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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auf dem Weg zur Habil - Erfahrungsaustausch



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wjsl
06.07.2012, 22:52
Mir scheint das insofern besser, als dass weniger Zeit für das Zusammenschreiben von Dingen draufgeht, die eigentlich schon publiziert wurden. Das Summenwerk wird sowieso wohl kaum jemand bis keiner lesen.
Wobei Habilitation an sich momentan irgendwie weit weg und wenig relevant scheint; denn eigentlich könnte man Doktoranden auch ohne das betreuen, das machen die Chefs ohnehin meist in der Realität gar nicht selbst. Oder täusche ich mich?
Stelle es mir nämlich schon happig vor, neben der Klinik alles selbst machen zu müssen. Da ist die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern in der Forschung wohl essentiell. Aber neuer Ort, neue Projekte, das Einfinden in die klinische Tätigkeit; ist wohl alles etwas viel. Klar haben es auch einige Leute vor einem erfolgreich gemeistert, aber wie genau es gehen soll, davon habe ich noch keine genaue Vorstellung oder Strategie.
Du scheinst einer der erfolgreichen zu sein: Wie lief das denn bei dir in etwa ab? Hast du von Anfang an geforscht? Bist du in ein neues Projekt gewechselt; und falls nicht: Hältst du das für realistisch? Wie kommt man bei einem kompletten Neuanfang (wieder) rein?

Bitte entschuldige, falls die Fragen dumm sein sollten. Es beschäftigt mich momentan einfach. Hatte den Eindruck, dass man im Wissenschaftlichen viel mehr Ideen entwickeln und einbringen kann als im rein Klinischen. Obwohl es ohne das auch nichts ist. Beides zusammenzubringen scheint fast ein Ding der Unmöglichkeit; aber offentlich auch nicht für alle(hier gibts ja scheinbar einige erfolgreiche Beispiele).

Bin jedenfalls für jeden Rat zum Vorgehen in dem Fall dankbar, gern auch per PN.

god0t
07.07.2012, 14:23
Das ist doch viel zu pauschal. Wie haben es die ganzen Professoren und PDs denn geschafft an ihre Titel zu kommen? Sicher kann man Klinik mit Forschung verbinden. Aber es ist von Fachdisziplin zu Fachdisziplin völlig anders, daher solltest Du schon ein wenig konkreter werden. Und es ist auch ein himmelweiter Unterschied, ob Du klinisch forschen möchtest, um an Deinen Titel zu kommen, oder ob Du eine Karriere mit Grundlagenforschung im Labor anstrebst..

wjsl
07.07.2012, 23:02
Darf ich fragen, was von beiden du gewählt hast? Klinische oder Grundlagenforschung? Und was hat dich dazu veranlasst?

KirstenP
08.09.2014, 19:07
Ich hole diesen Thread hier mal nach langer Zeit hoch in der Hoffnung, dass entweder die alten Hasen hier oder auch neue, die auf dem Weg zur Habil sind, mir ein paar Fragen beanworten können.
Insbesondere würde mich interessieren, wann bei Euch der konkrete Gedanke, dass Ihr habilitieren wollt, gekommen ist. Schon im Studium oder erst im Laufe der FA-Ausbildung? Ich komme jetzt ins dritte klinische Semester und mein Ziel ist es (bisher zumindest), habilitieren zu wollen später. Ich mache eine experimentelle Promotion in dem Fach, welches wohl auch mein Berufsziel wird, und frage mich nun, ob ich außer den so entstehenden Kontakten und der Laborerfahrung, die damit einhergeht, irgendetwas jetzt schon beachten/in Angriff nehmen sollte. Oder mache ich mir zu viele Gedanken?
An die Frauen unter Euch: Habt Ihr Kinderwunsch bzw. diesen auch umgesetzt? Wie sieht das mit Familie und der Arbeitsbleastung, die mit "Freizeitforschung" ja sicherlich noch erheblich mehr ist zu gewissen Zeiten, aus? Ist das kompatibel, oder mehr schlecht als recht?

