Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufsbeginn: Ab wann hattest Du Deinen ersten Dienst?
fosforito
03.10.2012, 13:47
Bei mir (1. Stelle nach dem Studium, jetzt im 4. Arbeitsmonat) war's so: 1. Spätdienst nach 2. Wochen, 1. Nachtdienst am Ende meines 2. Arbeitsmonats. In der Woche überschneiden sich Spät- und Nachtdienste um ca. 4 Stunden, so dass wenn da ein Problem ist, man den Kollegen noch ansprechen kann (ansonsten auf ITS, wo dann entsprechend ein erfahrener Kollege ist). Am WE ist man entsprechend allein im Haus, zuständig für die jeweiligen - in meinem Fall internistischen - Stationen und für die ZNA. OA im Hintergrund.
Meinen ersten Dienst hatte ich nach 5 Wochen, normalerweise gehts bei uns nach 8 Wochen los. Sind Spätdienste bis 22:00, Samstags je nach Dienstart auch mal 24h Dienste.
Geht ganz gut, da wir insgesamt ZNA-Rufbereitschaft, Hausdienst, ZNA-Dienst, Intensiv-Schichtdienst und nen Facharzt als CPU-Schichtdienst haben. Zusätzlich dann nen Facharzt und Oberarzt als Coro/PTCA-Rufbereitschaft.
Gibt also genug Leute, die man mal schnell anrufen kann, wenn man nicht weiterkommt :-top
Nachtdienste werden über die Intensiv, ZNA und CPU besetzt, die macht man erst, sobald man offiziell auf diese Stationen rotiert ist. Sind aktuell insgesamt ca. 2 Dienste am Wochenende und 2 unter der Woche, also gut machbar. Dienst heißt bei uns allerdings auch wirklich durchgehend arbeiten, wird aber leider trotzdem als Bereitschaftsdienst vergütet :-heul Zumindest haben wir die höchste Dienststufe.
Anne1970
04.10.2012, 05:51
Die Kröte mit dem sog. Bereitschaftsdienst ist wohl allenthalben zu schlucken... auch in der höchsten Stufe "darf" es eigentlich nur ein Anteil von 49% Arbeit sein... ansonsten ist man beim Schichtdienst-Modell...
Wie kommen die Abteilungen eigentlich zu ihren Arbeitszeitmodellen? Stimmen die Assistenten ab? Wird es vom Chef/von der Verwaltung aufgedrückt? Oder "war es schon immer so"?
@Nat_: Schön, von Dir zu lesen, gehts gut? :grins:
WackenDoc
04.10.2012, 09:25
Wenigstens ist das bei uns mit der Bereitschaft ganz klar geregelt:
Was man vor Ort anwesend sein muss, zählt zu 100% als Arbeitszeit- egal, ob man schläft, rumgammelt oder arbeitet.
Wenn man Rufbereitschaft hat, werden 10 Stunden im Monat abgezogen und alles was unter der Woche unter 46 Stunden ist und der Rest durch 8 geteilt. Wenn man in der Rufbereitschaft allerdings reinkommen muss, zählt es wieder zu 100% (wird dann aber von den Bereitschaftsstunden abgezogen).
Traumjaegerin
06.10.2012, 07:27
Ich hatte jetzt grade meine ersten beiden 24h Dienste nach zwei Monaten im Beruf und an diesem Haus. Ich fands ziemlich schrecklich, waren aber auch komische Dienste/ Fälle. Zum Teil hab ich mich auch etwas alleine gelassen gefühlt, mein 1. Dienst ist in meiner ersten Dienstnacht um zwölf schlafen gegangen, obwohl sie wusste, dass ich noch unklare Patienten in der Notaufnahme habe und hat dann zickig reagiert, als sie nochmal rausmusste. Tut mir leid, dass ich noch nicht so viel Sicherheit habe wie ein Assistent im 4. Jahr.
Es ist wirklich schwer, zwischen den Stationen, Poli und OP hin und her zu springen und dabei nichts zu vergessen (habe ich natürlich).
Ich war dann nur glücklich, als ich gestern früh durch die Poli geweckt wurde, Patientin mit V.a. Appendizitis aus der Notfallpraxis und starken Beschwerden und ich dann ziemlich schnell aus Anamnese und Untersuchung die (korrekte) Diagnose einer Nierenkolik gestellt habe - ist nicht schwer, ich weiß, aber das zeigt mir dann, dass ich zumindest ein kleines bisschen was kann...
