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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer macht den FA für Allgemeinmedizin und kann Erfahrungen teilen?



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Last Second
20.01.2016, 14:06
Super, Vielen Lieben Dank für die Antworten. Das freut mich doch schon sehr.
Mein Privatleben erlaubt leider nicht die Fortführung meiner vollzeitlichen Klinikbeschäftigung.
D.h. ich schreibe einfach die suchenden Praxen an und schildere mein Interesse.

Ein weiteres Problem wäre da noch: mein eigentliches Berufsziel wäre eigentlich der Internist (ggf. auch hausärztlich tätig), aber mein Privatleben und die Arbeitsbedinungen stellen sich dem im Moment im Weg.

Ich hab jetzt keine Ahnung wie das mit KV Förderung ist (ich weiß dass die KV bei uns ordentlich mit 3500 monatlich fördert) und der Anrechnung der bereits gearbeiteten stationären Zeit ist.

Last Second
20.01.2016, 14:10
Coole Einstellung…dachte nur, dass wenn man frisch von der Uni kommt, man meist die Umstände erstmal auf mangelndes Können/Anfangsprobleme/Eingewöhnungszeit zurückführt und versucht sich zumindest das erste halbe Jahr durchzubeißen. :-D
Naja , wenn du bereits 6 Monate drin bist und die Arbeit dir ganz gut liegt, du aber wegen bestimmter privater Umstände nicht mehr dazu in der Lage bist jede Woche einen 60er zu reißen.
Individuell kommen ja eh alle anders vom PJ, einige können mehr als 1.Jahresassistenten, andere werdens vermutlich nie so wirklich lernen .

herrdoktor0815
20.01.2016, 14:25
Es gibt ein Problem ! Die KV (egal wo) verlangt mind. 18 Monate stationäre Weiterbildung für die Förderung über 3500,- Euro. Der Betrag wird übrigens gerade neu verhandelt und vermutlich erhöht. Das Geld bekommt dein zukünftiger Chef ! Ohne die Förderung bist du wirtschaftlich nicht rentabel !!!

wischmopp
20.01.2016, 14:37
Es gibt ein Problem ! Die KV (egal wo) verlangt mind. 18 Monate stationäre Weiterbildung für die Förderung über 3500,- Euro. Der Betrag wird übrigens gerade neu verhandelt und vermutlich erhöht. Das Geld bekommt dein zukünftiger Chef ! Ohne die Förderung bist du wirtschaftlich nicht rentabel !!!

Die KV holt sich Deine Unterschrift, dass Du beabsichtigst, den FA Allgemeinmedizin zu machen. Der Internist wird nicht gefördert, wenn Du weiter in diese Richtung möchtest, wirst Du sicher nicht gefördert. Aber auf den FA Allgemeinmedizin wird Dir die Innere-Zeit auf jeden Fall angerechnet (egal wie lange, die erkennen hier in Bayern sogar halbe Monate an).
Die KV verlangt jedoch nicht, dass erst die 18 Monate stationär abgeleistet werden, die Reihenfolge ist völlig egal.

Last Second
20.01.2016, 15:19
Die KV holt sich Deine Unterschrift, dass Du beabsichtigst, den FA Allgemeinmedizin zu machen. Der Internist wird nicht gefördert, wenn Du weiter in diese Richtung möchtest, wirst Du sicher nicht gefördert. Aber auf den FA Allgemeinmedizin wird Dir die Innere-Zeit auf jeden Fall angerechnet (egal wie lange, die erkennen hier in Bayern sogar halbe Monate an).
Die KV verlangt jedoch nicht, dass erst die 18 Monate stationär abgeleistet werden, die Reihenfolge ist völlig egal.

Danke für die Antwort. Meine KV schreibt hierzu folgendes:

"Die KV Nordrhein fördert gemeinsam mit den Krankenkassen die Weiterbildung zum Facharzt / zur Fachärztin für Allgemeinmedizin und Facharzt / Fachärztin für Innere und Allgemeinmedizin. [...] Voraussetzung ist unter anderem, dass der beschäftigte Arzt in Weiterbildung / die beschäftigte Ärztin in Weiterbildung das 55. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Nicht (mehr) erforderlich ist, dass stationäre Weiterbildungsabschnitte zuvor bereits absolviert worden sind."

Die einzige Angst ist, was wenn ich (aufgrund von wechselnder Verhältnisse privat) in 3,4 Jahren doch eher ein Subspezialisierter Internist werden möchte. Müsste ich die Förderung zurückzahlen?

