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Dr. Jekyll
11.01.2014, 11:47
Aber zu sagen, dass die Löhne in Deutschland generell zu niedrig sind, würde ich so nicht!
4000€/Brutto im ersten Jahr ohne Dienste finde ich soo schlecht jetzt nicht!
Aber gut, vll. bin ich da noch zu sehr oldschool... Ich habe mit 1500€ Brutto angefangen. Und ja, das war schon EURO! Als Vollassi gab es dann 2300€ Brutto, mit Dienste kam man knapp auf 3000-3300€ Brutto. Also ich finde schon, dass man zur Zeit genug verdient. Und wie gesagt, wem die Work-Life-Balance mit einer 100% Stelle nicht zusagt, der hat allemal mit den derzeitigen Löhnen die Möglichkeit zu reduzieren. Ob ich das in der WB machen würde, weiß ich nicht, weil ich ja dann auch deutlich länger zu schlechteren Konditionen arbeiten muss. :-nix

Ludwig der 16. (:-))), 4000€ brutto ist die 95% perzentile auf der lohnskala in deutschland. 94% verdienen weniger.

Die trottel, warum essen die 94% eigentlich keinen Kuchen?

firstdayofwinter
11.01.2014, 11:47
Hm, ich habe "nur" 40 Stunden pro Woche bei 75% gesagt, weil man ja theoretisch weniger als 40h/Woche arbeiten müsste bei 75%, genauso wie ich jetzt eigentlich 40h arbeiten müsste aber 60h arbeiten tu, dachte ich dass das im groben dann die "eigentliche" Arbeitslast bei einer 100% Stelle entsprechen könnte. Ich will ja gar nicht weniger arbeiten als ich soll, ich will nur nicht mehr! :-D Klar dass das im echten Leben nicht hinhaut...

McDreamy
11.01.2014, 11:53
leben können sie. aber wer behauptet denn das pfleger davon gut leben können? und mit gut meine ich eigene wohnung, auto,zwei urlaube im jahr, familie mit zwei kindern. wenn man den leuten das minimalprogramm nicht lässt, dann werden sie irgendwann komisch und gehen auf die barrikaden. den ganzen tag arbeiten, nur um zu überleben? Warum?

kinder sind kein luxus. kinder sind die erfüllung eines lebenszieles. das lebensziel kann doch nicht sein, für 1400€ sich das kreuz als pfleger kaputt zu machen. In was für einer welt lebst du denn? (zumal diese blöde evolution auf kinder ausgerichtet ist und nicht den gesetzen des marktes folgt)

sollen nur noch reiche kinder kriegen? der pöbel bitte nicht fortpflanzen?

aus dir sprechen die feministenklischees "selbsterfüllung durch den beruf" heraus. HAHA
"Anerkennung ist lohn genug. mehr brauchen wir nicht"
(liebe feministen, das könnt ihr natürlich so machen wie ihr es für richtig erachtet)
Kannst ja mal gucken, wie viel wertschätzung du durch deinen arbeitgeber erhälst, wenn
deine arbeitskraft mal ausfällt.


wir werden genauso die "working poor" wie in amerika, die sind uns nur 10 jahre voraus.

unser system ist darauf ausgelegt (und mittlerweile auch die produkte stichwort: obsoleszens) das wir alle paar jahre auch einen neuen golf kaufen oder eine waschmaschine. bloß von welchem geld, wenn am monatsende nichts übrigbleibt?


und ab da beißt sich die marktliberale katze in den schwanz. konsum ohne geld geht leider nicht.

Danke. Genau darum gehts. Wir sollten überhaupt das Maul halten, weil die Hofer-Kassiererin noch viel schlechter dran ist? Sorry, aber genau diese Argumentation spielt den Profiteuren dieses Systems in die Hände (siehe Klinikbetreiber, Großaktionäre, etc.)

Und ja, Brutus, das Geld muss irgendwie erwirtschaftet werden. Aber das wird es ja, es ist nur falsch verteilt.

