Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Heilpraktiker Ausbildung
Meine PAtienten für die sich der Heilpraktiker sicher viel Zeit genommen hat, die nach Eigenurin und Eigenblut und was weiß ich noch allem immer noch an ihrer chronischen Krankheit litten, waren davon trotz der Zeit, die er sich vermutlich genommen hat, nicht begeistert. Vor allem, da sie horrende Summen hierfür ausgegeben hatten.
Ist ein bisschen wie die Diskussion, was ist einem lieber der empathische Arzt, der die Fehldiagnose stellt oder der unfreundliche Arzt, der die richtige Diagnose stellt und Therapie einleitet. Klar sind immer die emotionalen und psychologischen Aspekte beim PAtienten wichtig aber hierüber kann auch eine falsche Diagnose und unwirksame Therapie nicht kompensiert werden.
Kyutrexx
07.08.2013, 10:20
Der HP nimmt sich nur deshalb mehr Zeit, weil er sich das ordentlich bezahlen lässt.
Würden Ärzte deutlich mehr Geld für das Gespräch bekommen, nähmen sie sich ebenso genau diese Zeit.
ich wüsste auch keinen Grund dahin zu gehen
da vertraue ich lieber jemanden der sechs Jahre an der Uni war und ca das gleiche in seinen Facharzt gesteckt hat
ob er Zeit für mich hat ist mir doch vollkommen schnuppe, solange er das Richtige macht, quatschen kann ich auch abends in der Bar
Leute wie Du sind Schuld an der Existenzberechtigung Medizinischer Psychologie und Soziologie.
Deinen unglaubwürdigen Pragmatismus möchte ich dahingehend relativieren, dass es für Patienten, für Angehörige und für das involvierte Ärzte- und Pflegepersonal ganz geil ist, auch einem (u.U. selbstgestellten) zwischenmenschlichen Anspruch gerecht zu werden.
Nessiemoo
08.08.2013, 17:10
Das Problem ist halt eben, dass (zurück zu dem Thema), die Ausbildung zum Heilpraktiker ist auf keiner Weise gesetzlich geregelt. Es gibt ne Prüfung, sonstiges - Studium, Ausbildung ist halt zum Spaß da. Es soll wohl auch gute Orte geben - aber auch die sind auf keiner Weise offiziell als Studium anerkannt. Und parallel dazu gibt es auch sehr viele Orte die grossen Unfug machen.
Es kann ja auch gute Heilpraktiker geben, aus meiner (zwar sehr kleiner) Erfahrung kenne ich es eher so, dass die Patienten gegen Chemo, gegen OP's, gegen Herzmedikamente, gegen Impfungen, gegen Antibiotika richten, (die ja manchmal nicht so ganz verkehrt sind). Ist eine subjektiver Erfahrungswert.
Doch, es gibt einen entscheidenden Vorteil eines Heilpraktikers gegenüber einem Arzt: er nimmt sich Zeit für seine Patienten. Und wir alle wissen, dass es neben der Behandlung auch eine große Rolle spielt, ob der Patient sich angenommen fühlt. Ich persönlich gehe auch gerne zum Heilpraktiker, weil ich weiß, dass ich nicht nur 2 Minuten habe über meine Beschwerden zu sprechen, sondern weil es die Zeit gibt genauer auf Umstände etc einzugehen.
Tja, warum hat er denn Zeit? Wenn sein Wartezimmer leer ist, dann hat er auch Zeit sich laaaaange mit den Besuchern zu untehalten. Wenn dann auch noch die Zeit bezahlt wird und nicht der Besuch ansich...
Wenn Du nur jemanden zum Reden suchst, versuch es mal mit Freunden! Die sind deutlich billiger (meist reicht eine Kiste Bier oder Grillzeuch) und nehmen sich noch mal mehr Zeit für Dich als der der HP. Und wenn DANN noch medizinische Probleme übrig sind, dann kannst Du immer noch zu einem richtigen Arzt gehen, der zwar nicht soo viel Zeit, aber dafür eine richtige Ausbildung samt wissenschaftlichem Studium und vor allem einen Rezeptblock hat, mit dem man auch richtige Medikamente verschreiben darf. ;-)
Jedem das seine! Ich finde es nur ungut, wenn der HP als Unfug und unnütz dargestellt wird.
