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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auf dem Weg zur Habil - Erfahrungsaustausch



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eXiland
12.04.2012, 00:12
äh doch ... Neurochirurgie ist nicht nur filigrane Hirnchirurgie sondern ein wichtiger Teil ist die Wirbelsäulenchirurgie und da kann es durchaus mal grober zugehen, besonders z.B. bei Wirbelsäulenstabilisierungen

Klar kann man sich in die Wirbelsäulenchirurgie als NCH hineinvertiefen, aber zum Facharzt brauhst keine komplexen Sachen machen, da reichen die ganz simplen laminektomien aus

eXiland
12.04.2012, 00:16
Innere.
Vor dem Forschungsfrei hab ich eigentlich gar nix zustande gebracht, es wäre sicherlich nachts gegangen, aber tagsüber nicht :) Jetzt hoff ich halt, mich soweit einzurichten, dass ich genug für einen richtigen Antrag zusammenbring, der mir dann eine MTA o.ä. finanzieren könnte. Derzeit pipettier ich so gut wie alles selbst, da würde ich neben der Klinik nicht besonders schnell vorankommen. Aber vollzeit im Labor läufts ganz gut. Naja, mal sehen, aktuell bin ich zufrieden...

Wow, klingt ja nicht schlecht!

god0t
16.04.2012, 17:18
Wie seid Ihr Eure erste Publikation angegangen? Hattet Ihr jemanden, der Euch beim Schreiben an die Hand genommen hat oder wurdet Ihr ins kalte Wasser geworfen? Wie habt Ihr Euch selber geholfen und wie seid Ihr letztlich vorgegangen?

apple
16.04.2012, 18:00
mein Arbeitsgruppenleiter hat mir sehr geholfen, hab inzwischen 4 Erstautorenschaften und 15 Co-Autorenschaften. Ohne Hilfe hätt ich das aber nicht hinbekommen, ist ja schon mehr als einfach einen englischen Text zu schreiben, auch wenn man zig paper gelesen hat ...

Mondschein
16.04.2012, 20:54
Muss mal eine "blöde" Frage stellen: Steht dieses "so viele Erst-/Letztautorenschaften, so viel Impact etc." bei euch direkt in der Habil-Ordnung? Ich wollte das interessehalber grad mal nachlesen und finds nicht. Gerüchteweise kenn ich unsere derzeitigen Anforderungen, aber ich wollts gern schwarz auf weiß nachlesen und die Habil-Ordnung ist SO schwammig geschrieben, Zahlen find ich da nicht. Gibts das an euren Unis schriftlich?
Viele Grüße, Mondschein

god0t
17.04.2012, 09:59
mein Arbeitsgruppenleiter hat mir sehr geholfen, hab inzwischen 4 Erstautorenschaften und 15 Co-Autorenschaften. Ohne Hilfe hätt ich das aber nicht hinbekommen, ist ja schon mehr als einfach einen englischen Text zu schreiben, auch wenn man zig paper gelesen hat ...

Okay, danke. Ich fühle mich aktuell mit meinem Paper nämlich ziemlich alleine und zweifele schon an mir und meinen Englischkenntnissen.

apple
17.04.2012, 10:30
Nee, das ist leider nicht so einfach, find ich zumindest, auch wenn man irgendwann bestimmt Phrasen draufhat ...
Ich forsche sehr gerne, hatte auch schon Forschungsfrei, mein Problem ist momentan jedoch, dass ich nicht weiß ob ich überhaupt habilitieren möchte, weil da ja auch Lehrverpflichtungen dranhängen und dazu hab ich überhaupt keine Lust ... :-nix

god0t
17.04.2012, 12:11
Nee, das ist leider nicht so einfach, find ich zumindest, auch wenn man irgendwann bestimmt Phrasen draufhat ...
Ich forsche sehr gerne, hatte auch schon Forschungsfrei, mein Problem ist momentan jedoch, dass ich nicht weiß ob ich überhaupt habilitieren möchte, weil da ja auch Lehrverpflichtungen dranhängen und dazu hab ich überhaupt keine Lust ... :-nix

Das ist doch das Wichtigste. Wenn Dir Forschung Freude bereitet, dann ist es auch keine verschwendete Zeit. Und das mit der Habilitation kann man immernoch entscheiden. Irgendwann macht es vielleicht "klick". Falls nicht, dann bleibt man eben bei der Wissenschaft. Forschungsfrei würde mich auch interessieren. Würde mich auch gerne auf reine "wissenschaftliche Stellen" bewerben, allerdings geht es in der Orthopädie / Unfallchirurgie nicht unbedingt um Grundlagenforschung, sondern klinische Wissenschaft und ich habe Angst, dass man dann an zu wenigen Projekten arbeitet und man untätig Zeit verschwendet..