Dr. Jekyll
11.01.2014, 11:53
löhne usa:

http://acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.de/2010/10/lohnentwicklung-in-den-usa.html

ähnliches gilt für uns in deutschland auch. muss ich auf den nachdenkseiten noch mal raussuchen.
http://http://www.nachdenkseiten.de/

Brutus
11.01.2014, 11:57
genau deswegen hast du 50% abgaben als kinderloser single. es wird was. so langsam blickst du da durch.
Quelle? :-))
Deckt sich nicht so ganz mit meiner Abgabensumme... :-nix


(zumal du mit unbezahlten überstunden, schichtarbeit, etc. ja noch weniger als 50% verdienst.
und dann liebe feuerblick langt der staat ja noch weiter von deinem lieben netto zu: tabaksteuer, mehrwertsteuer, mineralölsteuer, kfz-steuer, hundesteuer, süßstoffsteuer, salzsteuer, leuchtmittelsteuer, etc.)
Unbezahlte Überstunden? Nun ja, wer sich das heute noch bieten lässt, ist selbst Schuld! :-nix
Und zu dem Rest:

http://www.youtube.com/watch?v=mV5r7SwS-YY


am ende hast du nicht für 4000€ gearbeitet, sondern für 800€. Das bleibt nach abzug aller steuern wirklich von deinem netto übrig.
Und nochmal: Quelle? Passt nämlich nicht!


und mit deiner arbeitskrfaft hast du ja nicht 4000€ erwirtschaftet, sondern 8000€, dein arbeitgeber zahlt dir ja nur einen teil davon aus. der rest geht an seinen aktionär und ihn.
Die Argumente kommen vll. am Stammtisch an, aber dadurch werden sie nicht richtiger! Der AG darf nämlich nicht einen unerheblichen Teil noch an Lohnnebenkosten zahlen. Da geht erstmal nix an den Aktionär und den AG. Grob über den Daumen kannst Du auf Deinen Bruttolohn noch einmal diesen Betrag für den AG rechnen, die er noch zusätzlich an Abgaben für DICH hat! Aber es ist ja viel einfacher, irgendwelche Stammtischparolen zu wiederholen! :-nix


von 8000€ bleiben dir am ende real 800€. vom zehnten des bauern als abgabe hin zum zehnten für dich selbst. so funktioniert marktwirtschaft. (direkte und indirekte steuerlast betragen rund 80%)
Den Hinweis auf die fehlende Quellen habe ich ja schon einmal bemängelt... :-nix


und die kunst von arbeitgebern und medien ist es, es hinzukriegen, daß du damit noch zufrieden bist.
Zufrieden ist ja erstmal subjektiv! Zufrieden hat erstmal nur zweitrangig was mit dem Gehalt zu tun. Wenn die Chemie nicht stimmt, dann kann mir alles Geld der Welt die Arbeitstätte nicht schmackhaft machen. Wie oben schon jemand schrieb: wenn die Umstände passen, dann sind 300€ Brutto weniger aufgrund eines anderen TV nicht der Grund, dort nicht anzufangen/zu kündigen... Und was die Medien schreiben glaubt doch heute eh niemand mehr. Siehe SpOn et al... Und zu Gehaltsdebatte in den Medien hatten wir ja nun schon einige Freds und Trolls, die entweder meinen, die Ärzte seien alles arme Schlucker oder einfach nur reiche Bonzen, die das Geld Schubkarrenweise zur Bank bringen oder wahlweise in den Geldspeicher...


ich als arzt in einem 1.Welt Land muß mir das nicht geben. warum auch?
Viel Erfolg bei den Vertragsverhandlungen! Kann ja durchaus Kliniken geben, die Dich AT mit 150000€ bei halber Stelle einstellen. Ich glaube es zwar nicht, aber wenn Du es schaffst... Hut ab! :-nix


