schwer beschreiben oder?). Ich sagte meinem Kollegen er solle das Heimlichmannöver nochmal im liegen probieren..aber nach 2-3 Versuchen tat sich immer noch nix..also habe ich erneut versucht abzusaugen. Als es nix brachte, haben wir ihm mal die O2 Maske aufgesetzt, in der Hoffnung dass er vielleicht doch noch ein bisschen Luft bekommen würde und das O2 da gut tun würde. Nix war.
Nach dem 6 oder 7 Absaugversuch habe ich es mit dem Absaugen dann aufgegeben. Es war so verdammt frustriend damit nichts zu erreichen.
Pulskontrolle war dann negativ, also fing mein Kollege an zu drücken(Für ihn auch die 1. Rea, kam gerade aus 4 Wochen RTW Praktikum).
Dann haben wir ca. 1min. reanimiert, dann war er wieder da.
Der Pat. war tierisch blau, ich habe mich ins geheim gefrat welche Farbe eigentlich nach blau/lila/schwarz kommt?
Nun ja...ich weis eigentlich dass ich nur im Nasen-Rachen Raum absaugen darf(abmessen wie Guedel) aber in der Verzweiflung dachte ich mir dass ich es einmal etwas tiefer versuche, bevor mir der Pat. nun entgültig in den Händen stirbt.
Also den Schlauch etwas tiefer eingeführt, und dann machte es Plöpp..ein Stück Wurst war im Behälter und der Pat. bekam wenigstens etwas Luft und atmete sehr stark ein. Direkt die O2 Maske drauf und Guedel wieder rein. Puls war da, RR irgendwo bei 180 oder so, auf jeden Fall sehr hoch. Die Zyanose ging auch ein bisschen zurück.
Da er nun etwas Luft bekahm, ich mit meinem Latein komplett am Ende war und er wenigstens ein bisschen Luft bekahm, haben wir ihn in die stabile seitenlage gelegt.
Fast zeitgleich traf dann der RTW ein. Kurze Übergabe(Heimlich-Mannöver!), der RTW Mensch dreht den Pat. wieder auf den Rücken...meint er atmet nicht und der Guedel wäre zu klein.
Ich fand der Guedel passte super und natürlich atmete er nicht. Zumindest nicht so wie es ein Mensch machen sollte. Naja...dann haben wir Ihn erst mal auf die Trage gepackt, in den RTW geschoben..ich bin mit meinem Kollegen noch mit in den RTW um was zu helfen.
Nachdem ich angefangen habe die Intubation vorzubereiten, traf auch das NEF ein. Habe mich mit meinem Kollegen dann aus dem RTW verabschiedet.
Im RTW wurde der Mann noch einmal reanimiert, nachdem er ins Flimmern rutsche.
2 Tage später bedankte sich die Heimleitung bei uns und sagte dass der Pat. auf der ITS liegt und im künstlichen Koma ist. Die Lunge wurde wohl durch das Fett massiv geschädigt, so dass man ihn nicht aus dem Koma holen könnte.
Nach der Rea war ich eigentlich baff wie gut es lief. Ich hatte nie das Problem dass ich nicht wusste was ich nun als nächstes machen soll. Die zusammenarbeit mit dem Kollegen hat super geklappt, hätte mir keinen besseren Kollegen vorstellen können.
Hatte an dem Fall noch ein paar Tage zu knabbern, und er ging mir auch etwas nahe. Es war eine scheiss Situation, als ich merkte dass alles was ich versuche, erfolglos bliebt. Als er dann keinen Puls mehr hatte, rutsche mir das Herz in die Hose, als wir ihn wiederbekommen haben war ich echt froh, und als ich das Stückchen Wurst absaugen konnte, is mir ein Stein vom Herzen gefallen.
Der negative Verlauf war echt alles andere als schön, gerade für die 1. Rea, wo ich, von der Qualifikation her, verantwortlich war.
Kurz nach der Rea haben mich auch ein paar Fragen geplagt. Hätte es was gebracht wenn ich ein Laryngoskop und eine Mangilzange gehabt hätte?
War es Oke tiefer abzusaugen(Oke, bei dem Pat. hat es was genützt. War es aber nur Glück? Hätte ich mehr kaputt machen können?)? War das Heimlichmannöver gerechtfertigt?
Nach ein paar Tagen hatte ich die Rea aber verarbeitet.
Ich weis ich habe mein Bestes gegeben, mein Kollege ebenfalls, und wir haben alles gemacht, was uns mit den Mitteln möglich war.
