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RS-USER-gnuff
27.08.2008, 17:16
Original geschrieben von Elektro-Dengel
Vergiss nicht, er is Chirurg! Schrauben drehn, Muddern drehn! :-p

genau:
"Schrauben drehn, Muddern drehn, mit blutverschmierten Flossen im OP rumstehn..."

coole Idee :)

RS-USER-Elektro-Dengel
27.08.2008, 18:39
Original geschrieben von gnuff

"Schrauben drehn, Muddern drehn, mit blutverschmierten Flossen im OP rumstehn..."


:D :D :D

RS-USER-Bärentöter
27.08.2008, 21:25
hmmm... ich hab' inzwischen etwa 800 Notarzteinsätze hinter mir, davon genau einen i.o.-Zugang...
Was macht Ihr alle?

RS-USER-emergency doc
27.08.2008, 23:03
Also erstens muss man dabei ja berücksichtigen, daß ich inzwischen ja Vollzeit-Notarzt bin, also eine reine Anstellung als Notarzt habe. Zweitens habe ich dafür in über 1000 Einsätzen erst einmal einen ZVK gelegt. Ich finde die Sterilität für einen ZVK wesentlich kritischer als für einen i.o.-Zugang zu gewährleisten.
Ausserdem war meine Frage ja eine andere: Gibt es Probleme beispielsweise lipophile Substanzen i.o. zu geben, oder Probleme mit anderen Dingen die man beachten muss? Hierbei geht es natürlich im wesentlichen um Narkosemedikamente, Katecholamine etc., also alles, was zum Einsatz kommt, wenn ein i.o.-Zugang auch gerechtfertigt ist.

RS-USER-Elektro-Dengel
27.08.2008, 23:30
Original geschrieben von emergency doc
Ich finde die Sterilität für einen ZVK wesentlich kritischer als für einen i.o.-Zugang zu gewährleisten.


Wobei so ne Osteomyelitis auch nix angenehmes ist! Von daher würd ich hier ähnliche Ansprüche ans aseptische Arbeiten legen, wie beim ZVK. Der Unterschied ist halt, dass man beim I.O.-Zugang nicht so viel mit sterilem Material rumfriemeln muss (Seldinger-Draht usw.). Was sagen die Herren Mediziner da dazu??

RS-USER-emergency doc
28.08.2008, 13:30
Original geschrieben von Elektro-Dengel
Der Unterschied ist halt, dass man beim I.O.-Zugang nicht so viel mit sterilem Material rumfriemeln muss (Seldinger-Draht usw.).

Genau das meine ich. Selbstverständlich lege ich einen i.o.-Zugang unter sterilen Bedingungen!

RS-USER-Katja
28.08.2008, 16:21
Erstmal ist (trotz meiner anfänglichen Befürchtungen dazu) die Osteomyelitisrate bei i.o.-Zugängen erstaunlich gering (ich gucke die Zahlen noch mal nach, ich weiß sie nicht aus dem Kopf). Logischerweise soll natürlich steril gearbeitet werden - und wenn man sich anguckt, wann i.o. Zugänge gelegt werden (das geschieht ja meist nicht im OP oder im RTW), dann erstaunt mich die geringe Infektionsrate noch mehr.

Zweitens kann man von den normalen Notfallmedis alles über den Zugang geben, es ist selbst für Propofol, um das man sich wegen des Fettgehaltes offenbar Sorgen machte, kein Problem beschrieben. Parenterale Ernährung ist vielleicht nicht der Renner :D aber das tut man ja auch eher nicht im Rettungsdienst...

RS-USER-emergency doc
28.08.2008, 19:38
Original geschrieben von Katja
Parenterale Ernährung ist vielleicht nicht der Renner :D aber das tut man ja auch eher nicht im Rettungsdienst...

Höchstens Glucose, aber die würd ich auch eher oral verabreichen, wenns kein Zugang tut ...:D

chrissitier
30.08.2008, 22:14
Original geschrieben von emergency doc
Höchstens Glucose, aber die würd ich auch eher oral verabreichen, wenns kein Zugang tut ...:D
Mal ganz davon abgesehen, dass man die schwerlich als lipophil bezeichnen kann ^^

RS-USER-Sanitoeter
31.08.2008, 00:45
Bei der letzten Fortbildung zu unserem i.o. Bohrer wurde uns gesagt, dass wir theoretisch außer Zytostatika alle Medikamente über den io Zugang geben können...
Bei uns kommt der io Bohrer auch immer öfters im Schockraum zum Einsatz, meisst durch die Pflege, da bei uns innerhalb 60 sec. ein Zugang liegen sollte, wenn keine Möglichkeit, sollte der io Bohrer in Erwägung gezogen werden und etabliert sich immer mehr, weil man eben einen sicheren 15G Zugang hat...


