Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer reicht die anfechtbaren Fragen ein beim IMPP?



Seiten : 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 [11] 12 13 14 15 16 17

Sonnenschein2015
21.04.2015, 18:29
Denkt ihr wirklich, wir haben Chancen?
Unser Dozent meinte einmal, beim IMPP sitzen vlt 25 Leute, 4-5 Mediziner und der Rest Juristen. Umso erstaunter war ich über die 11 herausgenommenen Fragen im letzten Examen...

ehemaliger User_28042015_1
21.04.2015, 21:00
Mir sind noch einige anfechtbare Fragen eingefallen, wäre sicher gut, wenn noch mehr Leute die bemängeln würden...

1) Tag 2, A82 (Fallstudie Pankreatitis, Frage nach Abbildung 10):
Das Sludge-Phänomen ist eine Mikrozirkulationsstörung (siehe aktueller Psychrembel oder auchhttps://www.tk.de/rochelexikon/ro35000/r35824.000.html). Eine zweite, die Gallenblase betreffende Definition gibt es nicht. Und ich sehe in dem CT keine Mikrozirkulationsstörung der Gallenblase... ;)

2) Tag 3, A45:
Laut Leitlinien ist Tolvaptan bei SIADh eben NICHT empfohlen: http://www.medscapemedizin.de/artikel/4902138 (Falls ihr den Link nicht öffnen könnt, der Artikel lautet: "Superkomplizierte" Hyponatriämie: Neue Leitlinie erklärt Schritt für Schritt das Vorgehen). Da heißt es u.a. "Vom Einsatz von Lithium oder Demeclocyclin raten die Leitlinienautoren generell ab – ebenso wie von der Anwendung von ADH-Antagonisten, den sogenannten Vaptanen. Seit 2009 ist z.B.Tolvaptan® in Deutschland zur Behandlung von SIADH zugelassen. Es blockiert die Wirkung des ADH an der Niere und fördert so die Ausscheidung von elektrolytfreiem Wasser. „Die Leitlinie schätzt die Vaptane kritisch ein und empfiehlt ihren Einsatz nicht“, sagt Reincke. „Das steht in einem gewissen Widerspruch zur zugelassenen Indikation.“

Hipp0campus
21.04.2015, 21:39
Selbst wikipedia kennt sludge in der Gallenblase (deutsch: "Gallengries"). Ich persönlich kenns ausm Sono Kurs und auch aus der Klinik. Und das Deutsche Ärzteblatt kannte den Begriff auch schon 1988: http://www.aerzteblatt.de/archiv/113208/Sludge-in-der-Gallenblase-Was-wird-daraus also im Gegensatz zur Mayr-Kur ein Begriff den man selbst als Student kennen sollte.

ehemaliger User_28042015_1
21.04.2015, 21:39
Außerdem müsste man meiner Ansicht nach noch die Frage nach Befund bei der Patientin mit retinaler Vaskulitis infolge von Tbc rausnehmen. (Tag 1, A70). Der Kirschrote Fleck wäre auch möglich, denn der würde ja für einen Zentralarterienverschluss sprechen. Und ein Zentralarterienverschluss als Folge von retinaler Vaskulitis ist beschrieben:

„Gefäßverschlüsse (…) können bei allen Formen der retinalen Vaskulitis vorkommen“.
Grehn. Augenheilkunde. 31. Auflage, Springer Verlag, S. 254

"Grundsätzlich unterscheidet man zwischen arteriitischen und nicht arteriitischen Verschlüssen. Der nicht arteriitische retinale Arterienverschluss wird am häufigsten durch einen Embolus verursacht. Weitere Gründe sind (...) Vaskulitis." http://www.aerzteblatt.de/archiv/60678/Gefaessverschluesse-der-Netzhaut-Eine-interdisziplinaere-Herausforderung

„Ein Verschluss der Zentralarterie entsteht meist im Bereich der Lamina cribrosa durch (...) Vaskulitis.“ Quelle: Dietmar et al. Fluoreszenzangiographie in der Augenheilkunde. Springer, S. 140

