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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : work life balance?



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Brutus
25.01.2014, 09:05
meine kumpel an der uniklinik operiert für 4,18€ netto die stunde. jede stunde, die er da war, haben wir spaßeshalber durch den jahreslohn geteilt. (ohne diesen unsäglichen quatsch 24h-Schicht, aber offiziell nur 8 stunden gearbeitet. Im krankenhaus da = arbeitszeit, zum schlafen kommt er sowieso nicht, bei 2 Ärzten nachts für 1 Uniklinik (Abteilung Chirurgie)
Dr. Jekyll, ohne Dir zu Nahe treten zu wollen. Aber entweder habt ihr beide keine Ahnung und habt Euch schlichtweg verrechnet, oder Dein Kumpel lässt sich bärenmäßig verar$chen. Denn das, was Du schreibst ist so nicht möglich. Schon seit einigen Jahren wird der Bereitschaftsdienst als Arbeitszeit gewertet. In welchem Umfang er bezahlt wird, hängt von der Auslastung ab. In der Chirurgie einer Uniklinik dürfte das der frühere Bereitschaftsdienst "D", der mittlerweile Stufe III (?) ist, sein, dort beträgt die Bezahlung 90%. Das stimmt so allerdings nicht ganz, denn da am nächsten Tag FZA ansteht, werden die ersten 8 Stunden mit 100% gewertet, und die nächsten 8 Stunden mit 90% (=7,2 Stunden bezahlt von 8 Stunden im Idealfall im Bett liegen. Die Höherbewertung ist darin begründet, dass die leidige Diskussion Minusstunden im BD endlich abgeschafft werden soll. vgl: Link. (http://www.marburger-bund.de/sites/default/files/artikel/downloads/2013/details-zur-hoeherbewertung-der-bereitschaftsdienste/info-bd-berechnungen-neu.pdf)). Wie Dein Kumpel da für 4€/h arbeiten will, werde ich nicht verstehen!


(btw: Im welchem anderen Beruf gibt es das, dass man am Arbeitsplatz ist und offiziell nicht arbeitet?:-kotz)

Nochmal: der anwesenheitspflichtige Bereitschaftsdienst wird voll als Arbeitszeit gerechnet! Nur die Bezahlung richtet sich eben nach der Auslastung! Wenn ihr/er der Meinung ist, dass das nicht adäquat ist, dann muss die Abteilung mal eine Arbeitsplatzbewertung durchführen (also ermitteln, wieviel Zeit des BD mit Arbeit ausgelastet ist). Und danach kann man mit den Verantwortlichen verhandeln zwecks Höherbewertung, alternativen Dienstformen, etc...


solange ein sekretär für den papierkram sagen wir mal 12€ netto verdient, wird sich an den 4,18€ nichts ändern.
Ist ja auch günstiger fürs Krankenhaus.
Welcher Sekretär verdient denn 12€ Netto? Im Krankenhaus sicher keiner...


gute bezahlung als arzt bedeutet nicht nur gute Bezahlung, sondern verbesserung der arbeitsbedingungen.
bei 50€ studenlohn wird das krankenhaus schon drauf achten, dass du nicht den 9. rehabogen (als arzt) ausfüllen musst.
Naja, das sei mal so dahingestellt. Ich würde es anders formulieren. Für eine adäquate Bezahlung würde ich wohl über ein paar Missstände hinwegsehen. Dein Vergleich hinkt übrigens etwas. Das Problem ist, dass das KH für die Schreibarbeiten (und nein, eine Sekretärin kann einen Reha-Bogen nicht adäquat ausfüllen), extra Personal einstellen müsste. Mit Lohnnebenkosten etc. wird es wahrscheinlich schon wieder einfacher, den Arzt die Formulare ausfüllen zu lassen... :-nix


zumal weniger papierkram = mehr zeit für sono lernen, fälle nachlesen etc.
100% Zustimmung! :-))