Nun ja, dann erklär mir mal, WANN der HP nicht Unfug und Unnütz ist?
Es kann ja auch gute Heilpraktiker geben, aus meiner (zwar sehr kleiner) Erfahrung kenne ich es eher so, dass die Patienten gegen Chemo, gegen OP's, gegen Herzmedikamente, gegen Impfungen, gegen Antibiotika richten, (die ja manchmal nicht so ganz verkehrt sind). Ist eine subjektiver Erfahrungswert.
Ja, genau das ist meine subjektive Erfahrung. Da werden Mütter zu Furien, weil man dem krampfenden 2jährigen Kind Valium geben will, weil ja der HP des Vertrauens gesagt hat, dass Valium und andere Schulmedikamente Teufelzeuch sind...
Da werden 67j. Männer bockig, weil ihnen der HP gegen die OP eines malignen Tumors geraten hat... Usw. usf....
Nee, wenn ich HP höre, dann werde ich gaaaaaaaaanz empathisch! :-))
BeeBee87
10.08.2013, 10:41
"Tja, warum hat er denn Zeit? Wenn sein Wartezimmer leer ist, dann hat er auch Zeit sich laaaaange mit den Besuchern zu untehalten. Wenn dann auch noch die Zeit bezahlt wird und nicht der Besuch ansich..."
Schwachsinn.
"Wenn Du nur jemanden zum Reden suchst, versuch es mal mit Freunden! Die sind deutlich billiger (meist reicht eine Kiste Bier oder Grillzeuch) und nehmen sich noch mal mehr Zeit für Dich als der der HP."
Ich weiß nicht was für ein Facharzt du bist, aber ich hoffe du bist deinen Patienten gegenüber nicht so abwertend und arrogant. Es gibt auch körperliche Beschwerden, deren Ursprung keine organische Ursache hat, sondern evtl aufgrund falscher Ernährung oder Verhaltensweisen auftritt. Eigentlich müsste ich dir als Facharzt das nicht erzählen müssen.
"Und wenn DANN noch medizinische Probleme übrig sind, dann kannst Du immer noch zu einem richtigen Arzt gehen, der zwar nicht soo viel Zeit, aber dafür eine richtige Ausbildung samt wissenschaftlichem Studium und vor allem einen Rezeptblock hat, mit dem man auch richtige Medikamente verschreiben darf. ;-)"
Ja genau, Hauptsache ein Medikament verschrieben damit hat sich das Problem erledigt. Danke für den guten Tipp!
"Nun ja, dann erklär mir mal, WANN der HP nicht Unfug und Unnütz ist?"
Nachdem deine Meinung über HPs ja ziemlich eindeutig ausfällt, verschwende ich keine Zeit darauf, dir das näher zu bringen. Ich finde es wirklich erstaunlich, wie gereizt und heftig Schulmediziner auf HPs reagieren. Eigentlich sollte man doch meinen, dass man einen genug hohen Intelligenzquotient besitzt um mal über seinen Tellerrand hinauszusehen. Wenn man die Behandlungsweisen von HPs nicht als gut empfindet, na und? Helfen doch deiner Meinung nach eh nicht. Ich kenn diverse Fälle, bei denen ein HP nachweislich einem Patienten Linderung verschaffen konnte. Wenn es dem Patienten hilft, hat es meiner Meinung nach auch eine Daseinsberechtigung. Geht es nicht schließlich darum?
Zu der Sache mit dem Valium und dem malignen Tumor: es gibt immer HPs, die extrem in die naturheilkundliche Richtung gehen. Es gibt aber genauso viele, die einen gesunden Menschenverstand besitzen. Ein Extrem in eine Richtung ist immer schlecht - und damit meine ich HPs und Ärzte gleichermaßen. Ansonsten kippt das gerne in Arroganz und Scheuklappensicht um...genauso wie bei dir scheinbar. Mehr werde ich dazu nicht mehr sagen.
Kyutrexx
10.08.2013, 11:35
Wenn es dem Patienten hilft, hat es meiner Meinung nach auch eine Daseinsberechtigung. Geht es nicht schließlich darum?
Genau das ist es NICHT.
Dieser unsinnige Satz "Wer heilt, hat recht" ist öfter zu hören.