Richtig ist ja laut meid-learn Experten die "Zellinfiltration und Trübung des Glaskörpers". Aber es geht ja in der Frage um die Patientin aus der Fallbeschreibung. Diese hat laut Fallbeschreibung eine schmerzlose Visusverschlechterung. Anamnestisch wird jedoch weder aktuell noch in der Vergangenheit über Molches volantes berichtet, die klassischerweise bei einer Glaskörpertrübung da sein müssten: http://www.augenklinik.ukw.de/labore-und-schwerpunkte/retinologischer-schwerpunkt/glaskoerpertruebungen.html

Für die "Trübung des Glaskörpers" spricht die Häufigkeit (häufiger bei retinaler Vaskulitis als ein zentralarterienverschluss).
Für den "kirschroten Fleck" spricht die Anamnese der Patientin, und die Aufgabe bezieht sich eindeutig auf diese (keine moches Volants; aber irreversible, schmerzlose Visusverschlechterung)

Fazit: beides möglich -> die Frage sollte raus

Danke für eure ganzen Tipps! Ich habe bereits einen Brief ans IMPP abgeschickt, der 2. folgt morgen.

Lochialstau ist auch dabei, habe sogar Quellen gefunden, in denen diese als "vaginale Blutung" bezeichnet wird: http://www.wochenbettbetreuung.ch/wp2/?p=890

ehemaliger User_28042015_1
21.04.2015, 21:39
Außerdem müsste man meiner Ansicht nach noch die Frage nach Befund bei der Patientin mit retinaler Vaskulitis infolge von Tbc rausnehmen. (Tag 1, A70). Der Kirschrote Fleck wäre auch möglich, denn der würde ja für einen Zentralarterienverschluss sprechen. Und ein Zentralarterienverschluss als Folge von retinaler Vaskulitis ist beschrieben:

„Gefäßverschlüsse (…) können bei allen Formen der retinalen Vaskulitis vorkommen“.
Grehn. Augenheilkunde. 31. Auflage, Springer Verlag, S. 254

"Grundsätzlich unterscheidet man zwischen arteriitischen und nicht arteriitischen Verschlüssen. Der nicht arteriitische retinale Arterienverschluss wird am häufigsten durch einen Embolus verursacht. Weitere Gründe sind (...) Vaskulitis." http://www.aerzteblatt.de/archiv/60678/Gefaessverschluesse-der-Netzhaut-Eine-interdisziplinaere-Herausforderung

„Ein Verschluss der Zentralarterie entsteht meist im Bereich der Lamina cribrosa durch (...) Vaskulitis.“ Quelle: Dietmar et al. Fluoreszenzangiographie in der Augenheilkunde. Springer, S. 140

Richtig ist ja laut meid-learn Experten die "Zellinfiltration und Trübung des Glaskörpers". Aber es geht ja in der Frage um die Patientin aus der Fallbeschreibung. Diese hat laut Fallbeschreibung eine schmerzlose Visusverschlechterung. Anamnestisch wird jedoch weder aktuell noch in der Vergangenheit über Molches volantes berichtet, die klassischerweise bei einer Glaskörpertrübung da sein müssten: http://www.augenklinik.ukw.de/labore-und-schwerpunkte/retinologischer-schwerpunkt/glaskoerpertruebungen.html

Für die "Trübung des Glaskörpers" spricht die Häufigkeit (häufiger bei retinaler Vaskulitis als ein zentralarterienverschluss).
Für den "kirschroten Fleck" spricht die Anamnese der Patientin, und die Aufgabe bezieht sich eindeutig auf diese (keine moches Volants; aber irreversible, schmerzlose Visusverschlechterung)

Fazit: beides möglich -> die Frage sollte raus

Danke für eure ganzen Tipps! Ich habe bereits einen Brief ans IMPP abgeschickt, der 2. folgt morgen.