Ich hatte eher durch Zufall bisher nur Wochenenddienste, aber jetzt am Freitag meinen ersten Dienst nach regulärer Arbeitszeit- das schlaucht ganz schön. Man sollte nach der organisatorischen Anstrengung auf Station und der körperlichen Anstrengung im OP auch mal schlafen können.
Außerdem hab ich mal wieder gemerkt, dass ich UCH doof finde. Hab eh nicht genug Kraft für diese OPs und keine Lust, mir die schlechtgelaunten Unfallchirurgen anzuhören... blöd, dass die allgemeine Chirurgie und die Unfallchirurgie bei uns bei den Diensten zusammengefasst ist. :-???
Kackbratze
06.10.2012, 19:10
wurgs. Wenn man kein Interesse an so einem Fach hat, sollte man sich eine Klinik suchen, die sowas auch dienstlich trennt. *justmy2cents*
Matzexc1
06.10.2012, 20:24
Würd ich auch empfehlen.
Mein Problem ist die Notsectio.Das war ein Grund das ich an eine BG-Klinik bin.
Naja, ich mach ja noch den FA für Allgemeinchirurgie, muss also eh noch ein Jahr in die UCH und an sich find ich das auch sinnvoll. Bloß doof dass man gerade in Diensten auch schon in die UCH abdecken soll, wenn man eben noch nicht regulär in die UCH rotiert war... Aber das ist ja eher ein Kleinigkeit, die mich jetzt nicht von meinem Haus abbringt.
Tigerettes15
11.10.2012, 06:06
Also ich hatte an einem Freitag angefangen (Man faengt hier immer am 1. Juli an) und meinen ersten Dienst Samstag, Sonntag und Montag (war Feiertag, 4th of July). Ich arbeite aber in den USA und das ist es normal sofort mit Diensten anzufangen. Allerdings hat man immer jemanden dabei der ein oder zwei Jahre weiter ist. Dieses Jahr hatte ich die Ehre am 1. Juli (war ein Sonntag) zwei neue Assistenzaerzte einzuarbeiten, musste allerdings alles allein machen, da die verstaendlicherweise noch keinen Plan hatten. Wichtigste war, denen erstmal bei zu bringen, wo das Klo, die Cafeteria und der Call Room ist. :o) Zum Glueck ist es ja im Sommer in der Paediatrie doch etwas ruhiger.
Tigerette,
Wann hattest du denn dort angefangen? Am 1.7.11?
Oder an welchem Freitag?
Ich finde es allgemein irre, am 2. Tag bereits Dienste zu machen, wenn ich das Haus noch gar nicht
kenne - da irre ich doch eher durch die Gegend & kenne noch nicht einmal die Kollegen.
Und man fängt tatsächlich immer am ersten an, egal welcher Wochentag?
Tigerettes15
12.10.2012, 05:10
Ja alle Assistenzaerzte in den ganzen USA fangen alle immer am 1. Juli an, egal welcher Tag es ist und an dem Tag wird man dann auch von Intern promoted zum 2nd year etc. Man ist also immer am 30. Juni mit der Facharztausbildung fertig. Man hat normalerweise zwei Woche Orientation, wo man seine Zertifizierung wie ACLS (Advanced Cardiac Life Support), PALS (Pediatric Advanced Life Support), NRP (Neonatal Resuscitation Program) macht, die muss man uebrigens alle zwei Jahre wiederholen und organisatorische Dinge bespricht..safty trainings, billing, coding, man lernt die Krankenhauscomputersysteme lernen etc. Im Juli haben bei uns die Interns ein Monat Orientation, wo sie je eine Woche auf Normalstation (Tag und Nachtschicht), Neugeborenstation, NICU/PICU, Praxis (Art Polikinik wo wir Husten Schnupfen Heiserkeit und Vorsorgeuntersuchungen machen, wie eben ne normale Kinderarztpraxis) und dann gehts richtig los. man startet zwar sofort mit Diensten hat aber immer jemanden im hoeheren Ausbildungsjahr dabei und man muss anfangs alles mit denen besprechen. Visite wird IMMER mit Facharzt gemacht und jeden Aufnahme besprochen, da der Facharzt ultimativ verantwortlich ist. Hier in den USA hat man eine "Training License", koennte man mit der Teilapprobation des AIP vielleicht vergleichen.
hatte meinen 1. Dienst in der Inneren nach 4 Tagen...das war eigentlich der Horror. Personalmäßig läuft und lief es so, dass ein OA im Hintergrund im Haus anwesend war, ein anderer Assi die Notfallambulanz machen musste, ich die 4 Stationen mit ca. 100 Patienten zu betreuen hatte und einen Teil der Nacht ( wir teilen uns unter den Assis die Nacht so auf, dass jeder mal 4 h für alles zuständig ist und der andere mal 4 h schlafen kann) Station und Notfallambulanz zusammen betreuen musste.
