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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erstattungsfähige Privatmedis->Erstattung GKV für Ärzte



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dmtec
04.10.2014, 15:50
@mainzer Man kommt doch auch aus der PKV raus, wenn man als Student drin war, und dann anfängt zu arbeiten. Vielleicht wars ja das.

LotF
07.01.2019, 16:12
magst du mein schreiben, das ich diesbezügl. von der tk erhalten habe per mail haben...?! ;-)

Ich würde das gerne nehmen! Meine Krankenkasse (kleinere BKK) möchte das nämlich gerade auch nicht machen. Ich würde ja wechseln, aber die haben aktuell noch so ein gutes Bonusprogramm, dass ich da ansich gar nicht weg möchte... Also vielleicht bringt ein Schreiben ja etwas, dass es wirklich zum Vorstand geht - wäre sehr nett von dir :)

mainzer
08.01.2019, 22:43
Leider liegt mir das Schreiben von 2014 nicht mehr vor...sorry.

Vianna
09.01.2019, 07:55
Wie sieht es denn aktuell aus mit der Erstattungsmöglichkeit von rezeptpflichtigen Medikamenten für einen selber in der TKK? Hat jemand Erfahrungen?

tragezwerg
09.01.2019, 08:22
Wie sieht es denn aktuell aus mit der Erstattungsmöglichkeit von rezeptpflichtigen Medikamenten für einen selber in der TKK? Hat jemand Erfahrungen?

Ich hatte vor Jahren dort ne Absage bekommen, es vor ein paar Wochen nochmal probiert (über die Hotline) und musste jetzt einfach ne Kopie meines Arztausweises hinschicken mit nem Anschreiben "Hiermit beantrage ich die Kostenübernahme bei Selbstmedikation".
In Zukunft muss ich dann die Rechnungen der Apotheke hinschicken (muss mit meinem Namen versehen sein) und fertig.
Was ich noch klären muss ist, ob ich die Rechnungen auch online hochladen könnte wie bei AU-Bescheinigungen etc.

Vianna
09.01.2019, 13:18
Danke für deine Antwort. Das werde ich dann auch mal versuchen.

LotF
09.01.2019, 17:43
@mainzer, alles klar dennoch danke!

Hätte denn sonst irgendwer solch ein Bestätigungsschreiben von seiner GKV? :)

tarumo
10.01.2019, 21:34
Da das ein Ärzteforum ist, sollte man vielleicht noch ein paar Sachen klarstellen. Wichtig ist zum einen, die GKV ist eben keine Versicherung, sondern eine Kasse. Du bekommst auch keine Versicherungspolice, sondern wirst Mitglied. Und zwar im Sachleistungssystem. Daß heißt, Du zahlst und jemand anders sucht für Dich aus. Welche Medikamente und welche nicht, welche Hilfsmittel, welche Kliniken und wie lange Du liegen darfst, und die freie Arztwahl versuchen die Kassen auch gerade aufzuweichen. Also quasi so eine Art Buchclub (daß ein Sachleistungssystem zur Versorgung für Migranten als inhuman gewertet wird, sei nur am Rande bemerkt). Und genausowenig, wie Du mit dem Argument, Du wärst selbst Schriftsteller, die Zwangsbeglückung mit einem Buchclub-Buch abwenden kannst, wird es im Sachleistungssystem mit Selbstmedikation funktionieren. Es ist schlicht nicht vorgesehen. Daß es in Einzelfällen gelingen mag (siehe oben), bestreite ich nicht. Vermutlich verbuchen die Kassen diese Kosten unter Reklame, weil sie ja sonst mit schlechter Publicity durch "Multiplikatoren", negativen Foreneinträgen und gar Austritten rechnen müßten. Vielleicht funktioniert es auch noch für eine Schachtel Amoxicillion oder so. Bei höherpreisigen Medikamenten für Diabetes, Migraine oder gar Biologicals ist sicher ganz schnell Schluss mit Lustig.

Der zweite Denkfehler: ein entfallener Arztbesuch erspart in Deutschland den Kassen genau 0,0 EUR. So braucht man also nicht zu argumentieren. Vermutlich schlagen sich die betreffenden SoFas vor Lachen auf die Schenkel, zumal wenn ein Arzt sowas schreibt.