von meinen ehemaligen kommilitonen(auch in peripheren häusern, auch innere und die sind schon länger als 1 Jahr dabei, also auch keine lahmen Anfänger mehr) kommt keiner unter 12 Stunden pro Tag nach Hause.
teilweise kommen sie sonntags (unbezahlt) ins Haus um Briefe abzuarbeiten. Wenn das die tollen Verbesserungen,
die alle so loben, dann frage ich mich, wie das vorher ausgesehen hat. :-nix
Entschuldigung, aber da habe ich kein Verständnis für! Wenn regelmäßig in derartigem Umfang unter der Woche Mehrarbeit anfällt, dann stimmt etwas nicht. Und da muss man den Hebel ansetzen. Und wenn die Abteilung sich einig ist, wird man da auch etwas erreichen können. Nur liegt da in der Regel der Hase im Pfeffer. Du wirst es nie allen recht machen können. Und solange da alle in dem System mitmachen, wird sich nichts ändern. Die Voraussetzungen sind alle da. Man muss sie nur auch anwenden! Nur, da muss jeder mal selbst seinen Arsch hochbekommen! Immer nur meckern und nicht selbst mal die Initiative ergreifen ist daneben!
Und wer unbezahlt am Wochenende ins Krankenhaus geht und arbeitet, der gehört an den Eiern am Fahnenmast vor der Klinik aufgehängt und mit der Neunschwänzigen ausgepeitscht. Aber ohne Latexanzug! Um es mal ganz drastisch zu sagen: ersten ist man der Dumme, wenn Patienten etwas passiert, und zweitens ganz dumme Idee, wenn einem selbst was passiert. Denn die BG nimmt sowas gerne an! Arbeitsunfall? Wie jetzt, der war doch gar nicht da!!!


"die dümmsten schafe suchen sich ihren metzger selbst aus" und das stimmt. meine freunde haben die gleichen argumente wie evil "früher war alles schlimmer" und "einer muss es ja machen". das sind ja nicht mal argumente, wenn man genau hinguckt. früher gab es auch die Inquisition, soll ich mich jetzt freuen, wenn mir einer was aufs Maul haut?
Auch hier würde ich den Spieß mal umdrehen wollen! Evil hat auch noch die Zeiten erlebt, wo es kein Arbeitszeitgesetz und als Tarifvertrag lediglich den BAT gab (der sowohl für die Pflege als auch für die Ärzte galt!). Da war es ganz normal, dass der Bereitschaftdienst weder als Arbeitszeit gewertet wurde, noch als solche bezahlt wurde. Ja, liebe Kinder, kann man fast nicht glauben, aber ein Bereitschaftsdienst der Stufe "D", in dem Du die ganze Nacht durchgerödelt hast, wurde geschmeidig mit 60% bezahlt. Es war ganz normal, dass man nach dem 24h Bereitschaftsdienst noch die normale Tagschicht weitergearbeitet hat. Überstunden? Wie jetzt? habt Ihr länger gearbeitet? Zeiterfassung? Was ist das denn?
Diese ganzen Dinge sind seit einigen Jahren gesetzlich und per Tarifvertrag geregelt.
Aber: ich erinnere mich immer noch mit Ensetzen, dass 95% der Assistenten weder die Gesetze, noch den Tarifvertrag, nach dem sie arbeiten, kennen! Sie interessieren sich weder für ihre Rechte, noch für die korrekte Abrechnung. Da ist der Spruch mit dem Schlachter sehr gut gewählt. Nur, damit sich etwas ändert, muss sich in den Köpfen der Assistenten noch einiges ändern. Wie gesagt, die Instrumente sind alle da und auch schon gestimmt. Nur spielen muss man sie eben doch alleine / im Orchester!