Die Heimleiterin erzählte uns dass der Pat. aus einem anderen Heim zum Stift gekommen wäre. Er hätte nicht laufen können und war sehr gebrechlich. In dem Stift wurde er aufgepeppelt, konnte zum schluss mit dem Rolator laufen, war ein fröhlicher Mensch der auch an den Kursen teilnahm und 70 Jahre alt war.
Und dann verschluckt Er sich auf dem Sommerfest an einer Wurst und erstickt dran.
Der Kollege hat sich heute noch mal bei dem Stift erkundigt. Der Mann liegt immer noch im künstlichen Koma. Echt traurig.
Rettungstiger
02.09.2006, 18:27
Also, dass ist sehr schwer zu beurteilen wenn man nicht dabei wär. Aber mehr als dreimal würde ich vermutlich nicht das Heimlichmanöver anwenden, sondern lieber früher laryngoskopieren. Allerdings hab ich das im Krankenhauspraktikum und während meiner Zivizeit im Kinder-op öfters mal gemacht, deine Ausbildung und Erfahrung kenne ich nicht.
So spontan finde ich, ihr habt das gut gemacht.
Allerdings hätte ich auch bei Spontanatmung nach Bolusentfernung weiter assistiert beatmet, mit 100% O2, weil doch eine massive Hypoxie vorangegangen ist.
saddamski
02.09.2006, 21:34
Intubation ist auf den KTW Koffern nicht drauf.
Deshalb hatte ich kein Laryngoskop zur Hand. Ich glaube aber auch es hätte nicht viel gebracht, weil er eben doch noch stark mit dem Kopf gezappelt hat.
Zumal es für mich das 1. mal gewesen wäre, ich glaube da hätte ich eher 3 mal überlegt.
An das assistierte Beatmen habe ich ehrlich gesagt nicht gedacht. Zudem hat man mir im M1 und M4 auch gesagt, dass das für einen ungeübten sehr sehr schwer ist und das eigentlich keinen Erfolg hat.
Ob das nun Stimmt oder nicht, sei dahin gestellt, das war mein Wissensstand.
Das Heimlichmanöver im stehen war eigentlich uneffiktiv. Wenn man den Menschen wirklich halten muss, ist es irgendwie doch viel schwerer. Deshalb dachte ich im liegen wäre es noch mal einen Versuch Wert ;)
RS-USER-Katja
03.09.2006, 16:46
Die neuen Guidelines sagen, daß die thorakale Kompression (also normale CPR, evtl. mit etwas kopfwärts gerichteter Druckrichtung) dem Heimlichmanöver vorzuziehen ist, insbesondere beim nicht mehr reagierenden Patienten natürlich, da isses dann obligat ;) Ähnlich wie Du es erfahren hast würde ich auch sagen, daß es beim sich hängen lassenden Erwachsenen fast unmöglich ist, ein effektives Heimlichmanöver durchzuziehen, wenn man nicht zufällig Vin Diesel ist (und dann hat man einen Patienten mit Leberruptur...).
Die Beatmung beginnt dann ab dem Moment nach normalem CPR-Rhythmus, wenn der Patient bewußtlos ist. Damit kann man so einen Fremdkörper auch mal effektiv aus dem Weg schubsen :) Assistiere Beatmung ist überhaupt nicht schwer, Maske auf's Gesicht wie zum Beatmen und bei jedem Atemzug, den Du am BEutel merkst, drückst Du mit auf den Beutel...
Einen Patienten, der noch nicht völlig bewußtlos ist, zu laryngosopieren halte ich für eine *ziemlich* grobe Sache. Das tut man bitte nicht. Und schon gar nicht mit Magillzange dazu. Das kann man alles versuchen, wenn jemand wirklich weg ist. Und wenn man nicht sicher weiß, was man da sehen soll/kann und was was ist erst recht nicht.
Ich denke auch, daß Ihr das soweit richtig und gut gemacht habt :knuddel: und jetzt die Zeit und die Konstitution des Patienten über den weiteren Ausgang entscheiden. Der Ausgang einer Reanimation ist ja nicht nur von unserm Können, sondern auch vom Patienten, seinem Alter, seinen Vorerkrankungen und seiner gegebenen Zeit auf dieser Erde abhängig. Wunder können wir keine bewirken...
(was Pingeliges: Ich mag diesen Begriff "Künstliches Koma" so gar nicht, der arme Mann hat einfach Narkose, das hat nichts mit Koma zu tun...)
Practicus
03.09.2006, 21:27
.......
RS-USER-gnuff
12.09.2006, 09:54
Original geschrieben von Practicus
Hallo Forum,
heute war es soweit, ich hatte meine erste Rea...
...klingt doch wie eine ziemlich ordentlich abgelaufene Aktion, klasse. Hast Du mal nachgehorcht wie es sich im KH entwickelt hat?
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