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JazzKo
23.03.2015, 21:13
Meinst Du diesen Link Nickel1992??

http://www.sueddeutsche.de/bayern/hochschulen-im-freistaat-was-bayern-fuer-doktoranden-tun-will-1.2400796

KalleTheDog
26.03.2015, 09:04
Ich habe in dem Fall mal mit einer Doktorandin aus München gesprochen. Sieht wohl so aus als sei die Lösung, dass viele Doktoranden Stellen jetzt einfach platzen, weil die Öffentlichkeit auf die Zustände aufmerksam gemacht wurde und somit keiner mehr unter Mindestlohn arbeiten darf. Jetzt kann sich wohl kaum ein Institut noch Doktoranden leisten und die Klinikdienste können nicht mehr vollständig abgedeckt werden. Scheint richtig böses Blut gerade zu geben in München und die Gelackmeierten sind die Doktoranden, die schon ewig viel Zeit in ihre Arbeit gesteckt haben.

Ähnlich ging es auch den Famulanten in Giessen. Allerdings hing bei denen zum Glück nicht so viel hintendran.. furchtbar alles.

Das schlimmste ist, dass bei den Demos für eine bessere Hochschulfinanzierung gerade mal 500 Leute auf der Straße waren :-(

DrJoa
26.03.2015, 12:28
Ich habe in dem Fall mal mit einer Doktorandin aus München gesprochen. Sieht wohl so aus als sei die Lösung, dass viele Doktoranden Stellen jetzt einfach platzen, weil die Öffentlichkeit auf die Zustände aufmerksam gemacht wurde und somit keiner mehr unter Mindestlohn arbeiten darf. Jetzt kann sich wohl kaum ein Institut noch Doktoranden leisten und die Klinikdienste können nicht mehr vollständig abgedeckt werden. Scheint richtig böses Blut gerade zu geben in München und die Gelackmeierten sind die Doktoranden, die schon ewig viel Zeit in ihre Arbeit gesteckt haben.

Ähnlich ging es auch den Famulanten in Giessen. Allerdings hing bei denen zum Glück nicht so viel hintendran.. furchtbar alles.

Das schlimmste ist, dass bei den Demos für eine bessere Hochschulfinanzierung gerade mal 500 Leute auf der Straße waren :-(

es hat halt alles immer zwei seiten. aber dann müssen sie andere möglichkeiten schaffen, wie man das mit den doktorarbeiten hinkriegt. beispielsweise ne unbezahlte doktorarbeit, sodass man da auch nicht nebenbei in der klinik arbeiten muss (außer für seine doktorarbeit), sodass man wenigstens zeit für nen nebenjob oder so hat. aber es kann doch nicht sein, dass man da ackert und ackert und man kriegt nichts dafür...

das mit der demo finde ich auch traurig. aber das ist ja leider oft so: alle beschweren sich, aber keiner will sich für ne besserung einsetzen :/

JazzKo
28.03.2015, 19:44
es hat halt alles immer zwei seiten. aber dann müssen sie andere möglichkeiten schaffen, wie man das mit den doktorarbeiten hinkriegt. beispielsweise ne unbezahlte doktorarbeit, sodass man da auch nicht nebenbei in der klinik arbeiten muss (außer für seine doktorarbeit), sodass man wenigstens zeit für nen nebenjob oder so hat. aber es kann doch nicht sein, dass man da ackert und ackert und man kriegt nichts dafür...

das mit der demo finde ich auch traurig. aber das ist ja leider oft so: alle beschweren sich, aber keiner will sich für ne besserung einsetzen :/

Aber unbezahlt kann ja auch keine Lösung sein! Wann willst Du denn dann Zeit in Deine Doktorarbeit investieren, wenn Du arbeiten musst um zu überleben. Mit nem 400 Euro Nebenjob kommst Du ja dann auch net weit :-(

Viehdoc
06.04.2015, 09:32
Aber unbezahlt kann ja auch keine Lösung sein! Wann willst Du denn dann Zeit in Deine Doktorarbeit investieren, wenn Du arbeiten musst um zu überleben. Mit nem 400 Euro Nebenjob kommst Du ja dann auch net weit :-(

Naja ich denke schon, dass es ein Unterschied ist, ob du verpflichtet bist, in der Klinik 40 Stunden die Woche für nen Hungerlohn mitzuarbeiten, oder ob du sagst du gehst 20 Stunden für einen angemessenen Stundenlohn jobben. Die Zeit fehlt dir so oder so für die Doktorarbeit.