Dr. Jekyll
25.01.2014, 09:23
Dr. Jekyll, ohne Dir zu Nahe treten zu wollen. Aber entweder habt ihr beide keine Ahnung und habt Euch schlichtweg verrechnet, oder Dein Kumpel lässt sich bärenmäßig verar$chen. Denn das, was Du schreibst ist so nicht möglich. Schon seit einigen Jahren wird der Bereitschaftsdienst als Arbeitszeit gewertet. In welchem Umfang er bezahlt wird, hängt von der Auslastung ab. In der Chirurgie einer Uniklinik dürfte das der frühere Bereitschaftsdienst "D", der mittlerweile Stufe III (?) ist, sein, dort beträgt die Bezahlung 90%. Das stimmt so allerdings nicht ganz, denn da am nächsten Tag FZA ansteht, werden die ersten 8 Stunden mit 100% gewertet, und die nächsten 8 Stunden mit 90% (=7,2 Stunden bezahlt von 8 Stunden im Idealfall im Bett liegen. Die Höherbewertung ist darin begründet, dass die leidige Diskussion Minusstunden im BD endlich abgeschafft werden soll. vgl: Link. (http://www.marburger-bund.de/sites/default/files/artikel/downloads/2013/details-zur-hoeherbewertung-der-bereitschaftsdienste/info-bd-berechnungen-neu.pdf)). Wie Dein Kumpel da für 4€/h arbeiten will, werde ich nicht verstehen!


Nochmal: der anwesenheitspflichtige Bereitschaftsdienst wird voll als Arbeitszeit gerechnet! Nur die Bezahlung richtet sich eben nach der Auslastung! Wenn ihr/er der Meinung ist, dass das nicht adäquat ist, dann muss die Abteilung mal eine Arbeitsplatzbewertung durchführen (also ermitteln, wieviel Zeit des BD mit Arbeit ausgelastet ist). Und danach kann man mit den Verantwortlichen verhandeln zwecks Höherbewertung, alternativen Dienstformen, etc...





das ist mir schon klar. aber es macht in der realität keinen unterschied, ob ich etwas als arbeitszeit festlege und dann mit 0,3 (oder was auch immer für einen faktor multipliziere) und dann der stundenlohn rauskommt

oder es nicht als arbeitszeit deklariere und dir davon nur 30% bezahle.

das ist gehupft wie gesprungen auf dem lohnzettel.

und wenn nach der 24h-Schicht noch ein 8 Stunden Tagdienst gemacht werden muss, der nirgendswo auftaucht und
man offiziell frei hat.

und man nur 4 tage bezahlt wird und der 5. tag einer woche (unbezahlt) als "F-Tag" für frei und Forschung und ferarscht werden (:-D) im arbeitsvertrag deklariert wird. aber niemand den sich nehmen darf, sondern ganz normal stationsarbeit macht, ja dann kommt man auf 4,18€ Stundenlohn (Netto).



die in der inneren meinten damals im PJ zu uns, wenn sie die realen stundenzettel abgeben würden, (das hat mal sogar einer wirklich gemacht), schickt ihn die verwaltung zurück mit der bitte um "korrektur" (wohlgemerkt uniklinik)
die durften sich maximal 3-4 alibi-stunden pro monat aufschreiben.


da sehe ich trotz evils einwand noch viel verbesserungspotential.




zumal diese bewertung der dienste in stufen taschenspielertricks sind. man ist auf der arbeit.
und ob ich da playstation zocke oder däumchen drehe oder leben rette.
man ist nicht im warmen bettchen zu hause.

ausserdem müsste es für schichtdienst eigentlich zulagen geben, so wie in anderen berufen auch, das gegenteil von einteilungen in stufen.



der schichtdienst (mitten in der nacht!) wird mit einem tagdienst am tag verrechnet und das mit der begründung, dass man am tag nicht da ist, weil man die nacht (!) gearbeitet hat.
da beißt sich doch die katze in den schwanz.

das ist meines wissens der einzige beruf in dem man die klassische werktagswoche
und ein schichtdienstmodell in eins verflochten hat und die dann auch noch gegeneinander verrechnet, ein irrsinn.

das gibt es bei anderen berufen meinens wissen nicht. die haben schichtzulage.
weil schichtarbeit den menschen körperlich mehr auslaugt als werktagsarbeit.
so ist es richtig und vernünftig.