Jeder angestellte Klinikarzt unterhalb der hierarchischen Chefarztebene lebt von der Hand in den Mund. Da könnt ihr noch so viele Vergleiche mit Pflegekräften und Taxifahrern anstellen. Wenn ich im europäischen städtischen Umfeld leben und vielleicht sogar noch Kinder haben will, dann reicht das Einkommen gerade mal, um die Raten für das alles zu bezahlen (und ich rede hier NICHT vom Häuschen mit Garten in der Großstadt).
Sag mal, in welcher Welt lebst Du eigentlich? Ich kann jetzt mittlerweile 13 Jahre Berufsleben als Arzt überblicken, davon 10 Jahre als angestellter in einer Klinik -> erst als AiP, dann Assistent und später als FA. Zu mehr hat es (bis jetzt) noch nicht gelangt. :-))
Aber ich habe zu keinem Zeitpunkt von der Hand in den Mund leben müssen! Es war immer soviel vorhanden, dass man auch etwas zur Seite legen konnte. Und meine Anschaffungen incl. Auto habe ich nie irgendwie finanziert. Und wenn ich an einen meiner ersten OÄ denke, der hatte 7 (!) Kinder und eine Ehefrau (Hausfrau!), ein eigenes Haus und trotzdem genug Geld, auch um die Kinder studieren zu schicken... Aber Du hast schon recht, wir nagen alle am Hungertuch und überhaupt...


Sicher, der Rett-ASS und der Taxler können sich halt nur ne WG leisten und müssen beim Sozialmarkt mit Ausweis einkaufen (= per se natürlich ein Skandal, aber um den geht es hier nicht.).
Ich kenne keinen Rettungsassistenten, der in einer WG wohnt, weil er sich nichts anderes leisten kann und beim Sozialmarkt mit Ausweis einkaufen muss. Und glaub mir, ich kenne mittlerweile hunderte Rettungsassistenten, Feuerwehrleute...


Ich wohn vielleicht, wenn ich Glück habe, in einer mit 30 % Anzahlung finanzierten Eigentumswohnung, die ich mit ca. 70 Jahren abbezahlt haben werde u. dann an meine Kinder vererben kann. Finanziell unabhängig macht mich das in keiner Weise, weshalb auch ich von der Hand in den Mund lebe (wenn auch nicht in der WG und sogar mit Auto statt Fahrrad)
Dann machst Du was falsch! Gut, wenn es eine Eigentumswohnung direkt am Stachus oder auf der KÖ ist, dann könnte es sein. Wobei ich dann auch die 30% bemerkenswert finden würde! Für eine "normale" ETW mit 30% Eigenkapital und einem Einkommen als Arzt ist obige Aussage von Dir nicht nachzuvollziehen, es sei denn, Du hast Dich von irgendwelchen Finanzdienstlern beschie$$en lassen! :-nix


Wenn ihr schon immer alles in Relation sehen u. dadurch rechtfertigen wollt, dann müsst ihr auch Vergleiche nach oben anstellen: Willkommen in der Welt der Großaktionäre, Konzerneigentümer und Finanzmanager... Fakt ist, dass so ziemlich alle Angestellten (mit einzelnen wenigen Ausnahmen auf der Top-Management-Ebene) von der Hand in den Mund leben. Und das ist ja auch gut so, zumindest für die Konzerne, die ja von diesem Umstand mehr als ausgezeichnet leben.
Und auch wenn Du es noch so oft wiederholst, es wird dadurch nicht richtiger! Dass es den (meisten) Konzernen gut geht, und dies natürlich auch aufgrund der guten Arbeit der Angestellten ist völlig richtig. Und auch, dass die ja gut auch mehr ausschütten könnten an die Belegschaft. Aber dass der Ottonormalangestellte nur von der Hand in den Mund lebt.... aber ich wiederhole mich... :-nix

