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Jule-Aline
27.01.2014, 19:43
Das Problem sind unnötige Verzögerungen seitens der Oberen.Wenn ich meine Stationsarbeit vor Dienstschluss beendet habe, der Kollege aus dem OP wieder da ist und wir auf diese Nachmittagsvisite mit Chef und OA warten müssen...Die schaffen es nicht, pünktlich anzufangen und dann wird teilweise unwichtiges Kram gelabbert,was keinen interessiert..So sammeln sich die Überstunden.Und dann großes Staunen,wenn wir Assistenten diese abfeiern.:-))
Kann Miyu auch nur zustimmen. Das maximale war bei mir bisher ca. 1h Überstunde. Da war aber dann auch alles gleichzeitig. OP, viele neue Patienten auf Station und Kollege im dienstfrei. Und denke dass ich das noch deutlich optimieren kann da ich momentan als Anfänger bei manchen Sachen einfach noch deutlich länger brauche, bzw. manche Abläufe einfach noch nicht so gut kenne.
Stellen gibt es in der Chirurgie viele. Man muss dann aber doch etwas gezielter suchen, wenn man eben gute Rahmenbedingungen will.
Jule-Aline, macht doch einfach mal einen Zettel, auf dem ihr aufschreibt, was ihr für Verzögerungen hattet, weil ihr auf Chef / OA gewartet habt. Also z.B. 16:00-16:15 im Arztzimmer gesessen, gewartet auf Visite. 8:00-8:30 im OP auf Operateur gewartet. So in dieser Art. Und wenn sich dann wieder gewundert wird, warum den Assistentin Ü-Stunden abfeiert (wo kommen die denn überhaupt her?), dann mal diesen Zettel zeigen und mal besprechen, ob da was möglich ist!
So haben wir damals unsere Operateure auch "erzogen". Das Problem war, dass z.B. jede operative Fachrichtung zu unterschiedlichen Zeiten zur ITS-Visite kam. Damit war mal von 7:45-11:00 Uhr immer wieder auf Visite und konnte keine Patienten versorgen, geschweige denn verlegen. Und dann kommen um 11:00-12:00 Uhr die ersten Anrufe: Patient kann aus dem OP abgeholt werden... NEIN! Kann er nicht. ich muss erst mal Platz schaffen. => Info an alle Operateure: Visite ist einheitlich morgens um 7:45 Uhr. Wer nicht da ist, muss sich seine Patienten wohl alleine ansehen. :-nix
Hat 1 Woche gedauert und siehe da: um viertel vor Acht waren alle auf der ITS. :-))
Bei uns ist die wirklich dann zuständige ITS einfach jedem egal... hauptsache ITS und dann schau mer mal.
wir haben 4 Intensivstationen und wenn operiert wird gehen die Leute erstmal in den Aufwachraum. Wohin die dann danach gehen und wann ist mir doch sowas von völlig egal, das sollen gefälligst die Leute vom Aufwachraum mit den Leuten der 4 Intensivstationen klären. Und das tun die dann auch... irgendwann...
Und dann geht der Patient halt auf eine der vier Intensivstationen und klar, wenn wir einen operierten Patienten auf einer internistischen ITS haben, dann bekommen wir mehr Rückfragen und es wird anstrengender. Aber hauptsache die Patienten werden gut versorgt, und das klappt auch ganz gut.
Ahhh ja! Mir doch egal, wohin der Patient geht, Hauptsache, ich kann operieren! :-kotz
Diese Einstellung kenne ich! Ich will aber heute noch den Whipple operieren! - Wir haben kein Bett! - Mir doch egal!
Und dann wird irgendwann doch operiert, und Du kannst Dir überlegen, welchen halbgaren Patienten Du auf die Peripherie verlegen sollst. Natürlich immer mit der Option, dass der postwendend wieder zurückkommt! Und dann für ihn kein Bett da ist.
Ich habe kein Problem damit, dass man in Notfällen eine Triage auf der ITS veranstaltet. Aber ohne Not in solch eine Situation bewusst zu gehen, nur weil da jemand unbedingt operieren will...
Christoph_A
28.01.2014, 08:48
Ohja, das kenn ich auch zur Genüge @ Brutus: Die lieben Herzchirurgen mal wieder in Bettennot, da unangekündigt noch ne OP mehr auf den Bogen mogelnd, als abgesprochen, und am Telefon dann rotzfrech einfach sagend: "Wir haben XY jetzt operiert, den könnt Ihr jetzt abholen." "Ne, geht nicht, haben Euch ein Bett versprochen, jetzt bin ich voll, hab nur noch das Reabett fürs Haus." "Passt doch, dann nehmen wir das"-Ja ne, is klar, Hauptsache operiert ist, wer dann halb tot wo landet, ist ja wurscht.
Als die dann zum Ausgleich immer unserern fertigsten nicht intubierten Patienten, am besten mit Fieskeimpotpourri bekommen haben und die sandmännchen sie beinahe gekilled haben, ging die Koordination plötzlich spontan besser......:-))
Blödsinn, darum gehts mir gar nicht. Bei Patienten die danach auf ITS müssen muss vorher ein Platz frei sein sonst werden die nicht operiert.