Mondschein
17.04.2012, 18:18
Hm, bei uns gibts einige, die wissenschaftlich recht aktiv sind und auch habilitiert haben, weil man das halt dann irgendwann macht. Lehren tun sie aber nur auf dem Papier.
Ich find, wenn man als Arzt forscht, kann man die Habil ja auch "mitnehmen" (deine Paper klingen ja so, als wärs nicht mehr so weit weg). Irgendwie wirds doch dann auch erwartet, oder? Kommt mir zumindest so vor.
Seh's aber ähnlich wie du, mir machts auch Spaß, aber die große Karriere plan ich eigentlich gar nicht...

apple
22.04.2012, 15:11
Hm, bei uns gibts einige, die wissenschaftlich recht aktiv sind und auch habilitiert haben, weil man das halt dann irgendwann macht. Lehren tun sie aber nur auf dem Papier.
Ich find, wenn man als Arzt forscht, kann man die Habil ja auch "mitnehmen" (deine Paper klingen ja so, als wärs nicht mehr so weit weg). Irgendwie wirds doch dann auch erwartet, oder? Kommt mir zumindest so vor.
Seh's aber ähnlich wie du, mir machts auch Spaß, aber die große Karriere plan ich eigentlich gar nicht...
Ja, ich wurde auch schon mehrmals gefragt und von der Anzahl der Paper her wäre es auf jeden Fall machbar, ich frag mich nur was es mir bringt wenn ich nicht 100%ig dahinter stehe, auf den Titel kann ich verzichten, wichtiger wäre mir eine für mich passende Stelle in einem netten Forschungsteam, na ja muss mir das noch paar mal durch den Kopf gehen lassen ...

wjsl
22.04.2012, 15:26
Ich war dieses Wochenende auf einer Karrieremesse, bei der unter anderem diese neuen PhD Studiengänge thematisiert wurden; der Dozent dort meinte, in spätestens zehn Jahren sei die Habilitation ohnehin abgeschafft, weil man international nichts damit anfangen könne und Deutschland sich langsam anpassen müsse. Stattdessen hat er diese PhD Studiengänge angepriesen, die es momentan aber nur an vier Unis in Deutschland zu geben scheint. Die Leute dort verbringen mindestens zwei Jahre ausschließlich in der Forschung, dann eine zeitlang wieder in der Klinik, größenteils sei es aber ein geteiltes Modell, mit zwei Halbtagsstellen.
Was haltet ihr denn davon?

apple
22.04.2012, 15:57
Hast du da mal einen Link zum Nachlesen oder könntest du das noch etwas genauer beschreiben ?

Nautila
22.04.2012, 19:00
Link zum Nachlesen gibt es nicht... leider. (Ich war auch da. ^^)
Der Doc meinte jedenfalls, dass er heutigen Studenten (und jungen Absolventen, die in die Forschung möchten) eher empfehlen würde, diese PhD-Studiengänge in Anspruch zu nehmen, weil dort die wissenschaftliche Ausbildung fundierter und strukturierter ist (er nannte das Beispiel von Hannover) als bei einer Habil, wo man "so vor sich hin forscht und irgendwann dafür die Anerkennung bekommt".
Er meinte weiterhin ein PhD sei mit einer Habil nicht wirklich vergleichbar, eigentlich ist es etwas "weniger", andererseits nicht wirklich vergleichbar, nur meinte er, dass man sich international mit einem PhD leichter täte. Das würde auf Dauer eh kommen, daher empfiehlt er halt, konkret diese Studiengänge zu absolvieren wenn man ein echtes Interesse hat, langfristig zu forschen und dort Karriere zu machen.

Als Quintessenz kann man sich somit rausziehen: Langfristig wird die Habil abgeschafft (gab so helle Köpfe die dann fragten wer dann Doktoranden betreuen darf wenn's keine PDs mehr gibt... :D :P) und der PhD tritt an dessen Stelle... also lieber hier die Zeit investieren anstatt jahrelang vor sich hin zu wurschteln, Privatleben und Freizeit zu opfern, und letztendlich noch eine bessere wissenschaftliche Ausbildung genossen.

Kackbratze
22.04.2012, 19:05
Langfristig wird die Habilitation abgeschafft....hat einer auf der Messe gesagt, der euch PhD-Studiengänge angeboten hat wie Sauerbier.
Interessant.

Und woher hat er diese fundierte Fachinformation?

Nautila
22.04.2012, 19:17
Quelle hat er nicht genannt...
Er meinte nur, im Zuge der Internationalisierung hätte die Habil keine Chance mehr.