Lochialstau ist auch dabei, habe sogar Quellen gefunden, in denen diese als "vaginale Blutung" bezeichnet wird: http://www.wochenbettbetreuung.ch/wp2/?p=890

ehemaliger User_28042015_1
21.04.2015, 21:42
Ja, aber das ist ja das Problem. Sludge ist richtig, aber ein "Sludge-Phänomen" gibt es nicht in der Gallenblase. Wusste dummerweise, dass das Sludge-Phänomen eine Mikrozirkulationsstörung ist, daher habe ich mich dann auch gegen die Antwort entschieden..
Laut aktuellem Psychrembel ist eben auch "Sludge" (auf die Gallenblase bezogen) und "Sludge-Phänomen" (Mikrozirkulationsstörung) definiert.

ehemaliger User_28042015_1
21.04.2015, 21:46
ich möchte ergänzen: selbst wikipedia kennt das Sludge-Phänomen! ;)

Das Sludge-Phänomen ist eine Störung der Mikrozirkulation, die als reversible Aggregation von roten Blutkörperchen eine deutliche Strömungsverlangsamung des Blutes bewirkt und zu einer Minderversorgung des Gewebes mit Sauerstoff führen kann.
Zum Sludge-Phänomen kommt es beispielsweise beim Schock. Auch die Blutsenkungsreaktion beruht auf dem Sludge-Phänomen.
Siehe auch: Geldrollenbildung
http://de.wikipedia.org/wiki/Sludge-Phänomen

Hipp0campus
21.04.2015, 21:57
Ich glaub impp hat einfach keine Ahnung von medizin.

qdv85
21.04.2015, 22:16
Guten Abend!

Ich komme leider aus privaten Gründen erst jetzt dazu, Fragen nochmal persönlich bearbeiten zu können. Ich habe diese Diskussion auch im 'Kurzurlaub' verfolgt und möchte mich herzlich bei all den fleißigen Kommilitonen bedanken! Ich bin auf diesem Gebiet noch gänzlich unerfahren und bitte um Nachsicht. Bei mir geht es zum Glück nicht ums Bestehen, aber ich möchte gerne helfen, dem IMPP zu zeigen, dass es teilweise unmöglich ist, was sie von uns wissen wollen und mit Euch versuchen, dass Fragen gestrichen werden. Als ob es nicht reicht, dass kaum GYN und PÄD abgefragt wurde und wir nun alle zur Facharztprüfung Augenheilkunde und Uro antreten können ;-).
Ich würde nun auch gerne noch ein paar Fragen (wahrscheinlich zusätzlich ?!) einreichen. Ich habe ein Fax und kann es morgen hinschicken, dass die Frist kein Problem darstellt. Ich würde mich freuen, wenn wir nochmal erörtern könnten, wer welche Fragen bereits eingereicht hat und ich somit abschätzen kann, welche Fragen ich noch einreichen sollte (um alle bezweifelten Fragen zu beantworten reicht der morgige Tag leider nicht aus). Es wurden tolle Begründungen geliefert, je mehr Hilfe ich aber nun von Euch bekomme, desto mehr kann ich noch bearbeiten (bzw. überarbeiten/umformulieren) und einreichen.
Gibt es eine gute Formulierung für die Kortison-SIADH-Frage?

Ich danke Euch und würde gerne mithelfen, dem IMPP zu zeigen, dass es unmöglich ist, was sie teilweise von uns verlangen.

cfm58
21.04.2015, 22:24
@ Bücherwurm: Beide Fragen wurden auch von anderen eingereicht, zwar mit anderer Begründung, aber da ist ja eh gut, wenn es mehrere Argumente und Quellen gibt und nicht alle das gleiche schreiben! Ich hab z.B. die SIADH-Frage eingereicht und deine Quellen nicht gefunden, finde sie aber natürlich super! Toll, dass du das gefunden hast und die frage eingereicht hast!

cfm58
21.04.2015, 22:33
qdv85: Generell ist es natürlich umso besser, je mehr Fragen du noch schaffst. Einfach, weil unterschiedliche Argumentationen ja auch unterschiedlich gut überzeugen können. Also für ausreichend gut belegt halte ich persönlich z.B. die Diabetes und die Enoxaparinfrage. Auch die Hirnabszessfrage haben mehrere Leute eingereicht. Und die Digitaliswirkung (aber auch hier: je mehr Quellen, je mehr Leute, desto besser)
Grundsätzlich noch nicht allzu gut begründet ist die Borderlinetherapiefrage, fürchte ich (und auch nicht oft eingereicht, nehme ich an).
Sehr schwierig, weil selten und kompliziert, ist die Hyponatriämiefrage. Bei beidem ist es sicher gut, wenn man sich noch drum kümmern kann.
Und bei der Morphin-/Ketaminfrage gehen ja die Meinungen sehr auseinander, ich bin aber unsicher, wieviele die einreichen.
Bei dem Cholesteatom/Hirnabszess-Fall waren m.M.n. auch mehrere Fragen nicht so ganz eindeutig, die man sicher auch anfechten könnte, wenn man die Muße hat/ hätte.