@feuerblick:
korrektur: ich meinte nachtschichten nicht reine "schichtarbeit". letztendlich ist es auch aber
"schichtarbeit" wenn du 5 nächte a 12 stunden am stück antanzen musst. nur das sich das mal mit einer werktagswoche mit wochenendarbeit abwechselt.

Relaxometrie
25.01.2014, 09:45
@ Brutus: Was würdest Du für meine Abteilung vorschlagen:
Wir sind 9 Ärzte (die beiden 50%-Kräfte, die sich eine Station teilen, rechne ich als eine Vollzeitkraft), von denen 4 keine Dienste machen (zu alt (71!!!), zu schön, zu krank, zu langsam).
Damit, daß Ärzte eingestellt werden, die aus welchem Grund auch immer keine Dienste machen, habe ich kein Problem, solange diese Dienste dann von Honorarärzten gemacht werden. Aber rein rechnerisch müssten in unserer Abteilung 13 Dienste (24-h-Dienste) von Honorarärzten übernommen werden. Tatsächlich sind es aber nur 4-5 Nachtdienste (dann von 18h bis 8h). Der jeweilige diensthabende Arzt von uns festangestellten Ärzten hat, wenn er Dienst hat, das "Diensttelefon" und ist somit zusätzlich zu seiner eigenen Station noch für Notfälle (selten), den Opiatschrank und für die Station des Arztes, der im Dienstfrei ist, zuständig. Wenn ein Honorararzt für den Nachtdienst eingeteilt ist, muß tagsüber also trotzdem einer der Festangestellten das Diensttelefon (incl. der damit behafteten Funktionen) übernehmen, und das Telefon dann abends an den Honorararzt übergeben.
Zusammenfassung: unser Haus spart jede Menge Geld, weil zu wenig Honorarkräfte eingestellt werden.
Die Überstundenmenge von uns Festangestellten ist hoch. Ich habe vor zwei Wochen eine neue Station übernommen, habe diese jetzt durch massiv getätigte Überstunden aber im Griff, sehe die Einarbeitungsphase (in der ich halt mal Überstunden mache) als beendet an und sehe Überstunden, die ich ab jetzt mache, als systembedingt an.
Nur: was wäre jetzt (abgesehen davon, daß ich mich in dieser Klinik eh nicht mehr lange sehe und erste Bewerbungen laufen) der richtige Schritt, gesetzt den Fall es würden alle Assistenten an einem Strang ziehen. Obwohl ich für Letzteres schwarz sehe. Erste Erkundigungen bei den Kollegen (66% nicht-Muttersprachler) erbrachten chronisches Gejammere, aber keine Aussicht auf Zusammenarbeit.
Wie also anfangen? Dienst nach Vorschrift, dabei die direkte Patientenversorgung nicht vernachlässigen, aber Papierkram liegen lassen und pünktlichst Feierabend machen?

Feuerblick
25.01.2014, 09:49
Du machst aber keinen Schichtdienst, denn dann wäre das 100% Arbeitszeit.... Und glaub mir, Schichtdienst ist richtig besch****!
Aber sich so verarschen lässt, dass er reelle Zeiten nach unten korrigiert, Überstunden nicht aufschreibt, gegen das AZG nach 24 Stunden weiterarbeitet, für umme am Wochenende reinkommt und Briefe tippt... Sorry, der hat es nicht anders verdient. Wer bitte hat denn was davon? Nur der Arbeitgeber. Und der freut sich, dass es Deppen gibt, die sich sowas gefallen lassen. Bißchen A***** in der Hose kann man ja wohl erwarten. Nicht jammern, sondern was gegen solche Arbeitgeber tun! Und ja, es soll schon Chefs gegeben haben, die haben solche Touren versucht, sich an ihren Assistenten aber die Zähne ausgebissen und bekamen dann eine kleine Androhung einer Geldstrafe vom Amt wegen AZG und Co.... Wenn man aber wie ein Schaf weiter die Leidensmiene aufsetzt und jammert, wiiiieee schlimm das doch alles ist und wiiiiieee böse der Arbeitgeber, dann will man ja vielleicht nix ändern sondern zehrt lieber vom Mitleid der Mitmenschen.