Natürlich kam im 1 Dienst, echt bilderbuchreif, alles zusammen. Reanimation auf Station, Schockraum in der Notfallambulanz und der ganze Kleinkram , den ich mittlerweile im FF raushab und eher drüber lache. Im gesamten wünsche ich keinem von Euch so eine schnellen Dienstbeginn..... Trotz einiger Überlastungstränen nach dieser ersten Reanimation (welche übrigens erfolglos war) und nun fast 1,5 Jahren regelmäßiger Dienste muss ich sagen, dass es immer wieder eine große Herausforderung ist, selbst alle Entscheidungen zu treffen und die Dienste locker zu nehmen-dafür passiert immer zu viel Unerwartetes und Neues. Aber ich denke das ist auch gut so!
SchwesterKathy
12.10.2012, 19:40
Mein erster Dienst...
in der Inneren (Geriatrie) nach 10 Wochen - allein mit 90 Normal- und 4 IMC-Patienten, aber ohne eine "richtige" Notaufnahme (organisatorisch bedingt)
blackcat86
12.10.2012, 20:36
Muss du dann das eine Jahr in der UCH trotzdem machen, oder kannst du dir die Dienste dort eventuell dafür anrechnen lassen? Hast du auch schonmal überlegt, gleich Viszeralchirurgie zu machen, dann könntest du dir auch das sparen?
Deshalb das Haus wechseln wäre aber vermutlich auch übertrieben. Nachteile gibt es überall, man muss eben entscheiden was wichtiger ist. Ich finde, mehr als erzwungene Rotationen, besonders diese 24h am Stück irgendwie kritisch, hätte das aber auch in Kauf genommen. Glaube aber, dass Nachdienste, wo man fast allein ist, schon so fordernd sind dass man besser einigermaßen ausgeruht reingehen sollte, und nach manchen Tagen ist man abends einfach platt. Dann das Doppelte dieser Zeit nochmal präsent sein, und dann auch noch als fast Einziger? Ein Schichtsystem ist für die Freizeit vielleicht schlechter, aber meiner Meinung nach leichter zu bewältigen.
Ist es bei euch auch so, dass der Einsatz im OP von der Dienstfrequenz abhängt, man sich diesen damit praktisch "erkauft"? Wie wird bei euch geregelt, wer da hin darf? Würde mich echt mal interessieren, wie das anderswo läuft.
Muss du dann das eine Jahr in der UCH trotzdem machen, oder kannst du dir die Dienste dort eventuell dafür anrechnen lassen? Hast du auch schonmal überlegt, gleich Viszeralchirurgie zu machen, dann könntest du dir auch das sparen?
Ach naja, ich glaub mit Viszeralchirurgie kann man auf jeden Fall weniger anfangen als mit Allgemeinchirurgie, falls man mal in die Niederlassung oder kleines Haus will... Und so fürs Gefühl ist es auch besser, mehr Allrounder zu sein... aber so hundertprozentig überblicke ich Vor-und Nachteile noch nicht.
Deshalb das Haus wechseln wäre aber vermutlich auch übertrieben. Nachteile gibt es überall, man muss eben entscheiden was wichtiger ist. Ich finde, mehr als erzwungene Rotationen, besonders diese 24h am Stück irgendwie kritisch, hätte das aber auch in Kauf genommen. Glaube aber, dass Nachdienste, wo man fast allein ist, schon so fordernd sind dass man besser einigermaßen ausgeruht reingehen sollte, und nach manchen Tagen ist man abends einfach platt. Dann das Doppelte dieser Zeit nochmal präsent sein, und dann auch noch als fast Einziger? Ein Schichtsystem ist für die Freizeit vielleicht schlechter, aber meiner Meinung nach leichter zu bewältigen.