Aber ich denke, viele haben auch Fragen eingereicht, ohne hier zu schreiben. Wenn du dich durch den Thread wühlst, merkst du ja auch, dass viele Fragen einreichen, die sie persönlich kritisch sehen, andere aber gar nicht. Welche Fragen nun genau beim impp gelandet sind, können wir nicht genau abschätzen.
Daher: Kümmere dich doch um die Fragen, über die du dich besonders geärgert hast und von denen du glaubst, dass eine Anfechtung gute Chancen hat. Das ist, denke ich, das einzig Sinnvolle.

cfm58
21.04.2015, 22:44
qdv85: Ich persönlich fände es ja cool, wenn jemand diese bekloppte "nekrotisierende Pankreatitis - ach komm, wir machen ne 2. (!) ERCP mi EPT kurz vor Entlassung"-Frage auseinander nimmt. ;-)

Aktivier mal deine PN-Funktion, dann kann man dir was schicken...

Weil ich jetzt ins Bett muss:
Ich finde die Einleitung von Isabell, die sie hier in den Thread geschrieben hat, toll. Die kann man ja leicht abwandeln (ärgere mich, dass ich nicht sowas geschrieben habe. Hatte da leider schon losgeschickt!)
Die SIADH-Cortison-Frage hat auch nen eigenen Thread, da stehen ein paar Formulierungen drin, incl Quellen, und die von Bücherwurm hier gepostete sollte man unbedingt auch dazupacken, finde ich.

qdv85
21.04.2015, 22:47
@ cfm58: Wie mache ich das mit PN?

ehemaliger User_28042015_1
21.04.2015, 22:49
Hi qdv85,

das mit dem Fax ist ja super, mir sind noch 2 Fragen eingefallen, die bis jetzt noch gar nicht diskutiert wurden, aber anfechtbar sein müssten - mir fehlt nur das Fax!

1) Tag 2, A70 bzw. B85: Meiner Ansicht nach sind hier 2 Antworten richtig. Die auch vom medi-learn Experten gewählte Option "Zellinfiltration und Trübung des Glaskörpers" ist möglich, weil die Glaskörpertrübung wohl der häufigste Begleitbefund bei der sekundären retinalen Vaskulitis ist.
Allerdings wäre hier auch Antwort (D) "kirschroter Fleck der Makula" richtig, weil dieser auf einen Zentralarterienverschluss hindeutet, der u.a. durch eine retinale Vaskulitis bedingt sein kann.
„Gefäßverschlüsse (…) können bei allen Formen der retinalen Vaskulitis vorkommen“.
Grehn. Augenheilkunde. 31. Auflage, Springer Verlag (2012), S. 254
Der Zentralarterienverschluss mit kirschrotem Fleck mag seltener sein, aber er kann anscheinend bei allen Formen der retinalen Vaskulitis, also auch bei einer sekundären retinalen Vaskulitis infolge einer Tuberkulose, vorkommen. Auch wenn die Häufigkeit eher für Antwort (C) d.h. Glaskörpertrübung spricht, haben wir hier die Anamnese auf der anderen Seite. Die Patientin, deren Anamnese ziemlich ausführlich bekannt ist, hat auch in der Vergangenheit keine fliegenden Mücken ("Mouches volantes") berichtet. Diese sind jedoch bei Glaskörpertrübung ganz klassisch und ihre Abwesenheit lässt damit Antwort D (kirschroter Fleck) ebenfalls wahrscheinlich werden. Wegen den Mouches Volantes als Charakteristikum der Glskörpertrübung könnte man z.B. dieses Buch zitieren: https://books.google.de/books?id=koMwXH6W_BsC&pg=PA274&dq=Glaskörpertrübung+fliegende+mücken&hl=de&sa=X&ei=QsI2VbvvLIbZPcz7gZgO&ved=0CC8Q6AEwAw#v=onepage&q=Glaskörpertrübung%20fliegende%20mücken&f=false

