Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kleiner Schmunzel ausm EH Kurs
uuuäähhh.....
man das ist so krass.
Aber was ich mich so frage:
Damals war das für die Leute vermutlich logisch und selbstverständlich und sicherlich auch allseits akzeptierte Lehrmeinung. Heute lachen wir darüber (und sooo lange ist das gar nicht her!). Wahrscheinlich wird das in 60 Jahren auch nicht anders aussehen, dass Leute unsere aktuellen Maßnahmen auslachen und denken "wie konnte man sowas nur tun"....
Ich will gar nicht darüber nachdenken was wir vermutlich gerade so alles besser machen könnten... *schauder*
cappuccinomum
05.11.2008, 09:17
Original geschrieben von opus
Jedoch, dass mit dem 'Zunge-an-die-Backe-tackern', das ist wohl doch übertrieben. Nicht übertrieben ist aber diese Anwendung der Sicherheitsnadel:
(aus: 'Amtliches Unterrichtsbuch über Erste Hilfe', Verlag des DRK , 19.Auflage, 1943)
Uhhhh wenn man überlegt, dass das echt noch nicht lange her ist *schauder* - immerhin "...wenn es angängig ist, vorher die Sicherheitsnadel mit Alkohol säubern.." - ja und wenn nicht? :o
Original geschrieben von oegi
Ich will gar nicht dar�ber nachdenken was wir vermutlich gerade so alles besser machen k�nnten... *schauder*
Da hab ich in der tat auch oft dran denken müssen wenn ich was über "die Methoden von früher" gelesen hab, aber solange das halt die Lehrmeinung ist, was bleibt uns übrig...
Erschreckend find ich allerdings eher die Leute die nachweisslich veraltete evtl. sogar schädliche Maßnahmen durchführen mit dem Kommentar... "Das haben wir doch immer schon so gemacht"
"Das haben wir doch immer schon so gemacht"
Dieser Satz bringt mich immer auf die Palme - egal um welchen Bereich es geht.
Toll finde ich als Antwort dazu:
"Ja, es hat sich schon immer etwas geändert, daher auch jetzt" oder "Die Tradition ist Veränderung, daher führen wir diese fort"
:D
RS-USER-schmutz
05.11.2008, 12:06
Frei nach Ephrahim Kishon (http://de.wikipedia.org/wiki/Ephraim_Kishon):
Tradition ist die Methode, die Verhindern soll, dass Kinder ihre Eltern übertrumpfen
RS-USER-Saphira
05.11.2008, 14:29
Oh Gott, was hatten die denn für Methoden damals???
Da läufts mit ja eiskalt den Rücken runter!
Hoffentlich haben das alle alten Leute vergessen...
Knusperriegel
05.11.2008, 14:50
Schon längst vergessen (auch von alten Leuten) ist die Methode eine Wiederbelebung zu erreichen, in dem man Pfeifentabakrauch anal einbläst...
Methoden, die uns heute fürchterlich antiquiert bzw. grausam erscheinen, hatten in ihrer jeweiligen Zeit durchaus ihre Berechtigung - einfach, weil man es nicht besser wusste.
Zu Beginn meiner Zeit im "Blaulichtmillieu" weigerte sich z.B. das DRK die Herzdruckmassage den Laien beizubringen, denn immerhin konnte mit dieser Massnahme ja ein mehrfacher Rippenbruch erzielt werden...
Dann begann die Zeit der verschiedensten Rhythmen in der HLW und jedesmal dachte "man", das Optimum wäre erreicht.
Original geschrieben von Knusperriegel
Dann begann die Zeit der verschiedensten Rhythmen in der HLW und jedesmal dachte "man", das Optimum wäre erreicht.
Never ending story.... ;)
Wobei man da mal zur Ehrenrettung der Laienretter sagen muss, dass bei allem Geschwafel vonwegen Kugelschreiberkoniotomie, Arm absägen und Zunge festpiercen mir zumindest noch kein Fall zu Ohren gekommen ist, wo wirklich mal ernsthaft was aus dem Ruder gelaufen ist. Dann wird lieber gar nix gemacht.... oder durchaus mal richtig gut reanimiert, wie ich finde (aber ich bin ja noch grün hinter den Ohren :) )
RS-USER-Saphira
05.11.2008, 22:12
Original geschrieben von Pr0st
Dann wird lieber gar nix gemacht...
Also a never ending story...
Wahrscheinlich noch unendlicher als die wechselnden Rhythmen der HLW...
RS-USER-Küchenhexe
08.11.2008, 23:01
Zum Thema "Zungenpiercing":
Ein LRA aus meinem ehemaligen KV durfte wohl tatsächlich mal einen Patienten mit Sicherheitsnadel durch Zunge und Oberlippe bewundern... Der einzige Ersthelfer, der angehalten hatte, war deutlich alt, wenn auch rüstig. Und hatte seinen ersten und einzigen EH-Kurs bei der Wehrmacht erhalten - aber immerhin mitgeschrieben und sich das dann alle paar Jahre mal durchgelesen...