Bei Thieme klingt das alles so schön mit dem Facharzt für Innere- und Allgemeinmedizin:

https://www.thieme.de/viamedici/arzt-im-beruf-weiterbildungs-coach-fachaerzte-1571/a/facharzt-fuer-innere-und-allgemeinmedizin-4428.htm

Relaxometrie
21.01.2016, 17:40
Wer hat denn behauptet, dass das reichen würde?
Wenn Du tatsächlich den FA für Allgemeinmedizin (ich denke auch darüber nach) machen möchtest, ist die Flucht aus dem Krankenhaus nach drei Monaten ja nur ein Aufschieben des Elends. Ich arbeite aktuell auch in der Inneren und verstehe, daß man flüchtet. Dennoch halte ich den Weg, erst mit einer soliden klinischen Basis in die Praxis zu gehen, für sinnvoller.

wischmopp
21.01.2016, 18:03
Wenn Du tatsächlich den FA für Allgemeinmedizin (ich denke auch darüber nach) machen möchtest, ist die Flucht aus dem Krankenhaus nach drei Monaten ja nur ein Aufschieben des Elends. Ich arbeite aktuell auch in der Inneren und verstehe, daß man flüchtet. Dennoch halte ich den Weg, erst mit einer soliden klinischen Basis in die Praxis zu gehen, für sinnvoller.

Da geb ich Dir ja auch völlig Recht!
Aber manchmal muss man sich eben den Umständen anpassen. Und für mich hat das jetzt einfach überhaupt nicht gepasst.
Da ich aktuell nur 75% arbeite, kann ich da in meinem MVZ jetzt erstmal 3 Jahre bleiben. Mein Weiterbilder war kardiologischen Oberarzt, hat also durchaus auch Ahnung und hat Spaß an der Lehre.
In 3 Jahren ist erstens mein Sohn größer und außerdem hoffe ich ja auch noch irgendwie auf eine Entwicklung in eine familienfreundlichere Richtung, sprich mehr Teilzeit-Möglichkeiten in den Kliniken, was es ja in der Peripherie durchaus schon geben soll...

Gallilei
21.01.2016, 21:44
Klingt nach einem vernünftigen Weg so. Es muss mit dem sozialen Leben verträglich sein. Wie hast Du denn nach der eher kurzen klinischen Zeit rein fachlich den Einstieg in die Praxis empfunden? Ich bin in meinem letzten Weiterbildungsjahr in die Praxis gegangen und brauchte dennoch eine ganze Zeit, um eine gewisse Sicherheit aufzubauen trotz der relativ breiten Basis.

wischmopp
22.01.2016, 07:23
Klingt nach einem vernünftigen Weg so. Es muss mit dem sozialen Leben verträglich sein. Wie hast Du denn nach der eher kurzen klinischen Zeit rein fachlich den Einstieg in die Praxis empfunden? Ich bin in meinem letzten Weiterbildungsjahr in die Praxis gegangen und brauchte dennoch eine ganze Zeit, um eine gewisse Sicherheit aufzubauen trotz der relativ breiten Basis.

Ich denke, dass ich Glück mit Einarbeitung und Lehre hatte/habe.

Ich war die ersten 6 Wochen immer gedoppelt mit einem Facharzt, danach hatte ich dann alleine meinen Raum, konnte mir aber die Patienten zunächst nach meinem eigenen Tempo holen und hatte immer einen potentiellen Ansprechpartner in der Nähe. Mittlerweile hab ich natürlich meine eigene Liste, kann aber immer noch jederzeit jemanden fragen.

Wir sind insgesamt 4 WB-Assistenten auf 10 Fachärzte, Assistenten sind nie alleine in der Praxis. Assistenten-Fortbildungen gibt es 14-tägig und ich kann jederzeit meine eigene Sprechstunde mal einen Tag sperren, um bei einem erfahrenen Kollegen zu hospitieren.

In der Klinik war es so, dass man den ganzen Tag am Rudern war (und nicht nur ich als Anfänger, den anderen ging es auch nicht besser, sonst hätte ich wohl schon noch länger durchgehalten) und nur hoffte, dass nichts Schlimmeres passiert. Zeit um irgendetwas nachzulesen war überhaupt keine, Ansprechpartner selten verfügbar. Und das bei Patienten, denen i.d.R. mehr fehlt, sie sind ja nicht ohne Grund stationär. In der Praxis hab ich ja viele harmlose Fälle, die Ernsteren gilt es eben rauszufiltern und für die nehme ich mir die Zeit und hole mir ggf. jemanden dazu und das klappt auch ganz gut so.