DrJoa
07.04.2015, 18:34
Naja ich denke schon, dass es ein Unterschied ist, ob du verpflichtet bist, in der Klinik 40 Stunden die Woche für nen Hungerlohn mitzuarbeiten, oder ob du sagst du gehst 20 Stunden für einen angemessenen Stundenlohn jobben. Die Zeit fehlt dir so oder so für die Doktorarbeit.

ja so hatte ich das auch gedacht... die jobs in den kliniken sind ja schon echt zeitaufwänding, zumindest was man so hört. kommt halt drauf an, ob einem das was bringt für die doktorarbeit, kann ich mir aber nur bei wenigen sachen vorstellen

Nickel1992
08.04.2015, 11:30
Hmm aber dann kann man doch schonmal ein bisschen praktische Erfahrung sammeln oder nicht? Sieht doch bestimmt besser aus, als irgendein Nebenjob...

JazzKo
08.04.2015, 18:06
Hmm aber dann kann man doch schonmal ein bisschen praktische Erfahrung sammeln oder nicht? Sieht doch bestimmt besser aus, als irgendein Nebenjob...

Als fertiger Tierarzt? Dann lieber als Famulant während dem Studium. Wenn ich fertig bin, würde ich schon gerne angemessen bezahlt werden.

Viehdoc
09.04.2015, 11:33
Das denk ich mir halt auch... das, was die Interns lernen, sollte man finde ich eigentlich im praktischen Jahr lernen. Auch wenn das leider meist nicht der Fall ist :/.
Hab mir auch sagen lassen, dass die Tierärzte "draußen" auch ungern Leute nehmen, die als Intern an der Uni waren... weiß nicht ob das jeder denkt, aber einige wohl schon.

KalleTheDog
09.04.2015, 12:31
Das denk ich mir halt auch... das, was die Interns lernen, sollte man finde ich eigentlich im praktischen Jahr lernen. Auch wenn das leider meist nicht der Fall ist :/.
Hab mir auch sagen lassen, dass die Tierärzte "draußen" auch ungern Leute nehmen, die als Intern an der Uni waren... weiß nicht ob das jeder denkt, aber einige wohl schon.

Ernsthaft??? Dachte immer ein Intershop wäre eine gute Eintrittskarte?!?! Oo...

Elvira93
10.04.2015, 10:32
Ich frag mich halt, wozu man überhaupt ein Internship macht? Ist das nicht das gleiche wie eine Assistenzstelle?

JazzKo
10.04.2015, 15:11
Die meisten Internships, über die ich mich bisher informiert habe bestehen aus einem festen Lernplan, den man abarbeitet. Bei einer Freundin von mir fängt das jetzt im Kleintierbereich tatsächlich mit Dingen wie Blut nehmen und Braunüle schieben an und endet mit eigenen Operationen.

Sinn und Zweck der Sache ist es nach einem Jahr (sofern das die festgelegte Dauer ist) eine Art Grundausbildung im praktischen Arbeiten vorweisen zu können. Deshalb war das für mich auch immer recht positiv zu sehen.

Wenn man an der Uni "Karriere" machen möchte und den internationalen Weg via Residency gehen möchte ist ein Intershop oftmals Voraussetzung dafür. Allerdings höre ich von diesem Werdegang v.a. im Kleintierbereich nicht viel gutes von denen die dieses Weg gehen. Würde mich echt freuen mal was von Ehemaligen oder derzeitigen Absolventen zu hören.

MareikeW
10.04.2015, 15:18
Ich habe bisher noch gar keine Leute kennengelernt, die ein Internship machen. Ich kenne allerdings auch nicht besonders viele fertige Tierärzte ;-)

Gibt es dazu irgendwann mal eine Infoveranstaltung?

JazzKo
11.04.2015, 12:02
In Gießen macht das einmal im Jahr der TVD. Irgendwo hier gibt es einen separaten Post dazu. Die Touren eigentlich an jedem VetMed Campus vorbei. Schau mal auf der Homepage.

MareikeW
11.04.2015, 21:28
Irgendwie finde ich zu dem Thema dort nichts. Bin ich zu doof? *AmKopfKratze*

Viehdoc
13.04.2015, 20:11
Also bei uns in Hannover gabs meiner Meinung nach dazu keine Infoveranstaltung. Aber die Internships sind auch seeehr begehrt, zumindest in der Pferdeklinik. Aber glaub mir, wenn du ne solide Assistenzstelle "draußen" findest, lernst du da sehr viel mehr.
Und wenn ich das richtig mitbekommen habe, dürfen die in der Pferdeklinik als Interns ganz sicher nicht selber operieren, das darf man dann erst während des Residency-Programms. Die meisten von den Interns meinten sogar, sie würden es sich nicht zutrauen, draußen in ner Fahrpraxis zu arbeiten, weil man da ja so viele Fehler machen kann... Fehler kann man überall machen, aber ich hab das Gefühl an der Uni reden sie einem gerne ein, dass man soooo viel falsch machen kann, blabla.
Also zu mir meinte halt der eine Praktiker, dass er findet, dass Leute, die von so einer Ausbildung kommen oft sehr festgefahren sind und mit dem Arbeiten "im Feld" gar nicht klarkommen. Der hat sich teilweise totgelacht darüber, was die für Sachen in der Klinik machen und was für Meinungen die zu manchen Dingen haben (zum Beispiel, dass man Gelenksinjektionen eigentlich nicht draußen im Stall machen sollte und so...).