Wenn man 1000 beliebige Patienten zu jemandem hinschickt, der überzeugend rüberbringt, das er durch Hände auflegen und ein Gespräch ihre Leiden lindert, wird das schon rein statistisch (Zufall) bei einigen der Fall sein.
Heißt das dann, dass der Handaufleger weitermachen darf?
HP behandeln nicht schulmedizinisch. Da sind wir uns soweit alle einig.
Das dürfen sie ja ohnehin nicht.
Sie greifen also auf alles zurück, was die Sammelkiste der Alternativmedizin und der Komplementärmedizin so zu bieten hat.
Da gibt es ein paar Dinge, wo man sagen kann: das geht i.O., da man allmählich dem ganzen auch auf die Spur kommt.
Dazu zählt v.a. die TCM (inkl. Akupressur, Akupunktur) und Shiatsu.
In den letzten Jahren hat man da weitreichende Erkenntnisfortschritte gemacht.
Das hat sicher auch damit zu tun, dass diese ein absolutes Gros der medizinischen Standardtherapie in China und anderen asiatischen Ländern ausmacht und man damit alleine sagen muss: wenn ein ganzes Gesundheitssystem seit 4000 Jahren darauf aufbaut, dann geht das über statistische Zufälle hinaus.
Studien aus anderen Ländern zeigen da auch deutlich sichtbare Ergebnisse.
Bedenkt man dann noch, dass in China ein Studium der TCM fast so lange dauert wie bei uns ein reguläres Medizinstudium, lässt sich schonmal feststellen, dass man das nicht im Wochenendkursus erlernen kann.
Mit Ausnahme dieser - dennoch sicher diskutablen Ausnahme - gründet sich ansonsten fast die gesamte restliche Alternativmedizin auf irgendwelche "Erkenntnisse" die zwischen Ende des 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts (manchmal etwas später) gewonnen wurden.
Untersucht man diese Verfahren dann, kommt so gut wie nie ein Ergebnis raus, das über den Zufall hinausgeht.
Dann kommen häufig Aussagen wie "ja, das kann man nicht in Studien messen, das ist individuell" und so weiter und so fort.
Alleine das SUBJEKTIVE Wohlbefinden eines Patienten ist aber für sich genommen nicht gleichzusetzen mit Heilung.
Dazu ein prominentes Beispiel ...
Chronische Krankheiten. Damit rennen viele zum HP.
Viele Leute gehen aber immer dann zum HP, wenns am schlimmsten ist. Der gibt ihnen dann irgendwelche Wässerchen oder sonstwas und kurze Zeit später fühlen sie sich besser.
Ja kein Wunder: viele chronische Krankheiten verlaufen schubweise. Paradebeispiel MS.
Es kommt dann immer eine Zeit der Linderung, nach einer Hochphase des extremen Unwohlseins.
Dann wird der Fehler gemacht, das in einen kausalen Zusammenhang zu bringen.
Beim nächsten Schub geht derjenige dann wieder zum HP und fühlt sich kurze Zeit später besser.
Es entsteht dann der Eindruck, der HP würde Linderung verschaffen.
Dabei geht der Patient nur mit dem Zyklus seiner Erkrankung mit.
Nur ein Beispiel, warum subjektives Wohlempfinden in dem Falle keine Aussagekraft hat.
Es wird jedoch das subjektive Wohlempfinden oft als einziger Messparameter herangezogen.
Hier und da wird dann aber auch mal von ganz wunderhaften Heilungen berichtet, die dann als Beispiel für die Wirksamkeit herangezogen werden.
Dass es sich dabei statistisch gesehen um Zufälle handelt, wird dann aber gerne ignoriert.
Es gibt schließlich so viel, das wir über den menschlichen Körper nicht wissen und manchmal passieren Sachen, die wir dann nicht erklären können.
DAS will dann aber die ganze Gemeinde der Alternativmedizin gar nicht hören.
Stattdessen wird dann auf eigene Heilerfolge verwiesen.
Feuerblick
10.08.2013, 11:46
Das Hauptproblem der meisten Heilpraktiker ist, dass sie Diagnostik und Therapie der Schulmedizin grundsätzlich ablehnen ("Hauptsache, Medikament verschrieben" schreibst du selbst). DAS macht Schulmediziner trotz hohem IQ mehr als wütend. Besonders schön und selbst erlebt: Kind mit Retinoblastom... wurde vom Heilpraktier, der schulmedizinische Methoden ablehnte, mit seinen Mitteln "behandelt" und ist (entschuldigt den Ausdruck) an diesem eigentlich heilbaren Tumor elend VERRECKT.