@Relaxo: Genau DAS! Machen, was der Patient benötigt. Briefe bleiben liegen, DRG-Anfragen bleiben liegen...und jede Überstunde aufschreiben bis auf die Minute genau.

epeline
25.01.2014, 13:08
Also mein netto-Stundenlohn liegt deutlich über 4 € ;-)

Evil
25.01.2014, 13:53
da sehe ich trotz evils einwand noch viel verbesserungspotential.
Natürlich gibt es da noch einiges zu verbessern. Aber das erreicht man nicht mit überlagen Forenbeiträgen auf Stammtischniveau, sondern indem man sich als Assistentenschaft organisiert. Setzt Euch mal zusammen, laßt Eure Forderungen und Vorschläge von sachkundiger Seite überprüfen (z.B. MB) und geht damit mal zu Chef und Verwaltung, dann können wir weiterdiskutieren.

beatle
25.01.2014, 15:31
Hallo Zusammen,

ich habe die Beiträge nur kurz überflogen so dass ich jetzt nicht auf Einzelheiten eingehen will, aber in den 6 Jahren meiner Facharztausbildung (Innere) und damit Krankenhauszeit haben wir auch viel gejammert und versucht (Umstellung Dienstmodell etc.), aber es hat im Grunde nichts gebracht. Wir hatten ein 24h - Dienstmodell mit 4-5 Diensten im Monat (manchmal auch 3), die Dienste konnten wir uns ausbezahlen lassen oder in Freizeit nehmen (was ich immer gemacht habe) und damit einige Wochen an Urlaub zusätzlich bekommen. Das die Arbeit im Krankenhaus für alle ein Knochenjob ist wird sich niemals ändern, ich für mich wusste immer das ich nach dem Facharzt aus der Klinik raus in eine Praxis will (m.E. sollte man nach dem Facharzt in einer Klinik nur weiterarbeiten als OA (aber da muss man auch Hintergrunddienste machen, also auch Mist) oder wenn man die relative finanzielle Sicherheit braucht (Rente, Krankenversicherung etc.), aber ansonsten verstehe ich nicht was Menschen in der Klinik hält. Ich bin heute niedergelassener hausärztlicher Internist (in Gemeinschaftspraxis), arbeite nie mehr als 40 Stunden die Woche (ja, es ist tatsächlich möglich wenn man gut organisiert arbeitet), habe demnächst eine 4 Tage-Woche (die beiden kurzen Praxistage in der Woche nehmen mein Kollege und ich abwechselnd frei), habe keine Dienste und verdiene fast 3 x soviel Brutto wie in der Klinik, wobei es mir nicht auf das Geld alleine ankommt, denn die Punkte mit der "Arbeitszeit" und "keine Dienste" sind fast wichtiger, aber meine Lebenszufriedenheit ist um ein Vielfaches höher als zu Klinikzeiten. Und wenn ich heute meine Freundin im Krankenhaus besuche (Sie arbeitet in dem Krankenhaus in dem ich auch gearbeitet habe) und mir das Treiben da anschaue denke ich immer: Gott sei dank habe ich den Schritt in die Praxis gewagt.
Mein Tip: seht zu das Ihr die Assistentenzeit (=Klinikzeit) einfach irgendwie herumbekommt (es ist ja auch ganz lehrreich ;o) und macht euch dann Selbstständig, es lohnt sich wirklich. Wenn man das als Ziel vor Augen hat lässt sich einiges (was eh nicht zu ändern ist) besser ertragen.