PsychoFan
11.01.2014, 12:14
Finde die Diskussion interessant. Aus eigener Erfahrung als Voll- und Teilzeitangestellter kann ich nur noch ergänzen, dass seit der Stundenreduzierung meine Lebenskosten deutlich _gesunken_ sind. Man hat halt Zeit statt des ungesunden Kantinemittagsessens sich ein gesünderes Mittagessen zu gönnen. Schon alleine die Ersparnis an Cola, Schokoriegeln, Dönern etc. . macht mehrere Euro aus, die man anderweitig ausgeben kann. Ganz abgesehen davon, dass es mir gesundheitlich besser geht, seitdem ich mich normal ernähren und in der Nacht ausschlaffen kann.

Für mich ist der Zugewinn an Lebensqualität bei 6 statt 8 Stunden Arbeitszeit gewaltig. Auch im Winter bekomme ich die Sonne zu sehen, es fällt mir leichter mich um 16.00 Uhr zum Fitnesstudio zu motivieren als um 18.00 Uhr. Seit der Stundenreduktion bin ich im Durchschnitt 1 Tag im Jahr krank, früher - im Durchschnitt 2-3 Wochen.

Bei finanziellen Billanzen sollte man nicht nur die Einnahmen, sondern auch die Ausgaben miteinkalkullieren. Und die Gesundheit wirkt sich nun mal auf beides aus. Unterm Stricht bleibt der Überschuss grösser, wenn ich bis zur Altersrente in der Lage bin 3/4 eines Arztgehaltes zu verdienen, als wenn ich mit 50 ausgebrannt nicht mehr in der Lage bin, den Beruf auszuüben. Zumal man gerade als im berufsständischem Versorgungswerk zwangsrentenversicherter Arzt im Gegensatz zu den genannten Pfegekräften, Büroangestellten etc. die Möglichket NICHT hat, in EU-Rente zu gehen, wenn man seinen bisherigen Job aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist auszuüben. Eine Reha kostet auch viel mehr als die Zuzahlung bei gesetzlich rentenversichert.

Jan B.
11.01.2014, 12:20
Um das Geld muss man doch nicht so viel diskutieren. Als Assistensarzt mit überdurchschnittlicher Arbeitszeit verdient man sicherlich ein etwas überdurchschnittliches Gehalt. Nimmt man mal das Grundgehalt (für 40-42h) als Maßstab, liegt man in etwa bei dem, was auch andere Akademiker bekommen. Berücksichtigt man die hohe Verantwortung, die unregelmäßigen Arbeitszeiten mit Nacht- und Wochenendarbeit und das lange Studium, ist das Gehalt nicht luxuriös, aber von der Hand in den Mund lebt man auch keineswegs. Ich denke das würden die meisten so unterschreiben.

Der Vergleich mit mies bezahlten und schlecht behandelten Berufsgruppen (Krankenpfleger/Textilnäher) führt in der Diskussion nicht weiter.

Ursprüglich ging es in diesem Thread doch gar nicht ums Geld, sondern um die Forderung, die Arbeitszeit mäßig zu reduzieren, auf vielleicht 35-40h. Dafür darf man natürlich nicht das gleiche Geld fordern, wie zuvor mit zehn Diensten im Monat. Aber auch mit einem fairen Grundgehalt könnten die meisten doch ein gutes Leben führen und wer mehr Geld braucht kann ja auch gerne zwei Wochenenden pro Monat freiwillig extra machen. Das von McDreamy genannte Problem mit steigenden Kosten fürs Wohnen ist zwar massiv, seine Ursache liegt in meinen Augen aber nicht in zu geringen Gehältern, sondern daran, dass mit dem menschlichen Grudnbedürfnis "Wohnen" zu viel Spekulation und Renditesteigerung betrieben wird.

Thomas24
11.01.2014, 12:30
Einige der bislang gemachten Kommentare hinterlassen mich echt etwas Sprach- und Ratlos.