Ich würde mich sehr über Antworten und/oder Tipps freuen!

test
08.09.2014, 19:16
Hallo,

überlegt habe ich es mir schon am Anfang des Studiums, dann mal wieder den Gedanken im Laufe des klinischen Studiums eher verlassen und dann doch wieder aufgegriffen. ;-)
Experimentelle Dr. Arbeit ist schon mal gut, um das Ganze kennen zu lernen. Man sollte meiner Meinung nach versuchen sich möglichst schnell selber zu belesen und eigene GEdanken zu entwickeln und mit seinen Kollegen /Betreuern diskutieren. Auch Fortbildung im Bereich Zell- Und Molekularbiologie, Methoden im Selbststudium erscheint mir sinnvoll. Wichtig ist, dass man daran Spaß haben muß und sich damit beschäftigen möchte, sonst hat es im experimentellen Bereich nicht so viel Sinn. Ob die Dr. Arbeit schon im Themengebiet der späteren Tätigkeit ist, ist meiner Meinung nach nicht so wichtig.
Arbeitsbelastung hängt vom KOnzept ab. Reine Freizeitforschung wird im experimentellen Bereich kaum funktionieren. Hier ist Arbeiten auf höherem Niveau ohne Unterstützung durch Freistellungen (Stipendien oder ähnliches) bzw. Auslandsaufenthalte für Post Doc kaum möglich.
Wieviel Zeit am Ende übrig bleibt und ob das ausreicht ist sicher interindividuell sehr variabel je nach persönlichen Ansprüchen und Vorlieben. ;-)

KirstenP
08.09.2014, 19:23
Dank Dir sehr für die hilfreiche Antwort! Spaß habe ich ganz sicher an der Sache. Ich verbringe jetzt schon relativ viel Zeit damit, im Labor zu stehen oder nachzulesen etc., aber eben alles aus wirklichem Interesse und nicht nur stur zielgerichtet. Ich denke, das Formulieren eigener/weiterführender Fragestellungen ist der springende Punkt. Ich mache mir natürlich meine eigenen Gedanken zu den Themen, merke aber, dass ich mich in Art und Weise der forschenden Fragestellung vielfach einfach noch eindenken muss.
Mit Freizeitforschung meinte ich, dass man eben nicht um 17h die Pipette fallen lässt, sondern eben auch desöfteren und eher als Regel denn als Ausnahme (so zumindest die Erfahrung der Laborkollegen) so einige Überstunden fabriziert.
Hast Du Auslandsaufenthalte insbesondere zu Forschungszwecken eingelegt? Und wie weit bist Du mit der Habil?

test
08.09.2014, 19:27
Ich habe die Habil ohne Auslandsaufenthalte hinter mich gebracht. ;-) War da aber vorher nicht festgelegt. Ich würde es flexibel angehen und wenn nötig einen Aufenthalt evtl. als Booster einschieben. Gibt zahlreiche Beispiele für beide Varianten. Kann man also pauschal nicht sagen, welche Variante besser oder schlechter ist. :-nix

KirstenP
08.09.2014, 19:32
Wow, Herr PD ;-) (Wenn ich das jetzt richtig gedeutet habe)
Ich werde sicherlich nicht krampfhaft versuchen, einen Auslandsaufenthalt einzuschieben, wenn sich aber durch Verbindungen die Möglichkeit auftut, kann ich mir gut vorstellen, diese zu nutzen. Ich fände es eben mal sehr interessant, woanders Forschung mitzubekommen. Ein Bekannter, der mal für zwei Jahre in NY ein Forschungsstipendium hatte, war unheimlich angetan von den Bedingungen dort.

test
08.09.2014, 20:52
Auslandsaufenthalte lassen sich meist gut mit Stipendien machen (z.b. von der DFG). Da man selbst finanziert ist, braucht man eigentlich auch nicht viele KOntakte, fast jedes Labor wird einen aufnehmen. ;-)