2) Tag 2, A37 bzw. B31:
Das impf scheint wohl als richtige Antwort auf die Frage "Welcher der folgenden Röntgenbefunde ist am wenigsten bei einer Spondylitis ankylosans zu erwarten?" Antwort C für richtig zu halten. Eine Arrosion des Dens axis sowie des Atlantoaxialgelenks mit atlantodentaler Instabilität ist aber auch bei Morbus Becherew = Spondylitis ankylosans häufig. Da könnte man z.B. diesen pubmed-Artikel zitieren: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11529633 ("Ankylosing spondylitis (AS) is characterised by its effects on the axial skeleton. The cervical spine is also vulnerable to the disease process. (...) Eighty-eight patients (48.6%) showed radiological changes to the cervical spine; to the discovertebral joint 35.9%; the apophyseal joint 26.0%; atlantoaxial articulation 22.1% (atlantoaxial subluxation 13.8%); the costovertebral joint 18.2%; and to the posterior ligamentous attachment 11.6%. Using the BASRI system, 73 patients (40.3%) showed radiologic changes to the cervical spine and were graded as score 1 (1.7%), 2 (22.7%), 3 (6.6%) or 4 (9.4%). " Also: 22,1% mit radiologischen Veränderungen im atlantoaxialen Gelenk, 13,8% sogar mit atlantoaxialer Subluxation...
Der Fersensporn (Antwort B) ist ebenfalls häufig, die anderen unter A, D und E beschriebenen Befunde sowieso. Die Frage sollte rausgenommen werden. Ob der Fersensporn jetzt auch in 22% oder etwas häufige oder etwas seltener vorkommt, habe ich leider nicht rausfinden können. Zu erwarten sind halt alle unter A-E beschriebenen Befunde... Frage muss raus.

Wäre jeden dankbar, der das noch faxt, ich schicks morgen noch per Post, aber sicher wäre sicher!!! Danke!

cfm58
21.04.2015, 22:50
Hab leider keine Ahnung? Gibt's hier FAQs? Irgendwie in deinem Profil wahrscheinlich umstellen. Bei mir geht's ja, ich weiß absolut nicht, wie ich das gemacht hab, wohl zu lange her oder damals automatisch gewesen?

MGS87
21.04.2015, 22:51
Musst auf dein Profil gehen ( http://www.medi-learn.de/foren/profile.php?do=editoptions )
dann bei Einstellungen bearbeiten ( Linker teil der Seite ) den kleinen blauen kreis bei " Private Nachrichten aktivieren " setzen und Einstellungen speichern. und e Viola schon gehts :-)

MGS87
21.04.2015, 22:56
Hi qdv85,

das mit dem Fax ist ja super, mir sind noch 2 Fragen eingefallen, die bis jetzt noch gar nicht diskutiert wurden, aber anfechtbar sein müssten - mir fehlt nur das Fax!

1) Tag 2, A70 bzw. B85: Meiner Ansicht nach sind hier 2 Antworten richtig. Die auch vom medi-learn Experten gewählte Option "Zellinfiltration und Trübung des Glaskörpers" ist möglich, weil die Glaskörpertrübung wohl der häufigste Begleitbefund bei der sekundären retinalen Vaskulitis ist.
Allerdings wäre hier auch Antwort (D) "kirschroter Fleck der Makula" richtig, weil dieser auf einen Zentralarterienverschluss hindeutet, der u.a. durch eine retinale Vaskulitis bedingt sein kann.
„Gefäßverschlüsse (…) können bei allen Formen der retinalen Vaskulitis vorkommen“.
Grehn. Augenheilkunde. 31. Auflage, Springer Verlag (2012), S. 254
Der Zentralarterienverschluss mit kirschrotem Fleck mag seltener sein, aber er kann anscheinend bei allen Formen der retinalen Vaskulitis, also auch bei einer sekundären retinalen Vaskulitis infolge einer Tuberkulose, vorkommen. Auch wenn die Häufigkeit eher für Antwort (C) d.h. Glaskörpertrübung spricht, haben wir hier die Anamnese auf der anderen Seite. Die Patientin, deren Anamnese ziemlich ausführlich bekannt ist, hat auch in der Vergangenheit keine fliegenden Mücken ("Mouches volantes") berichtet. Diese sind jedoch bei Glaskörpertrübung ganz klassisch und ihre Abwesenheit lässt damit Antwort D (kirschroter Fleck) ebenfalls wahrscheinlich werden. Wegen den Mouches Volantes als Charakteristikum der Glskörpertrübung könnte man z.B. dieses Buch zitieren: https://books.google.de/books?id=koMwXH6W_BsC&pg=PA274&dq=Glaskörpertrübung+fliegende+mücken&hl=de&sa=X&ei=QsI2VbvvLIbZPcz7gZgO&ved=0CC8Q6AEwAw#v=onepage&q=Glaskörpertrübung%20fliegende%20mücken&f=false