Wenn Heilpraktiker ihre Patienten zuerst zu einer vernünftigen schulmedizinischen Diagnostik und Therapie schicken würden und einfach unterstützend mithelfen und lindern würden, wäre nichts dagegen zu sagen. Aber wirklich kranken Menschen die Methoden der Schulmedizin ausreden (Cortison? Chemotherapie?? Antibiotika??? TEUFELSZEUG!!!! Das muss ja wochenlang ausgeleitet werden :-wand ) und damit deren Leben aufs Spiel zu setzen geht einfach gar nicht! Leider ist genau das die Einstellung vieler Heilpraktiker. Soviel zum Thema medizinische Ausbildung. Würde man in dieser Ausbildung auch nur annähernd etwas über Krankheiten und deren Ursache lernen, würde das wohl nicht passieren.
"Tja, warum hat er denn Zeit? Wenn sein Wartezimmer leer ist, dann hat er auch Zeit sich laaaaange mit den Besuchern zu untehalten. Wenn dann auch noch die Zeit bezahlt wird und nicht der Besuch ansich..."
Schwachsinn.
Worin besteht jetzt Deiner Meinung nach der "Schwachsinn? Ich denke, dass Du es schwachsinnig findest, dass der Besuch beim Arzt des Vertrauens nicht adäquat vergütet wird???
"Wenn Du nur jemanden zum Reden suchst, versuch es mal mit Freunden! Die sind deutlich billiger (meist reicht eine Kiste Bier oder Grillzeuch) und nehmen sich noch mal mehr Zeit für Dich als der der HP."
Ich weiß nicht was für ein Facharzt du bist, aber ich hoffe du bist deinen Patienten gegenüber nicht so abwertend und arrogant. Es gibt auch körperliche Beschwerden, deren Ursprung keine organische Ursache hat, sondern evtl aufgrund falscher Ernährung oder Verhaltensweisen auftritt. Eigentlich müsste ich dir als Facharzt das nicht erzählen müssen.
Da Du Dich ja anscheinend nur hier angemeldet hast, um Werbung für HP zu machen, der Rest des Forums aber anscheinend leicht uninteressant scheint, denn da könnte man ja innerhalb von Minuten ALLES zu einem bestimmten User finden, hier extra für Dich: FA für Anästhesiologie. Außderdem behandel ich meine Patienten niemals abwertend oder arrogant. Das wird einem nur von Ignoranten so reininterpretiert... Und zu dem Rest: was ist falsch daran, dass man bei "Beschwerden", die keine organische Ursache haben, einfach mal Freunde besucht, und sich die Beschwerden von der Seele redet? :-nix
"Und wenn DANN noch medizinische Probleme übrig sind, dann kannst Du immer noch zu einem richtigen Arzt gehen, der zwar nicht soo viel Zeit, aber dafür eine richtige Ausbildung samt wissenschaftlichem Studium und vor allem einen Rezeptblock hat, mit dem man auch richtige Medikamente verschreiben darf. ;-)"
Ja genau, Hauptsache ein Medikament verschrieben damit hat sich das Problem erledigt. Danke für den guten Tipp!
Ja, weil Bachblütentee und Rescuetropfen einfach bei richtigen Erkrankungen nicht helfen! Und eine Fraktur benötigt einfach auch mal einen Chirurgen, der sich das mal genau ansieht! Der Bader von früher bekommt es eben nicht so schön hin, dass hinterher wieder alles funktioniert. Und das Antibiotikum bekommt man eben auch nicht beim HP...
"Nun ja, dann erklär mir mal, WANN der HP nicht Unfug und Unnütz ist?"