Aus meiner Sicht gibt es folgende Vor- und NAchteile:
Vorteile:
- gerade in USA kann es einfacher sein hochrangig zu publizieren. Die Core Facilities und Ausstattung ermöglichen einem oft mehr als in Deutschland der Fall.
- Ausland macht sich gut im Lebenslauf
- wissenschaftliches Arbeit kann aufgrund der guten Ausstattung und Bedingungen (in einigen Bereichen vermutlich weniger bürokratische Hürden) ggf. mehr Spaß machen als hier.
- man kann natürlich viel lernen

Nachteile:
- Zeit kann üblicherweise nicht auf die klinische Weiterbildung angerechnet werden.
- Evtl. kann es schwierig werden nach der Rückkehr auf dem Gebiet weiter zu arbeiten, entweder weil die Möglichkeiten/Methoden usw. nicht vorhanden sind oder weil man die Dinge nicht weiter bearbeiten darf/soll.
- auch 2 Jahre im AUsland sind kein Erfolgsgarant. Es kann sein, dass man nach 2 Jahren mit Nichts (=keine Publikation) da steht.
- je nach heimatlicher Einbettung mit Projekten, klinischer Verantwortung, etc. kann es schwierig sein 2-3 JAhre ins Ausland zu gehen.

KirstenP
10.09.2014, 19:04
Danke Dir noch mal für diese Einschätzung!

Frauen gibt es hier keine, die mir die Familienfrage beantworten können? Ich finde das nämlich nicht so leicht.

hiddl
10.09.2014, 20:57
Frauen gibt es hier keine, die mir die Familienfrage beantworten können? Ich finde das nämlich nicht so leicht.
Naja, warum sollten Frauen Dir die Familienfrage besser beantworten können als Männer ;-).
Fakt ist sicher, dass man für eine Habil in der Regel mehr Zeit aufwenden muss als das übliche 9 to 5 arbeiten. Gerade was Publikationen, Vorträge etc. angeht, das machen die meisten ja dann doch zumindest teilweise in der Freizeit.
Andererseits kenne ich durchaus Frauen (und noch mehr Männer ;-) ), die habilitiert sind und trotzdem Kinder haben. Partnerschaftliche Arbeitsteilung ist dabei wohl das Stichwort.
Ich habe Kinder und bin nicht habilitiert, das kann ich aber nicht den Kindern in die Schuhe schieben, sondern eher meiner Antriebsarmut. Bin aber auch kein Labormensch, wie ich im Laufe meiner Arbeit immer mehr feststellen musste, sondern arbeite lieber klinisch, auch forschungstechnisch eher Patienten-bezogen. Ob das mit der Habil noch was wird - wohl eher nicht, aber ich sehe meinen Schwerpunkt auch eher woanders und mache so lange Freizeitforschung, wie es mich ernsthaft interessiert.

KirstenP
05.03.2016, 20:05
Ich hole das hier mal wieder los... Bis ich (vielleicht) mal aktives Mitglied hier werden kann, vergehen zwar noch ein paar Jahre, aber ich lese gerne mal ein paar Erfahrungsberichte durch, die ja evtl ganz wertvoll sein können. An die, die sich hier ausgetauscht hatten und noch im Forum dabei sind: Wie sieht es denn mittlerweile bei Euch aus? Ist die Habil durch oder in die Ecke geworfen worden? Würde mich über ein paar Antworten sehr freuen :-)

KirstenP
05.03.2016, 20:07
Huch, das hatte ich doch schon mal gemacht, peinlich :-blush Egal, gibt es dennoch etwas Neues?

bristol
05.03.2016, 21:53
Ich wäre auch an Erfahrungsaustausch interessiert. Bin in der Grundlagenforschung, derzeit (wieder) in den USA, aktiv und werde wohl frühestens in 2-3 Jahre nach Deutschland zurückkehren. Habe bisher 3 FA-Jahre hinter mich gebracht.