Wenn Angehörige der mittleren -bzw. oberen Mittelschicht mit hochqualifizierten Berufen sich teilweise darüber auslassen, dass Arbeitszeiten von 40 Wochenstunden evtl. zu viel seien, oder die Einkommensverteilung zu ungerecht, um dann irgendwas über die Vermögensverhältnissen von Konzernmanager oder Klinikeigentumer zu schwadronieren, dann fühlt man sich in ein Jugendcamp von ATTAC und Konsorten versetzt. Ich warte noch darauf, dass irgendjemand das Bedingungslose Grundeinkommen in den Raum wirft :D

Vielmehr besteht das Problem darin, dass aus der vertraglich vereinbarten 45h Woche gerne mal eine 60 h Woche wird, oder in der Art und Weise wie durch zunehmende Arbeitsverdichtung (Verkürzung der Liegedauern etc.) die Gesundheit der Patienten und Mitarbeiter fahrlässig, manchmal sogar vorsätzlich gefährdet wird, dass es die Weiterbildung zu oft zu unstrukturiert oder als unsupervidiertes "learning by doing" stattfindet etc.

Aber "von der Hand" in den Mund leben und so... noch nicht mal als AiP musste ich von der Hand in den Mund leben (damals mit 1.200 Eur brutto).

test
11.01.2014, 12:31
Aber genau da liegt doch das Problem. Zu sagen, viele Leute verdienen nur 1400 Euro netto im Monat und müssen damit zurecht kommen. Diese Löhne sind einer Vollzeitarbeitsstelle einfach nicht angemessen und wenn man das hochrechnet, dann sind generell die Löhne in Deutschland zu niedrig und entsprechend müssten auch Ärzte mehr verdienen. Die guten Gehälter kommen ja nur durch die Mehrarbeit und Ausbezahlung von Diensten zustande. Ansonsten ist 4000 Euro brutto im Monat Grundgehalt nicht überdurchschnittlich viel finde ich dafür, dass man 6-7 Jahre studiert hat. Das verdienen auch andere locker.


Ich bin etwas überrascht über dieses Gebahren, dass sich in letzter Zeit bei jungen Assisten mehrt, die Gehälter seien so schlecht. Vergleicht man die Gehälter von Assistenzärzten in Deutschland mit anderen Ländern, liegen diese ziemlich hoch. Höher als in den USA, als in Frankreich und vielen anderen Ländern. Man sollte vielleicht auch noch einmal kurz daran denken, dass man als Assistenzarzt nicht sofort der Gott in weiß ist, sondern erstmal unter Aufsicht prinzipiell arbeitet und sich weiterbildet. Aber auch da kommen hier sicher gleich wieder die Schreie von Leuten, die bereits als Famulanten ja ganze Stationen alleine betreut haben ;-)
Ich würde da ein wenig auf dem Teppich bleiben und finde auch, dass das Auskommen in der FA Ausbildung in ORdnung ist. Finde es aber sehr nachvollziehbar nicht illegale Dienstmodelle/Überstundenschieberei usw.. zu tolerieren. Jetzt aber mit Forderungen anzukommen als Assistenzarzt mit 20h Woche mehr verdienen zu wollen als aktuell mit 40h das ist schon etwas größenwahnsinnig.

Man sollte sich vor Augen halten, dass es ja auch auf die berufliche Perspektive ankommt. Wenn man Facharzt ist, sehen die Möglichkeiten in sehr vielen Fächern (Augen auf bei der Fachwahl) deutlich besser aus. In sehr vielen Fällen kann man sich entscheiden entweder viel (mit höherem Gehalt) oder weniger (mit entsprechend niedrigerem, aber immer noch gutem Gehalt) zu arbeiten. Es gibt durchaus nicht wenige, die auch in der Niederlassung 20-30h/Woche arbeiten und ein Auskommen oberhalb eines Klinikgehaltes haben. :-nix Alternativ kann man auch als FA / OA Teilzeit arbeiten oder eben als Honorararzt seine Zeit flexibel einteilen. Aber am Ende der Rechnung wird immer übrig bleiben mehr Arbeit = mehr Geld, weniger Arbeit = weniger Geld. Und hier muß jeder selbst die Gleichung so ausrichten, wie es für ihn/sie wichtig ist. Denn, wie bereits gesagt, leben kann man von einem Teilzeitgehalt auch, man kann dann nur halt nicht unbedingt 2 mal im Jahr auf die Seychellen und Porsche fahren. :-nix