Peter_1
25.01.2014, 16:21
Hallo Zusammen,
Ich bin heute niedergelassener hausärztlicher Internist (in Gemeinschaftspraxis)

Ich predige es ja auch immer, werdet Hausärzte, es macht Spass, die Personalabteilung und der Chef/die Chefin seid ihr selber, man kann davon gut leben und weniger arbeiten als in der Klinik ist auch drin (so man sich gut organisiert).:-))

Muriel
25.01.2014, 20:55
Man bekommt als Arzt im Schichtdienst übrigens sehr wohl Wechselschichtzulage.

Dr. Jekyll
26.01.2014, 00:54
Natürlich gibt es da noch einiges zu verbessern. Aber das erreicht man nicht mit überlagen Forenbeiträgen auf Stammtischniveau, sondern indem man sich als Assistentenschaft organisiert. Setzt Euch mal zusammen, laßt Eure Forderungen und Vorschläge von sachkundiger Seite überprüfen (z.B. MB) und geht damit mal zu Chef und Verwaltung, dann können wir weiterdiskutieren.

Willst du damit sagen, wenn wir nicht zum Chef gehen und weiter für 4,18€ die Stunde arbeiten, würdest du dich aus der Diskussion hier ausklinken?

Gut dann gehe ich nicht zum Chef. Dann spare ich mir auch das Lesen von solchen Kommentaren :-) win-win-Situation

"Eure Argumente sind haargenau die gleichen, mit denen wir in den letzten Jahren spürbare Verbesserungen bewirkt haben, aber Ihr tut grad so, als würdet Ihr das Rad neu erfinden.

Es ist ja löblich, sich für weitere Verbesserungen einzusetzen, allein übertriebenes Aufblasen nach außen schadet der Glaubwürdigkeit. "


Der Kommentar ist von dir Evil.

Evil
26.01.2014, 07:31
Wie Test schon schrieb, heiße Luft ist keine Diskussionsgrundlage, und mehr kommt von Dir nicht.

Leute wie Du, die schwingen gern fadenscheinige Reden, aber wenn es dann mal darum geht, was zu ändern und den Worten Taten folgen zu lassen, dann wird gekniffen. Deswegen nimmt Dich auch keiner mehr ernst.

LasseReinböng
26.01.2014, 12:49
Mein Tip: seht zu das Ihr die Assistentenzeit (=Klinikzeit) einfach irgendwie herumbekommt (es ist ja auch ganz lehrreich ;o) und macht euch dann Selbstständig, es lohnt sich wirklich. Wenn man das als Ziel vor Augen hat lässt sich einiges (was eh nicht zu ändern ist) besser ertragen.

Sehe das zwar ähnlich, allerdings ändert sich mit dieser Haltung auch nichts an den Zuständen.

Den Leuten, die sich aufgrund der Fachrichtung nicht niederlassen können, nützt dein Rat nicht, außerdem liegt die Weiterbildungszeit realistisch gesehen ja meistens deutlich über 5 Jahren...warum sich über all die Jahre seine Lebensqualität versauen lassen ?

Muriel
26.01.2014, 14:16
Wieso deutlich mehr als fünf Jahre? Alle Bekannten/Kollegen aus dem Umfeld haben direkt nach Ende der Mindestweiterbildungszeit ihre Prüfung gemacht.

beatle
26.01.2014, 18:06
S

Den Leuten, die sich aufgrund der Fachrichtung nicht niederlassen können, nützt dein Rat nicht