Daraufhin habe ich mich dann bei diversen Senioren erkundigt: die Methode scheint damals schon in den Bereich Kriegs- und Katastrophenmedizin gefallen zu sein; zumindest können sich nur Leute daran erinnern, die ihren EH-Kurs beim Militär gemacht haben. Und auch da wurde das wohl nicht überall gelehrt. Zum Glück!
RS-USER-apoplex
09.11.2008, 04:35
Schon längst vergessen (auch von alten Leuten) ist die Methode eine Wiederbelebung zu erreichen, in dem man Pfeifentabakrauch anal einbläst... Methoden, die uns heute fürchterlich antiquiert bzw. grausam erscheinen, hatten in ihrer jeweiligen Zeit durchaus ihre Berechtigung - einfach, weil man es nicht besser wusste.
Wenn hier schon Tradition eingebracht wird - denkt mal an die momentan aktuellen Reanimationsmedikamente, v. a. Atropin und Suprarenin.
Mich würde mal eine Studie interessieren, die den o.g. Tabakrauch und Suprarenin vergleicht - ob die Unterschiede da wirklich so weit auseinander weg gingen - ich wäre gespannt!
RS-USER-Katja
09.11.2008, 16:02
Das kriegst du ohne viele Vorstudien durch keine Ethikkommission, also träum weiter ;)
RS-USER-Hoffi
09.11.2008, 17:12
Original geschrieben von Katja
Das kriegst du ohne viele Vorstudien durch keine Ethikkommission, also träum weiter ;)
Dann gehen wir eben nach Afrika, dort sind solche Studien kein Problem.
RS-USER-emergency doc
09.11.2008, 19:31
Original geschrieben von Hoffi
Dann gehen wir eben nach Afrika, dort sind solche Studien kein Problem.
Naja, die Studie an sich ist ja eigentlich nie das Problem, was meinst Du wieviel in D ohne Ethikkommission gemacht wird. Du kriegst das Ergebnis nur ohne Ethikkommissionsvotum in keiner vernünftigen Zeitschrift unter...
RS-USER-Hoffi
09.11.2008, 19:34
Original geschrieben von emergency doc
Naja, die Studie an sich ist ja eigentlich nie das Problem, was meinst Du wieviel in D ohne Ethikkommission gemacht wird. Du kriegst das Ergebnis nur ohne Ethikkommissionsvotum in keiner vernünftigen Zeitschrift unter...
Kann man sich nicht seine eigene Ethikkommission basteln?
RS-USER-emergency doc
09.11.2008, 19:50
Nein.... Eine Ethikkommission ist quasi eine Einrichtung an einer Universität. Ich war einige Jahre studentisches Mitglied der Ethikkommission an meiner Uni.
RS-USER-Hoffi
09.11.2008, 19:59
Original geschrieben von emergency doc
Nein.... Eine Ethikkommission ist quasi eine Einrichtung an einer Universität. Ich war einige Jahre studentisches Mitglied der Ethikkommission an meiner Uni.
Ok. Mir ist so eine Einrichtung an meiner Uni noch nie begegnet. Aber Studenten und Profs sind käuflich, also sollte man auch solche Dinge durch geschicktes Agieren durch die Kommission bringen.
RS-USER-emergency doc
09.11.2008, 20:13
Original geschrieben von Hoffi
Ok. Mir ist so eine Einrichtung an meiner Uni noch nie begegnet. Aber Studenten und Profs sind käuflich, also sollte man auch solche Dinge durch geschicktes Agieren durch die Kommission bringen.
:D :D :D
Bei uns gabs immer n ur Kaffee, Softdrinks und Kekse während der Sitzungen. Alle Anträge wurden in offener Runde (5-6Personen) diskutiert. Wenn jemand Bedenken hatte (und da zählte ich auch mit) wurde der Antragssteller zur nächsten Sitzung eingeladen, und musste rede und Antwort stehen. Es war nicht selten, daß Anträge mit konfusem Krempel abgelehnt wurden.
RS-USER-Hoffi
09.11.2008, 20:15
Was für Forschungen müssen denn durch so eine Ethikkommission gebracht werden?
RS-USER-Bärentöter
09.11.2008, 22:17
Original geschrieben von Hoffi
Aber Studenten und Profs sind käuflich, also sollte man auch solche Dinge durch geschicktes Agieren durch die Kommission bringen.
das ist leider wirklich so. Gegen kommerzielle und wissenschaftliche Interessen hat die Ethik, insbesondere der Tierschutz, keine Chance.
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