Dr. Jekyll
11.01.2014, 12:32
@ Brutus:

hat der liebe oberarzt mit den 7 kindern auch seine kinder mal gesehen? Am Tage? Hat er vll. vorher reich geerbt?

diese umstände spielen doch auch eine rolle.


meine nachbarn sind beides ärzte, die haben ihre kinder nie gesehen, die wurden von der oma aufgezogen. Und was jetzt brutus? Weil es einen oberarzt mit 7 kindern gab sind die löhne der menschen auf einmal fair? diskussion auf kinderniveau.
einzelbesipiele auf ganze berufsgruppen ausweiten.



Du hast ja die 8000€ pro Arbeitnehmer als erwirtschaftetes Gehalt als Stammtischgequatsche dargestellt.


BMW hat 2012 8 Milliarden (!!!) Euro Gewinn gemacht. Mitarbeiter gab es 106.000.

Das sind pro Mitarbeiter 75471€ Gewinn pro Mitarbeiter pro Jahr. Gewinn, das heißt, deine heißgeliebten Lohnnebenkosten
sind da schon abgezogen! Das sind 6300€ Gewinn pro monat pro eingestellter Arbeitskraft.

Wenn man bedenkt, dass sich vom Einkommen BMWs Manager und Shareholder (woebei sie gleichzeitig nichts produzieren) per Gehälter exorbitant bedienen und der Großteil der Monteure, Schweißer etc. so gut wie alles produzieren, (nämlich die Autos)
kann man 8000€ Gewinn (der Monatslohn pro Arbeiter ist da schon draussen-> Gewinn) pro einfachem Arbeiter ausgehen.

Wenn man dir als Schweißer 3000€ Brutto auszahlt, plus 1500 Lohnnebenkosten plus 8000€
Gewinn jeden Monat erwirtschaftet der Schweißer pro Monat 12500€ im Monat.

Hey Brutus, kannst das ja mal für einen Arzt ausrechnen, dessen Helioskliniken seinen Anlegern 15% rendite im Jahr versprechen.

Thomas24
11.01.2014, 12:35
Ja, die Familie Quandt hat im letzten Jahr über 600 Mio Euro an Dividenden bekommen.

Und? Sollen Sie doch.

Porsche und co haben ihren Mitarbeitern nicht unerkleckliche Gewinnbeteiligungen gezahlt, wo ist das Problem?

Dr. Jekyll
11.01.2014, 12:51
Ja, die Familie Quandt hat im letzten Jahr über 600 Mio Euro an Dividenden bekommen.

Und? Sollen Sie doch.

Porsche und co haben ihren Mitarbeitern nicht unerkleckliche Gewinnbeteiligungen gezahlt, wo ist das Problem?



sollen sie kuchen fressen, wenn es kein brot mehr gibt. sollen sie doch.

sollen sie ihre kinder in die ganztagsschule mit abendbetreuung geben. sollen sie doch. kann man gleich noch den zweitjob abends annehmen.

prinzipiell gebe ich dir sogar recht, thomas. sollen sie doch.

familie quandt baumelt irgendwann an der laterne, das ist der haken an der sache, wenn es in unserer gesellschaft so weitergeht.

in griechenland wird das parlament schon von blackwater-ablegern geschützt.

auch wenn wir beide die weisheit mit löffeln gefressen haben, mit der einstellung kommst du nicht weit.