Es gibt allerdings noch einen weiteren Weg: man vereinbart mit seiner Kasse Kostenerstattung. Das ist im SGB V seit ein paar Jahren so vorgesehen, wird allerdings aus diversen Gründen nicht besonders beworben. Kostenerstattung heißt, Du läßt Dir beim Arzt und in der Apotheke jeweils eine Rechung geben und reichst die dann ein. Also quasi wie ein "Privatversicherter". Nachteilig ist, daß die Kassen sich den Verzicht auf Regressmöglichkeiten etc. vorab bezahlen lassen und auch nur einen anteiligen Betrag übernehmen. Desweiteren ist natürlich keine Rosinenpickerei möglich. Vorteil: man sieht auch als GKV-Mitglied, wie hoch eine Arztrechnung ist- und welchen Bruchteil davon die Kassen gewillt sind zu übernehmen. Mit diesem Wissen würde sicher auch manche Pro-GKV-Diskussion hier im Forum anders verlaufen. Aber für die Kostendifferenz kann man sich nochmal separat versichern.

LotF
10.01.2019, 22:50
Sorry, ich kann mit deinem Beitrag einfach überhaupt nichts anfangen. Die Unterscheidung, ob Versicherung/Kasse oder Buchclub ist für meine originäre Frage völlig irrelevant. Auch weiß die Kasse ebensowenig über meine (oder von irgendwem anders) Gesamtqualifikation, wie du - da muss sich also niemand vor Lachen auf den Schenkel klopfen.

Aber zum Thema: @tragezwerg, hast du denn da etwas Schriftliches? :)

anignu
10.01.2019, 23:08
@tarumo: Nicht die "Kasse" entscheidet was bezahlt wird. Es gibt gesetzliche Vorgaben... und die können manchmal ganz schön nützlich sein. Stichwort Haushaltshilfe zum Beispiel. Machen die Kassen sicher nicht gern.

Relaxometrie
10.01.2019, 23:26
Der zweite Denkfehler: ein entfallener Arztbesuch erspart in Deutschland den Kassen genau 0,0 EUR.
Wenn ich in dem ganzen Quartal, in dem ich ein Medikament selbst kaufe und mir die Kosten von der Krankenkasse erstatten lasse, nicht zum Arzt gehe, hat die Krankenkasse doch die Pauschale gespart, die der niedergelassene Arzt, zu dem ich sonst gegangen wäre, für das Quartal erhalten hätte.

tragezwerg
11.01.2019, 06:58
Bisher hab ich nichts schriftlich. Aber ist auch noch nicht lange her.

tarumo
11.01.2019, 10:15
Wenn ich in dem ganzen Quartal, in dem ich ein Medikament selbst kaufe und mir die Kosten von der Krankenkasse erstatten lasse, nicht zum Arzt gehe, hat die Krankenkasse doch die Pauschale gespart, die der niedergelassene Arzt, zu dem ich sonst gegangen wäre, für das Quartal erhalten hätte.

Nein, das ist eben der Denkfehler. Von ein paar Ausnahmen abgesehen überweisen die Kassen einmal im Jahr einen vorab definierten Betrag an die KV. Nennt sich "Gesamtvergütung mit befreiender Wirkung". Steht in § 85 SGB V. Die KV verteilt das Geld dann mehr oder weniger gerecht an die jeweiligen Ärzte. Du sparst also "Deiner" KV eine Pauschalenauszahlung, aber eben nicht der Krankenkasse. Aus dem gleichen Grund schädigen falsch abrechnende Kassenärztinnen in erster Linie die KollegInnen, (weil eben jemand anders weniger aus dem Topf bekommt, wenn sich ein anderer mehr daraus nimmt) aber nicht die Krankenkasse. Das wird in den Medien oft falsch dargestellt. Und aus dem gleichen Grund haben die KK auch relativ wenig Motivation, gegen den Mißbrauch von Versichertenkarten vorzugehen, es trifft sie ja nicht. Wie gesagt, Otto Normalbürger weiß das alles nicht, aber als Arzt sind ein paar Kenntnisse der Zusammenhänge doch relevant.
Weitergedacht:
Da es ja doch in der Regel um Bagatellerkrankungen geht, entziehst Du wegen ein paar Euro persönlichen Vorteil vielmehr Deinem Arzt auch noch die Quartalspauschale, die er je nach Praxisstruktur als "Verdünnerschein" benötigen würde, um z.B. die Mehrkosten durch viele Chroniker aufzufangen. Nur mal so...

Relaxometrie
11.01.2019, 11:26
Da es ja doch in der Regel um Bagatellerkrankungen geht, entziehst Du wegen ein paar Euro persönlichen Vorteil vielmehr Deinem Arzt auch noch die Quartalspauschale, die er je nach Praxisstruktur als "Verdünnerschein" benötigen würde, um z.B. die Mehrkosten durch viele Chroniker aufzufangen.
Also aus persönlichem Vorteil heraus hatte ich die Gedanken, Medikamente bei Bagatellerkrankungen selbst zu kaufen, nicht. Von der Sache mit dem Scheinverdünner wusste ich. Wenn ich wegen einer fetten Erkältung mal eine AU brauche, bin ich ja auch genau das: ein Scheinverdünner :-D

tarumo
11.01.2019, 11:31
Wenn ich wegen einer fetten Erkältung mal eine AU brauche, bin ich ja auch genau das: ein Scheinverdünner :-D