Nachdem deine Meinung über HPs ja ziemlich eindeutig ausfällt, verschwende ich keine Zeit darauf, dir das näher zu bringen. Ich finde es wirklich erstaunlich, wie gereizt und heftig Schulmediziner auf HPs reagieren. Eigentlich sollte man doch meinen, dass man einen genug hohen Intelligenzquotient besitzt um mal über seinen Tellerrand hinauszusehen. Wenn man die Behandlungsweisen von HPs nicht als gut empfindet, na und? Helfen doch deiner Meinung nach eh nicht. Ich kenn diverse Fälle, bei denen ein HP nachweislich einem Patienten Linderung verschaffen konnte. Wenn es dem Patienten hilft, hat es meiner Meinung nach auch eine Daseinsberechtigung. Geht es nicht schließlich darum?
NEIN! Tut es nicht! Es geht darum, dass WIR Ärzte meistens die Patienten dann zu sehen bekommen, wenn der Zug abgefahren ist, weil irgendein HP der Meinung war, dass man Prostatacarcinome mit Tees zurückbilden könne! Und der Blutdruck geht auch von ganz alleine wieder runter, wenn man nur regelmäßig den anderen Tee trinkt! DAS ist mit Verlaub Schwachsinn! Dem Patienten wird dadurch geholfen, dass man ihm die "Angst" vor einer bestimmten Therapie nimmt, indem man ihm erzählt, dass sie nicht nötig sei. Damit ist der Patient "befreit" und der HP reicher... Leider ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen, zu dem die Erkrankung eben doch zuschlägt. Und dann? Der HP ist fein raus!!! Wie will man den denn dafür verantwortlich machen? Berufsrecht? Welches???
Zu der Sache mit dem Valium und dem malignen Tumor: es gibt immer HPs, die extrem in die naturheilkundliche Richtung gehen. Es gibt aber genauso viele, die einen gesunden Menschenverstand besitzen. Ein Extrem in eine Richtung ist immer schlecht - und damit meine ich HPs und Ärzte gleichermaßen. Ansonsten kippt das gerne in Arroganz und Scheuklappensicht um...genauso wie bei dir scheinbar. Mehr werde ich dazu nicht mehr sagen.
JA! Leute mit gesundem Menschenverstand geben Kindern, die gefallen sind und sich das Knie aufgeschlagen haben, keine Kügelchen in D600! SCHWACHSINN! Da täte es auch einfach Traubenzucker, wenn man überhaupt was machen will...
Und leider sehen die Ärzte ja meist nur DIE Patienten, wo irgendetwas in der "Behandlung" schief gelaufen ist. Bei den restlichen hat diese Behandlung nicht geschadet, aber auch nicht genutzt... :-nix
Es gibt auch körperliche Beschwerden, deren Ursprung keine organische Ursache hat, sondern evtl aufgrund falscher Ernährung oder Verhaltensweisen auftritt.
Daher gibt es auch eine Richtung die sich Psychosomatik nennt oder wenn es noch schlimm ist, dann halt Psychiatrie oder man kann an einen Psychotherapeuten weiter überweisen.
Coxy-Baby
10.08.2013, 12:11
Gott was gibts da zu rangeln, HPs weisen nach, dass sie etwas nicht sind (gefahr für volksgesundheit) und nicht dass sie etwas sind (medizinisch qualifiziert).
Zur Thematik hier ein lustiger Fred aus dem Medizin-Forum (http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewtopic.php?t=102646).
Würde man in dieser Ausbildung auch nur annähernd etwas über Krankheiten und deren Ursache lernen, würde das wohl nicht passieren.
Ich habe hier diverse Lehrbücher zu Hause, die u.A. für Heilpraktiker gedacht sind, die genau das machen.
Das Problem bei dem mangelnden Vertrauen bzw. dem gegenseitigen Nichtausstehen ist wohl eher, dass die HP Lehre zwischen katastrophalen Zuständen und extrem anspruchsvollen Prüfungen schwanken kann und man am Ende in der Klinik die vollständig eskalierten Fälle präsentiert bekommt.
Die Frage, ob es eine halbqualifizierte Fachkraft benötigt, um unser Gesundheitswesen am Laufen zu halten ist aber bekanntlich eine andere Geschichte und die Antwort sollte klar sein :D
Coxy-Baby
10.08.2013, 13:26
Ich möchte nochmal hinterher werfen, dass Patientenkontakt in der "Ausbildung" eher die Ausnahme ist und mann dann als Heilpraktiker mit 100% Theorie auf die Menschheit losgelassen wird ......
