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Feuerblick
28.03.2015, 11:29
Ich (persönlich) empfinde solche Schweigeminuten als reine Effekthascherei :-nix
Was meinst du denn genau, feuerblick? Die Echoverleihung habe ich nicht gesehen. Aber komplett ignorieren wäre auch nicht gegangen.
Ebenso ist es normal, dass Politiker sich äußern und zu Trauerfeiern gehen. Sie können es auch nicht ignorieren. Angela Merkel (eigentlich alle Politiker) kam mir auch ehrlich betroffen vor. Da jetzt nur Publicity unterstellen zu wollen... Das sind auch Menschen, die oft fliegen, die Kinder haben, die vielleicht einen Austausch machen, die dort in den Ferien waren...
ich sehe das so wie feuerblick.
edit: bezog sich auf den Beitrag 2923
Ich (persönlich) empfinde solche Schweigeminuten als reine Effekthascherei :-nix
Ich z.B. empfinde sowas als Respekt. Genau wie die Flaggen auf Halbmast. Das ist eben das, was ein Staat tun kann.
Kackbratze
28.03.2015, 11:39
Schweigeminuten und Fahnen sind ein Ausdruck von Trauer. Sicherlich nicht Jedermanns Sache, aber ein Weg. Die "Trauerklatscherei" wie sie sich in Fussballstadien gerade etabliert ist eine Art wie der "Fussball-Mob", der nur klatschen kann, in seiner Art den Verstorbenen gedenkt.
Ich finde, dass man daran sehen kann, wie jede Gruppe individuell versucht den Verlust greifbar zu machen.
Jeder trauert anders. Die Arten, wie sie öffentlich "dar- und angeboten" werden finde ich okay. Nicht gut (das ist meine individuelle Meinung, aber die zählt in so einer Situation nicht), aber okay.
Die Pietätlosigkeit der Medien mit Witwenschüttlern, Effekthascherei und teilweise forcierter nichtssagender Berichterstattung empfinde ich wesentlich abstossender.
:-meinung
Feuerblick
28.03.2015, 11:40
Flaggen auf Halbmast finde ich in Ordnung. Aber dieses "Wir machen jetzt einen auf große Trauer, zünden nen Haufen Kerzen auf der Bühne an und lassen zur Schweigeminute ne Geigerin was Trauriges spielen" ist für mich Effekthascherei. Niemand von denen vor Ort dürfte persönlich irgendeinen nahen Angehörigen oder engen Bekannten verloren haben. Dieses öffentliche Trauern um unbekannte Menschen jenseits einer allgemeinen Betroffenheit empfinde ich als befremdlich... :-nix Aber das mag Ansichtssache sein.
@Kackbratze: Ich frage mich halt, wo in Stadien und beim Echo der "persönliche Verlust" gewesen sein soll. Nur weil die meisten schon mal im Flieger gesessen haben? Nur weil Deutsche dabei waren?
Miss_Verständnis
28.03.2015, 11:40
Sicherlich ist es etwas anstrengend, dass im TV nur noch über Germanwings berichtet wird und ich finde es auch schrecklich, wenn die Angehörigen gezeigt werden oder ander private Dinge. Richtig pietätlos wäre es aber doch, wenn am Tag nach dem Unglück schon das normale Tagesgeschäft angesagt wäre und kaum noch ein Wort über den Absturz verloren werden würde. Das würde dieser ganzen Tragödie und dem großen Unglück, dass sie über 150 Familien gebracht hat niemals gerecht werden. Wenn etwas so unfassbar ist, dann braucht es einfach auch Zeit und Raum um verarbeitet zu werden.
Rhiannon
28.03.2015, 11:41
Ich bin jetzt nicht persönlich betroffen - zum Glück. Aber der Cousin einer guten Bekannten war im Flugzeug und zumindest diese Familie findet das tröstlich, dass es zB sowas wie die Schweigeminuten gab. Auch wenns nur was symbolisches ist, aber sie empfinden das Innehalten und diesen kurzen Moment des Gedenkens als hilfreich. Weiß nicht, wie ichs genauer beschreiben soll. Sie meinte halt, es tut irgendwie der Seele gut, dass man sich in seinem Verlust unterstützt fühlt.
Hab aber auch ne Freundin, die froh ist, gerade in Elternzeit zu sein. Sie arbeitet sonst im Special Assistance Team der Lufthansa und ihre Kollegen sind da jetzt im Einsatz. Aber sie ist selber so geschockt, dass sie meinte, sie ist wirklich froh, jetzt nicht funktionieren zu müssen.
Gast26092018
28.03.2015, 11:43
Ich finde es gut, dass die Politiker dieses Landes an Trauerfeiern teilnehmen und die Fahnen im ganzen Land auf halbmast gesenkt werden...es war schleßlich eine Tragödie hohem ausmaßes. Es ist wichtig, dass man gedenkt und für kurze Zeit inne hält...es hätte schließlich jeden von uns treffen können.
Aber ich meide ab jetzt auch Nachrichtensendungen, die kann ich auch nicht mehr sehen...
Feuerblick
28.03.2015, 11:46
Sicherlich ist es etwas anstrengend, dass im TV nur noch über Germanwings berichtet wird und ich finde es auch schrecklich, wenn die Angehörigen gezeigt werden oder ander private Dinge. Richtig pietätlos wäre es aber doch, wenn am Tag nach dem Unglück schon das normale Tagesgeschäft angesagt wäre und kaum noch ein Wort über den Absturz verloren werden würde. Das würde dieser ganzen Tragödie und dem großen Unglück, dass sie über 150 Familien gebracht hat niemals gerecht werden. Wenn etwas so unfassbar ist, dann braucht es einfach auch Zeit und Raum um verarbeitet zu werden.