Gruß
Sani

RS-USER-Katja
31.08.2008, 03:42
Nur so am Rand: Ich habe vorletzte Woche den ersten "para"-i.o. Zugang gesehen (bei dem jungen Mann, der unter das Flugzeug gekommen ist). Die werden bei uns von den ER-Doktors gelegt - die Anästhesie hat gar keine - und über deren Inkompetenz habe ich mich glaube ich schon ein paar Mal ausgelassen.
Aber daß man es tatsächlich schafft, den Zugang nach Anlage nicht zu sichern und dann das schwere Level-1-System dran anzuschließen und sich DANN wundern, daß der Arm dick wird... da kann ich echt nur :-kotz :-keule

Morbus X
31.08.2008, 10:27
Ist das jetzt wirklich so daß der i.o.-Zugang vor der endobronchialen Gabe kommt in den Guidelines? :confused:
Fände ich - suboptimal...
Wenn ich so zurückdenke, einen Tubus hab ich mir nichts dir nichts drin, für einen Zugang wo man erst noch "bohren" muss brauch ich viel länger...D:-)

RS-USER-gnuff
31.08.2008, 10:39
Original geschrieben von Morbus X
Wenn ich so zurückdenke, einen Tubus hab ich mir nichts dir nichts drin, für einen Zugang wo man erst noch "bohren" muss brauch ich viel länger...D:-)
Täusch dich da mal nicht, auch hier gilt Übung macht den Meister. Auf der Fortbildung die ich zu diesem Thema gehört habe, hatten die Jungs und Mädels vom BWK Ulm ziemlich beeinduckende Zahlen.

RS-USER-Sanitoeter
31.08.2008, 11:40
Da die Intubation entsprechend der neuen Guidelines nach hinten gereicht wurde, und ich zwar ausgewählte Medikamente e.b. geben kann aber mehr nicht, macht es für mich schon Sinn den i.o. Zugang so früh wie möglich in Erwägung zu ziehen. Damit habe ich einen sehr sicheren großlumigen Zugang, mit dem ich fast alles anstellen kann.

Um den Bohrer zu richten und den Zugang zu legen benötigt man ca. 60-90 sec. und ich bin mir nicht wirklich sicher ob man eine Intubation inkl. richten in dieser Zeit schafft.


Gruß
Sani

RS-USER-Katja
31.08.2008, 17:45
... und, um die Nummer abzuschließen, bei der leidigen endobronchialen Gabe habe ich
a) null Ahnung, ob und wie viel tatsächlich resorbiert wird
b) muß ich alles dafür verdünnt aufziehen, damit es überhaupt aus dem Tubus rauskommt
c) kann ich auch nur Supra geben... alles andere (Amiodaron, Kalium, von Bicarbonat mal gar nicht zu reden, was zugebebermaßen aber erst ganz hinten ankommt) ist endobronchial eine ziemlich schlechte Idee.

60-90sec für eine Intubation klingt schon okay (mit Vorbereiten - sollte ja griffbereit sein), aber wir wissen alle, daß der klassische REA-Patient keinen Hals und großräumige dem Thorax vorgelagerte Weichteilschützen hat und vor 20min noch einen Burger mit Zwiebeln hatte... da kann auch ein gestandener Anästhet unterm Küchentisch oder im Badezimmer mal kämpfen ;)

RS-USER-emergency doc
31.08.2008, 19:14
Also ein i.o.-Zugang ist leider alles andere als wirklich großlumig. Wir haben nur Kinder-Nadeln bei uns, da müsste mal was über den ÄLRD gedreht werden glaub ich...:rolleyes:

RS-USER-emergency doc
29.09.2009, 22:05
Wir kriegen noch dieses Jahr die EZ-IO auf die NEF ...:jump::jump::jump:

Einige sagen, die würden ja quasi nur für mich angeschafft jetzt... so von wegen 25-30 io.-Zugänge in 1,5 Jahren...:grins:

Rettungshasi
29.09.2009, 22:20
Legst du eigentlich noch normale Zugänge? :-P

Ich hoffe, ihr bekommt auch die dicke-Leute-Nadel.

RS-USER-gnuff
30.09.2009, 08:01
Wir kriegen noch dieses Jahr die EZ-IO auf die NEF ...

Glückwunsch! Das ist doch mal eine gute Entscheidung!

RS-USER-emergency doc
22.02.2010, 20:36
Jetzt hab ich inzwischen 3 i.o.-Zugänge mit der EZ-IO gelegt. Das Handling ist wirklich beeindruckend einfach, wer einen Akkuschrauber bedienen kann, kann auch einen i.o.-Zugang damit legen. IMHO ist der einzige Grund, das Ding nicht für Rettungsassistenten im Rahmen einer SOP freizugeben der horrende Preis.