Muss halt jeder selber wissen, aber wenn man später draußen arbeiten möchte, ist man sicherlich mit ner guten Assistenzstelle besser bedient, weil man es da einfach gleich so lernt, wie es dort gemacht wird und nicht mit Schicki-Micki-Uni-Ausrüstung ;).
Hab heute grad erst mit einer gesprochen, die erst als Intern an der Rikli war und jetzt seit 3 Monaten hier arbeitet und sie meinte, dass ihre Kollegin, die im gleichen Semester war und gleich in der Praxis angefangen hat, schon sehr viel mehr weiß und viel selbstständiger arbeiten kann.

JazzKo
13.04.2015, 21:54
Also bei uns in Hannover gabs meiner Meinung nach dazu keine Infoveranstaltung. Aber die Internships sind auch seeehr begehrt, zumindest in der Pferdeklinik. Aber glaub mir, wenn du ne solide Assistenzstelle "draußen" findest, lernst du da sehr viel mehr.
Und wenn ich das richtig mitbekommen habe, dürfen die in der Pferdeklinik als Interns ganz sicher nicht selber operieren, das darf man dann erst während des Residency-Programms. Die meisten von den Interns meinten sogar, sie würden es sich nicht zutrauen, draußen in ner Fahrpraxis zu arbeiten, weil man da ja so viele Fehler machen kann... Fehler kann man überall machen, aber ich hab das Gefühl an der Uni reden sie einem gerne ein, dass man soooo viel falsch machen kann, blabla.
Also zu mir meinte halt der eine Praktiker, dass er findet, dass Leute, die von so einer Ausbildung kommen oft sehr festgefahren sind und mit dem Arbeiten "im Feld" gar nicht klarkommen. Der hat sich teilweise totgelacht darüber, was die für Sachen in der Klinik machen und was für Meinungen die zu manchen Dingen haben (zum Beispiel, dass man Gelenksinjektionen eigentlich nicht draußen im Stall machen sollte und so...).

Muss halt jeder selber wissen, aber wenn man später draußen arbeiten möchte, ist man sicherlich mit ner guten Assistenzstelle besser bedient, weil man es da einfach gleich so lernt, wie es dort gemacht wird und nicht mit Schicki-Micki-Uni-Ausrüstung ;).
Hab heute grad erst mit einer gesprochen, die erst als Intern an der Rikli war und jetzt seit 3 Monaten hier arbeitet und sie meinte, dass ihre Kollegin, die im gleichen Semester war und gleich in der Praxis angefangen hat, schon sehr viel mehr weiß und viel selbstständiger arbeiten kann.

Das macht doch mal Mut. Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht in meinen Praktika. Ob es die Diagnostik ist, die Therapie und die Mittel der Wahl.. an der Uni lernt man schnell Dinge als gegeben hinzunehmen bzw. zu glauben, dass alles "gepredigte" in Stein gemeißelt ist. Ist man dann erst mal "draußen", wie Du so schön sagst, und man lernt was es heißt zu improvisieren und mit welch einfachen Methoden manchmal katastrophal gesagte Szenarien ein Leichtes sein können, fängt der Spaß an der Medizin erst richtig an. Jetzt muss ich nur noch den Spagat schaffen zwischen einer soliden praxisnahen Fachspezialisierung und einem theorielastigem, jedoch international anerkannten Titel? gnampf…..

DrJoa
14.04.2015, 12:08
das reizt mich auch besonders dara, dass man draußen mit wenig mitteln viel erreichen kann. aber ich kann mir gut vorstellen, dass die kliniken meinen, dass draußen alles schlechter ist, die haben ja auch enorme diagnostik-möglichkeiten...

MareikeW
14.04.2015, 22:27
das reizt mich auch besonders dara, dass man draußen mit wenig mitteln viel erreichen kann. aber ich kann mir gut vorstellen, dass die kliniken meinen, dass draußen alles schlechter ist, die haben ja auch enorme diagnostik-möglichkeiten...

Leider wird oft vor lauter Diagnostik das eigentliche Problem übersehen. Ich finde es ja gut, dass sämtliche Differentialdiagnosen abgeklärt werden, aber manchmal tun mir die Besitzer einfach nur leid. Gerade bei älteren Menschen, die die Klinik als das Non-Plus-Ultra sehen und gar nicht wissen, dass sie meist "Anfänger" vor sich stehen haben und dann Tausende von Euro blechen müssen für einen Hund zu deren Euthanasie jeder Praktiker mit Verstand raten würde. Das macht mich manchmal sehr traurig.

Nickel1992
15.04.2015, 10:56
Ja das finde ich dann auch nicht in Ordnung. Diagnostik hin oder her, ein guter Tierarzt sollte auch einschätzen und vermitteln können, wann es einfach keinen Sinn mehr macht...