Für mich ist diese Zeit jetzt extrem lehrreich und ich werde davon sicher auch später in der Klinik profitieren können...

mountainview
22.01.2016, 08:25
Wie hat eigentlich der Chef reagiert als du schon nach 2 Monaten die Kündigung eingereicht hast?….Klar, kann dir egal sein, aber kam ihm das bekannt vor oder war er total überrascht? Hab das Gefühl, dass manche es durchaus gewohnt sind und dennoch nichts ändern möchten.

Wie bei manchen Doktorarbeiten, wo die Zuständigen fest damit rechnen, dass mind. 50% der Studenten wieder abbrechen werden - einfach weil es kaum eine Betreuung gibt. Aber natürlich wird deswegen nichts an der Situation geändert.

wischmopp
22.01.2016, 08:49
Wie hat eigentlich der Chef reagiert als du schon nach 2 Monaten die Kündigung eingereicht hast?….

Chef und LOA (beide knapp 60) konnten das überhaupt nicht verstehen, die Bedingungen sind doch mittlerweile super! Sie wären damals nie vor 22h nach Hause gegangen, sie verstehen nicht wirklich, was das Problem ist. Und die Patienten wären stabiler als man denkt, so schnell stirbt es sich nicht. :-kotz

Ein anderer OA meinte jedoch, er versteht mich sehr gut und findet, ich hätte die richtige Konsequenz gezogen...

mountainview
22.01.2016, 11:38
Sie wären damals nie vor 22h nach Hause gegangen...


Na, das spricht doch für ein erfülltes Privatleben…sicher haben sie auch schon morgens um 5 Uhr angefangen.

WackenDoc
22.01.2016, 12:03
Und als Famulant 5 Stationen alleine betreut und dabei nachts um 3 zusammen mit der Pflegeschülerin einen Patienten mit einer alten Autobatterie reanimiert.
Those were the times.

Evil
22.01.2016, 15:20
Naja, bis man als gestandener Assistenzarzt alle Schwestern beglückt hat, kann es schon mal 22 Uhr werden...

UweWoellner
24.01.2016, 10:27
Chef und LOA (beide knapp 60) konnten das überhaupt nicht verstehen, die Bedingungen sind doch mittlerweile super! Sie wären damals nie vor 22h nach Hause gegangen, sie verstehen nicht wirklich, was das Problem ist. Und die Patienten wären stabiler als man denkt, so schnell stirbt es sich nicht. :-kotz


Das kommt mir so bekannt vor. Ich kann es nicht mehr hören. Mittlerweile habe ich sogar das Gefühl diese Generation hat so einen Hass oder besser gesagt Neid auf die Generation Y, dass sie gar keine Lust mehr haben uns was beizubringen. Dann lieber Leute aus aller Herren Länder der Welt einstellen. Die stellen keine Ansprüche.

UweWoellner
24.01.2016, 10:28
Chef und LOA (beide knapp 60) konnten das überhaupt nicht verstehen, die Bedingungen sind doch mittlerweile super! Sie wären damals nie vor 22h nach Hause gegangen, sie verstehen nicht wirklich, was das Problem ist. Und die Patienten wären stabiler als man denkt, so schnell stirbt es sich nicht. :-kotz


Das kommt mir so bekannt vor. Ich kann es nicht mehr hören. Mittlerweile habe ich sogar das Gefühl diese Generation hat so einen Hass oder besser gesagt Neid auf die Generation Y, dass sie gar keine Lust mehr haben uns was beizubringen. Dann lieber Leute aus aller Herren Länder der Welt einstellen. Die stellen keine Ansprüche.

Cindy92
24.01.2016, 10:49
Dann lieber Leute aus aller Herren Länder der Welt einstellen. Die stellen keine Ansprüche.

Ganz meine Worte! Diese Praxis wird dem Arztstand noch massivst schaden. Aber mal schauen, was noch kommt. die Ärzteschaft ist jetzt schon zu inhomogen, um ihre Interessen in der Politik durchzusetzen. :-meinung

In Westfahlen-Lippe sind bereits 50% der Assistenten aus dem Ausland. Das ist definitiv ne Hausnummer.

Gallilei
04.02.2016, 20:59
Ich denke, dass ich Glück mit Einarbeitung und Lehre hatte/habe.

Ich war die ersten 6 Wochen immer gedoppelt mit einem Facharzt, danach hatte ich dann alleine meinen Raum, konnte mir aber die Patienten zunächst nach meinem eigenen Tempo holen und hatte immer einen potentiellen Ansprechpartner in der Nähe. Mittlerweile hab ich natürlich meine eigene Liste, kann aber immer noch jederzeit jemanden fragen.