AU für internetaffine MitbürgerInnen dann demnächst per whatsapp, dann gibt es gar keine Verdünnerscheine mehr:-(
https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=799971777007051&id=788060331531529&hc_location=ufi

anignu
11.01.2019, 16:12
@tarumo: musst du wirklich in JEDEM Thread deine politische Meinung und deinen Widerwillen gegen das System in Deutschland kundtun? Reicht es nicht auf das THEMA zu antworten?
Ich mein, manchmal finde ich deine Beiträge auch sehr belustigend, aber meist würde der augenrollende Smiley meine Gedanken besser widergeben.

Ich hätte mal eine andere Frage in die Runde: was lasst ihr euch denn so für Medis erstatten? Ich frag mich halt selbst grad was Sinn macht.

LotF
11.01.2019, 16:24
Man kann das ganze aber auch mal volkswirschaftlich betrachten. Denn abgesehen von dem KV Budget könnten bei den 505.000 Ärzten in Deutschland, selbst wenn diese nur einmal im Jahr nicht zum Arzt gehen, sondern sich ihre Medis selbst verschreiben, ca. 17Mio. Euro eingespart werden. Wenn man jetzt noch in Betracht zieht, dass der jeweilige Arzt auch seine Kinder/Familie so therapieren kann, wäre es eben noch mehr. Ja klar ist das im Verhältnis zu den Gesamtgesundheitsausgaben prozentual keine riesen Summe, aber ich denke mir immer, wenn man an allen Ecken solche Summen einspart, kann man sich im Endeffekt woanders mehr leisten und das würde unserem Gesundheitssystem auch nicht gerade schlecht tun...

@Anignu, ich würde es schon allein für (Grippe)impfungen praktisch finden. Ansonsten eben auch Antiobiotika, Analgetika & Pantoprazol, ... Man braucht es nicht oft, aber wenn man es braucht ist es nervig deswegen zum Kollegen zu müssen oder auf den Kosten sitzen zu bleiben (denn wofür zahlt man sonst in die GKV ein...).

Kandra
11.01.2019, 16:35
Ich hätte mal eine andere Frage in die Runde: was lasst ihr euch denn so für Medis erstatten? Ich frag mich halt selbst grad was Sinn macht.

Antibiotika bei HWI wäre jetzt so ein Klassiker, der mir einfallen würde. Grundsätzlich alles an ohne viel Diagnostik leicht zu diagnostizierenden Infektionskrankheiten, die ggfs. einer Therapie bedürfen. Codein-Tabletten oder MCP wären jetzt Beispiele von Medis die ich mir im letzten Jahr besorgt habe, ohne vorher meinen Arzt zu belästigen (noch auf eigene Rechnung, weil die Vereinbarung mit der TK erst ab jetzt gilt). Außerdem brauche ich regelmäßig neue (weil irgendwann abgelaufene) Amoxicillin-Tabletten für die Endokarditisprophylaxe.
Ich gehe jetzt auch nicht davon aus, dass ich das öfter wie maximal 2-3x pro Jahr brauchen werde, aber ich finde es erstmal praktisch, diese Möglichkeit zu haben. Ob ich es dann nutze oder doch für ein Rezept zu meinem Hausarzt gehe, wird sich dann im Einzelfall herausstellen.

@die Niedergelassenen: Ist das mit den Verdünnerscheinen echt so? Täte ich meinem HA einen Gefallen, wenn ich da regelmäßig einmal pro Quartal für irgendwas aufschlage?

LotF
11.01.2019, 17:02
[...]

@die Niedergelassenen: Ist das mit den Verdünnerscheinen echt so? Täte ich meinem HA einen Gefallen, wenn ich da regelmäßig einmal pro Quartal für irgendwas aufschlage?

Auf jeden Fall, dein HA bekommt für deinen Quartalsbesuch ja relativ unabhängig von dem was er tut, seine 30,xx Euro. Wenn du dich nicht blicken lässt, bekommt er also seine 120 Euro auch nicht. Ob du damit der Gesamtgesellschaft dann auch einen Gefallen tust, sei mal dahin gestellt.

tragezwerg
11.01.2019, 17:21
Ich bin jetzt mal ganz ketzerisch und egomanisch und stelle fest: Es ist mir völlig wumpe ob irgendwer irgendwie was dadurch spart wenn ich mir das Fosfo für die Zystitis selbst kaufe und erstatten lasse. Aber ich muss dafür nicht zwei Stunden zwischen Influenza und Noro im überfüllten Wartezimmer sitzen. Ist für mich schon Grund genug.