Ja, ein Schichtsystem fände ich auch nicht schlecht, bin immer etwas neidisch auf die Schwestern, die pünktlich gehen können...andererseits haben die auch halbstündige Übergaben, die immer eine potentielle Fehlerquelle sein können...
Ist es bei euch auch so, dass der Einsatz im OP von der Dienstfrequenz abhängt, man sich diesen damit praktisch "erkauft"? Wie wird bei euch geregelt, wer da hin darf? Würde mich echt mal interessieren, wie das anderswo läuft.
Hm, nein das ist eher so, dass der der im Dienstfrei ist, ja nicht in den OP kann, was bei akutem Personalmangel manchmal etwas ungünstig ist- sodass ich schon deswegen lieber Freitags, und Samstagsdienste mache, damit ich keinen potentiellen OP-Einsatz verpasse. Wer in den OP darf, entscheidet bei uns der jeweilige Oberarzt, wobei die endgültige Zusammenstellung der Abteilungsleiter macht- und der geht auch etwas nach Nase, leider (in meinem Fall zwar günstig, aber im Endeffekt ungerecht für die Kollegen, die er nicht mag und die deswegen ihre Kataloge nicht so schnell vollbekommen).
Wie läuft das denn bei euch? Und werden die Dienste anders vergütet oder warum kann man sich damit OP-Einsätze "erkaufen"?
blackcat86
13.10.2012, 14:44
Ja, gut, das stimmt natürlich auch; vermutlich hängt es wohl wirklich auch stark davon ab, wie sehr man von den Verantwortlichen gemocht wird. Da ich jedoch generell nicht so gut ankomme, werde ich damit immer und überall Probleme haben. Wäre aber wohl auch in anderen Fächern so. Und mit übernommenen Diensten und Überstunden scheint man sich auch Sympathie "erkaufen" zu können, zumindest teilweise.
Wie lang bist du denn schon dabei, wenn ich fragen darf, und wie häufig kommst du in den OP? Und wie viel darfst du schon selbst machen?
Blackcat,
Was heißt denn, du kommst allgemein nicht gut an?! Woran machst du das fest?
Wenn ich mich nicht ganz irre, bist du doch vor kurzem erst gestartet, da kannst du doch noch gar nicht einen so schlechten Eindruck hinterlassen haben.
Mit Diensten Sympathie erkaufen - nö! Alles ablehnen was an Dienstanfragen kommt, auch nö!
Wer jeden Dienst übernimmt, der vakant ist, lässt sich ausbeuten. Da muss schon ein gewisses ausgleichendes Element da sein. Wenn man Lust, Zeit und nicht sowieso schon Milliarden ÜS hat, ja dann gerne, aber es dürfen auch gerne die Kollegen ran!
Aber um nochmal zurückzukommen: warum meinst du, du kommst schlecht an??
Ja, gut, das stimmt natürlich auch; vermutlich hängt es wohl wirklich auch stark davon ab, wie sehr man von den Verantwortlichen gemocht wird. Da ich jedoch generell nicht so gut ankomme, werde ich damit immer und überall Probleme haben. Wäre aber wohl auch in anderen Fächern so. Und mit übernommenen Diensten und Überstunden scheint man sich auch Sympathie "erkaufen" zu können, zumindest teilweise.
Wie lang bist du denn schon dabei, wenn ich fragen darf, und wie häufig kommst du in den OP? Und wie viel darfst du schon selbst machen?
Ich mache Allgemeinchirurgie im größten Haus der Region bzw Bundesland, erster Juli war mein erster Arbeitstag und dafür darf ich schon ganz schön viel machen, das liegt vor allem daran, dass wir akute Personalprobleme haben und die, die da sind, schnell flott gemacht werden müssen.
Ich bin an 3 bis 5 Tagen in der Woche im OP und hab 3-5 Dienste im Monat.
Außerdem liebe ich meinen Job, das Haus, die Kollegen, das Arbeiten, bin also recht begeistert dabei und lass mir auch viel aufdrücken bzw hab das Gefühl, nicht viel ablehnen zu können, weil ich noch so neu und "unten in der Hackordnung" bin.
Aber für die Dienste setzen wir uns als Assistenten zusammen und legen alle für ein Vierteljahr fest. Dann wird höchstens noch getauscht, das hält sich also in Grenzen.