2) Tag 2, A37 bzw. B31:
Das impf scheint wohl als richtige Antwort auf die Frage "Welcher der folgenden Röntgenbefunde ist am wenigsten bei einer Spondylitis ankylosans zu erwarten?" Antwort C für richtig zu halten. Eine Arrosion des Dens axis sowie des Atlantoaxialgelenks mit atlantodentaler Instabilität ist aber auch bei Morbus Becherew = Spondylitis ankylosans häufig. Da könnte man z.B. diesen pubmed-Artikel zitieren: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11529633 ("Ankylosing spondylitis (AS) is characterised by its effects on the axial skeleton. The cervical spine is also vulnerable to the disease process. (...) Eighty-eight patients (48.6%) showed radiological changes to the cervical spine; to the discovertebral joint 35.9%; the apophyseal joint 26.0%; atlantoaxial articulation 22.1% (atlantoaxial subluxation 13.8%); the costovertebral joint 18.2%; and to the posterior ligamentous attachment 11.6%. Using the BASRI system, 73 patients (40.3%) showed radiologic changes to the cervical spine and were graded as score 1 (1.7%), 2 (22.7%), 3 (6.6%) or 4 (9.4%). " Also: 22,1% mit radiologischen Veränderungen im atlantoaxialen Gelenk, 13,8% sogar mit atlantoaxialer Subluxation...
Der Fersensporn (Antwort B) ist ebenfalls häufig, die anderen unter A, D und E beschriebenen Befunde sowieso. Die Frage sollte rausgenommen werden. Ob der Fersensporn jetzt auch in 22% oder etwas häufige oder etwas seltener vorkommt, habe ich leider nicht rausfinden können. Zu erwarten sind halt alle unter A-E beschriebenen Befunde... Frage muss raus.

Wäre jeden dankbar, der das noch faxt, ich schicks morgen noch per Post, aber sicher wäre sicher!!! Danke!


@Wurmi: wenn Du das ein bisschen formatieren könntest zwecks Übersichtlichkeit und mir in Form einer PN zukommen lässt, werde ich das in meine Liste der anzuprangernden Fragen gerne übernehmen, nur leider bin ich selbst noch in Tag 2 Formatierung und Quellennachweise raussuchen und komme wahrscheinlich nicht mehr dazu vor morgen - wäre Dir sehr verbunden wenn das ginge =)

qdv85
21.04.2015, 22:59
Super, vielen Dank. PN ist aktiviert. Ihr seid echt klasse.
Ich klicke mich nochmal durch das Forum und versuche morgen so Vieles wie möglich zu bearbeiten. Natürlich formuliere ich um, aber um jegliche Quellen bin ich echt dankbar!

cfm58
21.04.2015, 22:59
@ Bücherwurm: Zum 1. *gefaelltmir* Zum 2. vielleicht dummer Gedanke, es ist spät, verzeih mir, aber: könnte es sein, dass man die Veränderung vor allem IM RÖNTGEN nicht sehen kann? (Also "radiological" kann ja auch im CT sein...)

qdv85
21.04.2015, 23:02
Ich werde mich bemühen!
@ Bücherwurm: Super! Ich versuche auf jeden Fall, Deine Argumentation in meinen Worten über den Bechterew einzureichen!