Darum kümmern sich schon die Anästhesisten. Wenn kein Platz auf den ITS frei ist, dann wird der Patient nicht bestellt. So einfach läuft das bei uns. Bei uns bestellen ausschließlich die Anästhesisten die Patienten, und da um ungefähr vier rum Feierabend bei denen ist (bzw. massive Reduktion der Kapazitäten) werden ab so zwei/halb drei quasi keine Patienten mehr bestellt. Denn das würde dann bis nach vier dauern...
Christoph_A
29.01.2014, 09:00
Immer diese bösen Anästhesisten. Wenn die doch nur eine ein bisschen chirurgischere Arbeitseinstellung hätten, um 16 uhr ans heimgehen denken, pfui......:-keks
Blödsinn, darum gehts mir gar nicht. Bei Patienten die danach auf ITS müssen muss vorher ein Platz frei sein sonst werden die nicht operiert.
Darum kümmern sich schon die Anästhesisten. Wenn kein Platz auf den ITS frei ist, dann wird der Patient nicht bestellt. So einfach läuft das bei uns. Bei uns bestellen ausschließlich die Anästhesisten die Patienten, und da um ungefähr vier rum Feierabend bei denen ist (bzw. massive Reduktion der Kapazitäten) werden ab so zwei/halb drei quasi keine Patienten mehr bestellt. Denn das würde dann bis nach vier dauern...
das sind ja traumhafte Zustände bei euch
gestern wieder um kurz nach 15Uhr eine Rektumextirpation eingelitten, OP-Dauer knappe 5h.Offizieller Saalschluss ist um 17Uhr, AWR ist bis 18:30 besetzt.
Für den Patienten war kein ITS-oder IMC-Bett reserviert (was bei uns laut Vereinbarung bei elektiven Eingriffen Aufgabe des Operateurs ist)
Natürlich hab ich selbst versucht, ein Bett zu organisieren - was durchaus schwierig ist. Zumal bei unseren formal "interdisziplinären" aber de facto rein internistisch geführten Wachstationen die Bereitschaft, ungeplant operative Patienten zu übernehmen nicht gerade groß ist.
Aber kann ein 76-jähriger Patient mit 3-G-KHK und fortgeschrittener COPD nach einer solchen ja doch recht langwierigen OP wirklich direkt postoperativ aus dem OP auf die Peripherie verlegt werden ?
Laut Chirurgen ist das überhaupt kein Problem.
Traumhaft ist so relativ... das Ganze hat den Vorteil dass man sich nicht um ITS-Betten kümmern muss und auch als Chirurg einigermaßen pünktlich rauskommt. Letzteres ganz einfach weil man, wenn man nicht mehr operieren darf und die Station aufgeräumt ist, auch als Chirurg einfach mal heimgeht.
Riesen Nachteil ist halt, dass ständig Patienten auf den nächsten Tag verschoben werden. Einmal wegen den ITS-Kapazitäten, dann wegen der 16-Uhr-Grenze und letztendlich weil sowohl die OP-Pflege als auch die Anästhesisten chronisch unterbesetzt sind und viele Krankheitsfälle haben und daher Sääle leerstehen. Es gibt dann auch Fachrichtungen die machen am Vormittag die elektiven Patienten und am Nachmittag die Notfälle und blockieren dann einen kompletten Anästhesisten bis Mitternacht weil man ja Notfälle nicht verschieben kann... Und die anderen Fachrichtungen haben das Nachsehen...
Es ist definitiv nicht alles traumhaft. Aber wir kommen sehr pünktlich raus. Dank der Anästhesisten...
Dieses Prinzip mit "Anästhesisten kümmern sich um ITS-Bett oder der Patient wird nicht operiert" hat sich bei uns deshalb durchgesetzt, weil die Anästhesisten sich auch komplett drum kümmern dass die Patienten im Aufwachraum betreut werden. Und wenn der spät abends nimmer besetzt ist, dann werden die Patienten auf einen Monitorplatz auf der anästhesiologischen ITS gelegt und dort eben von den Anästhesisten weiterbetreut. Bis man die Patienten dann eben wieder auf Normalstation legen kann oder auf eine ITS die mit der Aufwachphase postoperativ weniger Ahnung hat.
Bauchpatienten mit medianer Laparotomie kommen meines Wissens bei uns immer auf eine ITS postoperativ. Auch ohne 3-G-KHK Z.n. 3xSTEMI 2xNSTEMI / COPD / DM / artHT / BMI>35 und was die halt immer so haben.
Ich sage es noch einmal: jeder weiss worauf er sich einlässt wenn man Arzt - und insbesondere Chirurg - ist.
Hier liegt nach meiner Meinung mal wieder der übliche Denkfehler. Kommentare mit "Augen auf bei irgendwas" oder "Man wusste doch vorher ..." zeugen davon, dass die hier diskutierten größtenteils seit langem bestehenden Probleme von vielen Kollegen noch immer nicht gesehen werden.