Strodti
11.01.2014, 13:04
Ich verstehe deinen aggressiven Ton nicht. Natürlich müssen wir uns für unsere Arbeitsbedingungen einsetzen, aber es ist halt unglaubwürdig wenn Arbeitnehmer, die zu den 10% der Spitzenverdiener zählen, von Hungerlöhnen sprechen.

Evil
11.01.2014, 13:07
Jetzt weiß ich, warum der Winter dieses Jahr so warm ist. Bei der vielen heissen Luft die hier produziert wird...

MissGarfield83
11.01.2014, 13:09
40h/Woche sind sicherlich nicht zuviel verlangt die Bezahlung dafür ist auch mehr als in Ordnung. Was mich eher wurmt und ich gerade bei meiner Partnerin erlebe, dass es sich Chefs heutzutage noch leisten können zu sagen " Wie Überstunden? Werden nicht aufgeschrieben, also haben wir keine" und die Personalplanung darauf fußt, dass Assistenten ja eh unbezahlte, nicht ausgleichbare Überstunden leisten. ( So mitbekommen in einem Nischenfach in v.a. kirchlichen Häusern )

Wer weniger als die 40h arbeiten will, soll sich ne 75% oder 50 % Stelle suchen - ist nur die Frage ob man die als Anfänger so problemlos bekommt. Aber auch hier gilt - weniger Arbeit, weniger Gehalt. Ob das was am Ende rauskommt einem selbst reicht, kann man nur selber beantworten. Wem es nicht reicht sollte halt mehr arbeiten gehen.

CD95
11.01.2014, 13:19
Bei uns geht der Dienst von 8h Tag 1- 16.30h Tag 2 .Danach kein Freizeitausgleich. Willkommen in der 40 Stunden Woche...:-nix

Feuerblick
11.01.2014, 13:22
Mooooooment... dein Dienst geht über 32,5 Stunden?? Als Bereitschaftsdienst????? Oder ist das nur ein Rufdienst? Da würde ich aber mal das Arbeitszeitgesetz raussuchen :-nix

Dr. Jekyll
11.01.2014, 13:33
Jetzt weiß ich, warum der Winter dieses Jahr so warm ist. Bei der vielen heissen Luft die hier produziert wird...

du bist ein ganz schlauer.

hier kannst du mal sehen was uns menschen in europa erwartet, das ist der vorgeschmack dazu.

http://www.wsws.org/de/articles/2013/02/grie-f07.html


unsere ganzen errungenschaften und freiheiten, wofür so viele leute ihr leben lassen mussten, werden im namen der marktwirtschaftlichkeit abgeschafft. stück für stück.


"Als sie die Kommunisten geholt haben,
hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten geholt haben,
hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Juden geholt haben,
hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Jude.

Als sie mich geholt haben, war niemand mehr da der hätte etwas sagen können.

Martin Niemöller"


Wir solten jetzt das Maul aufreißen, jetzt haben wir noch die Chance. Auch wenn es ein bißchen nach attac klingt, thomas.


Warte mal Evil, bis sich keiner mehr die Krankenkasse leisten kann. Wer zahlt dann dein Gehalt?
Und wie wärmst du dich dann im Winter? Mit deiner eigenen heißen Luft?

CD95
11.01.2014, 13:36
Das ist Bereitschaftsdienst mit Anwesenheit. Da in der Nacht meist nicht ganz so viel los ist( Manchmal ist aber auch die Hölle los) wird es so gewollt, dass man am nächsten Tag brav die normale Stationsarbeit verichtet. D.h. man hat den Notfallfunk von 8-8 Uhr und ist für die Neuro/ Psych., Innere und Ortho verantwortlich. Dann wird der Funk an den nächsten Diensthabenden weitergereicht.

CD95
11.01.2014, 13:38
"Als sie die Kommunisten geholt haben,
hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten geholt haben,
hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Juden geholt haben,
hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Jude.

Als sie mich geholt haben, war niemand mehr da der hätte etwas sagen können.

Martin Niemöller"

:-top Traurig, aber wahr!