Zwischen beiden Extremen ist aber viel Platz für angemessene Berichterstattung und meinetwegen auch für öffentliches Mitgefühl.
@Daiz: Und was bitten konnten und wollten die Damen dort ausrichten? Zu einem Zeitpunkt, wo noch nicht mal Angehörige dort waren, denen man sein Beileid hätte ausdrücken können? Dieser politische Katastrophen-Tourismus ist meiner Ansicht nach komplett überflüssig und der Tross an Security und Co. stört eher die Menschen, die da ihren Job tun müssen.
Kollektiv betroffen sein... joa...meinetwegen. Aber tut es Not, dass Hinz und Kunz öffentlichkeitswirksam Trauerminuten abhalten? Das mit eurer Kirche ist defintiv was anderes, da ging es um Menschen, die Teil der Gemeinde waren. :-meinung
Man kann es nie allen Recht machen.
Kackbratze
28.03.2015, 11:59
@Feuer: In Stadien werden ja verstorbene Idole betrauert. Da liegt ja ein persönlicher Verlust vor.
Was Echo, Wetten dass und Co anbetrifft, die Schweigeminute ist IMHO okay. Geigengedudel und Co empfinde ich auch als Effekthascherei.
ehemaliger User_25062015
28.03.2015, 12:01
Man kann auch einfach mal zeigen "hey wir finden es furchtbar was euren Angehörigen passiert ist und ihr seid in eurer Trauer nicht allein" sowas kann man m.M.n. gut ausdrücken wenn ein ganzes Land mal zur Ruhe kommt für eine Minute und Mitgefühl zeigt. Hat für mich gar nichts mit Effekthascherei zu tun sondern einfach für eine Minute Einigkeit und Verbundenheit zu zeigen.
War nicht beim ECHO Germanwings auch noch einer der Sponsoren? Dann wäre es geradezu ein Faux-pas gewesen, keine Schweigeminute einzulegen.
Allerdings stört auch mich diese Dauerberichterstattung, die Namensnennungen etc. Lasst die Franzosen in Ruhe ermitteln und dann eben einen Abschlussbericht geben, aber do nicht bitte so!
Absolute Arrhythmie
28.03.2015, 15:49
Ich kann diese Art der Berichterstattung aktuell gar nicht ertragen, das stößt mich genau so ab wie die Tat an sich.
Es ist einfach würdelos, die angehörigen nicht in Ruhe trauern zu lassen und Kindern Geld dafür zu bieten, damit sie heimliche Aufnahmen von internen Trauerfeiern machen oder Fotos ihrer Schulkameraden rausrücken.
ehemaliger User_25062015
28.03.2015, 16:08
Das ist wirklich erbärmlich..
Finde ich auch. Fokus online schrieb heute "Der Copilot hatte eine schwere psychosomatische Krankheit" und "Der Namensvetter A.L. könnte deswegen seinen Job verlieren" das ist doch einfach nur zum Kotzen.
*milkakuh*
28.03.2015, 17:47
Gut finde ich die aktuelle Pressemeldung von Germanwings/Lufthansa. Die appelieren an die Medien Angehörige in Ruhe trauern zu lassen und nicht aktiv anzusprechen. Ich hoffe, dass es etwas bringt!
Es ist einfach würdelos, die angehörigen nicht in Ruhe trauern zu lassen und Kindern Geld dafür zu bieten, damit sie heimliche Aufnahmen von internen Trauerfeiern machen oder Fotos ihrer Schulkameraden rausrücken.
Sehe ich genau so.
Dieser Medienzirkus ist einfach nur noch ekelhaft krank und verkommen.
Heute beim Einkaufen gelesen "Jetzt spricht die Ex-Freundin des Amok-Piloten".
Toll. Und sie hat nichts auch nur annähernd produktives beizutragen, was irgendwie dabei helfen könnte, diese Tat begreifbar zu machen.
Aber irgendso ein Journalistoide kann sich einen von der Palme wedeln, dass er sie dazu gebracht hat, ihm ein paar alte Geschichten zu erzählen, die man toll veröffentlichen kann, aber die einfach null mit dem Absturz zu tun haben.
Journalistische Ethik würde hier bedeuten, die Hinterbliebenen in Frieden trauern zu lassen und einfach zu warten, bis der Abschlussbericht fertig ist.
Aber journalistische Ethik interessiert halt bei BLÖD und Konsorten (und immer mehr auch die "seriöseren" Medien) einen Schei**. Es geht nur darum, im Sekundentakt neue "Nachrichten" rauszuhauen, um Quote bzw. Hits zu generieren. Und dabei möglichst öffentlichkeitswirksam die eigene inszenierte Betroffenheit rausrotzen zu können.
Rhiannon
28.03.2015, 18:49
Das Verhalten der Medien hierbei ist nicht neu. Bei uns gabs zu meinen Schulzeiten nen Suizid einer Schülerin, die in nem Abschiedsbrief Lehrer unserer Schule beschuldigt hat und hanebüchenes Zeug geschrieben hat. Am nächsten Tag kroch die BILD, diverse lokale Schmierblätter und TV-Sender ums Schulgelände und hatten es vor allem auf die jüngeren Jahrgänge abgesehen, weil die total überfordert waren mit allem. Ganz übel.
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