Man soll akzeptieren, dass die Bedingungen schlecht sind, weil sie schon immer schlecht waren. Dabei wird übersehen, dass die die meisten hier beklagten Probleme nicht mit dem Arztberuf an sich einhergehen, sondern durch schlechte Organisation und Strukturen zustande kommen. Genau aus diesem Grund ließe sich problemlos etwas ändern, wenn die Mehrheit nur den Willen dazu hätte.
Im Vergleich zu den Jahren um 2006 mit den großen Ärztestreiks, die ja auch sehr viel bewirkt habe, beobachtet man Momentan eher Lethargie und ich sehe die Gefahr, dass die damals erstreikten Fortschritte wieder rückgängig gemacht werden (Stichwort: geplante Abschaffung der Tarifautonomie).
Pupskopf
31.01.2014, 20:05
Wo arbeitet ihr eigentlich alle dass man wie hier oder in einem anderen thema auf 50/60/70 h pro Woche kommt? Ich arbeite in der Unfallchirurgie und ich geh eigentlich immer pünktlich nach Hause...
Teilzeit ist doch auch zumindest für die Weiterbildung nur auf begründeten Antrag anrechenbar. Von daher sollte das für kinderlose und gesunde junge Ärzte problematisch sein.
LG
Ally
Ich wollte das, zumindest für die ÄKWL, nochmals unterstreichen. Habe heute die schriftliche Bestätigung bekommen, dass bei mir ein ausreichender Grund (zwei Kleinkinder) vorliegt, aber Teilzeit eben nur auf begründeten Antrag angerechnet wird.
LG
Ally
LÄK Nordrhein ebenso. Zumindest damals, als das für mich Frage kam.
Endlich mal was, was hier irgendwie besser läuft. In der Schweiz muss man (soweit ich informiert bin) mind. 50% arbeiten, damit es angerechnet wird. Warum man weniger arbeitet, ist egal... Kenne einige Leute, die weniger als 100% arbeiten, einfach weil sie es so möchten.
LasseReinböng
06.02.2014, 20:38
Endlich mal was, was hier irgendwie besser läuft. In der Schweiz muss man (soweit ich informiert bin) mind. 50% arbeiten, damit es angerechnet wird. Warum man weniger arbeitet, ist egal... Kenne einige Leute, die weniger als 100% arbeiten, einfach weil sie es so möchten.
Im Ärzteblatt sind mir schon oft 80%-Stellen bei schweizer Inseraten aufgefallen. Liegt sicherlich daran, daß die Regelarbeitszeit in CH ja schon bei 50h/Woche liegt, oder ?
50 Stundenwoche ist, wenn sie nihct nur auf dem Papier steht ja besser als oft hierzulande. Was sind denn da die Regelarbeitsstunden? Sind da dann 55 STunden oder so realistisch oder kommen auch dort dann 20-30 STunden mehr hinzu?
Ansonsten finde ich eine 50h Woche nun nicht so abschreckend, wenn sie iengehalten wird, ist es mir lieber als eine 42h Woche, die nur auf dem Papier steht und bei der alle sagen, dass man sich nicht so anstellen solle, da ja 42 nicht viel seien.
Relaxometrie
06.02.2014, 21:14
Eine ehrliche 50-Stunden-Woche, bei der dann auch nicht erwartet wird, daß man bittedanke doch noch länger bleibt und unbezahlten Überstunden schiebt, finde ich akzeptabel.
Aber wie sieht es in der Schweiz mit Überstunden aus? Gibt es einen planbaren Feierabend?
erdbeersoda
06.02.2014, 21:21
Meines Wissens nach ist teilzeit in bw ohne trifftigen grund möglich. Zumindest steht nichts davon auf der homepage der Ärztekammer und ich kenne auch einige, die 80 oder 90% arbeiten, entweder weil sie es einfach wollen oder weil es in der abteilung halt fast nur teilzeitstellen gibt, um die dienste auf mehrere Köpfe aufteilen zu können.
psycho1899
06.02.2014, 22:41
Eine ehrliche 50-Stunden-Woche, bei der dann auch nicht erwartet wird, daß man bittedanke doch noch länger bleibt und unbezahlten Überstunden schiebt, finde ich akzeptabel.
Aber wie sieht es in der Schweiz mit Überstunden aus? Gibt es einen planbaren Feierabend?
Ich arbeite hier im Schichtdienst... da sind es auch mal 70-80 h in der Woche, aber jede Stunde wird dokumentiert und irgendwann kompensiert.
Das 'Problem' an der 50h Woche ist m.E. eben die Kompensation. Ein Beispiel: 6 Nächte von Di Abend bis Mo Morgen. Macht 75 h (WE sind Nachtschichten länger, was dazu führt, dass man Sa/So 9,5 h Freizeit hat). Wenn man dann Montag heim geht und Donnerstag wieder zum Tagdienst erscheint, hat man mit 3 d Kompensation = 30 h 5 Minusstunden erarbeitet. Bei einer 40 h Woche hätte man bei gleicher Arbeit nach 3 d Kompensation 1 Plusstunde erarbeitet.
Dazu noch 20 d Urlaub... also in D hatte ich mehr Freizeit ;-)
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