Das stimmt natürlich, aber jeder fertige Arzt der sich nach der Uni oder nach einer gewissen Orientierungszeit für eine Fachrichtung entscheidet sollte wissen wie die Aussichten für später sind (bzgl. Niederlassung / Arbeitsmöglichkeiten ausserhalb der Klinik), wer z.B. ein gesteigerten Wert auf "normale" Lebensführung und/oder Freizeit legt sollte z.B. nicht Allgemeinchirurg werden, ich verstehe die Leute einfach nicht die sich (wie meine Freundin) dauernd über die besch... Arbeitsbedingungen und Dienste beschweren und trotzdem einfach Jahr um Jahr so weiter machen...die Lösung wäre ganz einfach: 2 Jahre Innere und raus aus dem KH in eine Weiterbildungspraxis und schon ist man Allgemeinarzt. Aber es können natürlich nicht alle Ärzte Allgemeinmediziner werden, und wenn man halt an einer Fachrichtung hängt (weil man z.B. gerne operiert) dann muss man sich mit halt mit den "Zuständen" arrangieren. Es wird bei der Arbeit im KH so einfach keinen Systemwechsel geben der den Arbeitsplatz (jetzt übertrieben gesagt) zum Paradies macht, wenn man mal zurückschaut und überlegt was mit den AIPlern früher gemacht worden ist (bzgl. Gehalt etc.), da hat sich doch schon viel zum guten gewandelt. Dienste wird es im KH immer geben, mehr Personal ist aufgrund des Budgets nicht drin (ob das wirklich so ist brauchen wir hier eigentlich nicht zu diskutieren, aber es wird bestimmt keinen bundesweiten Streik der Krankenhausärzte geben um da was zu ändern) und so muss man sich halt mit den Gegebenheiten abfinden und das Beste daraus machen. Ich habe in meiner Klinikzeit an normalen Arbeitstagen zu 99% pünktlich Feierabend gemacht, dafür musste ich halt ein bisschen mehr auf's Arbeitstempo drücken, hat alles geklappt, auch meine benötigten Untersuchungen habe ich damit innerhalb von 5 Jahren bekommen.
Das soll jetzt nicht so rüber kommen als sei ich der tolle Hecht gewesen der alles schnell und pünktlich geschafft hat, ich will damit nur sagen das Arztsein im Krankenhaus niemals ein Beruf sein wird bei dem man angenehm und stressfrei seine Brötchen verdienen kann, das Arbeiten dort bedeutet 1.Viel Arbeit (und gemessen an der Arbeitszeit) 2. Viel Verantwortung und 3. eine relativ miese Bezahlung gemessen an Arbeitsaufkommen und Verantwortung (subjektiv wie objektiv). Wem das nicht passt der hat jederzeit die Möglichkeit seine (Fach)Richtung zu ändern und die Krankenhauszeit einfach als (notwendige) Lehrzeit für die Jahre nach der Klinik zu sehen.

anignu
26.01.2014, 22:28
Ich seh das genauso. Man muss halt einfach schneller und konzentrierter arbeiten. Wenn man als Chirurg um 18 Uhr aus dem OP kommt und so schnell auf Station arbeitet, dass man zwei Stunden wieder reinholt, dann kann man um 16 Uhr heimgehen. Man muss nur schnell arbeiten können. Und die Familie freut sich.
Und die ganzen Idioten die genauso wie ich Chirurgie gewählt haben und dann lamentieren, dass die Bedingungen so schlecht seien: selbst Schuld. Falsches Studium, falsche Fachrichtung danach. Was wollt ihr überhaupt? Wenn ihr euch ständig falsch entscheidet in einem System das auf Ausbeutung basiert, dann seit ihr selbst Schuld.