Wegen der Sympathie: ich glaube wenn man sich ehrlich um alles bemüht, wird das auch honoriert, wenns mal nicht klappt, egal ob einen eine Schwester um eine Blutabnahme bittet oder der OA einem was aufbrummt, was Überstunden kostet. Ich komm mit den meisten Kollegen gut klar, eine Schwester gibts, die ich nicht wirklich mag, bzw die mich ganz schön nervt- meistens komm ich mit dem Rezept "einfach mal nichts sagen" relativ weit. (Natürlich nur so lange es nichts ist, worüber man sich wirklich auseinandersetzen müsste). Die meisten Probleme lösen sich von selbst und werden durch viel Drumrumgerede eher schlimmer als besser.
Aber das ist nur meine Meinung, vielleicht hab ich in 3 Monaten min erstes Burn-out, weil ich nichts ablehnen kann und alles in mich reinfresse :-D :-D :-D
("ganz schön viel machen" ist nicht besonders aussagekräftig. Gemacht habe ich schon: Nabelhernie, Leistenhernie, Sinus pilonidalis, VATS und nächste Woche steh ich auf dem Plan für VATS und... Hemikolektomie rechts- n bisschen sehr krass, find ich auch, wer weiß ob das wirklich so kommt) Erste Assistenz mach ich bei Struma und Laparoskopischem regelmäßig- aber wie gesagt, Personalmangel und ich bild mir nichts drauf ein oder zumindest nicht viel :-D )
blackcat86
14.10.2012, 19:49
Ich gehe davon aus, weil das bisher fast immer so war, ich nie das Gefühl hatte irgendwo gut anzukommen, bis auf wenige Ausnahmen (die waren oder sind dann allerdings ziemlich begeistert von mir; irgendwie gibt es da nur Extreme, wie es scheint). Glaub mir einfach, es ist so, ich kann mich ja selbst oft nicht verstehen, geschweige denn leiden.
Eigentlich schien es gut zu beginnen; auch wollte ich früh Dienste machen, um mehr zu lernen. Allerdings stufte mich der Betriebsarzt mit "voerst keine Nachtdienste" ein. Nun hab ich deshalb die Stelle schon wieder verloren wie es aussieht.
Hier ist auch Personalmangel, allerdings führt das eher dazu dass außer dem Oberärzten kaum einer im OP ist. Man wird eher auf Intensiv, Station oder in der Ambulanz abgestellt. Ausnahme ist nur eine Kollegin, die jedermanns Liebling zu sein scheint, die darf selbst dann in den OP wenn sie gar nicht mal so dringend dort gebraucht würde, "um was zu lernen". Die ist aber tatsächlich sehr sympathisch, so dass man das gut verstehen kann.
Irgendwie hab ich gerade ein akutes Orientierungsproblem. Im PJ mochte ich Allgemeinchirurgie auch sehr, was wohl daran lag, dass ich dort viel machen durfte, viele erste Assistenzen und sogar einen Blinddarm konventionell rausmachen. Allerdings frage ich mich wie ich aktuell längerfristig als richtiger Arzt in einem chirurgischen Fach überleben soll. Klar ist HTG bekanntermaßen eine sehr heftige Nummer, aber ob die anderen so viel besser sind? Weiß nicht. Es soll auf jeden Fall ein chirurgisches Fach sein, nur eben eins, das körperlich nicht so heftig ist. Gibt es so was? Sogar Neurochirurgie hätte viel Wirbelsäulenzeug dabei, ganz abgesehen davon dass ich mir das vom "Gesamtkonzept" her irgendwie nicht vorstellen kann, das wär wohl so gar nicht meins. Unfallchirurgie ginge am wenigsten, HTG scheinbar auch nicht, zumindest nicht mit diesem Betriebsarzt; aber ob die an einem anderen Ort so viel anders urteilen würden? Kann theoretisch sein, aber auch nicht sein. Weiß echt nicht, wofür ich die neuen Bewerbungen rausschicken soll.
Muss deshalb sagen, dass ich deinen Werdegang bewundernswert finde: Scheinbar hat alles perfekt geklappt. Wahrscheinlich sehr guten Eindruck in Famulaturen und PJ hinterlassen, tolles Examen, tolle erste Stelle, die du sehr gut meisterst, wo du schnell vorankommst und die dir auch noch Spaß macht. Zeugnisse, Gesundheit, Leistungsfähigkeit, alles top. Dann auch noch als Frau in der Chirurgie. Wirklich, Respekt.
(Naja, solche wie mich muss es wohl theoretisch halt auch geben...)
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