Wir sind insgesamt 4 WB-Assistenten auf 10 Fachärzte, Assistenten sind nie alleine in der Praxis. Assistenten-Fortbildungen gibt es 14-tägig und ich kann jederzeit meine eigene Sprechstunde mal einen Tag sperren, um bei einem erfahrenen Kollegen zu hospitieren.

In der Klinik war es so, dass man den ganzen Tag am Rudern war (und nicht nur ich als Anfänger, den anderen ging es auch nicht besser, sonst hätte ich wohl schon noch länger durchgehalten) und nur hoffte, dass nichts Schlimmeres passiert. Zeit um irgendetwas nachzulesen war überhaupt keine, Ansprechpartner selten verfügbar. Und das bei Patienten, denen i.d.R. mehr fehlt, sie sind ja nicht ohne Grund stationär. In der Praxis hab ich ja viele harmlose Fälle, die Ernsteren gilt es eben rauszufiltern und für die nehme ich mir die Zeit und hole mir ggf. jemanden dazu und das klappt auch ganz gut so.

Für mich ist diese Zeit jetzt extrem lehrreich und ich werde davon sicher auch später in der Klinik profitieren können...

Das sind ja traumhafte Bedingungen. Und die Praxis ist an Assistenten gewöhnt, was nicht unerheblich ist. Ich glaube, ich hätte dennoch Schwierigkeiten gehabt insbesondere bei den vielen harmlosen Dingen, um eben den einen herauszufischen, der doch mehr hat. Aber toll, dass Du es gut angetroffen hast und Dich wohl fühlst :-)

Kiwi03
04.05.2016, 22:54
Hallo,

ich hoffe, ich bin hier richtig.
Ich habe nun gut die Hälfte meines PJs hinter mir und überlege mir, ob ich nach dem Examen in die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner starte.
Die Verbundweiterbildung schaut für mich wirklich gut aus - so ganz verstehe ich das aber noch nicht. Wird da für einen die ganze Weiterbildung "organisiert" d.h. von Anfang bis Ende? Hat man dann einen Einfluss drauf, falls sich noch etwas ändert (zwecks Kinder, Umzug oder so)? Kann man auch selber solche Wünsche angeben wie erst 6 Monate zu arbeiten und zwischen der ersten und der zweiten Arbeitsstelle eine kurze Pause (1-2 Monate) einzulegen? Und v.a. da die Verbundweiterbildung so positiv ausschaut - gibts nen Hacken?
Kann man jetzt schon Kontakt mit den Koodinierungsstellen aufnehmen um nach den genauen Ablauf zu fragen oder ist das noch zu früh?

Vielen Dank für eure Antworten - auf den Verbundseiten war ich schon unterwegs aber so richtig übersichtlich und verständlich ist das grad noch nicht.

Liebe Grüße

Kiwi

P.s.: Speziell gehts mir um die Bundesländer BaWü, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz

Harvey
05.05.2016, 07:44
Hallo, gute Infos bekommst du am ehesten bei dem Anbieter des jeweiligen Verbundes, vielleicht stellen die auch Kontakt her zu jeweiligen Auszubildenden.
Sehr positiv ist, das die geförderte Bezahlung von 3500 Euro zur Ausbildung Allgemeinmedizin im ambulanten Bereich bald massivst gesteigert wird.
Zudem hast du so den Vorteil sehr Anschluss nah in fie einzelnen Stellen zu kommen.
Allerdings ist das auch der Nachteil, man hat weniger Auswahlfreiheit. Es ist auch zu befürchten, dass einen die Klinik blöd verteilt. Im sinne zwei Jahre Stationsarbeit Innere und dann noch ein Chirurgiejahr.
In Hessen habe ich meine Ausbildung selbst zusammen gebaut. Hatte dadurch zwar finanziell teils etwas weniger, aber mehr Freiheiten.
Z.B. Habe ich nur 1,5 Jahre Innere gemacht und dann die letzten 1,5 Jahre Klinik gestückelt hinbekommen. Von den zwei Jahren Allgemeinmedizin habe ich ein halbes Jahr Kinderheilkunde in der Praxis gemacht. Je nach Bundesland gibt es da unterschiedliche Freiheiten. Natürlich ist Innere wichtig, aber kann eher empfehlen noch die 6 Monate für was anderes zu nutzen, ebenso die Möglichkeit von den zwei Jahren Allgemeinmedizin noch die sechs Monate abzuzwacken - Pädiatrie in der Praxis war echt meine schönste Zeit.