Die Frage, ob es eine halbqualifizierte Fachkraft benötigt, um unser Gesundheitswesen am Laufen zu halten ist aber bekanntlich eine andere Geschichte und die Antwort sollte klar sein :D
Och, prinzipiell könnten Heilpraktiker durchaus eine Daseinsberechtigung haben, aber nicht zum Therapieren von schwerwiegenden Krankheiten, sondern von Befindlichkeitsstörungen, die ja durchaus auch sehr belastend sein können (z.B. primärer analer Juckreiz oder Hyperhidrose).
Gerade letztere stellen einen großen Teil meines allgemeinmedizinischen Patientengutes dar, von daher besteht da ja eine Menge Bedarf. Und gerade solche Leiden lassen sich ja auch schulmedizinisch oft nicht suffizient therapieren.
Wenn eine klare Rangfolge eingehalten würde (Arzt schließt ernsthafte Erkrankung und schulmedizinisch heilbare Ursache aus, HP betreut dann den Patienten weiter), könnte das tatsächlich eine Entlastung des Gesundheitssystems und überlaufener Praxen und Notaufnahmen darstellen. Leider sieht die Realität anders aus.
Wobei ich aber auch die Erfahrung gemacht habe, daß viele Patienten erst dann zum HP gehen, wenn sie schon beim Hausarzt oder betreffenden Facharzt gewesen sind und der gesagt hat " ich kann Ihnen auch nicht mehr helfen". So schlimm ist die Situation also nicht, krasse Ausnahmen gibt es immer.
Coxy-Baby
10.08.2013, 15:10
Hm Evil bei Hyperhidrose ist aber wieder der Sprung zu Aluminiumvergiftung (Deos) zu Nahe inklusive Ausleitungstherapie....
Kyutrexx
10.08.2013, 15:45
Das praktische ist dann: der HP kann für die "Ausleitung" gleich noch die passende Kräuterseife verkaufen und einen "Ausleitungsplan" erstellen, d.h. dem Patienten sagen, wann er sich duschen soll.
Macht dann 150 Euro bitte.
Coxy hat da noch was interessantes eingebracht:
Unter HPs sind eine ganze Menge Leute, die fragwürdige Theorien mit sich herumtragen.
Manche kann man auch unter den Verschwörungstheoretikern einordnen.
Neben der Sache mit den Deos kommen dann so Sachen wie die "Iod-Verschwörung", die Verbindung zu "Impfkritikern" und so weiter zusammen.
Hier und da kratzt manch einer dann auch an solchen Dingen wie Neue Germanische Medizin und solchem Unsinn.
Im Endeffekt ist die HP-Gemeinschaft eine vollkommen inhomogene und relativ große Gruppe von Leuten.
Inhomogen in Bezug auf ihre Gesinnung und Einstellung (nicht in Bezug auf ihren bisherigen Lebenshintergrund).
Fälle, in denen ein HP dann mal gute Arbeit leistet, gehen unter.
Was ist ein guter HP?
Einer der den Patienten zum Arzt schickt, wenn es notwendig ist.
Da damit jedoch Einnahmeeinbuße verbunden ist, dürfte das wohl kaum einer machen.
Also ich muss mal ganz ehrlich sagen dass ich trotz meiner Klinikerfahrung und den vier Semestern Studium immer noch oft denke im Grunde keine Ahnung von dem ganzen zu haben. Und ich denke auch als fertiger Arzt bin ich froh am Anfang nicht alleine in der Ambulanz zu sein.
Die Verantwortung als HP Diagnosen richtig zu stellen und das abwägen der Behandlung oder evt das weiterreichen zu einem richtigen Mediziner ist doch sehr hoch.
Aber wie oben beschrieben finde ich es vollkommen in Ordnung wenn Patienten bei HP behandelt werden, nachdem die Schulmedizin nicht weiter weiß....
Kyutrexx
10.08.2013, 16:41
Die Frage ist, ob es in aller Regel "die Schulmedizin" ist, die nicht weiter weiß - oder ein einzelner Arzt, zu dem der Patient vorher ging.
Ich tippe auch letzteres.
Bei Deinem derzeitigen medizinischen Erfahrungsstand verständlich. Wenn Du mal ein paar Jahre richtig als Arzt gearbeitet hast, wirst Du das anders beurteilen können.
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