Im Übrigen ist der Eindruck, der hier entsteht, etwas falsch. Er hat die PhD-Studiengänge nicht angeboten wie Sauerbier.
Er hat lediglich darüber informiert, welche Möglichkeiten man hat, wenn man forschen möchte, hat ein konkretes Beispiel genannt. Er hat nie gesagt man "muss" das machen oder sonstiges...
Weiterhin war das nicht irgendjemand... OA Anästhesie bei der Charité. Mir wäre nicht bekannt dass hier Kooperationen in Studiengängen mit Hannover laufen die man propagieren muss...

Da scheint der PhD hier tatsächlich eine bessere und effektivere Methode zu sein als im Feierabend noch für die Habil zu forschen....
Für mich klingt's jedenfalls plausibel.

Allerdings denke ich, dass das hauptsächlich für diejenigen gilt, die noch im Studium sind oder direkt nach dem Studium Lust haben, sich wissenschaftlich weiter zu bilden. Wer schon die Erstautorenschaften zusammen hat, sollte lieber seine Habil zu Ende basteln. ^^

Ich fand's jedenfalls sehr informativ.

Kackbratze
22.04.2012, 19:46
2004 wurde im Rahmen der "geplanten Abschaffung der habil" von Frau Buhlmahn (Bildungsministerin) die Juniorprofessur eingeführt, was aber per Gerichtsbeschluss und dank der Ausbeutung der JR.Professoren wieder einkassiert wurde.
Seitdem ist an der Front garnix mehr passiert und die Politik hat kein Interesse mehr sich da wieder eine blutige Nase zu holen.
Klar, die Unis machen für den PhD Werbung, aber die angesprochenen Bestrebungen liegen auf Eis.

Mondschein
22.04.2012, 19:57
Mal ein willkürlich gewähltes Beispiel für PhD-Programme:
http://www.gpneuro.uni-goettingen.de/content/seg_first.php#
Ich hab mir das nach dem Studium sogar mal ganz kurz überlegt, aber wollt dann lieber doch gleich richtig anfangen, als Arzt zu arbeiten.
Allerdings - zu dem Argument, dass das besser wäre, als sich abends über die Habil zu setzen: Das glaub ich nicht, auch wenn man ein PhD-Programm mitmacht und anschließend weiterkommen will, wird es in der Medizin - sofern man das Arztsein nicht an den Nagel hängen möchte - immer auf eine Doppelbelastung rauslaufen und die wirkt sich eben auf die Arbeitszeit aus... Also leichter ist es damit bestimmt nicht zwangsläufig! Was mir eher gefallen hätte, wäre, dass es Programme gibt, bei denen nochmal experimentelle Grundlagen gelehrt werden, und das fehlt einem als Mediziner in der experimentellen Forschung ja immer, wenn mans mit den Bio-Kollegen vergleicht, kennen die einfach viel mehr Methoden etc.

god0t
23.04.2012, 11:02
Außerdem muss man unterscheiden zwischen "Habil" und "Karriere in der Forschung" machen. Ich kann ein guter Kliniker sein und nebenbei meine Habil absolvieren, die PhD Geschichte klingt so als würde ich mich (auch international) vornehmlich auf Forschung konzentrieren. Das sind für mich noch zwei grundverschiedene Dinge, weil Wissenschaft eben auch klinisch sein kann und ich dafür keine 2 Jahre PhD Studiengang benötige?!

wjsl
23.04.2012, 15:51
Ihr habt Recht, für die Grundlagenforschung mag es nicht schlecht sein, aber um klinisch zu forschen wohl eher nicht notwendig. Dass die Habilitation Geschichte sei war wohl auch eher die persönliche Meinung dieses Dozenten, dafür scheint es ja sonst auch nicht allzu viele Anhalte zu geben, außer dass es dieses Modell eben nur in Deutschland gibt.

Hätte auch ein Problem damit, schon wieder ein Studium zu beginnen, wo das erste doch gerade endlich erst vorbei ist. Das kann es doch irgendwie auch nicht sein...aber der Typ hat mich eben verwirrt, weil er doch eine relativ hohe Position inne hatte...

Nautila
23.04.2012, 19:28
Wieso is mein Beitrag weg??? :-(

Also nochmal:
Ich verstehe nicht, wie das PhD Programm verwirren kann?
Dann könntest du auch fragen: Wozu Habil?
Und es ging nicht um Grundlagenforschung, sondern gerade um klinische Forschung.

Der Doz hat das Thema recht gut begründet mit der "Doppelspitze" als beispielsweise Chefarzt und gleichzeitig Laborleiter. (Ob man sich das antun will ist was anderes. ^^)
Ich würde jedenfalls den PhD dem PD vorziehen... wenn gewisse Umstände bei mir anders wären. So kann ich später froh sein, eines Tages hobbymäßig forschen zu dürfen... :D
Für mich kommt ein zusätzliches Studium nicht infrage.

Aber jeder Jeck is anders.