beatle
27.01.2014, 16:04
Ich sage es noch einmal: jeder weiss worauf er sich einlässt wenn man Arzt - und insbesondere Chirurg - ist. Die Chirurgie ist halt definitiv kein Fach bei dem man die Arbeitszeit einigermaßen so planen kann wie in der Inneren, das kann man auch nicht ändern. Wer in dem Fach arbeiten möchte muss wissen das er (fast) niemals planbar und pünktlich Feierabend hat = wenig Freizeit vorhanden ist. Man braucht sich dann aber nicht jahrelang über die miesen Arbeitsbedingungen beschweren, denn ändern tut sich dadurch nichts außer das man (noch) unzufriedener wird. Die einzige Möglichkeit: man lässt die Arbeit die nicht in der Regelarbeitszeit geschafft wird liegen um so den Chef/die Verwaltung auf gewisse Mißstände aufmerksam zu machen (und so viell. einen Assistenten mehr zu bekommen) - was aber sehr wahrscheinlich ist: dieses Verhalten wird einem als Unfähigkeit/Unkollegialität angelastet), oder man Wechselt das Fach um seines Seelenfriedens willen.

Brutus
27.01.2014, 16:27
Das ist doch Quatsch! Warum sollte man als Chirurg nicht pünktlich Feierabend machen können! Meistens ist es da doch die grobe Planung (nicht mal die eigene), die da nicht stimmt! Wenn der Anästhesist schon am Vortag sagen kann, dass die Prämedikationen für den nächsten Tag ganz sicher nicht alle dran kommen können, dann stimmt was nicht seitens der Planung der oberen Heeresleitung! Dann muss man da ansetzen! So zu tun, als wenn das Leben der Patienten davon abhinge, dass der Chirurg von 7-19 Uhr operiert, ist Humbug! Vernünftige und realistische Einschätzung der OP-Länge, dementsprechend die Patienten einplanen und gut ist! Wenn das über einen vernünftigen OP-Manager geht, der seine Pappenheimer kennt (jaja liebe Chirurgen, ein Whipple ist garantiert nicht in 45min. durchgeführt... :-))) und dementsprechend schon am Vortag den OP-Plan erstellt, dann sollte das auch mit dem pünktlich nach Hause gehen funktionieren! Ich kenne genügend Chirurgen, die nicht mit ihrer Schrankwand in der Klinik eingezogen sind und durchaus ein gut funktionierendes Privatleben haben!
Insofern finde ich solche Verallgemeinerungen irgendwie.......

Miyu
27.01.2014, 17:20
Wird dieses Maerchen nie aussterben? Ich habe fast immer puenktlich Feierabend in meinem chirurgischen Fach. Das ist, abgesehen mal von irgendwelchem Not-OP-Kram oder laenger laufenden Saelen alles eine Frage der persoenlichen Organisation, genau wie in anderen Faechern.

Christoph_A
27.01.2014, 18:33
Und genauso ist es ein ewiges Vorurteil, daß die faulen Internisten immer so pünktlich Feierabend machen können-insbesondere die Interventionalisten aus der Kardio/Gastro/Pulmo hier werden das bestätigen können. Auch da gibt es halt immer wieder Dinge, die den Arbeitstag verlängern und auch hier kann ich nur Brutus recht geben. Was dem Chirurgen der OP Koordinator ist dem Kardiologen der Katheterplaner. Sitzen hier vernünftige Leute mit nem gesunden Menschenverstand, geht man pktl heim, Ausnahme natürlich, es treten irgendwelche Komplikationen auf, aber das kann man nun halt nicht planen.
Wenn ich im EPU drei Vorhofflimmerer aufn Plan schreibe, dann kann ich auch mit der Schrankwand einziehen. Und das muß ein vernünftiger Planer verhindern-hat zumindest in meinem alten Haus gut geklappt.
Überstunden sind in der Medizin sicher nicht immer vermeidbar, aber niemals ein Muß. Habs auf Normalstation oder in der Funktion auch auf max. 5-7 Überstunden in der Woche gebracht und das waren die "Großkampfwochen" im Winter.
Bin halt kein Masochist.

LasseReinböng
27.01.2014, 18:36
Die Chirurgen in meinem ehem. PJ-Haus haben fast immer pünktlich Feierabend gemacht wie die Maurer während die Internisten sich dort tot gearbeitet haben..es kann auch anders gehen.

Allerdings wird man als Chirurg eben schlecht an den Diensten vorbeikommen. ;-)